Chinesische Mentalität: Je länger je mehr auch bei uns?

von Andreas Hobi am 12. Januar 2010 · 16 Kommentare

Meine Arbeit würde ich als sehr interessant bezeichnen. Unter anderem auch deshalb, weil ich die Interaktionen zwischen den Fahrgästen immer wieder auf eine gewisse Art und Weise faszinierend finde.

Besonders interessant ist es, zu sehen, wie sich die Mentalität der Menschen scheinbar über die Jahre hinweg verändert.

Ich selber bin erst seit 9 Jahren bei der SBB, davon 6 Jahre beim Zugpersonal. Aber aus Gesprächen mit Arbeitskollegen erfahre ich immer wieder, wie gewisse Sachverhalte früher waren und kann diese mit der heutigen Zeit vergleichen.

In China for 10 Days...
Bild © (cc) babasteve (flickr.com)

Wie man sich früher beschwerte

Es ist Dienstag, der 12. Januar 1999. Wir befinden uns in einem Intercity von Zürich nach Bern. Herr Schieferli arbeitet als Single Manager Hedge Funds Product Delivery bei einer Schweizer Grossbank. (Der Name ist fiktiv, die Jobbezeichnung hingegen gibt es wirklich!) Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem das Erstellen von Verkaufsunterlagen für neue Hedge Funds-Produkte und die Bereitstellung von Informationen über die Performance der Funds relativ zu ihrem Marktumfeld.

Aufgeregt und lautstark telefoniert SMHFPD Schieferli mit einem internen Kunden. Zwei Abteile hinter ihm sitzt Herr Messerli. Er arbeitet als Business Analyst im Change Management einer grossen Schweizer Telekomfirma. Messerli arbeitet unter anderem an der Analyse von Prozessen, Organisationsstrukturen sowie strategischen und kulturellen Aspekten der Organisationsentwicklung. Er ist in seine Unterlagen vertieft.

Schieferli telefoniert lautstark, Messerli muss sich konzentrieren. Das birgt Konfliktpotenzial.

Fünf Minuten später hat BAiCM Messerli genug. Er geht zum SMHFPD und bittet ihn darum, sein Gespräch in einer reduzierten Lautstärke fortzuführen. Es sei ja nicht nötig, dass er gleich den ganzen Zug unterhalten müsse. Der Banker Schieferli zeigt Verständnis für das Anliegen und setzt sein Gespräch draussen auf der Plattform fort, so dass Messerli sich auf seine Unterlagen konzentrieren kann.

Wie man sich heute beschwert

Zehn Jahre sind vergangen. Es ist der 12. Januar 2009. Ein wunderschöner Montagmorgen in Zürich. Nur die tiefe Temperatur von -6°C macht den Pendlern zu schaffen.

In der Zwischenzeit haben Schieferli und Messerli Karriere gemacht. Beide sind mit dem Zug auf dem Weg zur Arbeit.

Messerli, der früher bei der Telekommunikationsfirma gearbeitet hat, durchlief in der Zwischenzeit diverse Weiterbildungen im Bereich Projektmanagement und arbeitet heute bei einem Logistikunternehmen.

Ein paar Abteile vor ihm sitzt Schieferli, der heute bei einem Versicherungskonzern arbeitet und in den vergangenen zehn Jahren diverse fachspezifische Ausbildungen – unter anderem bei der CAIA Association – durchlaufen hat.

Diesmal ist es Messerli, der am Hörer hängt. Mit gefühlten 80 Dezibel unterhält er sich mit seinem Chef. Schieferli freut sich gar nicht darüber.

Doch einfach zum Handyfonierer hingehen und ihn um ein bisschen mehr Ruhe bitten? Das geht natürlich gar nicht! Nein, Herr Schieferli wartet lieber 15 Minuten. Denn genau so lange dauert es, bis der Zugbegleiter im Wagen ankommt.

“Sie Herr Kondukteur! Huhu! Hallo! Do bin i! Ja, do in dä Mitti! Ja jetzt hörend Sie doch uf mit däre Kontrolle und chömend Sie rasch zu mir!”

Der Kondukteur wundert sich über das Herumschreien dieses Fahrgastes und geht zu ihm hin.

“Wiä chan i ihne behilflich sii?”

“Jetzt losend Sie mol zue, jo also nei Herr Kondukteur, so wiä dä da vorne telefoniert, in derre Luutstärki, also nei, das gaht doch jetzt würkli nöd! Jetzt schalten Sie doch dem Arschloch sis verdammti Mobile Phone ab, das isch ja nöd zum ushalte so öppis, ja machend Sie doch endli öppis dagege!”

Während der Zugbegleiter die 4 Meter nach vorne zum telefonierenden Fahrgast geht, schütteln zwei andere Reisende die Köpfe. Dem Zugbegleiter ist nicht klar, ob dieses Kopfschütteln dem Messerli oder dem Schieferli gilt.

Auf jeden Fall ist jetzt Ruhe. Kondukteur sei Dank.

Und was hat das mit China zu tun?

Wie ich gehört habe, ist in China die indirekte Kommunikation sehr ausgeprägt. Selten hört man ein klares “Ja” oder “Nein”, häufiger liegt die Antwort irgendwo dazwischen. Eindeutige Zu- oder Absagen entsprechen nicht der chinesischen Mentalität. Und nie würde ein Chinese einen Mitmenschen direkt kritisieren, viel eher wird das auf Umwegen gemacht.

Beispiel: Der Chef eines Restaurants ist mit der Arbeitsleistung einer Serviertochter nicht zufrieden. Sie arbeitet ihm einfach zu langsam. In der westlichen Welt würde der Chef nun mit der Angestellten das Gespräch suchen, nicht so in China. Dort wendet sich der Restaurantsbesitzer an seinen Koch und teilt ihm mit, was ihm an der Serviertochter nicht gefällt. Dieser wird nun in der nächsten Zeit, bei einer passenden Gelegenheit, diese Kritik so sanft als möglich an seine Arbeitskollegin weitergeben. Indirekte Kritik. Made in China.

Ganz ähnlich, wie ich es in letzter Zeit je länger je mehr auch in den Zügen beobachte. Immer häufiger werden wir von Fahrgästen gebeten, einem anderen Fahrgast dies und das auszurichten und dafür zu sorgen, dass der andere Reisende dies und das unterlässt. Selbst dann, wenn der “Übeltäter” nur drei Meter entfernt sitzt und teilweise sogar alles mithören kann.

Ich habe ja schon davon gehört, dass China einen immer grösseren Einfluss auf die westliche Welt hat. Aber dass wir bereits so weit sind… ;-)

Weitere chinesische Eigenheiten

Wer weiss, welche chinesischen Eigenheiten wir als nächstes übernehmen werden.

Die wohl bekannteste Eigenart ist die, bei Fragen keine Schwächen zu zeigen. Wer einen Chinesen nach dem Weg fragt, wird von ihm IMMER eine Antwort bekommen. Unabhängig davon, ob er den Weg auch tatsächlich kennt. So kann es durchaus mal geschehen, dass man in die falsche Richtung geschickt wird.

Eine andere Eigenart, die wir hingegen gerne übernehmen könnten, wäre die Lebenseinstellung der einfachen Landbevölkerung. Gemäss visitchina.de ist man dort klar der Meinung, dass man sich den Lebensumständen fügen muss, die einem aufgezwungen werden. Beispiel: Durch eine Überschwemmung, einen Taifun oder ein Feuer verliert ein Bauer all sein Hab und Gut. Doch schon am nächsten Morgen beginnt er an der gleichen Stelle alles wieder aufzubauen. Und dies, ohne zuerst nach anderen Schuldigen zu suchen oder den Staat für die Naturkatastrophe verantwortlich zu machen (wie zum Beispiel in Amerika üblich).

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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Annubis Januar 12, 2010 um 12:31

ich glaube das hat nichts mit chinesischer mentalität zu tun. wie in deinem beispiel von 1999 – wenn man damals jemand kritisiert oder im zug zurecht weisst, dann war das ok. da hat man dem anderen anständig seine kritik gesagt und gut wars.

heute aber muss man vorsichtig sein was man sagt. ich habe schon mehrmals im zug erlebt, dass ein passagier nen rumbrüller/telefonierer – ihn auf seine lautstärke aufmerksam machte. der telefonierer legte das tel weg – schrie den anderen fahrgast an “ich schlitz dich auf du sau “… usw wurde dann gesagt – und dann wurde weiter laut telefoniert. und als dann dieser mann sich beim kondukteur beschwerte sagte dieser “da kann man nichts machen”.

das agressionspotential ist ziemlich gestiegen, darum lässt man lieber den kondukteur die arbeit machen als ne faust im gesicht zu riskieren….

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Andreas Hobi Januar 12, 2010 um 12:35

@ Annubis:
Daran könnte es natürlich auch liegen.

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Martin Januar 12, 2010 um 14:31

Guter Beitrag. In Asien darf man generell nie das Gesicht verlieren. Wahrscheinlich haben diese, ich verwende mal die deutschen Berufbezeichnugen, Verkäufer und Kundenbetreuer Kurse besucht wie man mit asiatischen Kunden umgeht.

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mike Januar 12, 2010 um 17:51

Leider leben wir in einer Gesellschaft, wo das Aggresionspotential steigt und die gegenseitige Rücksichtsnahme sinkt. Sind wir doch ehrlich: Wenn ich als Fahrgast einen anderen Fahrgast auf sein Fehlverhalten (hier zu lautes Telefonieren) aufmerksam mache, dann wird er in zwei von drei Fällen sich weigern. Wenns “gut” läuft, kommen Reaktion a la “Sie haben mir nicht zu sagen, wie ich zu telefonieren habe”, oder “ist mir doch egal”.
Wenns schlecht läuft, darf ich mit Beschimpfungen, etc. rechnen. Dieses Risiko eines Konfliktes wollen die Leute nicht eingehen, und da der Kondukteur nach wie vor mehr Respektsperson ist, als der gewöhnliche Fahrgast, lässt man ihn die Konflikte lösen. Von einem Kondukteur lassen sich die Leute eher was sagen als von einem Fahrgast.

Mir passierte mal was ähnliches:
Ich fuhr mal vor ein paar Jahren in einem IR Zürich-Locarno. In meinem Wagen sassen zwei junge Leute, die so laut Musik hörten, dass der ganze Wagen “mithörte”. Da ging einer hin, bat sie die Musik leiser zu stellen. Keine Reaktion. Geht der gleiche Mann nochmals, diesmal heftiger: “Gopferteli, steled sie ändli d’Musig ab”. Die beiden lachten (!) ihm ins Gesicht. Fahrgast hollte darauf hin den Kondukteur. Der kam und sorgte für Ruhe. Kaum hatte der Kondukteur den Wagen verlassen, wurde die Musik wieder eingestellt!

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Andreas Hobi Januar 12, 2010 um 18:02

@ Mike:
Das Problem ist vielleicht auch, dass Jugendliche, die laut Musik hören, ganz genau wissen, dass die anderen im Grunde genommen gar nichts tun können. Wer ihnen einfach den Radio wegnimmt oder die Musik eigenhändig leiser stellt, macht sich fast schon strafbar. Nicht mal wir Zugbegleiter dürfen das.

Und einfach aus dem Zug schmeissen, das geht auch nicht. Solange sie ein gültiges Billett haben, würde die SBB nicht dulden, dass wir ihnen die Fahrt verweigern. Auch wenn auf der Hausordnung steht “Den Anordnungen des Personals ist Folge zu leisten.” (Ich kenne einen Kollegen, der hat mal einen Jugendlichen wegen zu lautem Radio rausgeschmissen. Sein Chef hatte keine Freude.)

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Michu Januar 12, 2010 um 22:23

Auf der Maturreise machten wir jedenfalls auch nicht gerade eine leise Party im Nachtzug, worauf uns die Wagenbegleiterin etwa alle 5 Minuten drohte uns rauszuwerfen. Wie sieht das ganze eigentlich im nahen Ausland aus?

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Andreas Hobi Januar 13, 2010 um 02:52

@ Michu:
Keine Ahnung. Ich würde es aber nicht drauf ankommen lassen. :)

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Sandra-Lia Januar 13, 2010 um 10:45

Haja, das ist halt genau der Punkt! Heute kann man nicht mehr Durchgreifen, weil die Idioten die Gesetze zu einem Wässerchen ohne jede Wirkung degradiert haben. Dazu kommt, dass die meisten Menschen nichts mehr zu verlieren haben. Übrigens: So was riecht immer stark nach Krieg.. denn solche Situationen sind üblicherweise deutliche anzeichen, dass es bald eine Revolution geben kann… freuen wir uns doch darauf! *sarkasmus ende*

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Gumbo Januar 13, 2010 um 11:19

Andreas
heute ist es zunehmend wichtiger, dass das Personal im Sinne der anständigen Reisenden eingreift, da die soziale Kontrolle unter den Reisenden selbst nicht mehr greift. Ich bin jeweils der einzige, der den im Vorraum stehenden Reisenden mit 2.-Klasse-Billett sagen muss, sie sollen den Türkontakt nicht dauernd treten. Andere denken wohl, sie wollen sich nicht exponieren.
Einmal rauchte ein Jugendlicher in der S-Bahn. Ich sagte: Hier ist imfall Rauchverbot. Da rastete er einfach aus, schrie herum, deckte mich mit primitiven Flüchen ein und dachte nicht daran, seinen Kotzbalken auszulöschen.
Michu:
Ausgerechnet im Nachtzug eine Party?? Das ist voll Ego. Euch kam wohl nicht in den Sinn, dass es a) eine Hausordnung gibt, und b) die meisten Mitreisenden ein Anrecht auf Ruhe und Schlaf haben. EINE Zurechtweisung seitens des Personals sollte so klugen Leuten wie Maturanden eigentlich genügen. Im Ausland wird übrigens viel öfter die Polizei geholt, wenn das Personal nicht weiterkommt.

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Gumbo Januar 13, 2010 um 12:51

Andreas:
Die Reisenden verlieren ihr Recht auf Transport ganz klar, wenn sie den (berechtigten) Anweisungen des Zugpersonals nicht Folge leisten. Warum nicht mal einen Renitenten aus dem Zug weisen? Die Mitreisenden haben ein Recht auf gewissen Komfort und Schutz, und sie erwarten vom Personal angemessene Massnahmen. Dann ist halt der erwähnte Vorgesetzte einseitig auf der Seite des Problem-Kunden.
Mike:
Früher, als viel noch viel hemdsärmelig ablief und es auch noch ein Transportgesetz gab (das jetzt aufgehoben worden ist), gab es gegenüber jenen, die die Mitreisenden belästigten oder kein Billett und Geld hatten, noch griffigere Methoden. Ein alter Kondi erzählte mir mal, er hätte einem mit laut plärrendem Kofferradio nach mehreren vergeblichen Verweisen sein Lärmgerät genommen und aus dem Fenster geworfen.

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Tom Januar 13, 2010 um 18:47

Ich habe auch das Gefühl, dass das wohl weniger mit China und mehr mit dem höheren Gewaltpotential der Mitreisenden zu tun hat… Wenn ich riskieren muss, nach einer Bitte um leisere Beschallung zu Tode geprügelt zu werden, hole ich mir auch lieber Verstärkung in Form des Kondukteurs.

Und das mit dem Handy aus dem Fenster werfen gab es doch neulich irgendwo… Aber angezeigt wurde leider nicht die Ruhestörerin sondern der ältere Herr, der das Telefon aus dem Zugfenster entsorgte.

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Martin Januar 14, 2010 um 10:39

Leider wurde in den letzten 10 Jahren einiges verschlechtert. Die hoheitliche Befugniss wurde der Bahnpolizei übertragen und nun ist keiner mehr auf dem Zug der Fahrgäste aus dem Zug verweissen darf oder sonst wie Massregeln könnte. Entweder das Personal wartet mindestens 30 Minuten auf die Bahnpolizei oder, damit der Bahnbtrieb nicht zum erliegen kommt, unterlassen sie eine Intervention.

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Piero Januar 16, 2010 um 15:07

In jedem Wagen sollten 2 ramboähnliche, bis auf die Zähne bewaffnete Sicherheitskräfte stehen. Und wer sich nicht an die Richtlinien hält, dem helfe Gott, Allah, Buddha .. (oder wer auch immer)

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Gumbo Januar 18, 2010 um 10:05

Piero
Ich habe noch einen besseren Vorschlag. Unter jedem Sitz und auch im Gängli Klappen. Renitente Reisende können so mit einem Knopfdruck entsorgt werden.
Wie im Flieger: Hostess zu lärmenden Kinder: “Wenn ihr nicht ruhig seid, müsst ihr draussen spielen!”

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Martin Januar 19, 2010 um 02:53

So wie im Strassenverkehr, hinter jedem Versteck ein Polizist der nur drauf wartet bis einer einen banalen Fehler macht und dann gleich den Fahrschein für mehrere Monate entziehen. Dan hätte man sehr schnell Ordnung und Respekt auf dem Zug

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Christoph Februar 27, 2010 um 07:12

Also ich habe in einem Fernverkehrszug als Fahrgast auch schon daran gedacht ein älteres Ehepaar vor ihrem Ziel aus dem Zug zu bewegen.

Und zwar ging das so: Das Ehepaar belegte in der HVZ in einem Wagen mit Businessabteil nebst den beiden Sitzen für sich noch je ein Sitz für ihr Gepäck. Am nächsten Bahnhof war dann die Dame auf dem WC als ein Mann kam, welcher einen Sitzplatz suchte. Da sagte der Herr auf die Frage ob da noch einer frei sei, nein es sei belegt. Der Fahrgast insistierte nicht lange und setzte sich in ein anderes Abteil. Ich sprach dann den Herrn an und sagte ihm, dass er wohl kaum 4 Billette gekauft habe, und er somit die Plätze, welche mit Gepäck belegt waren, freizugeben hätte. Das passte ihm gar nicht und als ich ausstieg (ich sass im Zweierabteil daneben) packte mich der Herr am Ärmel und sagte: aber Sie haben auch 2 Plätze belegt, da erwiderte ich: nein der Platz gegenüber war IMMER frei. Wenn sich der Trottel da noch einen Kommentar erlaubt hätte, hätte ich wohl eines seiner Gepäckstücke geschnappt und es aus dem Zug genommen und dort gewartet bis der Zug abgefahren wäre….

Betreffend Rauchverbot: Da habe ich auch schon ganz radikal durchgegriffen. Einmal war in einem Triebwagen ein Fenster offen und ein junger Herr zündete eine Zigarette an. Ich sagte ihm, er solle sie auslöschen, da das Rauchen verboten sei und mich das störe. Da keine Reaktion kam, stand ich auf, ging hinüber und packte den Glimmstängel welcher aus dem Fenster wanderte. Was dem renitenten Fahrgast übrig blieb, war der Filter…

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