Die Transsibirische Eisenbahn ist die längste durchgehende Eisenbahnverbindung der Welt und die Hauptverkehrsachse von Russland. Google ist die grösste Suchmaschine der Welt und versucht, so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Die Zusammenarbeit dieser beiden Unternehmen führt nun dazu, dass wir kostenlos mit der Transsib mitreisen können.

Eine junge Passagierin an Bord der Transsib
Bild © (cc) Piero Sierra (flickr.com)
9288 Kilometer. Eine stolze Zahl! So lang ist die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn zwischen Moskau und Wladiwostok. Zum Vergleich dazu: Das Schweizerische Schienennetz hatte im Jahr 2004 gerade einmal 5’035 Kilometer vorzuweisen.
6 Tage. So lange dauert die Reise von der russischen Hauptstadt in die Grossstadt am Japanischen Meer. Eine Reise durch sieben Zeitzonen.
Nur wenige Schweizer haben diese Reise bisher gemacht. Unter ihnen zum Beispiel das bloggende Eheteam Judith und Sam Steiner. Die beiden starteten im Oktober 2009 zu einer mehrmonatigen Asienreise. Die Reise begann mit der transsibirischen Eisenbahn in Moskau. Mehr dazu auf der äusserst empfehlenswerten Webseite www.orientimpress.net. Dort findet ihr viele Texte, Bilder und Videos von Steinis bis anhin extrem interessanten und spannenden Abenteuern. Viele ihrer Artikel habe ich auch schon in meinen Wochenrückblicken verlinkt.
Was hat Google damit zu tun?
Der Konzern hinter der grössten und bekanntesten Suchmaschine der Welt ist bekannt dafür, alles auf der Welt erfassen und der Weltöffentlichkeit zugänglich machen zu wollen. Die eigentliche Suchmaschine macht dabei nur einen Teil aus. Im Laufe der Jahre kamen nämlich noch unzählige weitere Dienste hinzu. Inzwischen
- macht Google eine Menge Geld mit AdWords und AdSense
- betreibt Google den Besucherzähler und -auswerter Analytics
- betreibt Google einen der weltbesten Emaildienste
- besitzt Google einen eigenen Internetbrowser
- kann man mit Google die Welt erkunden
- zeigt Google uns auch das Weltall
- zeigt Google uns auch den Meeresgrund
- können wir mit Google den Mars besuchen
- kann man mit Google durch die Strassen vieler Städte gehen
- kann man mit Google auch durch Fussgängerzonen gehen
- kann man mit Google auch über Skipisten fahren
- informiert Google seine Nutzer über neue Nachrichten zu von ihnen gewählten Stichwörtern
- durchsucht Google die auf dem eigenen Computer gespeicherten Dateien
- kann man bei Google einen Blog eröffnen
- bietet Google den Nutzern eine Kalenderfunktion an
- kann man bei Google Diskussionsgruppen zu allen möglichen Themen gründen
- kann man bei Google seine Fotos verwalten und bearbeiten
- kann man via Google auch telefonieren und chatten
- sammelt Google Informationen zum Gesundheitszustand der Nutzer
- scannt Google eine ganze Menge Bücher und stellt die Dateien der Öffentlichkeit zur Verfügung
- besitzt Google einen Nachrichtenaggregator, der auf diverse Medienwebsites verlinkt
- engagiert sich Google.org für karitative Einrichtungen
Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.
Quelle: Google-Unternehmensinformation
Ihr seht: Google versucht, möglichst viele Bereiche des täglichen Lebens abzudecken. Und oben erstellte Liste ist noch gar nicht vollständig!
Jetzt hat Google wieder einmal etwas neues gewagt. Das Unternehmen fuhr mit der weltbekannten Transsib mit und filmte die gesamte Reise. 150 Stunden Filmmaterial sind so zusammengekommen. An einem Stück sind das 6.25 Tage. Die gesamte Transsib-Reise eben.

Drei Reisende kurz vor der Grenze. Auf der selben Strecke, welche später auch von Google begleitet wurde.
Bild © (cc) Dave-Gray (flickr.com)
Dieses Filmmaterial wurde jetzt ins Internet gestellt. Jeder kann die Reise nun virtuell miterleben.
Wer möchte, kann dann auch gleich die typischen Eisenbahn-Geräusche einblenden, um die Sache noch realistischer zu machen. Oder man hört eine Vorlesung von Tolstois Krieg und Frieden, beziehungsweise Nikolai Gogols Toten Seelen. Auf russisch natürlich. Auch andere Lesungen und ein Radiosender stehen zur Auswahl in der virtuellen und doch echten Transsibirischen Eisenbahn.
Auf einer Karte sieht man dann jeweils auch gleich, wo man sich momentan befindet und mit einem Klick auf die blaue Linie wird das Video umgehend an die jeweilige Stelle vor- oder zurückgespult. Und rechts unten auf der Videoseite kann man aus einer Liste bestimmte Streckenabschnitte auswählen. Besonders sehenswert sind dabei jene Strecken mit einem weissen Stern auf orangem Grund: Die sind besonders eindrücklich und zeigen grossartige Landschaften.
Die müssen ja echt verrückt sein, drüben bei Google! ;-) Oder um es in einem Wort zu sagen: Abgefahren! Aber mir gefällts. In meinen Augen ist das noch eine witzige Idee. Und ich bin gespannt, was Google sich als nächstes einfallen lässt. Eine Eisenbahn wird’s wohl nicht sein, auch wenn sich zum Beispiel der Glacier Express oder der Shinkansen da super anbieten würden.
Wenn ihr nun Lust bekommen habt, auch mal ein Stück weit mit der Transsibirischen Eisenbahn mitzufahren, dann findet ihr die 150-stündige Aufzeichnung auf der folgenden Webseite:
http://www.google.ru/intl/ru/landing/transsib/en.html
{ 4 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Ich werd mir das voraussichtlich live geben, dieses oder nächstes Jahr.
@ Daniel:
Du Glücklicher! ;-) Wenn du möchtest, kannst du dann gerne auf schweizweit.net von deinen Erlebnissen und deiner Meinung über die Transsib erzählen. Zum Beispiel in einem Gastbeitrag. Würde mich freuen!
Habe mir etwa die ersten 15Min. und Teile weiterer Abschnitte angeschaut und werde in Zukunft sicher noch mehr reinziehen.
Coole Sache!
Die Vertonung stimmt aber überhaupt nicht überein.
Was mir noch aufgefallen ist, ganz am Anfang als der Zug abfährt, achtet mal, da laufen Zivilisten kreuz und quer über die Gleisanlagen. Unvorstellbar so etwas bei uns – Zum guten Glück!
@ Dani:
Beim Ton habe ich die leichte Vermutung, dass es so ungefähr eine 10-Minuten-Schleife ist… :)
Ja, das fand ich auch krass! Im Moskau und noch irgendwo bei einem Unterwegsbahnhof liefen die Leute direkt am Zug vorbei und über Gleise hinweg. Und alles sah so ganz selbstverständlich aus. Scheinbar ist dies dort tatsächlich gang und gäbe.
Da müsste man wohl Sam und Judith mal fragen, ob sie es auch so erlebt haben auf ihrer Reise… (Also falls ihr hier mitlest, bin ich gespannt auf eure Antwort.)