Vor einigen Monaten machte ich Ferien in Paris. In der Metro, vorallem aber in den Regionalzügen in die Vororte der Metropole fielen mir dabei “Bettler” auf, welche immer wieder die gleiche Masche an den Tag legten.
Ein kleiner Junge läuft eilig durch den Zug und legt in jedes Abteil, in welchem jemand sitzt, einen Zettel. Auf diesem Zettel steht in mehreren Sprachen irgendeine Geschichte, die Mitleid erregen soll. Mal ist es das Grosi, welche im Sterben liegt und dringend medizinische Hilfe benötigt, mal eine todkranke Schwester, die dringend eine Operation in einem westlichen Land benötigt und oft geht es um hungernde Grossfamilien.
Sobald der kleine Junge dies in ein, zwei Wagen gemacht hat, geht er zurück zur Ausgangsposition und sammelt die Zettel wieder ein. Dabei werden die Leute in den Abteilen mal mehr, mal weniger aufdringlich um eine Spende gebeten.

Bild © (cc) Matti Mattila (flickr.com)
Bekannte Masche
Vorgewarnt wurde ich bereits in der Schweiz, noch vor der Abreise. Mir wurde gesagt, dass diese Geschichten nicht stimmen und dass die “Bettler” keinen müden Eurocent des eingenommenen Betrages sehen. Das Geld hätten diese Leute an dubiose Hintermänner abzuliefern, die sich damit grosse Villen und schwere Autos gönnen.
Doch trotz der Vorwarnung taten mir die jungen Menschen leid, als sie dann tatsächlich mit der angekündigten Masche auftraten. Geld erhielten sie zwar keines von mir. (Jedoch von vielen anderen.) Aber Mitleid hatte ich. Jedoch nur so lange, bis ich dann einmal einen Teil der Hintermänner sah. Zufällig stiegen die Leute in der gleichen Station aus und ich sah, wie der kleine Junge sein Geld einem jungen Erwachsenen gab, welcher ziemlich modern angezogen war. An seinem Handgelenk erkannte ich eine Luxusuhr. Keine Ahnung, ob es sich dabei um ein Original oder eine Fälschung handelte. Bei der Geldübergabe machte der kleine Junge keinen allzu glücklichen Eindruck.
Erste Versuche in der Schweiz
In Paris dachte ich mir noch: Glücklicherweise gibt es sowas nicht in der Schweiz.
Zwar haben wir auch (teilweise sehr gute) Strassenmusiker und die üblichen Häsch-mir-än-Stutz-Bettler, doch solche dreisten Maschen wie in Paris sah ich in unserem Land bisher noch nie. Irgendwann kamen dann (in Chur) auch diese osteuropäischen Damen, welche den Passanten ihre Rosen andrehten und dafür Geld sehen wollten. Einige Male wies ich die Damen freundlich zurück, wurde dann aber doch immer wieder von ihnen angesprochen. Bei einer besonders aufdringlichen Dame nahm ich dann mal so eine Rose, schmiss sie auf den Boden, zerquetschte sie mit den Schuhen und fragte die Dame danach, ob sie jetzt verstehe, dass ich ihre Rosen nicht haben wolle. Danach hatte ich lange Zeit Ruhe.
Wie gesagt: “Glücklicherweise gibt es so was nicht in der Schweiz”, dachte ich mir damals. Inzwischen jedoch kommen diese “Zettel-Bettler” auch zu uns. Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, gab es schon Bettel-Versuche in Trams, Bussen und sogar Zügen, vorwiegend im Raum Zürich.
Die Bettler nutzen den Vorteil aus, dass man ihnen im Zug kaum ausweichen kann. Man sitzt in einem Abteil und ist den teilweise sehr aufdringlichen Bettlern hilflos ausgeliefert.
Wie man sich richtig verhält
Auch wenn das Mitleid noch so gross ist: Am klügsten ist es, den Zettel-Bettlern nichts zu geben. Denn auch mit einer noch so grosszügigen Spende hilft man ihnen nicht. Im Gegenteil: Ihr Leid wird dadurch nur noch vergrössert. Denn diese Leute sind nicht Täter, sondern Opfer, und je besser diese Masche funktioniert, desto mehr Rumäninnen und Rumänen werden mit paradiesischen Versprechungen nach Westeuropa und in die Schweiz gelockt, wo sie dann von den Hintermännern schamlos ausgenützt und missbraucht werden.
Wenn man in einem Zug sitzt, in welchem die Karten-Bettel-Masche praktiziert wird, ruft man am besten die Bahnpolizei (0800 117 117) an. Diese sorgt dann dafür, dass die ausgenützten Personen zuerst einmal in Sicherheit kommen und es ist möglich, dass die Menschen (im Wiederholungsfall) an die Polizeikorps von Stadt oder Kanton überwiesen und früher oder später in ihr Heimatland ausgeschafft werden, wo sie dann wieder bei Familie und Freunden sind. Damit ist ihnen am ehesten geholfen. Eine Spende unterstützt nur die Hintermänner mit ihren Villen und Luxusautos.
Wie man diesen Menschen am besten hilft
Unbestritten ist, dass diese Leute Hilfe benötigen. Aus diesem Grund bin ich schon seit längerer Zeit bei Kiva.org dabei. Über mein Engagement habe ich bereits im Artikel “Web 2.0 trifft Entwicklungshilfe” geschrieben.
Deshalb nur kurz: Bei Kiva.org leiht man Unternehmerinnen und Unternehmern in Entwicklungsgeldern Geld. Damit bauen sich die Menschen eine Existenz auf (einen kleinen Laden, ein Taxi-Geschäft, ein Coiffeur-Salon, etc.) und zahlen das Geld in Raten wieder zurück. Zins wird nicht verlangt, ich erhalte genau den Betrag wieder retour, denn ich geliehen habe. Danach kann ich das Geld neu verleihen.
Meiner Meinung nach macht diese Art von Entwicklungshilfe mehr Sinn als die klassische Spende, mit der die Menschen in Drittweltländern ein wenig überspitzt gesagt einfach “durchgefüttert” werden. Es macht mehr Sinn, den Leuten den Aufbau eines eigenen Geschäfts mit Darlehen zu ermöglichen, als sie mit Spenden von uns abhängig zu machen. Ziel der Entwicklungshilfe soll es ja sein, dass die Leute dort eines Tages selbständig leben können und nicht mehr auf Unterstützung angewiesen sind.
Inzwischen ist es bei Kiva.org auch möglich, sein Geld an Menschen in Osteuropa auszuleihen. Damit ist diesen Leuten mehr geholfen, als wenn man ihnen in unseren Zügen Geld gibt für ihre kranken Omas und Schwestern.
Und ausserdem…
Wer sich legal in unserem Land aufhält, der hat Anrecht auf eine umfassende medizinische Versorgung, inklusive Hausarzt, Zahnarzt und allem was es braucht. Auch für ein Dach über dem Kopf, genug zu Essen, Lebensunterhalt und Ferien ist gesorgt. Scheinbar liegt sogar ein Mercedes drin. Es gibt also keinen Grund, irgendwelchen Bettlern Geld zu geben.
Wie seht ihr die Sache? Gebt ihr diesen Zettel-Bettlern oder den Damen mit den Rosen Geld? Oder seid ihr vielleicht auch bei Kiva.org angemeldet und wollt über eure Erfahrungen damit berichten? Was haltet ihr von der Situation mit Bettlern in unseren Städten im Allgemeinen?
Wir möchten dir gerne die 10 besten Artikel von schweizweit.net senden! Bestimmt ist dort auch für dich etwas interessantes, spannendes oder amüsantes dabei.


{ 29 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Ich habe diese Sache mit den Bettlern auch erlebt als ich in Paris war. Ich gebe nur sehr selten jemandem etwas auf der Strasse. Vielleicht einem Blinden der Musiziert oder so, aber nicht Leuten die zu mir kommen um Geld zu erbetteln.
Durch dich bin ich auch bei Kiva dabei und versuche dort das Geld immer im Umlauf zu behalten. Es wurde auch schon mehrfach aufgestockt da ich von der Sache überzeugt bin. (Mal abgesehen von den Spenden die in die USA selbst gehen)
Ach diese Idioten! In Berlin sind sie auch so aufdringlich! Ich sage nur eins! JEDER der denen Geld gibt, sollte man Ohrfeigen! Diese Menschen sind wie die Pest! Und es gibt nur eins! Hart drannehmen und mit verachtung reagieren!
Ach ja, wenn mich eine von denen Anfasst, gibts Pfefferspray! Sollte ich dadurch Probleme mit den SBB bekommen, so empfehle ich Herr Meyer, endlich ernsthaft mal dafür zu sorgen, dass es genug Schaffner gibt, um solche Leute zu entfernen!
Sandra-Lia
Vielleicht kann man sich auch weniger aufregen über die Bettler…Die Misere haben wir, die wir gegen Schengen waren, schon lange vorausgesehen.
Aber ich kannte vor Jahren auch einen Fall, wo ein Schweizer aus meinem Städtchen Berufsbettler wurde. Er reiste täglich nach Zürich und schnorrte die Reisenden an. Viele waren dumm genug, ihm etwas zu geben, obwohl er ja vom Sozialamt unterstützt wurde (er war arbeitsscheu). Wenn jemand nichts gab, wurde er sackfrech. Ich habe ihm auch einmal die Meinung gesagt.+
Wenn du glaubts, das Problem in unseren Zügen sei gross, geh mal nach Oslo (z.B.) in die Innenstadt. An jeder Strassenecke hockt eine Roma-Frau und schnorrt alle an: “Hey, Mister!” und hält die Hand hin. Auch hier musst du ja gar nichts geben.
Ja letztes Mal in Solothurn war da so ein Type (denke mal es war ein Jugoslawe oder so) und gab mir so einen Zettel in die Hand und wollte dann Geld von mir. Mir kam dann nichts besseres in den Sinn als das durchzulesen, (wo stand: Ich habe kein Geld, keine Familie, bin krank, etc. alles solcher mist) und ihn dann anschliessend zu fragen, was ich dann jetzt mit diesem sch… Zettel solle. Er zeigte mir dann Geld. Jedoch hatte ich nur grosse Noten dabei und sagte ihm dann, dass ich nichts dabei hätte. Dann fing er zu fluchen an…. Nächstes Mal überlege ich mir die BAPO anzurufen. Selber einschreiten und ihm klar zu machen, dass dies sogar verboten sei, wollte ich nicht, weil er nicht gerade “schwach” aussah und zudem ich noch in “Zivil” unterwegs war!
Zwischen Aarau und Lenzburg, soweit ich weiss auch teils noch weiter, sind regelmässig verschiedene Leute durch den Tag in der Zürcher S-Bahn am betteln. Ich habe diese Leute bisher einfach kommentarlos abgewiesen, überlege mir aber schon auch, in Zukunft eher mal der Bahnpolizei anzurufen…
Vielleicht übertreibe ich jetzt ein bisschen, vielleicht aber liege ich auch nicht mal so falsch mit der folgenden Vorstellung:
Wer weiss, ob die “Hintermänner” dieses Bettel-Geschäft vielleicht nicht genau so führen, wie jeder Unternehmer seine Firma auch: In Excel-Tabellen wird genau Buch und Statistik geführt, wo sich das Betteln lohnt, wo nicht. Wo kommt die Polizei oft, wo praktisch nie. Wo geben die Leute viel Geld, wo kaum.
Anhand dieser Umsatz-Statistiken werden dann die Einsatzpläne der “Mitarbeiter” für die nächste Woche erstellt. Budgetziele werden erfasst und täglich wird überprüft, ob die einzelnen “Abteilungen” auch genügend Umsatz generieren.
Indem wir als ÖV-Benutzer nun konsequent nichts geben und allenfalls auch die Bahnpolizei verständigen, helfen wir mit, dass die Bettler sich zukünftig an anderen Orten aufhalten. Es liegt an uns.
Gut möglich, Andreas
Das habe ich in Bern in der Stadt auch schon vermutet, weil die Leute strategisch an Orten stehen, z.B. bei einer Unterführung (Zeitglockenturm). Dort steht beim Ein und Ausgang Leute und ich glaube nicht, dass sich die “Konkurrenz” gerne zu nahe kommt. Also ist das eine Art “gruppe” die zusammen versucht zu “erwirtschaften”!
Du hast soeben ein paar Leute in Peru glücklicher gemacht mit deinem Blogbeitrag ;-) .
Die Bettler gibt es hier auch. Und teilweise ist es schon interessant mit was für Maschen die da ankommen. “Eh du siehst aus wie mein Sohn. Das ist ganz ein toller Kerl. Mir geht es leider nicht so gut. Magst du mir helfen?” Da gibts dann halt von mir auch immer ein nein. Auf der anderen Seite gibt es hier auch eine gute Menge Punks, die einfach nur schnorren und auch nicht aufdringlich werden wenn man nichts gibt. Gegen solche Leute habe ich nichts. Auch nicht gegen die, die überall nach Pfandflaschen suchen (sowas gibts ja hier noch…). Gegen die, die die Fussgängerzone so säumen, dass man kaum durchgehen kann ohne sie umzurennen, dann aber schon. Ich sehe nicht weshalb ich so jemanden unterstützen sollte. Ich bin zum Glück ziemlich resistent gegen die Art vor Mitleid, die man bei mir mit solchen Schildern gerne erzeugen würde. Ich helfe gerne. Aber auch nur dann, wenn es einen Sinn hat. Und deswegen war es durchaus eine gute Sache, dass due den Link auf kiva hier gepostet hast :) .
Die Bettler trieben im Frühjahr, so wie ich es persönlich erlebt habe, vor allem in den Zürcher Trams ihr Unwesen.
Sie haben immer die gleichen Zettelchen verteilt, so dass ich etwa nach der 10ten Begegnung mal gefragt habe, dass sie ja eine grosse Familie haben müssen, da ich denselben Text schon x-Mal vorher zugesteckt bekommen habe. Was ich dann zu hören bekam, waren übelste Beschimpfungen und Drohungen.
Seit dieser Begegnung melde ich jeden Bettelversuch dem Tramführer, Chauffeur oder einer anderen zuständigen Stelle. Diese “Bettler” sind dann ganz verdutzt wenn plötzlich die Polizei “Grüezi” sagt. ;)
In der aktuellen 10vor10-Sendung (21.10.2009) gab es übrigens einen interessanten Beitrag über die Bettler: http://bit.ly/20Sbti
Im Zug fahren sie vermutlich weniger, weil es dort länger geht, bis er wieder anhält, und sie aussteigen können. Am besten diskret die Bahnpolizei anrufen – die Nummer ist ja auf Klebern publiziert – 0800-117-117.
Die Frage ist dann höchstens, was die Polizei mit den Fehlbaren machen kann, ausser büssen…
Die Bettlerbanden SIND organisiert!
http://www.20min.ch/news/bern/story/26663799
Wenn ich Bettler im Zug sehe werde ich die BAPO auf der Stelle alamieren. Ich finde das einfach nur frech. Die SBB könnte ja einmal versuchen ein Freiwilligenprojekt einzuführen um an mehr Personal zu kommen. Als Vergütung könnte es ja zum Beispiel ein GA geben. Im Gegenzug müssten die Freiwilligen hald mal zwei Tage pro Monat patroullieren. Ich denke da speziell an Studenten die so einiges an Reisegeld sparen könnten.
Ja, für ein 1. Klass GA wäre ich gern bereit, jeweils 1 Tag der Woche zu Patrulieren!
Ich würd ihnen dann mit nettem Pfefferspray und Elektroshock die Schweizer Freundlichkeit nahe bringen!
@ Sandra-Lia:
Wenn nur alle so gastfreundlich wären, wie du. ;-) Das Klügste ist es auf jeden Fall, diesen Leuten zu zeigen, dass sie sowohl in unseren Zügen als auch an anderen Örtlichkeiten innerhalb der CH-Grenze alles andere als erwünscht sind.
Übrigens: Heute morgen wurde in Chur einem Passanten das Portemonnaie aus der Hand gerissen, als er bei einem rumänischen Bettler eine Rose angeboten bekam…
@ Peter Käser:
Bitte mach das! Und wenn sie Leute belästigt haben, erwähne das unbedingt! Denn in einem solchen Fall kommen sie auch wegen Belästigung dar.
Noch “besser” ist es, wenn sie dich berührt haben. Dann kannst du der Polizei erzählen, dass du tätlich angegangen wurdest.
Ja, ich bin immer seehr freundlich. Du hättest mich mal in Berlin erleben sollen. DA gibts diese Romas wie Sand am Meer! Und mich hat eine Angefasst, und wollte mich nicht loslassen, also gab ich vor, mein Geld aus dem Rucksack holen zu wollen. Naja, sie musste danach jedenfalls mit viel Wasser ihre Augen auswaschen! Ich wurde übrigens entlastet, denn sie wurde ja Handgreiflich, und ich habe mich angemessen, sprich mit Pfefferspray, verteidigt!
Seither haben die mich in Berlin in ruhe gelassen… soll helfen!
Früher gab’s auch diese Alarmpfeifen, die wie Spraydosen funktionierten. Draufgedrückt, und es pfeift so laut, dass alle rundum aufmerksam werden. Dies ist harmloser als Pfefferspray.
Leider kenne ich keinen Ort, wo man sowas noch kaufen kann.
Vllt. in einem Fanshop? Ich mein, die kannst mit ins Stadion nehmen, oder reden wir grad an einander vorbei?
Wieso harmloser? Sie belästigen mich, also bin ich auch nicht mehr harmlos!
Was auch noch interessant ist, ist Markierungsspray. Das ist eine schwer abzuwaschende, meist leuchtrote Farbe mit ein wenig Pfefferspray. a)Kann man sich damit verteidigen und b) den Täter markieren.
Die Farbe bleibt trotz intensiven Waschens etwa 2-3 Tage haften. :P
Und jetzt mal ernsthaft: In der Schweiz hat es niemand nötig zu betteln. Ich gebe prinzipiell kein Geld an solche Menschen. Mich regen aber auch die Bettler auf, die jeweils in den Bahnhofsunterführungen, zB. Zürich Altstetten oder Baden/AG, ihrem Gewerbe nachgehen.
ja, find ich gute idee!
Gerade erzählt mir ein Kollege (Pendler S-Bahn), der mit Leuten, die im Zug die Leute belästigen, so seine Probleme hat, was er kürzlich machte, als ein junger Roma Kärtli verteilte:
Er sagte: “Gib mir alle! ” Er nahm sie, zeriss sie, und in den Abfallkübel damit. Dann: “Und jetzt verreis, aber sofort!!”
Er war es auch, der einmal einen Besoffenen, der eine Frau belästigte, hochkant aus dem Zug warf an der nächsten Haltestelle. Bevor sich der wieder vom Perron aufrappelte, war der Zug dann schon weitergefahren.
@ Gumbo:
Dann hatte der Kollege auch ein bisschen Glück. Denn wie die SBB mitteilte, sind die rumänischen Bettler nicht zimperlich, wenn sich ihnen jemand quer stellt. Die haben Aufpasser dabei, denen man besser nicht begegnet.
Heute erlebte ich das im Migros Restaurant in Oerlikon. Nachdem ich dem Kind (ca. 13 – 14 mit neuen Nike-Schuhen an den Füssen) klar gemacht habe was ich davon halte fluchte er mich in seiner Sprache an. Ich wollte ihn schon eigenhändig aus dem Restaurant befördern, aber dann kam mir Andreas Warnung in den Sinn….
Verdammte (entschuldigt das Wort) Sauerei! Nicht mal mehr in Ruhe essen kann man.
Anscheinend gibt es aber genügend Leute, die denen Geld geben… Vor ein paar Tagen hatte ich kurz vor Schalterschliessung noch sicher 15 solcher Leute bei mir am Schalter. Sie kamen zwar alle einzeln, gehörten wohl aber alle in die gleiche Gruppierung. Und jeder von denen hatte Schweizer Franken im Wert von 80-100 Franken dabei. Ganz viele 2 -und 5 Fränkler und 10er und 20er Noten… Und alle wollten das Geld in Euro wechseln. Ich bin ja wohl verpflichtet, das Geld zu wechseln, auch wenn das Geld erbettelt ist. Und nur weil jemand dreckig ist und stinkt (mich hats bei jedem fast vom Stuhl gehauen) muss das ja nichts heissen. Mittlerweile sind sie wohl wieder weitergezogen. Ich habe jetzt schon lange keinen mehr gesehen.
In Bern trifft man in letzter Zeit im Tram auf singende Bettler. Wenn man das Pech hat schreien sie “Lieder” in die Ohren, so dass man sich nicht mehr anderweitig unterhalten kann. Beiläufig versuchen sie noch mit den Seiten der Guittare Töne zu verbreiten. Natürlich zahlen sie nichts für die Fahrt.
.. ich habe nur ein paar der beiträge gelesen.und ich denke ich muss mal ein paar worte loswerden… die meisten einträge die ich gelesen habe, sind ziemlich arogant rübergekommen, und waren wohl meist, von menschen die keine ahnung haben, warum ein mensch bettelt…. ich gebe euch einen rat… wenn ihr im leben keine anderen probleme habt, als von bettlern in eurem langweiligen leben gestört zu werden, dann seit doch einfach dankbar. und wenn ihr nichts besseres zu tun habt, als euch über die bösen bettler zu unterhalten, dann überlgt euch doch mal, ob ihr euch ein paar hobbies zulegen solltet oder ähnliches… es gibt so viele schöne dinge die man im leben tun kann. und wenn man auch nur ein bisschen stärke hat, ist es nicht sehr schwer, sich von unangenehmen situationen mit bettlern fernzuhalten. wenn ihr jedoch die ganze tramfahrt nur daran denkt, wird bestimmt wieder einer von eurem karma angezogen :) ich persönlcih hatte noch nie ein problem damit. und wenn jemand musik macht im tram… ui ui ganz schlimm… hauptsache steif sein und nicht lachen und singen…. ich persönlich freue mich über musik in den traurigen trams in denen alle 20 minuten lesen die meiner meinung nach mehr stören als bettler. ich habe schon ziemlich viel gesehen, und kenne auch menschen aus rumänien… habe schlimme dinge gesehen… ich denke ihr habt keine ahnung, warum ein mensch so wird wie diese menschen. was nicht heissen soll, dass ich finde, man muss geld geben. ich gebe auch nie geld, darum geht es nicht. es geht darum, dass ich es einfach armseelig finde, wenn jemand sich soo sehr über so was aufregen muss…
also… geniesst doch eure freiheit :) sorry aber das musste mal gesagt sein.
Du musst mir jetzt nur noch rasch erklären, inwiefern 20 Minuten-Leser dich stören… Denn an und für sich ist Zeitung lesen ja eine eher ruhige, nicht wirklich störende Beschäftigung. Oder sehe ich das falsch? :)
Sina
Du schneiderst dir hier eine Traumwelt zurecht. Wenn du (Minderheit) findet, im Tram Lärm zu machen und andere Reisende (Mehrheit) zu stören damit, wirst du immer frustriert sein müssen im Leben. Ich bin auch einer derjenigen, die im ÖV ihre Ruhe haben wollen. Stell dir vor, wie es wäre, wenn jeder seinen Ghetto-Blaster laufen liesse. Das ist leider voll egoistisch. Es ist schön, wenn du im Tram dich gern von Bettlern und Gauklern unterhalten lassen möchtest, aber – ist es dir vielleicht auch mal in den Sinn gekommen, dass du damit allein bist? Und ist es eine Lösung, dass bettelnde Roma nun alle, dank Schengen, sich über Westeuropa ausbreiten? Sind wir schuld an den gesellschaftlichen Verhältnissen in Rumänien?
P.S., wenn dich mal meine 20-Minuten stören sollte, sag es mir.