Schön, zu sehen, dass es auch mal umgekehrt sein kann… ;-)
Vor ein paar Tagen, als ich Feierabend hatte, ging ich noch rasch ins SBB Reisebüro. Seit neustem verkaufen die dort die sogenannte Smartbox. Bereits in der Vergangenheit hatte ich mit dieser idealen Geschenkidee sehr gute Erfahrungen gemacht, und nun steht wieder mal ein Fest vor der Türe. (Offiziell lautete die Einladung auf “Geburtstagsfest”, aber wir vermuten mal fast eine Verlobung dahinter; bin gespannt! Jedenfalls dauert es zwei Tage…)
So ging ich also ins Reisebüro und verlangte so eine Schachtel. Die Angestellte freute sich darüber, doch ich merkte relativ rasch, dass sie unsicher war beim Verkauf dieses Artikels. Gleich darauf gesellte sich dann die Lehrtochter hinzu. Die wusste dann schon sichtbar besser Bescheid.
Zusammen suchten die beiden dann die Verkaufsunterlagen und das Handbuch hervor. Schritt für Schritt gaben sie dann im Computer die benötigten Zahlen, Codes und Angaben ein und bereits nach wenigen Minuten hatte ich die Smartbox in der Hand. (Ich wusste bis anhin gar nicht, dass der Verkauf einer Smartbox so komplex ist.)
Natürlich entschuldigte ich mich dann auch ganz höflich für die Umstände, die ich den beiden bereitete. Eigentlich wollte ich ja nur rasch so eine Box holen, schlussendlich aber habe ich die Hälfte der Reisebüro-Belegschaft gleich für etwa acht, neun oder zehn Minuten beschäftigt. Und das, während hinter mir in der Sitzecke bereits der nächste Kunde wartete. (Ebenfalls ein Zugbegleiter aus meinem Depot.)
Interessant: Die Lehrtochter wusste haargenau, was zu tun ist und wo man was im Computer eingeben muss und erklärte es der regulären Mitarbeiterin geduldig. Dies spricht einerseits natürlich für den Einsatz von Lernenden in Unternehmen, andererseits natürlich auch ganz speziell für die besonders gute Ausbildung der Lernenden beim Ausbildungsverbund login, dem die SBB angehört.
Was ich damit sagen möchte:
Ein “Stift” kostet das Unternehmen nicht nur, sondern bringt auch einen gewissen Nutzen. Der SBB muss man das nicht sagen. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man dort als Lehrling sehr geschätzt und warmherzig aufgenommen wird. Doch leider gibt es immer noch viele Unternehmen da draussen, die den Wert von Lernenden nicht erkennen. Oft heisst es, diese seien zu teuer oder würden zu viele Personalressourcen (Ausbilder) verbrauchen, oder sie seien “eh immer in der Schule”.
Langfristig gesehen lohnt sich der Einsatz von Lernenden jedoch, davon bin ich überzeugt. Und das gestrige Erlebnis hat meine Überzeugung bestärkt.

{ 2 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Kommt immer ganz auf den Typ an, ich beobachte in letzter Zeit (seit etwa 2-3 Jahren) aber eher einen Negativtrend. “Checker” scheinen nicht mehr so “In” zu sein.
Ich war bis 2008 Stift und danach hatte ich selbst einen Stift zu betreuen, der sich zwar bemühte aber doch nichts auf die Reihe brachte…
Hier wird auch ein anderes Thema angeschnitten: Je länger je mehr wird der Bahnschalter zum profitorientierten Kiosk, Konzertbillette, Lose, Western Union, Flugreisen, etc, immer mehr muss ein Verkäufer wissen. Dass hier das Kerngeschäft, die kompetente Beratung und der Billettverkauf, unter die Räder kommt, liegt auf der Hand. Billettlösen am Schalter kostet jetzt sogar!! Bei Auslandbilletten musst du eine Buchungsgebühr blechen. Bei kleinen Bahnhöfen verpassen die Reisenden ihre Züge, weil in der (ewigen) Warteschlange vor ihnen wieder mal jemand etwas hat, wie oben beschrieben. Es wird dir kommuniziert: Kauf lieber nur ein Rubbel-Los, da verdienen wir wenigstens was daran.
Da fragt sich schon mal ein Kunde, wenn schon alles via Internet bestellt werden sollte, fliegt er lieber, denn dort ist es ja auch so, dass es keine Beratung mehr gibt.