
Welcher Pendler kennt sie nicht: Katja Walder und ihre abgefahrene Kolumne im Blick am Abend (Ausgabe Zürich). Regelmässig erzählt sie uns dort von ihren Erlebnissen in der Zürcher S-Bahn, und dies auf eine sehr unterhaltsame, kurzweilige Art und Weise.
Dass ich als Bähnler und Zugbegleiter immer wieder mit grosser Freude und viel Interesse die Kolumnen lese, das versteht sich wohl von selbst.
Alles bisherige übertroffen hat dann aber die Kolumne vom Montag. Dort schrieb Katja Walder über Zugbegleiter. “Teufelskerle” nennt sie uns. Nicht weil wir des Teufels sind, sondern wegen unserer Leistung. In Zeiten, in welchen Zugbegleiter Mangelware sind und wir krampfhaft mindestens 125 neue Arbeitskollegen suchen, kam der Artikel natürlich wie gerufen!
Zugbegleiter sind Teufelskerle. Ehrenwort. Die habens drauf.
(…)
Und sie können einiges, was wir Normalos niemals hinkriegen würden: Sie wissen immer, wer ihnen das Ticket schon gezeigt hat. Auch wenn man sich während der Fahrt umsetzt, die Mütze auszieht oder den Pulli wechselt. Wie machen die das? Ich bin begeistert.
Ja, meistens wissen wir tatsächlich, wer uns das Billett schon gezeigt hat. Es ist sogar schon mehrmals geschehen, dass ich Reisende in meinem Zug kontrollierte, welche fünf, sechs Stunden zuvor in einem anderen Zug bereits meine Bekanntschaft machen durften. Einmal wusste ich sogar noch, woher sie kamen. Die Augen dieser beiden jungen Damen hättet ihr sehen müssen! :) Wie wir uns die Fahrgäste tatsächlich merken können, könnt ihr hier nachlesen.
Katja wundert sich dann auch darüber, dass wir innert Sekunden erkennen, ob ein Ticket tatsächlich gültig ist.
Wie registrieren sie das? “Ich habe gehört”, sagte neulich ein Kaputzenjäggli-Typ im Abteil gegenüber, “die schauen eine Woche lang nur auf das Datum und dann eine Woche lang nur auf das Foto.”
Naja, ganz so einfach machen wir es uns dann doch nicht! ;-) Diese Vermutung kann man also getrost unter den Urban Myths ablegen. Ich weiss, dass unter den regelmässigen Zugfahrern solche Geschichten kursieren, aber die allerwenigsten Kondukteure arbeiten so.
Viel eher muss bei mir halt einfach der “Gesamteindruck” stimmen. Dazu zählt nicht nur der Fahrausweis, sondern auch die Person, welche ihn in den Händen hält. Wenn jemand mit seinem GA nach dem Einsteigen zuerst drei, vier fast leere Wagen durchquert, um möglichst weit weg von meinem Einsteige-Ort zu sitzen, dann werde ich die Person mit Sicherheit genauer unter die Lupe nehmen als wenn sie einfach den mehr oder weniger am nächsten liegenden freien Platz in Beschlag nimmt.
Was ich euch auch nicht empfehle: Mit dem GA der Kollegin fahren, die im gleichen Zug sitzt; Sprüche der Mitreisenden nachmachen, wenn ihr zu viel getrunken habt; euch in immer wieder neuen Ausreden verstricken bis ihr durchschaut werdet; nach dem SBB-Bewerbungsgespräch schwarz fahren; eine Mehrfahrtenkarte fälschen; Ski fahren ohne Schnee; oder euch vom eigenen Sohn blamieren lassen!
Und die dürfen, was andere nicht dürfen. Sie dürfen die Fahrgäste im Ruheabteil laut dazu auffordern, ihre Tickets zu zeigen. Und niemand zischt und schaut böse.
Jaja, die Sache mit den Kontrollen im Ruheabteil… Katja Walder schreibt im Blick am Abend, niemand nehme es uns übel, wenn wir da mal akustisch die Billette verlangen. Dass dem eben nicht so ist, könnt ihr hier nachlesen.
Es ist mal wieder so weit
Heute Nachmittag gehts wieder los. Meine Tour führt mich von Chur über Zürich nach Luzern und zurück. Irgendwann mach ich noch einen kleinen Abstecher nach Buchs im St. Galler Rheintal.
Kurz vor 16 Uhr werde ich heute in Zürich eintreffen. Gerade rechtzeitig, um mir einen druckfrischen Blick am Abend aus der Box zu holen. Denn es ist mal wieder so weit:
Heute ist Katja Walder-Tag!
Auf ihre heutige Kolumne in der Zürcher Ausgabe bin ich sehr gespannt! Ich habe da was flüstern hören… ;-)
Den regelmässigen Lesern von schweizweit.net empfehle ich, euch einen Blick am Abend zu holen (geht auch online). Die heutige Kolumne dürfte euch interessieren!
Und die Leser von Katja Walder – welche durch ihre heutige Kolumne hier auf schweizweit.net gelandet sind – heisse ich herzlich willkommen und hoffe, dass ich euch mit diesem Artikel einen groben Überblick über meinen Blog liefern konnte. :)


{ 9 Kommentare… lies sie gleich hier unten oder schreibe einen }
Das war letztes Mal im Zug von Bern nach Burgdorf mir passiert. Ich sitze in der 1. Klasse im Businessabteil mit vielen Geschäftsleuten und als mit der Reisezugbegleiter sagte, dass ihm das GA nicht mehr zeigen müsse da er mich noch kenne. Habe dann aber ein paar böse Blicke zugeworfen bekommen, weil die sich sicher dachten, wie sich ein junger Freak dies sich leisten kann oder er eh schwarz fahre, was natürlich ich nicht mache….
Wen ich so tuhe als ob ich das Billet schon mal gezeigt habe, muss ich es meist nicht zeigen
@Andreas: was machst du eigentlich, wenn die Fahrgäste schlafen (oder zumindest so tun)?
@ Tom:
Wecken, was sonst? ;-)
Viele Leute jedoch kommen von selbst auf die Idee, dass sie auch einfach ihr Billett / Abo vor sich auf das Tischchen legen können, um nicht geweckt zu werden.
ich wurde neulich auch vom Kondukteur angetippt, weil ich eingenickt war xD
.. hübsche weibliche Fahrgäste weckt er mit einem Kuss auf :P
@ Andreas:
wird das wirklich oft gemacht? Überlege mir das auch fast jedes Mal, aber dann ist mir doch nie wohl dabei, mein GA offen rumliegen zu lassen während ich schlafe. Dabei ist ein Mittagsschläfchen im Zug doch so gemütlich, und aufgeweckt werden müssen unangenehm =(
@ trigger:
Bisher hörte ich jedenfalls noch nie von einem Fall, in welchem das Abo abhanden kam.
Würde mich freuen, wenn du mal noch Bänz Friedli erwähnen würdest. Der hat noch den ganzen Dezember lang täglich seine Kolumnen in der 20 Minuten. Seine Kolumnen von 1999 bis 2004 sind einfach Kult.