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	<title>schweizweit.net &#187; Kondukteur</title>
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	<description>Alles rund um die SBB und den Schweizer ÖV</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 08:11:12 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
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			<item>
		<title>Bussen bei der SBB: Wie es zu unterschiedlichen Handhabungen kommt</title>
		<link>http://schweizweit.net/2012/01/24/sbb-bussen-und-kulanz-beim-kondukteur/</link>
		<comments>http://schweizweit.net/2012/01/24/sbb-bussen-und-kulanz-beim-kondukteur/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 08:11:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Weshalb Kondukteure nicht alle Fahrgäste gleich behandeln können und was die Alternative zum jetzigen System wäre.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://schweizweit.net/2012/01/24/sbb-bussen-und-kulanz-beim-kondukteur/" title="Permanent link to Bussen bei der SBB: Wie es zu unterschiedlichen Handhabungen kommt"><img class="post_image alignleft remove_bottom_margin" src="http://schweizweit.net/wp-content/uploads/2012/01/sbb-kondukteur-zugbegleiter-190x190.jpg" width="190" height="190" alt="Post image for Bussen bei der SBB: Wie es zu unterschiedlichen Handhabungen kommt" /></a>
</p><p>Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2011 kann man die Fernverkehrszüge der SBB nur noch benutzen, wenn man über ein gültiges Billett verfügt.</p>
<p><strong>Genau so, wie man nicht einfach in ein Kino stürmen und ohne zu bezahlen an der Kasse vorbei rennen kann, um den Anfang des Films nicht zu verpassen, so kann man auch nicht mehr ohne gültiges Billett in einen Zug steigen, um den Zug nicht zu verpassen.</strong></p>
<blockquote class="twitter-tweet tw-align-center" lang="de"><p>Sie herr kondukteur ich hab kein billet, ich bin einfach in diesen zug gestolpert. ..</p>
<p>&mdash; La Lena (@froelein_lena) <a href="https://twitter.com/froelein_lena/status/161495404196790273" data-datetime="2012-01-23T17:07:59+00:00">Januar 23, 2012</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Nicht alle Fahrgäste sind glücklich über diese Lösung.</p>
<p>Diejenigen Reisenden, welche schon bis anhin immer mit Billett reisten, profitieren. Denn nun müssen sie mit dem Billettkauf nicht auch noch die Schwarzfahrer mitfinanzieren.</p>
<p>Weniger glücklich über die Lösung sind jene, welche bisher darauf spekulierten, nicht kontrolliert zu werden und somit gratis durch die Schweiz fahren zu können.</p>
<p>Zwischen diesen beiden Extrempolen, die ich ein wenig überspitzt dargestellt habe, gibt es noch eine dritte Sorte an Fahrgästen.</p>
<p>Auch diese haben beim Einsteigen kein gültiges Billett, dafür aber mal mehr, mal weniger gute Gründe für diesen Umstand.</p>
<p>Und genau für diese Sorte Fahrgäste wurde dem Zugpersonal die Möglichkeit gegeben, in bestimmten, nachvollziehbaren Fällen Kulanz walten zu lassen.</p>
<div class='ta-box ta-note'>
					<div class='ta-box-content'>Kulanz bezeichnet allgemein ein Entgegenkommen zwischen Vertragspartnern. Sie stellt eine Massnahme der Kundenbindung dar. Auch ohne eine Verpflichtung sieht es der Kulanz-Geber als sinnvoll an, seinen Kunden in einem Problemfall zufriedenzustellen, um ihn als Kunden zu behalten und künftig weitere Geschäfte mit ihm tätigen zu können.</div></div>
<p>Grundsätzlich ist dies eine super Sache! Denn ich hätte es schon ein wenig brutal gefunden, hätten wir Zugbegleiter einfach jeden, der ohne Billett einsteigt, gleich mit 90 Franken bestrafen müssen.</p>
<p>Nun gibt es aber 1&#8217;001 (wenn nicht mehr) Gründe, weshalb man ohne Billett reist. Unmöglich für die SBB, bei dieser Komplexität für jeden vorstellbaren Fall ihren Zugbegleiterinnen und Zugbegleitern vorzuschreiben, welchen Fahrgast sie wie büssen und welche Reisende sie ohne Zuschlag fahren lassen sollen.</p>
<p>Deshalb gibt es einfach ein paar grundsätzliche Regeln und Beispiele von Situationen, die auftreten können, und wie wir diese Situationen beurteilen sollten. In einem obligatorischen Kurs im 2011 haben wir diese Beispiele behandelt.</p>
<p>So weit, so gut.</p>
<p>Wer nun in den letzten Wochen die Tagespresse ein wenig verfolgte, hat die Schlagzeilen vielleicht gesehen:</p>
<ul>
<li>Wer kein Billett hat, zahlt &#8211; vielleicht!</li>
<li>Lotterie bei der SBB</li>
<li>Test: Wie kulant ist die SBB?</li>
<li>und so weiter…</li>
</ul>
<p>Bemängelt wird von einigen Medien, dass wir in manchen Fällen Kulanz gewähren, in anderen nicht. Und dass man im Voraus nie sicher weiss, ob im eigenen Fall nun ein Entgegenkommen stattfinden wird oder nicht.</p>
<p><strong>Doch genau das ist es, was die SBB von uns erwartet.</strong> Sie will, dass wir im Grundsatz die Billettpflicht umsetzen und jene Leute aufschreiben, welche kein gültiges Billett haben. Es liegt in unserem Ermessen, in einem Einzelfall auf diese 90 Franken / 70 Franken zu verzichten und eine andere Lösung zu suchen.</p>
<p>Täglich nach unserer Tour werden dann die Daten von <a href="http://schweizweit.net/2011/01/25/kondukteure-rote-taschen-zugpersonalgerat-zpg-sbb/#utm_source=schweizweit&amp;utm_medium=blog&amp;utm_campaign=bbb" target="_blank">unseren roten Zugpersonalgeräten (ZPG)</a> an die Zentrale übermittelt. Auf diese Daten haben unter anderem auch unsere Vorgesetzten Zugriff, und die sehen dann genau, wer wann und wie oft einen Fahrgast ohne Zuschlag fahren liess und ihm ein &#8220;normales&#8221; Billett ausstellte. Eine Kontrolle unserer Arbeit findet auf diesem Weg durchaus statt und wir können nicht einfach in jedem Fall auf den Zuschlag verzichten oder gar nie kulant sein.</p>
<p>Doch bei rund 2&#8217;000 Zugbegleiterinnen und Zugbegleitern der SBB wäre es illusorisch zu glauben, jeder Mitarbeiter würde in einem bestimmten Fall genau gleich vorgehen. Der eine entscheidet sich nach reiflichem Überlegen <strong>für</strong> den Zuschlag, der andere <strong>dagegen</strong>. Das lässt sich nicht verhindern. <em>(Falls jemand von euch anderer Meinung ist und meint, das liesse sich definitiv verhindern, bin ich dankbar für jeden Vorschlag unten in den Kommentaren!)</em></p>
<p>Wie schon erwähnt, gibt es SBB-Kunden, die mit diesem System nicht einverstanden sind. Zu ihnen gehört auch @vinschger. Er findet dies nicht nachvollziehbar und sieht viel Konfliktpotenzial:</p>
<blockquote class="twitter-tweet tw-align-center" lang="de" data-in-reply-to="158532239527919617"><p>@<a href="https://twitter.com/vinschger">vinschger</a> Da es tausende verschiedene Situationen gibt, die auftreten können, wäre die einzige Alternative: Strikt nach Tarif.</p>
<p>— Andreas Hobi (@andreashobi) <a href="https://twitter.com/andreashobi/status/158533705059672064" data-datetime="2012-01-15T12:59:15+00:00">Januar 15, 2012</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote class="twitter-tweet tw-align-center" lang="de" data-in-reply-to="158534031816933376"><p>@<a href="https://twitter.com/vinschger">vinschger</a> Ich sag&#8217;s mal so: Es würde uns definitiv die Arbeit erleichtern. ;-) Aber die Kunden (und vor allem Medien) hätten keine Freude.</p>
<p>— Andreas Hobi (@andreashobi) <a href="https://twitter.com/andreashobi/status/158534655119867905" data-datetime="2012-01-15T13:03:01+00:00">Januar 15, 2012</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tatsächlich wäre es für uns am einfachsten, es gäbe nur <span style="color: green;">grün</span> oder <span style="color: red;">rot</span>, <span style="color: green;">Billett vorhanden</span> oder <span style="color: red;">Billett nicht vorhanden</span>.</p>
<p>In Anbetracht dessen aber, dass es durchaus nachvollziehbare Fälle gibt, weshalb jemand im Zug kein Billett hat, und in welchen ich dann auch gerne Kulanz gewähre, wäre das keine praktikable Lösung.</p>
<h2>Ein Beispiel&#8230;</h2>
<p>Mal angenommen, @vinschger hätte ein GA und fährt damit jeden Tag von seinem Wohnort in Bern an seinen Arbeitsplatz in Zürich und zurück. Tag für Tag.</p>
<p>Auch heute wieder, und irgendwann auf der Fahrt kommt Zugbegleiter Hobi und kontrolliert ihn.</p>
<p>Hobi stellt fest, dass das GA gestern abgelaufen ist. Darauf hat @vinschger nicht geachtet.</p>
<p>Statt ihm nun eine Busse in der Höhe von CHF 90.- auszustellen, gibt Hobi ihm eine zweite Chance. @vinschger hat die Möglichkeit, sein GA an einem Bahnschalter nahtlos zu verlängern und kommt dann mit einer Bearbeitungsgebühr von nur fünf Franken davon.</p>
<p>So sind dann alle glücklich. Die SBB, weil sie einen Kunden behält, Hobi weil er nicht den bösen Mann spielen muss und @vinschger weil er eine Menge Geld spart.</p>
<div class='ta-box ta-info'>
					<div class='ta-box-content'>Für alle GA-Vergesser da draussen: Bis zu 10 Tage nach Ablauf des Abos ist oben beschriebenes Vorgehen möglich! Danach kostet es die erwähnten 90 Franken.</div></div>
<h2>Ein anderes Beispiel, welches sich letzte Woche so zugetragen hat&#8230;</h2>
<p>Ein Fahrgast sitzt im stark besetzten Pendlerzug zur Hauptverkehrszeit, als er von Zugbegleiter Hobi kontrolliert wird. Er weist eine Mehrfahrtenkarte für eine sehr kurze Strecke vor, welche zum zweiten Mal durch einen Handeintrag (kurz vor der Kontrolle?) selber entwertet wurde. Ähnlich dem Fall, welchen ich schon im Mai 2008 auf schweizweit.net beschrieb: <a href="http://schweizweit.net/2008/05/02/schwarzfahrer-vom-kondukteur-schikaniert/#utm_source=schweizweit&amp;utm_medium=blog&amp;utm_campaign=bbb" target="_blank">Handeintrag auf Mehrfahrtenkarte führt zu Busse</a></p>
<p>Noch bevor ich gross zu Wort komme, sagt er, ich solle jetzt auf keinen Fall ein Theater machen deswegen. Offenbar weiss er, dass eine von Hand entwertete Mehrfahrtenkarte nicht gültig ist.</p>
<p>Auf der Rückseite der Karte steht dann auch sinngemäss geschrieben: Eine Handentwertung ist nur erlaubt, wenn kein Entwerter vorhanden ist. Im Hauptbahnhof aber gibt es definitiv einen Entwerter. Sogar mehrere. Mindestens 40, würde ich mal sagen. Und entwertet ist eine Mehrfahrtenkarte schnell.</p>
<p>Der Kunde zeigt sich uneinsichtig und ziemlich frech.</p>
<p>Ich erwähne, dass auf der Rückseite der Karte die geltenden Bestimmungen klar und deutlich beschrieben seien. Er meint nur: &#8220;Quatsch, das hätte ich gesehen!&#8221; Nun bitte ich ihn, doch die Karte mal zu wenden und zu lesen, was dort stehe, woraufhin er erwidert: &#8220;Behandeln Sie mich nicht wie einen Schulbuben!&#8221;</p>
<p>Später meint er: &#8220;Ich werde einen scharfen Verriss über Sie schreiben!&#8221; Ob er nun Journalist ist oder Leserbriefschreiber, sei dahingestellt. Meistens aber gilt für Fahrgäste dieser Sorte: <em>Barking dogs seldom bite.</em></p>
<p>Und er erwähnt noch, dass ich mein blaues Wunder erleben werde. Aber das überlasse ich dann doch lieber dem Churer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Blaue_Wunder" target="_blank">Ernst Bromeis-Camichel</a>.</p>
<p>Die Sache endete damit, dass er demnächst eine Rechnung in der Höhe von neunzig und ein paar zerquetschten Franken erhält, und ich &#8211; punktgenau vor meinem Personalqualifikationsgespräch in dieser Woche &#8211; eine Beschwerde beim Kundendienst erhalten werde. Das Timing dieses Schwarzfahrers kommt mir sehr ungelegen. Aus strategischen Gründen hätte ich ihn wohl besser gratis fahren lassen, aber damit hätte ich meinen Job nicht gemacht. <strong>Ein schönes Dilemma.</strong></p>
<h2>Schlussendlich gilt…</h2>
<p>Wer stets versucht, vor Abfahrt des Zuges ein Billett zu kaufen, rechtzeitig zum Bahnhof kommt (beim Kino kommt man ja auch nicht erst 5 Minuten vor Filmbeginn), seinen iPhone-Akku genügend aufgeladen oder das A4-Online-Ticket eingepackt hat, der hat im Zug auch kaum etwas zu befürchten.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Klassenwechsel im Zug: Auch weiterhin möglich</title>
		<link>http://schweizweit.net/2011/12/15/klassenwechsel-im-zug-beim-kondukteur-loesen/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 08:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen Klassenwechsel kann man auch weiterhin im Zug lösen. Hier findest du alles Infos inklusive einiger Preisbeispiele.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://schweizweit.net/2011/12/15/klassenwechsel-im-zug-beim-kondukteur-loesen/" title="Permanent link to Klassenwechsel im Zug: Auch weiterhin möglich"><img class="post_image alignleft remove_bottom_margin" src="http://schweizweit.net/wp-content/uploads/2011/12/Klassenwechsel.jpg" width="374" height="500" alt="Post image for Klassenwechsel im Zug: Auch weiterhin möglich" /></a>
</p><p>Seit Sonntag haben wir nun die Billettpflicht im Fernverkehr der SBB. Bisher ist es &#8211; zumindest aus meiner Sicht &#8211; ganz gut gelaufen. Zwar verging kein Tag, ohne dass ich nicht jemanden habe aufschreiben müssen, doch glücklicherweise waren dies alles &#8220;klare&#8221; Fälle, wo es dann auch zu keiner grossen Diskussion kam. (Ehrlich gesagt hätte ich viel mehr Probleme erwartet.) Wenn es so weiterläuft, ist das natürlich super!</p>
<p>Scheinbar aber wurde im Vorfeld zu wenig deutlich kommuniziert, was die Fahrgäste unter der Billettpflicht zu verstehen haben. Bereits am Sonntag wurde ich drei mal gefragt, ob man denn <strong>weiterhin einen Klassenwechsel im Zug lösen</strong> könne. Die gleiche Frage tauchte am Montag noch einmal auf, am Dienstag mag ich mich an zwei Fälle erinnern und gestern hatte ich einen Stammgast im Zug, der zwar ein 2. Klasse-GA hat, aber regelmässig bei mir einen Klassenwechsel löste. Er sass in der zweiten Klasse, weil er dachte, den Klassenwechsel könne man inzwischen nicht mehr im Zug lösen.</p>
<p><strong>Doch, kann man!</strong></p>
<p>Neu ist der Mindestpreis bei CHF 10.- festgesetzt, ansonsten kostet ein Klassenwechsel beim Kondukteur genau gleich viel wie am Bahnschalter oder Billettautomat.</p>
<p>Und selbstverständlich kann man einen Klassenwechsel auch über das iPhone oder Android-Handy lösen, sowie online auf sbb.ch.</p>
<p>Ich befürchte, dass einige Reisende in den letzten Tagen darauf verzichteten, spontan im Zug einen Klassenwechsel zu lösen, weil sie dachten, das ginge nicht mehr. Dass der SBB dadurch der eine oder andere Franken an Umsatz verloren ging, ist schade.</p>
<p>Deshalb schrieb ich heute diesen Artikel, um nochmals daran zu erinnern, dass dies sehr wohl auch weiterhin möglich ist.</p>
<h2>Preisbeispiele</h2>
<p>Wenn Fahrgäste spontan im Zug einen Klassenwechsel lösten, stellte ich immer wieder fest, dass einige von ihnen über den Preis erstaunt waren; sie hätten einen deutlich höheren Preis erwartet und dachten nicht, dass ein Klassenwechsel so günstig sein kann.</p>
<p>Vermutlich gäbe es noch mehr Reisende, die einen Klassenwechsel lösen würden, wenn sie denn wüssten, was dieser kostet.</p>
<p>Damit ihr ungefähr eine Ahnung habt, was so ein Klassenwechsel kostet, hier ein paar <strong>Preisbeispiele für Halbtax- und GA-Kunden</strong>:</p>
<ul>
<li>Zürich &#8211; Winterthur &#8211;&gt; CHF 3.80*</li>
<li>Zürich &#8211; Luzern &#8211;&gt; CHF 8.50*</li>
<li>Zürich &#8211; St. Gallen &#8211;&gt; CHF 10.00</li>
<li>Zürich &#8211; Romanshorn &#8211;&gt; CHF 10.00</li>
<li>Zürich &#8211; Konstanz (D) &#8211;&gt; CHF 10.50</li>
<li>Zürich &#8211; Basel &#8211;&gt; CHF 11.00</li>
<li>Zürich &#8211; Chur &#8211;&gt; CHF 13.50</li>
<li>Bern &#8211; Basel &#8211;&gt; CHF 13.50</li>
<li>Zürich &#8211; Bern &#8211;&gt; CHF 16.50</li>
<li>Bern &#8211; Genf &#8211;&gt; CHF 16.50</li>
<li>Zürich &#8211; Lugano &#8211;&gt; CHF 21.50</li>
</ul>
<p><em>* = Im Zug gelöst: CHF 10.00</em></p>
<h2>Update 9:58 Uhr</h2>
<p>Um Missverständnissen vorzubeugen: Die oben genannte Regelung mit der Möglichkeit, im Zug einen Klassenwechsel zu lösen, gilt selbstverständlich ausschliesslich für die begleiteten Züge des Fernverkehrs. In Regionalzügen ist es nicht möglich, beim Zugpersonal einen solchen Klassenwechsel zu lösen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Was? D&#8217;Füürwehr isch do?</title>
		<link>http://schweizweit.net/2011/10/18/feuerwehr-sbb/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 05:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Dame erfährt im Zug, dass bei ihr zu Hause die Feuerwehr anrückt...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://schweizweit.net/2011/10/18/feuerwehr-sbb/" title="Permanent link to Was? D&#8217;Füürwehr isch do?"><img class="post_image alignleft remove_bottom_margin" src="http://schweizweit.net/wp-content/uploads/2011/12/Feuerwehr1.jpg" width="500" height="333" alt="Post image for Was? D&#8217;Füürwehr isch do?" /></a>
</p><p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) Kecko (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></p>
<p>Wer regelmässig die <a href="http://www.blickamabend.ch">Blick am Abend</a>-Kolumnen von <a href="http://twitter.com/katjawalder">Katja Walder</a> liest, der weiss: In den Zügen hört man so Allerlei. Manchmal muss man sich fast fremdschämen für das, was andere Leute telefonierend der Weltöffentlichkeit preisgeben, manchmal ist es einfach nur amüsant und ab und zu stimmt es nachdenklich.</p>
<p>Nachdenklich gemacht hat mich auch ein Gespräch, welches ich kürzlich bei meiner Arbeit mitbekam.</p>
<h2>Die Situation</h2>
<p>In einem der Wagen, die ich kontrollierte, sassen zwei Frauen. Die eine &#8211; offensichtlich eine Schweizerin &#8211; so ungefähr 50 Jahre alt. Ihre Begleiterin &#8211; dem Anschein nach aus dem asiatischen Raum und hier zu Besuch &#8211; war so um die 35 Jahre alt.</p>
<p>Die Schweizerin telefonierte, als ich Abteil für Abteil kontrollierte und mich näherte. Je näher ich kam, desto mehr bekam ich davon mit.</p>
<h2>Das Gespräch</h2>
<p><em>(…)</em><br />
<em> Was?</em><br />
<em> (…)</em><br />
<em> Was, d&#8217;Füürwehr isch do?!?</em><br />
<em> (…)</em><br />
<em> Ja wo…</em><br />
<em> (…)</em><br />
<em> Wo denn?</em><br />
<em> (…)</em><br />
<em> Bi üs?</em><br />
<em> (…)</em><br />
<em> Ja…</em><br />
<em> (&#8230;)</em><br />
<em> Wart rasch, dä Kondukteur isch grad do.</em></p>
<p>Sie zeigt mir ihr Billett und als ich weitergehe bekomme ich gerade noch mit, dass sich die Schweizerin &#8211; bevor sie das Gespräch am Telefon wieder aufnimmt &#8211; der Asiatin zuwendet: <em>&#8220;Ähm… We… We can&#8217;t go home…&#8221;</em></p>
<p>Wie die Sache weiterlief, bekam ich nicht mehr mit.</p>
<p>Ich frage mich, was da wohl lief… Keller voll Wasser? Kerze brennen lassen? Wespennest im Estrich? Keine Ahnung&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ich bin eine Schlampe?</title>
		<link>http://schweizweit.net/2011/09/27/ich-bin-eine-schlampe/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 05:11:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine schlagfertige Kondukteurin gibt einem frechen Jugendlichen retour. ;-)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://schweizweit.net/2011/09/27/ich-bin-eine-schlampe/" title="Permanent link to Ich bin eine Schlampe?"><img class="post_image alignleft remove_bottom_margin" src="http://schweizweit.net/wp-content/uploads/2011/12/Letzte1.jpg" width="500" height="316" alt="Post image for Ich bin eine Schlampe?" /></a>
</p><p>Es ist kein Geheimnis, dass man in meinem Job durchaus auch mal angepöpelt wird. Nun ja, nicht jeder hat Freude daran, wenn er von uns daran gehindert wird, gratis und franko von A nach B zu fahren. Besonders ärgerlich, wenn man kurz vor dem Ziel doch noch in eine Kontrolle gerät.</p>
<p>Kommt dann ein Zugbegleiter und möchte gerne das Billett sehen, gilt es natürlich, ihn so zu provozieren, dass es ihm zu blöd wird und er das Weite sucht, weil er sich nicht auf eine Diskussion einlassen will. Dumm nur, dass die wenigsten Kondukteure einen einfach mal so gratis fahren lassen und auf dem (Nach-)Bezahlen eines Billettes bestehen.</p>
<p>Kürzlich war ich privat mit Freunden in der 2. Klasse unterwegs, als genau dies geschah. Eine meiner Arbeitskolleginnen betrat den Wagon und kontrollierte die Reisenden. Zwei Abteile von uns entfernt gelangte sie an einen Jugendlichen, der sich ziemlich daneben benahm: Schuhe auf dem Polster, einen Riesenkrach mit seinen mitreisenden Freunden und kein Billett.</p>
<p>Anstatt nun aber einfach ein Billett zu bezahlen, die Füsse vom Polster zu nehmen und sich gesittet zu verhalten, entschloss er sich, ein bisschen zu provozieren.</p>
<p>Da seine Sprüche grösstenteils extrem primitiv waren, will ich auf ein genaueres Zitieren verzichten und nehme einfach die Hauptaussage seines Redeschwalls:</p>
<p><strong>Er war der Ansicht, meine Arbeitskollegin sei eine Schlampe.</strong></p>
<p>Sie hätte nun mehr als Grund genug gehabt, sich über solche Äusserungen aufzuregen. Stattdessen blieb sie ganz ruhig und antwortete in einer Selbstverständlichkeit, wie ich sie selten bei Arbeitskollegen sah:</p>
<p><em><strong>&#8220;Ich bin eine Schlampe? Das glaube ich kaum. Schauen Sie, wenn ich eine Schlampe wäre, dann könnte ich meine Kunden selber aussuchen. Und ich müsste nicht mit solchen Halbaffen wie Ihnen vorlieb nehmen.&#8221;</strong></em></p>
<p>Es ist immer gut, wenn man in solchen Situationen schlagfertig reagieren kann&#8230; ;-)</p>
<p>PS: Der nette Herr konnte dann doch noch zum Bezahlen überredet werden. Auch wenn er &#8220;die ganze SBB sowieso für überteuert&#8221; hielt und diesen &#8220;Beamtenclub ungern unterstütze&#8221;.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>iPhone-Ticket: Bitte hell machen!</title>
		<link>http://schweizweit.net/2011/08/23/iphone-ticket-kontrolle-helligkeit/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 05:11:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://schweizweit.net/?p=8202</guid>
		<description><![CDATA["Warum am Schalter anstehen, wenn man sein Billett auch über das iPhone kaufen kann?" Das sagen sich immer mehr Reisende und lösen ihr Ticket über das iPhone. Oder über ein Android-Smartphone.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://schweizweit.net/2011/08/23/iphone-ticket-kontrolle-helligkeit/" title="Permanent link to iPhone-Ticket: Bitte hell machen!"><img class="post_image alignleft remove_bottom_margin" src="http://schweizweit.net/wp-content/uploads/2011/12/iphone.jpg" width="300" height="241" alt="Post image for iPhone-Ticket: Bitte hell machen!" /></a>
</p><p><em>&#8220;Warum am Schalter anstehen, wenn man sein <a href="http://www.sbb.ch/fahrplan/mobile-fahrplaene/mobile-apps.html">Billett auch über das iPhone kaufen</a> kann?&#8221;</em> Das sagen sich immer mehr Reisende und lösen ihr Ticket über das iPhone. Oder über ein Android-Smartphone. Und ein paar ganz Verrückte haben ein Handy, das mit WP7 läuft. Vorgewiesen wurde mir eines dieser exotischen Redmond-Geräte aber noch nie. Die fristen wohl ein Schattendasein.</p>
<p>Wer mich kennt oder schweizweit.net schon lange verfolgt, weiss, dass ich ein begeisterter Nutzer von Apple-Produkten bin; inklusive dem iPhone. Geschäftlich nutze ich gezwungenermassen ein Samsung Galaxy, welches auf Android läuft. Für meine Arbeit eine zweifellos super Sache; privat könnte ich mit dem Ding aber gar nichts anfangen. Passt mir einfach nicht. Aber um das soll es in diesem Artikel nicht gehen. Denn hierüber könnte man stundenlang diskutieren.</p>
<p>Tatsächlich aber ist beim iPhone nicht wirklich alles besser als bei Android-Handys. Es ist der Bildschirm, der mir als Kondukteur Sorge bereitet. Beziehungsweise das Glas über dem Bildschirm.</p>
<p>So einfach es ist, über das iPhone ein Ticket zu lösen, so schwierig kann es für einen Kondukteur sein, das Ding dann einzuscannen. Schwierig wird es nämlich dann, wenn der Bildschirm nicht wirklich hell ist.</p>
<p>Wie bei allen Smartphones kann man auch beim iPhone die Helligkeit des Bildschirms einstellen. Mein iPhone zum Beispiel ist eigentlich immer auf fast der maximalen Helligkeit eingestellt. Frisst zwar mehr Strom, aber dafür lesen sich die Texte leichter.</p>
<p>Es gibt aber auch iPhone-Besitzer, die ihr Gerät akkuschonend verwenden und nur eine geringe Helligkeit einstellen. Das Problem dabei: Sobald die Sonne scheint, fällt es mir als Zugbegleiter schwer, diese Tickets dann einzuscannen. Es will und will oft einfach nicht funktionieren.</p>
<p>Dann muss ich die Fahrgäste jeweils bitten, doch rasch die Helligkeit des Bildschirms zu erhöhen. Freude haben sie dann nicht immer. Selten gibt es auch einen Spruch im Sinne von <em>&#8220;Das ist Ihr Problem, wenn Sie es nicht einscannen können.&#8221;</em> oder <em>&#8220;Dann muss die SBB halt bessere Scanner bauen.&#8221;</em></p>
<p>Dabei liegt es gar nicht am Scanner; der ist tiptop in Ordnung. Es ist das Glas, welches Probleme bereitet. Denn was beim iPhone mal mehr, mal weniger funktioniert, bereitet mir bei Android-Geräten selten Sorgen. Dort klappt das Scannen immer. Ganz egal, wie hell der Bildschirm eingestellt ist.</p>
<p><strong>Nicht alles ist also besser beim iPhone. ;-)</strong></p>
<p><em>PS: Wer sich &#8211; wie Dworni &#8211; fragt, weshalb die Kondukteure immer so lange mit dem Starten des Scan-Vorgangs brauchen, findet hier die Antwort:</em></p>
<p>[blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/dworni/status/105669078865297408"]</p>
<p>[blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/andreashobi/status/105682109334691840"]</p>
<p>[blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/andreashobi/status/105690046983716867"]</p>
<p>[blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/schwarzd/status/105694270110957568"]</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Zugpersonalgerät der Kondukteure</title>
		<link>http://schweizweit.net/2011/01/25/kondukteure-rote-taschen-zugpersonalgerat-zpg-sbb/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 06:11:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Was steckt eigentlich in der roten Tasche, die jeder Zugbegleiter auf sich trägt? Und welche Funktionen hat dieses Gerät?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://schweizweit.net/2011/01/25/kondukteure-rote-taschen-zugpersonalgerat-zpg-sbb/" title="Permanent link to Das Zugpersonalgerät der Kondukteure"><img class="post_image alignleft remove_bottom_margin" src="http://schweizweit.net/wp-content/uploads/2011/12/zpg.jpg" width="320" height="290" alt="Post image for Das Zugpersonalgerät der Kondukteure" /></a>
</p><p><strong>Im Jahr 2007 gab Paul Blumenthal, damals noch Leiter Personenverkehr der SBB, eine Umfrage bei der Bevölkerung in Auftrag. Diese brachte Interessantes zu Tage! Auf die Frage, was denn ihnen zum Begriff &#8220;SBB&#8221; als Erstes in den Sinn komme, antworteten die meisten Befragten mit &#8220;das Personal mit den roten Taschen&#8221;.</strong></p>
<p>In diesen roten Taschen des Zugpersonals steckt ein kleines Wunderding, dass bei mir in letzter Zeit sogar recht passabel funktioniert. Es soll aber bei anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch Geräte geben, die nicht immer so wirklich einwandfrei sind. Deshalb gebe ich mir Mühe, das Ding hier weder zu sehr in den Himmel zu loben, noch es von A bis Z schlecht zu reden. Es ist halt, wie es ist und die Hoffnung bleibt, dass mit einem neuen Modell alles besser wird. ;-)</p>
<p>Fast eine Million Menschen sind in der Schweiz täglich mit dem Zug unterwegs. Mitte 2003 benötigte die SBB für die immer anspruchsvolleren Aufgaben der Zugbegleiter ein neues, modernes und vernetztes Gerät. Die SBB wollte eine mobile Lösung für erweiterte Anforderungen und zum Echtzeit-Datenaustausch mit ihren Serversystemen. Die Abläufe sollten optimiert und Papierformulare eingespart werden; die Stammdaten sollen zentral verwaltet und neue Vertriebskanäle unterstützt werden.</p>
<p>Zwei Jahre später, im Sommer 2005, war es soweit. Das ZPG II wurde fertig entwickelt. Die mehr oder weniger gut funktionierende Software kommt von der Firma <a href="http://www.ergon.ch/">Ergon</a>, die robuste Hardware kommt von <a href="http://www.hoeft-wessel.com/de/home.htm">Höft&amp;Wessel</a>. Mit diesen Geräten verkauft das Zugpersonal nun Billette fast wie am Schalter und kontrolliert die immer beliebter werdenden elektronischen Tickets in Minutenbruchteilen.</p>
<p>Die meisten Fahrgäste wissen oder haben schon einmal mitbekommen, dass wir mit diesem Zugpersonalgerät &#8211; auch ZPG genannt &#8211; zum Beispiel Fahrplanauskünfte geben und Billette drucken können. Wer schon einmal ohne gültigen Fahrausweis in der S-Bahn erwischt wurde, der weiss, dass wir auf dem ZPG auch die Personalien erfassen können. Und die Vergesslichen unter den Fahrgästen sind froh über die Möglichkeit, ihr Abo über das ZPG überprüfen lassen zu können.</p>
<p>Doch es gibt noch einige Funktionen mehr! Im ZPG II wurden rund 20 verschiedene Systeme und Datenbanken zusammengeführt. Hier eine Auswahl:</p>
<p><strong>Verkauf, Kontrolle, Gutscheine</strong><br />
Der Verkauf von Billetten funktioniert hier auch mit Kreditkarten. <a href="http://schweizweit.net/2009/03/26/1000-schwarzfahrer-taglich-so-werden-sie-erwischt/?utm_source=schweizweit&amp;utm_medium=blog&amp;utm_campaign=bbb" target="_blank">Reisende ohne gültigen Fahrausweis</a> können direkt über das ZPG erfasst werden und Gutscheine werden direkt über das Gerät ausgedruckt. Und das alles je nach Kunde in deutsch, französisch oder italienisch. Die finanziellen Daten der Verkäufe gelangen direkt ins Abrechnungssystem und können jederzeit eingesehen werden.</p>
<p><strong>Fahrplanauskünfte in Sekundenbruchteilen</strong><br />
Mit dem Hafas-Fahrplan können wir unzählige Verbindungen im In- und Ausland suchen. Auch Busse, Schiffe und andere Verkehrsmittel sind inzwischen enthalten. Fast so praktisch wie der <a href="http://schweizweit.net/2011/01/04/sbb-fahrplan-ubersichtliche-darstellung-auf-fahrplan-search-ch/?utm_source=schweizweit&amp;utm_medium=blog&amp;utm_campaign=bbb" target="_blank">Fahrplan, über den ich vor einigen Tagen geschrieben habe</a>.</p>
<p><strong>Echtzeitfahrplan (&#8220;Miku&#8221;) über GSM-R</strong><br />
Es braucht zwar jeweils eine gewisse Aufstartzeit, doch wenn der Internet Explorer dann mal läuft, können wir über &#8220;das Miku&#8221; die Echtzeitanschlüsse der grossen Bahnhöfe durchgeben, sehen Gleisänderungen, Zugausfälle und Informationen zur allgemeinen Betriebslage auf dem Netz.</p>
<p><strong>Überprüfung von Online Tickets (Papier) und Mobile Tickets </strong>(Handy, Smartphone)<br />
Das ZPG ist mit verschiedenen Scannern ausgestattet, die das Prüffeld der Tickets abtasten. In diesen Prüffeldern ist ein Zertifikat (Name, Geburtsdatum, Ticketdaten) verborgen, welches das ZPG erkennen kann, sodass die vom Fahrgast ausgedruckten Fahrkarten nicht manipuliert werden können.</p>
<p><strong>Optionaler RFID-Leser zur Kontrolle von Tickets auf kontaktlosen Chipkarten</strong> (z.B. GraubündenCard)<br />
Kunden können in einzelnen Regionen spezielle Smartcards mit <a href="http://schweizweit.net/2010/07/01/fasttrack-siemens-sbb-rfid-chip-handy/?utm_source=schweizweit&amp;utm_medium=blog&amp;utm_campaign=bbb" target="_blank">RFID-Chip</a> kaufen. Diese können dann am Billettautomaten oder Schalter aufgeladen werden.</p>
<p><strong>Erfassen von betrieblichen Daten</strong><br />
Die Zugbegleiter geben die Zusammensetzung der Züge sowie die Auslastung ein. (Mehr dazu im Artikel &#8220;<a href="http://schweizweit.net/2008/11/18/welche-arbeiten-erledigt-der-kondukteur-vor-der-zugabfahrt/?utm_source=schweizweit&amp;utm_medium=blog&amp;utm_campaign=bbb" target="_blank">Welche Arbeiten erledigt der Kondukteur vor der Zugabfahrt?</a>&#8220;) Weil die Geräte der Zugbegleiter Daten untereinander austauschen können, erfassen die Teams die Informationen (z.B. Frequenz) dezentral, übermitteln sie an das Gerät des Zugchefs, von wo die Daten vor dem Feierabend konsolidiert an den Server der SBB weitergeleitet werden, was zur Optimierung der betrieblichen Abläufe führt</p>
<p><strong>Papierloses Nachschlagewerk für sämtliche Zugansagen in vier Sprachen</strong> (d/f/i/e)<br />
Praktisch ist es, dieses Nachschlagewerk. Für fast alle aussergewöhnlichen Situationen finden wir hier die passenden <a href="http://schweizweit.net/2009/06/02/anschlussdurchsagen-in-den-zugen/?utm_source=schweizweit&amp;utm_medium=blog&amp;utm_campaign=bbb" target="_blank">Durchsagen</a> in jeweils vier Sprachen.</p>
<h3>Vorteile gegenüber früher</h3>
<p>Ich mag mich noch daran erinnern, wie es war, als ich im Frühling 2004 zum Zugpersonal kam: Die damaligen Zugpersonalgeräte waren rund 10 Jahre alt, den Fahrplan gab es nur in einer sehr grundsätzlichen Ausführung, Wechselkurse erhielten wir per SMS und waren nicht auf dem Gerät gespeichert und von einer Online-Verbindung konnten wir nur träumen.</p>
<p>Heute ist das glücklicherweise anders. Der Fahrplan ist äusserst umfangreich, Wechselkurse werden automatisch auf dem ZPG aktualisiert und die Online-Verbindung funktioniert tatsächlich; meistens jedenfalls.</p>
<h3>Interessante Details</h3>
<p>Wenn mir ein Fahrgast ein Online Ticket vorweist, scanne ich es und sehe sofort, ob es gültig ist. Was ich erst vor wenigen Tagen erfuhr: Die Sicherheitszertifikate dieser Online und Mobile Tickets werden täglich erneuert und an die ZPG übermittelt! Bis potentielle Betrüger also ein Zertifikat geknackt haben, gibt es schon ein neues. Das war mir lange Zeit nicht bewusst.</p>
<p>Manchmal kommt es vor, dass mich Reisende vor dem Zug ansprechen und befürchten, ihr Online Ticket würde nicht akzeptiert werden; zum Beispiel weil sie es aus Versehen genau beim Prüffeld geknickt haben oder weil das Prüffeld schmutzig wurde. Hier kann ich jeweils Entwarnung geben: Wir können die Gültigkeit des Tickets auch anhand eines 12stelligen Zahlencodes abfragen.</p>
<h3>Das ZPG erhält einen kleinen Bruder</h3>
<p>Noch im Frühling dieses Jahres werden die bisherigen Nokia-Handys des Zugpersonals durch zeitgemässere Samsung Galaxy-Smartphones ersetzt. Ich bin gespannt, welche Funktionen zukünftig über das Smartphone anstatt über das ZPG laufen werden. Denkbar wären zum Beispiel Fahrplanauskünfte, Informationen zu Bahnhöfen, Nachschlagewerk für Durchsagen, etc.</p>
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		</item>
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		<title>“Da fehlt Ihnen wohl noch eine Weiterbildung!”</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/11/23/da-fehlt-ihnen-wohl-noch-eine-weiterbildung/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Nov 2010 10:11:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder, der ohne Billett im Zug sitzt, hat dafür einen Grund. Das ändert jedoch nichts daran, dass er ein Billett nachlösen muss. Ein Fahrgast verstand das nicht so ganz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="post_image_link" href="http://schweizweit.net/2010/11/23/da-fehlt-ihnen-wohl-noch-eine-weiterbildung/" title="Permanent link to “Da fehlt Ihnen wohl noch eine Weiterbildung!”"><img class="post_image alignleft remove_bottom_margin" src="http://schweizweit.net/wp-content/uploads/2011/12/weiterbildung.jpg" width="320" height="212" alt="Post image for “Da fehlt Ihnen wohl noch eine Weiterbildung!”" /></a>
</p><p>Vor einigen Tagen war es, als ich diesem Fahrgast begegnete. Ich stand noch in Zürich HB vor dem Zug, als er mit dem Velo zu mir kam und mich fragte, wo er sein Fahrrad denn am besten einladen solle.</p>
<p>Ich gab ihm zur Antwort, dass wir im Gepäckwagen am meisten Platz hätten. Über den Zug verteilt habe es aber auch noch zwei, drei Abteile mit je um die drei Velohaken. Soweit ich gesehen habe, müssten ein paar dieser Haken noch frei sein.</p>
<p>Er lud sein Velo dann in den Gepäckwagen ein und suchte sich einen Sitzplatz.</p>
<p>Bei der Kontrolle wies er für sich selber einen gültigen Fahrausweis vor. Für das Velo aber hatte er noch kein Billett.</p>
<p>Ich erklärte ihm, dass er auch für das Velo bezahlen müsse und dass für ihn eine Velotageskarte am günstigsten sei. Die koste am Schalter 10 Franken. Im Zug kämen noch zehn Franken Zuschlag hinzu. (Ohne Halbtax / GA kostet es 15 Franken.)</p>
<p>Das gefiel ihm nicht. <strong>&#8220;Ja kann ich denn etwas dafür, wenn Ihre Scheiss-Automaten nicht richtig funktionieren!!!&#8221;</strong></p>
<p>Nicht funktionierende Automaten sind ein Ärgernis. Glücklicherweise kommt es meines Erachtens nur selten vor, dass ein Automat tatsächlich nicht funktioniert. Dieser Fahrgast aber &#8211; so schien es &#8211; war von einem Komplett-Ausfall sämtlicher Automaten im Hauptbahnhof betroffen. Zumindest hätte man das meinen können, so wie er sich verhielt.</p>
<p>&#8220;Was genau hat mit den Automaten nicht funktioniert?&#8221;, wollte ich wissen. &#8220;Der hat einfach nicht funktioniert, weiss doch auch nicht, weshalb!&#8221; Auf meine Frage, wieso er dann nicht an einen anderen Automaten ging, meinte er: &#8220;Ach, da waren überall so lange Schlangen!&#8221;</p>
<p>Als Ausrede für nicht vorhandene Billette höre ich immer wieder den Spruch mit der kilometerlangen Schlange.</p>
<p>Aber zurück zum angeblich defekten Automaten. Diese Dinger gehen tatsächlich manchmal kaputt. Was aber sehr häufig doch noch funktioniert, ist der Bildschirm. Im Falle eines Defekts wird dort eine Fehlermeldung angezeigt. Also fragte ich den Fahrgast: &#8220;Was genau sahen Sie auf dem Bildschirm, als Sie vor dem defekten Automaten standen?&#8221;</p>
<p>Nun, seine Antwort zeigte sehr deutlich, dass er definitiv nicht vor einem der Billettautomaten im HB stand.</p>
<p>Als ich ihn dann noch fragte, ob denn keine Zeit mehr übrig gewesen sei, um an den Billettschalter zu gehen, hatte ich ihn geknackt: &#8220;Na gut, dann zahle ich halt!&#8221;</p>
<p>Während er sein Geld zählte, musste er dann doch noch etwas los werden: &#8220;Ich finde das unfair, dass ich diesen Zuschlag bezahlen muss! Schliesslich bin ich ja nicht grundlos ohne Billett im Zug!&#8221;</p>
<p>Da hat er Recht! Niemand befindet sich grundlos ohne Billett im Zug. Jeder hat einen Grund. Der eine hatte zu wenig Geld dabei, der andere kam zu knapp an den Bahnhof und wieder ein anderer hat zwar angeblich ein Billett gelöst, findet es aber nicht mehr.</p>
<p>Jeder hat also einen Grund. Das ändert aber nichts daran, dass man im Zug nachlösen muss.</p>
<p>Und ausserdem, so meinte der Velofahrer weiter, sei es nicht kundenfreundlich, was ich hier mache.</p>
<p>Klar, jeder fährt lieber gratis. Ich finde es auch nicht kundenfreundlich, dass ich nach jedem Einkauf an der Migros-Kasse meine Ware bezahlen muss. Das ist gar nicht kundenfreundlich! Viel lieber wäre es mir, die Migros würde mir die Dinge einfach schenken…</p>
<p>Gleich danach kam von seiner Seite der Spruch, der mir am besten im Gedächtnis haften blieb:</p>
<p><strong>&#8220;Aber ja, Sie sind ja noch jung und bestimmt noch nicht so lange aus der Ausbildung. Sie können es halt einfach nicht besser. Für einen guten Kundendienst, da fehlt Ihnen wohl noch eine Weiterbildung.&#8221;</strong></p>
<p>Wie schon einmal in diesem Blog erwähnt: Mir kann man verbal so ziemlich alles an den Kopf werfen, das ist mir egal. Ich antwortete auf diese Aussage auch gar nicht, kassierte ein und verabschiedete mich.</p>
<p>Die Fahrt ging dann über ein paar Stationen weiter, bis wir irgendwann in Ziegelbrücke eintrafen. Dort musste der Velofahrer samt Zweirad aussteigen.</p>
<p>Normalerweise helfe ich den Leuten mit dem Ein- und Auslad ihrer Velos und achte deshalb darauf, dass ich vor den entsprechenden Bahnhöfen in der Nähe des Gepäckwagens bin.</p>
<p>Doch dieses Mal befand ich mich ganz bewusst ein bisschen davon entfernt. Ich wollte ihn ja nicht nochmals durch meine Anwesenheit provozieren. Der Herr fuhr dann in meine Richtung und meinte im Vorbeifahren: &#8220;Vom Helfen beim Ausladen des Velos haben Sie wohl auch noch nie etwas gehört!&#8221;</p>
<p>Ich erinnerte mich an seine vorherige Aussage und konnte es dann doch nicht sein lassen:</p>
<p>&#8220;Natürlich hätte ich Ihnen gerne geholfen. Aber wissen Sie, <strong>dazu fehlt mir noch die entsprechende Weiterbildung</strong>.&#8221;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Und der Schuss ging doch nach hinten los!</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/11/11/und-der-schuss-ging-doch-nach-hinten-los/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 10:11:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schön, wenn man schlussendlich doch Recht behält. Sehr schön! Ein tolles Gefühl! Ehrlich! Und jetzt kann auch kein Anwalt mehr kommen und mir irgendwas vorhalten von wegen falscher Behauptung, Blossstellung seines Klienten, Aufruf zur Gewalt et cetera. Neee mein lieber Herr Anwalt, geh du mal schön deinen Klienten trösten, bestimmt hat er sich schon längstens heulend in einer Ecke verkrochen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Es ist schön, wenn man schlussendlich doch Recht behält. Sehr schön! Ein tolles Gefühl! Ehrlich! Und jetzt kann auch kein Anwalt mehr kommen und mir irgendwas vorhalten von wegen falscher Behauptung, Blossstellung seines Klienten, Aufruf zur Gewalt et cetera. Neee mein lieber Herr Anwalt, geh du mal schön deinen Klienten trösten, bestimmt hat er sich schon längstens heulend in einer Ecke verkrochen!</strong></p>
<h3>Um was geht es?</h3>
<p>Es gab da mal so eine Geschichte, die gross in den Medien gebracht wurde. Zum Beispiel im <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/er-zwingt-sbb-in-die-knie-115719">Blick (&#8220;Keine Schwarzfahrer-Busse für falsches Ticket&#8221;)</a> und im <a href="http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/gesetze-recht/artikel/graufahrer_sbb-bussensystem-aus-den-angeln-gehoben/">Beobachter (&#8220;SBB-Bussensystem aus den Angeln gehoben&#8221;)</a>.</p>
<p>Ein S-Bahn-Fahrer war der Meinung, man könne doch ohne weiteres mit einem Zweitklassbillett auch in der 1. Klasse reisen. Völlig überzeugt von dieser Ansicht wehrte er sich dann gegen die Busse der SBB.</p>
<p>Es gab daraufhin ein grosses juristisches Hickhack. Natürlich berichtete auch ich auf schweizweit.net darüber, mit meiner ganz persönlichen Meinung. Die gefiel dem Schwarzfahrer nicht, weshalb er einen Anwalt einschaltete.</p>
<p>Um den lieben Grau-, Schwarz- oder was-auch-immer-Fahrer nicht wieder zu Tränen zu rühren, verzichte ich deshalb auf eine nochmalige Nennung seines Namens. Lustigerweise ist er aber immer noch in Medienartikeln mit vollem Namen, Wohnort und Foto aufgeführt. Zum Beispiel im Blick und im Beobachter. Das soll mal noch einer verstehen&#8230;</p>
<p><em>(Ach ja, übrigens: Für den Inhalt der oben stehenden Links zu Medien-Webseiten des Ringier-Verlages und des Beobachter-Verlages übernehme ich selbstverständlich keine Verantwortung. Bekanntlich enthält schweizweit.net Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte ich keinen Einfluss habe. Deshalb kann ich für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstösse überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei bekannt werden von Rechtsverletzungen werde ich derartige Links umgehend entfernen.)</em></p>
<p>Hab&#8217; ich das nicht gut gemacht, Herr Anwalt? ;-)</p>
<p>Wie gesagt: Ich nenne keine Namen mehr, bei Interesse gibt es genügend Webseiten, auf denen der besagte Herr sich der Öffentlichkeit präsentiert.</p>
<p>Dieser Herr zog also gegen die SBB vor Gericht, weil er der Ansicht war, eine Busse verdient zu haben. Beziehungsweise keine Busse in der Höhe von 80 Franken.</p>
<p>Ich behauptete damals, dass &#8220;der Schuss schlussendlich nach hinten los gehe&#8221;. (Dies erachtete der Herr Anwalt als Aufruf zur Gewalt gegenüber seinem Klienten, kein Witz jetzt!) Als Begründung gab ich an, dass die Bussen fürs Schwarzfahren nun einfach steigen werden. Wer gar kein Billett habe, werde inskünftig sicher deutlich mehr bezahlen als heute. Und ich sagte voraus, dass die Medien dies auf den damaligen Fall zurückführen werden. Sogar von der SBB wurde ich dann zurecht gewiesen. Ganz zu schweigen von der Korrespondenz mit dem Herrn Anwalt und dem Beobachter…</p>
<h3>Wer zuletzt lacht&#8230;</h3>
<p>Und was darf ich nun erfahren? Wer <strong>ohne Billett</strong> in einen Zug steigt, bezahlt in Zukunft 100 Franken. (90 Franken &#8220;Grundgebühr&#8221;; 10 Franken Fahrkostenpauschale.)</p>
<p>&#8220;Fahrkostenpauschale&#8221;. Ich liebe dieses Wort jetzt schon! ;-)</p>
<p>Wer <strong>ein Billett hat</strong>, <strong>das</strong> jedoch aus irgendwelchen Gründen <strong>nicht gültig ist</strong> (falsche Klasse, kein Nachtzuschlag, etc), der bezahlt eine Grundgebühr von 70 Franken und einer (und das Wort muss man sich jetzt auf der Zunge vergehen lassen) Fahrkostenpauschale von 5 Franken.</p>
<p>Wie ich meinem treuen Leser Martin gestern (sinngemäss) schon schrieb:</p>
<p><strong>Es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn man schlussendlich doch Recht behält.</strong></p>
<p>Damit erachte ich diese Sache nun definitiv als abgeschlossen und sehe keinen Anlass mehr, weiterhin über diesen Typ zu berichten.</p>
<p>Und zur Feier des Tages habe ich mir soeben zwei Tickets für die Blue Man Group nächste Woche in Wien gegönnt! Dies, nachdem ich bereits am 26.10.2008 in Basel eine Show besuchen durfte. Ich freue mich riesig auf die Jungs! Cheers! ;-)</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=VgS-4stj8fQ">http://www.youtube.com/watch?v=VgS-4stj8fQ</a></p></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vergessene Abos und im Zug gelöste Billette</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/10/26/vergessene-abos-und-im-zug-geloste-billette/</link>
		<comments>http://schweizweit.net/2010/10/26/vergessene-abos-und-im-zug-geloste-billette/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 12:40:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://schweizweit.net/?p=7065</guid>
		<description><![CDATA[Die SBB studiert darüber nach, das Nachlösen von Billetten im Zug abzuschaffen. Dafür habe ich Verständnis. Aber bevor man dies macht, müsste man noch eine andere, deutlich dringendere Baustelle bewältigen: Die vergessenen Abos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Die SBB studiert laut dem <em>Beobachter</em> darüber nach, das Nachlösen von Billetten im Zug abzuschaffen. Dafür habe ich Verständnis. Aber bevor man dies macht, müsste man noch eine andere, deutlich dringendere Baustelle bewältigen: Die vergessenen Abos.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://img.photobucket.com/albums/v232/eastunited/_bx_Zugpers_SB_048_Office.jpg" alt="" width="452" height="300" /></p>
<p style="text-align: right;"><em><span style="font-size: xx-small;">(Foto: SBB)</span></em></p>
<h3>Nachlösen im Zug</h3>
<p>Im Fernverkehrszug habt ihr die Möglichkeit, ein Billett nachzulösen. Fahrgäste nutzen diese Möglichkeit immer mal wieder. Manchmal, weil sie keine Zeit mehr hatten, am Ausgangsbahnhof ein Billett zu lösen, und manchmal, weil sie ein falsches Billett gelöst haben oder ihr Billett schon abgelaufen ist.</p>
<p>Damit die Fahrgäste im Zug ein Billett nachlösen können, betreibt die SBB einen sehr grossen Aufwand. Alleine durch die 10 Franken Zuschlag lässt sich dieser Aufwand nicht decken. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir diesen Service auch weiterhin anbieten sollten.</p>
<p>Die SBB hingegen hat sich Gedanken gemacht, ihn eventuell eines Tages mal abzuschaffen. Bruno Eberle, Sprecher des Kundenbeirats der SBB: &#8220;An der letzten Sitzung wollte die Bahn wissen, was wir davon halten, wenn sie das Nachlösen von Billetten im Zug ganz abschaffen würde, da der Aufwand dafür sehr gross sei. Dagegen wehrten wir uns vehement, fanden aber gleichzeitig, dass dieser zusätzliche Service etwas kosten darf.&#8221; (Quelle: Beobachter)</p>
<p>Ich sehe es genau so. Billette sollen auch weiterhin im Zug gelöst werden können. Dieser Service muss aber selbsttragend sein.</p>
<h3>Vergessene Abos</h3>
<p>Anders sieht es bei den vergessenen Abos aus. Dort bin ich mit dem momentanen Lauf der Dinge ganz und gar nicht zufrieden! Und mit mir zahlreiche andere Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter.</p>
<p>Die Ausgangslage: Wer sein Abo zu Hause vergisst, weist sich im Zug aus, der Kondukteur überprüft die Angaben und schlussendlich kostet die Vergesslichkeit 5 Franken.</p>
<p>Eine Geschichte, die ein Arbeitskolleg kürzlich erlebte, gab mir aber zu denken. Er kontrollierte die Fahrgäste in einem Intercity, als er auf einen Herrn stiess. Dieser wies ein GA vor. Alles hatte seine Richtigkeit; das GA war gültig und das Foto stimmte überein.</p>
<p>Ein wenig später &#8211; immer noch bei der Kontrolle &#8211; stiess er auf einen Herrn, der angab, sein GA zu Hause vergessen zu haben. Oft haben diese Leute dann auch noch keinen Ausweis und kein Geld dabei; diesmal aber war es anders. Der Fahrgast zeigte seine Identitätskarte. Mein Arbeitskollege dachte noch rasch, dass das Foto nicht so ganz mit der Person übereinstimmt. Die Abweichungen waren aber so minimal, dass er es dann doch akzeptierte und das Formular ausstellte. Just in dem Moment, als er gehen wollte, überlegte er es sich anders. Wie ein Gedankenblitz schoss es ihm durch den Kopf, dass er den Herrn auf dem Foto doch schon gesehen hat.</p>
<p>Der Rest ist rasch erzählt: Zusammen mit der ID ging er zurück zum früher kontrollierten Herrn und nach kurzer Zeit war klar: Die Person auf der ID, das war er! Tatsächlich hat er seinem Kollegen die ID gegeben, so dass dieser für fünf Franken Zug fahren kann.</p>
<p>Ähnliche Geschichten habe ich auch schon von anderen Arbeitskolleginnen und -kollegen gehört. Und das ist nur die Spitze des Eisberges!</p>
<p>Ein einem Zug Chur &#8211; Zürich &#8211; Basel habe ich im Schnitt um die 2-4 Personen mit &#8220;vergessenen&#8221; Abos. Pro Tag verkehren um die 9&#8217;000 Züge. Das heisst also, dass die SBB pro Tag schätzungsweise 27&#8217;000 Fahrgäste hat, die angeblich ihr Abo zu Hause vergessen oder ganz einfach verloren haben. Im Jahr sind dies nach meiner sehr groben Schätzung vielleicht um die 9.8 Millionen! Wie gesagt: Das sind keine statistisch exakt erhobenen Zahlen, sondern die Schätzung beruht auf meinen täglichen Erfahrungen.</p>
<p>Ich weiss nicht, wie viele von diesen 9.8 Millionen tatsächlich ein Abo haben, und wie viele einfach die Personalien eines Kollegen angeben. Aber schätzen wir mal, dass 99% der Fahrgäste ehrlich sind, 1% der Fahrgäste nicht. Dann macht dies 98&#8217;000 Fahrgäste, die für fünf Franken einen ganzen Tag lang Zug fahren können. Und dies auf Kosten der ehrlichen Fahrgäste.</p>
<p>Dass dies überhaupt möglich ist, hat mehrere Gründe.</p>
<p><strong>Grund 1: Es kann bereits im Zug bezahlt werden<br />
</strong></p>
<p>Angefangen hat es ca. im Jahr 2005, als die neuen Zugpersonalgeräte kamen. Seit diesem Zeitpunkt haben wir Kondukteure die Möglichkeit, bereits im Zug die Angaben zu überprüfen. Früher füllten wir einfach ein Formular aus und die Reisenden mussten dann an den Bahnschalter, um dort ihr Abo nachträglich vorzuweisen.</p>
<p>Das war umständlich, und die Möglichkeit, aufzufliegen, war deutlich grösser. Denn: Am Schalter wurde die Unterschrift auf dem Formular und auf dem Abo verglichen. Heute ist dies anders. Der Kondukteur hat innert zwei bis vier Minuten die Angaben überprüft und das Ganze kostet nur fünf Franken. Die Unterschrift können wir nicht überprüfen. Ausser der Fahrgast hat einen Ausweis dabei.</p>
<p><strong>Grund 2: Es gibt keine Obergrenze</strong></p>
<p>Als ich vor wenigen Tagen den Rheintalexpress begleitete, hatte ich alleine zwischen Chur und St. Gallen sage und schreibe 12 (!) vergessene Abos. Das macht einen Gesamt-Aufwand von 18 &#8211; 24 Minuten für die Überprüfung via löchriges GSM-Netz, für das Ausstellen der Bestätigung und für das Einkassieren. Und dies auf einer Fahrt von 94 Minuten mit 13 Haltestellen. Für eine korrekte, ordnungsgemässe Kontrolle blieb fast keine Zeit mehr.</p>
<p>Das alleine wäre ja kein Problem, wenn es sich um Fahrgäste handeln würde, die nur ab und zu ihr Abo vergessen. Es gibt aber Menschen &#8211; kein Witz jetzt! &#8211; die vergessen mehrmals monatlich ihr Abo!</p>
<p>Vor allem bei Jugendlichen ist dies noch sehr häufig der Fall.</p>
<p><strong>Grund 3: Der Betrug ist einfach</strong></p>
<p>Der dritte Grund ist deutlich gravierender und wurde oben an einem Beispiel erwähnt. Schon öfters erwischten wir Leute, die behaupteten, ihr Abo zu Hause vergessen zu haben und dafür fünf Franken zahlten; ihr Abo tauchte dann aber ein paar Abteile weiter vorne oder weiter hinten bei einem Kollegen auf.</p>
<p>Wenn mir jemand in einem stark besetzten Pendlerzug angibt, sein Abo vergessen zu haben, gibt es für mich keine Möglichkeit, zu überprüfen, ob ein, zwei Wagen weiter vorne eine andere Person mit seinem Abo fährt. Ausser er sieht völlig anders aus, als die Person auf dem Foto.</p>
<p>Und damit kommen wir direkt zum vierten Grund.</p>
<p><strong>Grund 4: Auch ohne Ausweis darf mitgefahren werden</strong></p>
<p>Wie oben beschrieben, können wir anhand eines Ausweises überprüfen, ob die Person ein Abo hat.</p>
<p>Was aber, wenn die Person gar keinen Ausweis dabei hat?</p>
<p>Findige Betrüger haben bemerkt: Es geht auch so! Grundsätzlich müsste er ein Billett kaufen, dass er nachträglich am Schalter rückerstatten kann. Das geht aber nicht, wenn er angibt, kein Geld dabei zu haben. Dann müssen wir einfach ein Formular &#8220;Abo vergessen&#8221; ausfüllen.</p>
<p>Tatsächlich sind uns die Hände gebunden, wenn sich jemand nicht ausweisen kann. Der Fahrgast notiert dann auf einem Personalienblock seine Angaben, und wir überprüfen diese Angaben dann.</p>
<p>Jedoch haben wir keine Möglichkeit, zu überprüfen, ob er wirklich die Person ist, für die er sich ausgibt. Es kommt imho sehr häufig vor, dass sich die Person dann für jemanden ausgibt, der tatsächlich im Besitz eines entsprechenden Abos ist, manchmal sogar im selben Zug sitzt.</p>
<p>Nur durch viel Glück und Zufall konnten wir in der Vergangenheit einige solche Fälle tatsächlich aufdecken. In meinen Augen ein Skandal!</p>
<p>Viele Möglichkeiten habe ich nicht, um die Personalien zu überprüfen. Ich kann mir zum Beispiel die Festnetztelefonnummer geben lassen. Doch viele Jugendliche kennen die Nummer des Freundes. Ich kann mir zusätzlich zum Geburtsdatum das Sternzeichen nennen lassen, aber auch in dieser Hinsicht kennen sich viele, vor allem weibliche Jugendliche, sehr gut aus. Die wissen, an welchen Daten welches Sternzeichen gilt und können so auch die Sternzeichen ihrer Freundinnen nennen.</p>
<h3>Lösungsvorschläge</h3>
<p>Ich schätze, dass der SBB durch solche Betrügereien jährlich ein Schaden in mehrfacher Millionenhöhe entsteht. Jahr für Jahr. Die Zeche bezahlen die ehrlichen Kundinnen und Kunden.</p>
<p>Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, diese Betrügereien stark einzudämmen.</p>
<p>Ganz wichtig wäre es, dass niemand mit nur fünf Franken davonkommt, der sich <strong>nicht ausweisen</strong> kann. Wer nicht mit einem amtlichen Ausweis beweisen kann, dass er die Person ist, für die er sich ausgibt, bezahlt ein Billett. Wer nicht bezahlen kann, verlässt den Zug.</p>
<p>Verbesserungsmöglichkeiten gibt es auch bei unseren Zugpersonalgeräten. Diese sind inzwischen rund fünf Jahre alt und werden bestimmt in den nächsten Jahren ersetzt.</p>
<p>Ich fände es wünschenswert, wenn diese neuen Geräte <strong>mit einem Scanner ausgestattet wären</strong>, der innert Sekundenbruchteilen einsatzbereit ist. (Die heutigen Scanner für Online Tickets brauchen ja eine Weile, bis sie bereit sind.) Mal angenommen, mit diesem neuen Scanner dauert die Kontrolle nahezu gleich lang wie die Kontrolle der &#8220;normalen&#8221; Billette, täten sich da grossartige Möglichkeiten auf:</p>
<p>Es wäre dann möglich, auf sämtlichen Abos einen Code zu platzieren, der eingescannt werden kann. Damit würde man einerseits das Problem mit gefälschten / abgeänderten Abos eliminieren, und andererseits würden wir sehen, wenn ein Abo im selben Zug mehr als einmal vorgewiesen wird.</p>
<p>Beispiel: Ein Kunde gibt mir gegenüber an, dass er sein Abo zu Hause vergessen hat. Nachdem ich die Personalien erfasst, meldet mir das Gerät: &#8220;Achtung Andreas! Dieses Abo hast du vorhin schon eingescannt.&#8221; Ich weiss nun also, dass jemand anders mir das Abo vorgewiesen hat und kann der Sache nachgehen.</p>
<p>Auch Betrügereien wie mit dem <a href="http://schweizweit.net/2007/08/20/wenn-zwei-damen-mit-dem-gleichen-ga-im-gleichen-zug-fahren-wollen/">doppelt vorhandenen GA</a> wären mit einem solchen Zugpersonalgerät nicht mehr möglich.</p>
<p>Weiters müsste man dringend eine <strong>Obergrenze für Anzahl vergessene Abos</strong> festlegen! Es kann nicht sein, dass jemand im Jahr 12 Mal sein Abo vergisst. Deshalb: Man kann alle drei Monate, also vier mal im Jahr, sein Abo vergessen, kein Problem. Wer darüber liegt, muss ein Billett lösen und kommt nicht mehr mit fünf Franken davon. Dies wäre mein Lösungsvorschlag.</p>
<p>Und: Die fünf Franken bezahlt man nicht mehr wie seit ein paar Jahren im Zug, sondern wieder am Bahnschalter.</p>
<h3>An der Tankstelle</h3>
<blockquote><p>Es war einmal…</p>
<p>… ein Tankstellenbesitzer. Stefan Hager, verheiratet, zwei Kinder im Alter von 7 und 10 Jahren, bescheidenes Einfamilienhaus im Grünen. Die Geschäfte laufen so la la, mal mehr, mal weniger gut. In letzter Zeit hatte er es zwar ein paar Mal mit Zechprellern zu tun, die ihre Tankfüllung nicht bezahlten, aber sonst ist er ganz zufrieden.</p>
<p>Eines Tages fährt ein schwarzer BMW bei ihm vor. Stefan Hager schaut zu, wie der kräftige Herr sein Auto volltankt. Nach einiger Zeit ist der Tank bis ganz oben gefüllt.</p>
<p>Nun kommt der Kunde zu ihm ins Tankstellenlädeli, an die Kasse. &#8220;Das macht dann 50.30 Franken, bitte.&#8221;, sagt der Tankstellenbesitzer Hager.</p>
<p>Doch der Kunde macht keine Anstalten, sein Portemonnaie hervor zu nehmen. &#8220;Hören Sie, ich würde ja schon gerne die 50.30 Franken bezahlen. Aber das geht leider nicht. Schicken Sie mir bitte eine Rechnung!&#8221;</p>
<p>Stefan Hager ist ganz erstaunt. &#8220;Ähm… Ja, haben Sie einen Ausweis dabei?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ausweis? Nöö. Hab&#8217; ich nicht. Aber ich kann Ihnen ja meine Adresse angeben, dann können Sie mir eine Rechnung schicken. Die bezahle ich dann auch.&#8221;</p>
<p>Hager glaubt, er höre nicht recht. Wie bitte? &#8220;Und woher soll ich dann wissen, dass sie wirklich die Person sind, für die sie sich ausgeben?&#8221;</p>
<p>&#8220;Das ist dann wohl ihr Problem.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine fiktive Geschichte, ich gebe es zu. Niemals würde sich an einer Tankstelle so etwas ereignen!</p>
<p>Aber bei uns, im Zug, ist das Alltag. Es vergeht effektiv kein Tag, an dem ich nicht irgendjemanden im Zug habe, der keinerlei Ausweispapiere auf sich trägt, und sozusagen &#8220;gratis&#8221; von A nach B will. &#8220;Per Rechnung.&#8221;</p>
<p>Die SBB will nicht, dass wir diese Leute rausschmeissen. Jedenfalls nicht, solange sie keine anderen Fahrgäste belästigen. Viel lieber ist es ihr, dass die anderen, ehrlichen Fahrgäste dann einfach die Zeche für den Schwarzfahrer zahlen. Denn das ist der einfachere Weg und so gefährdet sich das Personal nicht unnötig und kann am nächsten Tag wieder eingesetzt werden.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ich finde es in Ordnung, wenn man im Zug sein Billett nachlösen kann. Gegen einen entsprechenden Aufpreis.</p>
<p>Ich finde es in Ordnung, wenn man fünf Franken für sein vergessenes Abo zahlen kann. So lange man einen Ausweis auf sich trägt und das Abo nicht jeden Monat vergisst.</p>
<p>Ich finde es aber definitiv NICHT in Ordnung, dass jemand ohne Billett, ohne zu bezahlen und ohne Ausweis quer durch unser Land fährt und die anderen Fahrgäste dann indirekt über Preiserhöhungen dafür bezahlen müssen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>“Würden Sie bitte meinen Schäferhund aus dem Zug tragen?”</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/10/21/wurden-sie-bitte-meinen-schaferhund-aus-dem-zug-tragen/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 09:11:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Langweilig wird es mir selten bei meinem Beruf. Irgendwas läuft immer und vor allem erlebt man immer wieder neue Sachen. Und oft auch Dinge, die man selber kaum glaubt. So ein Fall war auch die alte Dame, welche aus Deutschland in die Schweiz reiste.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Langweilig wird es mir selten bei meinem Beruf. Irgendwas läuft immer und vor allem erlebt man immer wieder neue Sachen. Und oft auch Dinge, die man selber kaum glaubt. So ein Fall war auch die alte Dame, welche aus Deutschland in die Schweiz reiste.</strong></p>
<h3>Die Dame, ihr Schäfer und zwei Reisekoffer</h3>
<p>In St. Margrethen stieg sie zu, die Dame. Zusammen mit zwei Koffern und einem ausgewachsenen Schäferhund. Einsteigen sah ich sie nicht; in St. Margrethen habe ich wohl auf andere Leute geachtet. Aber im Zug traf ich sie dann an, bei der Kontrolle. Und wie ich sie antraf!</p>
<p>Eigentlich fing es ganz harmlos an: Ihre beiden Billette (für sich und den Hund) waren ungültig, weil diese auf ein späteres Reisedatum ausgestellt waren. Aus Kulanzgründen und weil es sich um eine grössere Reisestrecke handelte, akzeptierte ich die Billette zwar, wies die Dame aber trotzdem auf den Fehler hin.</p>
<p>&#8220;Ich akzeptiere Ihre Billette. Dies, obwohl sie eigentlich auf den 10. Juli ausgestellt sind. Achten Sie das nächste Mal darauf, dass Sie mit gültigen Fahrausweisen unterwegs sind. Vorallem im Regionalverkehr ist dies sehr wichtig.&#8221;</p>
<p>Ich erwartete keine Dankbarkeit, hoffte aber, dass sie meinen Rat zur Kenntnis nimmt. Umso mehr erstaunte mich dann ihre Reaktion:</p>
<p>&#8220;Das spielt jetzt doch wohl keine Rolle, ob ich nun heute oder an einem späteren Datum reise! Sie sehen doch, dass ich diese Billette noch nicht benutzt habe! Also werde ich sie ja wohl benutzen dürfen. Das wäre ja noch schöner, wenn ich eine Busse zahlen müsste!&#8221;</p>
<p>Ihre Reaktion erstaunte mich. Sehr! Da kommt die alte Schweizerin aus den Ferien zurück und ist so mies drauf. Müssen ja tolle Ferien gewesen sein.</p>
<p>Ich wollte mich dann auch umdrehen und weiter gehen, als sie eine äusserst spezielle Bitte hatte. Nein, es war wohl eher fast schon ein Befehl: &#8220;In Sargans laden Sie dann bitte meinen Hund aus!&#8221;</p>
<p>Sie hatte einen grossen, ausgewachsenen Schäferhund. Das habe ich oben schon erwähnt. Einen kurzen Moment lang dachte ich: &#8220;Hat die noch einen zweiten Hund dabei? Den Schäfer kann sie ja wohl kaum meinen!&#8221;</p>
<p>Doch. Sie meinte den Schäfer.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 438px">
	<a title="Timmy von Thomas R. Koll bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/tomk32/3006533476/"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3180/3006533476_a0c5a524c6.jpg" alt="Timmy" width="438" height="328" /></a>
	<p class="wp-caption-text">(Symbolbild)</p>
</div>
<p style="text-align: center;">
<p>Und da war definitiv keine versteckte Kamera, wie man in einer solchen Situation durchaus hätte vermuten können. Die Dame meinte es ernst.</p>
<p>Ich sollte also ihren Rex (Hund) aus dem REX (Rheintalexpress) tragen.</p>
<p>Ich versuchte, es ihr auf eine möglichst sanfte Weise beizubringen.</p>
<p>&#8220;Ich bin mir ganz sicher, dass ihr Hund sehr gut von Ihnen erzogen ist. Und bestimmt beisst er auch nicht. Wegen dem Selbstschutz aber ziehe ich es vor, lieber Ihr Gepäck auszuladen, während Sie den Hund nehmen. Denn auch wenn Ihr Hund gut erzogen ist: Ich kenne ihn nicht. Und ich weiss deshalb auch nicht, ob ich aus Versehen irgendwelche Bewegungen machen könnte, die ihn instinktiv und ohne böse Absicht zuschnappen liessen. Die SBB schreibt uns vor, uns während der Arbeit nicht unnötig in Gefahr zu begeben. Dies ist genau eine solche Situation, die ich vermeiden muss.&#8221;</p>
<p>Ihr darauf folgendes Statement gebe ich der Authentizität wegen auf schweizerdeutsch wieder:</p>
<p><strong>&#8220;Sie sind jetzt aber än dumme Siech! Än unhöfliche Gockel sind Sie! Ihri Kollegin im letschte Zug hätt ihn au usse treit! Und döt hätt er au nöd bisse! Es isch Ihrä Job, min Hund ussezträge! Für das sind Sie da! Für das sind Sie zahlt!&#8221;</strong></p>
<p>Da ich befürchtete, die Situation könnte eskalieren, die Dame einen Herzinfarkt kriegen oder Umstehende (beziehungsweise: Umsitzende) könnten sich belästigt fühlen durch das Auftreten dieser Dame, versuchte ich, beruhigend auf sie einzureden.</p>
<p>&#8220;Hören Sie, sehr gerne nehme ich Ihr Gepäck. Und ich schaue Ihnen auch zu, wenn Sie den Hund ausladen. So dass sicher nichts passiert. Aber mehr kann ich für Sie leider nicht tun.&#8221;</p>
<p>Sie regte sich immer mehr auf:</p>
<p><strong>&#8220;Sie sind dä unhöflichscht Kondukteur wo mir je begegnet isch!&#8221;</strong></p>
<p>Ich schaute die Dame an und nahm noch einen allerletzten Anlauf: &#8220;Hören Sie, ich frage Sie nur noch dieses eine Mal, nachher sehen Sie mich vor Sargans nicht mehr: <strong>Soll ich Ihr Gepäck in Sargans ausladen, oder nicht?</strong>&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich habe Ihnen doch schon gesagt, dass ich das selber mache!!&#8221;</p>
<p>&#8220;Alles klar. Schönen Tag noch.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich werde mich im Bahnhof Glarus über Sie beschweren! <em>[ - Dieser Teil der Aussage wurde aus Jugendschutzgründen entfernt. - ]</em> Und den Meyer, den kenne ich imfall persönlich!&#8221;</p>
<p><strong>Natürlich.</strong> Genau so, wie alle anderen Fahrgäste auch, die sich im Zug daneben benehmen.</p>
<p>Bei der Ankunft in Sargans befand ich mich ganz bewusst im hintersten Wagen. Ich wollte der Dame nicht nochmals Gelegenheit geben, sich aufzuregen. Deshalb sah ich dann auch nicht, wie sie den Hund schlussendlich aus dem Zug brachte. Fakt ist: Kurze Zeit nach unserer Ankunft befand sie sich samt Hund und Koffern auf dem Perron.</p>
<h3>&#8220;Für die Kunden da sein&#8221;</h3>
<p>Ja, ich mache ja schon viele Dinge für meine Kunden.</p>
<p>Einmal opferte ich für eine Kundin einen Teil meiner Pausenzeit für den Gang ins Reisebüro der SBB in Basel. So konnte sie dort ein internationales Billett von Sargans nach Deutschland (den genauen Ort weiss ich nicht mehr) kaufen, bei dem sie auf der deutschen Strecke noch 25% Ermässigung bekam. Denn im Zug hätte ich ihr ein solches Billett nicht verkaufen können.</p>
<p>Einer weiteren Kundin holte ich an einem heissen Sommertag im Jahr 2009 eine Getränkeflasche aus dem Selecta-Automat eines Unterwegsbahnhofes. Mein Zug hatte nämlich weder Minibar noch Bistro oder Restaurant und die Dame hatte riesigen Durst, wie sie mir sagte. (Und ich wollte einen Kreislaufkollaps vermeiden, da sie anscheinend ernsthafte Probleme mit dem Klima hatte.)</p>
<p>Einmal fand ich kurz vor Feierabend (gegen 01:00 Uhr) im Zug ein Bauchtäschli samt Portemonnaie und Schlüsselbund. Im Portemonnaie war die Handynummer des Besitzers. Da ich befürchtete, dass am Schlüsselbund sein Hausschlüssel hängt, rief ich ihn an. Tatsächlich, da war sein Hausschlüssel! Und er hatte den Verlust bereits bemerkt, wusste aber nicht, was tun. Ein Ersatzschlüssel war zwar beim Nachbarn, aber den wollte er nicht wecken, da er nun wusste, dass ich den Schlüsselbund gefunden habe. Zum Zeitpunkt meines Anrufes waren er und seine Frau bereits mit dem Auto unterwegs von Sargans in Richtung Heerbrugg. Vermutlich mit dem Auto der Frau, denn am Schlüsselbund hing ein Autoschlüssel. Naja, es war dann kurz vor 02:00 Uhr, als wir uns auf dem menschenleeren Bahnhofplatz Chur trafen und ich einem strahlenden Schlüsselbundbesitzer sein Eigentum übergeben konnte.</p>
<p>Drei Beispiele, die zeigen sollen, dass ich keineswegs jemand bin, der immer &#8220;Nein&#8221; sagt. Solche Dinge wie oben beschrieben sind für mich mehr oder weniger selbstverständlich und gehören zu meinem Job dazu.</p>
<p><strong>Aber beim Schäferhund der alten Dame war eine solche Kundenorientierung beim besten Willen nicht möglich.</strong></p>
<p>Hätte der Hund mich gebissen, hätte die SBB mir wohl kaum &#8220;Danke&#8221; gesagt dafür, dass ich &#8220;so kundenfreundlich&#8221; war. Im Gegenteil.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) Thomas R. Koll (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Rollenspiele am Arbeitsplatz</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/09/28/rollenspiele-am-arbeitsplatz-lee-sheldon/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 09:11:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Lee Sheldon vertritt die Meinung, dass man Mitarbeiter am besten motivieren kann, wenn sie bei ihrer Arbeit "Erfahrungspunkte" sammeln können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://www.itnews.com.au/News/169862,employers-look-to-gaming-to-motivate-staff.aspx">Sehr interessante Dinge</a> höre ich derzeit von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lee_Sheldon_(writer)">Lee Sheldon</a>. Er ist Autor, Fernsehproduzent und Dozent an der Indiana University. Und er hat für Unternehmen einen Tipp parat, wie sie ihre Mitarbeiter besser motivieren können.</p>
<p>Man solle doch einfach die Techniken anwenden, welche viele Mitarbeiter bereits aus ihrer Freizeit kennen. Oder genauer gesagt: Aus der Welt der Computer Games und Social Networks.</p>
<p>In vielen Games und sozialen Netwerken kann man sich Punkte erarbeiten. So zum Beispiel beim &#8220;Location-Based Social Network&#8221; <a href="http://foursquare.com">Foursquare</a>, wo ich selber auch angemeldet bin.</p>
<p>Bei Foursquare erhält man für jede Standortmeldung Punkte. Für die erste Standortmeldung gibt es einen Punkt, für die zweite Meldung am gleichen Tag gibt es zwei Punkte, und so weiter. Dann kann man sich noch Punkte erarbeiten, wenn man neue Örtlichkeiten erfasst oder spezielle Dinge tut. (Beispiel: Mehrmaliges Besuchen von Starbucks Cafés.)</p>
<p>Lee Sheldon ist nun der Ansicht, dass man solche Punkte-Systeme auch ins reale Leben übertragen kann. Damit liessen sich seiner Meinung nach die Mitarbeiter zu mehr Leistung anspornen.</p>
<p>Er nennt vor allem klar definierte Ziele, stufenweise zunehmende Belohnungen und eine gesunde Balance zwischen Aufwand und Ertrag. Wichtig sei es auch, immer wieder Aufgaben zu stellen, die nur im Team gelöst werden können.</p>
<p>Lee Sheldon ist überzeugt, dass die Mitarbeiter bei einer solchen &#8220;Punktevergabe&#8221; mehr Enthusiasmus zeigen und sich stärker mit dem Unternehmen identifizieren.</p>
<p>Am besten gelingt diese Praxis meiner Meinung nach bei den jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie kennen einerseits ähnliche Punktesysteme aus ihrer Freizeit und andererseits sind sie in einer &#8220;Leistungsgesellschaft&#8221; gross geworden.</p>
<h3>Situation beim Zugpersonal</h3>
<p>Bei uns entwickelt es sich ganz leicht in eine solche Richtung. Schon seit längerer Zeit wäre es unseren Vorgesetzten möglich gewesen, die Daten aus unseren Zugpersonalgeräten auszulesen. So hätten sie zum Beispiel gesehen, welcher Mitarbeiter wie viel Umsatz macht.</p>
<p>Lange aber haben sie diese Möglichkeit nicht genutzt. Jedenfalls wurde ich nie gross auf meine Zahlen angesprochen, was ich sehr bedauere. Zu gern hätte ich gewusst, wie ich im Vergleich zu anderen Zugbegleitern stehe.</p>
<p>Erst in diesem Jahr kam es anscheinend zu einer Trendwende. Zum ersten Mal sah ich eine Grafik, auf der ich herauslesen konnte, wo ich stehe. Nun scheint es ein Umdenken zu geben und es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis nicht mehr jene Mitarbeiter eine bessere Personalqualifikation bekommen, die sich am besten verkaufen können, sondern jene, die tatsächlich am besten arbeiten.</p>
<p>Mein Chef sieht nun, wie viel Umsatz ich mache, wie oft ich bei einem Billett den Zuschlag von 10 Franken rausnehme, wie oft ich ein Form7000 erstelle, wie oft ich einen Schaden in einem Wagen melde, etc.</p>
<p>Ich hoffe, dass alle diese Zahlen in die nächste Quali miteinfliessen. Damit jene belohnt werden, die WIRKLICH arbeiten.</p>
<p>Unser GAV läuft aus. Ich hoffe, dass diese Überlegungen in den nächsten Verhandlungen berücksichtig werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>ZVV: Sicherheitskräfte statt Zugbegleiter</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/09/02/zvv-zuerich-zugbegleiter-sichereitskraefte-bahnpolizei/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 09:11:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Welt verändert sich. Sie ist nicht mehr so friedlich, wie früher. Es gibt immer wieder Tätlichkeiten gegenüber Zugbegleitern. Deshalb trifft man in den Zügen ab und zu auf Sicherheitskräfte. Diesen Dienst will der ZVV nun ausbauen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Die Welt verändert sich. Sie ist nicht mehr so friedlich, wie früher. Es gibt immer wieder Tätlichkeiten gegenüber Zugbegleitern. Deshalb trifft man in den Zügen ab und zu auf Sicherheitskräfte. Diesen Dienst will der ZVV nun ausbauen.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://img.photobucket.com/albums/v232/eastunited/Bapo_A_29_Office.jpg" alt="" width="448" height="300" /></p>
<p style="text-align: right;"><em><span style="font-size: xx-small;">(Foto: SBB)</span></em></p>
<p>Ich bin im Depot Chur stationiert. Deshalb habe ich das Glück, nicht ganz so oft mit gewalttätigen Fahrgästen konfrontiert zu werden wie zum Beispiel meine Zürcher Kolleginnen und Kollegen. Aber auch mir sind diese schwierigen Fahrgäste nicht unbekannt.</p>
<h3>Sturheit und Gewalt</h3>
<p>Fahrgäste, die nicht oder nicht sofort bezahlen wollen, sind das eine. Manchmal führe ich Diskussionen, die sehr lange dauern, bis ich jemanden dann doch zum Zahlen überreden kann. Vor allem bei Menschen aus Kulturen, in denen man üblicherweise immer um Preise feilscht, merke ich es stark. Die wollen ihre Preise am liebsten selbst festlegen. <em>&#8220;Für Zürich &#8211; Bern? Da bezahle ich maximal 8 Franken, mehr nicht!&#8221;</em></p>
<p>Diese sturen Fahrgäste sind das Eine. Völlig anders schaut es bei Reisenden aus, die zur Gewalt neigen. Die SBB rät uns, sich in solchen Situationen sofort zurück zu ziehen und den Schwarzfahrer gehen zu lassen. Gratis, versteht sich. Denn der Selbstschutz steht über allem und die SBB kostet es mehr, wenn ein Mitarbeiter für ein paar Tage krankheitsbedingt ausfällt, als wenn sie auf die Einnahmen eines Billettes verzichten muss.</p>
<h3>Manche kennen ihre Rechte ganz gut&#8230;</h3>
<p>Kürzlich hatte ich sogar einen Fahrgast, der weder in die eine, noch in die andere Kategorie fällt. Der sass da in einem Viererabteil und machte rasch klar, wie die Sache seiner Meinung nach ablaufen soll. Sinngemäss wurde ich in etwa so begrüsst:</p>
<p><em>&#8220;Grüezi Herr Kondukteur. Ich kenne meine Rechte und auch ihre. Sie dürfen mich weder anfassen noch dürfen sie mich nach einem Ausweis durchsuchen. Ich habe zwar Geld und einen Ausweis dabei, aber kein Billett. Brauche ich auch nicht. Denn ich fahre nur zwei Stationen weit. So rasch können Sie keine Polizei herbeirufen. Und sie dürfen mich nicht daran hindern, in Pfäffikon auszusteigen. Ich fahre also gratis; und sie können nichts dagegen machen. Es macht keinen Sinn, mit mir darüber zu diskutieren, gehen Sie einfach weiter und kontrollieren Sie die Fahrgäste, welche so dumm sind und ein Billett lösen. Auf Wiedersehen!&#8221;</em></p>
<p>Auf meinem Zug befanden sich an diesem Sonntagmorgen zwei Securitas-Mitarbeiter. Doch auch diese haben dürfen den Schwarzfahrer nicht wirklich anfassen, solange er nicht gewalttätig wird oder uns bedroht. Durchsuchen dürfen sie ihn auch nicht ohne sein Einverständnis. Das darf nur die Bahnpolizei / Transportpolizei. Diese dürften ihn übrigens auch bis zum Eintreffen der Kantons- oder Stadtpolizei vorübergehend festhalten. Doch die Securitas darf das nicht. Die ist nur dafür da, uns (das Zugpersonal) im Falle einer Tätlichkeit zu schützen. Die Securitas ist also sozusagen unser Personenschutz.</p>
<p>Und so mussten wir den gratis fahrenden Herrn aussteigen lassen. Auch dass wir zu dritt vor ihm standen, beeindruckte ihn nicht.</p>
<h3>&#8230; Andere haben kaum Rechte</h3>
<p>Tatsächlich ist es so, dass die SBB uns sehr wenige Rechte gibt. Wir müssen die Fahrgäste springen lassen, wenn sie nicht bezahlen. Festhalten dürfen wir sie nicht. Wir können immer nur darauf hoffen, dass die Leute freiwillig bezahlen oder dass wir rechtzeitig die Polizei auf dem Zug haben. Ab unserem Anruf dauert das aber meistens zwölf bis zwanzig Minuten. Leider.</p>
<p>(Sollte die Polizei aber rechtzeitig auf dem Zug sein und ich dadurch die Personalien des Schwarzfahrer doch noch feststellen können, wird es für ihn verdammt teuer. Und die Geschichte landet beim Rechtsdienst, was auch unangenehm sein kann. Es ist also günstiger, die Personalien freiwillig anzugeben. Und die meisten meiner Fahrgäste lassen sich mit dieser Argumentation von mir überzeugen.)</p>
<h3>ZVV hat genug</h3>
<p>Der Zürcher Verkehrsverbund ZVV ist sich dieses Problems bewusst. <strong>Und deshalb will der ZVV die Zugbegleitung ab Januar 2011 anders organisieren. Er schafft eine neue Sicherheitsorganisation für Bus und Bahn. Damit will er den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung tragen.</strong></p>
<p>Das Zugpersonal habe nicht die notwendigen Kompetenzen, um die Billettkontrolle sinnvoll durchzuführen, sagt der ZVV. Mein oben stehendes Beispiel zeigt dies sehr deutlich. Und der ZVV kann uns nicht einfach entsprechende Kompetenzen verpassen; denn wir sind ja nicht beim ZVV, sondern bei der SBB angestellt…</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Es gibt Zugchefs oder Buschauffeure, die in solchen Situationen lieber auf Kontrollen verzichten, als es zu einer Eskalation kommen zu lassen.&#8221;</strong><br />
<em>Franz Kagerbauer, Chef des ZVV, im Tagesanzeiger</em></p></blockquote>
<p>Oder anders gesagt: Der ZVV ist unzufrieden mit der Billettkontrolle und hat gemerkt, dass die Mitarbeiter der SBB zu wenig Rechte haben. Deshalb müssen jetzt andere ran, die von ihrem Arbeitgeber besser &#8220;mit Rechten ausgestattet&#8221; sind: Private Sicherheitskräfte. Nicht auszuschliessen, dass sich das wieder ändert, wenn das SBB-Personal mehr zu sagen hat und nicht mehr einfach darauf hoffen muss, dass die Schwarzfahrer freiwillig zahlen oder freiwillig ihre Personalien angeben oder die Polizei rechtzeitig vor Ort ist.</p>
<p>Neu wird es im ZVV einen speziell ausgebildeten Sicherheitsdienst, Präventionsassistenten und entsprechendes Kontrollpersonal geben. Die bisherige durchgehende Zugbegleitung aller S-Bahn-Züge nach 21 Uhr wird dafür abgeschafft.</p>
<p>Im TagesAnzeiger beschreibt der ZVV die Änderungen an einem konkreten Beispiel:</p>
<blockquote><p><strong>Statt eine Zweierpatrouille in der leeren S 29 spätabends durchs Weinland rattern zu lassen, steigt die Patrouille in Winterthur aus. Dafür wird eine S 12 zwischen Zürich und Dietikon bei Bedarf von acht Sicherheitskräften kontrolliert.</strong><br />
<em>TagesAnzeiger Online, 1. September 2010</em></p></blockquote>
<p>In Zukunft werden nicht mehr einfach zwei, drei S-Bahn-Zugbegleiter die Kontrollen durchführen, sondern ein Team zusammengesetzt aus S-Bahn-Zugbegleitern, Sicherheitsleuten und je nach Situation auch Transportpolizei. Vorallem auf den problematischen Linien S3, S5, S9 und S12 dürfte es inskünftig zu schärferen Kontrollen kommen. Und so sieht das Sicherheitskonzept des ZVV in Zukunft aus:</p>
<ul>
<li><strong>Transportpolizei</strong>: 85 ausgebildete Polizisten in blauen Uniformen mit gelbem Gilet, Handschellen, Schlagstock, Pfefferspray und der Kompetenz, Personen vorläufig festzunehmen.</li>
<li><strong>Sicherheitsdienst</strong>: 250 ausgebildete Securitas-Mitarbeiter in blauen Uniformen, die für Ruhe und Ordnung sorgen, aber unbewaffnet sind. Sie treten tagsüber in Zweier-, nachts in Vierer- oder Sechserpatrouillen auf.</li>
<li><strong>Ticketkontrolleure</strong>: 140 SBB-Angestellte, die zu viert oder zu acht stichprobenweise Tickets kontrollieren. Sie sind per Handy mit Transportpolizei und Sicherheitsdienst verbunden.</li>
<li><strong>Präventionsassistenten</strong>: 30 Angestellte der Transportpolizei in violetten Gilets suchen früh mit Gesprächen den Kontakt zu Problemgruppen.</li>
</ul>
<p>Gemäss der Eisenbahnergewerkschaft SEV werden dadurch einige SBB-Mitarbeiter ihren bisherigen Job nicht mehr ausüben können. An ihre Stelle treten nun die oben beschriebenen Sicherheitskräfte. Die SBB ist aber darum bemüht, für diese Mitarbeiter entsprechende Lösungen zu suchen. Meine Vermutung: Sie kommen nach einer Weiterbildung zu uns Fernverkehrs-Zugbegleitern, was mich natürlich sehr freuen würde.</p>
<h3>Mein Fazit</h3>
<p>Ich finde es toll, dass der ZVV etwas für mehr Sicherheit auf den S-Bahnen unternimmt. Die Fahrgäste dürfen sich in Zukunft sicherer fühlen.</p>
<p>Gleichzeitig bedauere ich, dass dadurch einige Kolleginnen und Kollegen ihren bisherigen Arbeitsplatz verlieren und sich umorientieren müssen. Glücklicherweise hilft ihnen die SBB und verspricht, dass es zu keinen Entlassungen kommt. Die Mitarbeiter finden also innerhalb des Unternehmens eine andere Stelle.</p>
<p>Die Aufteilung in Transportpolizei, Sicherheitsdienst und Präventionsassistenten begrüsse ich. Für letztere durfte die SBB ja in Zusammenhang mit dem <a href="http://www.railfair.ch/data_access/railfair/downloads/railfair/RailFair-d.pdf">Projekt RailFair</a> sehr gute Erfahrungen machen.</p>
<p>Last but not least: Ich hoffe, dass die SBB uns in Zukunft die Möglichkeit geben wird, auch solche Leute dingfest zu machen, die &#8220;ihre Rechte ganz gut kennen&#8221;. Denn für mich als Zugbegleiter ist es ganz schön peinlich, wenn dann rund um diesen Fahrgast herum Leute sitzen, die für ihre Fahrt bezahlt haben.</p>
<p>(Gleichzeitig muss ich natürlich auch gestehen, dass solche Fahrgäste sehr, sehr selten vorkommen. Noch! Es betrifft vielleicht einen unter 10&#8217;000. Denn die meisten lassen sich durch gute &#8220;Argumente&#8221; und entsprechendes Auftreten zum Zahlen überreden.)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Streetparade 2010: Der bemitleidenswerteste Raver des Tages</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/08/24/streetparade-2010-der-bemitleidenswerteste-raver-des-tages/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 09:11:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Streetparade. Ein Grossereignis voller verrückter Leute. An einem solchen Tag sehe ich immer so einiges und es braucht viel, um mich aus dem Konzept zu bringen. Doch ein Fahrgast und seine - nicht mehr anwesende - Freundin schafften genau dies. Deshalb ist er der bemitleidenswerteste Raver der Streetparade 2010.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Die Streetparade. Ein Grossereignis voller verrückter Leute. An einem solchen Tag sehe ich immer so einiges und es braucht viel, um mich aus dem Konzept zu bringen. Doch ein Fahrgast und seine &#8211; nicht mehr anwesende &#8211; Freundin schafften genau dies. Deshalb ist er der bemitleidenswerteste Raver der Streetparade 2010. Mehr dazu am Ende dieses Artikels.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a title="Zomercarnaval 2010 Rotterdam 3 by Gerard Stolk, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/gerardstolk/4848751767/"><img class="aligncenter" src="http://farm5.static.flickr.com/4140/4848751767_157aec9538.jpg" alt="Zomercarnaval 2010 Rotterdam 3" width="449" height="369" /></a></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) Gerard Stolk (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></p>
<h3>Voller Zug, voller Bahnhof</h3>
<p>Von Chur aus ging meine Tour via Zürich zuerst nach Arth-Goldau. Wie es in diesem Zug aussah, das könnt ihr euch nur vorstellen, wenn ihr selber mal während eines Streetparade-Samstags abend um 21:00 Uhr vom HB wegfahren wollt. Der Zug war gestossen voll bis auf den letzten Stehplatz!</p>
<p>In den S-Bahnen mag es dies auch mal unter der Woche in der Hauptverkehrszeit geben. Im Fernverkehr hingegen sind dermassen gefüllte Züge eine Seltenheit.</p>
<p>Aber nicht nur im Zug, auch im Hauptbahnhof selber hielten sich unzählige Menschen auf! Vor den Billettautomaten standen die Raver Schlange, wie sonst nur die 14jährigen Mädchen am Ticketcorner-Schalter vor einem Robbie Williams-Konzert. Wie es an den bedienten Schaltern aussah, will ich gar nicht wissen&#8230;</p>
<h3>Billett lösen? Keine Zeit!</h3>
<p>Die Streetparade ist ein grossartiges Fest. Die Leute sind gut drauf, es läuft super Musik und die Stimmung: Einfach genial! Klar, dass die Raver diese Zeit bis zur letzten Minute geniessen wollen. Und dann reicht die Zeit halt nicht mehr in allen Fällen zum Billett lösen.</p>
<p>Bei den langen Schlangen vor den Automaten warteten die Raver locker 10 &#8211; 15 Minuten, nur um ein ganz normales Billett zu lösen. Als dann die ersten Fahrgäste vor dem Zug zu mir kamen und fragten, ob sie auch im Zug lösen könnten, war für mich klar, dass ich in dieser ausserordentlichen Situation auf den Zuschlag von zehn Franken verzichte.</p>
<p>Nicht mal der fieseste Kondukteur würde in einer solchen Situation knallhart den Zuschlag verlangen.</p>
<p>Nun gut, meinem Chef wird es zwar nicht gefallen; der beschwerte sich schon einmal darüber, dass ich zu viele Tickets ohne Zuschlag verkaufe und somit viel zu nett zu den Reisenden bin. Aber an diesem Abend, bei diesem vollen Bahnhof und den langen Schlangen vor den Automaten, fand ich es nur menschlich, so kulant zu sein.</p>
<h3>Raver-Zug ins Tessin</h3>
<p>Danach fuhren wir mit einem Doppel-ICN nach Arth-Goldau. Dort stieg ich aus, bevor der Zug seine Fahrt ins Tessin fortsetzte. Und wisst ihr was? Ich habe in diesem Zug einen Umsatz gemacht, wie sonst in einer ganzen Woche! Gäbe es bei der SBB für jeden Verkauf eine <a href="http://schweizweit.net/2008/07/25/kopfgeld-fuerr-kondukteure-bei-der-deutschen-bahn/">Provision</a>: An diesem Tag wäre ich reich geworden.</p>
<p>Im verregneten Arth-Goldau wartete ich dann auf den Eurocity 24 aus dem Tessin. Auch bekannt als Cisalpino. Dieser kam dann auch. <strong>Für Cisalpino-Verhältnisse sogar pünktlich!</strong> Er hatte nämlich bloss 14 Minuten Verspätung.</p>
<h3>Wann fahren wir denn nun ab?</h3>
<p>Etwa zehn Minuten vor meinem Zug kam dann aber noch der Vorläufer. Eine ICN-Komposition, welche genau die gleiche Route fuhr. Pünktlich zur fahrplanmässigen Abfahrtszeit wollte der Zugchef abfertigen (dem Zug die Erlaubnis zur Abfahrt geben), als seine Lehrtochter insistierte: &#8220;Hast du das SMS nicht gesehen? Heute fahren wir auf der Fahrlage des EC24! Wir dürfen also erst um 22:13 Uhr abfahren!&#8221; Der Zugchef wusste von nichts.</p>
<p>Sie zeigte ihm das SMS, welches er nicht erhalten hat. Daraufhin runzelte er die Stirn: &#8220;Stimmt. Das ist aber komisch&#8230;&#8221; Kurzerhand nahm er sein Handy hervor, um den Fahrdienstleiter anzurufen. &#8220;Du, wann dürfen wir nun abfahren? Jetzt schon oder erst mit 13?&#8221;</p>
<p>Der Fahrdienstleiter schien sich auch nicht mehr sicher zu sein und bat um einen Moment Geduld. Eine halbe Minute später kam dann das OK: &#8220;Ihr dürft jetzt schon fahren!&#8221; So fuhr der ICN um 22:12 ab.</p>
<h3>Der Cisalpino und seine Toiletten</h3>
<p>Zehn Minuten später kam dann auch mein Zug. Auf dem Cisalpino bin ich nicht ausgebildet. Deshalb musste ich auch nicht wirklich viel arbeiten. Der Zugchef machte die meiste Arbeit. Was ich aber weiss: Es gibt laut Handbuch genau 52 Gründe, weshalb die hochmodernen Toiletten auf diesem hochzuverlässigen Zug nicht funktionieren.</p>
<ul>
<li>Der Benutzer vor dir vergass zu spülen? WC verschliesst sich automatisch.</li>
<li>Auf der Toilettenbrille liegt Papier? Der Sensor merkt dies und das WC verschliesst sich automatisch.</li>
<li>In der Schüssel ist zu wenig oder zu viel Wasser? Das WC verschliesst sich automatisch.</li>
<li>usw&#8230;</li>
</ul>
<p>Das Ein- und Aussteigen in Arth-Goldau und Zug ging nicht ganz so rasch voran, wie wir es uns wünschten. Ein paar Türen waren defekt.</p>
<p>Irgendwann kam ich dann aber doch wieder in der Festhütte Zürich HB an. Viel weniger Leute als vor zwei Stunden hatte es nicht. Aber die Schlange vor den Billettautomaten ist kürzer geworden.</p>
<p>Jetzt hatte ich eine Pause. Und die war wohlverdient!</p>
<p>Ich knabberte an einem Snack, trank meinen Eistee (wie in jeder Pause, egal in welchem Bahnhof) und las weiter im Buch <em>The Definitive Book of Body Language</em> von Allan &amp; Barbara Pease. Sehr unterhaltend geschrieben und man lernt dabei auch noch was.</p>
<h3>Kurzfristiger Einsatz beim Extrazug</h3>
<p>Kurz nach Mitternacht rief mich dann der Einteiler an. Der Extrazug um 01:00 in Richtung Olten, Langenthal, Herzogenbuchsee, Burgdorf, Bern brauche noch jemanden, der ihn vorbereite. Alles klar, wird gemacht!</p>
<p>Der Zug kam bereits von irgendwoher an und wurde in Zürich noch mit drei Wagen (EWII) verstärkt. Diese uralten Wagen mussten noch gebremst und kontrolliert werden.</p>
<p>Eine Arbeit von 5 Minuten. Eigentlich. Aber nicht an der Streetparade!</p>
<p>Bestimmt an die vierzig bis fünfzig Mal wurde ich gefragt, ob dieser Zug nach XY fährt. Manchmal war meine Antwort ja, manchmal nein. Und während ich von Ravern regelrecht bestürmt wurde, machte ich die Bremsprobe. Eigentlich ein <em>No Go</em>. In der Ausbildung brachte man uns bei, während der Bremsprobe keine Auskünfte zu geben. Aus Sicherheitsgründen. An der Streetparade hingegen ging es einfach nicht anders.</p>
<h3>Bahnpolizei sorgt für ein sicheres Abfahren</h3>
<p>Kurz vor der Abfahrt kam dann noch ein Trupp Bahnpolizisten. Es waren sechs, um genau zu sein. Die sorgten dafür, dass es während der Abfahrt zu keinem Unglück kommt. Und die Bahnpolizisten waren bitter nötig! Tatsächlich hingen ein paar Raver zu den Fenstern hinaus, während andere versuchten, auf den abfahrenden Zug aufzuspringen.</p>
<p>Ich ging danach wieder zurück in den Aufenthaltsraum, um mich auf meine letzte Fahrt vorzubereiten: Um 02:12 Uhr mit dem Extrazug nach Chur.</p>
<h3>Der Streetparade-Extrazug Zürich &#8211; Chur</h3>
<p>Glücklicherweise war dies eine IC-Doppelstock-Komposition. Da macht der Lokführer die Bremsprobe selber, auf dem Führerstand. Ich und meine Zugchefin konzentrierten uns derweilen darauf, den Reisenden die richtigen Auskünfte zu geben. Bei so vielen Extrazügen mit diversen Halteorten keine einfache Aufgabe.</p>
<p>Die Fahrt selber verlief ruhig. Aggressionen gab es &#8211; wie auch in den Jahren zuvor &#8211; keine. Ich habe gelernt: Raver sind zwar betrunken und vollgestopft mit Drogen bis oben hin, aber niemals aggressiv.</p>
<p>Ein paar Fahrgäste schliefen so tief und fest, dass ich hätte Gewalt anwenden müssen, um sie zu wecken. Und wer mich kennt, der weiss: Das ist nicht meine Art; ich bin eine ruhige Natur. Auch wenn kürzlich ein Heini genau das Gegenteil behauptete.</p>
<p>Glücklicherweise hatten wir zwei Securitas dabei. Die kümmerten sich dann um die Schlafmützen und irgendwie brachten die jeden wach.</p>
<h3>Ein Fahrgast, der einem einfach nur leid tut</h3>
<p>Zwischen Flums und Sargans traf ich dann auf den bemitleidenswertesten Fahrgast des Tages.</p>
<p>&#8220;Grüezi wohl, Billett bitte!&#8221; Er schlief, liess sich aber leicht wecken.</p>
<p>&#8220;Fabienne? Fabienne! Hallo, Fabienne?!&#8221;, rief er in den Raum und schaute sich suchend um.</p>
<p>Die Fabienne habe die Billette, erzählte er mir. Und er finde sie nirgends.</p>
<p>&#8220;Wer ist denn die Fabienne?&#8221;, wollte ich wissen. &#8220;Meine Freundin.&#8221;, sagte er; nicht ganz ohne Stolz.</p>
<p>Ich vermutete, dass die Fabienne rasch auf die Toilette ging und bald wieder zurück kommen wird. Damit ich wusste, wie viel Zeit ich habe, um nochmals bei diesem Fahrgast vorbei zu schauen, fragte ich ihn, wohin er den reisen möchte.</p>
<p>&#8220;Nach Glarus.&#8221;, kam die Antwort. Doch dazu hätte er vor einer halben Stunde in Ziegelbrücke umsteigen müssen.</p>
<p>Ich runzelte die Stirn, sah vermutlich ziemlich erstaunt aus und stellte wahrscheinlich genau die Frage, welche die anderen Fahrgäste rund um uns herum auch stellten: &#8220;Jetzt sagen Sie mir aber nicht, Ihre Fabienne sei in Ziegelbrücke ohne Sie ausgestiegen?!&#8221;</p>
<p>Noch bevor der junge Mann antworten konnte, schaltete sich ein anderer Reisender vom nächsten Abteil ein: &#8220;Hatte die Fabienne ein kurzes, hellgrünes Top an? Tatsächlich?! Ja, die ist in Ziegelbrücke ausgestiegen.&#8221;</p>
<p>Autsch!!!</p>
<p>Tatsächlich hatte die Fabienne ihren Freund ganz einfach sitzen gelassen. Ihm also sozusagen einen Korb gegeben. That hurts!</p>
<p>Ich erklärte ihm dann, dass in zwei Stunden der nächste Interregio nach Ziegelbrücke fährt und er dann auf diese Weise bald zu Hause ist.</p>
<p>Auf der Weiterfahrt nach Chur sinnierten ich und die Zugchefin darüber, weshalb er wohl einfach so sitzen gelassen wurde. Nun, wir wissen ja nicht, was da in Zürich während der Streetparade so alles geschehen ist. Vielleicht hat er einfach der falschen Frau hinterher geschaut. ;-)</p>
<h3>Auch schon wach?</h3>
<p>In Chur angekommen, trafen wir dann auch schon auf den Frühdienst. &#8220;Auch schon wach?&#8221;, wurde ich begrüsst. &#8220;Ja, schon lange.&#8221;, antwortete ich. &#8220;Und deshalb gehe ich jetzt auch nach Hause und ins Bett!&#8221;</p>
<p>&#8220;Ah, du warst an der Streetparade.&#8221;, hörte ich noch, bevor ich an diesem kühlen Morgen durch die Strassen Churs lief.</p>
<p>PS: Natürlich sind sämtliche Namen in diesem Artikel geändert.</p>
<h3>Weitere Artikel aus dem Leben eines Kondukteurs</h3>
<ul>
<li><a href="http://schweizweit.net/2007/05/27/tausende-franken-im-zug-gestohlen/">Tausende Franken im Zug gestohlen</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2007/04/29/ich-hatte-gerne-einen-campari-soda/">Ich hätte gerne einen Campari Soda&#8230;</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2007/08/31/ga-in-abfalleimer-geworfen/">GA in Abfalleimer geworfen</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2007/10/03/nette-anmache-vor-dem-zug/">Nette Anmache vor dem Zug</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2007/10/19/grenadier-schlagt-kondukteur-nieder/">Grenadier schlägt Kondukteur nieder</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2007/10/11/der-potthassliche-alkoholisierte-fahrgast/">Der potthässliche, alkoholisierte Fahrgast</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2007/10/04/die-8-dummsten-schwarzfahrer-ausreden/">Die 8 dümmsten Schwarzfahrer-Ausreden</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2007/11/19/wie_sich_eine_reisende_im_luegenkonstrukt_verfaengt/">Wie sich eine Reisende im Lügenkonstrukt verfängt</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2008/07/10/ein-kondukteur-wird-belastigt/">Ein Kondukteur wird belästigt</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2008/08/15/gedachtniskunstler-kondukteur/">Gedächtniskünstler Kondukteur?</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2008/10/31/schwarzfahren-nach-sbb-bewerbungsgesprach/">Schwarzfahren nach SBB-Bewerbungsgespräch</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2009/02/26/dreiste-sbb-kundin-will-kondukteur-ubers-ohr-hauen/">Dreise SBB-Kundin will Kondukteur übers Ohr hauen</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2009/01/09/chur-zivilfahnder-verhaften-jugendlichen-vor-intercity/">Zivilfahnder verhaften Jugendlichen vor Intercity</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2009/07/14/englander-in-landquart-schwer-gesturzt/">Engländer in Landquart schwer gestürzt</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2009/07/07/papis-berufskarriere/">Papis Berufskarriere</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2009/05/05/versteckte-kamera-oder-einfach-nur-zufall/">Versteckte Kamera? Oder einfach nur Zufall?</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2009/11/12/mitleid-mit-dem-kondukteur/">Mitleid mit dem Kondukteur</a></li>
<li><a href="http://schweizweit.net/2009/10/20/zickenkrieg-im-interregio/">Zickenkrieg im Interregio</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wiä sträng fahret d&#8217;Ihr?</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/08/17/wia-strang-fahret-dihr/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 09:11:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Was versteckt sich hinter dem berndeutschen Ausdruck "Wiä sträng fahret d'Ihr?"?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="wp-caption aligncenter" style="width: 443px">
	<a title="15.1_0146_37_Office by Andreas Hobi, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/andreashobi/4811884272/"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4094/4811884272_aba667213a.jpg" alt="15.1_0146_37_Office" width="443" height="313" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Im Zug trifft man Mitreisende aus allen Nationalitäten und mit den verschiedensten Sprachen.</p>
</div>
<p style="text-align: center;">
<p>Heute habe ich für euch mal wieder ein Rätsel. Es geht dabei um eine Aussage, die ein Kunde mir gegenüber machte.</p>
<p>Als Zugbegleiter hat man es ja mit verschiedenen Nationalitäten und Sprachen zu tun. Engländer, Amerikaner, Spanier, Franzosen, Italiener, Deutsche&#8230; Walliser, Basler, Berner&#8230;</p>
<p>Und genau um einen Berner geht es heute. Ich kenne viele Berner und hatte bisher noch nie wirklich Probleme, diese zu verstehen. Wie denn auch, die sprechen ja alle so schön langsam. ;-)</p>
<p>Diesmal war es ein bisschen anders. Der Berner trat in Zürich HB an mich heran mit einer an und für sich ganz einfachen Frage. Leider verstand ich sie beim ersten Mal nicht. Und auch nicht beim zweiten Mal. Beim dritten Mal habe ich mich dann entschuldigt und ihm gesagt, dass ich beim besten Willen nicht verstehe, was er mich fragen wolle. Dabei war es doch nur ein ganz einfacher Satz:</p>
<p><strong>&#8220;Wiä sträng fahret d&#8217;Ihr?&#8221;</strong></p>
<p>Zuerst runzelte ich die Stirn und stellte eine Gegenfrage: &#8220;Sie wollen wissen, wie schnell wir fahren?&#8221; Doch er verneinte und stellte die Frage nochmals, diesmal mit einer deutlichen Betonung auf <em>sträng</em>.</p>
<p>Streng hat mit Anstrengung, Kraft zu tun, schoss es mir durch den Kopf. Vielleicht will der Kunde irgendwas technisches über den Zug wissen? Doch auch das war es nicht, was er suchte.</p>
<p>Er stellte die Frage nochmals und ich musste inzwischen schon schmunzeln über den Gedanken, dass wir beide zwar schweizerdeutsch sprachen, uns aber trotzdem nicht verstanden.</p>
<p>Dann endlich fand ich heraus, was der Herr von mir wissen wollte.</p>
<p>Findet ihr es auch heraus? Meine Berner Leser mit Sicherheit! Scheint ja ein geläufiger Ausdruck zu sein im Bärndütsch. Aber ob es die anderen Leser auch herausfinden? Ich bin gespannt! ;-)</p>
<p>(Die Auflösung erfolgt demnächst in den Kommentaren, nachdem ihr eure Vermutungen niedergeschrieben habt.)</p>
<p style="text-align: right;"><em><span style="font-size: xx-small;">Bild © SBB AG<br />
</span></em></p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>35</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Billette sind nicht zum Fressen da!</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/08/05/billette-sind-nicht-zum-fressen-da/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 09:11:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer schön die Hände putzen! Dies gilt in meinem Job vor jeder Pause und bei Feierabend. Nicht nur, weil wir bei unserer Arbeit mit den verschiedensten Materialien in Kontakt kommen, sondern auch, weil es unter den Fahrgästen ein paar unappetitliche Reisende gibt…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Immer schön die Hände putzen! Dies gilt in meinem Job vor jeder Pause und bei Feierabend. Nicht nur, weil wir bei unserer Arbeit mit den verschiedensten Materialien in Kontakt kommen, sondern auch, weil es unter den Fahrgästen ein paar unappetitliche Reisende gibt…</strong></p>
<p>Es kommt fast täglich vor, und trotzdem habe ich mich nach bald sechs Jahren Zugbegleitung nicht daran gewöhnen können: Reisende, welche ihr Billett &#8220;zum Fressen gern&#8221; haben.</p>
<p>Wirklich! Ist kein Witz!</p>
<p>Die stecken tatsächlich ihren Fahrausweis in den Mund, bevor sie ihn mir in die Hand drücken. Eklig.</p>
<p>Oft läuft es in etwa so ab:</p>
<ul>
<li>Person nimmt Portemonnaie hervor</li>
<li>Person entnimmt Papierbillett</li>
<li>Person steckt Papierbillett zwischen die Lippen (&#8220;Zwischenablage&#8221;)</li>
<li>Person sucht das Halbtax im Portemonnaie</li>
<li>Person übergibt mir Halbtax und Billett</li>
</ul>
<p>Anstatt also das Billett mir zu geben oder auf dem Tisch zu lagern, bis sie auch das Halbtax gefunden haben, tendieren gewisse Personen dazu, ihr Billett mit den Lippen festzuhalten. Den Sinn dahinter verstehe ich leider nicht.</p>
<p>Ich bin dann immer darum bemüht, das Billett nicht unbedingt an der Stelle anzulangen, an der es im Mund war. Trotzdem finde ich die ganze Sache ziemlich unhygienisch und eigentlich auch unhöflich dem Zugpersonal gegenüber.</p>
<p>Glücklicherweise stecken sich viele dieser etwas speziellen Fahrgäste das Billett nur ganz wenig an einer Ecke in den Mund, so dass ein Grossteil des Billettes nicht &#8220;kontaminiert&#8221; ist. <strong>An einen Fahrgast mag ich mich aber erinnern, der sich im Hochsommer, schweissgebadet, das Billett regelrecht in den Mund geschoben hat!</strong> Dem hätte ich am liebsten die Kondukteur-Zange entgegengestreckt und ihm gesagt: &#8220;Lochen Sie Ihr Billett gefälligst selbst, Sie Schwein!&#8221;</p>
<p>Ich konnte mich dann aber gerade noch zurückhalten. ;-)</p>
<p>Vielleicht muss ich mir für die Zukunft mal noch etwas einfallen lassen. Eine Möglichkeit wäre es zum Beispiel, bei solchen Kunden demonstrativ Latexhandschuhe aus dem Hosensack zu zaubern, anzuziehen und dann erst das Billett in die Hand zu nehmen. Das Gelächter der rundum sitzenden Fahrgäste wäre mir vermutlich sicher!</p>
<p style="text-align: center;"><a title="Latex gloves for sale! von fortes bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/fortes/265845015/"><img class="aligncenter" src="http://farm1.static.flickr.com/89/265845015_31520b3bfc.jpg" alt="Latex gloves for sale!" width="443" height="295" /></a></p>
<p>Oder aber ich nehme das Billett gar nicht selber in die Hand, sage dem Kunden, wie er es zu halten hat und loche es dann &#8220;aus sicherer Entfernung&#8221;. Wäre auch was&#8230;</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) fortes (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>SBB sucht Personal für ihre Reisezüge</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/06/22/sbb-sucht-personal-fur-ihre-reisezuge/</link>
		<comments>http://schweizweit.net/2010/06/22/sbb-sucht-personal-fur-ihre-reisezuge/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 09:11:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Quereinsteiger willkommen: Die SBB bietet ab Herbst 2010 spannende Ausbildungen zu vollem Lohn für Zugbegleiter an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Quereinsteiger willkommen: Die SBB bietet ab Herbst 2010 spannende Ausbildungen zu vollem Lohn für Zugbegleiter an.</strong></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 448px">
	<img src="http://img.photobucket.com/albums/v232/eastunited/Kondi.jpg" alt="" width="448" height="322" />
	<p class="wp-caption-text">Kondukteur bei seiner Arbeit (Bild © SBB)</p>
</div>
<p>Die SBB sucht Quereinsteiger, die bei vollem Lohn eine zwölfmonatige, praxisorientierte und vielfältige Ausbildung als Reisezugbegleiterin / Reisezugbegleiter beginnen wollen.</p>
<p>Für den anspruchsvollen Bahnberuf sind initiative Personen mit viel Kundenorientierung gefragt. Sie kontrollieren nicht nur Fahrausweise, sondern erteilen auch Auskünfte und überwachen die technischen Einrichtungen im Zug.</p>
<p>Unregelmässige Arbeitszeiten ermöglichen eine flexible Freizeitgestaltung.</p>
<p>Die Ausbildungen beginnen am 1. Oktober 2010 in Basel, Brig, Interlaken Ost, Luzern, Romanshorn, Zürich und St. Gallen. Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufslehre, gutes Deutsch und Französisch sowie die Bereitschaft, eine weitere Sprache zu erlernen.</p>
<p>Für weitere Auskünfte stehen folgende Personen gerne zur Verfügung:</p>
<p><strong>Brig</strong>: Herr Raffaello Bigatti, Tel. 051 281 37 18<br />
<strong>Basel</strong>: Chefs Fernverkehrspersonal, Tel. 051 229 03 50<br />
<strong>Interlaken Ost</strong>: Herr Daniel Bangerter, Tel. 051 281 51 84<br />
<strong>Luzern</strong>: Herr Sacha Rüede, Tel. 051 227 32 27<br />
<strong>Romanshorn und St Gallen</strong>: Herr Felix Dunkel, Tel. 051 228 33 34</p>
<p>Fühlen Sie sich angesprochen? Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen mit Angabe des gewünschten Arbeitsorts und der Referenznummer senden Sie bitte an: SBB AG, HR Shared Service Center, OPT-T4/JBT, Rue de la Carrière 2a, 1701 Fribourg oder per E-Mail an bewerbungen@sbb.ch. Ref:67658</p>
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		<item>
		<title>Stallwache bei Kondukteuren?</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/06/17/stallwache-bei-kondukteuren/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 09:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Beruf gefällt mir! Das habe ich hier wohl schon öfters erwähnt. Aber auch im schönsten Beruf gibt es Dinge, die einem mehr gefallen und Dinge, die einem weniger gefallen. Ich zum Beispiel mag den Frühdienst nicht wirklich. Doch wenn ich Frühdienst habe, dann am liebsten die "Stallwache"! Doch was ist das überhaupt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Mein Beruf gefällt mir! Das habe ich hier wohl schon öfters erwähnt. Aber auch im schönsten Beruf gibt es Dinge, die einem mehr gefallen und Dinge, die einem weniger gefallen. Ich zum Beispiel mag den Frühdienst nicht wirklich. Doch wenn ich Frühdienst habe, dann am liebsten die &#8220;Stallwache&#8221;! Doch was ist das überhaupt?</strong></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 260px">
	<a title="sleeping beauty von atomicshark bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/atomicshark/146958375/"><img src="http://farm1.static.flickr.com/46/146958375_2c6b8045da.jpg" alt="sleeping beauty" width="260" height="347" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Noch befindet sich diese junge Frau im Land der Träume.</p>
</div>
<p style="text-align: center;">
<p>Für mich und die meisten anderen Zugbegleiter ist es selbstverständlich, dass es die sogenannte Antrittsreserve gibt. Doch in Gesprächen mit Freunden und Bekannten stelle ich immer wieder fest, dass sie diese Art von Arbeit ziemlich sonderbar finden. Deshalb dachte ich, dass es auch euch interessieren könnte, was wir da so tun.</p>
<h3>Um was geht es?</h3>
<p>Im Grunde genommen ist es ganz einfach: Es gibt Menschen, die haben Mühe, morgens in die Gänge zu kommen. Und es gibt Menschen, die verschlafen.</p>
<p>Bei vielen Berufen ist das nicht so schlimm; dann kommt man halt ein bisschen später ins Büro und geht abends später nach Hause.</p>
<p>Bei den Zugbegleitern ist das nicht ganz so einfach. Die Fahrgäste hätten wohl keine Freude, wenn es ganz lapidar heisst: Jänu, dann fährt der Zug halt ein bisschen später; der Kondukteur ist gerade aufgestanden und kommt bald zur Arbeit.</p>
<p>Deshalb gibt es die Antrittsreserve, oder wie ich sage: Stallwache.</p>
<h3>Wie funktioniert das?</h3>
<p>In Chur beginnt die Stallwache um 4:15 Uhr. Ich komme ins Depot, gehe zu meinem persönlichen Spind, lege die privaten Utensilien dort hinein und nehme meine Arbeitsutensilien heraus. Ein Zimmer weiter befinden sich die Computer, wo ich mich einlogge und als erstes meine Tagestour aus dem Briefingtool drucke.</p>
<p>Im Briefingtool sehe ich alle relevanten Infos. Von wann bis wann arbeite ich? Wo und wann habe ich Pause? Welche Züge begleite ich? Wer arbeitet nebst mir auf diesen Zügen (inklusive Telefonnummer etc.)? Welche Gruppen haben Plätze reserviert? Was gibt es sonst noch zu beachten? Ausserdem hat die SBB die Möglichkeit, zusätzliche Infos ins Briefingtool einzufügen. Dies geschieht zum Beispiel bei Fussballspielen. So erfahren wir, wann und wo ein entsprechendes Spiel stattfindet, wie viele Reisende erwartet werden, und andere wichtige Dinge.</p>
<p>Auch wir Zugbegleiter können selber Infos einfügen. Entweder nur für bestimmte Züge, oder aber auch für bestimmte Bahnhöfe (und somit automatisch für alle Züge, welche diesen Bahnhof anfahren).</p>
<p>Nachdem ich die Infos aus dem Briefingtool gedruckt habe, starte ich das nächste Programm auf: Im Mailprogramm öffne ich ein Email, welches mir der Einteiler geschickt hat. In einer angehängten Excel-Tabelle habe ich fein säuberlich aufgeführt eine Liste aller Mitarbeitenden, die heute arbeiten <span style="text-decoration: line-through;">müssen</span> dürfen.</p>
<p>Sobald ich diese Liste gedruckt habe, rufe ich den Einteiler an und teile ihm mit, dass ich im Depot bin. So weiss er, dass ich nicht verschlafen habe.</p>
<p><strong>Und nun beginnt die Stallwache:</strong> Ich mache es mir im Depot bequem und streiche nach und nach alle Mitarbeiter, die zur Arbeit erscheinen, von der Liste. Pro Stunde sind das um diese Uhrzeit jeweils zwei bis sechs Personen.</p>
<p>Sollte mal jemand nicht pünktlich erscheinen, versuche ich, ihn anzurufen. Falls das nicht klappt, muss ich den Einteiler verständigen und der entscheidet dann, wie es weiterläuft. Manchmal muss ich dann für den abwesenden Mitarbeiter einspringen, manchmal zieht er von einem anderen &#8211; doppelt besetzten &#8211; Zug einen Mitarbeiter ab oder er findet andere Lösungen.</p>
<p>Nach dieser äusserst anstrengenden Arbeit (*g*) gilt es auch für mich noch ernst: Selbstverständlich muss ich so oder so auch noch ein bisschen Billette kontrollieren gehen. Basel retour steht auf dem Programm. Aber immerhin konnte ich gemütlich in den Tag starten. Sofern niemand verschlafen hat. ;-)</p>
<p style="text-align: right;"><em><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) atomicshark (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></em></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Zugbegleiter aus aller Welt (Fotos)</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/06/10/zugbegleiter-aus-aller-welt-fotos/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 09:11:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Schweizer Kondukteur kennt ihr wohl alle. Heute schauen wir mal, wie denn meine Arbeitskollegen in Texas, Portland, Norwegen, Taunton und in Indien ausschauen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="wp-caption aligncenter" style="width: 320px">
	<img title="Kondukteur SBB" src="http://img.photobucket.com/albums/v232/eastunited/00005526.jpg" alt="Foto © SBB" width="320" height="212" />
	<p class="wp-caption-text">Foto © SBB AG</p>
</div>
<p>Den Schweizer Kondukteur kennt ihr wohl alle. Heute schauen wir mal, wie denn meine Arbeitskollegen in Texas, Portland, Norwegen, Taunton und in Indien ausschauen. (Wobei die Fotos aus Norwegen und Taunton in / vor Nostalgiebahnen und nicht in Linienzügen geschossen wurden.)</p>
<p><strong>Um die Fotos zu vergrössern, einfach auf die Bilder klicken.</strong></p>
<p><a title="Conductor Ticket Check 2 von texas_mustang bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/astros/276307051/"><img src="http://farm1.static.flickr.com/80/276307051_0b7faa0942.jpg" alt="Conductor Ticket Check 2" width="447" height="298" /></a></p>
<p>↑ Die Dame scheint Freude an ihrer Arbeit zu haben! ;-) Und ihre Uniform ist auch ganz schick. Auf dem Abzeichen am Ärmel steht &#8220;TEXAS STATE RAILROAD ● TEXAS PARKS &amp; WILDLIFE DEP&#8221;</p>
<p>In goldenen Lettern prangt auf der Mütze ihre Berufsbezeichnung: CONDUCTOR. Und am Hals trägt sie ein Funkgerät. Ob sie damit in Kontakt mit einem zusätzlichen Mitarbeiter oder der Zentrale steht?</p>
<p><a title="MAX Ticket Inspector von davdaven bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/davdaven/2300779817/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2076/2300779817_06f6346c7a.jpg" alt="MAX Ticket Inspector" width="447" height="335" /></a></p>
<p>↑ In Portland, Oregon (USA) wurde dieses Foto geschossen. Von der Erscheinung her eher ein Polizist, doch laut der Beschreibung auf flickr.com soll es sich dabei um einen Fahrkartenkontrolleur handeln. Auch hier ist die Uniform &#8211; wie bei der Lady oben &#8211; tiptop herausgeputzt und alles glänzt so schön.</p>
<p>Am Gurt glaube ich zu erkennen: Handschellen, Funkgerät, Handy, Pfefferspray. Ob es sich hier wirklich nur um einen Zugbegleiter handelt? Ausserdem trägt er ein Headset mit einem Mikrofon beim Mund.</p>
<p><a title="Train... von Mr Jaded bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/jaded/2783545629/"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3128/2783545629_ed6c3516fc.jpg" alt="Train..." width="446" height="297" /></a></p>
<p>↑ Dieses Foto stammt aus Norwegen. Richtig nostalgisch, dieser Zug und dessen Zugbegleiter!</p>
<p>Wie es scheint, haben die Fahrgäste soeben etwas besonders interessantes gesehen.</p>
<p>Was der Zugbegleiter in den Händen hat, sieht zwar von weitem aus wie ein Schweizer Onlineticket im A4-Format, würde aber nicht in dieses Land und diesen Zug passen.</p>
<p><a title="TTI von Crowcombe Al bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/deerleap/2713831256/"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3119/2713831256_404a6bdf05.jpg" alt="TTI" width="336" height="500" /></a></p>
<p>↑ Beim Bild oben handelt es sich wohl um die West Somerset Railway aus der Nähe von Taunton (UK). Dem Zugbegleiter scheint es gut zu gehen, zufrieden reibt er seinen gut geformten Bauch. ;-)</p>
<p><a title="Frankfurt to Luxembourg 3/3 von DennisSylvesterHurd bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/dennissylvesterhurd/49199292/"><img src="http://farm1.static.flickr.com/24/49199292_26660002ac.jpg" alt="Frankfurt to Luxembourg 3/3" width="443" height="332" /></a></p>
<p>↑ Na sowas kennen wir doch! Ein deutscher Kollege! Topmotiviert wie immer! ;-) Und dann dieser ICE. Jo, der macht schon was her! Muss er auch, denn oft verbringen die Fahrgäste in diesen Zügen mehr Zeit, als ursprünglich geplant…</p>
<p><a title="henna dye von Marco di Pisa bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/marcoammannati/4252373066/"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4027/4252373066_2573bb0db3.jpg" alt="henna dye" width="443" height="333" /></a></p>
<p>↑ Und hier haben wir noch ein Bild, welches auf einer Reise von Old Dehli nach Jaipur gemacht wurde. Ein indischer Zugbegleiter streicht den Namen einer Reisenden von seiner Liste.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hygiene bei McDonald&#8217;s Schweiz: Prädikat ungenügend</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/05/27/hygiene-bei-mcdonalds-schweiz-pradikat-ungenugend/</link>
		<comments>http://schweizweit.net/2010/05/27/hygiene-bei-mcdonalds-schweiz-pradikat-ungenugend/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 May 2010 09:11:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab und zu esse ich bei McDonald's. Bisher war ich mit dieser Restaurant-Kette auch ganz gut zufrieden. Doch diesmal lief etwas gehörig schief!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p style="text-align: center;"><a title="McDonalds von loop_oh bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/loop_oh/4282658992/"><img class="aligncenter" src="http://farm5.static.flickr.com/4021/4282658992_3e72772b5d.jpg" alt="McDonalds" width="445" height="297" /></a></p>
<p>Als Zugbegleiter isst man meistens auswärts. Das bringt der Job einfach mit sich. Mit der Zeit entwickelt man dann so seine eigenen &#8220;Strategien&#8221;, wo man sich zu einer bestimmten Zeit sein Essen besorgt.</p>
<p>In <strong>Zürich</strong> ist das bei mir jeweils das Mitarbeiterrestaurant, welches den Bähnlern, Angestellten des HB, Polizei und anderen Blaulichtorganisationen offen steht.</p>
<p>In <strong>Bern</strong> gibt es einen Takeaway der Migros, in <strong>Biel</strong> eine Dönerbude und in <strong>Basel</strong> gehe ich jeweils in das Mitarbeiterrestaurant der Post.</p>
<p>Doch diese SV-Kantine der Post ist abends nur bis 18 Uhr offen und am Samstag / Sonntag komplett geschlossen. Zu diesen Randzeiten muss ich mir jeweils etwas anderes suchen.</p>
<p><strong>Diese Alternative ist oft der McDonald&#8217;s direkt neben dem Bahnhof.</strong></p>
<p>Auch am 23. April bestellte ich mir dort etwas. Diesmal sollte es ein Bigmac und ein Cheeseburger sein. Da ich am Takeaway-Schalter bestellte, hatte ich einen direkten Blick in die Küche. Dabei musste ich Erschreckendes sehen.</p>
<p>Eine Mitarbeiterin bereitete in der Küche die Burger zu. <strong>Während dem Zusammenstellen eines Burgers griff sie sich dann plötzlich an die Nase, danach an ihre hellblaue Schürze, danach an den Burger.</strong> Handschuhe trug sie keine.</p>
<p>Nun, unter &#8220;Hygiene&#8221; verstehe ich persönlich etwas anderes.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 450px">
	<a title="McDistance from a McDonalds von dullhunk bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/dullhunk/4092817659/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2608/4092817659_b4ee8f4646.jpg" alt="McDistance from a McDonalds" width="450" height="326" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Nur weil McDonald&#39;s aus den USA kommt, muss man noch lange nicht auf eine ordentliche Hygiene verzichten</p>
</div>
<p style="text-align: center;">
<p>Glücklicherweise geschah dies nicht bei einem Burger meiner Bestellung. Da war nämlich noch ein anderer Kunde. Nicht am Takeaway-Schalter, sondern drinnen im Restaurant. Ohne Blick in die Küche und auf die Zubereitung seines Essens.</p>
<p>Wie gesagt: Dies geschah am 23. April. Weshalb ich die Geschichte erst heute bringe? Ganz einfach: Ich habe die Medienverantwortliche von McDonald&#8217;s Schweiz um eine Stellungnahme gebeten und wollte unter anderem wissen, welche Hygienevorschriften bei McDonald&#8217;s bestehen, wie diese den Mitarbeitern kommuniziert werden und was die Firma unternimmt, um solche Vorfälle zu verhindern.</p>
<p>Ich habe lange auf die Antwort gewartet. <strong>Leider ist nie eine Rückmeldung eingetroffen.</strong></p>
<p>Aus der Sicht von McDonald&#8217;s Schweiz und Nicole Schöwel bin ich wohl bloss ein kleiner Blogger, auf den ja sowieso niemand hört. Und mit Bloggern redet man natürlich nicht, sondern nur mit den traditionellen Medien.</p>
<p>Egal. Ich habe auf alle Fälle meine Lehren daraus gezogen und werde in Zukunft immer ganz genau darauf achten, wie meine Bestellung bei McDonald&#8217;s Schweiz zubereitet wird.</p>
<p>Und wenn ich nur den leisesten Verdacht habe, dass da irgendwas nicht stimmt, dann verlange ich mein Geld zurück und sage, sie sollen den Burger doch gleich selbst essen. <strong>&#8220;Än Guäte!&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a title="Day 232 - McDonald's Double Quarter Pounder von JoeGray bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/joe_gray/3919558240/"><img class="aligncenter" src="http://farm3.static.flickr.com/2553/3919558240_da01beb5b2.jpg" alt="Day 232 - McDonald's Double Quarter Pounder" width="364" height="500" /></a></p>
<p>Kleine Randbemerkung: Natürlich bin ich mir bewusst, dass es in vielen Restaurants ohne direkten Einblick in die Küche noch viel schlimmer zu und her geht. Und natürlich arbeiten auch nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von McDonald&#8217;s so schmuddelig wie jene Dame an der Centralbahnstrasse in Basel.</p>
<p>Ich werde die Firma McDonald&#8217;s jedenfalls mal im Auge behalten und kann nicht ausschliessen, dass weitere Artikel noch folgen werden.</p>
<p><em>PS: Sehr geehrte Frau Schöwel, sehr geehrte Medienverantwortliche von McDonald&#8217;s Schweiz. Sie haben nicht auf meine Anfrage geantwortet. Vielleicht wollen Sie es jetzt tun. Schreiben Sie bitte Ihre Stellungnahme direkt unten in die Kommentare. Sollten Sie mit dem Kommentieren oder mit dem Web 2.0 im Allgemeinen Mühe haben, empfehle ich Ihnen wärmstens die Firma <a href="http://blogwerk.com/">Blogwerk</a>. Die können Ihnen sicher sagen, wie man mit Bloggern umgeht und wie es unter Umständen ausgehen kann, wenn man sie zu wenig ernst nimmt. Oder fragen Sie die Firma Orange. Die hat sich auch mal mit mir angelegt, was sie danach bereute und was sich für mich bis heute auszahlt. Nicht nur finanziell.<br />
</em></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">Bild 1 © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) loop_oh (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span><span style="font-size: xx-small;"><br />
Bild 2 © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) dullhunk (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)<br />
Bild 3 © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) JoeGray (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Burka im Zug</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/05/18/burka-im-zug/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 09:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Burka-Trägerin oder Fasnächtler: Für mich als Kondukteur macht das keinen Unterschied. Beide sind vermummt und beide muss ich kontrollieren. Aber wie eigentlich?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Burka-Trägerin oder Fasnächtler: Für mich als Kondukteur macht das keinen Unterschied. Beide sind vermummt und beide muss ich kontrollieren. Aber wie eigentlich?</strong></p>
<p>Jedes Jahr zur Fasnachtszeit ist es dasselbe. Es gibt immer ein paar ganz schlaue Köpfe, die eine Maske tragen, mir das GA oder ein anderes Abo entgegenstrecken und schauen, wie ich darauf reagiere.</p>
<p>Je nach Situation mache ich den Spass mit oder aber fordere die Person auf, die Maske kurz abzulegen. Kommt immer darauf an, wer vor mir sitzt und wie sich die Person verhält. <strong>Meistens aber kann ich die Situation dadurch lösen, indem ich einfach nach einem weiteren Ausweis frage.</strong> Wenn dort der gleiche Name steht, geht es für mich meistens in Ordnung. Einmal im Jahr muss man ja nicht so pingelig sein.</p>
<p>Bei den Personen, die ich aufforderte, rasch die Maske abzulegen, fand ich bisher jedenfalls noch nie jemanden, der mit einem fremden GA fuhr.</p>
<p><strong>Wie schaut es nun aber mit Burka-Trägerinnen aus?</strong></p>
<p>Auch diese sind vermummt. Wenn auch aus anderem Grund als die Fasnächtler. Und hier kann ich auch nicht einfach so mal darum bitten, das Gesicht zu entblössen. Erst recht nicht, wenn der Ehemann daneben sitzt.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 442px">
	<a title="MOSQUE BURQA von deepchi1 bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/deepchi/3750808363/"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3484/3750808363_496bfd2419.jpg" alt="MOSQUE BURQA" width="442" height="422" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Diese Dame trägt einen Niqab</p>
</div>
<p style="text-align: center;">
<p>Der Sinn hinter der <strong>Burka</strong> ist es, den Körper vollständig zu verschleiern. Bei einem ähnlichen Kleidungsstück, dem <strong>Niqab</strong>, bleiben die Augen frei, alles andere ist jedoch auch verschleiert.</p>
<p>Bisher hatte ich noch nie eine Niqab-Trägerin im Zug. Zwei mal jedoch eine Frau mit Burka. Beide Male sind noch nicht so lange her. (Es wäre jedoch falsch, daraus eine Tendenz abzuleiten.)</p>
<p>Eine der Burka-Trägerinnen wies mir ein normales Billett vor. Das ist kein Problem; diese Tickets sind unpersönlich und können von jeder Person benutzt werden.</p>
<p>Die zweite Dame hingegen besass ein GA. Dieses ist persönlich und als Kondukteur muss ich mich vergewissern, dass die Person, die vor mir sitzt, die wirkliche Besitzerin des GA ist.</p>
<p>Bei diesem einen Mal machte ich es gleich wie bei den Fasnächtlern: Ich verlangte einen weiteren Ausweis und verglich die Namen. Dabei merkte ich, welch unangenehmes Gefühl es in mir auslöste, mit einer Person zu sprechen, der ich nicht in die Augen schauen kann. Ein komisches Gefühl.</p>
<p>Es stellt sich mir nun die Frage, wie ich eine solche Situation in Zukunft lösen würde. Vermutlich wieder mit der Frage nach einem zweiten Ausweis. Doch was, wenn sie diesen nicht auf sich trägt?</p>
<p>Was sicher gar nicht geht: Die Dame zu zwingen, ihr Gesicht frei zu machen. So wie ich das verstanden habe, ist das gleichzusetzen damit, einen Westeuropäer zu bitten, die Hosen herunter zu lassen. Das geht natürlich nicht. Ein grober Eingriff in die Intimsphäre. Schliesslich sage ich einer Schweizerin, die bei mir im Zug sitzt, auch nicht, sie soll doch bitte mal ihr Top ausziehen.</p>
<p>Eine Frau, die eine Burka trägt, ist der Überzeugung, dass sie sich nur ihrem eigenen Mann gegenüber zeigen darf. Unabhängig davon, ob ich dieses Denken nun für richtig halte oder nicht und unabhängig davon, dass eine Mehrheit der muslimischen Gelehrten laut Wikipedia die Burka nicht für eine theologische Notwendigkeit halten: <strong>Die Dame zum Ausziehen der Burka zu zwingen, wäre wohl die schlechteste Lösung.</strong></p>
<p>Wenn ich Glück habe, bin ich nicht alleine auf dem Zug und kann eine Mitarbeiterin rufen. Denn Frauen gegenüber dürfen sich die Burka-Trägerinnen zeigen.</p>
<p>Doch wenn es keine andere Lösung gibt, müsste ich die verschleierte Dame wohl oder übel bitten, beim nächsten Halt auszusteigen oder halt bei mir ein normales Billett zu lösen.</p>
<p>Oder seht ihr eine bessere Lösung?</p>
<p><center><object data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/d47716de-a850-4a84-b7c2-e9c48e4a6d73" type="application/x-shockwave-flash" style="width:480px;height:290px"><param name="movie" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/d47716de-a850-4a84-b7c2-e9c48e4a6d73"/><param name="quality" value="high" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><a href="http://videoportal.sf.tv/video?id=d47716de-a850-4a84-b7c2-e9c48e4a6d73" alt="zum Videoportal des Schweizer Fernsehens">Giacobbo / Müller vom 09.05.2010</a></object></center></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) deepchi1 (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fragen rund um den Klassenwechsel</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/05/06/klassenwechsel_sbb_ueberfuellte_zweite_klasse/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 09:11:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Stimmt es, dass man sich bei überfüllter 2. Klasse in die 1. Klasse setzen darf? Stimmt es, dass man schon gebüsst werden kann, wenn man auf Platzsuche durch die 1. Klasse geht? Kann man im Zug noch einen Aufpreis zahlen für ein Upgrade in die 1. Klasse?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Kürzlich fragte mich <a href="http://twitter.com/vinschger">Vinschger</a> auf Twitter: <strong>&#8220;stimmt es, dass man sich bei überfüllter 2. klasse in die 1. klasse setzen darf? stimmt es dass man schon gebüsst werden kann, wenn man auf platzsuche durch die 1. klasse geht? kann man im zug noch einen aufpreis zahlen für ein upgrade in die 1. klasse?&#8221;</strong> Diese Fragen versuche ich nun, zu beantworten.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 450px">
	<a title="1/2 von twicepix bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/twicepix/4306576721/"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4015/4306576721_1cc03c5aae.jpg" alt="1/2" width="450" height="300" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Jetzt noch einen Klassenwechsel für nur 15 Franken pro Weg und schon darf dieser Halbtax-Kunde die Reise in der 1. Klasse geniessen.</p>
</div>
<p style="text-align: center;">
<h3>Stimmt es, dass man sich bei überfüllter 2. Klasse in die 1. Klasse setzen darf?</h3>
<p>Wenn es definitiv keinen Platz mehr in der zweiten Klasse hat, kann man sich an den Zugbegleiter wenden. Dieser entscheidet dann, ob man sich mit einem Zweitklassbillett in die erste Klasse setzen darf.</p>
<p>Ich selber gehe in solchen Fällen jeweils mit den Kunden in die zweite Klasse zurück und schaue, ob ich vielleicht nicht doch einen Platz finde. In neun von zehn Fällen gibt es nämlich schon noch freie Sitzplätze.</p>
<p>Wer aber einfach mal in die erste Klasse sitzt, wartet bis der Kondukteur kommt und erst dann um Erlaubnis fragt, der wird für die bereits gefahrene Strecke einen Klassenwechsel bezahlen müssen.</p>
<h3>Stimmt es, dass man schon gebüsst werden kann, wenn man auf Platzsuche durch die 1. Klasse geht?</h3>
<p>Wer sich in der ersten Klasse <strong>aufhält</strong> (sprich: steht oder sitzt), der riskiert tatsächlich, einen Klassenwechsel bezahlen zu müssen. Wer die erste Klasse aber bloss <strong>durchquert</strong>, weil er in einem anderen Zugteil einen Platz sucht oder auf die Toilette geht (falls diejenige im angrenzenden Zweitklasswagen defekt ist), der bezahlt bei mir sicher nichts. Auch das Suchen der Minibar ist selbstverständlich nicht strafbar. ;-)</p>
<h3>Kann man im Zug noch einen Aufpreis zahlen für ein Upgrade in die 1. Klasse?</h3>
<p>Im Fernverkehr ist das kein Problem. Dort bezahlt man für den Klassenwechsel grundsätzlich den gleichen Preis wie am Bahnschalter, jedoch mindestens fünf Franken. Im Regionalverkehr geht das nicht! Wer jedoch im RV spontan einen Klassenwechsel lösen möchte, der kann &#8211; sofern er ein iPhone besitzt &#8211; vor Abfahrt des Zuges über die SBB-App einen Klassenwechsel lösen.</p>
<p>Was im Regionalverkehr natürlich auch geht: Wer in der zweiten Klasse sitzt, mit einem gültigen Billett in die Stichkontrolle gerät und dann spontan entscheidet, jetzt sofort in die 1. Klasse wechseln zu wollen, der kann beim Stichkontrolleur zu gleichen Konditionen wie im Fernverkehr einen Klassenwechsel lösen und dann umgehend in die 1. Klasse wechseln.</p>
<h3>Wieso lösen so wenige Leute einen Klassenwechsel?</h3>
<p>Diese letzte Frage kommt von mir selber. Persönlich finde ich die Klassenwechsel sehr preiswert. Deshalb erstaunt es mich, weshalb so wenige Leute zwischendurch mal einen Klassenwechsel lösen. Auch wenn der Zug in der zweiten Klasse sehr gut besetzt ist, zieht man es oftmals vor, dort sitzen zu bleiben, statt für wenige Franken in die erste Klasse zu wechseln.</p>
<p>Hier ein paar Preisbeispiele für Halbtax-Abonnenten:</p>
<ul>
<li>Zürich &#8211; Bern: CHF 15.00</li>
<li>Zürich &#8211; Basel: CHF 10.50</li>
<li>Zürich &#8211; St. Gallen: CHF 9.50</li>
<li>Zürich &#8211; Chur: CHF 12.50</li>
<li>Zürich &#8211; Luzern: CHF 7.50</li>
</ul>
<p style="text-align: right;"><em><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) twicepix (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Schwarzfahrer-Kontrolleure speichern Daten illegal</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/04/27/schwarzfahrer-kontrolleure-speichern-daten-illegal/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 09:11:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute geht es mal wieder um den lieben Datenschutz. Meiner Meinung nach ist der Schutz der persönlichen Daten eine der wichtigsten Errungenschaften der westlichen Welt. Und das Thema wird immer wichtiger. Nichtsdestotrotz gibt es hie und da Tendenzen in Richtung zu starkem Datenschutz. In diesen Fällen spreche ich dann eher von "Täterschutz".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Heute geht es mal wieder um den lieben Datenschutz. Meiner Meinung nach ist der Schutz der persönlichen Daten eine der wichtigsten Errungenschaften der westlichen Welt. Und das Thema wird immer wichtiger. Nichtsdestotrotz gibt es hie und da Tendenzen in Richtung zu starkem Datenschutz. In diesen Fällen spreche ich dann eher von &#8220;Täterschutz&#8221;.</strong></p>
<p>So ein Fall könnte zurzeit aus Österreich kommen.</p>
<h3>Die Hintergründe</h3>
<p>In Österreich kontrolliert eine Firma für die <a href="http://www.gvb.at/">Grazer Verkehrsbetriebe (GVB)</a>, für den <a href="http://verbundlinie.at/">Steirischen Verkehrsverbund</a> und <a href="http://www.postbus.at/">ÖBB Postbus</a> die Fahrkarten. Diese Firma nennt sich Securitas, ist aber nicht zu verwechseln mit der Schweizer Securitas! (Die österreichische &#8220;Securitas&#8221; gehört zur schwedischen Firma &#8220;Securitas AB&#8221;, welche selber in der Schweiz unter dem Namen &#8220;Protectas SA&#8221; firmiert. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Securitas_AB">Mehr zu diesem Thema…</a>)</p>
<p>Jetzt ist die <strong>österreichische</strong> <a href="http://www.securitas.com/at/de-at/">Securitas</a> in den Fokus der Datenschützer geraten.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="Securitas" src="http://img.photobucket.com/albums/v232/eastunited/500px-Securitassvg.png" alt="" width="421" height="254" /></p>
<p>Was hat die Securitas getan? Nun, sie hat <strong>Daten über die erwischten Schwarzfahrer gesammelt</strong>. Das tut auch die SBB. Und alle anderen Schweizer Bahnen. Müssen sie auch tun! Ansonsten hätten wir bald ausschliesslich Schwarzfahrer in unseren Zügen.</p>
<p>Die Securitas ging aber noch ein paar Schritte weiter als die Verkehrsunternehmen in der Schweiz. Und <strong>dabei ging sie vielleicht ein bisschen zu weit</strong>.</p>
<p>In der Praxis sieht das folgendermassen aus: Wird ein Fahrkartenkontrolleur bei einer der oben genannten österreichischen Verkehrsunternehmen ohne gültigen Fahrausweis angetroffen, werden seine Personalien erfasst. So weit, so gut. Wird dieser Fahrgast aber ein paar Tage später wieder ohne gültigen Fahrausweis erfasst, sieht der Kontrolleur, dass dieser kurz davor bereits ertappt wurde. Bei notorischen Schwarzfahrern ist sogar ersichtlich, wie oft er schon erwischt wurde.</p>
<p>Und nicht nur das. Der österreichische Kontrolleur sieht auch gleich, wie sich die Person in der Vergangenheit verhalten hat. War der Schwarzfahrer kooperativ? Trat er aggressiv auf? Ist Vorsicht geboten?</p>
<p>Auch wer eigentlich ein gültiges Abo hat, wird erfasst und abgespeichert; nämlich dann, wenn er sein Abo zu Hause vergessen hat. Mir liegen keine Erkenntnisse darüber vor, ob auch in solchen Fällen die Anzahl der &#8220;Gedankenlosigkeiten&#8221; angezeigt werden. Vorstellbar wäre es aber. In der Schweiz ist mir als Zugbegleiter nicht ersichtlich, wie oft jemand bereits ein Abo vergass. Aber selbstverständlich haben auch wir die Möglichkeit, zu überprüfen, ob jemand überhaupt ein Abo hat.</p>
<h3>Die Securitas rechtfertigt sich</h3>
<p>Ein Sprecher der Securitas sagte gegenüber einer österreichischen Zeitung: <strong>&#8220;Wir haben die Daten, also werden sie auch gehandhabt.&#8221;</strong> Auf gut deutsch: Wenn ein Schwarzfahrer angetroffen wird, dann werden die genannten Daten jeweils erfasst. Und wenn die Daten mal erfasst sind, weshalb wieder löschen?</p>
<p>Datenschützer sind über solche Aussagen entsetzt und sprechen von einer &#8220;Parallelgerichtsbarkeit&#8221;. Sie sind der Meinung, dieses <strong>Vorgehen sei illegal</strong>.</p>
<p>Die Securitas aber ist anderer Meinung: &#8220;Das sind keine sensiblen Daten, deren Speicherung ist zulässig.&#8221;</p>
<p>Aussage gegen Aussage also.</p>
<h3>Situation in der Schweiz</h3>
<p>Wie schon gesagt: <strong>In der Schweiz sieht das ein wenig anders aus.</strong></p>
<p>Selbstverständlich werden die Schwarzfahrer auch hier erfasst. Die Daten wandern dann aber zum Inkassocenter, wo <strong>nur ein sehr beschränkter Personenkreis Zugriff</strong> hat.</p>
<p>Die Daten werden einige Zeit im Inkassocenter gespeichert. Denn nur so ist es möglich, <strong>gestaffelte Gebühren für wiederholtes Schwarzfahren</strong> zu erheben. Wie oft jemand schwarz gefahren ist, sieht aber nur der Mitarbeiter im Inkassocenter. Ich als Zugbegleiter auf dem Zug sehe das nicht.</p>
<p>Selbstverständlich ist es uns freigestellt, ob wir zusätzlich zu den erfassten Personalien auch noch eine Bemerkung mit ins Inkassocenter schicken wollen. Zum Beispiel: &#8220;Zeigte sich kooperativ.&#8221; Dies könnte bewirken, dass man dem Schwarzfahrer eher entgegenkommt, wenn es sich um einen Grenzfall handelt. (So könnte zum Beispiel jemand, der zwar ein Billett hatte, jedoch das falsche, nur die Hälfte der Busse bezahlen. Solche Fälle gab es ja schon im Beobachter oder Kassensturz.)</p>
<p>Es wird aber auch weitergeleitet, wenn jemand sich aggressiv aufführt oder sogar tätlich wird. Letzteres ist sowieso ein Offizialdelikt und wird von Amtes wegen zur Anzeige gebracht.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 334px">
	<a title="Ticket check von Jackson Boyle bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/jacksonboyle/3872963612/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2540/3872963612_e307bb571f.jpg" alt="Ticket check" width="334" height="500" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Diese junge Dame scheint ein gültiges Billett zu besitzen.</p>
</div>
<p style="text-align: center;">
<h3>Was ich davon halte</h3>
<p>Wie es typisch ist für einen Schweizer, so bin ich auch hier wieder für den <strong>&#8220;goldenen Mittelweg&#8221;</strong>. Sprich: Datenschutz ist mir grundsätzlich sehr wichtig, hat aber seine Grenzen, wenn es in Richtung Täterschutz geht.</p>
<p>So finde ich es zum Beispiel <strong>nicht</strong> besonders wichtig, dass ich als Zugbegleiter nachschauen kann, wie oft der vor mir sitzende Schwarzfahrer schon ohne Billett angetroffen wurde. Das interessiert mich nicht die Bohne.</p>
<p>Viel lieber möchte ich wissen, ob der vor mir sitzende Schwarzfahrer &#8211; falls er bereits einmal angetroffen wurde &#8211; seine Rechnungen bezahlt hat. Dies könnte man zum Beispiel mit einem einfachen <strong>Farbcode</strong> lösen:</p>
<ul>
<li><span style="color: #008000;">Grün = Person wurde noch nie erfasst oder hat die Bussen immer bezahlt</span></li>
<li><span style="color: #ff0000;">Rot = Person wurde mindestens zweimal erfasst und hat mindestens zwei Rechnungen noch nicht bezahlt</span></li>
</ul>
<p>Es gibt nämlich Menschen da draussen, die sind so hoch verschuldet, dass sie von der SBB gar nicht mehr betrieben werden können. Bei denen ist nichts zu holen. Diese Menschen können so oft und so weit Zug fahren, wie sie wollen, Geld sehen wir da nie. Dies weiss ich von einer zuverlässigen Quelle im Inkassocenter.</p>
<p>Ich als Zugbegleiter sehe aber nicht, wer zu diesen Menschen zählt.</p>
<p>Würde die SBB nun den vorgeschlagenen Farbcode einführen, so könnte ich ohne schlechtes Gewissen alle jene Fahrgäste, welche im System rot markiert sind, aus dem Zug schmeissen. Auch damit sehen wir natürlich kein Geld, doch das Zug fahren würde ihnen verleiden.</p>
<p>Kommen wir zu einem weiteren Punkt:</p>
<p>Ich finde es nicht nötig, dass ich als Zugbegleiter bei der Kontrolle eines Schwarzfahrers darüber informiert werde, dass er sich in der Vergangenheit kooperativ zeigte. Im Grunde genommen ist mir diese Info wurscht, denn ich merke ja selber, ob er mit mir kooperiert oder sich quer stellt.</p>
<p>Was aber dringend (!) und lieber gestern als heute umgesetzt werden muss: <strong>Falls ein Schwarzfahrer in der Vergangenheit bei einer Kontrolle aggressiv wurde, will ich das wissen!</strong> Immerhin geht es da um meine Gesundheit. Wer in solchen Fällen noch von Datenschutz schwatzt, ist ein Idiot.</p>
<p>Ich finde es also sehr, sehr wichtig, dass mir nach der Eingabe seiner Personalien angezeigt wird, dass ich eventuell in Gefahr bin! So weiss ich, dass jedes zusätzliche Wort meinerseits eine <strong>zu hohe Provokation für den Schwarzfahrer</strong> sein könnte und ich gleich auf gut schweizerdeutsch &#8220;auf den Grind bekomme&#8221;.</p>
<p>Beispiel: Ein Fahrgast wird von mir ohne gültiges Billett angetroffen, ein Billett bei mir (im Fernverkehr) lösen will er nicht. Angeblich hat er kein Geld dabei. Ich gebe nun seine Personalien ein und sehe danach gleich zwei Dinge: Erstens ist der Fahrgast <span style="color: #ff0000;">rot markiert</span>; das heisst, er hat mindestens zwei Rechnungen nicht bezahlt. Gleichzeitig wird ein Hinweis eingeblendet: <strong>&#8220;VORSICHT! IST AGGRESSIV, TRÄGT EVENTUELL MESSER&#8221;</strong> Der Hinweis wird eingeblendet, weil dieser Fahrgast in der Vergangenheit mal einen Zugbegleiter mit dem Messer bedrohte.</p>
<p>Nun weiss ich: Eigentlich müsste ich ihn aus dem Zug schmeissen (wegen der roten Markierung). Da er in der Vergangenheit aber aggressiv auftrat, ziehe ich mich zurück und informiere die Bahnpolizei. Diese schmeisst ihn dann aus dem Zug.</p>
<p>Nochmals:<strong> Im Moment ist das alles Zukunftsmusik.</strong> Nichts davon wurde bisher umgesetzt. Aber ich und mit mir bestimmt viele andere Zugbegleiter würden sich ein solches Info-System wünschen. Unserer Gesundheit zuliebe.</p>
<h3>Frage an die Leser</h3>
<p>Wie weit darf Datenschutz eurer Meinung nach gehen? Wo sind die Grenzen?</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">(via <a href="http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2340315/kontrollore-speichern-daten-illegal.story">kleinezeitung.at</a>)</span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wann kommt das Halbtax aufs iPhone?</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/04/20/wann-kommt-das-halbtax-aufs-iphone/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 10:11:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Trotz modernsten Billetten (Stichwort: iPhone / Online-Ticket) kommen die Fahrgäste bis heute nicht drum herum, trotzdem ihr Portemonnaie aus der Tasche zu nehmen. Rein technisch gesehen gibt es aber Möglichkeiten, dies klüger zu lösen. Unter bestimmten Voraussetzungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Trotz modernsten Billetten (Stichwort: iPhone / Online-Ticket) kommen die Fahrgäste bis heute nicht drum herum, trotzdem ihr Portemonnaie aus der Tasche zu nehmen. Rein technisch gesehen gibt es aber Möglichkeiten, dies klüger zu lösen. Unter bestimmten Voraussetzungen.</strong></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 320px">
	<a title="Billette von renatomitra bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/groovenite/3687568106/"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2428/3687568106_a2367f94c8.jpg" alt="Billette" width="320" height="480" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Mit dem iPhone lassen sich bequem verschiedene Arten von Tickets kaufen.</p>
</div>
<p style="text-align: center;"><em><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) renatomitra (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></em></p>
<p>Die iPhone-App der SBB ist ja schon eine tolle Sache! Bereits mehrfach berichteten wir hier auf <strong>schweizweit.net</strong> darüber.</p>
<p>Man startet das Programm, gibt seine Reisewünsche ein und schon erhält man ein Billett &#8220;over the air&#8221; direkt aus dem Äther. Vorausgesetzt, man hat sich zuvor auf <a href="http://www.sbb-mobileworld.ch/tickets/iphone/">sbb.ch</a> für diesen Service registriert.</p>
<p>Für die Besitzer eines Halbtax hat die Sache aber einen kleinen Haken: Sie müssen ihr <strong>Portemonnaie trotzdem hervornehmen</strong>, um das Plastikkärtchen vorzuweisen. Und die Fahrgäste ohne Halbtax müssen sich sonstwie ausweisen.</p>
<p>Wie toll wäre es da, wenn man das <strong>Halbtax gleich auch mit dem iPhone-Ticket überprüfen</strong> könnte! Das Gleiche gilt natürlich auch für das Online-Ticket im A4-Format.</p>
<h3>Theoretisch machbar</h3>
<p>Unmöglich wäre dies meiner Meinung nach nicht. Es müssten einfach ein paar Voraussetzungen erfüllt sein:</p>
<ol>
<li>Die Gültigkeit des Halbtax und das Foto des Inhabers muss auf das mobile Gerät der Zugbegleiter übertragen werden können</li>
<li>Das Netz der Swisscom (deren Kunde die SBB ist) muss flächendeckend verfügbar sein, ohne Funklöcher</li>
<li>Der Datenschützer &#8211; dessen Daseinsberechtigung ich grundsätzlich ganz und gar nicht anzweifle &#8211; soll zur Abwechslung mal nicht allzu übermotiviert sein</li>
</ol>
<p>Dann wäre es sowohl für uns Zugbegleiter als auch für die Reisenden viel einfacher. Ob es irgendwann so kommen wird? Ich hoffe es!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>In eigener Sache: Portrait in Zeitschrift</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/04/15/in-eigener-sache-portrait-in-zeitschrift/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 10:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier findet ihr ein kleines Portrait über mich, welches in einer öV-Zeitung erschien.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Über den Ausbildungsverbund login habe ich schon <a href="http://schweizweit.net/?s=login">ein paar Mal</a> berichtet. Heute nun möchte ich euch auf einen Artikel aus der Lernenden-Zeitung loginfo hinweisen.</p>
<p>Regelmässig werden dort ehemalige Lernende porträtiert und es wird aufgezeigt, was aus ihnen geworden ist.</p>
<p>Heute nun hat es mich getroffen. Unter dem Titel &#8220;Vom login-Lernenden zum öV-Blogger&#8221; gibt es ein kleines Portrait über mich. (<a href="http://www.login.org/de/community/loginfo-zeitung/">PDF-Version herunterladen</a>)</p>
<p><center><object style="width: 420px; height: 594px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100" height="100" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="menu" value="false" /><param name="src" value="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v1/IssuuViewer.swf?mode=embed&amp;viewMode=presentation&amp;layout=http%3A%2F%2Fskin.issuu.com%2Fv%2Flight%2Flayout.xml&amp;showFlipBtn=true&amp;documentId=100413070426-f2dd7621259c4983ac5c0fbe02a2669b&amp;docName=login_andreas_hobi&amp;username=andreashobi&amp;loadingInfoText=Vom%20login-Lernenden%20zum%20%C3%B6V-Blogger&amp;et=1271143157169&amp;er=28" /><param name="flashvars" value="mode=embed&amp;viewMode=presentation&amp;layout=http%3A%2F%2Fskin.issuu.com%2Fv%2Flight%2Flayout.xml&amp;showFlipBtn=true&amp;documentId=100413070426-f2dd7621259c4983ac5c0fbe02a2669b&amp;docName=login_andreas_hobi&amp;username=andreashobi&amp;loadingInfoText=Vom%20login-Lernenden%20zum%20%C3%B6V-Blogger&amp;et=1271143157169&amp;er=28" /><embed style="width: 420px; height: 594px;" type="application/x-shockwave-flash" width="100" height="100" src="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v1/IssuuViewer.swf?mode=embed&amp;viewMode=presentation&amp;layout=http%3A%2F%2Fskin.issuu.com%2Fv%2Flight%2Flayout.xml&amp;showFlipBtn=true&amp;documentId=100413070426-f2dd7621259c4983ac5c0fbe02a2669b&amp;docName=login_andreas_hobi&amp;username=andreashobi&amp;loadingInfoText=Vom%20login-Lernenden%20zum%20%C3%B6V-Blogger&amp;et=1271143157169&amp;er=28" flashvars="mode=embed&amp;viewMode=presentation&amp;layout=http%3A%2F%2Fskin.issuu.com%2Fv%2Flight%2Flayout.xml&amp;showFlipBtn=true&amp;documentId=100413070426-f2dd7621259c4983ac5c0fbe02a2669b&amp;docName=login_andreas_hobi&amp;username=andreashobi&amp;loadingInfoText=Vom%20login-Lernenden%20zum%20%C3%B6V-Blogger&amp;et=1271143157169&amp;er=28" menu="false" allowfullscreen="true"></embed></object></center></p>
<p>Wer wissen möchte, weshalb ich fast mal einen Kunden nach Südafrika, sein Gepäck hingegen nach Irland schickte und weshalb ich Reisezugbegleiter (aka Kondukteur) wurde, den könnte das Portrait interessieren. ;-)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Urteil: 5&#8217;000 Franken für Schwarzfahrer</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/03/30/urteil-5000-franken-fur-schwarzfahrer/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 10:11:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>
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		<category><![CDATA[gericht]]></category>
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		<category><![CDATA[zugbegleiter]]></category>
		<category><![CDATA[zürich]]></category>
		<category><![CDATA[zürich hardbrücke]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Schwarzfahrer aus dem Kanton Zürich schlägt einen Kondukteur nieder. Nun verurteilte ihn das Gericht zu insgesamt 5'000 Franken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Ein Schwarzfahrer aus dem Kanton Zürich schlägt einen Kondukteur nieder. Nun verurteilte ihn das Gericht zu insgesamt 5&#8217;000 Franken.</strong></p>
<p><a href="http://www.20min.ch/news/zuerich/story/25850301">Laut der Pendlerzeitung 20 Minuten</a> soll der Schwarzfahrer mit der S7 vom Bahnhof Hardbrücke in Richtung Winterthur gefahren sein.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px">
	<a title="16:13 hardbruecke 07/13 von coyote-agile bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/coyote-agile/490376827/"><img class=" " src="http://farm1.static.flickr.com/219/490376827_1996559811.jpg" alt="16:13 hardbruecke 07/13" width="460" height="460" /></a>
	<p class="wp-caption-text">In der S-Bahn-Haltestelle Hardbrücke stieg der Schläger in den Zug.</p>
</div>
<p style="text-align: center;">
<p>Es war bereits schon nach Mitternacht, als ein Zweierteam von S-Bahn-Kondukteuren eine Billettkontrolle machte und dabei auf den Schwarzfahrer stiess. Weil der inzwischen 23-jährige Mann kein Billett vorweisen konnte, verlangte einer der Zugbegleiter einen Ausweis. Doch diesen wollte der Herr nicht vorweisen.</p>
<p>Beim Ausfüllen des Personalienblattes kam es dann zur Tätlichkeit: Zuerst beschimpfte der Schwarzfahrer den SBB-Kondukteur massiv. Als dieser ihn dann trotzdem nicht springen liess, schlug er den Kondukteur nieder.</p>
<p>In der Gerichtsverhandlung verlangte der Staatsanwalt dann eine unbedingte Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 60 Franken, was 4&#8217;800 Franken entspricht.</p>
<p>Doch der erste Prozess platzte: <span class="pullquote">Der Schwarzfahrer war schlicht und ergreifend nicht vor Gericht erschienen.</span> Ausserdem fehlte ein Tatzeuge.</p>
<p>Im zweiten Anlauf klappte es dann besser.</p>
<p>Der Angeklagte stritt vor Gericht alles ab, doch die Beweise sprachen gegen ihn. Deshalb wurde er zu einer teilbedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 80 Franken (CHF 4&#8217;800) verurteilt. Davon muss er 2&#8217;400 Franken definitiv bezahlen.</p>
<p>Hinzu kommt eine nun widerrufene Bewährungstrafe von zehn Tagessätzen zu 60 Franken, was insgesamt 600 Franken entspricht. Und ausserdem muss der Mann auch die Gerichtskosten von CHF 2&#8217;000 bezahlen.</p>
<p>Insgesamt kostet ihn seine Tätlichkeit also mindestens 5&#8217;000 Franken.</p>
<h3>Meine Meinung</h3>
<p>Natürlich akzeptiere ich die Entscheidung des Gerichtes. Aber ich hätte auch nichts dagegen gehabt, dass der Täter zu einer noch höheren Strafe verurteilt worden wäre. Und dies aus folgenden Überlegungen:</p>
<p>Der Schwarzfahrer wurde nicht zum ersten Mal kriminell. (Daher auch die nun widerrufene Bewährungsstrafe von 600 Franken, die er sich in einem früheren Verfahren geholt hat.)</p>
<p>Ausserdem fand er es nicht für nötig, am ersten Prozesstag zu erscheinen. <span class="pullquote">Dies zeigt, was er von unserem Schweizerischen Rechtssystem hält.</span></p>
<p>Dass er seinen Fehler weder einsah noch gestand, ist dann das Tüpfelchen auf dem &#8220;i&#8221;. Ich schliesse daraus, dass er trotz Gerichtsverfahren nichts gelernt hat und auch in Zukunft in einer ähnlichen Situation gleich reagieren wird.</p>
<p>Meiner Meinung nach &#8211; und regelmässige schweizweit.net-Leser wissen das &#8211; muss ein solches Verhalten mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden. Ich denke nicht, dass die Leute sonst etwas daraus lernen.</p>
<p>Anders wäre es, wenn der Angeklagte seine Tat sofort zugegeben und seinen Fehler eingestanden hätte. Oder wenn ihm &#8220;einfach mal die Hand ausrutschte&#8221;, ohne dass es zu grösseren Verletzungen gekommen wäre. Dann hätte es eine Strafe in der Höhe von rund 5&#8217;000 Franken mehr als getan.</p>
<h3>Meinungen auf Facebook</h3>
<p>In einer Diskussion in der Facebook-Gruppe von schweizweit.net wird der oben erwähnte Fall bereits heiss diskutiert. (<a href="http://www.facebook.com/schweizweit.net">Hier kannst du der Facebook-Gruppe beitreten.</a>)</p>
<p>Die Meinungen ähneln sich. So schreibt zum Beispiel Steffi: <em>&#8220;Obwohl de Wixxer meh verdient hett…&#8221;</em> Und Alain schreibt, er finde es schade, dass es nur eine so geringe Strafe gab. Dies sei ein Zeichen für unsere Kuscheljustiz.</p>
<p>Und Tobias warnt davor, sich nicht zu streng in dieser Angelegenheit zu äussern, da man sonst in der Schweiz gleich in eine bestimmte Ecke gestellt werde.</p>
<p>Wie denkt ihr über den Fall und das Urteil? Nehmt teil an der Abstimmung gleich hier unten (via RSS und Email eventuell nicht möglich) oder schreibt eure Meinung in die Kommentare!</p>
<p><script src="http://static.polldaddy.com/p/2907935.js" type="text/javascript"></script><br />
<noscript><br />
<a href="http://answers.polldaddy.com/poll/2907935/">Wie denkst du über das Urteil im Fall des Schwarzfahrers aus Oberglatt?</a><span style="font-size:9px;"><a href="http://www.polldaddy.com">survey software</a></span><br />
</noscript></p>
<p style="text-align: right;"><em><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) coyote-agile (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit Parkkarte Zug fahren</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/02/25/mit-sbb-parkkarte-zug-fahren/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 13:11:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>
		<category><![CDATA[basel]]></category>
		<category><![CDATA[blick]]></category>
		<category><![CDATA[kiosk]]></category>
		<category><![CDATA[p+r]]></category>
		<category><![CDATA[park and rail]]></category>
		<category><![CDATA[parkkarte]]></category>
		<category><![CDATA[ziegelbrücke]]></category>

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		<description><![CDATA[Zuerst eine zufällige Bekanntschaft in Basel, dann noch ein als Billett benutzter Parkschein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Auch wenn diese Woche bisher nur drei Arbeitstage beinhaltete: Über zu wenige Erlebnisse kann ich mich nicht beklagen. Einmal fehlte der Lokführer (stand mit dem Auto im Stau), einmal versuchte ein Fahrgast zu betrügen und einem anderen sah ich in Winterthur zu, wie er die Gleise überschritt.</em></p>
<p><em>Und dann gestern noch die Sache in Basel und der Fahrgast, welcher mit einer P+R-Parkkarte reiste.</em></p>
<p style="text-align: center;"><a title="BASEL, Bahnhof SBB von lamatman bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/lamatman/4293584427/"><img class="aligncenter" src="http://farm3.static.flickr.com/2778/4293584427_a057c07891.jpg" alt="BASEL, Bahnhof SBB" width="500" height="333" /></a><br />
<em><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) lamatman (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></em></p>
<h3>Zufallstreffen im Dreiländereck</h3>
<p>Ich kam soeben mit einem Eurocity (Chur &#8211; Hamburg) in Basel an und war noch kurz bei einem anderen Eurocity (Luxemburg &#8211; Chur) bei der Vorbereitung behilflich, als ich mich auf den Weg Richtung Personalrestaurant machte.</p>
<p>Unterwegs wollte ich noch rasch in einen Kiosk, um mir den aktuellen Blick zu holen.</p>
<p>Plötzlich hörte ich hinter mir Stimmen: <strong>&#8220;Ja das ist er! Tatsächlich!&#8221;</strong> Und kurz darauf wurde mir bewusst, dass damit wohl ich gemeint war.</p>
<p>Vor mir standen drei junge Herren, die ich wohl noch nie zuvor in meinem Leben gesehen habe, die mich aber anscheinend gleich erkannten.</p>
<p><strong>&#8220;Hey, so ein Zufall! Erst gerade vorhin sprachen wir von dir!&#8221;</strong> Es stellte sich heraus, dass sie schweizweit.net kannten und (mehr oder weniger berufsbedingt) ab und zu dort vorbeischauen. Jedoch waren es keine SBB-Angestellten.</p>
<p>Sie arbeiten für eine &#8220;Agentur für Crossmedia-Kommunikation&#8221;, welche öfters Mal Aufträge für die SBB erledigt. Unter anderem waren sie für den Relaunch der Website eines SBB-Produkts verantwortlich, welches vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt ist.</p>
<p>Diese drei Jungs hatten wohl irgend so eine Sitzung, und danach muss es irgendein Gespräch über schweizweit.net gegeben haben. (Und ich Depp habe nicht mal gefragt, worum es denn genau ging…)</p>
<p>Danach gingen wir noch kurz in die Café Bar, wo wir ein wenig über dies und das sprachen. Eine halbe Stunde später mussten sie dann auf den Zug.</p>
<h3>Anstrengende Rückfahrt</h3>
<p>Nach diesem Zufallstreffen musste ich mich unbedingt noch im Personalrestaurant für die anstrengende Rückfahrt stärken. Vor mir stand eine rund dreistündige Fahrt mitten durch die <strong>Basler Fasnacht und die Hauptverkehrszeit</strong>. Und das am fünften Arbeitstag in Folge. Als Motivation blieb mir die Tatsache, dass ich danach zwei Tage frei habe. Wobei der zweite Tag dann doch wieder fast ganz für die SBB drauf geht&#8230;</p>
<p>In Zürich dann &#8211; auf halbem Weg &#8211; stand ich vor dem Zug, als ein älteres Ehepaar auf mich zukam: &#8220;Sie, fährt dieser Zug nach Ziegelbrücke?&#8221; Ich bejahte die Frage und das Ehepaar zog von dannen, als der Herr sich umdrehte und nochmals auf mich zukam. Seine Frau rief ihm nach: &#8220;Er sagte doch &#8220;ja&#8221;.&#8221; Der Herr kam nochmals zu mir und fragte, ob ich seine Frage soeben mit einem Ja beantwortet hätte.</p>
<p><strong>Ab einem gewissen Alter versichert man sich wohl gerne noch ein zusätzliches Mal, ob man auch wirklich im richtigen Zug sitzt.</strong> Dies kann ich voll und ganz nachvollziehen.</p>
<p>Um 18:12 Uhr fuhren wir dann mit einem gut besetzten Zug los.</p>
<p>Irgendwann zwischen Wädenswil und Pfäffikon stiess ich wieder auf das ältere Ehepaar. Während mir die Dame ein Billett nach Ziegelbrücke entgegen hielt, <strong>zeigte mir der Herr eine P+R Parkkarte</strong> mit aufgedruckter Autonummer für den aktuellen Tag und den Bahnhof Ziegelbrücke.</p>
<p>Ich musste schmunzeln: &#8220;Entschuldigen Sie, das ist die Parkkarte. Haben Sie vielleicht auch noch ein Billett?&#8221; Doch er schaute mich ganz verwirrt an. &#8220;Oh nein! Das ist die Parkkarte? <strong>Ja dann liegt das Billett jetzt im Auto hinter der Windschutzscheibe…</strong>&#8221;</p>
<p>Da ist wohl etwas verkehrt herum gelaufen. Der Herr erschien mir glaubwürdig. Einerseits wegen dem doch schon ordentlich fortgeschrittenen Alter, andererseits auch, weil er mir bereits in Zürich verwirrt erschien. Es wäre also fast schon frech gewesen, hier nochmals ein Billett &#8211; und dann noch mit einem Zuschlag von zehn Franken &#8211; zu verkaufen.</p>
<p>Ein Problem blieb aber noch: Es bestand die Möglichkeit, dass der Herr &#8211; trotz gelöster Parkkarte &#8211; unter Umständen eine Parkbusse hinter dem Scheibenwischer klemmen hat.</p>
<p>Also hinterliess ich auf der Rückseite der mir vorgewiesenen P+R-Karte eine kurze Notiz, meinen Namen, das Depot und die Personalnummer für Rückfragen. In der Hoffnung, dass sich auf diese Weise eine allfällige Busse wieder rückgängig machen lässt.</p>
<p>Das Ehepaar zeigte sich sehr froh darüber und versicherte mir, dass ihnen sowas noch nie geschehen sei.</p>
<p>Naja, wieder zwei Fahrgäste glücklich gemacht und mir bleibt die Hoffnung, dass sie auch im Verwandten- und Bekanntenkreis weitersagen, dass die SBB grundsätzlich einen tollen und fairen Service bietet. Und dass man nicht immer alles glauben soll, was in den Medien hochgeschaukelt wird. ;-)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Aufgepasst beim Billettkauf!</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/02/23/aufgepasst-beim-billettkauf/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 13:11:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[In immer mehr Regionen der Schweiz sind Billette nach Zonen gültig. Meine Erfahrung in der täglichen Arbeit da draussen auf dem Zug zeigt mir: Während man in Zürich kein Problem damit hat, gibt es in anderen Regionen der Schweiz immer wieder Verwirrung. Vorallem dann, wenn der Wechsel erst vor wenigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>In immer mehr Regionen der Schweiz sind Billette nach Zonen gültig. Meine Erfahrung in der täglichen Arbeit da draussen auf dem Zug zeigt mir: Während man in Zürich kein Problem damit hat, gibt es in anderen Regionen der Schweiz immer wieder Verwirrung. Vorallem dann, wenn der Wechsel erst vor wenigen Monaten stattgefunden hat. Zum Beispiel in der Ostschweiz.</em></p>
<p style="text-align: center;"><a title="Train, S-Bahn, ZVV von corsin bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/cocaman/3893402537/"><img class="aligncenter" src="http://farm3.static.flickr.com/2542/3893402537_81e6e470da.jpg" alt="Train, S-Bahn, ZVV" width="500" height="332" /></a><br />
<em><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) corsin (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></em></p>
<h3>Früher war es ganz einfach</h3>
<p>Wenn ich von Zürich nach Winterthur fahren wollte, löste ich am Bahnschalter oder am Automat ein Billett von Zürich nach Winterthur. Dann musste ich mich noch rasch entscheiden, ob ich in der ersten oder zweiten Klasse fahren möchte, ob ich ein Halbtax habe und ob ich nur einen Weg oder gleich retour löse.</p>
<p><strong>Heute funktioniert das anders.</strong></p>
<p>Ich löse nicht mehr von A nach B, sondern für bestimmte Zonen. Für das Beispiel oben wären das nun die ZVV-Zonen 10, 20, 21 und 22. Falls ich via Bülach reise, kommt noch die Zone 23 dazu.</p>
<p>Ausserdem entscheide ich im ZVV (Zürcher Verkehrsverbund) nicht mehr, ob ich ein einfaches oder ein Retourbillett möchte, sondern ich kann zwischen &#8220;Einzelbillett&#8221; und &#8220;Tageskarte&#8221; auswählen.</p>
<p>Ein <strong>Einzelbillett</strong> für Zürich HB &#8211; Winterthur ist 2 Stunden gültig und kostet mit Halbtax CHF 5.80. Die <strong>Tageskarte</strong> ist 24 Stunden gültig und kostet CHF 11.60, also genau das doppelte eines Einzelbilletts.</p>
<p>Neu ist nun aber im Gegensatz zu früher: Die ZVV-Tickets berechtigen den Inhaber innerhalb der gelösten Zonen und der Geltungsdauer <strong>auf allen darin verkehrenden öffentlichen Verkehrsmitteln</strong> zu <strong>beliebig vielen Fahrten</strong>.</p>
<p>Bei meinem Beispiel kann ich also in Zürich noch mit dem <strong>Tram fahren</strong> und in Winterthur den <strong>Stadtbus benutzen</strong>. Das war früher nicht so.</p>
<p>Schon lange funktioniert der öffentliche Verkehr im Kanton Zürich nach diesem Prinzip. Und es klappt hervorragend! Die Leute kennen das System und wissen, wie sie ihr Billett lösen müssen.</p>
<h3>OTV, A-Welle, Libero, Passepartout, TNW, &#8230;</h3>
<p>In anderen Regionen der Schweiz ist dieser Lernprozess noch immer im Gang.</p>
<p>Ganz stark merke ich das jeweils bei meinen Fahrten im St. Galler Rheintal.</p>
<p>Zwar ist der sogenannte Zonentarif im Ostwind-Gebiet schon seit einigen Monaten gültig. Trotzdem gibt es immer wieder Verwirrungen im flächenmässig grössten Tarifverbund der Schweiz und leider kommt es ab und zu auch zu ungültigen Tickets.</p>
<p>Klar drückt man in solchen Fällen als Zugbegleiter direkt nach der Umstellung auch einmal ein Auge zu, wenn es offensichtlich ein Irrtum ist. Doch irgendwann kommt die Zeit, wo gewisse Leute diese Grosszügigkeit auszunutzen versuchen und wo nicht mehr so deutlich unterschieden werden kann zwischen Missbrauch und unabsichtlich falsch gelösten Billetten.</p>
<p>Dies führt dann manchmal zu hitzigen Diskussionen mit Fahrgästen. Ich versuche dann zwar jeweils, den Reisenden sachlich und ruhig aufzuzeigen, weshalb ihr Billett, welches von 08:49 bis 10:49 Uhr gültig war, nachmittags um 15:30 Uhr nicht mehr benutzt werden kann, aber manche wollen es dann einfach nicht einsehen.</p>
<p>Die häufigste Argumentation seitens der Fahrgäste lautet dann: &#8220;Ich habe XYZ Franken für dieses Billett gezahlt und bin heute noch nicht damit gefahren. Also habe ich das Recht, es jetzt auch noch zu benutzen.&#8221; Wenn ich es den Fahrgästen dann zwei, drei mal erklärt habe, sehen es die meisten doch noch ein und bezahlen.</p>
<p>Leider kam es in Zusammenhang mit einem abgelaufenen Ostwind-Billett auch zu einer sehr unschönen Situation. Ein Familienvater in Begleitung seines rund 4-jährigen Sohnes hatte plötzlich das Gefühl, mich tätlich angreifen zu müssen. Den ersten Angriff konnte ich noch abwehren, ohne dass uns beiden etwas geschah. Der zweite Angriff hingegen endete damit, dass ich keine einzige Schramme davontrug, er sich aber notfallmässig in ärztliche Behandlung begeben musste. Aber das ist eine Geschichte, die nicht hierhin gehört.</p>
<p>Um zu verhindern, dass ihr ein Billett löst, welches im Zug oder Bus dann nicht mehr akzeptiert wird, hier ein paar Tipps, um euch das <span style="text-decoration: line-through;">Leben</span> Billett lösen zu erleichtern:</p>
<p><strong>Zonenbillette sind nicht automatisch einen Tag lang gültig.</strong><br />
Je nach Tarifverbund gibt es verschiedene zeitliche Gültigkeiten. Mal 30 Minuten, mal zwei Stunden, oft 24 Stunden. Möglich ist vieles. Vorsicht also, wenn ihr bereits am Vorabend ein Billett für den nächsten Tag kaufen möchtet!</p>
<p>Auf der anderen Seite ist es aber auch möglich, dass euer Billett, welches ihr Abends auf dem Heimweg gelöst habt, am nächsten Morgen immer noch gültig ist. Werft es zu Hause also nicht gleich weg! Sonst bezahlt ihr doppelt.</p>
<p><strong>Zonenbillette sind auf vielen Transportmitteln gültig.</strong><br />
Oft ist nicht nur der Zug, sondern auch noch das Tram oder der Bus inbegriffen. Informiert euch also im Voraus, ob ihr für das Tram wirklich auch noch ein Billett kaufen müsst oder ob ihr euch (wie in den meisten Fällen) das Geld sparen könnt.</p>
<p><strong>Auch bei Zonenbilletten gibt es meistens eine Halbtax-Ermässigung.</strong><br />
Achtet also darauf, dass ihr das für euch richtige Billett gekauft habt. Wir wollen ja nicht, dass ihr zu viel oder zu wenig bezahlt.</p>
<p><strong>Zonenbillette gibt es in vielen Regionen.</strong><br />
Das Zonensystem setzt sich langsam durch. Heute gibt es zum Beispiel folgende Tarifverbunde mit Zonentickets:</p>
<p><strong>A-Welle (TVA):</strong> Kanton Aargau (ohne Laufenburg / Rheinfelden) und östlicher Kantonsteil von Solothurn<br />
<strong>Libero:</strong> Kanton Bern, südwestlicher Kantonsteil von Solothurn, Neuenburg (Zihlbrüche/Thielle), Freiburg (Kerzers &amp; Flamatt), Luzern (Entlebuch &amp; St. Urban) und Aargau (Murgenthal)<br />
<strong>frimobil:</strong> Kanton Freiburg, Bezirk Broye im Kanton Waadt<br />
<strong>unireso:</strong> Kanton Genf<br />
<strong>Passepartout:</strong> Kantone Luzern, Obwalden, Nidwalden<br />
<strong>Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW):</strong> Basel-Stadt, Basel-Land, Aargau (nur Bezirke Rheinfelden und Laufenburg), Solothurn (nur Bezirke Dorneck und Thierstein)<br />
<strong>Schwyzerpass (TVZG):</strong> Kanton Zug<br />
<strong>mobilis:</strong> Kanton Waadt<br />
<strong>Ostwind (OTV):</strong> Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Thurgau<br />
<strong>Zürcher Verkehrsverbund (ZVV):</strong> Kanton Zürich sowie angrenzende Gebiete der Kantone Aargau, Schaffhausen, Schwyz, St. Gallen, Thurgau und Zug</p>
<p>Dann gibt es noch ein paar Verbundtarife, welche nur für Abonnemente gelten:</p>
<p><strong>BeoAbo:</strong> Berner Oberland<br />
<strong>ZigZag: </strong>Agglomeration Biel, Region Grenchen, Berner Jura, Seeland<br />
<strong>vagABOnd:</strong> Kanton Jura<br />
<strong>Onde Verte:</strong> Kanton Neuenburg<br />
<strong>FlexTax:</strong> Kanton Schaffhausen<br />
<strong>Arcobaleno:</strong> Tessin<br />
<strong>Z-Pass:</strong> Kanton Zürich und umliegende Kantone</p>
<p>Wenn ihr in diesen Regionen unterwegs seid (oder in den Ferien), dann informiert euch darüber, wie ihr am günstigsten mit dem ÖV fahren könnt. Oft lässt sich damit Geld sparen.</p>
<p>Die Zukunft wird meiner Meinung nach sowieso irgendwann, in einigen Jahrzehnten, dahin gehen, dass die ganze Schweiz ein einziger grosser Tarifverbund ist. ;-)</p>
<h3>Eure Erfahrungen</h3>
<p>Wie sind so eure Erfahrungen und Erlebnisse mit Zonentickets und Tarifverbunden? Was findet ihr toll? Was weniger?</p>
<p><strong>UPDATE</strong></p>
<p>Da ich auch eine Zweitmeinung zum Thema einholen wollte (ich kenne ja nur die Kondukteur-Sicht) fragte ich noch einen Busfahrer aus dem St. Galler Rheintal. Regelmässige schweizweit.net-Lesern dürfte er vor allem durch seine immer wieder extrem gelungenen Fotos bekannt sein, die ich immer mal wieder in Artikeln einbaue. Ich spreche von &#8220;Kecko&#8221;:</p>
<blockquote><p>&#8220;Bei uns in den Bussen läuft das neue Billettsystem ziemlich reibungslos. Die Situation im Bus ist aber etwas anders als bei dir im Zug.</p>
<p>Viele Fahrgäste kaufen das Billett im Bus, und werden dabei von den Chauffeuren beraten. Wenn also jemand eine bestimmte Strecke löst, z.B. in der Zone 35, so sage ich dem Fahrgast, er könne jetzt mit diesem Ticket eine Stunde lang in dieser Zone herum fahren soviel er möchte.</p>
<p>So lernen die Fahrgäste nach und nach die Grösse der Zonen und die Gültigkeitsdauer der Billette kennen. Das Streckendenken erweitert sich dann zum Zonendenken weil sie lernen, dass sie mit dem gleichen Billett auch noch eine andere Strecke fahren können, oder wieder zurück wenn die Zeit reicht.</p>
<p>Da die Fahrgäste beim Bus, anders als beim Zug, zuerst fragen können ob ihr Billett in Ordnung ist, werden viele Probleme schon vor Fahrtantritt behoben.</p>
<p>Die meisten Unklarheiten gibt es, wenn Fahrgäste von ausserhalb des Ostwindgebietes in den ITV einreisen. Mit solchen Langstreckenkunden hast du vermutlich mehr zu tun als wir. Dabei wird oft vergessen, dass für die Weiterfahrt mit dem Bus ab Zielbahnhof eine Ostwindzone benötigt wird.</p>
<p>Dann gibt es noch die Schlaumeier wie immer, die versuchen das System auszureizen oder sonst auszutricksen. Z.B. kurz vor Ablauf der Gültigkeit des Billetts noch einsteigen oder ein altes Billett mit richtiger Zeit verwenden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zum Abschluss hat Kecko noch <strong>zwei Witze</strong> für die schweizweit.net-Leser:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich hätte gerne ein Halbes nach Rheineck.&#8221; &#8220;Retour?&#8221; &#8220;Nein, vorwärts.&#8221;</p>
<p>&#8220;Kann ich mit diesem Billett auch retour fahren?&#8221; &#8220;Ja, sie müssen sich nur verkehrt hinsetzen.&#8221;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nützlicher Tipp für iPhone-Billett der SBB</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/02/18/nutzlicher-tipp-fur-iphone-billett-der-sbb/</link>
		<comments>http://schweizweit.net/2010/02/18/nutzlicher-tipp-fur-iphone-billett-der-sbb/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 13:11:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie man durch das Schütteln des iPhones schneller zu seinem Billett kommt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Das <a href="http://clk.tradedoubler.com/click?p(74666)a(1409578)g(18010362)url(http://shop.orange.ch/de/Handys/Apple-iPhone/icat/apple)">iPhone</a> ist wirklich eine tolle Sache! Nicht nur kann man damit telefonieren und schreiben wie mit jedem anderen Handy, nein, es bietet auch <a href="http://www.apple.com/de/iphone/apps-for-iphone/">über 100&#8217;000 kleine Programme</a>, die einem den Alltag mal mehr, mal weniger erleichtern.</p>
<p>Seit Monaten ganz oben auf der Liste der beliebtesten iPhone-Applikationen steht dabei <a href="http://itunes.apple.com/ch/app/sbb-mobile/id294855237?mt=8">SBB Mobile</a>, ein Gratis-Programm mit Fahrplan und integriertem Billettschalter für unterwegs.</p>
<p>Tausende SBB-Kunden haben diese App bereits heruntergeladen und viele mehr werden noch folgen. Grund genug, hier auf schweizweit.net einen Tipp für dieses Programm zu geben.</p>
<h3>Geschüttelt gehts schneller</h3>
<p>Immer dieser Stress! Der Kondukteur steht vor einem, man möchte sein iPhone-Ticket zeigen, nimmt das Apple-Handy aus der Hosentasche, schaltet es ein, startet das Programm und dann heisst es: Klick. Und nochmals klick. Und noch ein Klick. Und irgendwann wird das gewünschte Billett angezeigt.</p>
<p>Dabei ginge das viel schneller, wenn man einen kleinen Trick beachtet: Nach dem Starten des SBB-Programms einfach das iPhone kurz <strong>schütteln</strong>, und sogleich wird <strong>das zuletzt gekaufte Billett auf dem Bildschirm angezeigt</strong>. Nun muss es der Kondukteur bloss noch einscannen.</p>
<p>Toll, oder?</p>
<p>PS: Ihr glaubt mir nicht, wie lange ich jetzt für diesen kurzen Artikel gebraucht habe. Mein &#8220;Co-Autor&#8221; namens Dusty hat mir die Arbeit am iMac nicht wirklich leicht gemacht. Damit ihr wisst, wer seit Sonntagabend neben mir auch noch für schweizweit.net &#8220;zuständig&#8221; ist, hier ein aktuelles Föteli des jüngsten Bloggers im Hause Hobi / Bachmann:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="Dusty" src="http://img.photobucket.com/albums/v232/eastunited/IMG_0309.jpg" alt="" width="454" height="606" /></p>
<p>Dusty hilft mir tatkräftig mit beim Schreiben von Emails, Artikeln, Status-Updates auf Twitter, Facebook etc… Keine Ahnung, weshalb Dusty so gerne auf der Tastatur herumspaziert… ;-)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kondukteure als Kurier missbraucht?</title>
		<link>http://schweizweit.net/2010/02/09/kondukteure-als-kurier-missbraucht/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 10:11:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>
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		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Paket. Eine Brille. Viele Zweifel. Im Grunde genommen wollte ich ja nur einem Kunden helfen. Im Grunde genommen wollte ich nur kundenfreundlich sein. So wie es die Fahrgäste von uns Zugbegleitern gewohnt sind. Doch im Nachhinein kommt mir die ganze Geschichte dann doch ein wenig suspekt vor. Kann es sein, dass ich da soeben als Kurier "missbraucht" wurde?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p style="text-align: center;"><a title="Parcel von Rob Gale bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/awv/3190082033/"><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3087/3190082033_c38b8896c2.jpg" alt="Parcel" width="500" height="333" /></a><br />
<em><span style="font-size: xx-small;">Bild © (<a href="http://creativecommons.org/about/">cc</a>) Rob Gale (<a href="http://flickr.com">flickr.com</a>)</span></em></p>
<p><em>Im Grunde genommen wollte ich ja nur einem Kunden helfen. Im Grunde genommen wollte ich nur kundenfreundlich sein. So wie es die Fahrgäste von uns Zugbegleitern gewohnt sind. Doch im Nachhinein kommt mir die ganze Geschichte dann doch ein wenig suspekt vor. Kann es sein, dass ich da soeben als Kurier &#8220;missbraucht&#8221; wurde?</em></p>
<p>Es schneit ganz leicht, an diesem Abend, im Zürcher Hauptbahnhof. Dick eingemummt stehe ich vorne beim Lokführer, um ihm die technischen Angaben zum Zug zu geben. Ohne diese Zahlen fahren unsere Lokführer nicht ab. Heute verschwende ich keine Zeit mit unnötigem Smalltalk mit dem Führer; zu sehr zieht der kalte Wind durch die Gegend und die feinen Flocken tragen das Ihrige dazu bei. So rasch es geht, begebe ich mich zurück in die grosse Halle. Am Ende des Zuges warte ich zusammen mit einem weiteren Zugbegleiter. Auf die Abfahrtszeit und meine Fahrgäste.</p>
<h3>Das Paket</h3>
<p>Es ist kurz nach 23 Uhr, als eine Dame &#8211; ich schätze sie mal um die 30 bis 35 Jahre &#8211; auf mich zukommt. <strong>In der Hand trägt sie ein kleines Paket.</strong> Sie fragt mich, ob sie mich was fragen dürfe. Was, wenn ich nun nein sage? Dann hätte sie bereits eine Frage gestellt, ohne meine Erlaubnis dazu zu haben. Fragen über Fragen… Doch wie so meistens, entscheide ich mich heute für ein &#8220;Ja&#8221;. Ja, die Dame darf mich etwas fragen. Ich habe ja schliesslich Zeit. Abfahren wollen wir erst in ein paar Minuten. Und sonst habe ich nichts zu tun. Nun gut, sie darf mich etwas fragen. Ich bin gespannt auf ihre nun schon zweite Frage.</p>
<p>In diesem Paket sei <strong>die Brille ihres Vaters</strong>, erklärt sie mir. Nun, er sehe nicht mehr gut und bräuchte die Brille unbedingt so rasch als möglich. Heute Nachmittag habe er sie bei ihr zu Hause liegen gelassen. Jetzt sei er in Walenstadt. Dort würde ihre Mutter das Paket am Bahnhof abholen. Ob ich ihr die Brille bringen könne?</p>
<p>Ich bin ja kein Unmensch. Solche kleinen Gefallen erweisen wir unseren Kunden gerne. Und so nehme ich das handliche Paket an mich.</p>
<p>Bald darauf fahren wir los. Unterwegs habe ich mit den üblichen Problemchen zu kämpfen. Vergessene Abos, Billettautomat angeblich defekt, kein Geld dabei und sowieso sind wir viel zu teuer. Schlussendlich hat dann aber doch jeder bezahlt.</p>
<p>In Walenstadt angekommen steht dann auch tatsächlich eine Frau auf dem Perron. Sie scheint sich ein wenig über das Paket zu freuen. Als Dank will sie mir eine Zwanzigernote in die Hand drücken. &#8220;Das ist doch nicht nötig!&#8221;, lehne ich dankend ab. Doch sie ist hartnäckig. &#8220;Und sowieso dürfen wir solche grossen Geschenke gar nicht annehmen!&#8221; Das sei kein Geschenk, meint sie, sondern ein Dankeschön für das Bringen der Brille. Naja, ich will die Abfahrt des Zuges ja nicht unnötig verzögern und so nehme ich das Stück Papier dankend an und verabschiede mich höflich.</p>
<h3>Zweifel kommen auf</h3>
<p>Dann, am nächsten Tag, als ein Velokurier ein kleines Paket in meinen Intercity von Bern nach Zürich einlädt, schiesst es mir durch den Kopf: &#8220;Und was, wenn das gestern gar keine Brille war?&#8221;</p>
<p>Ich meine, rein theoretisch wäre es ja möglich, dass in dem Paket etwas völlig anderes war. <strong>Ich selber habe die Brille ja gar nie gesehen.</strong> Jetzt stellen wir uns mal vor, in Zürich gibt es eine Firma A oder eine Privatperson A. Und in Walenstadt ist die Firma B oder Privatperson B beheimatet. (Ok, zu dieser Uhrzeit handelt es sich wohl um Privatpersonen…) Nun muss ein bestimmter Gegenstand dringend von A nach B.</p>
<p>Es gibt zahlreiche Firmen, die von solchen Aufträgen leben. Ware muss so rasch wie möglich von Genf nach Brig. Von Luzern nach Zermatt. Oder eben von Zürich nach Walenstadt. Ganz günstig ist dieser Spass nicht. Mit 100 bis 200 Franken muss man vermutlich schon rechnen.</p>
<p>Und nun kommt jemand auf die clevere Idee, dass der Transport doch auch <strong>viel günstiger</strong> geht. Schliesslich gibt es so spät am Abend eine direkte Zugverbindung von Zürich nach Walenstadt, und auf diesem Zug sind mit Sicherheit auch Zugbegleiter. Und siehe da, schon hat man seine Ware für einen <strong>Bruchteil des eigentlichen Preises</strong> versandt.</p>
<p>Spinnerei? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Wieso hat mir die Dame in Zürich nicht einfach ein Brillenetui in die Hand gedrückt, wieso das Paket? Wie kam der alte Mann von Zürich nach Walenstadt, ohne Brille? Wieso hat er nicht bemerkt, dass ihm die Brille fehlt, wo er ja gemäss seiner Tochter so schlecht sieht?</p>
<p>Gehen wir noch einen Schritt weiter. Angenommen, in dem Paket war keine Brille. Was dann? Was, wenn der Inhalt des Paketes illegal gewesen wäre? Zum Beispiel <strong>Drogen</strong>? <strong>Amphetamine</strong>? Was wäre geschehen, wenn nun zufälligerweise genau dieser Zug durch eine Grenzwachtpatrouille mit Drogenspürhund begleitet worden wäre und die Spürnase angegeben hätte? Eine heisse Sache!</p>
<h3>Kundenservice geht vor</h3>
<p>Und trotzdem kann ich deshalb in Zukunft nicht einfach alle derartigen Bitten von Kunden abschlagen. Dies würde nur zu verärgerten Kunden führen. Und das will ich nicht. Aber ich werde von nun an mit Sicherheit mehr Fragen stellen, wenn ich einen unbekannten Gegenstand annehme.</p>
<p><strong>Bei Brillenetuis, Handys und solchen Sachen ist der Fall ja klar.</strong> Aber bei Paketen bin ich in Zukunft auf alle Fälle vorsichtiger.</p>
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		<title>Do you speak english?</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 10:11:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Hobi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kondukteur]]></category>
		<category><![CDATA[englisch]]></category>
		<category><![CDATA[sprachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Von einem Kunden, der glaubte, englisch sprechen zu können. ;-)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><strong>Sprachen sind das A und O in meinem Job.</strong> Die meisten Zugbegleiter sprechen täglich <strong>deutsch</strong>, <strong>französisch</strong> und <strong>englisch</strong> und beherrschen diese Sprachen auch dementsprechend gut.</p>
<p>Interessant wird es, wenn mal ein Fahrgast keine dieser drei Sprachen spricht und sich mit mir unterhalten möchte. Während ich bei den lateinischen Sprachen (italienisch, spanisch, etc.) noch ein kleines bisschen vom französisch ableiten kann (vorausgesetzt, der Kunde spricht sehr langsam und deutlich), wird es bei anderen Sprachen schon schwieriger.</p>
<p>Ab und zu kommt es dann auch zu witzigen Begebenheiten. So auch vor ein paar Wochen, als ein südländisch aussehender Herr auf mich zukam.</p>
<p><strong>&#8220;Do you speak english?&#8221;</strong>, fragte er mich mit einem Akzent, den ich nicht zuordnen konnte. Ich antwortete ihm. &#8220;Yes, sure!&#8221;</p>
<p>Doch dann kam leider nur ein <strong>&#8220;Äh… yes… oh… äh…&#8221;</strong> gefolgt von einer mir fremden Sprache. Scheint so, als habe da jemand seine Englischkenntnisse überschätzt oder seine zuvor säuberlich in Gedanken zurechtgelegten und aus dem Wörterbuch herausgesuchten Englisch-Vokabeln vergessen&#8230;</p>
<p>Kurz darauf glaubte ich, das Wort &#8220;Bern&#8221; verstanden zu haben. Ich bejahte, dieser Zug fahre nach Bern, und sogleich stieg er ein. Und tatsächlich: In Bern verliess er den Zug dann auch wieder.</p>
<p>Ging ja gerade nochmals gut! ;-)</p>
<p style="text-align: center;">
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=4TL4aLAlZV8">http://www.youtube.com/watch?v=4TL4aLAlZV8</a></p></p>
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