Verwaltungsrat, verheiratet, sucht…

von Andreas Hobi am 20. Mai 2010 · 11 Kommentare

Hallo miteinander! Vielleicht kennt ihr mich noch aus meiner SBB-Zeit. Ich war mal bei der grössten Eisenbahn der Schweiz angestellt und habe es dort sehr weit gebracht.

Irgendwann liess ich die ganze Sache hinter mir, weil ich mich voll und ganz meinem neuen Hobby widmen wollte: Verwaltungsratsmandate sammeln.

Das macht Spass und man verdient damit sehr viel Geld! Wenn ihr möchtet, kann ich euch ja mal meine VR-Mandate-Sammlung zeigen…

Inzwischen bin ich Verwaltungsrat oder Berater von zahlreichen Unternehmen. Zum Beispiel:

  • Thurbo AG
  • Switzerland Travel Center AG
  • Elvetino AG
  • Cisalpino AG
  • Schweiz Tourismus
  • Verkehrsrat des Zürcher Verkehrsverbundes
  • Reka
  • VMCF SA (Nahverkehr Vevey-Montreux)
  • Österreichische Bundesbahn
  • Zentralbahn AG
  • Baselstädtische Verkehrsbetriebe (BVB)
  • Railaway AG

Doch genug habe ich noch lange nicht! Wenn ihr also noch einen VR-Sitz vorrätig habt: Meldet euch bei mir!

Meine persönliche Meinung

So, jetzt aber genug der Satire! ;-) Mich persönlich erstaunt es, dass jemand genug Zeit findet für mindestens 13 Beratungs- und VR-Mandate. Wusste gar nicht, dass man für den Sitz in einem Verwaltungsrat so wenig Zeit aufbringen muss. Im Schnitt bloss etwa 3-4 Stunden pro Woche und Mandat. Und der Verdienst als Verwaltungsrat ist ja bekanntlich gar nicht mal so übel…

Natürlich mag ich es ihm gönnen, dass er so viel Geld mit so wenig Aufwand verdient. Es ist schön, zu sehen, dass jemand so viel Freude am öffentlichen Verkehr hat und deshalb möglichst viele VR-Sitze in dieser Branche innehaben möchte. Und anscheinend macht er seinen Job ganz gut; sonst käme ja nicht immer mal wieder ein neues Jöbli hinzu. ;-)

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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gumbo Mai 20, 2010 um 12:28

Schon interessant. Als Direktor hat er viel Mist gebaut und war massgeblich am Abbau des Kundendienstes beteiligt, und nun plötzlich ist er so gefragt in VR. Manchmal fragt sich der Verbraucher schon…

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Dani Mai 20, 2010 um 12:55

Warum sollte es Paul Blumenthal anders machen, wenn es ihm die noch grösseren Versager bei den Schweize Banken vormachen

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Piero Mai 21, 2010 um 09:17

Mein Vorbild :D

Das möcht ich auch erreichen: in unzähligen Verwaltungsräten sitzen – falls ich aus einem fliege oder abgewählt werde, hab ich ja noch die 20 andere. Einzig die Koordination von Sitzungen scheint mir etwas schwerer zu sein :D

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Andreas Hobi Mai 21, 2010 um 12:14

Ich frage mich auch, wie er so viele verschiedene Mandate koordiniert…

Was man natürlich bedenken muss: Wer so viele VR-Sitze hat, schafft dies nur, wenn er auch gute Arbeit liefert. Ansonsten würde sein Ruf ganz schnell den Bach runter gehen und er würde in keinen Verwaltungsrat mehr gewählt werden… Er scheint seinen Job also zur vollsten Zufriedenheit der Firmen auszuüben. :)

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Piero Mai 21, 2010 um 13:44

Ach ja? Und warum kriegen Manager, nachdem sie eine Firma in den Sand gesetzt haben, stehts neue Managerposten?

http://www.toonpool.com/user/463/files/bank_in_den_sand_gesetzt_378335.jpg ;)

Andreas Hobi Mai 22, 2010 um 13:35

Interessant übrigens auch, was Andreas Reinhart (ehemaliger Verwaltungsrat der UBS) in einem Interview auf die Frage “Wie viel verdienten Sie bei der UBS?” antwortete:

“Jährlich 200’000 Franken. Und meine Gegenleistung war praktisch null. Man trifft sich ja bloss fünf- bis zehnmal im Jahr und sieht nicht hinter die Kulissen. Das machte mir Bauchweh.”

Er hat dann seinen “Verdienst” in eine von ihm unterstützte Stiftung gegeben.

Mit Sicherheit ist bei weitem nicht in allen Verwaltungsräten die Gegenleistung “praktisch null”. Aber: Wenn dies bei der UBS so ist, dann sicher auch in der einen oder anderen Firma.

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Dani Mai 26, 2010 um 14:11

So lieber Andreas, seit heute hast du wieder ein neuer “alter” Boss in deiner Division. Jürg Schmid, seit 17. Mai 2010 im Amt!!! hat bereits wieder den Hut genommen und verlässt die SBB-Konzernleitung nach nur gerade 10 Tagen.
Er kehrt als Direktor zum Schweizer Tourismus zurück. Und jetzt kommt die lächerliche Aussage zu seiner Begründung: Er habe während seiner Probezeit bemerkt, dass die gestalterische Entfaltungsmöglichkeiten im Tourismus eher zu Geltung kommen als das prozessorientierte und industrielle Umfeld der SBB.
Hallo!!! wo waren seine Gedanken während der Anstellunggespräche.
Viel eher dürfte es einen anderen Grund haben, der ich aber hier niccht erläutern will, geschweige darf.

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Andreas Hobi Mai 26, 2010 um 14:46

Es kommt in allen Unternehmen vor, dass jemand sich dann doch gegen eine Stelle entscheidet, wenn er bemerkt, dass es für ihn nicht stimmt.

Ich würde das nicht überbewerten.

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Dani Mai 26, 2010 um 14:56

Es fällt aber auf, dass seit Andreas Meyer CEO ist, diese bereits das 5. oder 6. Konzernmitglied ist, welcher die SBB verlässt.
Und deine Aussage stimmt so nicht, es kommt höchst selten vor, dass ein Konzernmitglied nach 10 Tagen bereits wieder den Hut nimmt!!!

Andreas Hobi Mai 26, 2010 um 15:06

Es ist sicher schwierig, einen Führungsstil zu finden, der allen gefällt. Und dass der Stil von Andreas Meyer nicht bei allen gleich gut ankommt, ist inzwischen auch bekannt.

Ich persönlich schätze Andreas Meyer sehr und bin der Meinung, dass er seine Sache gut macht. Trotz oder gerade wegen seiner Art.

Es gibt viele andere Bähnler, die das ähnlich sehen, aber es gibt auch kritische Stimmen.

Nun hoffe ich einfach, dass die Nachfolgeregelung für den Personenverkehr rasch gefunden werden kann.

Dani Mai 26, 2010 um 15:11

Wenn du das so siehst ok. Nur eben, dass einer nach 10 Tagen in einer Konzernleitung wieder den Hut nimmt ist sicher nicht normal wie du das darzustellen veruchst. Höchstens bei der UBS :-)

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