Dispozüge bei der SBB

von Andreas Hobi am 12. August 2010 · 53 Kommentare

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Die SBB ist darum bemüht, dass die Kundinnen und Kunden wann immer möglich pünktlich ans Ziel kommen.

Sowohl in den Medien als auch direkt von deutschen Fahrgästen höre ich immer wieder Klagen über die Deutsche Bahn. Ich selber fuhr auch schon ein paar mal in den Norden und musste dort miserable Erfahrungen machen, wenngleich auch meine wenigen Fahrten mit Sicherheit nicht repräsentativ sind für die gesamte DB.

Unabhängig davon, ob man die DB nun mag oder nicht, scheint es da einen Unterschied zwischen der DB und der SBB zu geben, der mir bis anhin gar nicht aufgefallen ist. Beziehungsweise: Eigentlich hielt ich es für selbstverständlich, dass es sowas nicht nur in der Schweiz, sondern auch bei vielen anderen westeuropäischen Bahnen gibt.

Die Rede ist von den Dispozügen.

In allen grossen Bahnhöfen der Schweiz hält die SBB so genannte Dispozüge bereit, die zum Einsatz kommen, wenn ein Zug ausfällt oder massiv verspätet ist.

Klar: Die Dispozüge setzen sich aus altem Rollmaterial zusammen, welches auch oftmals eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit hat, als der eigentlich geplante Zug. Eine Klimaanlage gibt es ebenso wenig wie geschlossene WCs und das Platzangebot ist bescheiden. Aber immerhin kommt man mit ihnen ans Ziel.

Auch Mitch, ein deutscher Blogger, findet das hervorragend und schreibt über die SBB-Dispozüge in einem Artikel, der von der DB und ihren ausfallfreudigen ICE handelt:

Fällt bei der SBB mal ein Zug aus, gibt es gleich Ersatz. Die SBB hat einige so genannte Dispozüge, ständig einsatzbereit in großen Knotenbahnhöfen. Wenn ein Zug in Zürich oder in Bern ausfällt, ist binnen weniger Minuten ein Ersatzzug, ein älterer Zug, der vielleicht nicht gleich schnell fahren kann, aber ist sofort einsatzbereit.

Nachdem nun der Verband öffentlicher Verkehr (und damit auch die SBB als Mitglied) die Preise für Bahnfahrten nicht so anpassen konnte, wie gewünscht, stehen viele Schweizer Bahnen unter Sparzwang. Das war zwar auch vorhin schon so, aber jetzt ist die Situation einfach noch prekärer.

Die Preise steigen weniger stark an als ursprünglich kommuniziert, vom Bund und den Kantonen können wir sowieso keine zusätzliche Unterstützung erwarten und die Lizenz zum Geld drucken besitzen wir auch nicht.

Jetzt bleibt nur noch eines zu hoffen: Dass die Dispozüge nicht dem Sparzwang zum Opfer fallen.

Bild © SBB AG

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Sandra-Lia August 12, 2010 um 11:49

Naja, ich denke, im Tarifverbund von Zürich werden sie sicher Dispozüge haben, da sie für jede Verspätung eine Strafe zahlen müssen. Ich hoffe, die anderen Tarifverbunde ziehen bald nach, dann sind solche Diskusionen überflüssig. Klar, die SBB kanns einfach seinlassen. Denn ist der Ruf erst mal ramponiert, lebt sich meist ungeniert.

Dass die SBB sich an die DB annähern will, ist ja nichts neues. Darum hat man wohl auch einen EX-DB-Manager geholt, nicht wahr? Schad eigentlich, und vorallem vorbei am Volkswillen, der mehrmals an der Urne bestätigt wurde.

Aber in dieser Hinsicht macht mir Meyer zu wenig. Er könnt ja ohne probleme eine Intiiative machen. Macht ers? Nä. Wozu auch…

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Stefan Meier August 14, 2010 um 21:36

@Sandra-Lia
Bei allem Respekt, aber wer keine Ahnung von nichts hat, bitte emdFh. Es steht nirgends geschrieben, dass die SBB Dispozüge streicht, im Gegenteil, die SBB ist in der Lage, die meisten Züge bei Ausfall zu ersetzen. Sprich die Spekulation im Artikel wie auch die Kritik sind unbegründet.
Ich sehe deshalb den Sinn dieses Artikels nicht so ganz.

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Sandra-Lia August 14, 2010 um 22:55

Ich hab ned weniger Kompetenz als A.M; immerhin hab ich noch keine S Bahn an die Wand gefahren, in dem ich sie jedes Jahr um 50mio “erleichtere”. Zudem hab ich nur auf den Beitrag von A.Hobbi Stellung genommen… Er macht uns gern mal ein wenig Angst mit Provokationen, die durchaus von A.M stammen könnten, da er ja nicht gerade für Innovation bekannt ist, eher für Abbau. (Siehe S Bahn Berlin GMBH!!!) UND ACH JA: Ich hab in der Zeit, als das alles geschah, in Berlin gewohnt, ich weiss also sehr wohl, von was ich rede!

Stefan Meier August 15, 2010 um 00:25

Bezieht sich auf untenstehenden Post:
Nun wird der Grund für deinen Meyer-Hass endlich klar…
Dann belege mir bitte, dass Meyer für das S-Bahn Debakel die Verantwortung trägt. Nach meinem Stand des Irrtums wurde er von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen.
Abgesehen davon: Die SBB ist eine andere Baustelle. Mein Problem ist: Ich habe gerne Fakten und ich verurteile niemanden im voraus. Und da wirds eben schwierig. Mir fällt beim besten Willen kein Fehler der SBB ein, den man glasklar Meyer anhängen könnte. Was die Kosten angeht: Da bitte nicht Meyer, sondern der Politik die Ohren langziehen, welche dem öV kaum ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Meyer und die SBB müssen jeden Rappen zweimal drehen – ob sie wollen oder nicht…

Bernd August 12, 2010 um 12:10

Auch bei der DB existieren Dispozüge. Dort unter dem Namen Einsatzreserven. An 9 Standorten, also verhältnismässig wesentlich spärlicher als in der Schweiz, stehen diese Ersatz IC für den Fernverkehr bereit.
Ob sie auch ständig von einem Lokführer in Bereitschaft stehen, weiss ich jedoch nicht.

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Dani August 12, 2010 um 12:51

@Sandra-Lia
Dein Kommentar bewerte ich einfach Mal als unüberlegtes Drauflos-Gemotze.
Es ist richtig geschrieben im Artikel, dass alle grössere Bahnhöfe also auch Basle, Olten, Bern, etc. Dispozüge parat haben. Und nicht nur der Zürcher Hauptbahnhof. Haben int. Züge Verspätung hat das logischerweise keinen Einfluss auf das vereinbarte Bonus/Malus-System zwischen der SBB und dem ZVV.

Ich stimme aber mit Dir überrein ,dass gewisse Absichten der SBB immer mehr an diejenigen der DB gleichen. Und das finde auch ich total daneben. Wir haben es gar nicht nötig uns an die DB zu richten oder anzugleichen. Eigentlich eher die DB an die SBB. Aber eben, da ist ein Andreas Meyer an der Spitze…

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Sandra-Lia August 12, 2010 um 14:11

Ich weiss zwar nicht, wo du was motzen siehst? Ich stelle nur fest. Motzen tönt anders. Bislang hatte ich selten grössere Verspätungen in CH. In DE bin ich mir da anders gewohnt, und der TGV heisst ja schon “Train Grand Verspätung” :))

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Martin August 12, 2010 um 14:24

In Zürich stehen zwei Dispozüge bereit. Einen für den Fernverkehr und einen für den ZVV. So viel ich weiss wird der ZVV Dispo auch vom ZVV bestellt und bezahlt.

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Dani August 12, 2010 um 15:28

Mit motzen meine ich genau das was DU machst. Einfach mal drauflos kommentieren und Unwahrheiten zu publizieren ohne den Artikel richtig zu verstanden haben. Ja, genau so eine bist bist DU! :-)

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Sandra-Lia August 12, 2010 um 15:49

MOTZ MOTZ.. Rote Karte… Motz.. *lach*

Na, soso.. dann bin ich so. Wegen dem ist meine Motzerei nicht weniger richtig ^^

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Andreas Hobi August 12, 2010 um 16:00

Aber es fällt schon auf, dass du viel zu m… “kritisieren” hast. :)

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Sandra-Lia August 12, 2010 um 16:09

Jemand muss es ja tun, nicht wahr.. Ich kritisiere übrigens nicht nur ihn. Aber bei der SBB vor allem ihn. Oder soll ich dich kritisieren? (wobei ich dazu keinerlei Grund sehe ^^) Immerhin mag ich die SBB! Ich fahr zu gern Zug, um einfach mich nicht zu wehren.

Sandra-Lia August 12, 2010 um 16:07

Auf dem Link, der letztens zu einem Externen Bericht ging, der bei dir zu finden war, war genau die gleiche Kritik verpackt, die ich auch äussere- vllt. etwas freundlicher, aber inhaltlich das selbe. Sagen wirs mal so: Ich würde Herr M. gerne mal selbst sagen, was ich von ihm halte, befürchte aber, das er nicht sehr Kritikfähig ist. Allerdings werd ich als NR (falls gewählt), sicherlich dort einiges ansetzen, wie zb. das der ÖV nicht zu tode gespart wird! (Und das dürfte ja auch im Interesse der Angestellten sein, nicht :)

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Fabian Schuler August 12, 2010 um 17:28

Neben den Einsatzreserven der DB Fernverkehr AG in Hannover, Berlin, Dortmund, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und Karlsruhe gibt es selbstverständlich auch noch von DB Regio stets verfügbares Material und Dispopersonal. Es ist natürlich ein unpassender Vergleich, die Dispozüge der gesamten Schweiz ausschließlich mit den Fernverkehrs-Knotenpunktreserven der DB Fernverkehr zu vergleichen.

Gruß,
Fabian

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Andreas Hobi August 12, 2010 um 23:11

Für den Umstand, dass anscheinend an so vielen Orten Ersatzzüge bereit stehen, hört man dann aber doch beängstigend oft von Zugsausfällen in Deutschland. :)

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Fabian Schuler August 12, 2010 um 23:33

Bereits für morgen gibt es drei Ersatzzüge:
http://www.ice-treff.de/index.php?id=76207

Naja, und ich höre ehrlich gesagt nicht viel von Zugausfällen. In den letzten vier Wochen, wo ich mit dem Monatsticket quer durch D unterwegs war, hatte ich bspw. keinen einzigen Zugausfall. Den Medien darf man kaum Glauben schenken, denen zu Folge haben wir hier ja indische Zustände. Es liegt sicher einiges im Argen, aber so schlimm ist es nicht annähernd, wie von den Medien dargestellt.

Andreas Hobi August 12, 2010 um 23:41

Mmh… Wie es mir scheint, ist die Definition der “Ersatzzüge” in Deutschland und der “Dispozüge” in der Schweiz nicht genau die gleiche.

Das was unter dem ICE-Treff-Link aufgeführt ist, würde man hierzulande wohl eher als “Ersatzkomposition” verzeichnen. :)

Fabian Schuler August 12, 2010 um 23:44

Es werden halt Züge ersetzt, die sonst nicht fahren würden. Dass es sich um einen Ersatzzug handelt, merkt der Reisende sehr schnell, wenn er im leeren Zug seinen reservierten Platz sucht (denn genau der, und nur der, ist gerade gut genug).

Wie darf man denn die Dispozüge verstehen? Das sind doch genauso wie die Einsatzreserven hier, die im Falle eines (Teil-)Ausfalls oder einer Verspätung zum regulären Zug verkehren?

Fährt ein Zug zusätzlich um einen verspäteten Zug zu ersetzen, zählt das auch als Ersatzzug, könnte man aber ebenso auch Verstärkerzug nennen. Und diese sind, aus genannten Gründen, in letzter Zeit sehr rar.

Andreas Hobi August 12, 2010 um 23:50

Dispozüge sind eigentlich eher für den kurzfristigen Einsatz gedacht. Zum Beispiel: Auf der einstündigen Fahrt von Basel nach Zürich bleibt ein Zug liegen; in einer halben Stunde würde er in Zürich weiterfahren nach Chur.

Dann muss der Dispo-Pendel her, so dass wenigstens die Passagiere ab Zürich möglichst pünktlich ans Ziel kommen.

Fabian Schuler August 12, 2010 um 23:53

Dafür sind auch hier die Einsatzreserven gut, sofern noch verfügbar.

ICE August 12, 2010 um 18:18

Ich muss der Aussage, die DB hätte sehr wenige Dispozüge, widersprechen.
In Süddeutschland sah ich sie in Basel Bad Bf (IC), Freiburg (Regionalzüge) und Karlsruhe (IC).
Gerade gestern wurde der ICE Berlin-Interlaken zumindest bis Basel pünktlich mit einem IC ersetzt.
Allerdings ist es mir ein Rätsel, warum die DB diese Ersatzzüge so selten sinnvoll einsetzt…

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honigbaerli August 12, 2010 um 18:34

habe gerade letzten freitag wieder von bern einen sbb ersatzzug benutzen dürfen…denn der ice nach berlin hatte wohl krieg mit dem schweizer schienennetz zumindest fur er erst ab basel..ich weiss aber nicht ob das nicht auch ein ersatz ice war(haben die db so was?)
in deutschland habe ich noch nie erlebt das ein ersatzzug bereitgestellt wird wenn ein zug verspätet ist..da wird auf reguläre verbindungen verwiesen!!zumindest reagiert die sbb besser auf unregelmässigkeiten als die db die entschuldigen sich nur mehrmals per lautsprecherdurchsage!!
wenn ich mit dem ice fahre swind verspätungen einprogramiert..mit dem wissen steige ich da auch immer ein!!

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Fabian Schuler August 12, 2010 um 21:23

In Deutschland gibt es oft genug Ersatzzüge bei Verspätungen ab über 30 Minuten. Wenn du so einen noch nicht erlebt hast, warst du vielleicht noch nicht oft genug hier unterwegs ;-)

Derzeit liegen aber die Prioritäten eher darauf, überhaupt sämtliche Zugleistungen anbieten zu können. Es wird ja nicht entgangen sein, dass die Wartungsintervalle der ICE 3- und ICE-T-Züge stark gekürzt worden sind, aufgrund herstellerbedingten unzureichenden Materials in den Achsen und Radsatzwellen. Dadurch stehen die Einsatzreserven oft nicht mehr für Unregelmäßigkeiten zur Verfügung, weil diese ICE-Züge ersetzen müssen, für die keine Werkstattkapazität mehr frei war. Auch gibt es deshalb Wartungsengpässe bei den ICE 1 und ICE 2, weil eben die Werkstattkapazitäten für ICE 3 und ICE-T gebunden sind. Ein Teufelskreis…

Vor Sommer 2008 waren Ersatzzüge bei Verspätungen ab etwa 30-45 Minuten die absolute Regelmäßigkeit.

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Andreas Hobi August 12, 2010 um 23:12

Ersatzzüge bei Verspätungen ab 30 oder mehr Minuten? Heisst das also, Verspätungen von weniger als dreissig Minuten werden nicht oder nur selten durch Ersatzzüge ausgeglichen?

Fabian Schuler August 12, 2010 um 23:37

In der Regel nicht, da stehen die Kosten in keiner Relation zum Nutzen und gerade das Dispopersonal lässt sich meistens sinnvoller einsetzen. Die 30 Minuten (oder zuletzt 45 Min), ab wann nach Möglichkeit Ersatzzüge als Zusatzzug gefahren werden sollen, sind zur Zeit sowieso Makulatur. Bei Verspätungen von 45 Minuten kann es auch schon passieren, dass je nach Auslastung und der Frage, ob der Zug am Endbahnhof gebraucht wird, dass der Zug vorzeitig (w)endet.

(Wieso konnte ich eigentlich auf deinen Beitrag im Gegensatz zu oben nicht direkt antworten?)

Andreas Hobi August 12, 2010 um 23:39

Weil die Antwort-Threads maximal drei Stufen weit gehen. Ansonsten wird es bald einmal unübersichtlich.

Fabian Schuler August 12, 2010 um 21:28

Kleiner Ergänzung:
> ich weiss aber nicht ob das nicht auch ein ersatz ice war(haben die db so was?)

Ich weiß es auch nicht, kann nur spekulieren – es kann aber vorkommen, dass durch Unregelmäßigkeiten der Umlauf der ICE 1-Züge ins Wanken gerät, was zur Folge haben kann, dass eben ein nicht schweiztauglicher ICE 1 nach Interlaken oder Zürich fahren soll, was nicht funktioniert. In diesem Fall bleibt den SBB nichts anderes übrig, als einen Ersatzzug zu stellen ;-)

Die Einsatzreserven sind immer IC-Garnituren, in den Standorten der Werke (Frankfurt, München, Hamburg, Berlin, bedingt Köln & Dortmund) kann es aber natürlich auch gut sein, dass eine ICE-Garnitur verfügbar ist und als Ersatzzug eingesetzt wird. So trifft man auf der ICE-Linie 10 (Berlin-Düsseldorf/Köln-Bonn), die planmäßig durch ICE 2 gefahren wird, auch durchaus ICE-T an. Oder auf der Strecke Hamburg-Frankfurt/München einen ICE-T anstelle eines ICE 1. Vor der Aufnahme der Österreich-Verkehre war der ICE-T aufgrund seiner großen Stückzahl beliebt für Ersatzzüge.

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swissjoker August 12, 2010 um 22:56

mit der DB habe ich nicht so viel Erfahrung, könnte dafür aber ein paar Geschichten aus Österreich anbieten… Da gibt’s nicht mal Entschuldigungen und die Zugbegleiter verstecken sich. Dass der Zug verspätet ist, merkt der geneigte Reisende auch erst, wenn er an den Bahnhöfen einen Blick auf die Abfahrtsanzeigen erhaschen kann…

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Martin August 13, 2010 um 03:05

Vielleicht sollten wir definieren was Dispozüge bei der SBB bedeutet: Dispozüge stehen geprüft und eingeschaltet an strategisch bester Lage mit Personal besetzt im Bahnhof. Diese werden sicher nicht schon einen Tag zuvor verplant, sondern dienen dazu defekte, angeschlagene oder verspätete Züge, die frühzeitig wenden, zu ersetzen. Züge die mehr als 20 Min. Verspätung haben braucht man in der Schweiz nicht zu ersetzen, da wir mindestens den durchgehenden 30 Min. Takt haben.

Dann gibt es noch Reservezüge, die sind geprüft und eingeschaltet, aber nicht besetzt. Die sind normalerweise nicht verplant.

Schlussendlich gibt es noch technische Reserven, dass sind Züge die nicht im Einsatz sind und auch nicht im Unterhalt stehen.

Ob man Dispopersonal sinnvoller einsetzen kann, ist eine Frage welche Dienstleistungsqualität man liefern will. Was kostet ein Lokführer pro Tag? 70 Euro? also 2 Fahrkarten.

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ICE August 13, 2010 um 03:24

@Fabian Schuler:
Ich habe als Ersatz bisher nie ICEs gesehen, nur ICs…
Die schlimmste Verspätung, die ich hier in Süddeutschland (BW/Hessen) erlebt habe, waren 40 Minuten (ICE Hamburg-Zürich).
Ansonsten wurden immer ICs als Ersatz eingesetzt, da kamen Verspätungen über 10 Minuten eig. nie vor…

Allerdings scheint dies gerade im Ruhrgebiet sehr viel schlechter zu sein, allerdings bin ich dort fast nie, kann also auch kein Urteil dazu abgeben.

Antworten

Piero August 13, 2010 um 08:28

Interessante Diskussion….

Ich denke, wenn die SBB Dispozüge erst ab 30 oder 45 Min Verspätung einsetzen würde, wäre deren Sinn vollkommen ..sinnlos.

Wir haben auch zwei völlig verschiedene Bedürnisse von SBB und DB: Bei der SBB sollen kleinere, unvorgesehene Unregelmässigkeiten schnellstmöglichst behoben werden, damit das Taktgefüge bzw Zugslagen/Trassen nicht zu sehr durcheinander kommen.

Bei der DB hingegen ist man durch die starken Ausfälle der ICE und die durch die grösseren Distanzen grösseren Verspätungen soweit in den Griff zu bekommen, dass wenigstens die versprochenen Züge angeboten werden können.

Oder anders gesagt: eine Verspätung eines Schweizer Zuges würde in Deutschland sicherlich nicht durch einen Ersatzzug oder Dispozug ersetzt werden, sondern der würde seinen Umlauf eben mit der eingefahrenen Verspätung beenden.

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gentux August 13, 2010 um 11:22

Mir sind in der Schweiz bisher vor Allem Infrastrukturprobleme auf der Strecke vorgekommen, etwa im Mai/Juni in Alaman als die Signalanlagen streikten sass ich eine Stunde in Rolle und hatte folglich eine Stunde Verspätung.

Anfang Juli gab es ja auch ein grosses Chaos um Montreux und Vevey. Meine Freundin wartete 3 Stunden auf mich am Bahnhof.

Als ich nach Auffahrt aus dem Tessin zurückkehrte wollte sich der ICN zwischen Aarau und Zürich fast eine Stunde lang nicht bewegen.

Also stellt sich die Frage ob es wirklich so viele Dispozüge braucht, nicht Reservezüge.

Persönliches Fazit: Wenn ein Zug eine Panne hat, sitzt gentux darin. Wenn nicht, dann liegt es an der Infrastruktur.

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Steven August 13, 2010 um 12:30

also ich bin in Deutschland aufgewachsen, musste also mit diesem Scheissverein der sich DB schimpft zurecht kommen. Und ich habe noch nicht ein einziges mal einen Dispozug erlebt, es hiess immer gleich Ausfall..(manchmal sogar wegen Personal oder Fahrzeugmangels)

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Martin August 13, 2010 um 13:47

@gentux
Es gab schon immer Störungen bei der Bahn, wie schnell diese behoben oder “gemanagt” werden hängt vom Personal an der Front ab, also Lokführer, Fahrdienstleiter und Zugbegleiter. Was du nun siehst sind Sparmassnahmen beim Lokführer. Man kann auch bei gestörten Signalen fahren, aber heute getraut man sich nicht mehr. Der Lokführer könnte ja Fehler machen und wen dann doch gefahren wird, dann mit unnötig stark reduzierter Geschwindigkeit. Da man berechtigte Angst hat der Lokführer komme mit der nicht alltäglichen, komplexen Situation nicht zu recht.
Bei Störungen am Zug verhält es sich gleich: Wie schnell Störungen behoben werden hängt von den Fähigkeiten des Lokführers ab, egal ob Tür-, Traktions- oder Bremsstörungen.

Fazit: Technik, egal wie gut und teuer sie gewartet ist, wird immer Störungen haben. Man muss damit Leben und den Umgang mit Störung muss wieder erlernt werden. Dann hätten Störungen weniger Einfluss auf den Bahnbetrieb.

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gentux August 13, 2010 um 13:55

Ok, dann sollte man also im Falle des Falles einfach an die Führerstandtüre klopfen “Ey mach mal hinne… muss nach Hause!” :D
Natürlich ist mir bewusst, dass das aufgrund von Sparmassnahmen geschieht, bin aber dafür, dass die SBB dafür noch mehr bluten sollte, immer wieder die GAs teurer machen und mit angeblich besserem Angebot prahlen geht nur, wenn man sich darauf verlassen kann.

Ich würd sonst auf die SBB pfeifen, wenn ich könnte… aber die werden am 12.9 wieder Bares sehen.

Antworten

Martin August 13, 2010 um 14:27

Ob es reicht an die Führerstandtüre zu klopfen bezweifle ich. Wen der Lokführer zu erst 20 Minuten die “Betriebsanleitung” lesen muss, um eine Störung zu beheben die in 5 Minuten behoben wäre, ist es eh nicht gut ihn zu Stören, sonst dauert es noch länger ;)
Es ist eben nicht so das der Lokführer die Problem nicht möglichst schnell lösen will, sondern die Fähigkeiten heute nicht mehr besitzt diese möglichst schnell zu beheben.
Aber die Bahnverwaltung hat da ganz ähnliche Ideen wie du, man bestrafe denjenigen der Fehler macht, ohne zu Fragen wieso er Fehler macht. Könnte ja sein das er die Fehler nicht absichtlich macht sondern mit der Arbeit überlastet ist.

Wer am falschen Ort spart, bezahlt es teuer. Es wird bei der SBB auch nicht überall gespart. Die Verwaltung ist zum Beispiel sakrosankt und darf nicht angetastet werden.

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ICE August 13, 2010 um 14:34

Bei der DB besteht das Problem, dass das Zugpersonal nichts tun darf, ohne die Erlaubnis der Leitstelle abzuwarten.
Ein erfahrener Lokführer muss sich also an Anweisungen von Leuten halten, die nicht wirklich Ahnung vom reelen Bahnbetrieb haben, das Schlimme daran ist, dass das Zugpersonal sich immer dafür kritisieren lassen muss, was die Leitstelle versaut hat.
Und dass Rüdiger Grube die Schuld immer beim Zugpersonal sucht, ist ebenfalls bezeichnend.

Antworten

Martin August 13, 2010 um 15:05

@ICE
Diese Problematik ist bei der SBB auch sehr ausgeprägt. Die Bahnen gehen mehr und mehr dazu über den Lokführer sozusagen fernzusteuern.
Damit bei der Ausbildung gespart werden kann, werden Hotlines betrieben die den Lokführer bei Störungen Anweisungen geben. Ich frage mich je länge je mehr wer nun rechtlich die Verantwortung über den Zug hat? Was ist wen die Anleitung falsch war? Ferndiagnosen und Fernanweisungen sind sowieso sehr problematisch. Versuch mal jemanden per Telefon anzuleiten den DVD Recorder zu programieren. Und was ist wen die Hotline überlastet ist? Musik hören? Nur wer vor Ort ist kann schnelle und richtige Entscheidungen fällen.

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ICE August 13, 2010 um 17:20

@MARTIN:
Laut Grube hat der Zugchef die rechtliche Verantwortung.
Wenn der laut Leitstelle nichts unternehmen darf, macht man ihn trotzdem verantwortlich, tschüss Rechtsstaat…

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Martin August 13, 2010 um 17:46

Was ist wen kein Zugchef auf dem Zug ist?

Das ist auch etwas das ich nicht verstehe. Bei der Luft- und Schifffahrt ist klar geregelt wer die Verantwortung trägt und wer die hoheitliche Befugniss hat, es ist ein und die selbe Person, nämlich der Fahrzeugführer. Es darf nicht sein das einer oder mehrere die Veratwortung tragen und andere wiederum Befehlen können. Wer befiehlt hat die Verantwortung und wer keine Verantwortung trägt soll auch nichts zu sagen haben. Bei der Bahn ist das leider nicht so, man weiss nicht genau wer jetzt nun Befehlsgewalt über den Zug hat, ist es der Lokleiter oder der Disponent, vielleicht der Fahrdienstleiter oder gar die internen Sicherheitsdienste, wenn möglich ein Bahnmanager oder Rangierer? Täglich müssen sich Lokführer gegen Anmasungen von anderen Personalkategorien durchsetzen.

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Michael August 13, 2010 um 20:05

So extrem wie ihr das hier schildert erlebe ich es eigentlich nie. Kommt aber sicherlich auf den Ort und das Personal an. Für mich ist einfach eines klar, im Fall der Fälle sind Lokführer (Rangier, anderes Personal) die Augen und Ohren vor Ort. Ich muss/kann mich also auf seine Informationen verlassen um mir ein Bild des Geschehens machen zu können. Allerdings ist es auch so, dass in userem Fahrplan die Zeit für Entscheidungen immer kleiner wird. Im Zweifelsfall oder bei unklarer Situation wird deshalb sofort “blockiert” und/oder nach kurzer Wartefrist Umgeleitet bis die Informationen kommen.
Zu Störungen an der Infrastruktur lassen die Vorschriften keinen Spielraum zu. Entweder wird “über” die Störung gefahren, was mit stark reduzierter Geschwindigkeit möglich ist, oder der gestörte Bereich wird umfahren. Nur ein Umfahren der Störung im dichten Verkehr wird immer schwerer bis unmöglich.
Fakt ist, eine Störung ergibt im Fahrplan der Schweiz unweigerlich gleich eine Kette von Verspätungen (Handorgel-Effekt) wenn langsam gefahren wird oder Einschränkungen durch Reduktion auf Einspur. Mit Umleitungen können die Verspätungen zumindest auf ein im voraus bekanntes Niveau gebracht werden.

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Sandra-Lia August 15, 2010 um 19:44

Herr Meier Stefan, nein, die Justiz hat ihn nicht freigesprochen, das Verfahren läuft noch, nur, die DB hat gesagt, er trage keinerlei Schuld (abgesehen davon gibts ein erstklassigen Freispruch und einen zweitklassigen, weil man sich einen guten Anwalt leisten kann.. Siehe UBS); dann, Es ist richtig, dass das Parlament immer mehr kürz, und da bin ich auch strikte gegen. ABER Es wäre an Meyer zu lobyieren statt mit Abbau zu drohen, denn das Volk kann am aller wenigsten dafür. An sonsten soll er halt mal ne Initiative machen, das kann ich wohl von ihm verlangen!

Weiter: Ich sehe einfach, das er unter Mehdorn gedient hat, und komm mir jetzt ja nicht, der sei auch unschuldig, dann hast du echt keine Ahnung von nix!

Ich empfehle einfach, die Rosa Brille abzuziehen, und das ganze nüchtern zu beobachten, dann stellt man fest:

Es gab viele Veränderungen bei der SBB, seit Meyer da ist. Eine der Hauptänderung ist die Art der Kommunikation mit den Medien. Die hat sich deutlich negativ verändert. Zweitens hat Meyer in der Zeit, seit er Chef ist, zig mehr Vorfälle, als früher, unter dem Vorgänger. Und drittens kommt er mit undurchdachten Tarifänderungen, alle Made in Germany, die total SCHEISSE Sind! Ich will ned wie in Deutschland ständig überlegen, welchen Fahrschein ich von Olten nach Bern brauche, nur weil der Zug ein R, RE, IC, ICE, IR ist… über eine 9Uhr Fahrkarte kann man ruhig diskutieren.

Wie auch schon gesagt, wären auch Preiserhöhungen ok, aber dann müssen in den Zügen mal endlich die Klos funktionieren, das Rauchverbot durchgesetzt werden, die Züge sauberer sein. Und was das Sparen am falschen ort angeht: ES GAB Noch nie so viele Stellwerkfehler und andere Ausfälle, wie seit Meyer! Dauernd da Ausfall wegen Stellwerk oder Stromausfall usw usw.. man kann mich doch nicht für dumm verkaufen, ich kann auch 1+1 rechnen, und weiss, welche Zustände auf der DB herrschen, und welche auf der SBB in 10 Jahren, und letzteres versuche ich genau zu verhindern!

Antworten

Martin August 16, 2010 um 14:06

@Michael
Nur wer mit allen sieben Sinnen vor Ort ist kann die richtigen Entscheidungen treffen. Gerade dieses Ereignis (ICE Klimaanlagenausfall) ist exemplarisch: 40° können bei trockener und bewegter Luft in einem leeren Bahnwagen erträglich sein, nicht aber bei hoher Luftfeuchtigkeit, Windstille und überfühlten Bahnwagen. Was auch noch entscheidend ist, was für Personen im Wagen sitzen. Junge Afrikaner würden sich bei diesen Temperaturen wohl fühlen, ältere Norddeutsche eher nicht.

Du siehst solche Entscheidungen kann man nicht aus der Ferne treffen. Es sind viel zu viele Faktoren im Spiel. Genau darum ist bei der Feuerwehr, Polizei, Militär und Sanität immer derjenige der Einsatzleiter der zu erst am Ereignisort eintrifft.

Damit meine ich nicht, dass z.B. der Lokführer selbst entscheidet ob frühzeitig gewendet wird oder umgeleitet wird. Hier muss natürlich mit Stellen zusammengearbeitet werden die mehr überblick haben. Aber wenn zum Beispiel ein Lokleiter dem Lokführer befiehlt er müsse weiterfahren obwohl die Vorschriften eigentlich etwas anderes sagen oder wen der Personaldisponent glaubt er müsse entgegen dem Arbeitszeitgesetz dem Lokführer das weiterarbeiten Befehlen, muss die Hierarchie der Firma überdenkt werden. Das gilt auch für Chefs die Lokführer auffordern zur Arbeit zu kommen, auch wen es der Gesundheitszustand nicht erlaubt (z.B. Pro Präsenz). Auch bei der SBB darf das Personal auf dem Zug nicht entscheiden wann und wo der Zug evakuiert wird. Es ist dem Lokführer verboten die Evakuation zu veranlassen.

Antworten

Martin August 16, 2010 um 14:23

@Michael
Die Vorschriften wurden in den letzten paar Jahren so verschärft das ich in vielerlei Situationen auf dem milliardenteuren Schienennetz herumkriechen muss. Nicht weil der 20-30 Millionen teure Zug nicht schneller könnte und auch nicht weil die Infrastruktur keine höheren Geschwindigkeiten zulassen würde. Nein, der Lokführer wird zunehmend zum limitierenden Faktor. Immer wen Lokführerfehler zu gefährlichen Ereignissen führen, werden die Vorschriften verschärft oder Geld in die Infrastruktur gesteckt. Statt sich zu fragen wie so der Lokführer einen Fehler gemacht hat, um anschliessend die Ursache zu beheben, wird ein „Pflästerli“ drüber gemacht. Ein besonders schönes Beispiel ist hier der Unfall bei der MGB.

Antworten

Martin August 16, 2010 um 16:47

@ Sandra-Lia
Dein Zitat:
“Und was das Sparen am falschen ort angeht: ES GAB Noch nie so viele Stellwerkfehler und andere Ausfälle, wie seit Meyer!”

Stimmt so nicht. Die Infrastruktur war selten in so gutem Zustand wie heute. Das Personal an der Front ist dem Bahnbetrieb zunehmend nicht mehr gewachsen. Störungen traten früher schon auf, diese wurden aber besser gemeistert. Beim heutigen dichten Fahrplan und der komplexeren Technik müsste das Personal qualifizierter und besser ausgebildet werden. Aber man macht zur Zeit genau das Gegenteil.

Antworten

Andreas Hobi August 18, 2010 um 11:12

Ich kann deiner Aussage nicht zustimmen, dass das Personal an der Front dem Bahnbetrieb zunehmend nicht mehr gewachsen ist.

Meiner Meinung nach ist es einfach so, dass der Bahnbetrieb je länger je komplexer und vernetzter wird, und deshalb ist es bei vielen Störungen nicht mehr möglich, eine Lösung zu finden, die keine negativen Auswirkungen nach sich zieht.

Bereits kleine Verspätungen eines Zuges können den Fahrplan anderer Züge spürbar beeinträchtigen. Da kann auch das am besten ausgebildete Personal nichts verhindern.

Antworten

Martin August 20, 2010 um 03:28

Nun ja, für dich als Zugbegleiter ist alles in Ordnung. Bei euch wurden weder die Ausbildung noch die Anforderungen gesenkt. Im Gegenteil, bei euch wird immer mehr Geld investiert, in Zukunft seid ihr ja immer zu zweit unterwegs. Logisch das aus deiner Sicht alles gut ist.

Bei den Lokführern läuft es aber genau anders herum. Heute bleiben Züge stehen, nicht weil der Zug nicht mehr fahrfähig ist, sondern weil der Lokführer nicht mehr weiss wie man die Störung behebt. Selbst einfache Türstörungen können heute Lokführer nicht mehr innert nützlicher Frist beheben, einfach weil man für einen Refresherkurs kein Geld ausgeben will.

Noch fataler ist wie unprofessionell auf Sicherheitsprobleme, die von den Lokführern verursacht wird, reagiert wird. Entweder werden Vorschriften erlassen die den Lokführer zwingen in vielen Situationen einfach langsamer zu fahren, was bei der heutigen Verkehrsdichte ein Unding ist oder es wird in extrem teure Sicherheitssysteme investiert, was zu einer unbezahlbaren Infrastruktur führt.

Wie du geschrieben hast ist der Bahnbetrieb je länger je komplexer und vernetzter, was eigentlich ein Grund ist die Anforderungen und Ausbildungen anzuheben, aber wieso wurde bei den Lokführern genau das Gegenteil gemacht? Werden hier alte Fehden zu Ungunsten unserer Kunden weitergeführt?

Dani August 16, 2010 um 20:05

@Martin
Habe die Diskussion zwischen Dir und der Sandra-Li in diesem Thema stets mitverfolgt. Bin in fast allen Punkten mit Dir einverstanden. Doch die folgenden Aussage weise ich entschieden zurück, weil sie schlicht nicht stimmt:

“Stimmt so nicht. Die Infrastruktur war selten in so gutem Zustand wie heute. Das Personal an der Front ist dem Bahnbetrieb zunehmend nicht mehr gewachsen. Störungen traten früher schon auf, diese wurden aber besser gemeistert. Beim heutigen dichten Fahrplan und der komplexeren Technik müsste das Personal qualifizierter und besser ausgebildet werden. Aber man macht zur Zeit genau das Gegenteil.”

Die Infrastruktur – zumindest was der Fahrbahnzustand angeht und auch derjenige der Fahrleitungsanlagen ist sicher nocht – verglichen mit anderen europäischen Bahnen – in einem guten Zustand. doch es mehren sich die Anzeichen, dass er immer schlechter wird. Dies hat aber nichts mit Andreas Meyer zu tun. Die Fehler wurden schon unter seinem Vorgänger – Weibel – gemacht. Da wurde die Gelder für den Unterhalt von Jahr zu Jahr zu Lasten Grossprojekte gekürzt. Die Welle mit anstehenden Arbeiten wuchs und wuchs und immer wieder wurden anstehende Unterhaltsarbeiten um Jahre verschoben. Und dies trotz zunehmender Belastungen der Anlagen. Sei es gemäss den gemessenen Bruttotonnen und den Zugsfahrten.

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Martin aus Thalwil August 19, 2010 um 17:04

Ich freue mich immer wenn der Dispo-Zug von Chur kommt. Das erinnert mich dann an die ersten Fahrten in meiner Kindheit. In den Wagen rattert es noch richtig, die Klimanlage fehlt und dafür kann man die Fenster runter lassen. Dieser Zug ist sooo nostalgisch!
Hoffentlich kommt die SBB nicht auf die Idee für diesen Zug noch einen Nostalgie-Zuschlag zu erheben…

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Dani August 20, 2010 um 08:57

Ich warte auf den Tag, bei dem mal die SBB-Lokführer nicht zu jammern haben. Doch der wird so schnell nicht kommen ihr “Stängeliputzer”

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Martin August 20, 2010 um 10:13

Das ist dann wen Menschen wie du wieder das machen wo zu sie geeignet und ausgbildet sind und euch nicht mehr als Chefs der Lokführer aufspielt. Und wen es euren Job bei der SBB nicht mehr gibt, dann versucht doch nicht krampfhaft neue Jöblis zu kreieren, sondern bewerbt euch extern, auch wenn ihr ausserhalb der SBB kaum Chancen habt. Wir haben es satt euch durchzufüttern.

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Martin August 20, 2010 um 10:20

Und dafür auch noch Hohn und Spott zu kassieren

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