Es kommt nicht oft vor, dass ich mich gleich dreimal am selben Tag zu Wort melde. Heute ist aber so ein Tag. Nachdem nun die Pressemeldung eintrudelte, dass die SBB die 25 Mitglieder des Kundenbeirats bestimmt hat, folgt nach Edi Manser und den perversen Amis nun ein Artikel über den SBB-Beirat.
Tausende Interessenten
Laut SBB haben sich bis zum Anmeldeschluss 3’136 Interessenten für den Kundenbeirat gemeldet. Daraus hat das Eisenbahnunternehmen nun 25 Mitglieder und 15 Ersatzmitglieder ausgewählt.
Die Ersatzmitglieder kommen zum Einsatz, falls ein Mitglied den Kundenbeirat vor Ablauf der zweijährigen Amtszeit verlässt.
Ausgewogene Zusammensetzung
Wie bereits früher kommuniziert, möchte die SBB den Kundenbeirat ausgewogen und demografischen Kriterien entsprechend zusammensetzen. Auch sollten Menschen mit verschiedenem Mobilitätsverhalten im Beirat vertreten sein.
Nun gab die SBB die Zahlen bekannt. Das Gremium teilt sich folgendermassen auf:



22 Personen reisen in der zweiten Klasse. Drei Personen hauptsächlich in der ersten Klasse. Das Durchschnittsalter liegt bei 41 Jahren. Drei Personen sind im Pensionsalter.
Vertreter von vier Interessengemeinschaften
Nicht fehlen dürfen im Gremium dann auch Vertreter verschiedener Interessengemeinschaften:
- Sara Stalder, Stifung für Konsumentenschutz
- Nadia Thiongane, Fédération Romande des Consommateurs
- Edwin Dutler, Pro Bahn Schweiz
- Dr. Hans Meiner, Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr
Bereits im Herbst findet die erste Sitzung statt. Danach trifft sich der Kundenbeirat dreimal pro Jahr. Aufgabe des Gremiums ist es, aufzuzeigen, wo sich die SBB noch verbessern kann und Schwachstellen zu diskutieren.
Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.
{ 7 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Die Idee ist sicher gut. Ich frag mich aber, ob die SBB auf diese Gruppe auch hört. Deren Ideen weiterentwickelt und umsetzt – oder ob das nur eine Alibigruppe wird, die zwar alle paar mal zusammenkommt und endlose Diskussionen führt, aber dennoch nichts ändern kann.
(Das bedeutet nicht, dass die Gruppe keine guten Ideen anbringen werden – nur die Umsetzung seitens der SBB möchte ich doch mal arg bezweifeln, aber wir werden sehen)
Hmm, interessant, dass nur 3 von 25 (12%) regelmässig 1. Klasse fahren. Entspricht dies in etwa dem Verhältnis 1./2. Klasse? Ich wäre von einem Anteil von ca. 20% (d.h. 5 “Vertreter”) ausgegangen…
@piero: ich bin auch eher spektisch, v.a. weil ich schon einige Erfahrung mit dem Kundendienst gemacht habe. Die Anfrage wird zwar professionell wie auch höflich beantwortet, aber immer mit dem Beigeschmack, dass man sich eigentlich nicht wirklich dafür interessiert und gewisse Dinge eben sind, wie sie sind. Wenn ich da an den Kundendienst der Airlines denke, so sind die SBB noch ganz im “Beamten-Modus”: Sei froh, dass du günstig (d.h. 4850.–, ab 2010 dann teurer…) ein GA erhälst und meckere nicht…
Aber eben, geben wir dem Kundenbeirat eine Chance. Ich bin nach etlichen Jahren GA derweil wieder aufs Auto umgestiegen: teurer, nicht umweltfreundlich, aber dafür hoher Komfort und 30-40 Minuten Zeitersparnis pro Weg.
@ Dominik:
Ja, der Anteil liegt vermutlich höher als 12 Prozent. Wie es über alle Züge gesehen aussieht, kann ich jedoch nicht sagen.
Dominik
Was ist Spektisch?
so oder so – die Eingaben des Rates werden vielleicht ernst genommen, aber wenn es dann heisst: Kosten für Umsetzung zu hoch, dann kannst du’s vergessen. Auch die heiligen Designer und Innenarchitekten werden Vorschläge für die bessere Beschriftung von Zügen abschmettern. Solches geht bei kleinen Unternehmen eher.
skeptisch… ;)
Grundsätzlich bin ich dafür dass sich die SBB auf Basis der Kundenmeinung weiterentwickelt. Allerdings sollten dann auch für diesen eventuellen mehraufwand auch die entsprechenden Ressourcen bereitgestellt bzw. den betroffenen abteilungen zu gesprochen werden. Was nach meiner erfahrung im moment leider nicht der Fall ist.