Der Fahrplanwechsel 2009/2010 hat es in sich. Nicht nur wird bereits heute weltweit dichteste Fahrplan noch mehr ausgebaut, es kommt auch zu anderen Veränderungen, welche manche freuen und manche ärgern wird.

Bild © (cc) chjab (flickr.com)
Internationale Verbesserungen
Zwischen Basel und Paris gibt es pro Richtung und Tag je fünf TGV. Fahrgäste aus dem Raum Lausanne profitieren auf der Strecke Lausanne – Paris von einer um 15 Minuten verkürzten Fahrzeit und Reisende nach Wien dürfen zum ersten Mal mit dem Railjet fahren. Dieser verfügt über Economy und First Class, sowie 16 Plätze in der Premium Class. Jeder Railjet hat ein Bistro und bietet Essen am Platz in der First und Premium Class an.
Auch national fährt man bald noch besser
Um nur einige der Neuerungen zu nennen: Von Bern nach Zürich fährt neu ein Intercity um 16:14 Uhr. Ebenfalls ab Bern verkehrt am Abend ein Interregio um 18:31 Uhr nach Spiez. Ausserdem verbindet eine neue Schnellverbindung die Pharmastadt Basel mit der Walliser Grossstadt Brig; Abfahrt in Basel um 19:28 Uhr und in Bern um 20:35 Uhr.
Und wir Bündner freuen uns über einen zusätzlichen Intercity am Morgen um 05:06 Uhr und am Abend um 21:37 Uhr. Mit dem neuen Morgenzug erreichen wir nun auch die frühen Abflüge in Zürich Flughafen, ohne dass wir im Raum Zürich zuerst noch eine Nacht übernachten oder das Auto nehmen müssen. Mal schauen, ob ich dann diesen Zug nehme, wenn ich dann Ende Januar wieder einmal nach Miami fliege. Wobei… So früh will ich dann doch nicht schon am Flughafen sein…
Übrigens: Den neuen Fahrplan kann man ab 9. November 2009 auf sbb.ch und auf dem Handy / iPhone anschauen.
Noch mehr Takt am Abend
Die schweizweit.net-Leser aus dem Raum Olten / Solothurn (an vorderster Front Sandra-Lia) freuen sich mit Sicherheit darüber, dass sie nun am Abend ganze zwei Stunden länger ihren Halbstundentakt im Regionalverkehr zwischen Olten und Solothurn geniessen können. Neu täglich bis um 22:00 Uhr. Am Freitag und Samstag sogar bis Mitternacht.
Kinder sind willkommen, Ruheabteile verschwinden
Bereits heute verfügen 20 der insgesamt 40 Doppelstock-Steuerwagen über ein Spielabteil für die kleinsten Fahrgäste und zukünftigen Kunden der SBB. Und weil die Kondukteure täglich so oft auf diese Spielabteile angesprochen werden, wird die SBB nun alle Doppelstock-Steuerwagen mit Spielgeräten ausrüsten. Start dieses Umbaus ist im nächsten Sommer.
Was im Doppelstock-Zug noch halbwegs gut funktionierte, war in den ICN (Neigezügen) und den einstöckigen Kompositionen fast schon eine Katastrophe: Die Durchsetzung der Ruhezonen.
In den doppelstöckigen Zügen hielten sich die meisten Leute daran, nicht so jedoch in den anderen Zügen. Zu oft gab es Diskussionen über Sinn und Unsinn von Ruhezonen und fast schon jeder Zugbegleiter musste sich von einem Fahrgast sagen lassen, er sei denn “imfall” ein Anwalt und diese Ruhezonen rechtlich gar nicht erlaubt. Anyway: Die Dinger kommen weg. Ruhezonen gibt es in Zukunft nur noch in der ersten Klasse.
Mehr Internet im Zug
Über 70 Fahrzeuge der 1. Klasse mit Businesszonen verfügen über einen Breitbandzugang ins Internet. Bis jetzt profitierte man davon vor allem auf der Strecke zwischen der Wirtschaftsmetropole Zürich und der Bundeshauptstadt Bern.
Damit die Fahrgäste neu auch zwischen Genf – Lausanne und Bern – Thun mit bestmöglicher Verbindung auf schweizweit.net surfen können, baut die SBB nun zusammen mit der Swisscom den Breitbandzugang auf diesen Strecken aus. :)
Mehr Strom für die Reisenden
Bei meiner Arbeit habe ich öfters mal das Gefühl, Steckdosen gehören zum Grundbedürfnis der Menschheit und stehen bei der Maslowschen Bedürfnispyramide auf der ersten und untersten Stufe, zusammen mit Atmung, Schlaf, Nahrung, Gesundheit und Sexualität. Dies entnehme ich den Reaktionen mancher Reisenden, wenn ich ihnen mitteilen muss, dass es in ihrem Wagen keine Steckdosen gibt.
Um dieses Bedürfnis nun zu befriedigen, wird die SBB in der nächsten Zeit 35’000 neue Steckdosen in ihren Zügen platzieren; also in etwa so viele, wie in 1’000 durchschnittlichen Haushalten vorhanden sind. Bereits heute verfügt jeder fünfte Wagen der 1. und 2. Klasse über Stromanschlüsse. Weitere 1’200 Wagen kommen bis 2013 dazu. Da hat sich die SBB richtig was vorgenommen.
Grundgebühr für Reisen ins Ausland
Der Verkauf von internationalen Billetten mit persönlicher Beratung ist nicht kostendeckend. Damit die Fahrgäste auch in Zukunft am Schalter internationale Billette kaufen und sich umfassend beratenlassen können, wird deshalb eine Grundgebühr von 5 Franken pro Person und Reise berechnet, sobald das Billett mehr als 25 Franken kostet.
Zwar verstehe ich nicht ganz, warum man jene Fahrgäste, die teuere Billette kaufen, mit einer Grundgebühr belastet und diejenigen, welche die günstigsten Fahrscheine kaufen, springen lässt. Aber die SBB wird sicher ihre Gründe haben.
Mein Tipp: Wenn ihr genau wisst, was ihr wollt, dann kauft das Billett doch über sbb.ch. Denn auf den Online-Tickets gibt es keine Grundgebühr.
PS: Billette ins grenznahe Ausland (Konstanz etc.) und Billette für Kinder bis 16 Jahre werden nicht mit einer Grundgebühr belastet.
Eure Meinung
Wie denkt ihr über den neuen Fahrplan und die zahlreichen Verbesserungen?
Wir möchten dir gerne die 10 besten Artikel von schweizweit.net senden! Bestimmt ist dort auch für dich etwas interessantes, spannendes oder amüsantes dabei.


{ 59 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
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stimmt im gewissen sinne schon. Aber würdest du als Kondi jemanden zurecht weisen, bei dem die akute gefahr besteht dass du “auf die Fresse kriegst”? Ich glaube kaum. Und genau dass ist das problem. Leider.
Zu Hermi nur noch so viel, wenn wir uns an seine Rechtschreibung halten: Nein, mein Lieber, ich hasse keine Kinder.
Du bist Bähnler?! Uff. Vielleicht ein Fall für eine interne sprachliche und soziale Weiterbildung?
Und danke für die Belehrung, was man in einem Blog schreiben darf und was nicht, gerade von dir nehme ich das natürlich sehr gerne an, schreibe mir das hinter die Ohren und halte mich fortan an Hermis Tagesbefehl. Hier, verstanden!
Ich stehe wenigstens mit einer nachvollziehbaren Identität hinter dem, was ich hier schreibe; du getraust dich offenbar nicht. Vielleicht auch besser so für deine berufliche Zukunft.
Gumbo: 100% einverstanden.
Ach Leute, lasst doch mal gut sein. ;-) Bringt doch nichts, sich so aufzuregen.
Manche können besser schreiben als andere, andere wiederum verstehen mehr von der Bahn, manche können weder das eine noch das andere und andere wiederum sind in beiden gut. Bringt doch nichts, sich gegenseitig die Schwächen vorzuwerfen, oder?
@ gumbo
Ich finde auch, dass man überall härter durchgreifen muss!, jedoch ist dies nicht immer möglich, weil solange Blick und Kassensturz in der Schweiz mit dem Bund zusammen eine “Kuschelvereinigung” sind, kann man nichts verändern, weil diese immer den Kunden recht geben.
Bekommt jemand eine Busse von 80.-, läuft dieser wieder zum Bund und muss deshalb die Busse nicht bezahlen, Kauft einer ein Ticket auf sein Natel, ihm geht der Akku aus, und der Kassensturz macht uns für das verantwortlich! Hallo?? Wie können wir uns als SBB durchsetzen???
Aber eben wie schon gesagt, bin voll deiner Meinung, dass man härter durchgreifen muss – überall in der ganzen Gesellschaft und Politik!
andi leioder darf ich dass was ich dir jetzt am liebsten sagen würde nicht schreiben. aber etwas mehr respekt auch vor denen welche im schriftlichen deutsch nicht so stark sind wie du würde dir nicht schaden.
@ Hobi Andreas
hesch recht stemmt jo eigentli scho.
@andreas: Na, wenn man sich nicht durchsetzt, hat man Bettelroma im Zug – auch eine ‘gute’ Werbung. Ich habe lieber, wenn die Ruhezonen halt mal mit wirksamen Mitteln durchgesetzt werden.
@alain Das mit dem Natelakku ist schnell gelöst – zwecks Fakturierun an die Swisscom muss die SBB ja wissen, wieviel sie für ein Ticket an welche Natelnummer fakturieren muss. Passiert mal, was passieren muss, gibt der Kondi die Handynummer des Kunden ein, und der Computer spuckt aus, ob und was für ein Ticket damit gekauft wurde. Problem schnell erledigt.
@ Mousseman
Das ist aber nicht die Arbeit der SBB und es handelte sich dabei um den ZVV Nachtzuschlag, der mit SMS belastet wurde und nicht wie üblich mit KK.
Alain
Das mit dem Kassensturz stimmt klar nicht.
Sonst müsstest du Beispiele bringen. Auch die Selbstkontrollzuschläge standen meines Wissens nicht zur Diskussion – oder aber sie gingen zu Gunsten der OeV-Unternehmungen aus.
Gekuschelt wird eher bei den Gerichten und im Strafvollzug.
Im Zug – wie gesagt – wünsche ich mir Personal mit Durchsetzungsvermögen, denn dies wird von den Reisenden gefordert.
Gumbo
Vielleicht ist es nicht so wie im Kassensturz, da ich aber in der Zentrale der SBB arbeite, erfahre ich viel von Fällen, wo nicht bezahlt werden will und schlussendlich auch nicht bezahlt werden muss.
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