Da wäre sie mal wieder, die Diskussion um Reisende, welche sich mit Zweitklassbilletten in der ersten Klasse aufhalten. “Die SBB schlagen gern drauf” sagt der Tagesanzeiger und stellt sich hinter die Zweitklassreisenden, muss dann aber in einem weiteren Artikel zugeben, dass es auch in umgekehrter Richtung Beschwerden gibt: “Verständnis für das Verhalten des Kontrolleurs haben indes die 1.-Klasse-Kunden unter den Lesern.”
Via Twitter und Facebook wurde ich nun mehrere Male nach meiner persönlichen Meinung zu diesem Artikel gefragt.

Bild © (cc) Enzojz (flickr.com)
Ich denke, es braucht mehr Respekt von beiden Seiten. Der Kleinkrieg, der da manchmal in den Pendlerzügen tobt, gefällt mir gar nicht.
Tatsächlich ist diese morgendliche Völkerwanderung durch die erste Klasse zu einem nicht übersehbaren Problem geworden. Verständlich, dass sich die Reisenden in der ersten Klasse dadurch gestört fühlen.
Verständnis habe ich aber auch für die Zweitklassreisenden, welche Angst haben, ihre Anschlüsse zu verpassen. Wenn sich nun jemand in einem verspäteten Zug befindet, dann kann ich es ohne weiteres verstehen, dass man bereits vor Ankunft dafür sorgt, einen möglichst kurzen Umsteigeweg zu haben.
Es ist aber nicht immer die beste Lösung, deswegen gleich durch die erste Klasse zu gehen. Nehmen wir zum Beispiel Zürich HB: Wer dort umsteigen möchte, wählt am besten die Passage Sihlquai im Sektor C. Nicht nur befindet die sich bei den meisten Zügen auf Höhe der Zweitklasswagen; nein, seit dem Umbau kommt man dort auch deutlich rascher voran als in der Haupthalle. So zumindest meine Erfahrung. Denn die Haupthalle ist zur Hauptverkehrszeit so gestossen voll, dass man – wenn man in Eile ist – durchaus auch mal Gefahr läuft, mit jemandem beinahe zusammenzustossen.
In der Passage jedoch, die nicht durch Elvetino-Verkaufsstände, Flyer-Auslagen und dergleichen verstellt ist, kommt man extrem rasch von einem auf das andere Gleis.
Wer mehr bezahlt…
In der Diskussion bei Tagesanzeiger Online kamen Erstklassreisende mit dem Argument, sie würden mehr bezahlen und möchten deswegen nicht durch diese “Völkerwanderung” belästigt werden.
Man kann über die Leute, welche anscheinend ein bisschen mehr Geld haben, denken, wie man will. Aber: Auch sie sind Menschen, die es verdienen, respektiert zu werden. Und wenn ich dann sehe, wie die Zweitklassreisenden mit ihrer Wanderung es den Erstklassreisenden teilweise sogar verunmöglichen, sich bei der Ankunft in einem Bahnhof die Jacke anzuziehen, weil diese so gut wie gar keine Bewegungsfreiheit mehr haben, dann finde ich das einfach nicht mehr fair. Sowas darf in meinen Augen nicht sein.
Verständnis habe ich in solchen Fällen mit Fahrgästen, welche mir gegenüber damit drohen, ihr Geld inskünftig woanders liegen zu lassen und ihr Erstklass-GA nicht mehr zu erneuern. Noch mehr Kunden aber stossen eine ganz andere Drohung aus. Und auf die möchte ich nun im nächsten Kapitel eingehen. Denn von dieser Drohung wären auch die Zweitklassreisenden betroffen.
Überfüllte 2. Klasse
Was “überfüllte Züge” wirklich bedeutet, das würden die Zweitklassreisenden sehen, wenn einige der 1. Klasse-GA-Kunden ihre Drohung wahr machen würden: Häufig drohen sie nämlich damit, in Zukunft zweite Klasse zu fahren. Tatsächlich macht es wenig Sinn, mehr zu bezahlen, wenn man schlussendlich doch erst nach den Reisenden der zweiten Klasse aussteigen darf.
Mit ihrer täglichen Aktion schneiden sich also viele der Völkerwanderer schlussendlich ins eigene Fleisch. Denn wenn die heutigen Besitzer von Erstklass-Generalabos in Zukunft in der zweiten Klasse fahren, dann profitiert niemand davon, im Gegenteil.
Rücksicht auch von Seite der 1. Klasse
Nicht nur sollten die Kundinnen und Kunden der zweiten Klasse meiner Meinung nach ein wenig mehr Rücksicht auf die Mitfahrer in der ersten Klasse nehmen; nein, auch umgekehrt besteht da und dort noch Nachholbedarf.
Wieso zum Beispiel sollte ein Fahrgast aus der zweiten Klasse nicht auch die Toilette in der 1. Klasse benutzen dürfen, wenn diejenige im eigenen Wagen defekt ist? Ich persönlich habe absolut Verständnis dafür, wenn ein Fahrgast einfach das am nächsten liegende WC aufsucht, sobald seine Blase voll ist. Und wenn nun das nächste WC in der 1. Klasse ist. Jänu denn halt. Dadurch geht die Welt doch nicht unter.
Und auch wenn man eine dringende Frage an den Kondukteur hat oder die Zugbegleiterin auf etwas aufmerksam machen möchte: In einem solchen Fall kann man sich selbstverständlich jederzeit frei im ganzen Zug bewegen. Dafür wird mit Sicherheit niemand “gebüsst”. Ich hoffe, dass auch die Reisenden in der ersten Klasse dafür Verständnis zeigen.
Die Sache mit den Restaurants
Laut lachen musste ich, als ich die Behauptung mit dem Restaurant lass. Laut tagesanzeiger.ch hat sich ein Fredy Brülhart darüber beschwert, dass hungrige 2.-Klasse-Fahrende gar nicht mehr zum Speisewagen gelangen, wenn sich dieser zwischen zwei 1.-Klasse-Wagen befindet.
Was soll denn bitte dieser Chabis? So einen Gugus habe ich schon lange nicht mehr gehört! ;-)
Nichts liegt mir ferner, als Leute vom Konsumieren in unseren gastronomisch hochstehenden Elvetino-Küchen abzuhalten! Ich freue mich über jeden Gast, der in einem unserer Bistros oder Restaurants etwas trinken geht oder sogar eine warme Speise zu sich nimmt. Aktuell hätten wir übrigens unter anderem Rindsstroganoff im Angebot: Rindsstreifen an Rahmsauce mit Paprikaschoten und Champignons, serviert mit Reis. Hört sich köstlich an!
Deshalb: Nein, Herr Brülhart, wenn Sie auf der Suche nach dem Restaurant die erste Klasse durchqueren, wird Ihnen garantiert kein Zugbegleiter einen Zuschlag verrechnen. Da lege ich meine Hand für meine Arbeitskollegen ins Feuer. Sollten Sie trotzdem dafür bezahlen müssen, dass sie auf dem Weg zum Restaurant durch die “gehobenere Klasse” gegangen sind, dann wenden Sie sich bitte an mich, ich werde mich persönlich darum kümmern.
Übrigens: Glücklicherweise gibt es fast nur noch in den ICN die Situation, dass sich der Speisewagen / das Bistro innerhalb der ersten Klasse befindet. Und dann vielleicht noch im einen oder anderen kurzfristig zusammengesetzten (Extra-)Zug.
Aber wenn ich unbedingt den Anschluss erwischen möchte…
Von Zweitklassreisenden höre ich oft, dass sie nur in der ersten Klasse seien, weil sie unbedingt noch ihren Anschluss erwischen möchten.
Hier stellt sich einfach die Frage: Welchen Anschluss? Bleiben wir beim Beispiel Zürich. Die offizielle Umsteigezeit in Zürich HB beträgt 7 Minuten. Kürzere Umsteigezeiten werdet ihr für den HB in keiner Fahrplanabfrage finden. Bei einem pünktlich verkehrenden Zug ist es also absolut kein Problem, einen Anschlusszug zu erwischen. Selbst mit schwerem Gepäck, Kindern oder einer Gehbehinderung wird dies klappen.
Die sieben Minuten sind so berechnet, dass man die Anschlusszüge grundsätzlich selbst mit einer kleinen Verspätung erwischt. Und ausserdem: Die wenigsten Anschlusszüge verkehren exakt sieben Minuten nach planmässiger Ankunft. Oft sind es in Zürich um die 9 bis 14 Minuten für Anschlüsse an andere Fernverkehrszüge.
Und wer auf eine S-Bahn umsteigen möchte, sollte sich meiner Meinung nach sowieso nicht sorgen. Die fahren in der Hauptverkehrszeit ja alle paar Minuten. Ob ich in Zürich nun um 7:52 Uhr die S15, um 7:55 Uhr die S11, um 7:58 Uhr die S3 oder um 8:04 Uhr die S9 benutzen, um nach Altstetten zu gelangen, spielt nun wirklich keine Rolle. Ausser ich habe die Anreise so knapp geplant, dass dadurch mein Termin gefährdet ist. Aber dann muss ich die Schuld bei mir selbst suchen und nicht der SBB die Schuld geben, weil sie mich mit meinem Zweitklassbillett nicht in die erste Klasse gelassen hat.
Und wenn mein Zug dann WIRKLICH mal Verspätung hat (was hin und wieder vorkommt), dann habe ich auch keine Probleme damit, dass diejenigen Fahrgäste, welche es am eiligsten haben, in den vordersten Wagen gehen. Selbst wenn dieser Wagen dann halt 1. Klasse ist. Dafür verlange ich sicher keinen Zuschlag.
Fazit: Leben und leben lassen
So, lange Rede, kurzer Sinn: Ich wünsche mir mehr Toleranz auf beiden Seiten. Die Zweitklässler sollten Verständnis dafür zeigen, dass sich die Reisenden in der ersten Klasse von der Völkerwanderung gestört fühlen und die Erstklässler sollten ein Auge zudrücken, wenn jemand von nebenan die Toilette aufsucht, ins Restaurant geht oder bei einer überdurchschnittlichen Verspätung möglichst weit vorne aussteigen möchte.
Wie es ein anonymer Kommentar in einem früheren Artikel bei tagesanzeiger.ch formulierte:
Das einzige was ich hier aus dieser Diskussionsrunde heraushöre ist; ICH, ICH UND NOCHMALS ICH! (…) Mir scheint sogar, dass das Wörtchen RÜCKSICHTNAHME in einer neuerlichen Rechtsschreibe – Reform in den Fremdwörter – Duden verschoben wird (wenn nicht gleich komplet gestrichen). Erst kürzlich durfte ich wieder mit ansehen, wie einige RÜCKSICHTSLOSEN Leute (notabene aus allen Schichten) in den Zug stürmten, obwohl ein Service-Mitarbeiter darum gebeten hatte, dass er doch vielleicht erst noch den Rollstuhlfahrer ausladen dürfte… ICH, ICH UND NOCHMALS ICH!! Das einzige wie es scheint, das in der Schweiz noch Wert hat… ICH, ICH UND NOCHMALS ICH!!!
Wir möchten dir gerne die 10 besten Artikel von schweizweit.net senden! Bestimmt ist dort auch für dich etwas interessantes, spannendes oder amüsantes dabei.


{ 13 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Habe mir die Kommentare beim Tagi mal angesehen, es waren über 200. Der grosse Teil war infantil bis polemisch. Leute meldeten sich, die das Problem erst aus den “News” kennen und die Gelegenheit nutzten, mal der gehassten SBB wieder mal eins auszuwischen. Auch der Witzbold mit seinem ICN-Speisewagen war nicht lustig. Ist er denn schon mal auf seinem Weg in das Bistro gerüge worden? Wohl kaum.
Auch das Gejammer mit dem knappen Anschluss in Zürich hinkt meistens, denn wie Andi sagt, ist man ja in der Nähe der Unterführung. Bleibt das Tram. Ok, verständlich – aber – ich beobachte JEDEN Morgen folgendes Ritual:
1. Steigen etliche Leute täglich in die 1.-Kl.Wagen ein und stehen oder sitzen im Vorraum, der mit 1. Kl. angeschrieben ist. Es sind immer die selben, schon seit langer Zeit. Meistens sagt der Kondi nichts oder mahnt sie nur. Ganz selten werden sie zwei Wagen zurückgeschickt. So schlimm kann also das Problem nicht sein für diese Reisenden. Diejenigen, die ihre allmorgendlichen Wanderungen nach vorne machen, sind übrigens immer dieselben, ob der Zug pünktlich ist oder nicht.
Am Abend geht es gleich. Mann/Frau füllt mal die Plattformen der 1. Klasse. Gestern liess man mich kaum durch ins Abteil und fluchte mir noch nach. Die Kunden 1. Kl. müssen noch dankbar sein, wenn sie überhaupt in ihr Abteil gelangen können. Wenn dann der Kondi etwas sagt wegen der Klasse, wird er angegiftelt, auch wenn es klar ist, dass es vorne im Zug auch noch Sitzplätze gibt.
Der andere blöde Kommentar on-line war, dass man doch die 1. Klasse am Zugschluss des einfahrenden Zuges in Zürich einreihen solle. Dann sollen also die mehr bezahlenden Kunden den weitesten Weg laufen müssen? Vor allem im IR nach Luzern sowieso egal, denn diese Situation ist in Luzern ja genau umgekehrt, wenn der Zug die Fahrtrichtung wechselt.
Leider hat sich der Pressedienst auch nicht gerade klug geäussert…Wenn er den Kondi “pingelig” nennt, erreicht er beim Personal das Gegenteil, indem man dann sagt, ok, ich lasse die Leute in Ruhe, damit ich nicht auch noch “pingelig” genannt werde.
@Gumbo
Gut gebrüllt, Du bringst es auf den Punkt! Es sind immer dieselben! Jeden Morgen. Jeden Abend, immer. Es hat nichts mit Anschlüssen oder überfüllter Zweiter Klasse zu tun, sondern es ist Gleichgültigkeit, Egoismus, fehlender Anstand und Fremdwort Rücksichtsnahme. Es ist ein gesellschaftliches Problem, das sich auch andernorts äussert.
@Andi
Genau wie im Strassenverkehr müssen auch bei der SBB die bestehenden Gesetze und Weisungen durchgesetzt werden. Es liegt am Personal der SBB, welches meist wegschaut und (zu)viel Verständnis zeigt. Kein Verständnis zeigt es aber, wenn ich mein Erstklassabo bezahlen muss. Ich bekomme kein einziges Prozent Rabatt, weil ich permanent durch Zweitklässler belästigt werde! Für 60-70% mehr will ich einfach meine Ruhe vor dem Pöbel.
@bizfreak
Pöbel? Aber Hallo! Ich kann beispielsweise nichts dafür, dass ich mir als Student kein 1. Klass-GA leisten kann. Ich spaziere durch die erste Klasse, wenn ich im ICN keinen Platz in den zwei letzten Wagen finde, völlig normal und wenn ich sehe dass gerade jemand aufsteht verlangsame ich mein Tempo oder bleibe ganz stehen um nicht im Wege zu stehen. Ausserdem habe ich auch nichts dagegen wenn an mir 20 Leute vorbeigehen obwohl der 2. Klass-Gang schmaler ist und man durch grosse Taschen öfter belästigt wird, wenn man am Gang sitzt.
Sorry aber wenn 1. Klässler wirklich damit ein Problem haben, gehören sie nicht in den “öffentlichen” Verkehr! Dann steht ihr halt jeden Morgen ganz alleine im Stau :)
Zum Zürcher HB, es gibt noch einen Vorteil der Unterführung, man landet nicht so schnell in einem abgetrennten Modul und hier sage ich ganz klar, wenn es zwei fast leere 1. Klass-Wagen hat und einen vollen 2. Klass-Wagen, dann nehme ich mir einen Platz in der 1. Klasse und habe aber auch teilweise Verständnis wenn man mich um den Zuschlag bittet aber meist werden die Module nicht kontrolliert, eine Stunde im Gang stehen habe ich als Besitzer eines gültigen GAs nicht verdient, wenn noch genügend Platz in der 1. Klasse verfügbar ist.
Genau solche wie Du sind das Uebel des Problems. Wie selbstverständlich zahlen sie für etwas billiges, und nehmen sich dann das Teurere dafür. Schliesslich ist es ja nur ein Kavaliersdelikt, so wie vieles Anderes auch, weswegen wir auch diese Un- und Ueberzahl von Gesetzen haben, die gar nicht mehr durchsetzbar sind.
Schon mal im Flieger versucht, mit dem Holzklasseticket in die Erste Klasse zu sitzen, nur weil dort “gerade frei” ist? Schon mal einfach Nachbars BMW statt deiner Vespa genommen, nur weil der Nachbar den Wagen grad nicht braucht und er “frei” ist? Keiner kommt auf solche Ideen, weshalb also im Zug?
Der ÖV ist für alle da, die Erste Klasse aber nicht. Mit gleichem Recht könnte ich sagen: Wenn Du Dir als Student “nur” ein Zweitklassbillet leisten kannst, dann ist das nicht mein Problem, dann musst Du halt aufs Auto ausweichen, wenn es in der Zweiten Klasse zu voll ist.
Ich anerkenne, dass Du wahrscheinlich einer der rücksichtsvolleren und leiseren Spezies Zweitklässler bist, der sich bemüht, in der Ersten Klasse nicht unnötig aufzufallen. Leider bist Du damit allerdings eine aussterbende Gattung. Und es ändert nichts daran, dass Du nicht berechtigt bist, Dich in der Ersten Klasse aufzuhalten oder sie nur schon zu durchwandern. Denn als regelmässiger Pendler weisst Du ganz genau, dass in den ersten zwei Wagen sowieso kein Platz ist, Du könntest also direkt aussen um die Erste Klasse herumgehen und dort einsteigen, wo es Platz in der Zweiten hat.
Wie schon weiter oben erwähnt: Es ist ein Gesellschaftsproblem. Und wie stets wenn jemand etwas unrechtes tut, verteidigt er oder sie es auch noch.
Einige Punkte kann ich durchaus nachvollziehen aber bei anderen bin ich völlig anderer Meinung.
Da möchte ich doch noch was dazu beitragen:
>Genau solche wie Du sind das Uebel des Problems. Wie >selbstverständlich zahlen sie für etwas billiges, und nehmen sich >dann das Teurere dafür.
Natürlich nicht! Ich würde mich schon verziehen wenn ich NEBEN jemanden sitzen müsste, ich hatte damals sogar meine Stöpsel entfernt obwohl ich nicht laut Musik höre, sollte sich jemand beschweren, das war natürlich auch nur ein Mal und sicher nicht regelmässig!
>Wenn Du Dir als Student “nur” ein Zweitklassbillet leisten >kannst, dann ist das nicht mein Problem, dann musst Du halt >aufs Auto ausweichen, wenn es in der Zweiten Klasse zu voll ist.
Ja nee is klar, das Auto ist auch sooo viel billiger als der Zug… aber ich möchte “sehen” wie du schaust wenn ich mit meinen 10% Sehrest die Strassen unsicher mache und dann bist du als Fussgänger auch gefährdet aber das konntest du natürlich nicht wissen ;-)
>Denn als regelmässiger Pendler weisst Du ganz genau, dass in >den ersten zwei Wagen sowieso kein Platz ist,
Also mein Pendlerweg ist zwischen Biel und Grenchen (knapp 10 Minuten mit dem IR). Mein Freizeitverkehr trifft sich aber auch gerne mal zu Stosszeiten und dann bin ich auf verschiedensten Strecken unterwegs und Nein weder ist es in Solothurn möglich von der Mitte des Zuges aussen an den 1. Klasswagen vorbeizuhuschen noch ist es abschätzbar wo es mehr Platz hat vorne oder in der Mitte oder in der zweiten Komposition oder ganz am Schluss und wenn es sich gerade trifft befindet sich auch sicher noch ein Ruheabteil und die meide ich grundsätzlich auch wenn ich alleine Zug fahre.
Und zum Fall als ich in der Tabu-Zone sass: Das Modul bestand aus: Bt, A, A. Leider wusste ich erst nachdem Durchqueren als ich die Nase eines IC2000 sah, dass ich mich wohl in einem Modul befand und da schlossen sich auch gleich die Türen.
Der Bt war wirklich voll, keinen einzigen Sitzplatz, der Eingangsbereich auch voll, also konnte ich entweder als lausiger Pöbel im heiligen Eingangsbereich der ersten Klasse den Passagieren den Gang aufs stille Örtchen verhindern oder mich an einen freien Zweierplatz (welche ja ohnehin unbeliebt sind) setzen wo sich keine Person im Blickwinkel fand und den Anblick eines Zuwenigzahlers aussetzen musste.
Leider kann ich mich nicht dematerialisieren um euch nicht zu stören aber ehrlich wenn ich solche Kommentare lese frage ich mich wirklich ob es nichts schlimmeres gibt, als das andere MENSCHEN an einem vorbeigehen. Ich sehe echt das Problem nicht irgendwo steigen sicher auch Menschen ein, welche 1. Klasse fahren und laufen an dir vorbei, was ist dann? Wieso ist das nicht schlimm?
Aber wenn natürlich jemand durch die erste Klasse läuft um Vorne am Perron anzukommen verstehe ich das nicht und wenn er damit das Abteil verstopft auch nicht, weder als 2. noch als 1. Klässler.
Und sollten sich die 1. Klässler dazu entschliessen künftig 2. Klasse zu fahren, dann muss die SBB wohl die Preise anheben und die erste Klasse abschaffen, Jänu haut! Dann hört diese Diskussion auch endlich auf und ehrlich gesagt dann zahle ich eben…
Da ich aus beruflichen Gründen sehr oft mit der Bahn fahre und oft auch 1. Klasse buche, kenne ich das Problem zu gut. Wenn ich nun 1. Klasse buche zahle ich auch dafür, dann kann es nicht sein, dass 2.Klasse Personen sich in die 1. Klasse setzten. Meisten packen sie dann noch die Butterstullen aus und futtern dir was vor. Ich buche auch die 1. Klasse weil ich ein wenig Niveau im Zug haben möchte, leider haben das 2. Klasse Ticketbesitzer sehr oft nicht. Ist nun mal so…
Die IR am Jurasüdfuss kenne ich. Sie sind meist kurz. Immer, wann ich fuhr, waren sie halbleer. Aber ein Modul Bt-A-A ist eigentlich auch seltsam.
Andere Beispiele sind: Im Eingang zur 1. Kl. gibt es einen Klappsitz. Wie kann der 1.-Klasse-Reisende denn sein sperriges Gepäck dort deponieren (oder seine Skis), wenn wieder mal ein Depp mit 2.-Kl.-Billett dort sitzt?.
Die erste Klasse abschaffen wird die Bahn nicht (übrigens, bitte, redet nicht immer nur von der SBB, sie ist ja nicht allein). Warum nicht? Weil die Einnahmen pro Passagier höher sind als in der 2. und die Nachfrage eher zunimmt.
Und bitte, hört doch endlich auf, die ICN zu zitieren. Sie stehen hier NICHT zur Diskussion, dies wurde doch schon erwähnt.
Die Ruheabteile in der 2.Kl. werden ja nun wegen fehlender Nachfrage und auch fehlender Disziplin eh abgeschafft.
Warum ist eigentlich die 1. Klasse besser? Viele Leute möchten sie ja abschaffen….
-Mehr Platz, weniger überfüllt, oft sauberer, weil weniger Littering entsteht, ruhiger, weil es weniger laute Kopfhörer gibt und auch die lärmenden Schüler fehlen, mehr Platz fürs Gepäck, viele Züge mit Ruheabteil, Verpflegung am Platz im Gotthard-ICN, und vieles mehr.
Ist es da so abwegig, wenn es viele Leute gibt, die sich das leisten wollen?
Sie zahlen mehr, so wie man für ein grosses Auto weniger zahlt als für einen Fiat Panda.
@Gumbo
sorry für die Verwirrung den IR Jurasüdfuss nehme ich zum studieren das Modulkonstrukt Bt-A-A traf ich beim IC Zürich -Bern um 18.02 Uhr und ich kam vom Glattzentrum her weiss aber nicht mehr genau warum ich nicht auf Gleis 51-54 ankam sondern auf 21-24 glaube bin via Stettbach gefahren…
Ich denke gestört habe ich niemanden.
Übrigens störte mich am Ruheabteil vorallem die mögliche Diskussion über den “Ruhegrad” und weil ich öfters einen Anruf erhalte wenn ich unterwegs bin und (Sorry wieder ICN) möglicherweise durch den halben Zug gehen muss um einen Platz zu finden je nach Konstellation befindet sich das Ruheabteil an einem anderen Ort und ist meist nicht sofort erkennbar. Aber hätte man die Sektortafeln und Ansagen entsprechend ergänzt wäre das wieder anders gewesen.
Der Tagi bringt regelmässig Artikel, in denen öV-Betriebe auf schärfste kritisiert werden. Mal berechtigt, mal nicht. Hier wird aus einem Vorfall eine riesen Story gemacht. Zudem habe ich den Verdacht, dass der Tagi die Kommentare zensiert, und nur die veröffentlicht, welche ihre Einschätzung teilen.
Die 200 Kommentare sind grösstenteils nicht ernstzunehmen. Man beschäftigt sich nicht über die Problematik, sondern betreibt ein grundsätzliches SBB-Bashing. Solche Leute sehen in der SBB nur noch Nachteile und schätzen das gute Angebot gar nicht mehr.
Vor allem haben Sie einen Tunnelblick: Sie sehen nur ihre Einschränkungen, sehen aber nicht die Problematik mit den überfüllten Zügen und dass die SBB mangels Platz das Angebot nicht mehr ausbauen kann. Doch dies ist dem Kunden egal: Er will einen Sitzplatz, er habe ja dafür bezahlt, wenn er keinen bekommt, die Züge überfüllt sind, dann ist die blöde SBB schuld.
Zur Thematik:
Auch hier: alle haben den Tunnelblick:
Die 2. Klasse Fahrgästen möchten möglichst schnell aus dem Zug aussteigen, aus Angst, den Anschluss verpassen und nehmen keine Rücksicht auf die 1. Klässler im einten Wagen.
Die 1. Klässler wiederum haben kein Verständnis für die engen Platzverhältnisse in der 2. Klasse.
Ich finde den im Tagi beschriebenen Fall auch etwas pingelig seitens des Kondukteurs, aber anderseits kann die Massenwanderung in der 1. Klasse nicht Sinn der Lösung sein.
Aber eben, das könnte der Tagi auch sachlicher abhandeln.
Auf einem spanischen Wegweiser hat jemand in schöner Analogie zum Fussgängerübergang den Fussgängeruntergang heraufbeschworen. Nun Zürich hat eine gut ausgebaute Unterführung, nichts dagegen zu sagen. Aber: Warum weiss niemand, Kondukteure eingeschlossen, wo die Unterführungen sind? Warum steht nirgends, dass ich in Bern im Sektor C einsteigen muss, wenn ich in Frauenfeld durch die Unterführung muss. Ich habe dafür schon verschiedene Anläufe bei der SBB genommen, ohne Erfolg. Vielleicht könnte schweizweit.net mal eine solche Tabelle erstellen, insbesondere für grosse Züge und kleine Bahnhöfe, z. B. Moutier, Oensingen, etc. etc. Eine Unterführung, wo ich jedesmal das Gefühl habe, ein Mord am Samstag werde nicht vor Mittwoch entdeckt, ist dagegen Luzern, eine sehr düstere Sache.
Ja der Bahnhof Luzern ist wirklich sehr “kopflastig”.
Deine Idee finde ich aber super! Dabei würde es reichen, wenn SBB die Bahnhofspläne einfach ins Netz stellen würde und beispielsweise in die Mobile-Apps für iPhone, Windows Mobile und Symbian integrieren würde! Die entsprechenden Dokumente existieren ja bereits! Besonders wenn man an einem unbekannten Bahnhof ist, will man doch vielleicht vorab wissen wo nn das Gleis 4 ist, ob es zusammen mit Gleis 3 oder ob es mit Gleis 5 auf einem Perron ist oder wo sich ein Bancomat befindet, gerade wenn man ein kleines Hüngerchen hat und nur 7 Minuten zum Umsteigen bleibt.
Was mich einfach stört an der ersten Klasse ist, dass wenn man mal 1. Klasse fährt, man sofort angemotzt wird.
Folgendes ist mir erst vor kurzem im Regio von St. Niklaus – Visp passiert, der Zug war sehr voll und da bin ich zum Kondi gegangen und habe gefragt ob ich den Zuschlag (Das sind noch begleitete Regios) bezahlen könne. Er hat mir gesagt ja, er komme dann, aber ich könne schon Platz nehmen. Also ging ich mit meinem ganzen Gepäck (Snowboard, Koffer, etc.) in die erste Klasse. Sofort wurde ich von irgendwelchen alten Säcken angeschnauzt: “Dir wüsset sho das das ersti Klass esch, hier sie nume Lütt wo sich das au leiste chend” – “Jah, ich weiss” – “Jo da xehnd mer de wenn de Kondi chunnt” – “Oke, mer lueget denn”… Später kam dann der Kondi und ich löste den Klassenwechsel für 5.50 Fr.
Warum meinen einfach alle Leute in der ersten Klasse sie seien was besseres? Ich meine ich darf mir doch auch mal den Panoramawagen gönnen =)
Du meinst, es ging dir in etwa so wie mir hier? –> http://schweizweit.net/2008/07/10/ein-kondukteur-wird-belastigt/ ;-)
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