Aus einem Mail von Marc, einem treuen schweizweit.net-Leser:
Ist es eigentlich nun üblich das in den IC Züge bei der Ankunft an grössereren Orte neu die Nächste Anschlüsse sowie deren Abfahrtsgleise durchgegeben werden im Zug oder ist dies nur ein versuchsbetrieb ?
Meistens tönt das sehr unverständlich, vor allem im IC von Bern auf Biel, in Biel versuchen die Welschen irgendwas auf Deutsch zu erzählen ;)
Liebe Grüsse
Marc
Ich habe ihm geantwortet, dass tatsächlich seit einiger Zeit vor den wichtigsten Bahnhöfen die Anschlusszüge durchgegeben werden. Da ich davon ausgehe, dass dieses Thema auch andere Leser interessiert, komme ich nun ein wenig detaillierter darauf zurück.

Kundeninformation bei der SBB allgemein
Der SBB ist es ein grosses Anliegen, die Kunden je länger je besser zu informieren. Dazu bietet sie diverse Mittel an:
- Monitore in den Bahnhöfen
- Bessere Tools für das Zugpersonal
- Echtzeitfahrplan im Internet
- SBB NaviGo fürs Handy
- Fahrplan fürs iPhone
- SMS-Alarm
- etc.
Am Freitag, 22. Mai 2009, war dies unter anderem auch Thema in der Sendung “Rendez-vous” des Schweizer Radio DRS. In der Sendung kam auch ich ganz kurz zu Wort:
Der Zusammenschnitt der Sendung zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.
Kundeninformation in den Zügen
Es ist wichtig, dass die Fahrgäste möglichst früh informiert werden. Wenn möglich also nicht erst im Bahnhof, sondern bereits in den Zügen. Aus diesem Grund macht das Zugpersonal seit einiger Zeit vor grossen und wichtigen Verkehrsknotenpunkten entsprechende Anschlussdurchsagen.
Grundsätzlich werden dabei die nächsten fünf Verbindungen angesagt. Dies geschieht in der Sprache des jeweiligen Bahnhofes (also nicht deutsch und französisch und englisch, wie andere Durchsagen) und genannt werden der Reiseweg, die Abfahrtszeit und das -Gleis.
Besonders wichtig sind diese Informationen bei Verspätungen oder Gleisänderungen. So können wir den Reisenden oftmals schon im Voraus sagen, welche Anschlusszüge unsere Verspätung abwarten werden und welche den Bahnhof pünktlich – vor unserer Ankunft – verlassen.
Den Kunden gefällts
Wie ich schon in der Sendung Rendez-vous erwähnte, erhalte ich überwiegend positive Reaktionen seitens der Kundschaft. Die Reisenden sind froh um diese Informationen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die SBB auf einem guten Weg ist und diese Durchsagen wirklich etwas bewirken.
Natürlich lässt es sich nie ganz vermeiden, dass es auch zu Beschwerden kommt. So stören sich zum Beispiel einige wenige regelmässige Zugfahrer daran, dass die Durchsagen durch die Anschlussinformationen noch länger werden. Gleichzeitig sind es dann aber oft auch genau diese Reisenden, welche am falschen Gleis stehen, weil sie die Durchsage zur Gleisänderung nicht gehört haben oder nicht hören wollten. Und dann beschweren die sich über die Gleisänderung…
Anyway… Die Anschlussinformationen vor grossen Bahnhöfen haben sich bewährt. Aus dem von Marc erwähnten “Versuchsbetrieb” dürfte nun ein fester Bestandteil der SBB-Kundeninformation werden. Und die meisten Kunden freut dies.


{ 19 Kommentare… lies sie gleich hier unten oder schreibe einen }
Ist mir in der letzten Zeit auch aufgefallen. Jedoch muss ich häufig lachen ab den Versprechern.
ZB: ICE nach Konolfingen – Langnau – Luzern :S
Was mich jedoch stört, ist dass die Durchsagen meist sehr schlecht bis gar nicht verständlich sind.
Aus meiner Sich auch eine gute Idee. Allerdings gibt es solche Zugbegleiter die keine Durchsage in Zürich HB machen.
Einige Zugbegleiter machen trotzdem auch Anschlussdurchsagen auf englisch. (z.b. vor kurzem gehört mit einem IC aus Basel).
Interessant war auch dieser Fall: Weil der ICE 77 (19:07 Uhr ab Basel) ausfiel, mussten die Reisende mit dem IC 19:33 Uhr fahren. Weil es auch Reisende nach Thalwil, Wädenswil, Pfäffikon, Ziegelbrücke hätte haben können und der IC nicht dort hält, hat der Zugbegleiter auch gesagt: S-Bahn nach Thalwil, Wädenswil, Pfäffikon SZ, Ziegelbrücke Gleis 52.
Und noch ein Beispiel. Vor etwa zwei Wochen sagte ein Kondukteur in Zürich: Extrazug nach Winterthur, Schaffhausen Gleis 11. Doch solch ein Zug sah ich gar nicht.
@Andreas: Werden solche Durchsagen nur in Zürich HB gemacht oder bald auch an anderen Orten? (z.B. Bern, Basel, Luzern, etc.) P.S. hörte auch schon in Chur solche Durchsagen.
Ich finds nervig. Hat mich auch bei der DB schon immer genervt!
Was mich vor allem nervt sind diejenigen ZugbegleiterInnen, welche “Auf Geleise y” anstelle von “Auf Gleis y” sagen.
Oder, besonders für wenig fahrende mühsam: Manchmal kommen die Durchsagen nach der automatischen Durchsage “wir treffen in … ein” schon 5 Minuten vor der eigentlichen Einfahrt im Bahnhof.
Dass man das nicht automatisieren kann und man jeweils auf die Arbeitsbelastung des aktuellen Zugbegleiters angewiesen ist verstehe ich nicht wirklich.
Der Kommentar von Sandra beweisst, dass man es nicht in Allen Recht machen kann. Es wird immer Nörgeler geben. Wobei ich aber nicht meine, dass sie ihre Meinung nicht kundtun darf oder sollte.
@ Stefan:
Nein, die Durchsagen werden in allen grossen Bahnhöfen (Zürich, Bern, Basel, Genf, St. Gallen) gemacht.
Ich finde dies eine sehr gute Neuerung, aber es wird wohl noch eine Zeit dauern, bis alles perfekt läuft. Einerseits wird noch nicht immer ausgerufen (irgendwo habe ich mal gelesen, dass nicht alle Zugbegleiter mit einem passenden Gerät ausgerüstet sind), und es werden auch verwirrende Ansagen durchgegeben. Z.B. habe ich schon gehört, dass in ZH beim IR ..08 nach Aarau-Basel, “Basel” auch erwähnt wird. Reisende nach Basel würden aber besser den IC ..02 nehmen. Das gleiche Problem mit Zügen nach Bern. Einige Zugbegleiter machen es aber auch richtig und lassen “Basel” beim IR weg. Ich hoffe, es wird irgendwann noch automatisiert und mit der normalen Stimme durchgegegeben.
Ausserdem hoffe ich, dass man es bei diesen Bahnhöfen belässt. Es wäre zu viel des Guten, dies an jedem Halt durchzugegeben. An den Endstationen, sowie wichtigen Umsteigeknoten wie Zürich und Bern, finde ich es ok, weil die meisten dort eh um- oder aussteigen.
naja, die Frage nach den Anschlusszügen ist doch ganz einfach: auf dem Bahnsteig sollte halt mal rechzeitig! (SIC!) die Ansage kommen, nicht erst 1000 Jahre später. Dann bräuchte man auch keine im Zug. Ein Monitor im Eingangsbereich würde ich als Sinnvoller erachten.
Interessant ist es in Zürich, wenn man um xx.59 (planmässig) ankommt und der Anschluss xx.02 angesagt wird oder wenn im Zug von Bern der Anschluss nach Bern durchgegeben wird :)
Einmal war das System sogar etwas unzuverlässig: Unser Zug kam auf Gl. 11 an und der Anschluss war für Gl. 11 angesagt (effektiv wurden die Geleise des IC nach St. Gallen und des IR nach Konstanz vertauscht)…
@ Dominik:
Doch doch, das Gerät haben alle Zugbegleiter. Nur funktioniert es manchmal – zum Beispiel in Handy-Funklöchern – nicht. Ich denke, es braucht noch ein wenig Zeit, bis sich diese Durchsagen bei allen eingespielt haben.
Die Idee der Durchsagen in den Zügen macht Sinn, wenn
es Gleisänderungen gibt
Anschlüsse gefährdet sind
es sonstige Störungen gibt
Alles andere wären zuviel Informationen. Reisende haben sich (hoffentlich) vorher informiert, wo und wann ihr nächster Zug fahren wird.
Was mich zb auch noch etwas stört sind die Bahnhofsdurchsagen. In der Regel fangen die bereits bei der Einfahrt des Zuges an – und da wird es wohl noch kein Passagier des einfahrenden Zuges mitbekommen, wo, wann welcher Zug fährt.
Was die Information bei Störungen angeht:
Informieren ist immer gut, denn dann kann man selber abschätzen, ob man ev. sein Terminpartner über ein verspätetes Kommen informieren muss – oder ob die hoffentlich eingeplante Zeitreserve die Störung abfangen kann.
Ziel könnte auch sein, dass man per Handy sein Reiseziel eingibt und die Informationen, inkl. abgeänderte Ankunftszeiten, direkt aufs Handy verschickt wird.
Wie schon erwähnt: Wie immer beim Zugpersonal macht es jeder wieder ein wenig nach eigenem Gusto. Mich nervt es nicht, aber ich kann mit dem besten Willen nichts damit anfangen, wenn statt die Nummer des Gleises von “Bahnsteig” gesprochen wird. Seit vielen Jahren sind bei uns nur noch die Gleise numeriert.
Schlimm sind die Tonband-Ansagen im IR und IC, vor allem das nervige, gestelzte Englisch, wie es kein normaler Englischsprechender spricht.
@Sandra-Lia
Das mit den Durchsagen auf dem Perron ist so eine Sache… Die entsprechende Person, welche die Durchsagen sitzt wohl meistens mehrere Kilometer weit weg und hat keine Ahnung, wann der Zug still steht und die Reisenden aussteigen. Klar kann man es an verschiedenen Punkten ca. abschätzen, doch nicht jeder Zug hält gleich schnell. Und was besonders ins Gewicht fällt, nicht alle Reisenden steigen gleich schnell aus. Die einen sind schon weg, während andere noch aus dem Zug “stolpern”.
Leider ist es auch längst nicht so, dass sich die Leute vor der Reise informieren und vorbereitet sind. Viele steigen in Bahnhöfen einfach mal aus und schauen, wo der Anschlusszug fährt. Auch aus diesem Grund bevorzuge ich persönlich Monitore, an denen alle Informationen kurz und bündig daher kommen.
Wie schon festgestellt wurde, allen kann man es nie recht machen. Die einen nerven sich ab Durchsagen, während andere diese gar nicht beachten, wiederum andere laufen beinahe in Informationstafeln, lesen diese aber nicht. Kommt hinzu, dass Menschen “Gewohnheitstiere” sind ;)
äähm.. ich denke, das geht jetzt eher an mich als an Sandra-Lia :D
Das mit den Ansagen hast du recht, und ich bevorzuge auch gerne die Monitore, da die am aktuellsten sind und man die Info ist immer verfügbar.
Ich denke, in dieser Hinsicht muss auch die “Barrierefreiheit” berücksichtigt werden. Nicht alle können lesen (Mister Schweiz) oder hören, also macht es Sinn, dass die Anschlüsse wenn möglich visuell UND akustisch durchgegeben werden.
@Andreas
Nun ja, das mit der Barrierefreiheit ist so eine Sache:
Müssten dann nicht ALLE Verbindungen akustisch und visuell übermittelt werden? Überall? Man kann nicht davon ausgehen, dass ein Blinder nur IC oder IR Züge benützt…
Und wenn wir schon dabei sind: Für Rollstuhlgänger müssten sofort alle Einstiege ebenerdig sein.
Ach ja: Bitte dann die Durchsagen auch in allen 4 Landessprachen. Unsere vierte Landessprache wird viel zu oft diskriminiert – ach und auf Englisch natürlich auch.. und … und..
ich möchte sie nur noch auf Rätromanisch, bitte.. Dann hat die Schweiz endlich eine einheitslandessprache, die alle können müssen, und es wäre sogar gerecht, da ausser 55.000 sie alle lernen müssten, ned so wie jetzt, mit franz oder deutsch oder italiano.. und zudem könnte man so englisch ein schnippchen schlagen, da die ganze schweiz eine einheitliche sprache hätte, die alle können müssen.. tolle träume, die ich hab ^^
Rätromanisch für alle! Weg mit dem schulfranz ^^ :)
Sandra-Lia
Leider weit weg von der Realität. So schön Rumantsch ist, es wird bei uns natürlich knallhart vom Englischen in die Ecke gedrängt.
Abgesehen von den Touristen gibt es eine rasant steigende Anzahl von “Expats”, im Business-Jargon die hochbezahlten Manager-Typen, die bei internationalen Konzernen, vor allem in der Gegend von Zug ansässig sind. Diese kümmern sich einen Deut um die hiesige Sprache oder Kultur, verkehren unter ihresgleichen und verlangen sehr arrogant, dass wir alle immer Englisch mit ihnen reden, da ja in ihrer Firma auch Englisch die interne Sprache ist. Denen müsste man mal entgegenhalten, dass wir auch noch 4 Landessprachen haben in der Schweiz.
Bei uns an der Uni wird einfach vorrausgesetzt, dass man Englisch kann. Da werden Vorlesungen auf Englisch gehalten, Skripten auf Englisch ausgegeben und so weiter… Wer Englisch nicht kann (auch das deutsche Abitur kann man mit Französisch und z.B. Altgriechisch machen, ohne Englisch), hat Pech gehabt, und muss es lernen…