Gemeinde-Tageskarte: Auch in Zukunft attraktiv

von Andreas Hobi am 11. März 2010 · 83 Kommentare

Bis heute kann man in der Schweiz für rund 30 Franken einen ganzen Tag lang Zug fahren. Dagegen regt sich Widerstand: Der Verband öffentlicher Verkehr will die zeitliche Gültigkeit einschränken und den Preis erhöhen. Das wiederum gefällt den Gemeinden nicht. Ist es ein Menschenrecht, so günstig Zug fahren zu dürfen?

Einblick in Namics

Auch mit dem Halbtax kann man günstig Zug fahren.

Die Gemeinde-Tageskarte ist ein Verkaufsschlager. Täglich gehen tausende dieser Tages-GAs über den Ladentisch. Ein Kärtchen kostet dabei nur um die 30 Franken. Und dabei benötigt man nicht einmal ein Halbtax. Auf den ersten Blick eine super Sache!

Doch wo Sonne ist, da ist auch Schatten. Die Gemeinde-Tageskarten bringen der SBB und den anderen Verkehrsunternehmen pro gefahrenen Kilometer von allen Billetten am wenigsten ein. Und viele Käufer der günstigen Gemeinde-Tageskarte fahren mit Vorliebe in der morgendlichen Hauptverkehrszeit. Darüber ärgern sich auch die Pendler, wie ich während meiner Arbeit immer wieder merke.

Sinn hinter der Gemeinde-Tageskarte war es ursprünglich, neue Kunden anzulocken. Inzwischen ist dieses Anliegen in weite Ferne gerückt; oft fahren Halbtaxbesitzer mit den günstigen Karten.

Dadurch wird nicht zuletzt auch die normale Tageskarte kannibalisiert.

Nun hat der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) entschieden: Die Gemeinde-Tageskarten werden teurer und sind von Montag bis Freitag erst ab 9 Uhr gültig.

Die Preiserhöhung dürfte vermutlich den wenigsten zu schaffen machen. Es ist die Rede von 15 Prozent. Will heissen: Zukünftig kostet die Gemeinde-Tageskarte um die CHF 34.50. Das kann sich jeder leisten. Anders sieht es bei der zeitlichen Begrenzung aus. Nicht alle sind einverstanden damit, dass man die günstige Tageskarte wochentags erst ab 9 Uhr benutzen darf.

Jetzt mal ehrlich: Ist es tatsächlich ein Menschenrecht, so früh und gleichzeitig so günstig Zug fahren zu dürfen? Zeiten ändern sich nun mal; und nur, weil man es bisher konnte, heisst das noch lange nicht, dass man es auch in Zukunft kann.

Und wer jetzt aufschreit “Ja, aber die Leute in den Randregionen können dann keine Tagesausflüge mehr machen!” dem sage ich einfach: Stimmt nicht, Tagesausflüge sind nach wie vor möglich, es wird einfach teurer. Aber alles hat nun mal seinen Preis.

Wer unbedingt bereits um 6 Uhr aus dem Haus will, so dass er seine 5-stündige Zugfahrt am Mittag hinter sich hat, der kann dies tun. Mit einem Halbtax kann er jederzeit eine Tageskarte kaufen, ohne Halbtax wird es ein wenig teurer.

Schauen wir uns das doch kurz an: Wer ein 3-Jahres-Halbtax hat, alle zwei Monate einen Tagesausflug macht und sonst nie Zug fährt, der bezahlt pro Ausflug 84 Franken (64.- + 20.-). Das hört sich vielleicht nach viel an, macht bei einem Tagesausflug von Chur nach Fribourg und zurück (654 km) gerade noch einen Kilometerpreis von 12.8 Rappen. Beim Auto muss man laut TCS mit einem Kilometerpreis von 76 Rappen rechnen. Dies ist deutlich mehr.

Wem die 19 Rappen immer noch zu viel sind, der kann auch in Zukunft mit der Gemeinde-Tageskarte fahren und kommt immer noch viel günstiger weg. Und auch zeitlich liegt es drin: Abfahrt in Chur um 09:09 Uhr, Ankunft in Fribourg um 11:54 Uhr, also noch vor Mittag. Übrigens: Nach der geplanten Preiserhöhung bezahlt man für diese Reise mit der Gemeindetageskarte (CHF 34.50) gerade einmal einen Kilometerpreis von 5.3 Rappen. (Heute sind es 4.6 Rappen.) Da soll noch einer sagen, dies sei ein schlechtes Angebot!

Meine Meinung

Um mich kurz zu fassen: Ich bin der Meinung, dass es kein Menschenrecht ist, so früh und gleichzeitig so günstig Zug fahren zu dürfen. Schön, dass man es bisher konnte. Es ist aber das gute Recht des VöV, die Preise gelegentlich zu erhöhen oder die Bedingungen den aktuellen Umständen anzupassen.

Ausserdem: Selbst nach einer Preiserhöhung um 4.50 Franken und einer Gültigkeit erst ab 9 Uhr ist die Karte noch ein attraktives Angebot. Auch nachher kann man immer noch für wenige Rappen pro Kilometer Zug fahren. Ich bin mir sicher, dass die Verkäufe nach der Preiserhöhung stabil bleiben oder sich im Laufe der Jahre noch weiter erhöhen werden.

Wetten?

Bild © (cc) Namics (flickr.com)

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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Olivier März 11, 2010 um 13:15

ih finds guet, dass d’Gmeindtageskarte erst am 9 zählt = no de morgentliche Stossziit. Pendler müend i dere Ziit fahre, chansch jo schlecht erst am 10 oder 11 go schaffe… Und eine wo sone Gmeindskärtli kauft, chan sich au bizli abasse, will 9 isch au nit spot. Usschlofe duet au guet… xD

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Andreas Hobi März 11, 2010 um 13:31

Ausschlafen ist immer schön! ;-)

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Alain März 11, 2010 um 13:24

Die Regelung, dass die Tageskarte erst nach 9 Uhr während der Woche gültig ist und ebenfalls mehr kostet, finde ich korrekt. Sollte der Kunde damit nicht einverstanden sein, kann er sich ja immer noch andere gute und preiswerte Tickets kaufen. Rail Away ist in diesem Fall meistens optimal!

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Andreas Hobi März 11, 2010 um 13:27

Sehe ich genau so. Das wollte ich mit dem Artikel ja auch sagen: Die SBB verbietet niemandem, vor 9 Uhr zu fahren; es hat einfach alles seinen Preis.

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Simon Erhardt März 11, 2010 um 14:01

Ich finde das auch gut so. Die Gemeindetageskarte gibts nämlich teilweise sogar nur für 20 Fr. das ist sehr günstig. Da muss doch keiner Motzen es sei zu teuer.

Vergleichen wir es mal mit Deutschland.
Da gibt es Ländertickets, welche dann aber nur in einem bestimmten Bundesland und dazu nur im Regionalverkehr gültig sind.

Bsp.: Baden-Würtemberg-Ticket Single 20€ das sind Pi mal Daumen ca. 30 Fr. Kostet also ca. gleich viel, ist aber nur in den Regios gültig und nur bei der DB, also nichts mit Bus/Schiff etc., also sollen sie nicht motzen, wenn sie erst nach 9 Uhr fahrn und vorallem am Wocheende gilts ja auch den ganzen Tag.

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Andreas Hobi März 11, 2010 um 14:05

Wer verkauft die denn für 20 Franken? Machen die Gemeinden damit nicht rückwärts?

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Simon Erhardt März 11, 2010 um 14:10

Erlinsbach im Aargau… Kann schon sein das sie Rückwärts machen, sie verkaufen sie ja auch nur Erlinsbachern, vielleicht wollen sie so ihre Einwohner unterstützen.

Andreas Hobi März 11, 2010 um 14:12

Gut möglich…

Hans März 13, 2010 um 11:00

Die Ausführungen zum Länderticket sind so nicht korrekt. Erst einmal gelten sie nicht nur in Zügen sondern in vielen Fällen auch in diversen Bussen, Strassenbahnen etc. in Verkehrsverbünden. In NRW z.B. gibt es keinen Fleck mehr in dem es keinen Verkehrsverbund gibt, und das Tagesticket gilt in sämtlichen Verkehrsmitteln.

Zum anderen ist der Hinweis, dass die ja eben nur in einem Bundesland gelten würden irgendwie irreführend wenn man bedenkt, dass die Schweiz ja auch gerade mal 70 Prozent der Fläche des Bundeslandes Bayern hat (oder 136 Prozent der Fläche von NRW).

Insofern finde ich jetzt nicht, dass diese Tageskarte so arg günstig sei im Vergleich.

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Simon Erhardt März 11, 2010 um 14:14

Ach sorry, sie verkaufen sie nur Jugendlichen für 20 Fr. War so immer mit meiner Ex-Freundin unterwegs. Alle anderen zahlen 34 Fr.

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Andreas Hobi März 11, 2010 um 14:15

Spezialpreis für Jugendliche? Finde ich noch cool…

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Simon Erhardt März 11, 2010 um 14:16

Ja, soweit ich weiss… Sie hat jedenfalls immer 20 Fr. gezahlt. =)

Simon Erhardt März 11, 2010 um 14:20

Für alle die es noch interessiert =) Die Gemeindetageskarten für ein Jahr (365 Stück) kosten 9775 Fr. bei der SBB. D.h. 9775 Fr. / 365 Stück = 26.78 Fr pro Tageskarte.

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Roger März 11, 2010 um 14:42

ich finds korrekt, was nerven mich um 06.45 vor allem im Sommer die quatschenden Wanderer….
und 35.- sind noch immer sehr sehr günstig!

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Piero März 11, 2010 um 16:36

Ich sehe das vollkommen anders:

1) Über eine Preiserhöhung kann man gut reden. Ob diese Tageskarte nun 35 oder 40 Fr. kostet, spielt keine allzugrosse Rolle. Zu beachten gilt, dass hier die SBB bereits gegen 10’000 Fr. pro Tageskarte einnimmt – ob nun an 365 Tagen im Jahr jemand damit fährt oder nicht.

2) Die zeitliche Einschränkung gilt es wehement abzulehnen. Seitens Gemeinden (als Gemeinderat kann ich das so sagen) ist sonst der Verkauf so einer Tageskarte ein Verlustgeschäft.

Also: Falls bei dein rund 900′ 000 Pendler pro Tag die gut 4’000 Gemeindetageskarten-Fahrer wirklich stören (also rund 1/2 % aller Pendler) dann soll das auch so kommuniziert werden. Rechnenn wir mit den tausenden von täglichen Zügen, dann macht pro Zug vielleicht mal ein paar Menschen mehr aus. Wenn es für diese paar keinen Platz mehr hat, dann gute Nacht beim weiteren Anstieg der Pendler wie in den letzten Jahren.

Ach ja, noch was: Wir reden hier von Einnahmen von 40 Mio – die Züge fahren dennoch, aber diese “Kunden” fahren dann mit dem Auto = diese 40 Mio werden fehlen. Es ist ein Ilusion zu denken, dass diese Leute sich ein Halbtax kaufen werden. Würden sie es brauchen, dann hätten sie es längst getan.

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Andreas Hobi März 12, 2010 um 00:23

Es wäre schön, wenn es tatsächlich nur ein paar wenige Gemeinde-TK-Besitzer pro Zug wären. Fakt ist aber, dass in den morgendlichen Pendlerzügen je nach Strecke schnell einmal um die 30 solcher Fahrgäste sitzen.

Das tönt nach wenig. Wenn man nun aber noch bedenkt, dass die wohl kaum so dicht gedrängt wie möglich (sprich: 4 Personen pro Viererabteil) sitzen, macht das schnell einmal 10 Abteile aus.

Bei Punkt zwei muss ich vielleicht noch anmerken: Ich bezweifle, dass es ein Verlustgeschäft für die Gemeinden wäre. Denn auch nachher wäre die Nachfrage durchaus noch vorhanden. Momentan ist es eher für die öV-Unternehmen nahe an einem Verlustgeschäft: Mit keinem anderen Fahrausweis erhalten die Betriebe weniger Einnahmen pro gefahrenen Kilometer als mit den Gemeindetageskarten. Sogar das GA bringt noch mehr…

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Piero März 12, 2010 um 06:57

Ich kann da nur sagen, wie es unserer Gemeinde geht und das ist für uns eine 0-Rechnung. Das heisst: Aufwand und Ertrag decken sich in etwa. Man darf da nicht vergessen, dass man nicht immer alle Tageskarten verkauft – und der administrative Aufwand (Abholung am Schalter, etc) bleibt ja auch noch.

Fakt ist: diese Züge fahren, ob diese paar Leute drin sitzen oder nicht.

Piero März 11, 2010 um 16:40

Noch was:

Diese Personen fahren ja meist den ganzen Tag – und füllen somit die Züge auch während den Zeiten, wo weniger Leute unterwegs sind.

Gegen die zeitliche Beschränkung werden die meisten (wenn nicht alle) Gemeinden ankämpfen. Dem ÖV droht ein massives Image-Verlust, ist es das Wert?

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Tom März 11, 2010 um 20:42

Wir (Gde. Weiningen ZH) bieten solche gar nicht mehr an, die genauen Gründe kenne ich aber auch nicht. Ich verstehe beide Seiten: die einen möchten einen Ausflug machen und kaufen sich die Gemeinde-Tageskarte, die anderen sind im Stossverkehr froh, überhaupt noch einen Stehplatz zu ergattern ;-).
Übrigens: der Schweizerische Verband der Einwohnerkontrollen (SVEK) hat zu diesem Thema einen Brief an Moritz Leuenberger geschrieben: http://www.einwohnerkontrolle.ch/

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Andreas Hobi März 12, 2010 um 00:26

Beim Hinweg benutzen leider sehr viele Besitzer der Gemeinde-Tageskarte die morgendlichen Pendlerzüge.

Bei der Rückreise jedoch – das stimmt – verteilen sie sich viel stärker und nutzen durchaus auch jene Züge, die erst nach der abendlichen Hauptverkehrszeit fahren.

Das Problem besteht vor allem am Morgen, kaum jedoch am Abend. Deshalb will der VöV die Benutzung der Karte vermutlich auch nur am Morgen ein wenig einschränken und nicht am Abend.

Ob es wirklich ein Image-Verlust für die Bahnen darstellt, wenn man für 34 Franken ab morgens 9 Uhr beliebig viel Bahn, Bus, Tram und Schiff fahren kann, darüber lässt sich dann wohl streiten. :)

Wie ich schon erwähnt habe: Ein solches Angebot finde ich fair und preiswert.

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Piero März 12, 2010 um 07:01

Das Problem sollte man endlich anders angehen:

Warum zb. muss ein Güterzug um 7:00 Uhr beim dichtesten Pendlerverkehr an den stärkst-frequentierten Bahnhöfen vorbeifahren?
Weil es kostenmässig nichts bringt, eine Ausweichroute zu nehmen – oder eine andere Zeit. Würde man für Güterverkehre nicht nur Gewicht und km, sondern auch Tageszeit, auswegrouten etc berrücksichtigen, dann würden garantiert mehrere Unternehmen sich für eine andere Fahrzeit entscheiden – und somit hätte man wieder wertvolle Trassen für den Pendlerverkehr. Dazu würde das Netz durch das Benützen von Nebenlinien ausgeglichener belastet.

Andreas Hobi März 12, 2010 um 08:57

Unter Umständen würde sich mehrere Unternehmen dann weniger für eine andere Fahrzeit entscheiden, sondern eher noch für ein anderes Transportunternehmen. Weg von der Schiene, rauf auf die Strasse.

Michael März 11, 2010 um 20:14

Ich sehe es ähnlich wie Piero. Die Preiserhöhung ist kein Problem. Die Karte ist je nach Gemeinde wirklich sehr günstig. Die zeitliche Einschränkung ist aber genauso Blödsinn wie die Änderung vor ein paar Jahren, die den Verkauf solcher Karten nur noch für Gemeinden möglich macht. Ich denke, dass in Zukunft dann halt vielleicht die eine oder andere Gemeinde zwei Mal überlegt, ob sie sich noch eine solche Karte zulegt. Und dort tuts dann der SBB eben vielleicht doch ein wenig weh. Ein Wanderer geht oft unter der Woche auf die Reise weil er die Menschenmassen am Wochenende umgehen will. Jenachdem wo er hin will, muss er gezwungenermassen früh raus. Will ich beispielsweise als Bewohner des Berner Oberlandes eine Wanderung im Engadin machen, dann brauche ich es nach 9 Uhr gar nicht erst versuchen wollen. Wenn man die Karte nur nutzt um einfach aus Spass ein wenig durch die Gegen zu reisen, so ist die zeitliche Einschränkung sicher halb so schlimm. Zumindest so wie ich das feststelle, ist die Hauptzielgruppe aber eben schon eine andere. Es sind die Tagesausflügler.

Ich finde es traurig, dass man hier einfach mal wieder versucht quasi versteckt die Preise zu erhöhen. Die Hauptzielgruppe der Karte wird gezwungen sein sich Halbtax und Tageskarte zuzulegen. Die Preisdifferenz ist dabei relativ hoch…

Solche 9 Uhr-Angebote mögen schon ihren Sinn haben, aber nur dann wenn es vernünftige Alternativen gibt. Das ist hier nicht der Fall. Will man immer noch früh reisen, bezahlt man deutlich mehr dafür, dass die Pendler keine Preisaufschläge mittragen müssen. Heisst konkret, dass man einfach nur einer bestimmten Preisgruppe den Preis erhöht.

Sinnvoll wäre es vielleicht, wenn man die Zugangskriterien zur normalen Tageskarte ändern würde und man diese dann auch ohne Halbtax erhält. Will ich aktuell als reiner Tagesreisender, der nie einfach mal spontan ein Ticket braucht die Möglichkeit der auch weiterhin ganztägig gültigen Karte nutzen, so bezahle ich schonmal gute CHF 100.- pro Jahr mehr. Einfach mal so. Das sind mit dem aktuellen Zustand gleich die Bahnfahrten für 3 ganze Tage…

Ich selbst bin ein guter Kunde der Gemeinde-Tageskarte, gerade weil damit der öV in der Schweiz bezahlbar ist. Ein GA macht für mich keinen Sinn, dazu bin ich zu selten da. Halbtax mit Tageskarte bringt erwiesenermassen nichts weils einfach enorm teuer ist. Privat reise ich vielleicht 5 Mal im Jahr in der Schweiz und wenn dann hauptsächlich unter der Woche. Preis im aktuellen Zustand: CHF 160.- (bei meiner Bezugsquelle CHF 32.- pro Tageskarte). Preis mit dem neuen System: CHF 437.-. Die Strecken die ich vor 9 Uhr fahre, sind in der Regel so lang, dass sie ebenfalls zu einem ähnlich hohen Preis führen würden. Einfach gleich mal den Preis um fast 300% erhöhen? Nein, finde ich ganz sicher nicht gerechtfertigt, auch wenn ich verstehe, dass aktuell die übervollen Züge ein Problem sind.

Ich denke nicht, dass diese neue 9 Uhr-Bedingung die Züge spürbar leerer machen wird. Der eine oder andere wird sicher auf seine Reise verzichten, weils im zu teuer ist. Zwei oder drei fahren halt später. Alle anderen Gelegenheitsfahrer bezahlen einfach massiv mehr. Und nien, hier zählt das Argument “Sie können das Halbtax ja das ganze Jahr nutzen” nichts. Wenn ich es sonst nie brauche weil ich sonst einfach nie mit der Bahn fahre, habe ich davon überhaupt keinen Vorteil. Und nein, ich werde als Kunde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deshalb auch nicht mehr reisen.

Hier in Deutschland bezahle ich für ein Tagesticket ohne Begrenzung um die 30 Euro, sprich also CHF 45.-. Damit fahre ich hier in ganz Nordrhein-Westfalen. Die Fläche ist mit 34 000 km2 nicht weit von der Grösse der Schweiz entfernt. Zwar kann ich damit nur den Regionalverkehr nutzen. Aber der hat ein entsprechend interessantes Angebot.

Für mich persönlich bedeutet die Änderung nun, dass ich mir zweimal überlegen werde, ob ich einen Ausflug mache und dann halt im Notfall bis 9 Uhr zusätzliche Tickets kaufe. Auf jeden Fall wird es meine private Reisetätigkeit deutlich verringern. Ich habe einfach keine Lust ein halbes Vermögen auszugeben um einmal quer durch die Schweiz zu fahren.

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Andreas Hobi März 12, 2010 um 00:31

Ich sehe nicht ein, weshalb man die Pendler-Preise erhöhen muss, nur weil die Gemeinde-Tageskarte teurer wird. Momentan bringen uns die Gemeinde-TK-Besitzer deutlich weniger Einnahmen pro Kilometer (vorhin schon erwähnt) als zum Beispiel die Pendler. Da macht es doch Sinn, dies einander minim anzugleichen. Doch auch nach der Preisanpassung verdienen wir an der TK meiner Meinung nach fast nichts.

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Piero März 12, 2010 um 07:04

Preisliche Erhöhung, das ist keine Rede, selbst wenn die Tageskarte 50 Fr. kostet ist es immer noch ein supergünstiges Angebot.

Und was ist mit den 40 Mio? Es sind rund 4000 TK im Umlauf, welche gut 10’000 Fr. pro Stück bringen.

Weiter hat die TK bereits eine Einschränkung: ich kann nicht fahren, wann ich will, sondern muss an dem bestimmten Tag den Ausflug machen. Ob es nun grad stürmt, schneit oder Katzen hagelt. Ich habe also die Entscheidung: Entweder Halbtax – und ich kann Tageskarten kaufen und fahren, wann ich will, also mehr bezahlen; oder ich kauf eine Tageskarte, fahre günstiger, aber bin auf einen fixen Tag gebunden.

Michael März 13, 2010 um 00:44

Der Preisanstieg selbst ist egal. Ich bezahle meinetwegen auch CHF 40.- für die Karte. Was mich stört ist, dass der TKG-Kunde massiv mehr bezahlen soll wenn er wie bisher meistens praktiziert vor 9 Uhr fahren will, nur weil die Züge mit Pendler vollgestopft sind. Ich finde, es wäre hier wenn schon Sache der Pendler dafür zu bezahlen. Die paar Sitze, die nun zusätzlich frei werden, machen den Braten definitiv nicht so fett wie die Einnahmen, die der SBB längerfristig verloren gehen werden. Wie gesagt, ein Wanderer, der kein GA hat und somit bisher die TKG gekauft hat, wird in Zukunft halt einmal mehr das Auto nehmen, weil 9 Uhr für sowas einfach zu spät ist. Um diese Uhrzeit kann man noch vor der Haustür wandern gehen. Da lohnt sich die Karte schon grundsätzlich nicht. Wie gesagt, die reine Preiserhöhung ist absolut ok. Die Einschränkung ist aber Blödsinn und lediglich ein Tropfen auf den heissen Stein. Wenn man gross etwas ändern will an der aktuellen Sitzplatzsituation, so braucht es zusätzliche Züge, nicht eine Einschränkung für gerademal 4000 Kunden.

Hans März 13, 2010 um 11:09

Die Ländertickets gelten keineswegs grundsätzlich nur im Regionalverkehr. Das SchönerTagTicket NRW gilt in sämtlichen Nahverkehrsmitteln, also auch in allen Bussen, Strassenbahnen, U-Bahn, H-Bahn (Hängebahn) in Dortmund, Skytrain (Düsseldorfer Flughafen), Wuppertaler Schwebebahn usw usf.

Also quasi ein GA für ganz NRW, und das für EUR 25,- für eine Person und EUR 35,- für bis zu fünf Personen. Die Schweiz ist zwar ein Drittel größer als NRW, aber halt auch wesentlich weniger besiedelt. Eine Zeitbegrenzung am Morgen hat das STT NRW auch nicht.

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Hans März 13, 2010 um 11:13

Mist, ich nehm das mit der Zeitbegrenzung zurück. Habe ich übersehen, auch ab 9 Uhr. Aber damit ist das Angebot dann gleichauf.

Michael März 14, 2010 um 11:19

Da muss scheinbar etwas geändert haben. Bis vor einiger Zeit galt die Einschränkung nur für die Gruppenversion, nicht aber für das Single-Ticket.

Peter März 11, 2010 um 21:15

Ich schliesse mich hier Michael an. Die Schwelle zum öffentlichen Verkehr wird für Seltennutzer damit stark erhöht, ausserdem kenne ich wenige Gemeinden, die die Karten bisher für unter 30 Franken angeboten haben.

Die meisten Gemeinden, zumindest hier in der Region, bieten die Karten für 35 Franken an. Das Angebot ist äusserst beliebt, es gibt im Kanton Bern gemäss tageskarte-gemeinde.ch selten mehr als eine Handvoll Tageskarten, die noch kurzfristig zu haben sind.

Wer die Karten häufig nutzt, denkt meistens wohl gar nicht daran, dass das Halbtaxabo eine günstige Alternative wäre. Aber ich kenne aufgrund meiner Herkunft und meiner Arbeit bei einer Gemeindeverwaltung genügend Leute, welche ein bis vier Mal im Jahr eine TK Gemeinde kaufen und dann auf einen tagfüllenden Ausflug gehen. Man wird durch diese geplante Einschränkung einfach viel zu stark gegängelt. Desweiteren bin ich ebenfalls der Auffassung, dass man am eigenen Erfolg zu ersticken droht und nun einfach die niederste Schwelle zum System öV Schweiz um einen grossen Schritt erhöhen will.

Du bringst Beispiele mit Chur und Fribourg. Was ist, wenn jemand nicht in Fribourg wohnt sondern erst noch 30 bis 90 Minuten zum nächsten grösseren Bahnhof anreisen muss, wenn er nicht schlechte Anschlüsse haben will?

Ich gehe (leider) davon aus, dass das Angebot der TK Gemeinde, falls wirklich diese dämliche 9-Uhr-Regel kommen sollte, innert zwei Jahren massiv an Beliebtheit einbüssen wird – die SBB kanns anschliessend mangels Absatz einstellen. Man bietet lieber so eine Alibiübung namens Geburtstags-Tageskarte an und vermarktet sie kaum bzw. erst, wenn einige Menschen davon schon nicht mehr profitieren können weil sie im Dezember oder Januar Geburtstag hatten.

Schade. Ich bin seit jeher ein grosser Befürworter des Systems öffentlicher Verkehr. So langsam aber sicher mache ich mir wirklich Gedanken, ob ich angesichts eines seit Jahren gleich schlechten Angebots für den Verkehr in den Nachbarort das Verbundabonnement sausen lassen und nur noch das Halbtax als eiserne Reserve (und Kreditkarte) behalten will.

PS: Sorry, aber mit dieser Menschenrechtstour kann ich absolut nichts anfangen. Da bin ich mir von dir gehaltvollere Beiträge gewöhnt.

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Andreas Hobi März 12, 2010 um 00:33

Vielleicht läuft es ja auch darauf hinaus, dass es in Zukunft zwei verschiedene Gemeindetageskarten gibt… So wie wir es heute schon mit den Halbtax-Tageskarten kennen…

Momentan reine Spekulation meinerseits; aber wer weiss…? ;-)

Ich denke, das wäre dann auch eine Lösung, mit der sich die meisten anfreunden könnten.

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Michael März 13, 2010 um 00:50

Das auf jeden Fall. Ich bezahle gerne mehr. Aber einfach nicht so viel -> siehe meine Rechnung weiter oben. Irgendwo ist es einfach unlogisch, dass damit je nach Anzahl der jährlichen Ausflüge ein Mietwagen unter Umständen sogar günstiger kommt als die Bahnfahrt. Abgesehen davon hat wahrscheinlich ein Grossteil der TKG-Nutzer sowieso ein Auto in der Garage stehen (zumindest bei allen mir in meinem Umfeld bekannten TKG-Nutzer ausser mir selbst ist dem so).

Sandra-Lia März 11, 2010 um 23:15

Naja, wenn du wandern wollen würdest, Hobi, würdest du im Sommer sicher nicht!!! um 12 uhr erst anfangen, wenns grottenheiss ist. Und im Winter, wos um 4 scho wieder dunkel ist, willst au ned erst um 12 auf der Skipiste stehn. Ich denke, man sollte zweierlei GemeindeTageskarten machen: Ohne HT kostet sie meinetwegen dann pro Jahr 15000 Fr. Für mit HT 10.000. Zudem könnte die SBB ja vlt. eine Tageskarte den Gemeinden für 1. Klasse für 25000 Fr anbieten. Vllt. wären da auch noch paar Elitegemeinden mitbei. Dann könnte jemand wie ich sogar mal FIRST fahren. (Gut, ich habe ein GA!)

PS: Unter der Woche macht Wandern mehr Sinn. Rests. sind auf, und es hat ned so viele Wanderer auf der Streck. Zudem chrampf ich oft am WE. ODer bin eh schon am Wandern ^^

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Andreas Hobi März 12, 2010 um 00:38

Das kommt immer auf die Route drauf an. In der Viamala kann man zum Beispiel gut auch am Nachmittag wandern, wie ich schon mehrmals feststellen durfte. :)

Eine Erstklass-Tageskarte ist meiner Meinung nach gar nicht nötig. Bereits heute kann man zur Gemeinde-Tageskarte wahlweise einen Streckenklassenwechsel oder einen Tagesklassenwechsel (CHF 39.-) lösen. Das würde schlussendlich sogar preislich genau auf den von dir genannten Betrag kommen (25’000 / 365).

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Sandra-Lia März 12, 2010 um 10:17

Naja, wenn ich zb. nach St. Moriz wandern gehen mag, oder den wirklich wunderschönen Bahnwanderweg von Preda nach Bergün, dann muss ich hier um 6 Uhr los, nur damit ich um 11 oder 12 in Graubünden bin.. Also wäre die TK erst ab 9 gültig, würde ich Graubünden mit keinem Franken mehr unterstützen können… Bedenke, das wäre besonders negativ für einen sonst schon armen Kanton! Und das selbige gilt halt eben auch für Fahrer aus der Region da oben. Sie können halt dann nicht mehr so einfach mal nach Solothurn unsere schönste Barockstadt ansehen kommen.

Ich hab die Geschichte ja schon gemacht. Fahrst hin, wanderst, und bist am Abend doch erst um 22 Uhr daheim, das obwohl ich um 5 oder 6 hier auf den Bus muss, was wohl offenbar noch nicht ganz in der hauptpendlerzeit liegt..

Mir wär lieber, Meyer würde mal wieder auf den Boden der Tatsachen kommen. Offensichtlich weiss er nicht, wer sein Lohn bezahlt, und dass sind nun mal die Kunden, und dort gehören die Gemeinden mit zu.

Was den Gütertransport angeht: Die SBB lehnt ja jetzt schon zig Fahrten ab, da sie behauptet, nicht genügend Trasse zu haben.

Ich jedoch bin der Meinung, dass sie die falschen Bürokraten haben!

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kbx März 12, 2010 um 11:46

Eigentlich sollte die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene erklärtes politisches Ziel sein. Diesem Ziel wird mit einer Preiserhöhung, ganz egal bei welchem Produkt, massiv entgegengesteuert. Günstige Mobilität ist kein Menschenrecht, aber wenn die Bahn immer nur teurer und teurer wird (Gemeinde-Tageskarten, GA’s, Einzelbillette …) und das mit Sätzen wie “Ist es ein Menschenrecht, so günstig Zug fahren zu dürfen” begründet wird, hat die SBB ganz offensichtlich ihren Auftrag falsch verstanden. Die SBB ist nicht als Ertragsperle für den Bundeshaushalt konzipiert sondern hat den Auftrag, eine ökologische und günstige Art der Mobilität anzubieten.

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Andreas Hobi März 12, 2010 um 13:03

Zum Auftrag der SBB gehört es tatsächlich, eine Art “Service Public” zu bieten. Der Bund (als Eigentümer der SBB AG) hat ihr aber auch den Auftrag erteilt, möglichst wirtschaftlich zu arbeiten. Denn die Zeiten der Defizitgarantien sind vorbei.

Die SBB will also mit Sicherheit, dass möglichst viele Leute mit ihr fahren. Aber sie möchte auch, dass dies auf den Tag verteilt geschieht. Und sie kann die Leistungen nicht zu Billig-Preisen anbieten.

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Alain März 12, 2010 um 12:27

Euer Vergleich stimmt zwar schon mit den Wanderungen etc., dass dies dann eventuell nicht reicht. Dann muss man eben halt an diesen Tagen eine normale Fahrkarte kaufen. Und vorallem betrifft dies vielleicht 1% die dann nicht mehr fahrens können, denn wenn ich sehe, dass es auch Geschäftsleute gibt, die von Bern nach bzw. St.Gallen eine Gemeinde TK nehmen ist die eigentliche Wirkung nicht mehr vorhanden! Denn man muss einfah beachten, dass bald mehr gemeinde tageskarten pro tag gebraucht werden als normale tageskarten der sbb!!

Antworten

Andreas Hobi März 12, 2010 um 13:08

Wie von Michael schon bemerkt: Man muss ja nicht einmal eine normale Fahrkarte für den ganzen Tag kaufen, sondern einfach bis 9 Uhr. Danach kann man ohne Probleme die Gemeinde-TK benutzen.

Die momentane Entwicklung läuft einfach darauf hinaus, dass immer mehr Leute für maximal 30 Franken am Tag Zug fahren. Zu diesem Preis kann ein komplexes Unternehmen wie die Eisenbahn nicht finanziert werden!

Und wenn man dann noch beachtet, dass die Gemeinde-Tageskarten manchmal sogar von mehreren Personen benutzt werden, dann rentiert es erst recht nicht mehr. Beispiel: http://www.ricardo.ch/kaufen/tickets-und-gutscheine/sonstige-tickets/sonstige/tageskarte-sbb-19310-verfuegbar-ab-14-uhr-in-zuerich-hb/v/an600745166/

Um es ein wenig überspitzt zu formulieren: Mich stört es ja auch, dass die Milch in der Migros nicht 10 Rappen kostet! Aber alles hat nun mal seinen Preis. Und dieser Preis muss manchmal angepasst werden.

Antworten

Michael März 13, 2010 um 00:59

Doch, mit CHF 30.- am Tag lässt sich der öV ganz gut finanzieren. Wie viel Pendler haben ein GA? Wieviele ein Strecken- oder Verbundabo? Das kostet jeweils definitiv keine CHF 30.- am Tag. Beispiel hier aus der Gegend, wo fast jeder mit einem Verbundabo fährt: Die Verbunde haben aktuell einen Kostendeckungsgrad von ungefähr 50%. Wäre mein Monatsticket nun doppelt so teuer, so fahre ich für weniger als 6 Euro am Tag Zug (natürlich nicht national, das tut ein Pendler zwischen Zürich und Winterthur aber auch nicht ;-) ). Auch wenn mein Abo dreimal so teuer wäre wie jetzt, so wäre ich immer noch unter 10 Euro pro Tag. Macht ungefähr CHF 15.-, sprich die Hälfte von den CHF 30.-, die angeblich nicht ausreichen. Ja, die Schweiz ist teuer, so teuer aber dann doch nicht. Btw. Ist das GA dann eigentlich auch ein Verlustgeschäft? Täglich sind doch garantiert mehr als 4000 Leute mit GA unterwegs? Dann dürften die doch auch erst nach 9 Uhr fahren weil sie ja den öffentlichen Verkehr finanziell genau genommen unter Mass unterstützen ;-).

Andreas Hobi März 13, 2010 um 01:31

Der Unterschied zwischen der Gemeinde-TK und dem GA besteht ja darin, dass sich die Leute mit der TK genau aussuchen können, an welchen Tagen sie fahren wollen. Und nur für diese Tage bezahlen sie dann auch.

Beim GA bezahlt man für die gesamte Laufzeit, unabhängig davon, ob man das GA jeden Tag braucht. (Ausser man hinterlegt es für ein paar Tage. Aber auch das geht nur in einem gewissen Rahmen.)

So gesehen bringen die GA-Kunden zwar tatsächlich weniger Franken pro Tag; über das Jahr gesehen jedoch lohnt sich ein GA für Kunden als auch SBB. :)

Michael März 14, 2010 um 11:36

Tja, dann sollte die SBB eben auch noch berücksichtigen, dass auch die TKG massig Geld in die Kassen spült, auch wenn es genauso vielleicht nicht jeden Tag benutzt wird. Insgesamt kostet die TKG ungefähr das Dreifache eines normalen GA. Ich bin überzeugt, dass sehr viele Gemeinden mit dieser weiteren Einschränkung in Zukunft keine TKG mehr anbieten werden, weil einfach die Nachfrage unter der Woche nicht mehr vorhanden ist. Und nur fürs Wochenende lohnt sich die Anschaffung nicht. Da geht dann massiv Geld verloren für einen in meinen Augen vergleichsweise äusserst kleinen Platzgewinn.

Persönlich bin ich immer noch dafür, dass eine Tageskarte geschaffen wird, welche auch ohne Halbtax zugänglich ist. Und wenn sie dann halt CHF 50.- kostet, so ist sie immer noch interessant. Klar, der eine oder andere Franken geht dabei auch verloren, weil dann halt vielleicht ganz wenige Kunden ihr HTA aufgeben. Die meisten Kunden werden es aber bestimmt behalten, weil sie es auch so benötigen, nicht nur für die Tageskarten. Der Gelegenheitsfahrer hingegen braucht definitiv kein Halbtax. Es lohnt sich einfach nicht. Und bevor er hunderte von Franken in den öV investiert, fährt er dann halt mit dem Auto. Und genau hier läuft etwas ganz grossartig schief. Auch wenn der GA-Kunde sicher nicht jeden Tag auch wirklich fährt, jeder der Pendler hat irgendein Pauschalabo (alle anderen können nicht rechnen oder fahren eben nur an ein paar Tagen im Jahr). Und es wird in jedem Fall günstiger sein als CHF 30.-, als CHF 50.- sowieso. Auch wenn die 30 Plätze pro Zug weiterhin belegt sind, so wird der Pendlerstrom weiter zunehmen. Die Pendler werden von diesen frei werdenden Plätzen überhaupt nichts spüren. Fazit: Kein einziger Gewinn, weder für den Kunden, noch für die SBB (wie gesagt, ein Pendler bringt längerfristig und insgesamt gesehen weniger Geld als eine TKG). Dafür eine massive Imageeinbusse, da die TKG doch ein bekanntes und eben grade bei Gelegenheitsfahrern sehr beliebtes Angebot ist. Und schlussendlich wird garantiert am Ende auch der eine oder andere Franken in der Kasse fehlen. Ich finde einfach, dass das nicht ganz zu Ende gedacht ist. Vermutlich ist man davon ausgegangen, dass die heutigen TKG-Fahrer ja dann sowieso ein normales Ticket oder eben HTA und TK lösen werden. Ich glaube, diese Meinung geht gehörig nach hinten los. Einige werden es bestimmt tun, der Rest dreht dem öV einfach den Rücken zu. Schade, dass gerade das Unternehmen, welches sich immer so in den Vordergrund stellt mit seinen “guten Taten” für die Umwelt nun mit so einem Schritt genau das Gegenteil produziert. Und das Ganze sage ich jetzt nicht als direkt Betroffener, sondern einfach als allgemeine Feststellung. Ich werde für mich persönlich bestimmt andere Wege und dann halt auch andere Ziele finden. Man kann nicht nur in der Schweiz wandern und fotografieren… Auf jeden Fall bin ich nicht bereit, der SBB soviel mehr zu bezahlen wie das bei mir schlussendlich ausmachen würde.

Piero März 14, 2010 um 11:54

@Michael

Genau mein Gedanke!

Gumbo März 12, 2010 um 13:40

Der Nachfrage steuert den Preis, das ist überall so – seht einmal beim Flugverkehr!

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shef März 12, 2010 um 13:49

Ich wünschte mir, dass es eine Tageskarte für Halbtaxlose gäbe. Denn wenn man ausländischen Gästen die Schweiz ohne Auto (und ohne Gemeindetageskarte) zeigen will, dann wird’s teuer…

Noch zur berechnung: Wie kommst du auf 59 Franken 1/2-Abo Anteil? Wenn man ein 3-Jahres-Abo alle zwei Monate (also 18 mal) benutzt, dann kostet das CHF 19.44 pro Einsatz, sofern ich mich nicht verrechnet habe.

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Andreas Hobi März 19, 2010 um 01:04

Die Rechnung wurde inzwischen korrigiert. Merci für den Hinweis!

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shef März 12, 2010 um 13:58

ist zwar OT, aber trotzdem: Können GA-Besitzer jemand ohne Halbtaxabo mit einer Migros-Tageskarte mitnehmen?

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Andreas Hobi März 19, 2010 um 01:04

Ja, das sollte gehen.

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Matthias März 12, 2010 um 18:59

Für mich ist die SBB in erster Linie ein staatlicher Betrieb der seine Leistung zum Nutzen von allen zum niedrigst möglichen Preis anbieten muss. Somit finde ich Leistungseinschränkungen und Preiserhöhungen grundsätzlich negativ.

Wenn die Post ihre Preise anhebt wird wohl auch keiner begeistert sein.

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Alain März 12, 2010 um 21:30

Wenn aber der Betrieb nicht rentabel ist, muss wiederum der Bund zahlen. Dies tut er jedoch leider auch immer weniger! Und ein Nicht-Bahnfahrer oder ein Bürgerlicher wie SVPler ist damit sicher nicht einverstanden!

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Matthias März 13, 2010 um 00:03

Der Betrieb ist eh nicht rentabel, ebenso wenig wie ein Gericht oder eine Schule.

Im Betriebsergebnis der SBB stecken ja allerhand öffentlicher Subventionen.

Andreas Hobi März 13, 2010 um 00:35

Die öffentlichen Gelder stecken vor allem in der Infrastruktur. Da der Bund auch die Infrastruktur für den Individualverkehr bezahlt, sehe ich darin kein Problem.

Sandra-Lia März 12, 2010 um 19:02

Zudem könnte die SBB mit etwas Willen auch zusätzliche Züge einführen. Auf vielen Strecken wäre 20min Takt kein Problem!

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Andreas Hobi März 13, 2010 um 00:27

20min-Takt tönt natürlich gut; nur muss dann auch die Kapazität dafür vorhanden sein. In einem der weltweit am dichtesten ausgelasteten Netzen ist es nicht immer einfach, noch freie Trassen zu finden.

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Alain März 13, 2010 um 06:44

Nicht nur Trassen, sondern auch Material (Ganz speiziell Rollmaterial) und dann ebenfalls Personal, was auf dem Zug ja schon jetzt knapp ist meines Wissen her!

Peter Amgalgen März 12, 2010 um 20:47

Ach, jetzt hör aber auf: Das passt doch nicht zu dir, dass du so eine unschöne Aktion deines Arbeitgebers schön redest. Mir scheint du suchst einfach nach den Argumenten wieso das jetzt ab 9 Uhr sein muss. Preiserhöhung OK, aber wenn man die Tageskarte Gemeinde nicht mehr will soll man auch so ehrlich sein und es sagen. Irgendwer hat sich ja schliesslich vor X Jahren auch etwas bei der Einführung überlegt.
Die Idee war ja sekundär viele günstige Tageskarten anzubieten. Die Idee war viele Leute zum Umstieg auf den ÖV zu bewegen. Nun scheint dies – vielleicht auch dank dieser Aktion – zu gelingen. Und dank des Erfolgs straft man nun die Erfolgsaktion? Häh, auch schon mal was von Marketing gehört? Aber klar, wer so überrannt wird (Marktwirtschaft, nicht Marketing) kann die Bedingungen bestimmen…

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Andreas Hobi März 13, 2010 um 00:33

Ich denke, die SBB will nach wie vor viele Leute zum Umstieg auf den ÖV bewegen.

Nur ist es bei der Gemeinde-Tageskarte so, dass – wie schon vorhin erwähnt – immer mehr Leute die Karte aus Prinzip kaufen. Leute, die schon jahrelang Bahn fahren. Hier kann also nicht mehr von Umsteigern gesprochen werden.

Das Problem: Einerseits will man ein günstiges Angebot für Umsteiger schaffen, andererseits kannibalisiert genau dieses Angebot die bestehenden, kostendeckenden Produkte.

Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, eine stark vergünstigte Gemeinde-TK auf den Markt zu werfen (günstiger als bisher), welche aber nur zum Beispiel zwei Mal pro Person und Jahr bezogen werden kann. Danach bezahlt man einen deutlich grösseren Betrag. So hätte man ein Umsteiger-Angebot für neue Kunden, ohne dass man Gefahr läuft, dass das Angebot zum Standard wird und die kostendeckenden Billette nicht mehr gekauft werden.

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Alain März 13, 2010 um 06:50

Gute Idee!, nur das Problem auch hier wieder, dann wird wieder das ganze System kompliziert, oder dann hole z.B. ich 2-3 Mal eine Gemeinde Tageskarte, und gebe dir z.B. meinem Kollegen und somit wäre dies auch wieder nicht fair gegenüber den anderen! Und ob dies die Gemeinde machen würde, ist auch noch fraglich, denn das gibt sicher einen riesen Mehraufwand!

Sandra-Lia März 12, 2010 um 21:37

Wenn die SVP schon bei der Bahn ”Kosten sollen vom Benutzer getragen werden” fordert.. warum dann ned konzequent au vom Autofahrer? Dann wären die Steuern in allen Gemeinden ca. 20% tiefer, bei den Kantonen ca. 15%. Dafür kostet der Liter Benzin mind. 10 Franken.. aber, davon will ja die SVP auch nix wissen!

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Andreas Hobi März 13, 2010 um 00:28

Engagierst nicht du dich auch politisch? Könntest ja mal versuchen, dies durchzusetzen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du die eine oder andere Unterstützung für dieses Anliegen findest. :)

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Sandra-Lia März 13, 2010 um 07:44

Das solltest du doch wissen, Andreas, das ich mich politisch engagiere. Immerhin trete ich 2011 bei den Nationalratswahlen an.. ^^ Nur bin ich in keiner Partei, da mir die alle zu weit weg vom Volk sind, oder eben nicht konsequent!

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Andreas Hobi März 13, 2010 um 07:47

Kann dich leider eh nicht wählen, von dem her habe ich mich zuwenig damit auseinandergesetzt. :)

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Sandra-Lia März 13, 2010 um 07:51

Ja, eigentlich schade, dass ich nicht in meinem Heimatkanton antreten kann..

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Piero März 13, 2010 um 14:17

Vergleich TK und GA:

TK bringt der SBB knapp 10’000 Fr. pro Jahr ein, im schnitt (ich kann hier nur von meiner Gemeinde reden) werden 80% verkauft, also an rund 292 Tagen fährt jemand mit der TK rum. Dasentspricht in Wahrheit also rund 35 Fr. pro Nutzungstag.

Im Vergleich zu den GA, wo rund 3300 Fr. pro Jahr kosten. Hier neben wir an, dass das GA von einer berufstätigen Person genutzt wird, also rund 45 Wochen Arbeitet. Das bedeutet, dass die Person das GA an 225 Tagen benutzt – ohne die wochenendlichen Aktivitäten zu berücksichtigen. Oder anders ausgedrückt: Ein GA bringt ca 15 Fr. pro Nutzungstag ein.

Weiter kann festgehalten werden, dass zwar ein TK-Nutzer auch im dichten Berufsverkehr fährt – aber ein sehr grosser Teil der GA Nutzer fahren hauptsächlich im Berufsverkehr, bringen aber wesentlich weniger ein.

Zur Frage der verfügbaren Trassee’s:

Die SBB sollte endlich die massiven Zeitpuffer abbauen.

Zweitens sollte an den vielbefahrenen Strecken auf die Führersignalisation umgerüstet werden – so können auch mehr Züge auf die Strecke gelassen werden.

Drittens soll bei Kreuzungen, Abzweigungen kontunuierlich kreuzungsfrei umgebaut werden.

Und mit den oben genannten möglichkeiten, für den Güterverkehr andere Wege zu suchen – zb eben auch mal an anderen Zeiten und oder nicht so stark ausgelastete Nebenlinien – dann wäre das Netz auch in der Lage, den einen oder anderen Entlastungszug zu “schlucken” – und die Frage, ob TK-Nutzer weiterhin im dichten Pendlerverkehr mitfahren dürfen, wäre hinfällig.

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don März 15, 2010 um 11:18

naja, dass der service der sbb immer mehr abnimmt ist ja allgemein bekannt. diese aktion ist nun aber wirklich zum k*****….. ich fahre pro jahr ca. 2x mit dem zug von st.gallen nach kloten und 1x nach genf. ein halbtax lohnt sich nicht. für den autosalon habe ich bisher das tagesga genutzt, und dann auf den ersten oder zweiten zug. in zukunft nur noch nach 9 uhr? da kommt man niemals nach genf…. es muss sich ja niemand wundern wenn wieder mehr leute auf das auto umsteigen, unsere öv-betriebe, insbesondere die ssb, geben immer mehr ab, bzw. erfinden solch komische einschränkungen. liebe sbb, es geht nicht immer nur um gewinnmaximierung und co. man kann auch einfach mal einen service belassen, auch wenn mann pro km damit nur 6 rappen anstatt 8 rappen verdient.

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Danilo März 15, 2010 um 13:08

Die Tageskarten kosten bei uns in Burgdorf jetzt schon erst ab 36 Franken.

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Gumbo März 15, 2010 um 16:19

Don
Der Service der SBB (was ist mit den anderen Verkehrsunternehmen??) ist dauernd ausgebaut worden.

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Sandra-Lia März 15, 2010 um 16:36

Wo ausgebaut, Gumbo??? Seit 1990 gibts ca. 75% weniger Schalter, keine Zugsbegleiter in Regionalzügen mehr, strengere Kontrollen gegen die Fahrgäste (man geht immer davon aus, dass die die Unehrlichen sind, statt mal sich zu fragen, obs vllt. sein kann, das man nicht immer 20 Fr Noten oder Münzen hat, um an den Vorkriegsautomaten in den Käffern auf gewissen Bahnlinien zu bezahlen. Und zudem wurden einige Schalter derart degradiert ,dass man dort kaum noch Warten mag, weil so viele Leute dahin gehen…

Und so was nennst du also Serviceausbau? Kommt mir vor, wie die Migros, die eine reine Sparaktion gegen die Kunden “umweltschutzaktion” nennt!

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Gumbo März 15, 2010 um 23:27

Sandra-Lia
Die Bahn (nicht die SBB) hat noch nie soviele Personen-Kilometer angeboten in ihrer Geschichte in der Schweiz.
Wovon du sprichst ist der Verkauf. Selbstbedienung ist auf Druck der Politik und der Kunden, die lieber günstige Tarife wollen, entstanden, denn es lohnt sich nicht, Schalter ohne Umsatz zu betreiben.
Die Automaten in den Käffern sind alle durch die modernsten ersetzt worden. Du redest noch von den über 20-jährigen, die es gar nicht mehr gibt. Soll etwa die Migros wieder die Ladenbedienung einführen? So wie im Reformhaus, wo die Preise dann auch gesalzen sind.
Du und unsere bürgerlichen Politiker sind ja wohl nicht gewillt, höhere Preise für einen ausgebauten, persönlichen Verkauf zu bezahlen.
Von Umweltschutz redet die Bahn nicht. Dies ist Sache der Konsumenten und der Politik.
Tatsache ist, dass heute mehr Leute denn je die Bahnen benutzen.
Piero
Das Geld für den von dir geforderten Ausbau müsste der Bund und die Kantone als Kredit zur Verfügung stellen. Ohne Kapital geht nichts.

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Danilo März 16, 2010 um 08:59

@Gumbo: Nein, diese “Automaten in den Käffern” wurden eben noch nicht alle ersetzt. Wo ich wohne (3000 Einwohner und Pharmaindustrie) steht noch einer der alten Automaten mit Knöpfen für die Zonen und die grössten Ortschaften wie Zürich oder Basel. Es werden nur Kleingeld und 20er-Nötli akzeptiert, mit einem 10ner ist man aufgeschmissen. In Burgdorf Buchmatt steht sogar anstatt einem Billett-Automaten ein Parkautomat. Nebendran hat es eine Preisliste damit man den Betrag passend(!) und ohne Rückgeld einwerfen muss. Wenn man dann den grünen Knopf drückt, erhält man ein Zugticket, auf welchem steht, man solle es gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe legen.

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Piero März 16, 2010 um 08:44

@Gumbo

Damit wir uns verstehen: ich fordere keine gewaltige Ausbauten – sondern lediglich, dass man flaschenhälse kontinuirlich beseitigt. Und vorallem keine neuen schafft: zb in der Ergolzlinie im Baselbiet bei Liestal, Ausgang Adlertunnel: Sowas ist einfach totaler Schwachsinn, hätte man dort bereits von Anfang an Kreuzungsfrei gebaut, hätte man heute bereits das eine oder andere Trassee mehr durch eine der dichtbefahrendsten Strecken.

Was die Automaten angeht:

Das würde ja gehen, aber bei uns steht zb nur ein Automat für den Tarifverbund, ich kann also in meiner Ortschaft kein Ticket für eine schweizweite Fahrt erwerben. (Abgesehen davon, dass man nicht mal Notengelder zur Bezahlung verwenden kann).

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Sandra-Lia März 16, 2010 um 11:34

Ja, in Langendorf steht auch noch so ein alter Automat, an der gesammten Strecke von Solothurn über Moutier nach Biel/Bienne stehen solche Automaten, Auf der Strecke von Pontrut nach Delle stehen ausser in Delle überall solche Automaten, auf der Strecke zwischen Laufen und Basel ausser in Dornach und Arlesheim ebenso, auf der Strecke zwischen Läufelfingen und Olten ebenso, auf der Strecke Burgdorf Solothurn ausser in Burgdorf und Solothurn auch.. Weitere Beispiele gefällig??

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Sandra-Lia März 16, 2010 um 11:37

Ach ja, ich wär sehr wohl bereit, mehr zu bezahlen, wenns wieder Service gäb. Übrigens: In Frankreich kostet die Fahrerei mit der Bahn (sauf TGV) viiieeel weniger, als in der Schweiz, obwohl sie bei der SNCF sehr gut verdienen, in jedem Zug zwei Schaffner, zwei Lokführer haben, und in den meisten sogar drei bis vier Schaffner… (das bei einem Lohn von 29 Euro pro Stunde und mehr, und bei einer maximalen Arbeitszeit von 32h pro Woche und weniger!!!) Und was die Migros angeht: Ich will Serivce, nicht wie in einer Apotheke, aber wieder jemand im Raion und Preise am Produkt! Das ist das mindeste!

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Gumbo März 16, 2010 um 12:49

Die SNCF ist vermutlich auch besser subventioniert. Die Gewerkschaften zwingen die Bahn, so-und-soviel Personal zu beschäftigen. Rentieren tut dies SICHER NICHT.
Die alten Automaten, die Sandra-Lia auflistet, stehen an Privatbahnen, z.B. RM-BLS. Diejenigen der SBB werden laufend ersetzt. Du nenntst Münchenstein: Dort steht ein neuer.
Du nennst Buckten BL? Ein neuer. Geh doch mal nachsehen!

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Gumbo März 16, 2010 um 14:08

Sandra-Lia Ifanger?
Alternative Linke der Schweiz? oder Parteilos?

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Sandra-Lia März 16, 2010 um 14:25

Gumbo, die SNCF ist sicher besser subventioniert. Aber macht ja auch nix. Die Autofahrer sollen gefälligst für ihren Unsinn Umweltfreundliche Technologie fördern! Ich wusste nicht, dass die Strecke von Sonzeboz nach Biel der BLS gehört. (Gehört sie sicher nicht!!) und die von Delle nach Pontrut gehört auch nicht der BLS. Und die Strecke von Läufelfingen nach Olten gehört garantiert nicht der BLS! Ist es doch DIE Stammstrecke der SBB! (Gegründet von der Centralbahn!!)

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Sandra-Lia März 16, 2010 um 14:27

Ach, ich gehöre momentan keiner Partei an, das finde ich, ist die Ehrlichste Art, Politik zu machen. So muss ich ned reine Partei-Politik machen, sondern kann meine Anliegen, die teilweise nicht in die Linke Ecke passen, besser vertreten. Falls es interessiert: Zb. bin ich gegen EU-Beitritt, ich bin für mehr Repression gegen Straftäter und für mehr Sicherheit.. nur um einige Eckpunkte zu nennen, die nicht in die Linke Ecke passen.

Antworten

ChliiTierChnübler März 17, 2010 um 10:47

Ich kam via Tageskarte erst auf den Geschmack wieder Zug zu fahren, nachdem ich Jahrelang Auto fuhr, weil ich im Zug nach Biel zum Freund oft belästigt wurde am Abend. Dank der Uni-Tageskarte fing ich wieder an, vermehrt Ausflüge mit dem Zug zu machen und eine Vorlesungs-freien Tag unter der Woche zu nutzen, um andere Städte zu besuchen und Ausstellungen anzusehen. Dazu steht man früh auf und nimmt einen frühen Zug, das liegt in der Natur des verplanten freien Tages :)
Jemanden zu verbieten, zu bestimmten Zeiten zu fahren ist ein Witz. Somit dürften auch keine Rentner mehr ihr GA nutzen zu Pendler- und damit Arbeitswegzeiten. Hui, schlagen Sie das mal vor, das gibt ne Protestwelle. Jeder Tageskärtler ist ein potenzieller GA-Besitzer. Vergesst das nicht. Bei mir war das auch so. Also Doppelstöcker auf allen Strecken und das “Problem” ist eine Weile entschärft.

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Gumbo März 19, 2010 um 17:56

Genau, Doppelstöcker auf allen Strecken!
Kostet ja nichts. Und Herr Meyer nimmt also seinen Zauberstab, sagt Abrakadabra, und schon stehen die neuen Wagen auf dem Gleis.
Nein, bitte, bei soviel Stammtisch-Naivität bekomme ich Tränen.

und die neuen Wagen fahren dann in den Randzeiten noch leerer als heute in der Schweiz herum.

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Brummbaer März 21, 2010 um 04:41

@Gumbo Danke. Übrigens für alle die hier mit Billigen Tarifen etc. kommen. Ich finde das mit 9 Uhr bei der Gemeinde Tageskarte auch nicht gerarde das Gelbe vom Ei. Das mit der Tariferhöhung geht für mich so in Ordnung. Es geht damit nämlich darum, das die SBB sich nicht mit den eigenen Produkten zu sehr konkurenziert. Sprich der Endpreis der Gemeinden damit zu sehr von der von der 9 Uhr Tageskarte abweicht.
2. Solche Preisdifferenzen gem Tageszeiten ist auch von der Politikk gewünscht. Sprich Stehplätzen in der Rush Hour (lieber solche Lenkungsmassnahmen statt Ausbauch) Da ist die grosse Volkspartei mit dem S vornedran ganz gross wenn es ums verhindern von nötigen Krediten geht.
3. Die Bahnen in der Schweiz sind gezwungen Gewinn bzw. mind. eine Schwarze Null zu schreiben . (Privatbahnen gehören meist Kantonen und Gemeinden)
Die Privatisierung der SBB war Politik gewollt. (also auch vom Volk gewollt) und der Auftrag ist klar, Gewinn oder zumindest Schwarze Null und Marktwirtschaftlich bleib da der Bahn nix andres übrig als Schalter zu schliessen, Bahnhöfe zu Haltestellen umzubauen, Preise zu erhöhen etc. oder wollte ihr lieber günstig Fahren dafür wieder Stunden Takt.
@ sandra lia Die SNCF ist nur so günstig weil sie auf ihren Randlinien nur einen 2 Stundentakt oder noch weniger Züge anbietet ;-)

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Sandra-Lia März 21, 2010 um 08:28

Gumbo, das Wort Takt und SNCF ist eher unwarscheinlich.. Ich hab ja mal Bericht über die SNCF gemacht. Auf einigen wenigen (SIC) Linien gibts Takt, sonst fahren sie wie kraut und Rübe, mind. 3 mal am Tag, und in wenigen sehr kleinen Orten 1 mal am Tag. Dafür mit zwei Lokführer und zwei Schaffner in jedem Zug!

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Marcel Mai 27, 2011 um 18:08

Hallo
Hab eine Frage:
Ist der Tagesklassenwechsel für 40 Fr. auch mit einer Tageskarte Gemeinde gültig?

Antworten

Alain Mai 27, 2011 um 21:35

Zu einer Gemeinde Tageskarte kann ein Tagesklassenwechsel gelöst werden.

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