Wir sind alle Verkehrsexperten!

von Andreas Hobi am 19. August 2009 · 27 Kommentare

Lange habe ich überlegt, wie ich diesen Artikel betiteln soll:

  • Sandra-Lia ist Verkehrsexpertin!
  • Bloggingtom ist Verkehrsexperte!
  • Christian Hauser ist Verkehrsexperte!
  • Thomas Deutsch ist Verkehrsexperte!
  • Ralph Hutter ist Verkehrsexperte!
  • Wir sind alle Verkehrsexperten!

Wie es dazu kam, dass ich voller Überzeugung alle schweizweit.net-Leserinnen und Leser als Verkehrsexperten bezeichne, das erfahrt ihr in diesem Artikel. Ich werde euch einen “Verkehrsexperten” vorstellen, der mich mehr als nur einmal zum Lachen brachte. Wenn ihr gut unterhalten werden möchtet, dann lest jetzt weiter. ;-)

Un train à destination de Genève
Bild © (cc) iwouldstay (flickr.com)

(Vorsicht! Nicht ganz ernst gemeinte Satire!)

Pannen bei der SBB

Ja, liebe Leute, ich gebe es ja zu: In den letzten Tagen lief es nicht rund bei der SBB. Mal hielt ein Zug nicht in Gelterkinden, mal hatte das Tessin keinen Pfuus mehr und die Stellwerke machen Pause, wenn es ihnen gerade passt. Dann will ein Fernverkehrszug in Zürich HB direkt bis in die grosse Halle fahren und bei der Cisalpino sind wir froh, wenn die Züge überhaupt fahren.

Ja, es läuft nicht rund. Auch wenn wir verglichen mit dem Ausland immer noch absolut Spitze sind, unsere eigenen Anforderungen erfüllen wir nicht in allen Bereichen.

“Verkehrsexperten” melden sich zu Wort

Wie es nun mal so ist, wenn es bei einer Firma zu einer Anhäufung von Pannen kommt: Sofort melden sich aus allen Himmelsrichtungen “Experten”, die auch etwas zu sagen haben wollen.

Besonders mitteilungsbedürftig war ein Herr Markus Maibach, von welchem ich bisher noch nie etwas gehört habe. Er kam in diesem Radio-Interview zu Erkenntnissen, welche mich richtiggehend schockierten; er erzählte Sachen, von welchen ich noch nie im Leben etwas gehört habe; seine Schlussfolgerungen waren für mich von solch grosser Bedeutung und Wichtigkeit, dass ich sie euch unbedingt mitteilen muss:

“Ich denke, wenn wir die Entwicklung des Bahnnetzes Schweiz betrachten, dann hat es auf jeden Fall eine systemische Komponente.”
Markus Maibach, Verkehrsexperte

Ja also, da muss ich sagen: Ich bin voll einverstanden damit! Dieser Klarblick des Herrn Maibach, diese Weitsichtigkeit! Ein richtiges Vorbild für uns alle!

“Natürlich kommen immer wieder Zufälle zusammen. Wir kennen den Murphy; der kann im Sommer, vor allem wenn es heiss ist, stärker zuschlagen; aber es gibt eine systemische Komponente. Und die ist durchaus wichtig und kann in Zukunft noch wichtiger werden.”
Markus Maibach, Verkehrsexperte

Jaja, der liebe Murphy… Wenn der zuschlägt, dann ist Hopfen und Malz verloren. Murphy – der Erzfeind der SBB – schlägt natürlich am liebsten dort zu, wo die meisten Pendler von seinen Terroranschlägen in Mitleidenschaft gezogen werden. Sein kürzlicher Abstecher ins Tessin ist wohl auf seinen Ferienaufenthalt in der Schweizer Sonnenstube zurück zu führen…

Frage des Radio-Moderators: Und was ist diese Komponente, was ist der Hintergrund?

Wir haben ein dichtes Bahnnetz. (…) Wir haben ein hohes Angebotsniveau. Und wir haben ein stark vertaktetes Angebot. Dies alles zusammen führt zu grossen Abhängigkeiten im Angebot. Und wenn eine Infrastruktur eben dann nicht mehr funktioniert, sei es wegen einem defekten Stellwerk oder Stromausfall, dann hat das plötzlich sehr sehr grosse Auswirkungen, nicht nur lokal, sondern auf das gesamte Verkehrsnetz.
Markus Maibach, Verkehrsexperte

Das haben wir alle doch schon seit jeher gewusst. Don’t we?

Nein natürlich nicht! Wie denn auch?! Auf solche erkenntnisreichen Schlüsse kann nur ein Verkehrsexperte wie Markus Maibach kommen.

“Wir haben ein dichtes Bahnnetz.” –> Endlich hat es einer gemerkt? Nachdem alle Bähnler rätselten und Andreas Meyer die Lösung nicht fand, teilt Maibach uns mit, dass das Problem darin liegt, dass unser Bahnnetz dicht ist. Merci Herr Maibach für Ihre Hilfe!

“Wir haben ein hohes Angebotsniveau.” –> Na siehste? Hab ich’s nicht gewusst? Nein! Habe ich nicht. Sowas weiss nur ein Maibach.

“Wir haben ein stark vertaktetes Angebot.” –> Das ist doch mal ein hartes Stück. Da fahren wir seit 1982 in einem Taktfahrplan und merken es nicht einmal! Erst 27 Jahre später, 2’009 Jahre nach Christi Geburt, sagt uns endlich einer: Wir haben ein vertaktetes Angebot.

Neu war für mich natürlich auch, dass ein Stellwerk- oder Stromausfall plötzlich sehr grosse Auswirkungen haben kann. Dabei dachte ich doch immer, wenn da ein defektes Stellwerk auf der Strecke liegt, dann fährt man mit dem Zug einfach drum herum. So wie man mit einem Auto um eine Baustelle fährt. Aber nein! Wie uns der Verkehrsexperte mitteilt, hat ein solcher Ausfall grosse Auswirkungen! Dies nicht nur regional, sondern sogar auf das gesamte Verkehrsnetz. Jesses, was würden wir nur ohne einen Maibach machen?

“Es geht darum, dass wir (die Schweizer Bevölkerung) natürlich dieses hohe Angebot wünscht und auch bereit ist, dieses zu finanzieren; ich denke, wir wissen alle, dass dies nicht gratis ist.”
Markus Maibach, Verkehrsexperte

Nein, Herr Maibach. Wir wissen das alle nicht. Mich hat die Nachricht schockiert, dass unser Verkehrsnetz nicht gratis ist! Heisst das, dass ich all die Jahre immer schwarz gefahren bin? Das hätte mir ja auch einer sagen können, dass ich für den Zug ein Billett lösen muss! Himmelherrgott! Und ein Teil der Steuern geht auch für die Bahn drauf? Ja seit wann denn das??

“Ich denke, wir können der SBB, allen Bahnen in der Schweiz, ein sehr hohes Niveau an Sicherheit attestieren. Wir haben vielleicht auch Glück gehabt, bis anhin keinen Unfall mit grösseren Personenschäden in den letzten Jahren gehabt. Es gab eine Zeit, wo sich diese gehäuft haben, aber ich denke, da haben die SBB auch sehr schnell reagiert. Und ich denke auch, dass die Bahnen die Sicherheit, und wenn ich Sicherheit meine, meine ich eben wirklich die, die Safety für die Benutzer und Benutzerinnen, dass hier wirklich keine Abstriche gemacht werden.”
Markus Maibach, Verkehrsexperte

Für den Ausdruck “bis anhin (…) in den letzten Jahren gehabt” verdient Markus Maibach einen Literatur-Nobelpreis. Wie er so gekonnt diese beiden widersprüchlichen Ausdrücke “bis anhin” und “in den letzten Jahren” in einen einzigen Satz packen konnte, das verdient Bewunderung!

Und dann diese bahnbrechende Erkenntnis: Die Schweizer Eisenbahnen sind sicher, Oerlikon 2003 war nur eine Illusion. Ja wenn ich das früher gewusst hätte, dann hätte ich mir in den rund 5 Jahren, die ich nun schon beim Zugpersonal bin, nicht jeden Morgen vor der Arbeit in die Hosen gesch… Neee, lassen wir das Thema. Aber ich bin wirklich froh, dass mir endlich mal einer versichern konnte, dass unsere Bahnen sicher sind. ;-)

Wählt die Markus Maibach Partei!

Wie treue Leserinnen und Leser von schweizweit.net wissen, war ich – politisch gesehen – bisher eher den Parteien rechts der Mitte zuzuordnen. Dies hat nun ein Ende! Ab sofort bin ich Kantonspräsident der Bündner Sektion der Markus Maibach Partei MMP MaMaPa!

Denn wer weiss: Vielleicht werde ich unter den Fittichen meines Parteivorsitzenden Maibach auch mal noch zu einem Verkehrsexperten und weiss so gut Bescheid, wie er…

Das ganze Interview mit Markus Maibach gibt es unter diesem Link.

Markus Maibach – Isch kandidiere weiss Bescheid!

Nein, Spass beiseite: Hat Markus Maibach uns wirklich so viel Neues erzählt? Eigentlich nicht, oder? Ich bin überzeugt, dass 90 Prozent der schweizweit.net-Leser im Interview nichts mitgeteilt bekamen, was sie nicht schon vorher wussten. Deshalb bin ich der Überzeugung: Wenn er sich “Verkehrsexperte” nennen kann, dann dürfen wir das schon längstens! ;-)

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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{ 27 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

Jeremy August 19, 2009 um 15:44

Dochdoch, der Mann ist ein Mann des Wissens. Zumindest hat er ein Buch:

“Schweizerische Verkehspolitik, von Herr Maibach”

Das kann man sogar bei Amazon bestellen – voll der Experte ;)

Aber sind Wir mal ehrlich: Wer erzählt heutzutage schon was neues? Meine Kunden z.B. haben das Gefühl ich sei voll der Allwissende – dabei lese ich nur oft Onlinenews etc. da kommt halt einiges zusammen zu dem Thema, auf dem ich Experte bin.

Aber erzähl mal einem Radio DRS1 Hörer, das Wir das dichteste Netz haben – dann ist das was neues :D

Übrigens: Ich hatte in den letzten 4 Tagen 4 Pannen erlebt mit jeweils mindestens 15Min Verspätung. Wenn einer, dann bin ich der Verspätungs/Störungsexperte bei der SBB *Rofl*

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theddy August 19, 2009 um 15:45

Ach – die “Experten” sind immer wieder zur Stelle, wenn mal irgendwo nicht alles rund läuft. Auch im Bereich der Aviatik gibt es diese unzähligen “Experten” – und die Medien zitieren diese immer gern und schnell.

Klar läuft bei der Bewältigung einer Panne nicht immer von allen alles perfekt – das habe ich schon öfters selber erlebt.

Doch kann man diese Ereignisse kaum heranziehen, um dann eine Gesamtaussage zu machen.

Ich musste heute wieder einmal nach Bern und war dann für meine Rückreise zu früh auf dem Bahnhof. Der Betrieb der ein-, durch- und ausfahrenden Züge ist immer wieder beeindruckend – und das ganze Netz SBB, BLS und der anderen privaten Bahnen so dicht, dass man eigentlich feststellen müsste, dass Pannen sehr selten sind. Ich wünschte mir (Achtung, Expertenaussage) in solchen Fällen manchmal, dass noch professioneller reagiert und der Bahnkunde nicht vergessen wird – gute, verlässliche Informationen sind da nötig. Und wenn es noch keine solchen gibt, soll der Kunde das auch wissen – keine Information ist einfach das Schlimmste.

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honigbaerli August 19, 2009 um 15:46

ja unsere staatlichen medien interviewen ja sehr oft oder besser gesagt fast immer theoretiker die sich als fachleute schimpfen..
meistens sind das aber nach meiner meinung schreibtischtäter oder nicht wargenommene verkappte fachidioten…so sehe ich das jedenfall, ich würde mich nie als experten würde ich mich aber nie bezeichnen eher als als jemand der von der bahn vieles weiss und schon einiges mit ihr erlebt hat!
dieses gebaren ist aber wohl eine zeiterscheinung es gilt heute nix mehr wenn man sich nicht als manager oder experten bezeichnet aber das sind leider auch nur menschen und was sie anrichten können sieht man ja der momentanen finanzkrise..aber manager müssen leider nicht geradestehen für ihre fehler sie werden noch mit geld belohnt dafür!

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Sam August 19, 2009 um 16:11

Glücklicherweise bin ich somit auch kurz vor unserer 10000km langen Reise per Zug auch noch Verkehrsexperte geworden :-) Denen sag ich’s dann schon noch, du!

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Ischkur August 19, 2009 um 16:25

@Teddy Das sind doch auch die Aviatik-Experten, die bereits wissen, warum ein Flugzeug abgestürzt ist, bevor es gefunden wurde.

Unsere Medien berichten aber auch jeden Schrott. Da ist es leicht, ein Experte zu sein.

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Andreas Hobi August 19, 2009 um 16:27

@ Sam:
So, gleich mal den Feed von Orientimpress abonniert. Bin gespannt auf die Beiträge, die ab Oktober kommen werden und wundere mich, dass ich nicht schon früher auf euren Reiseblog aufmerksam wurde…

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Piero August 19, 2009 um 19:11

Das ist ja wahnsinn wie allwissend Markus Maibach doch ist. Solche Leute braucht das Land, dann ist die Wirtschaftskrise bald vorbei – weils keine Wirtschaft mehr gibt.

Erinnert mich auch an die “Experten” bei den Übertragungen von Fussballspielen.

Und der Markus Maibach hat echt ein “Experten”-Buch geschrieben? Was steht da drin? Das die Eisenbahn auf Schienen fährt?

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piz August 19, 2009 um 19:34

Andreas,
was willst du denn mit deinem Artikel aussagen? Maibach sagt auch nichts anderes, als Meyer, der in Interviews zu den Pannen Auskunft geben muss. Die Aussagen stimmen ja so – und es schadet nicht, immer wieder darauf hinzuweisen, warum die SBB immer störungsanfälliger wird. Hätten es nämlich alle begriffen, würde sich niemand aufregen, wenn er deswegen den Zug verpasst. Und du hättest einen bedeutend ruhigeren Job.

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Adrian Senn August 19, 2009 um 21:44

@THEDDY: Ja der mit der Info konnte ich auch Live erleben. In Dübendorf hatten wir vor ca einem halben Jahr eine Stellwerksstörung. Die beiden Hauptgleise konnten nur noch manuell bedient werden.
Für Reisende nach Zürich gab es recht lange Wartezeiten, da das FIS nicht funktionierte. Nur der Zugnummernmelder funktionierte, da ja die Züge in der restlichen Streckenabschnitten normal sichtbar waren. Abgesehen von den spärlichen Durchsagen durch die BLZ wurden auch keine lokalen Durchsagen gemacht. Unter anderem fährt vom Bahnhof Dübendorf die VBZ in sehr regelmässigen Abständen nach Stettbach. Und von da an, fuhr sogar die S9. In Dübendorf waren nur die S14 und S5, dafür ausnahmsweise mit Halt, unterwegs.
Die Devise – grundsätzlich den Betrieb aufrechterhalten – mag richtig sein, lässt aber den Kunden trotzdem im Regen stehen. Und mit der Zentralisierung wird das Problem nicht besser. Vor allem wenn plötzlich eine Spitzenlast durch ein ausserordentliches Ereignis auftritt. Ich bin da für die Zukunft skeptisch, dass es besser wird. Eine Lösung wäre automatische Durchsagen, die einmal aufgenommen, automatisiert wiederholt werden. Und dies kann spezifisch pro Bahnhof gemacht werden. Nur denke ich, dass da die Steuerung noch zu wenig intelligent ist, um dies umzusetzen.

Ja, ja auch ich bin ein Experte :-)

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Andreas Hobi August 19, 2009 um 22:27

@ Piz:
Andreas Meyer als SBB-Chef hat unter anderem die Aufgabe, den Kundinnen und Kunden den Bahnbetrieb und die Ursache von Störungen möglichst einfach und nachvollziehbar zu beschreiben.

Von einem “Experten” erwarte ich da schon ein bisschen mehr. Vorallem war ich bis anhin der Meinung, dass ein Experte doch ein deutlich mehr wissen und verstehen sollte, als Otto Normalschweizer.

Ansonsten könnte man anstelle eines (unter Umständen teuren) Experten auch genau so gut jemanden von der Strasse nehmen, der dann auch nicht so alles und nichts sagende Sätze von sich gibt wie: “Ich denke, wenn wir die Entwicklung des Bahnnetzes Schweiz betrachten, dann hat es auf jeden Fall eine systemische Komponente.”

;-)

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theddy August 20, 2009 um 07:04

Andreas Meyer als SBB-Chef hat unter anderem die Aufgabe, den Kundinnen und Kunden den Bahnbetrieb und die Ursache von Störungen möglichst einfach und nachvollziehbar zu beschreiben.

Da bin ich jetzt nicht einverstanden, ich mit meiner technischen Ausbildung und als regelmässiger Bahnkunde hätte schon gerne etwas ausführlichere Darstellungen. “Möglichst einfache” Erklärungen kommen mir manchmal zu schnell als “billige Ausreden” vor – immerhin kann man die Berichte der UUS auf dem Internet finden.

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David August 20, 2009 um 19:51

Danke für den sehr amüsanten Artikel, gerade solche Geschichten lese ich immer gerne auf schweizweit.net.

Dass die Schweiz ein sehr dichtes Eisenbahnnetz mit System hat ist sogar schon zu mir nach Österreich durchgedrungen! :-)

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Martin August 20, 2009 um 22:52

Dem UUS fehlt es leider selbst an Fachwissen. CEO Meyer hat Recht, vielfach ist eine einzelne Person an Verspätungen schuld, nur macht dieser Mitarbeiter den Fehler nicht absichtlich. Will Meyer eine zuverläsige und leistungsfähige Bahn muss er qualifiziertes Personal anstellen und dieses auch ständig weiterbilden. Eine Strafe kann nicht wirken, wenn es keine Absicht war.

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theddy August 21, 2009 um 05:55

Dem UUS fehlt es leider selbst an Fachwissen.

Ah, endlich meldet sich DER Verkehrsexperte hier zu Wort und spricht Klartext…

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Sandra-Lia August 21, 2009 um 12:19

Ah, ich bin in was Expertin.. nun, ich weiss noch ein weiteren Grund für die Pannenserie: Herr Meyer spart gerne am falschen Ort (siehe SBahn Berlin), also besonders bei Sicherheit, Revision und vorallem beim Personal. Hauptsache, er wird reich!

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Martin August 21, 2009 um 22:04

Andi, ich glaube, du hast die zentrale Aussage des Herrn Maibach nicht verstanden, denn wenn man das Interview hört, wird klar, dass es ihm um die gegenseitigen Abhängigkeiten der verschiedenen systemischen Komponenten geht (Bedeutet: ein Fehler im Betrieb verursacht eine Kette von Problemen) und darum, dass aus politischen und wirtschaftlichen Gründen (heisst: aus Profitdruck) keine weiteren Redundanzen geschaffen werden können. Ehrlich gesagt, diese Aussage macht Sinn.

Was soll dein Artikel nun genau aussagen? Das Interview war vielleicht intellektuell nicht ein Höhenflug, aber dumm war es bei weitem nicht. Was hättest du dir denn von einem Experten überhaupt erwartet? Als Verkehrsexperte ist von ihm nicht zu erwarten, sämtliche technischen Details über den Hergang der einzelnen Störungen zu kennen, sondern in einem grösseren Kontext das System des öffentlichen Verkehrs zu kennen.
Die Satzstücke, die du von ihm zitierst, sind nicht seine eigentlichen Aussagen, sondern Teile seiner Argumentation. Er hätte es auch in einem Satz ausdrücken können, aber das wäre ja dann dem “Otto Normalbürger” vielleicht ein wenig zu abstrakt gewesen.

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Martin August 22, 2009 um 01:59

Verkehrsexperte bin ich nicht aber Experte des Eisenbahnbetriebes. Von Aviatik verstehe ich als Aircraft Engineer auch einiges.
Dem Leiter der UUS, Walter Kobelt, Masch. Ing. ETH fehlt eine bahnspezifische Ausbildung. Experten müssen zwingend detailiertes Fachwissen besitzen, andernfals sind sie Laien, Banausen oder im besten Fall Dilettanten.

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Jeremy August 22, 2009 um 09:09

@Andreas, Respekt: 8x Bern nach Basel und 7 mal eine Störung im Betrieb. Heute -jetzt – Fahrleitungsstörung zwischen Olten und Basel. Somit bin ich schon fast ein Dr. Prof. der Verkehrsexperten :D

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Andreas Hobi August 22, 2009 um 09:23

@ Jeremy:
Ja leider, zwischen Sissach und Olten. Es läuft momentan gerade nicht so… :-/

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Sandra-Lia August 22, 2009 um 16:08

naja, diesmal kenn ich wenigstens die Ursache, denn ich Sass in der Ursache, und darüber gibts jetzt gleich dann ein ausführlichen Bericht mit tollen Bildern.

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Sandra-Lia August 22, 2009 um 16:55

PS: Bericht ist veröffentlicht!

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Andreas Hobi August 23, 2009 um 22:03

@ Sandra-Lia:
Danke für den Bericht. :)

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Sandra-Lia August 25, 2009 um 11:01

immer gern

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Gumbo September 2, 2009 um 09:41

Jeremy
Ich als regelmässiger Zugfahrer höre auch sehr oft von Fahrleitungs-, Signal- und Lokstörungen und habe subjektiv das Gefühl, die Technik sei zwar komplex aber immer weniger zuverlässig.

Dazu kommt schlechter Service im Zug: Beispiel: Alte S-Bahn hatte 2 (wenn auch strotzend vor Dreck) WCs auf 3 Wagen. Neue Siemens-Züge haben auf 4 Wagen noch eine. Die ist defekt, was macht der Reisende? Steigt aus und wartet auf die nächste S-Bahn?
Minibar: Kaffemaschine defekt. Heute nur Instant-Kaffee.
Schalter: Dauerschlange, für Billette (z.B. Rundfahrten oder Reservationen), die es nicht im Automaten gibt, stehtste an, aber dann richtig.
Ich glaube, an einigen Orten wird zuviel gespart.
Es fehlt oft nicht am Willen der Angestellten.

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Sandra-Lia September 2, 2009 um 13:28

Nein, die Angestellten sind hier nicht die, die es Falsch machen (jedenfalls nicht immer). Aber der Herr A. M!!!

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Michu Oktober 25, 2011 um 16:48

Ich glaube das Problem liegt eher bei dien Medien. Insbesondere bei Radio sucht man häufig jemanden, der zu einem Thema ein (mehr oder weniger) kompetentes Statement abgeben kann, damit das ganze einen besser recherchierten Eindruck hinterlässt.

Antworten

Andreas Hobi Oktober 26, 2011 um 00:54

Da ist definitiv etwas dran…

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