Hysterische Dame, arabische Studentengruppe und deutsche Betrüger am Street Parade-Samstag 2009

von Andreas Hobi am 13. August 2009 · 23 Kommentare

Das Arbeiten während der Street Parade ist jedes Jahr wieder von neuem ein Erlebnis. Verrückte Leute im Zug, super Stimmung im HB und überdurchschnittlich hohe Umsätze bei den Billettverkäufen im Zug sind garantiert. Auch dieses Jahr ziehe ich im Grossen und Ganzen ein positives Fazit. Leider gab es aber auch das eine oder andere negative Erlebnis. Eine hysterische High Society-Dame in Chur, eine arabische Studentengruppe zwischen Zürich und Bülach sowie diverse Toiletten, parfümiert mit einer dezenten Duftnote à la Erbrochenem fand ich nicht so toll.

Streetparade, Zurich 2008
Bild © (cc) sharon.schneider (flickr.com)

Die hysterische Dame in Chur

Wo gearbeitet wird, da passieren Fehler. Und auch bei mir – man glaubt es kaum – kommt da hin und wieder vor. So am vergangenen Samstag. Ich stehe vor meinem Zug; vor mir vier Personen, die eine Auskunft wollen. Ein Ehepaar und zwei Alleinreisende. Gleichzeitig stösst eine aufgetakelte Frau hinzu, in einem Arm ihr Kleinkind, mit dem anderen versucht sie, den Kinderwagen hinterher zu schleppen.

“Sie grüezi in welli Richtig fahrt dä Zug? – Sie haltet Sie in Wädi? – Dä Zug fahrt in diä Richtig. – Sie wänn sind mir in Züri? – Sie, hätts in dem Erstklasswage da na Platz? – Ja, mir halten unter anderem au in Wädenswil. – Am 15:47 sind mir in Züri. – Ja, in dä erste Klass händ sie na meh als gnüegend Platz.”

Ein wildes Durcheinander an Fragen und Antworten also. Darunter auch die Frage der High Society-Dame, welche – wie sich später herausstellen wird – von St. Moritz her kommt. Sie will wissen, ob es hier in der ersten Klasse noch Platz habe. Ich antwortete ihr, dass es noch mehr als genügend freie Sitzplätze habe.

Was ich aber nicht realisierte: Während sie ihre Frage stellte, zeigte sie auf den Wagen hinter mir. Das wurde mir dann zum Verhängnis. Denn dieser Wagen war 2. Klasse.

Zwei Minuten später höre ich ein Geschrei und die Dame, welche wutentbrannt den Kinderwagen – mehr werfend als stossend – aus dem Zug befördert. Schimpfend ruft sie nach mir, will wissen, weshalb ich sie in die zweite Klasse gelotst habe.

Ich entschuldige mich in aller Form und weise darauf hin, dass zum vorherigen Zeitpunkt viele Reisende eine Auskunft wollten und ich dabei wohl ein Detail übersehen hätte. Doch das will sie nicht gelten lassen. “Ein miserabler Service ist das! Grottenschlecht! Kein Wunder haben Sie es nicht zu mehr gebracht!”

“Ihrer lebdig lang wärden Sie än eifache Kondukteur bliebe, das säg i Ihne!”, verabschiedet sie sich schnaufend in die erste Klasse.

Ein älterer Herr, welcher den Schluss noch mitbekommen hat, nähert sich mir. “Sie, wo geht es in die erste Klasse?” Halb baff, halb wütend, halb erstaunt wegen der Dame rutscht es mir heraus: “Einfach dieser hysterischen Dame nach!” Der Herr schaut mich ganz verdattert an.

Später, während der Kontrolle im Zug sagt die Dame kein Wort mehr. Ich auch nicht. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Dame denke, sie sei etwas besseres.

Die arabische Studentengruppe

Im HB angekommen, finde ich das übliche Tohuwabohu vor. Ein Durcheinander von Reisenden, Freaks, solchen die Freaks sein wollen und Polizisten aus der Schweiz, Italien und Deutschland. Und Abfall. Abfall und Güsel, wohin man schaut. Zürich ist während der Street Parade die Müllhalde der Nation.

Nach einer Pause, in der ich viel gelacht habe (natürlich erst dann, wenn die Leute, welche für mein Lachen verantwortlich waren, bereits an mir vorbei gelaufen sind) geht es für mich weiter nach Schaffhausen. Der Zugpersonal-Einteiler hat mir für diesen Zug sogar noch zwei Kondukteure zugeteilt, welche “Perrondienst” haben. Das heisst, sie stehen vor dem Zug und beantworten Fragen der Reisenden, fahren selber aber nicht mit.

Da jedoch der Kollege, welcher mich nach Schaffhausen begleiten wird, bereits anwesend ist, sage ich den beiden “Perrondienstlern”, dass sie von mir aus in die Pause gehen können. Doch irgendwie wollen sie das gar nicht; und als der nächste Zug am gleichen Perron einfährt, weiss ich auch warum: Sehr genau werden die aussteigenden Damen in ihren knappen Outfits (oder wie sagt man diesen paar wenigen Quadratzentimetern Stoff auf der Haut) begutachtet. Tja, so ein Anblick gefällt natürlich weit besser als jede Pause! ;-)

Kurz vor der Abfahrtszeit meines Zuges verschwinden dann meine beiden Perrondienstler und ich höre sie noch sagen: “Du, wo fährt der nächste Zug ein…?”

Es gab viel zu sehen und die Zeit schritt rasch voran. Bereits war es Zeit für die Abfahrt nach Schaffhausen. Wir wären auch tatsächlich pünktlich abgefahren, wenn da nicht diese 25-köpfige arabische Studentengruppe gewesen wäre.

Was diese Studenten genau machten, wieviel Verspätung wir dadurch erhielten, und weshalb ich alle 25 Personen in Bülach hochkant aus dem Zug schmiss. Das meine lieben Leser, erfahrt ihr in einem separaten Artikel demnächst hier auf schweizweit.net.

Deutsche Betrüger reisen in die Schweiz ein

Auf der Rückfahrt nach Zürich war der Zug noch voller als vorhin zwischen Zürich und Schaffhausen. Vorallem sitzen deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger im Zug, welche an die Energy und “Moving City” Zürich wollen. Die meisten haben bereits Billette, einige wenige lösen im Zug noch nach. Erstaunlicherweise beschwert sich auch niemand über den Zuschlag von 10 Franken für das Lösen im Zug.

Nur ein Fahrgast hält sich für besonder klug. Kaum hatte ich den Wagen betreten, steht er auf und läuft mir entgegen:

  • Fahrgast: Moin moin, ich hätte noch gerne vier Tickets für Zürich.
  • Ich: Vier Fahrscheine Schaffhausen – Zürich? Ohne Ermässigung?
  • Fahrgast: Genau. Einfache Fahrt. Bezahle ich einen Zuschlag, wenn ich jetzt bei Ihnen löse?
  • Ich: Ja, der Zuschlag für das Lösen im Zug ist zehn Franken pro Billett?
  • Fahrgast: Pro Fahrschein???? Aber ich habe mich ja jetzt bei Ihnen gemeldet?!
  • Ich: Leider erst, als ich bereits im Wagen war.
  • Fahrgast: Ach so. Und da kann man nichts machen? Touristenrabatt?
  • Ich: Neee, leider nicht.
  • Fahrgast: Na dann. Ein Versuch war es ja wert…

Erstaunt hat es mich, wie rasch der Fahrgast am Schluss einlenkte. Er akzeptierte meine Entscheidung und bezahlte den geforderten Preis anstandslos. Schade, dass nicht alle Kunden so sind.

Erst kurz vor Zürich schaffe ich es in den vordersten Wagen des Zuges. Als ich beim Betreten des Waggons meinen Blick schweifen lasse, sehe ich einzig eine Dame mittleren Alters, welche in einem Abteil sitzt. Sie hat noch eine Frage betreffend ihrem nächsten Anschluss und so bin ich für einen kurzen Moment abgelenkt.

Plötzlich sehe ich, wie von vorne vier junge Leute auf mich zukommen. Sie sehen nicht gerade wie typische Reisende der ersten Klasse aus und deshalb halte ich sie auf, als sie sich an mir vorbeidrängeln wollen: “Mooooooment, die Billette bitte!”

Zum Vorschein kommen vier Zweitklassbillette Schaffhausen – Zürich. “Haben Sie bereits einen Klassenwechsel gelöst?”, will ich wissen. Doch die vier geben an, gar nicht in der ersten Klasse gesessen zu haben. “Wir sind jetzt gerade von hinten gekommen, weil wir ein freies Abteil suchten. Und da wir glaubten, weiter vorne habe es noch Wagen der zweiten Klasse, durchquerten wir die erste Klasse. Als wir vorne merkten, dass dem nicht so ist, kehrten wir um.”

Dem geneigten Leser muss ich an dieser Stelle rasch erklären, dass wir uns in einem sogenannten “AD” “AS”-Wagen befanden. Die vordere Hälfte dieses Wagens besteht aus einem Gepäck- und Dienstabteil, bei der anderen Hälfte sind Abteile der ersten Klasse. Wenn man den Wagen von der Eingangstüre her betritt, sieht man direkt auf die Türe zum Dienstabteil. Man kann also Personen, die in diesem Wagen stehen, unmöglich übersehen. Aus diesem Grund musste ich annehmen, dass die Personen sassen, als ich den Wagen betrat.

“Nun, als ich vorhin aber in den Wagen kam, da stand niemand. Weshalb haben Sie sich denn in der ersten Klasse hingesetzt?”, wollte ich wissen. Doch diesen Vorwurf wollen sie nicht gelten lassen: “Nee nee, wir sassen ja auch gar nicht! Dort vorne, bei dieser Dienstabteil-Türe, da merkten wir, dass es nicht mehr weitergeht. Und dort kehrten wir auch gleich um.”

Entweder leide ich an Wahrnehmungsstörungen oder die vier Deutschen lügen mich von A bis Z an. Ich entschliesse mich, meine harte Linie durchzuziehen und verlange von allen vier Personen einen Klassenwechsel von Schaffhausen nach Zürich. Nur mit Murren bezahlen sie schliesslich. Als ich danach die Kontrolle fortsetze, merke ich, dass ganz vorne, zwei Abteile vor der Dienstabteil-Türe, eine ältere Frau sitzt.

Anscheinend hat sie die Diskussion vorhin mitbekommen: “Sie, looset Sie mal, junge Maa. I muess Ihne säge, dass diä vier jungä Bursche siit Schaffhuuse da eis Abteil vor mir sind gsesse. Sie händ das also scho richtig gmacht. Glaubend Sie denne joo nünt, diä händ sie faadegrad aagloge!”

Also hatte ich doch Recht und die vier versuchten, die SBB zu betrügen. Irgendwie wurmt es mich, dass wir in diesem Moment in Zürich HB einfahren und ich keine Zeit mehr habe, die Personalien zu erfassen. Hätte ich für die vier Deutschen eine Missbrauch-Meldung erstellt, bekäme die SBB nun insgesamt 400 Franken mehr.

Die Fahrgäste lassen sich die Street Parade nochmals durch den Kopf gehen

Street Parade heisst für viele auch einfach nur: Saufen saufen saufen. Und wie jedes Jahr, liessen sich die Fahrgäste in meinem Zug von Zürich nach Chur den Mix aus Street Parade, Alkohol, Drogen und anderen undefinierbaren Zutaten auf den Zugstoiletten, aber auch im Fahrgastraum nochmals durch den Kopf gehen.

Eine ganz üble Sache. Der Gestank ist ja das eine, daran kann man sich gewöhnen (und mir persönlich macht es inzwischen auch nicht mehr so viel aus). Aber das andere ist: Es besteht ständig die Gefahr, auf diesem Brei auszurutschen. Normalerweise kann man einen Schritt über das Zeug machen, aber in einem der vorherigen Jahre ist es mir tatsächlich passiert, dass ich einen Moment unachtsam war und auf der Treppe in einem doppelstöckigen Wagen ausrutschte. Glücklicherweise konnte ich mich gerade noch halten, bevor ich mit meinem Allerwertesten in der Sauce landete…

Der witzigste Fahrgast des Tages

An der Street Parade haben tausende von Ravern ihren Spass. Bei mir kam der Spass kurz vor Dienstschluss. Bei der Kontrolle stiess ich auf einen rund 17 Jahre jungen Jugendlichen, der friedlich schlief und sich nicht wecken liess. Alles schütteln und kneifen nützte nichts. Er verblieb in seiner Traumwelt.

Wie immer, wenn wir im Zug eine nicht mehr ansprechbare Person antreffen, informierte ich die Einsatzzentrale der Bahnpolizei und schilderte die Situation. Da der Jugendliche einen normalen Puls hatte und auch sonst keine Anzeichen vorhanden waren, die Grund zur Bersorgnis hätten geben müssen, entschlossen wir, erst in Chur eine Patrouille zum Zug zu schicken. Zum Zeitpunkt des Anrufes befanden wir uns irgendwo zwischen Wädenswil und Pfäffikon.

Wir passierten einen Bahnhof nach dem anderen, hielten mal da, mal dort, Laute kamen und gingen. Nur der junge Mann, der schlief weiterhin an seinem Platz. Ein Fels in der Brandung.

In Chur dann kamen zwei zivile Kantonspolizisten zum Zug. Auch sie hatten Mühe, den Jugendlichen zu wecken, schafften es aber irgendwie. Aufstehen konnte er noch nicht. Aber immerhin schien er zu begreifen, dass da drei Leute vor ihm stehen, die irgendwas von ihm wollen. Was er dann bot, war eine humoristische Einlage der Extraklasse.

  • Jugendlicher: Hey Lüüt, was isch los? Was lauft?
  • Polizist 1: Grüeziwohl! Kantonspolizei. (Zeigt seinen Ausweis und stellt sich und den Kollegen vor.)
  • Polizist 2: Wo möchten Sie hin?
  • Jugendlicher: Hey nei, lönd mi schlofe! Machend kei Stress!
  • Polizist 1: Schlafen können Sie zu Hause. Haben Sie einen Ausweis?
  • Jugendlicher: Jaja, han i, han i. (Legt sich hin und schliesst die Augen.)
  • Polizist 2: Dürfen wir rasch schauen? Wo haben Sie den Ausweis?
  • Jugendlicher: (Öffnet das eine Auge, legt die linke Hand auf seine Hosentasche.)
  • Polizist 2: (Nimmt den Ausweis hervor.) Herr Meier, wo möchten Sie hin?
  • Jugendlicher: Nch brnnä.
  • Polizist 2: Wohin?
  • Jugendlicher: He mann, brnnä hni gseit. Wsch wo das isch?
  • Polizist 2: Entschuldigen Sie, ich verstehe Sie nicht.
  • Jugendlicher: Brunnä!
  • Polizist 2: Aha. Brunnen? DAS Brunnen? Ähm… Wissen Sie, wo Sie jetzt gerade sind?
  • Jugendlicher: Gseht us wiä än Zug.

An dieser Stelle schauen wir drei uns an und müssen schmunzeln. Langsam erwacht der Jugendliche und wird damit auch gesprächiger.

  • Polizist 1: Sie sind in Chur. Kanton Graubünden. Wissen Sie, wo das ist?
  • Jugendlicher: (Erschrickt, setzt sich auf, schaut aus dem Fenster) Was, wooooooo bin ii? Hey nei, Lüüt, ihr machend Witz! (Lacht) Ihr händ doch kei Ahnig! Chur! Ha! (Legt sich wieder hin und schliesst die Augen.
  • Polizist 1: Wir machen keine Witze. Kommen Sie mal mit, wir gehen nach draussen.

Wir verlassen den Zug. Auf dem Perron versuchen die beiden Kantonspolizisten, die Identität des Jugendlichen zu klären.

  • Polizist 1: Sie wohnen also in Brunnen, stimmt das so?
  • Jugendlicher: Korrekt, mann. Hey man, du bisch aber huere gschwind vo Begriff! Söttig Lüüt bruchts bi dä Bulle!
  • Polizist 1: Danke schön. Und an welcher Strasse wohnen Sie?
  • Jugendlicher: Dörfsch drei mal rote. Mal luege, ob immer na so gschwind vo Begriff bisch.
  • Polizist 1: Ach nein, wissen Sie, das dauert sehr lange, wenn ich raten muss. Wollen Sie es mir vielleicht nicht einfach rasch verraten?
  • Jugendlicher: Gsehn ich so us, als ob ichs dir würd verrate? (Lacht.)
  • Polizist 2: Sie würden uns die Arbeit sehr erleichtern, wenn Sie uns Ihre Adresse rasch sagen.
  • Jugendlicher: Denn zähl mir doch mal diä Strassene uf, wo du kennsch. I säge denn Stop wenn mini Strass chunt.
  • Ich: Gebt mir doch rasch sein Gleis 7-Abo, dann schau ich rasch nach.
  • Ich: (1 Minute später) Bahnhofstrasse 30, richtig so?
  • Jugendlicher: Ihr sind doch diä geilste!!

Während die Polizei überprüft, ob gegen den Jugendlichen etwas vorliegt, schreibe ich ihm den Fahrplan nach Brunnen heraus und erkläre ihm, wo er umsteigen muss.

  • Ich: Halten Sie sich bitte an diesen Fahrplan. Es ist Ihre letzte Verbindung, sie Sie heute nach Brunnen haben. Wenn Sie einen dieser drei Züge verpassen, müssen Sie die Nacht draussen verbringen.
  • Jugendlicher: Du bisch geil. Äh… wo muess i scho wieder umstiege?
  • Ich: Zürich und Arth-Goldau.
  • Jugendlicher: Hey nei, nid scho wieder uf Züri. Häschmer nid ä besseri City? Diä Chicks in Züri chasch eeeeh nöd bruuche!
  • Polizist 1: Die Chicks in Zürich wollen bestimmt auch nicht mehr von Ihnen, in diesem Zustand. Glauben Sie mir, es ist besser, sie gehen jetzt nach Hause.

Wir begleiten den Herrn von einem Perron auf das andere, so dass er zumindest in Chur in den richtigen Zug einsteigt. In der Churer Unterführung sind diverse andere Leute.

  • Jugendlicher: (brüllt in der Unterführung) Hey Lüüt! Luegend mal! I han zwei Bodyguards! Diä zwei Jungs da sind Bulle und dä ander isch sone geile Kontrolleur vo dä SBB! Diä drei sind dä Hammer, diä müend ihr gseh haa!

Der Jugendliche wird in den Zug gesetzt. Er fragt nochmals, wo er umsteigen muss. Danach verabschieden wir uns von ihm.

  • Jugendlicher: Ja hey halt halt! Stoooop! Wo gönd ihr jetzt hii?
  • Polizist 1: Sie sind jetzt im richtigen Zug. Nun können wir Sie alleine lassen.
  • Jugendlicher: Ja nei, hey, das chönt ihr nöd mache! Was lauft? Ihr chömend gfälligst mit!
  • Polizist 2: Wohin sollen wir mitkommen?
  • Jugendlicher: Dänggs nach Brnnä!
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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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Steven Eling August 13, 2009 um 21:14

fahren denn nach Schaffhausen auch IC2000? weil Sie von einem AD schreiben, bei den EW IV heisst der Wagen nämlich AS ;)

gruss, Steven

Antworten

Andreas Hobi August 13, 2009 um 21:53

@ Steven Eling:
Nein, nach Schaffhausen fahren tatsächlich eher selten IC2000. ;-) Habe den Tippfehler natürlich gleich korrigiert.

Antworten

Schneeflocke August 13, 2009 um 22:09

Köstlich, der letzte Abschnitt ;) Wenn nur alle Betrunkenen so friedlich wären…

Antworten

Hermi August 13, 2009 um 23:02

Hey du besch Profi, und Profi mached kei fähler. Dörfsch aso e B4 jo ned metemne A4 verwechsle. wegseit besch Profi. :)

usserdem muesi aso scho sägä wene Bodyguard gsesch aso ned gad uus. :D

Öbrigens ei uussag stimmt de ned ganz:
“Zürich ist während der Street Parade die Müllhalde der Nation.”
Züri isch s ganz joor d Müllhalde vor Nation. :P

Antworten

Andreas Hobi August 13, 2009 um 23:49

@ Hermi:
Drum hätt dä Typ vermuetli au nur vo ZWEI Bodyquards gredet und nöd vo DREI. ;-)

Tja, vilicht sött i halt au mal chli uf Olte, mich uf dä neust Stand ga bringe lah. Aber nur unter dä Bedingig, dass i denn ufem Heiweg au sone netti Begleitig han wie du häsch gha. :-)))

Antworten

Hermi August 13, 2009 um 23:57

Jo aso esch schono zimli intressant gse. am 25 muesi de uf bern chlei go mölele, welli jo dozmol de prellbock zeme gschietet han. und weni glöck han triffi de weder sone netti begleitig. ( esch öbrigens au e grund weso asi ned 1. kl fahre. :) )
Hanere öbrigens gseit si dörfi s nöchstmol ruig chli frech zu der sii. de rest vom weg hemmer de sehr aagregt diskuitert. :D

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Michael August 14, 2009 um 00:32

Das erinnert mich doch grade an meine Einsätze in Wengen während der Lauberhornrennen. Als ich da eines Jahres an der Gepäckaufbewahrung meinen dienst tat, standen plötzlich auch zwei sichtbar nicht mehr so ganz nüchterne Innerschweizer in typischer Innerschweizer Bekleidung hinter mir, die anfingen mir tatkräftig behilflich zu sein. Mit viel gutem Zureden, Anschieben und nach der Suche eines verlorenen Deckels einer leeren Flasche waren die zwei dann doch irgendwann wieder dort wo sie hingehörten. Interessant dabei war, dass es tatsächlich Kunden gab, die sich von den zweien – sie waren wirklich sturzbesoffen – bedienen liessen…

Antworten

Andreas Hobi August 14, 2009 um 00:37

@ Hermi:
Diä Prellbock-Gschicht mueschmer denn mal no verzelle, vo dem han i jo na gar nünt ghört. Wieso hätt sie sölle frech zu mir sii?

@ Michael:
Kann mir gut vorstellen, wie das so zu und her ging… ;-)

Antworten

Hermi August 14, 2009 um 10:00

Han jo det de spruch laufeloo wege de Luftfederig und vowege chonisch de lüüt den selber erkläre weso asmer nunu 90 fahrend. seb hett sei zum schmunzle brocht, de hani ebe gseit me mös hald mängisch chli frech si zudene kondis sus hegends s gfühl sie “dörfend alles”. :D deför hemmer de ebe de rest vom wäg no miteander quatscht. :)

und seb metem bock do gets eigentli ned vell z verzelle. z churz distanz aagäh. äswo im facbook müest no es foti vonem sii. :)

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Gumbo August 14, 2009 um 11:04

Schneeflocke:
Betrunken und friedlich, ja aber, wenn Sie täglich mit solchen blöden jungen Laferi zu tun hätten, frage ich mich, ob sie sich dann nicht fragen würden, ob man mit diesen eigentlich immer so lieb-lieb machen sollte. Die Polizei ist heute oft viel zu geduldig. Im Ausland würde der Beschriebene Clown erst mal ein wenig in eine Zelle mitgenommen, um seinen Suff auszuschlafen.
Hat er die Fahrt nach Chur eigentlich bezahlt?

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Gumbo August 14, 2009 um 11:22

Bitte hört mit Mundartschreiben auf. Das kann man ja nicht lesen. Mundart ist eine gesprochene Sprache.

Antworten

Andreas Hobi August 14, 2009 um 11:43

@ Gumbo:
Ab Ziegelbrücke war sein Gleis 7 gültig. Für die Strecke zuvor erhält er eine Rechnung. (Und die Rückreise kann er natürlich auch mit dem Gleis 7 bestreiten.)

Antworten

Gumbo August 14, 2009 um 17:52

Streetparade oder ähnliche Massenbesäufnisse sind Mode in Zürich und sind für die Teilnehmer wohl affengeil, aber die Stadt, ihre Einwohner, oder auch der Bahnhof und die Züge haben nur Lärm, Dreck und Kotze davon.
Schöne neue Zeit.

Antworten

Piero August 15, 2009 um 11:16

Zur Ersten Geschichte:

Die Frau ist sicher Autofahrerin. Fleissige Zugfahrer und Innen sind meist tolleranter und wissen meist auch wo alles ist. Ausserdem sollte die werte Dame ja lesen können – steht ja immer so eine Zahl irgendwo, meist eine 2, ab und zu eine 1.

Zur Zweiten Geschichte:

Ich warte auf den ausführlichen Bericht ;)

Zur Dritten Geschichte:

Danke für den Tipp, vielleicht kontrollieren nicht alle so gut wie du :P

Solche Leute versuchen es immer wieder, die wissen doch, dass ihnen sicher nicht viel passieren kann – oder verschickt die SBB Rechnungen ins Ausland?

Zur Vierten Geschichte:

Da ich schon mehrmals Feste organisiert habe, bei dem einige ihre eingenomme Nahrung nicht mehr bei sich behalten konnten, kann ich mir sehr gut vorstellen, was es heisst. Nur ich konnte ein wenig Raumspray einsetzen, das geht wohl in einem Zugsabteil voller halbnackter, besoffener und kreidebleichen Ravern wohl nicht so gut.. obwohl.. bemerkt hätten sie’s ja doch nicht (mehr).

Zur letzten Geschichte:

Ob er “brnnä” erreicht hat? Vielleicht müsste man mal die Vermisstenanzeige durchforsten, der pennt sicher noch auf einem Abstellgleis im betreffenden Wagen :D

Antworten

Camma August 15, 2009 um 13:27

Herrliche Geschichten! Vielen Dank für das festhalten deiner Erlebnisse. Als GA mit Laptop sehe ich meistens eher die Arbeit als das Rundherum. Somit sind solche Geschichten oft eine Krönung des Tages, da ich sie mir sehr gut in 3D und Farbe vorstellen kann.

Antworten

Retro August 17, 2009 um 01:25

@11/GUMBO: Bünzli!!! :-P
(und das sage ich als Nichtschweizer)

Ich lese dieses Blog unter anderem gerade wegen der Mundart.

Antworten

Andreas Hobi August 17, 2009 um 10:55

@ Piero:
Zur dritten Geschichte:
Ja, die SBB verschickt auch Rechnungen in die meisten europäischen Länder. Nur wird dort das Inkasso ein bisschen schwierig, wenn jemand nicht bezahlt. Deshalb müssten wir wenn immer möglich vor Ort schauen, dass wir zu möglichst viel Geld (optimal wäre der volle Betrag) kommen.

Zur vierten Geschichte:
Unsere Reinigungskräfte haben ein spezielles Pulver, welches so ziemlich alles (auch den Geruch) bindet. Raumsprays haben wir – so weit ich weiss – nicht.

Letzte Geschichte:
Wer weiss, vielleicht hat sich die Geschichte im Tessin wiederholt, weil er in Brunnen nicht ausgestiegen ist. ;-) Ich stelle es mir schon bildhaft vor, zwei tessiner Polizisten: “Wissen Sie eigentlich, wo Sie sind??” :)

Antworten

Gumbo August 17, 2009 um 11:39

RETRO
Bitte keine Beschimpfungen! Das kannst du in deinem eigenen Land machen.
Ok, also, wenn alle einverstanden sind, machen wir dieses Forum auf Puuretüütsch. Andy, gäll.

Mach das mal in Deutschland. Zwei Teilnehmer beginnen plötzlich auf Platt zu schreiben. Wenn ein anderer Teilnehmer sie bittet, dies nicht zu tun, wird er als Spiesser beschimpft.

Antworten

Sven Jackisch August 20, 2009 um 12:55

LOL, na das hast du ja wieder das Unheil magisch angezogen :-).

Antworten

Doris August 28, 2009 um 17:25

Ich dachte immer die Street Parade läuft ruhiger ab. Irren ist menschlich, aber sei froh das Dir nichts ernsthaftes passiert ist.

Antworten

Andi Oktober 22, 2009 um 20:15

Seit der Streetparade ist zwar einige Zeit vergangen, aber an ein Ereignis kann ich mich gut errinnern:
ca. gegen 19:00 im Zürich Hauptbahnhof
Ich wollte gerade in den IR Richtung Basel einsteigen, da sehe ich wie einige 100m weiter eine Person auf den Zug klettert…
Neben mir kommt gerade ein Zugbegleiter aus dem Gepäckabteil. Sichtlich erschrocken und auf die Person zeigend sage ich zu ihm: “Lueged sie mal da stiegt über uf de Zug uffe” . Er: “Ja dänn stieged sie halt uf de Zug uffe”. Ich: “Nei, det vore stiigt öpper uf de Zug uffe”. Er schaut mich zuerst kurz an und sagt dann: “ja und was selli jetzt mache?”. Währenddessen muss die Person irgendwie auf der anderen Seite wieder herunter gekommen sein, denn ich habe sie nicht wieder gesehen. Der Zug ist dann natürlich pünktlich abgefahren, trotz beinahe Todesfall und schwerhörigen Zugbegleitern.

Antworten

Andreas Hobi Oktober 22, 2009 um 23:41

@ Andi:
Ja, da schien der Zugbegleiter tatsächlich etwas nicht ganz begriffen zu haben…

Die Geschichte erinnert mich an jenen Jugendlichen, der mal in Ziegelbrücke eine Bierdose minim öffnete, schüttelte und dann mit dem Strahl in Richtung Fahrdraht zielte. Dem habe ich dann aber die Meinung gesagt!

Antworten

Hermi Oktober 23, 2009 um 15:32

söttigi lööt sött me als lebendigi erdigsstange benutze dörfe. :)

Antworten

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