Heinz Buttauers Krieg gegen die Bahnpolizei der SBB


Bahnpolizei im Zug

Ach herrje, der Buttauer hat sich mal wieder gemeldet…

Und wie nicht anders zu erwarten, richtet sich auch die neuste Attacke selbstverständlich gegen die Bahnpolizei: Die Bapo sei nicht darauf vorbereitet, während der Euro08 in den Zügen der SBB für Sicherheit zu sorgen. Er sehe schwarz für die Sicherheit in den Zügen während der EM. Naja, der werte Herr wird auch älter und im Alter kann es durchaus vorkommen, dass man einen Blödsinn erzählt und ein klein wenig senil und dement wird…

(Definition der Demenz gemäss Wikipedia: Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, die zu einer Beeinträchtigung von sozialen und beruflichen Funktionen führen und fast immer, aber nicht ausschliesslich mit einer diagnostizierbaren Erkrankung des Gehirns einhergeht.)

Anstatt ununterbrochen Polemik gegen die SBB und die Bahnpolizei zu betreiben, soll sich der B’auer besser um seine Schäfchen in der Bundeshauptstadt kümmern, so dass diese den Bundesplatz in Zukunft im Griff haben. (Selbstverständlich richtet sich dieser Wunsch auch an seine Jungs in den anderen Städten.) Wenn diese bei einer (im Vergleich zur Euro08) sehr kleinen Veranstaltung schon Schwierigkeiten haben, die Lage in den Griff zu bekommen, wie schaut es dann erst in den drei Wochen der Europameisterschaft aus?

Es wird wohl nicht zu vermeiden sein, dass es in Zügen zu kleineren Zwischenfällen kommt. Vielleicht geht mal etwas zu Bruch oder die Fussballfans schlagen einander die Köpfe ein. Das war bisher an jeder WM und EM der Fall und wird auch bei uns kaum zu vermeiden sein. Kein Polizeikorps der Welt kann alle Züge eines ganzen Landes ununterbrochen im Auge behalten. Jedoch kann und wird die Bahnpolizei dafür sorgen, dass möglichst wenig Schaden angerichtet wird. Und wie ich schon einmal schrieb: Bei meiner Tätigkeit als Zugbegleiter habe ich mit der Bahnpolizei deutlich bessere Erfahrungen gemacht als mit städtischen und kantonalen Polizeikorps.

Es ist kein Geheimnis, dass Heinz Buttauer die Bahnpolizei abgeschafft sehen will. Ausserdem will er auch jegliche andere Sicherheitsdienste aus der Welt verbannen. Securitas und Co. sind ihm schon lange ein Dorn im Auge, denn diese konkurrieren seine Polizisten und Buttauer will keinen Wettbewerb. Er will ein Sicherheitsmonopol. Durch seine Polemik verunsichert Buttauer inzwischen auch die Bahnpolizistinnen und Bahnpolizisten. Diese sind sich inzwischen nicht mehr sicher, ob ihr Unternehmen noch lange bestehen wird und schauen sich deshalb teilweise auch nach anderen Jobs um. Buttauers Aussagen werden schlussendlich dazu führen, dass der Securitrans, zu welcher die Bapo gehört, gute Leute davonlaufen.

Nun bin ich gespannt, welche Aktion Heinz Buttauer als nächstes plant. Spätestens beim ersten kleinen Euro08-Zwischenfall in einem Bahnhof oder einem Zug wird er sich wieder zu Wort melden, da bin ich mir sicher. Kommt es jedoch auf öffentlichem Grund (in einer Stadt oder vor einem Stadion) zu Scharmützeln, wird man mit Sicherheit nichts vom VSPB-Präsident hören. Was ich an der ganzen Sache toll finde: Jörg Stocker, Kommandant der Bahnpolizei, hat sich bisher nicht auf Buttauers tiefes Niveau hinunter begeben und über Buttauers Leute gelästert. Bei der Bapo weiss man anscheinend noch, was Anstand ist.

Fürs Protokoll: Am Anfang des Artikels habe ich erwähnt, dass Heinz Buttauer älter wird. Dies ist Tatsache Nummer 1. Ausserdem habe ich erwähnt, dass mit dem Alter eine gewisse Demenz eintreten kann. Dies ist Tatsache Nummer 2. Zwischen den beiden Tatsachen Nr. 1 und 2 muss kein Zusammenhang bestehen. Es liegt mir fern zu behaupten, Heinz Buttauer leide an Demenz. (Was ich denke ist dann wieder eine andere Geschichte…)

© Foto SBB

11 Kommentare zu “Heinz Buttauers Krieg gegen die Bahnpolizei der SBB”

  1. Adrian am 16.01.2008 um 23:49

    Auf diesen Beitrag habe ich schon gewartet.
    Ich persönlich bin nicht sicher, ob überhaupt kantonale Polizeien die Aufgabe überhaupt so wie die Bapo wahrnehmen können.

  2. Andreas Hobi | schweizweit.net am 16.01.2008 um 23:59

    Vom fachlichen her (Ausbildung etc.) wären sie vermutlich schon in der Lage, gleich gute Arbeit wie die Bapo zu leisten.

    Das Problem bei den Kantons- und Stadtpolizeien jedoch ist, dass sie massiv zu wenig Leute haben, deshalb viele Überstunden leisten müssen und ihre Führung nicht hinter ihnen steht. Das demotiviert extrem und jeder kann sich vorstellen, wie demotivierte Menschen ihren Job erledigen.

    Bei der Bapo geht es teilweise zwar auch in diese Richtung, jedoch nicht ganz so weit wie bei den erstgenannten. Von den Bahnpolizisten aus Zürich weiss ich übrigens, dass enorm viele ehemalige Kapos sind… Ich denke, das spricht für sich.

  3. RAFF am 17.01.2008 um 16:28

    Ganz abgesehen von der Grössenordnung der Aufgabe während der EM und des damit verbundenen Personalaufwand, denke ich dass viele Bürger, wie ich auch, ihre liebe Mühe mit privaten Sicherheitsdiensten und der Bahnpolizei haben. Man hat schon das Gefühl, das wer die Aufnahme bei der Polizei nicht schafft, zu einem solchen Sicherheitsdienst geht. Und das finde ich bedenklich, denn was solche Bahnpolizisten (und co.) dürfen und was nicht, bleibt unklar. Unklar im Sinne von, die machen auch Sachen zu denen sie nicht befugt sind.
    Mir ist mehr Polizei lieber als immer mehr private und vielleicht auch fragwürdige Sicherheitsdienste.
    So gesehen begrüssen viele Herrn Buttauers kritische Haltung gegenüber Bahnpolizei und sonstigen Sicherheitsdiensten.
    Das Problem, woher diese Beamten kommen sollen, bleibt natürlich im Raum stehen …

  4. Andreas Hobi | schweizweit.net am 17.01.2008 um 19:20

    Wie ich schon einmal an anderer Stelle erwähnt habe: Bahnpolizistinnen und Bahnpolizisten haben die gleiche Ausbildung wie andere Polizisten durchlaufen und tragen ebenfalls die geschützte Bezeichnung “Polizistin / Polizist”. Das heisst, es sind entweder ehemalige Kantons- oder Stadtpolizisten oder Leute, welche sich direkt bei der Securitrans beworben und von ihr in die Polizeischule geschickt wurden.

    Deshalb sollte man meiner Meinung nach deutlicher zwischen den “Sicherheitsfirmen” und der Bapo unterscheiden. Dies sind zwei völlig verschiedene Welten, die man keinesfalls miteinander vergleichen kann.

    Bapo, Kapo oder Stapo, wer macht die bessere Arbeit? Darüber kann man sich natürlich streiten. Wie es aus meiner Sicht ausschaut, habe ich oben schon beschrieben.

  5. RAFF am 17.01.2008 um 19:30

    Die Bapo gehört doch zu 49% der Securitas?
    Das ist doch ein erheblicher unterschied zur Stapo und Kapo

  6. Andreas Hobi | schweizweit.net am 18.01.2008 um 15:42

    Zwei verschiedene “Firmen”, die gleiche Ausbildung.

  7. RAFF am 18.01.2008 um 16:02

    Ne ne, die Bahnpolizei ist eine Firma, die Stapo und Kapo gehören dem Staat. Das ist ein gewaltiger Unterschied!

  8. Andreas Hobi | schweizweit.net am 18.01.2008 um 16:34

    Deshalb habe ich “Firmen” ja auch in Anführungszeichen geschrieben. :)

    Wie gesagt: Egal ob man es nun Firma, Unternehmen, Staat nennt: Die Ausbildung war die gleiche, ist die gleiche und wird hoffentlich auch in Zukunft die gleiche sein.

    Diese Leute haben die gleiche Ausbildung; sind es nun “schlechtere” Leute, nur weil sie in der Privatwirtschaft arbeiten?

    Ich behaupte: Nein, sind sie nicht. Sie erledigen ihre Arbeit genau so verantwortungsvoll wie ihre staatlichen Kollegen auch. Und sie machen auf mich den motivierteren Eindruck als die vom Staat.

  9. RAFF am 19.01.2008 um 19:37

    Sie dienen aber einem privaten Unternehmen. Die richtige Polizei aber dem Staat und anchdessen Gesetzen.
    Die Gefahr, nicht nach Gesetz zu handeln, sondern einfach nur im Sinne des Arbeitgebers und je nach dem dann auch gegen das Gesetz zu verstossen, ist da viel grösser als bei der Staatlichen Polizei.

  10. Adrian am 19.01.2008 um 20:16

    @RAFF: Was du sagst müsste so sein, aber die Probleme in der Vergangenheit zeigen da ein anderes Bild. Und gerade eine Instution wie eine BAPO kann es sich schlichtwegs nicht leisten ihren Ruf mit gesetzwiedrigen Vorkommnissen zu verderben. Hier braucht es schon auch noch eine Unterscheidung zu irgendwelchen Wildwest Bürgerwehren oder Sicherheitsdiensten die sonst aufgeboten werden. Und der Staat hätte grundsätzlich es selber in der Hand eine Bundespolizei für die Infrastruktur auf die Beine zu stellen, bzw dies auch gesetzlich zu reglementieren.

  11. topali am 15.02.2008 um 19:13

    @ all. „Der Krieg des Buttauer gegen die Bahnpolizei der SBB“, wie der Titel dieses Artikels verrät ist in sich ein grosses Missverständnis.
    Der “Pseudokrieg” richtet sich einzig und allein gegen die Firma Securitrans und nicht gegen die Bahnpolizei oder dessen Personal.
    Mit Recht wehrt sich der Polizeibeamtenverband “VSPB” seit Jahren gegen eine Privatisierung von Polizeiaufgaben.
    Die Bahnpolizisten, welche für die Securitrans in Auftrag der SBB die Funktion der Bahnpolizei ausführen, sind alle in einer ordentlichen schweizerisch anerkannten Polizeischule ausgebildet und geprüft worden und somit absolut gleichwertig mit den Kantonalen Korps.
    Am vergangenen Montag ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung von der SBB unternommen worden.
    Die SBB übernimmt wieder die volle Verantwortung für die Bahnpolizei von der Securitrans.
    Der Versuch die Bahnpolizei unter der privaten Firma Securitrans AG auszuführen ist kläglich gescheitert.
    Mit Spannung blicke ich der weiteren Entwicklung seitens Parlament (10 + 11.03.2008) und jener der SBB entgegen.
    Es wird zu diskutieren sein, ob die Bahnpolizei, so wie bereits in Deutschland (Bundesgrenzschutz), bei uns zusammen mit dem Grenzwachtkorps die Bahnsicherheit übernehmen wird.

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