Vielleicht habt ihr die aktuellen Halbjahreszahlen der SBB schon vernommen. In diesen Minuten werden sie in den Medien publiziert. 3 Prozent mehr Reisende, 4.1 Prozent mehr Personenkilometer, etc. Heute will ich mal nicht auf diese Zahlen eingehen (die anderen Medien werden diesen Part bestimmt übernehmen), sondern einfach zwei, drei – im Grunde genommen sinnlose – Überlegungen machen.
Würden wir alle 166.3 Millionen Reisenden des ersten Halbjahres 2010 in einen acht Wagen langen Doppelstock-Intercity mit Bistro setzen (233 plus 528 Plätze), dann bräuchten wir dafür 218’528 Züge. Zusammen wären die Züge inklusive Lok sage und schreibe rund 51’616 Kilometer lang! Das ist fast zweimal die Grenzlänge der USA (32’143 Kilometer) und fast 28 Mal die Grenzlänge der Schweiz (1’858 Kilometer). Das Schienennetz der SBB (3’011 Kilometer) könnte man mit diesen Zügen 17 Mal “füllen”.
Diese Reisenden legten zusammen eine Strecke von 8’505 Millionen Kilometern zurück. Also in einem halben Jahr 212’625 Mal um die Erde. Oder täglich 1’165 Mal um die Erde. Eine beeindruckende Zahl!


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Oder:
Während 9,4% der Tage im ersten Halbjahr wären die SBB-Strecken komplett mit Doppelstockzügen verstopft :D
Man kann auch festhalten: Wenn die SBB mehr Züge bestellen – haben die überhaupt noch Platz *g*?
Oder man kann feststellen: falls die SBB weiterhin pro Jahr rund 4% mehr Personenkilometer an Leistung erbringen muss, dann wird sich die Zahl in den nächsten 10 Jahren um knapp 50 % erhöhen (und nicht wie von “Experten” angedacht erst in ca 20 Jahren)
Wenn pro Jahr 3% mehr Leute mit der SBB fahren und jedes Jahr die Bevölkerung um 0.5% steigt, wie lange geht es, bis jeder Mensch im Schnitt einmal pro Tag mit der SBB fährt? Heute fahren laut Presse-Mitteilung 910 000 Menschen täglich mit der SBB (rund 11.5% der Bevölkerung)
Dass die Personenkilometer stärker zunehmen werden als von “Experten” berechnet, davon gehe ich auch aus. Ich bin gespannt, wie die daraus resultierenden Herausforderungen gemeistert werden!
Ganz einfach: Über Preiserhöhungen, die Meyer ja auch gerne hätte..
Es wird auf grund der Dummheit der Politiker in Bern, und deren Kurzsichtigkeit kaum dazu kommen, das in den nächsten 10 Jahren genug Kapazität geschafft wird. Auf der Strasse natürlich schon, nicht aber für die unbeliebte Bahn, die ach so viel kostet.
Die Mobilität ist grundsätzlich zu günstig und Preisoptimierungen sind einfach unumgänglich für die zukünftige Entwicklung. Wenn man bedenkt dass die SBB rund 7 Milliarden Franken Schulden besitzt und noch für 20 Milliarden Franken neues Rollmaterial kauft… Dann musst du mir bitte mal erklären wer dies finanzieren soll?!!?? Der Bund tut dies nicht!
@Andreas: Als ich letztes Mal in Brig war, sah ich der neue ETR 610 im SBB Design. Dieser muss wegen Sprayerattacken rund um die Uhr von Securitas überwacht werden. Ich machte mir Gedanken und fragte mich dann, wie grosse Lager bräuchte die SBB eigentlich wenn man diese alle in eine Halle stecken würden über Nacht (angenommen es fahre kein Zug mehr)?? Hat da jemand Fakten oder Zahlen dazu? Wäre noch interessant dies zu wissen! :-)
@Alain
Die Zahlen der Verschuldung hast du von der Pressemeldung oder? wundert mich, weil ich mal schon höhere Zahlen gesehen haben, die bei rund 10 bis 15 Mia gelegen sind.
@Piero
Ja die Zahlen entnahm ich der Pressemeldungen. Die Richtigkeit kann ich leider aber nicht bestätigen. Habe aber als Gegensatz noch eine Statistik der SBB. http://mct.sbb.ch/mct/konzern_dienstleistungen/praesentationen_090402_bilanz.pdf (siehe Folie 52)
@Alain
Du bist gut, ich denke da hab ich das gesehen. Aber wenn ich Fremdkapital Bund und Fremdkapital Dritte zusammenrechne, erhalte ich Schulden von 22.1058 Mia.. das ist ja Wahnsinn (oder ich bin wegen meiner Nachtschicht zu müde, um klar denken zu können)
Ich weiss nicht, ob man das FK Bund auch dazu rechnen darf oder nicht?! Aber ansonsten beträgt das FK trotzdem noch 13 Millionen.