Schwarzfahrer sticht mit Kuli auf Kondukteur ein, will Geisel nehmen und… wird freigesprochen!

von Andreas Hobi am 11. Mai 2010 · 34 Kommentare

Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. Und mit diesem Artikel will ich mal “abchecken”, ob noch mehr Leute so denken wie ich oder ob ich mit meiner Meinung alleine in der Landschaft stehe. Ich rechne mit heftigen Kommentaren; denn genau die will ich ja auch mit diesem Artikel provozieren.

Grundsätzliches

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es in der Schweiz tatsächlich möglich, dass man sich die Birne voll laufen lässt, vielleicht sogar noch ein paar Drogen in sich rein stopft, raucht, spritzt oder zieht und wenn man dann eine Straftat begeht, auf Milde hoffen kann.

Es scheint mir sogar so, dass die Regel gilt: Je besoffener und bekiffter du bist, desto mehr wird das Strafmass vor Gericht heruntergesetzt.

Dies widerspricht vehement meinem persönlichen Rechtsempfinden. Und wer mich persönlich kennt oder schon länger auf schweizweit.net mitliest, der weiss, dass dieses seeeeeehr ausgesprägt sein kann. ;-)

Ist denn nicht jeder selbst verantwortlich für das, was er tut? Wenn er zu viel Alkohol intus hat, dann muss er doch auch die Konsequenzen dafür tragen. Niemand zwingt ihn zum Saufen! Welche Wirkung hat das denn auf das Opfer, wenn es vor Gericht erfahren muss: “Derjenige, der dir das Messer in den Rücken steckte, war zu besoffen, als dass wir ihn dafür ernsthaft bestrafen können. Deshalb erhält er nur 8 Monate bedingt.”

Hallo? Gehts noch?

Wer "drögelet", trägt weniger Schuld

Ein Fall im Detail

Jahrein, jahraus gibt es tausende Beispiele, die ich nehmen könnte. Ich entschied mich jetzt für einen aktuellen Fall aus Deutschland.

Dresden. Vormittag. Linie 72.

Ein Fahrgast wird von Fahrscheinkontrolleuren ohne Fahrausweis angetroffen. Dies geschieht täglich unzählige Male. Doch dieser Fahrgast ist anders.

Kaum erhielt er vom Kontrolleur einen Kugelschreiber, damit er die sogenannte “Selbstauskunft” ausfüllen kann, rastet er völlig aus. Bevor der Kontrolleur überhaupt weiss, was da läuft, sticht der Schwarzfahrer ihm ins Gesicht und in den Arm.

Doch damit ist der Vorfall noch nicht überstanden. Als nächstes möchte der Schwarzfahrer eine Geisel nehmen. Ein älterer Mann, der zufälligerweise zur falschen Zeit am falschen Ort (sprich: vormittags in Dresden auf der Linie 72) ist, muss dran glauben.

Selbst die herbei gerufene Polizei schafft es nur mit roher Gewalt, den Gewalttäter aus dem Bus zu zerren. Mit Händen und Füssen wehrt er sich dagegen.

Der Vorfall ist schon einige Zeit her. Gestern nun fand die Gerichtsverhandlung statt.

Und ratet mal, wie der Richter entschieden hat. Kleiner Tipp: Der Schwarzfahrer hatte zur Zeit des Vorfalls – wie könnte es auch anders sein – psychische Probleme und nahm Drogen.

Vielleicht habt ihr es schon erraten: Selbstverständlich wurde der liebe Herr freigesprochen. Was denn sonst? Jemand der “drögelet”, ist natürlich für sein Verhalten nicht verantwortlich, der kann ja nichts dafür. Wie denn auch? Die arme Sau muss man laufen lassen, die darf man nicht einsperren.

Heute raten viele Anwälte ihren Klienten, vor Gericht auf Psycho zu machen. Zumindest gibt es Leute, die das so sagen. Und natürlich ist es von Vorteil, wenn man sich als Gewalttäter kurz vor der Gerichtsverhandlung selber in eine psychiatrische Klinik einweist. Schliesslich kann man damit dem Richter Glauben machen, dass man “nicht ganz hundert” ist.

Und so kann man auf Milde hoffen, was das Urteil anbelangt.

Der Schwarzfahrer aus unserem Fall wurde vor der Gerichtsverhandlung wegen einer paranoiden Schizophrenie stationär behandelt und war anscheinend in einer “apokalyptischen psychischen Verfassung”.

Day 059/365 - Heroine Addiction

Angeklagt? So vermindert man seine Schuldfähigkeit

Meine Meinung

Selbst wenn die Drogen-Schizophrenie-Apokalypse-Story stimmen sollte: In meinen Augen hat er eine Straftat begangen und müsste dafür verurteilt werden.

Denn wenn jemand krank ist, dann weiss er davon. Es liegt dann in seiner Verantwortung, sich selber in eine entsprechende Klinik einzuweisen. Und auch seine Familie, Freunde und Bekannte tragen eine gewisse Verantwortung. (Zumindest in meinem sozialen Umfeld wird noch zueinander geschaut.)

Tut er das nicht (sich einliefern), dann ist das ein meinen Augen ein klares Statement, welches sagt: Ich übernehme die Verantwortung für das, was ich tue.

Ansonsten lasse ich mir morgen auch die Birne voll laufen und überfalle eine UBS-Filiale. Wenn alles gut geht, bin ich steinreich. Wenn nicht, bin ich bekloppt. (Beziehungsweise: Ich tue so, als sei ich bekloppt und nicht ganz zurechnungsfähig.)

Persönliches

Noch ein paar Worte zu mir persönlich und zum Thema Sucht.

Ich bin ein Mensch, der sich sehr schnell und oft auch sehr intensiv für etwas begeistern kann. Für mich persönlich ist das ein Zeichen dafür, dass ich sehr wahrscheinlich sehr anfällig für Süchte sein könnte.

Ich habe noch nie in meinem Leben geraucht. Doch ich bin überzeugt: Wenn ich nur eine einzige Zigi in den Mund nehmen würde, wäre ich vermutlich süchtig und könnte mit dem Rauchen nicht mehr hören. Dessen bin ich mir bewusst, was dazu führt, dass ich mir keine Zigarette anstecke was wiederum dazu führt, dass ich nicht dem Nikotin verfalle. Punkt. It’s my fucking responsibility!

Weiter geht’s mit dem Alkohol. Bier und Wein mag ich nicht. Ist nicht mein Geschmack. Doch es gibt zahlreiche andere alkoholische Getränke, die meinen Geschmack sehr gut treffen. Vielleicht müsste ich sagen: Viel zu gut! Es besteht also grundsätzlich die Gefahr, dass ich mehr trinken könnte, als mir gut tut. Heisst für mich: Bereits im Vornherein entscheide ich, wie viel ich trinken werde. Und dann ist Schluss! Daran habe ich mich bisher immer gehalten, weshalb ich bis heute noch nie zu betrunken war. Nicht mal in der RS! (Und das will was heissen.)

Doch ich könnte mir vorstellen: Würde ich erst während dem Trinken “fortzu” entscheiden, wie viele weitere Getränke ich noch vertrage, dann würde dies vielleicht in einer Katastrophe enden.

Wer weiss: Vielleicht bin ich gar nicht so suchtgefährdet, wie ich meine. Drauf ankommen lassen will ich es aber nicht und deshalb gehe ich auf Nummer sicher. Ich halte einfach so gut es geht Abstand von all diesem Zeugs. So schaffte ich es, die letzten 25 Jahre ohne Süchte auszukommen. Und ich bin überzeugt, dass ich das auch für die nächsten 25 Jahre schaffe. Und nachher bin ich sowieso zu alt, um noch mit dem Scheiss anzufangen.

Es soll mir also ja niemand kommen von wegen: Jemand, der süchtig ist, kann nichts dafür. Jeder hat sich mal (im absolut nüchternen Zustand) dazu entschieden, anzufangen. Sei es mit Nikotin, Alkohol, Gras, Kokain oder sonst irgendwas. Dies war ein bewusster Entscheid. Und dafür hat – meiner Meinung nach – jeder selber die Verantwortung zu tragen.

Wobei, jetzt bemerke ich gerade, soooooo ganz ohne Süchte bin ich nun doch nicht. Deshalb schliesse ich jetzt diesen Artikel ab und mache mich auf den Weg zum Kühlschrank. Dort wartet nämlich eine Tafel Schoggi auf mich! ;-)

Trader Joe's Swiss Milk Chocolate with 30% Whole Hazelnuts

Schoggi: Mein kleines Laster :)

Link zum Thema (via FlohEinstein): Actio libera in causa
Quelle für die Story aus Dresden: bild.de

Bild 1 © (cc) Ape Rolls (flickr.com)
Bild 2 © (cc) Tiagø Ribeiro (flickr.com)
Bild 3 © (cc) cacaobug (flickr.com)

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{ 34 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

Hans Mai 11, 2010 um 11:38

Als jemand der selber ein Drogenproblem hat, macht mich Dein Beitrag extrem sauer. Du stellst hier Deine Ignoranz sehr zur Schau. Du kannst das ganze kaum beurteilen und vor allem sind Deine Prämissen ziemlich falsch.

Es ist gerade eben nicht so, dass alle Drogen sofort süchtig machen, nicht einmal Nikotin. Das ganze ist sogar sehr von der Person abhängig, es gibt auch Leute die sich alle paar Wochen mal Heroin spritzen und sonst kein Problem damit haben. Und es gibt auch Leute die Süchte aus Dingen entwickeln, vor denen nicht einmal Du zurückschrecken würdest.

Und ich würde auch keine Wette darauf abschliessen ob Du nicht womöglich auch mal in eine Lebenssituation gerätst, in der Du zu einer Droge greifst, trotz aller Beteuerungen und aller Selbstreflektion.

Du scheinst zu glauben das alle Drogensüchtigen einfach nur extrem bescheuert waren dass sie damit angefangen haben. Das ist eine traurige und menschenunwürdige Sichtweise.

Antworten

Hans Mai 11, 2010 um 11:48

Den letzten Absatz muss ich nochmal klarstellen: Natürlich waren sie – grundsätzlich, von Aussen und im Nachhinein betracht – extrem bescheuert. Aber man kann trotzdem vielen keinen Vorwurf machen, dass es so gekommen ist.

Meine Problemdroge ist Cannabis. Ich mache mit Dir jede Wette, dass Du viele Leute kennst die gelegentlich oder auch regelmäßig kiffen. Das sind nämlich viel mehr, als sich so Abstinenzler wie Du vorstellen können. Und es gibt eine Menge Leute die damit niemals ein Problem haben werden. Es gibt aber wenige – und es sind prozentual weniger als bei Alkohol -, die das haben.

Oder Bier und Wein. Es ist einfach darüber herzuziehen, wenn man beides nicht mag. Aber damit bist Du eher die Ausnahme. Es gibt sehr viele Leute die das eine oder das andere oder beides mögen. Und die problemlos damit umgehen können und sich hin und wieder ein Bier oder einen Wein gönnen. Der gemäßigte Konsum von Wein hat sogar nachweislich gesundheitsfördernde Effekte. Aber auch hier gibt es Leute, die damit ein Problem entwickeln.

Wenn Du damit glücklich bist völlig abstinent zu sein, dann ist das schön für Dich. Aber Du vermiest anderen Leuten den Genuss nur wegen des hypothetischen Risikos, dass sie ein Problem entwickeln könnten.

Warum gehst Du eigentlich arbeiten? Es besteht immerhin das Risiko, dass Du auf dem Weg zur Arbeit überfahren wirst oder dass Dein Zug entgleist und Du dabei umkommst. Ist das nicht viel zu riskant? Finde ich extrem rücksichtslos von Dir: Wenn Du schwere Schäden davon trägst, müssen andere für Deine Behandlungskosten aufkommen. Wie kannst Du nur so rücksichtslos sein?

Ja, das ist polemisch. Aber genauso polemisch ist es zu sagen, dass jeder der mal mit einem Bier oder einem Joint anfängt hat einen riesigen Fehler macht, weil er vielleicht abhängig werden könnte.

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Andreas Hobi Mai 11, 2010 um 12:40

@ Hans:
Aus deinem Kommentar (“Und ich würde auch keine Wette darauf abschliessen ob Du nicht womöglich auch mal in eine Lebenssituation gerätst, in der Du zu einer Droge greifst, trotz aller Beteuerungen und aller Selbstreflektion.”) schliesse ich, dass es für dich selbstverständlich ist, in einer schwierigen Lebenssituation zu Drogen zu greifen.

Ich sehe das ein wenig anders und bezweifle stark, dass ich bei Schwierigkeiten – egal welcher Art – gleich an Drogen als Lösung denken würde. Mit Sicherheit liessen sich bessere Möglichkeiten finden, um Probleme zu überwinden.

Ich würde nicht unbedingt sagen, dass es “bescheuert” ist, mit Drogen anzufangen. Aber es ist ein Entscheid, den die entsprechende Person für sich getroffen hat. Und deshalb finde ich es falsch, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt dafür keine Verantwortung übernimmt. Zum Beispiel dann, wenn die Person unter Drogeneinfluss eine Dummheit gemacht hat.

Wer nur selten, ab und zu, Alkohol dringt oder eine Zigi raucht, der hat sich anscheinend unter Kontrolle. Dagegen habe ich auch nichts einzuwenden.

Klar könnte ich während dem Arbeitsweg überfahren werden. Oder es könnte mir auch etwas anderes zustossen. Das sind aber Dinge, die ich kaum beeinflussen kann. Das Leben birgt nun einfach mal Risiken. Welche Substanzen ich zu mir nehme, kann ich (zumindest am Anfang) sehr wohl beeinflussen. Deshalb würde ich diese beiden Dinge nicht unbedingt so miteinander in Beziehung setzen, wie du es getan hast.

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Hans Mai 11, 2010 um 14:29

Aus deinem Kommentar (“Und ich würde auch keine Wette darauf abschliessen ob Du nicht womöglich auch mal in eine Lebenssituation gerätst, in der Du zu einer Droge greifst, trotz aller Beteuerungen und aller Selbstreflektion.”) schliesse ich, dass es für dich selbstverständlich ist, in einer schwierigen Lebenssituation zu Drogen zu greifen.

Nein, das habe ich nicht gesagt. Aber es kommt nicht selten vor, und es ist dann eher immer noch besser als wenn die Leute sich gleich umbringen. Und es gibt auch Leute die einen völlig unproblematischen Konsum pflegen und die erst durch einen Vorfall die Kontrolle verlieren.

Erfreu Dich Deines Lebens und dass Du so problemfrei bist. Aber bitte richte nicht über Leute deren persönliche Situation eine ganz andere ist.

Ja, es widerstrebt dem Gerechtigkeitsempfinden wenn so jemand freigesprochen wird, aber zu sagen dass diese sich absichtlich oder auch nur leichtfertig in diese Situation gebracht haben ist anmassend.

Bastian B Juni 9, 2010 um 19:32

Hans “Der gemäßigte Konsum von Wein hat sogar nachweislich gesundheitsfördernde Effekte. -

Immer wird diese wiederlegte Studie zitiert, die in der abstinenten Kontrollgruppe auch ehemalige Alkoholiker umfasste. Ob man die Märchen und bezahlten Studien der Alkohol-Lobby glauben soll oder nicht liegt wohl auch wieder im Bereich der Eigenverantwortung. Das selbstmitleidige Süchteln ist so lange eine attraktive Lebenshaltung, als es nur von ganz wenigen betrieben wird. Man sollte familliäre Umstände jedoch berücksichtigen: Oft wird das Suchtverhalten der Elterngeneration auf die Kinder übertragen, davon kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Dennoch, ohne ein Quentchen führsorglicher Härte, Prävention und Aufklärung geht es auch nicht. In diesem Sinne begrüsse ich Andreas Hobis vorbildlichen Ermahnungen. Gerade im Hinblick auf die unzäligen Verkehrsopfer im Strassenverkehr müsste in einer verantwortungsvollen Gesellschaft die Toleranz gegenüber Neuro-Toxinen viel tiefer liegen. Kiffende und saufende Autofahrer die Passanten totfahren sind ein wachsendes Problem.

Martin M Mai 11, 2010 um 11:59

Wenn du dich jetzt betrinkst und ne Bank überfällst, wirst du nicht auf verminderte Schuldfähigkeit plädieren können :) Weil jetzt jeder Richter (zu recht) annehmen wird, dass du das mit Vorsatz getan hättest.

Für dich bleibt das Verbrechen, das gleiche Verbrechen. Egal ob der Täter unter Drogen stand oder ein Psychopath ist. Wie für die meisten Menschen (ein Grund warum der Blick soviele Leser hat).

Was nun nicht viele verstehen, oder gar nicht wissen wollen: Ein solcher Täter kann in seinem Zustand Recht und Unrecht nicht unterscheiden. Und dafür darf man jemanden einfach nicht bestrafen. Stell dir doch vor, du feierst mal ein wenig zu wild. Du bist ziemlich besoffen und stellst irgendeinen “Riesenseich” an. Normalerweise wird dein Seich mit mindestens 5 Jahren Haft bestraft. Da du aber so stark alkohoilisiert warst, wusstest du nicht mehr, dass das was du gerade machst, dein Leben zerstören wird. Dann wirst du froh sein wenn der Richter auf verminderte Schuldfähigkeit entscheidet und du den Umständen entsprechend bestraft wirst. Anstatt 5 Jahre oder noch länger ins Kittchen zu müssen.

Antworten

Andreas Hobi Mai 11, 2010 um 12:47

Dann sollte der Richter meiner Meinung nach wenigstens unterscheiden, ob der Angeklagte den Entscheid, sich zu betrinken, selber getroffen hat oder ob er von anderen dazu “genötigt” wurde.

Oder anders ausgedrückt und ein bisschen auf die Spitze getrieben formuliert: Man könnte das “sich Betrinken” auch als “Vorbereitungshandlung” zu der darauf folgenden Straftat betrachten.

Oder: Der Angeklagte hätte damit rechnen können, im Suff einen Seich zu machen. Trotzdem hat er sich für das Betrinken entschieden und somit fahrlässig gehandelt.

Das mit der Bank stimmt natürlich: Wer ankündigt, sich zu betrinken, damit er nachher eine Bank überfallen kann, der kann kaum auf Milde hoffen. ;-)

Und um es klar zu stellen: Ich hatte natürlich nie die Absicht, eine Bank zu überfallen, war ja nur ein Beispiel. (Nicht dass demnächst noch die KRISTALL* vor meiner Haustür steht.)

* Spezialeinheit der Kapo GR

Antworten

Martin M Mai 11, 2010 um 13:24

Wenn man damit rechnen muss, dass man Scheisse baut, wenn man säuft, müsste der Alkohol verboten werden.

Shit happens. Es passiert einfach…. Nur weil man Alkohol/Drogen konsumiert muss man nicht damit rechnen eine Straftat zu begehen.

Das mit dem freien Willen ist so eine Sache. Natürlich trinkt man freiwillig. Aber wies halt so ist, man feiert und feiert und mit der Zeit verliert man den Überblick wieviel man intus hat. Das gemeine ist, es ist schwieriger sich selbst einzuschätzen wenn man getrunken hat. Es eventuell einfach nicht. Auch wenn die Person sich ganz ehrlich richtig einschätzen will.

Der Richter muss nicht herausfinden wie der Täter getrunken hat. Zwischen freiwillig und (gesellschafltich) genötigt ist ein schmaler Grat. Er muss herausfinden, anhand von psych. Gutachten, ob der Täter vermindert oder teilweise vermindert Straffähig ist. (StGB Art 19)

Jörg Mai 11, 2010 um 12:05

Wenn es um das Thema Drogensucht und die angebliche Mitschuld der Süchtigen geht, gibt es leider keinen Mangel an Plattitüden.

Lieber Andreas, ich glaube kaum, dass du suchtgefährdet bist. Denn Sucht entsteht nicht aus Begeisterungsfähigkeit sondern aus der mangelnden Fähigkeit der Kontrolle. Du rühmst dich aber ja damit, dass du dich völlig unter Kontrolle hast, und auch keine Probleme hast dir ein Limit zu setzen. Wenn das so stimmt, brauchst du eher wenig zu befürchten.

Aber du solltest verstehen, dass es Menschen gibt, die nicht oder nur schwer in der Lage sind sich so zu kontrollieren. Oder bei denen es jahrelang keine Probleme gibt und dann passiert ein Schicksalsschlag der alles aus den Bahnen geraten lässt. Sucht ist oft etwas, was sich versteckt einschleicht und wenn der Verstand es erfasst, ist es schon zu spät. Diese Menschen dann auch noch niederzumachen ist schon reichlich übel.

Es gibt übrigens auch Computersucht. Für solche Leute bist du sogar der Dealer (einer von vielen), der sie mit ihrem Stoff versorgt. Vielleicht mal darüber nachdenken.

Es freut mich für dich, dass du dich so unter Kontrolle hast. Aber bitte beleidige nicht die Leute die von Natur aus anders gestrickt sind. Sucht ist eine extrem schlimme Sache und es wird nicht besser, wenn man die Süchtigen noch mit Füssen tritt.

Wie ein Flugzeugabsturz oder andere Unglücke ist Sucht eine Kombination aus vielen kleinen Ursachen und Faktoren. Ich will den Süchtigen nicht jegliche Schuld absprechen, aber sich hinzustellen und zu sagen, dass die an allem selbst Schuld sind ist töricht und unzulässig vereinfacht.

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rick Mai 11, 2010 um 12:41

der kommentar von hans war wohl etwas vom schlausten, was ich je in einem blog lesen durfte…
danke.
sie herr hobi tun mir fast ein wenig leid. trotz den unumstrittenen gefahren und dem leid, das all diese >bösenchrutzeauch ohne alkohol spass habenprobiert<, sehr wohl weiss dass er sich einem risiko aussetzt. das wegfallen der hemmschwelle des 1. mals ist hier sicher stark zu gewichten.

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Andreas Hobi Mai 11, 2010 um 12:53

Es ist nicht mal unbedingt so, dass ich für vollständige Abstinenz plädiere oder so. Gar nicht. Aber jeder sollte wissen, wie viel er verträgt, was ihm gut tut, und was nicht.

Wer sich diesbezüglich nicht einschätzen kann, sollte es – zu seinem eigenen Wohl – vielleicht doch gleich ganz sein lassen.

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Ralf Mai 11, 2010 um 12:54

In D läuft das ein klein wenig anders. Strafmilderung bei Alkohol ist hier relativ selten. Und wenn jemand so besoffen ist, das Unzurechnungsfähigkeit besteht, so gibt es den schönen Rechtsbegriff des Vollrausches. Kann bis zu 5 Jahren Haft ausmachen.
Bei schwereren Straftaten, so wie bei Deinem “UBS-Überfall”, wird das Gericht allerdings eine gewisse Koordinierungs- und Steuerungsfähigkeit voraussetzen (auch bei über 3 Promille!) und dann fällt der Vollrausch aus.
Anders bei psychischen Problemen. Mal abgesehen davon, das eine Selbsteinweisung keine Kasse bezahlt, werden privat beigebrachte Gutachten von den Gerichten meist nicht berücksichtigt. Das Gericht wird einen eigenen Gutachter bestellen und ist an dessen Urteil weitestgehend gebunden.
Allerdings hätte im Dresdener Fall der Gutachter durchaus eine stationäre Behandlung fordern können.

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Martin M Mai 11, 2010 um 13:28

Das kommt dann noch dazu. Ein Drögeler muss sich, auch bei verminderter Schuldfähigkeit, trotzdem noch wegen Missbrauch von Betäubungsmitteln verantworten.

Antworten

Hans Mai 11, 2010 um 14:42

Zumindest für Deutschland hast Du Unrecht. Der Konsum von Betäubungsmitteln ist hierzulande keine Straftat. Strafbar sind Einfuhr, Erwerb/Verkauf und Besitz. Aber so absurd es klingen mag, Konsum ist rechtlich gesehen möglich ohne einen dieser Tatbestände zu erfüllen (Standardbeispiel: Joint nehmen, dran ziehen, weitergeben. Erfüllt nicht einmal vorrübergehend den Tatbestand des Besitzes, da keine Aneignungsabsicht).

Andreas Hobi Mai 11, 2010 um 13:08

ZWISCHENBEMERKUNG:

Momentan geht es (abgesehen von zwei Kommentaren) mehr um die Suchtproblematik und weniger um die Straftat aus Dresden. Eigentlich wollte ich dazu eure Meinung hören…

(Den letzten Absatz zum Thema “Persönlich” hätte ich wohl besser sein lassen. Dann läge der Fokus mehr auf Dresden.)

Antworten

Hans Mai 11, 2010 um 14:38

Momentan geht es (abgesehen von zwei Kommentaren) mehr um die Suchtproblematik und weniger um die Straftat aus Dresden. Eigentlich wollte ich dazu eure Meinung hören…

Was soll man denn dazu sagen? Die Tat ist schlimm und prinzipiell nicht zu entschuldigen. Aber dass jemand der unter Drogen steht und auch noch allgemeine psychische Probleme hat vermindert oder gar nicht schuldfähig ist, ist wichtig und richtig so. Mit einer Strafe ist dem Mann nicht geholfen.

Die Situation in Deutschland was die Behandlung insbesondere von psychischen Störungen angeht ist katastrophal. Selbst Leute die es einsehen und behandelt werden möchten warten regelmäßig sechs Monate auf Therapieplätze. Und die Leute die es nicht einsehen sind gar nicht so leicht gegen ihren Willen in Behandlung zu bringen. Und wenn jemand alleine lebt und seinen Psychoknacks pflegt, bekommt das womöglich auch niemand mit, bis so etwas passiert.

Deine Ausführungen wie leicht es angeblich sein soll auf Schuldunfähigkeit zu plädieren halte ich im übrigen für ein Ammenmärchen. Sowas wird schon von fähigen Gutachtern geprüft. Klar, es gibt immer welche die talentiert genug sind, sowas vorzutäuschen.

Missbrauch einer Regelung darf aber nicht dazu führen, dass die Leute die berechtigt davon Gebrauch machen abgestraft werden. Leider eine Weisheit die vielen Leuten abgeht, so werden hierzulande ja auch Hartz4-Empfänger von den Ämtern wie der letzte Dreck behandelt und unter Generalverdacht gestellt, weil es einen geringen Prozentsatz an Sozialbetrügern gibt. Oder – um mal beim Thema des Blogs zu bleiben – es werden massive und menschenunwürdige Fahrkartenkontrollaktionen gestartet um einen doch eher kleinen Teil an Schwarzfahrern geringfügig zu reduzieren.

Aber es scheint eine Schwäche der Gesellschaft zu sein nicht akzeptieren zu können, dass man einen bestimmten Prozentsatz an Problemfällen einfach hinnehmen muß, wenn man nicht die Freiheit aller einschränken will.

Antworten

Alain Mai 11, 2010 um 15:38

Es wird hier bei den Kommentaren recht viel über Pro und Kontra der Drogen geschrieben. Für mich gehört dies aber nicht zum Thema, denn wenn jemand etwas Scheissdreck anstellt, der soll haften, ob er nun gesoffen hat oder nicht oder ob er krank ist. Und klar habe ich auch schon gefestet und auch schon Dinge angestellt, die man nicht machen sollte, aber mit Leuten kidnappen und Leute mit Kugelschreiber abstechen, etc. hört es einfach auf!!, und ich meine man muss sich halt vorher überlegen, wie viel ich trinken darf, ohne dass ich direkt einen Mord und Todschlag Akt ausübe. Und ein Alkoholiker ist meistens weniger aggressiv als ein Gelegenheitstrinker, und ansonsten soll er sich halt Hilfe holen.

Es gibt Regeln in der Schweiz, welche zu befolgen sind. Ich habe noch nie in einem Gesetz gelesen, dass der Alkoholeinfluss o.ä. die Taten erlaubt oder die Folgen vermindert!

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Hans Mai 11, 2010 um 17:12

Ich habe noch nie in einem Gesetz gelesen, dass der Alkoholeinfluss o.ä. die Taten erlaubt oder die Folgen vermindert!

Es hat niemand bestritten, dass solche Taten verboten bleiben und ihre Folgen schlimm sind. Trotzdem ist das Konzept der Schuldunfähigkeit bzw. der verminderten Schuldfähigkeit richtig und daher auch im schweizerischen Recht verankert (§19 des Schweizer Strafgesetzbuches).

Auch in der Schweiz werden Täter wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen. Sogar wenn sie einen Menschen getötet haben: http://www.tagblatt.ch/aktuell/schweiz/schweiz/Strafverfahren-wegen-Schuldunfaehigkeit-eingestellt;art622,1285656

Oberflächlich betrachtet widerspricht das sicher dem Gerechtigkeitsgefühl einzelner, aber genauer angesehen ist eben auch die Berücksichtigung von Schuldunfähigkeit ein wichtiger Bestandteil der Gerechtigkeit. Man kann Unrecht nicht mit Unrecht aufwiegen. Zum Glück sind wir aus dem Zeitalter von Auge um Auge und Zahn um Zahn heraus, auch wenn manche das wohl gerne wieder einführen würden.

Antworten

klaeui Mai 11, 2010 um 16:03

das persönlich lasse ich fast ganz weg. gewisse substanzen hab ich auch schon probiert und bin von einigen mehr oder weniger angezogen…
wenn ich im suff etwas anstelle was ich angerichtet habe und es eindeutig beweisbar ist (filmaufnahmen, mehrere nüchterne zeugenaussage, etc.) muss ich dafür zur rechenschaft gezogen werden. meiner meinung nach eigentlich eindeutig klar! (ebenso bei nüchterm zustand!)
jeder mensch mit ein wenig verstand hat seinen konsum im griff! hilfe für alles mögliche unterstützen wir zu genüge mit steuern.

Antworten

Hans Mai 11, 2010 um 17:03

jeder mensch mit ein wenig verstand hat seinen konsum im griff!

Tut mir leid, aber wer sowas ernsthaft meint, hat vor allem seinen eigenen Verstand nicht im Griff. Aber offenbar kann man sich hier den Mund fusselig reden und manche werden trotzdem nicht einsehen, warum eine solche Aussage einfach nur Kokolores ist.

Ich wünsche diesen Leuten trotzdem, dass sie niemals selbst erfahren müssen, wie sich eine Sucht anfühlt und wie es dazu kommen kann. Ich dachte auch mal, ich hätte alles im Griff und ich habe mit Sicherheit genug Verstand (Hochschulabschluss und erfülle die Kriterien der Hochbegabung).

Antworten

klaeui Mai 11, 2010 um 17:27

Ich wünsche diesen Leuten trotzdem, dass sie niemals selbst erfahren müssen, wie sich eine Sucht anfühlt und wie es dazu kommen kann.

da schliesse ich mich dir an. wünschen wollen wir das niemanden.
wichtig ist sicher auch falls es doch dazu kommt nicht die person fallen zu lassen. sprich unterstützen und helfen soweit es die eigenen kräfte zulassen. im ausgang mit besoffenen freunden gehört halt auch das zurückhalten dazu damit keine blöden taten geschehen welche im nachhinein bereut evtl. lebenslang bereut werden!
wenn der wille und die unterstützung von freunden vorhanden ist funktioniert vieles immer besser und einfacher.

Ich dachte auch mal, ich hätte alles im Griff und ich habe mit Sicherheit genug Verstand (Hochschulabschluss und erfülle die Kriterien der Hochbegabung).

*lach* sorry, aber meine meinung von gebildeten personen messe ich weder an schulischen abschlüssen noch “kriterien für hochbegabung”. eher an leistungen, taten, handlungen, verhalten…

Gumbo Mai 11, 2010 um 17:45

Andreas
Bin völlig deiner Meinung. Ich esse leider auch zuviel Schoggi und müsste mit dem Kaffeekonsum bremsen.
Aber ich bin leider nicht solidarisch mit den Junkies und Gewalttätern. Der Affe sollte Hausverbot auf der DB bekommen und dazu eine saftige Strafe. Bitte aufhören mit der ewigen Kuscheljustiz. In Deutschland ist die Gangart zwar härter als bei uns, siehe Schweizer Gewalttäter München. Die Bahn sollte verlangen können, dass Rüpelei und Angriffe auf Bedienstete strengstens geahndet werden.

Antworten

Alain Mai 11, 2010 um 17:49

Dann sind wir ja wieder zurück zum Thema Kuscheljustiz, ich verbreche etwas und werde nicht bestraft.
Wenn man Kinder vergewaltigt oder jemanden tötet, erhält man eine kleinere Bussen, wie wenn man eine Musik- CD illegal brennt.
So lang dass es also nicht anderst läuft in der CH wird alles akzeptiert und toleriet – mit oder ohne Drogen!

Antworten

Piero Mai 11, 2010 um 22:06

Genau das ist doch das heutige Problem: Menschenleben oder deren Gesundheit – insbesondere Kinder, scheinen wesentlich weniger Wert zu haben als irgendwelche CD’s oder sonstige Gegenstände. Ich finde das eine massive Armutszeugnis der Spezies Mensch.

Antworten

Alain Mai 11, 2010 um 17:53

@Gumbo
genau!! Am Besten macht mann das wie in England der Fall ist – man gibt der BaPo das selbe Recht geben, so dass sie Straftäter verhaften können

Antworten

Michael Mai 12, 2010 um 00:11

Nun, ich bin auch dafür, dass jemand nicht einfach so von einer Straftat freigesprochen wird. Trotzdem muss man die jeweiligen Umstände berücksichtigen. Das heisst nicht, dass ich es nun gutheisse, dass man im Vollsuff Straftaten verübt und dann nicht dafür büssen muss. Aber man muss schon sehen, dass es einfach nicht immer mit der Gut oder Böse-Methode funktioniert. Was ist wenn du im betrunkenen Zustand in einen Unfall gerätst, nehemn wir mal an du fährst einen Fussgänger um. Der Fussgänger ist aber unvorhersehbar direkt vor dein Auto gerannt. So, was wird nun passieren wenn es keine Zeugen gibt und man nach deinem System vorgeht? Genau, du wirst verurteilt, auch wenn du gar nicht die effektive Schuld am Tod trägst. Deshalb ist es wichtig, dass man unterscheidet. Zwar wäre es im aktuellen Beispiel nicht in Ordnung sich alkoholisiert ins Auto zu setzen. Wenn sich aber jemand vor dein Auto wirft, hast du auch nüchtern keine Chance einen Unfall zu verhindern.

Ich finde es enorm wichtig, dass da differenziert wird. Sicher soll es nicht so sein, dass man sich einfach volllaufen oder psychisch krank schreiben lassen kann um von einer Straftat freigesprochen zu werden, da gehe ich mir dir einig. Ich finde auch, dass die heutigen Richter teilweise schon etwas arg lasche Urteile aussprechen.

Aber eine ganz andere Frage zu der Suchtgeschichte: Hattest du schon einmal richtig Probleme in deinem Leben? Damit meine ich jetzt nicht Dinge wie “Die Steuer ist jedes Jahr höher” ;-).

Antworten

Andreas Hobi Mai 12, 2010 um 00:21

Kommt drauf an, was du unter “richtigen Problemen” verstehst.

Glücklicherweise hat noch nie mein Haus gebrannt und habe ich noch nie einen schweren Unfall mit Querschnittslähmung erlitten.

Andererseits musste auch ich schon den Verlust von mehreren nahestehenden Personen verkraften und mit anderen “Problemen eines normalen Lebens” klarkommen.

Die “richtigen Probleme” wären vermutlich irgendwo zwischen diesen beiden Absätzen zu finden.

Antworten

Dani Mai 12, 2010 um 08:47

Das Beste in diesem Beitrag habe ich ihm Kommentar von Hans gelesen. Dir lieber Andreas, muss ich sagen, ob ein Leben im Kloster für Dich nicht das Beste wäre :-) Aber aufgepasst, auch dort wird manchmal heimlich gesoffen. Und ob sie dann im Suff kleine Minderjährige zum…… du weisst schon was :-)

Antworten

honigbaerli Mai 12, 2010 um 14:22

ich bin da von der alten schule: wer mist baut muss dafür büssen.
ist aber heute nicht mehr so,demnächst werden wohl banker die geld verzockt haben ihrer kunden als psychisch krank bezeichnet und können munter weiter machen.
aber wenn man sieht was für politische parteien am ruder mit grün roten ansichten darf man sich wundern!

Antworten

Gumbo Mai 12, 2010 um 14:41

Gutes Beispiel: Sendung Kassensturz vom 11.5.10:
Nachbar zeigt den Nachbarn an wegen Sachbeschädigung, weil der eine Schraube in seine Seite des verwitterten Holzgatters auf der Grenze geschraubt hat, und die Bezirksrichterin in Hinwil geht darauf ein. Erst beim Obergericht hatte die traurige Geschichte ein Ende.

Antworten

Heinrich Mai 13, 2010 um 02:07

“Denn wenn jemand krank ist, dann weiss er davon. Es liegt dann in seiner Verantwortung, sich selber in eine entsprechende Klinik einzuweisen.”

Wenn du eine Ahnung davon hättest, was Schizophrenie ist, dann würdest du nicht einen solchen Müll schreiben. Zur Erklärung: Es gibt psychische Krankheiten, derer man sich bewusst ist bzw. sich bewusst werden kann. Es gibt aber auch andere. Da du mit deiner arroganten Haltung zur ersten Gruppe gehörst, kann man also noch hoffen.

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Andreas Hobi Mai 13, 2010 um 02:16

Ich musste kurz überlegen, ob ich deinen Kommentar nun freischalten soll oder nicht. Immerhin verstösst er gleich gegen mehrere Kommentar-Richtlinien (http://schweizweit.net/ueber-diese-website/kommentar-richtlinien/). Oder willst du zum Beispiel ernshaft behaupten, deine Email-Adresse sei keinricht@keine.keine?

Spricht jedenfalls für deine Glaubwürdigkeit, momol. ;-)

Um doch noch auf den mehr oder weniger intelligenten Inhalt deines Kommentars einzugehen:

Als Mensch ist man ja nicht alleine auf dieser Welt. Es gibt Freunde, Verwandte und Bekannte. Diese sollten schon merken, wenn mit dir etwas nicht stimmt und dich zumindest darauf hinweisen, besser noch: Sich um dich kümmern. Ansonsten musst du dir überlegen, ob du die richtigen Freunde hast.

(Und wenn du keine Freunde hast, solltest du dir überlegen, woran das liegen könnte.)

Zum Thema “Arroganz”: Ich persönlich finde es arrogant, wenn man auf Kosten anderer lebt. Genau das tue ich aber nicht. Im Gegensatz zu anderen.

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Heinrich Mai 13, 2010 um 02:40

Du hast recht, dass dieser Kommentar nicht sehr freundlich war und ich meine E-mail-Adresse nicht bekannt geben möchte.

Aber sei dir bitte bewusst, dass du mit deinem Artikel Menschen mit schweren psychischen Krankheiten (und Schizophrenie gehört fraglos dazu) kollektiv beleidigt hast. Es ist ein grosser Unterschied, ob jemand Zurechnungsfähiges sinnlos viel säuft und dann im Suff jemand umbringt, oder ob bei jemandem eine Psychose ausbricht und er dann eine Straftat begeht.

Du meinst anscheinend, du könntest alles kontrollieren, sogar deine “Freunde, Verwandten und Bekannten”. Sicher kannst du das bis zu einem gewissen Grad. Aber damit hat sichs.

Wenn du arrogant findest, wenn jemand auf Kosten des Sozialstaates (und damit anderer Menschen) lebt, dann zeigst du damit dieselbe mangelnde Differenziertheit. Ich muss dir wohl nicht erklären, dass es solche und jene gibt?

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gentux Mai 26, 2010 um 00:36

Zum Vorfall. Ich finde das schon recht schockierend! Freispruch ist in der Tat unangemessen, aber was bringt es den Kerl seine nächsten 10 Jahre wegzusperren?

Wenn ich unter Drogen stehen würde und den Kontrolleur angegriffen habe, weil ich mich in einen Rausch begeben habe und nach meiner Haftzeit und wegen meiner schlechten Bildung meine ganze Zukunft vermasselt habe, was dann? Suizid! Wem hat es dann geholfen? Der AHV vielleicht aber sonst niemanden!

So schlimm es auch sein mag, der Kerl litt offenbar wirklich an einem psychischen Problem, die zwei Herren wurden verletzt, waren vielleicht ein paar Tage im Krankenhaus, aber der Kerl könnte ein Opfer seiner Selbst sein.

Ich persönlich zweifle die Haftstrafe allgemein an. Was soll es bringen? Öffentliche Sicherheit, ok aber sonst? Was soll ein Häftling lernen während er isoliert ist? “Mach den Scheiss nie mehr sonst sitzt du wieder da drinn’” mag sich vielleicht einer denken, der “anwesend” ist, aber wenn jemand eben “abwesend” ist?

Ist vielleicht etwas philosophisch aber ich persönlich versetze mich immer in beide Positionen und versuche auch beide zu verstehen.

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