Skandal: Bähnler fahren Bahn!

von Andreas Hobi am 29. Mai 2009 · 13 Kommentare

pünktlich
Bild © (cc) dogma_85p (flickr.com)

“Ja, ist denn schon Sommerloch?!”, fragte ich mich, als ich die Berichterstattung über Bahn fahrende Bahnmitarbeiter in den Medien verfolgte. Irgendwie scheinen da einige Journalisten keine grösseren Probleme zu haben als Bähnler, welche für den Arbeitsweg und in ihrer Freizeit ausgerechnet die Bahn benutzen.

Allen voran Andreas Valda von der Tamedia. Es stört in sehr, dass Bähnler Bahn fahren, schliesslich lesen Journalisten ja auch nie Zeitung, oder? Naja egal, ich versuche mal die ganze Sache aufzuklären.

Was es mit dem “Bähnler-GA” auf sich hat

Wer bei einer Firma arbeitet, der wird (normalerweise) dafür entlohnt. Dieser Lohn setzt sich oftmals aus diversen Bestandteilen zusammen. Da ist einerseits der Geldbetrag, der (hoffentlich) regelmässig Ende Monat auf das Bankkonto überwiesen wird und da sind andererseits diverse Angebote, Mitarbeitervergünstigungen und Entschädigungen, welche gleichberechtigt zum gesamten Lohnpaket gehören. Bei der SBB ist dies nicht anders, auch wir werden – man höre und staune – für unsere Arbeit entlohnt.

Auf ihrer Website führt die SBB den zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch gleich auf, was sie bei uns erwartet. Nebst einer fairen Entlohnung mit einem bestimmten monatlichen Geldbetrag sind dies:

  • ProFit: Finanzielle Unterstützung bei Weiterbildung und Fitness
  • Ferienwohnungen: Vergünstigte Tarife
  • Freizeitorganisationen: Unterstützung verschiedener Vereine und Organisationen im Bereich Sport, Kultur und Musik
  • Wohnbaugenossenschaften: Preiswerte Wohnungen und Häuser in der ganzen Schweiz
  • Mobilitätsvorteile: Attraktive Fahrvergünstigungen auf dem ganzen Netz. In der Schweiz und in Europa.

Und genau dieser letzte Punkt sorgte in dieser Woche für Schlagzeilen. “Bähnler klauen Pendlern Plätze” titelte ein mir ansonsten sympathisches Pendlerblatt. Diebe seien wir also. Verbrecher. Dass diese Schlagzeile nicht nur reisserisch, sondern schlichtweg falsch ist, wissen die Verantwortlichen vermutlich genau so gut wie wir alle auch. Aber dieser Titel verkauft sich halt gut.

“Am schlimmsten ist es im 6-Uhr-Zug von Zürich nach Bern”, schreibt der Blick am Abend weiter. “Dort ist in der 1. Klasse fast jeder fünfte Sitzplatz von einem Mitarbeiter des öffentlichen Verkehrs belegt.” Diese falsche, karikierende Aussage ist für die Gewerkschaft SEV inakzeptabel, wie diese in einer Medienmitteilung schreibt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Verkehrs würden zu Unrecht zu Sündenböcken gemacht.

Fakt ist nämlich: Der im BaA genannte Anteil “Bähnler” (19%) bezieht sich nur auf die belegten Sitzplätze. Es ist also nicht so, dass 19 Prozent der verfügbaren Sitzplätze durch Bähnler blockiert werden, sondern 19 Prozent der Fahrgäste sind Bähnler. Denn: Die gesamte Auslastung dieses Zuges liegt bei unter 50%, mehr als die Hälfte der Sitze sind frei! Wegen uns Bähnlern muss in diesem Zug also sicher niemand stehen.

Und: Von den 3’800 Stellen der SBB in Bern sind lediglich 198 von in Zürich wohnhaften Personen besetzt, wie der Tagesanzeiger schreibt. Würden alle Zürcher Mitarbeiter den Intercityzug um 7 Uhr nehmen, würde dies maximal 13 Prozent der verfügbaren Plätze belegen.

Kommen wir zu den Fakten

Der Anteil der ÖV-Mitarbeitenden (dazu gehören nicht nur die SBB-Mitarbeiter) mit Fahrvergünstigungen beträgt in den Zügen zwischen 6 und 8 Uhr durchschnittlich 5 Prozent. Dies sind 2.4% in der zweiten Klasse und 11% in der ersten Klasse.

Man sieht: In der ersten Klasse – welche weniger stark besetzt ist als die 2. Klasse und meistens freie Plätze hat – hat es anteilmässig mehr Bähnler als in der zweiten Klasse. Die Pendler dürfte dies freuen, denn würden alle Bähnler in der zweiten Klasse fahren, gäbe es noch weniger Platz.

Und die Bähnler fahren auch nicht absichtlich während der Hauptverkehrszeit, um damit die Pendler zu ärgern, wie mancher Artikel in den letzten Tagen suggerieren könnte. Nur jene ÖV-Mitarbeiter, welche gar nicht anders können, fahren zu dieser Zeit. So wie es auch unter den anderen Pendlern Leute gibt, welche unmöglich zu einer anderen Zeit fahren können.

Viele Bähnler hingegen arbeiten Schicht und können so die Pendlerspitzen umgehen. Diese Mitarbeiter sind – wenn überhaupt – dann höchstens als Lokführer oder Zugbegleiter in der Hauptverkehrszeit unterwegs.

Ausserdem bietet die SBB vielen Mitarbeitenden attraktive Beschäftigungsmodelle. So ist es in einem Bahnhof, in welchem ich während meiner Lehre arbeitete, den Mitarbeitenden freigestellt, wann sie zur Arbeit erscheinen und wann sie nach Hause gehen. Sie müssen einfach ihre festgelegte Monatsarbeitszeit erreichen. Mitarbeiter, welche ihre Arbeitszeiten selbst festlegen können, versuchen natürlich, wann immer möglich die Hauptverkehrszeit zu meiden. Ich denke, was flexible Arbeitszeiten anbelangt, könnte noch manche Firma von der SBB lernen. Dann wäre auch das “Pendlerproblem” nicht mehr so gross.

Fahren die Bähnler wirklich gratis?

Um es kurz zu machen: NEIN. Wir fahren nicht gratis. Das Mitarbeiter-GA erhalten wir nicht “einfach so mal geschenkt”, sondern es ist ein Teil des Lohnpaketes. Wo Andere (in anderen Firmen) vielleicht einen Dienstwagen oder 5’000 Franken mehr Lohn erhalten, da erhalten die Mitarbeiter des öffentlichen Verkehrs stattdessen ein GA für die zweite Klasse. Kadermitarbeiter bekommen eines für die erste Klasse. Dieses GA muss ganz normal als Einkommen versteuert werden.

Es gibt in der Schweiz viele weitere Unternehmen – aus der Privatwirtschaft wohlgemerkt – welche es der SBB gleichtun und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Abo schenken. Manchmal ist es “nur” ein Streckenabo, manchmal auch ein Halbtax oder GA. Ausserdem verfügen unzählige Firmen über so genannte Firmen-GAs, mit welchen jeweils ein Mitarbeiter in der Schweiz herumfahren darf.

Aber für die SBB sind diese GA doch gratis, oder?

Auch das ist nicht richtig. Die SBB kann nicht einfach Mitarbeiter-GA drucken und verteilen, im Gegenteil: Die SBB zahlt für jedes Mitarbeiter-GA einen bestimmten Betrag (so wie andere Firmen auch für die Mitarbeiter-GA bezahlen), und dieser Betrag fliesst dann in den grossen GA-Topf, aus dem alle Verkehrsunternehmen der Schweiz genau wie bei den anderen SBB-Angeboten (Halbtax etc.) nach einem Verteilschlüssel entschädigt werden. Davon profitiert schlussendlich der gesamte öffentliche Verkehr der Schweiz – und somit auch die Umwelt. Was bitte soll daran falsch sein?

Treffendes Zitat

Das eigentliche Problem sind doch die überfüllten Züge, nicht die Bähnler mit ihrem GA. Und mit einem 9-Uhr-GA allein wird sich die von den SBB für die nächsten 20 Jahre prognostizierte Verdoppelung auf den am stärksten belasteten Streckenabschnitten nicht bewältigen lassen. Also her mit der Swissmetro!
Facebook-Gruppe “Zürich – Bern in 12 Minuten”

Besser kann man es nicht ausdrücken, oder? ;-)
(Natürlich hoffe ich nach wie vor, dass die Swissmetro mal von der SBB betrieben wird, aber das ist wieder eine andere Geschichte…)

Die Fahrgäste scheint es nicht zu kümmern

Nun habe ich also einen eher langen Artikel geschrieben zu einem Medien-Thema, welches die Bahnkunden kaum zu interessieren scheint. Denn was diese Thematik anbelangt, wurde ich nur ein einziges Mal im Zug darauf angesprochen. Ein Herr suchte nach seinem Fahrausweis und sagte währenddessen: “Wissen Sie, ich bin jetzt eben genau einer von denen, welcher den anderen den Platz weg nimmt.” Und dies in einem Wage, der gerade einmal von vier weiteren Personen besetzt war. :)

Auch wenn ich die Diskussionen bei Tagesanzeiger/Newsnetz verfolge, scheinen diejenigen, welche kein Problem mit bahnfahrenden Bähnlern haben ungefähr eine Dreiviertelsmehrheit zu haben. Hier einige Beispiele:

Barbara Eichenberger:
“sollen die SBB-Mitarbeiter mit dem GA, welches zum Lohn gehört, mit dem Auto zur Arbeit? Ist dies eine intelligente Alternative?”

Daniel Mächler:
“Genau, am besten beginnen die SBB-Mitarbeiter erst nach 9 Uhr mit der Arbeit, d.h. die ersten Züge fahren auch erst ab dann… Ob dies das Problem löst? ;-)”

David Huber:
“Die Mitarbeiter der SBB würden sicherlich auch gerne erst um 9Uhr arbeiten gehen oder sich gleich ins Büro / Arbeitsstelle beamen lassen. Da dies heute noch nicht möglich ist, müssen sie wohl oder übel den Zug nehmen. Verstehe nicht wo da das Problem ist…”

David Hirschi:
“Ich arbeite als Lokführer bei einer Privatbahn und habe extra das Auto weggegeben, da ich der Meinung bin, dass Bahnmitarbeiter auch den ÖV nutzen sollten… Man kann es machen wie man will, irgenwelche Idioten haben offensichtlich immer etwas zu meckern…”

Marc Much:
“Wo liegt die Brisanz? Wenn das GA Lohnbestandteil ist und die Fahrt zur Arbeit nicht Arbeitszeit, dann gibt es am geschilderten Sachverhalt rein gar nichts zu beanstanden: es ist die natürlichste Sache der Welt, dass SBB Mitarbeiter mit der Bahn zur Arbeit fahren.”

Sandro Graf:
“Würde ein SBB-Mitarbeiter das GA selber bezahlen, hätte er wieder Anrecht auf einen Sitzplatz? Dann muss folglich der SBB-Mitarbeiter eine Lohnerhöhung erwirken und das Abonnement privat kaufen. Ich leide auch unter der Auslastung der Strecke Zürich-Bern, aber wenn das GA Lohnbestandteil ist, dann sollen die Mitarbeiter sitzen bleiben. Das Problem der Auslastung muss anders gelöst werden.”

Elis Heyst:
“Ich finde es nicht schlimm, dass die Bähnler ihr eigenes System mitbenutzen. Wäre ja völlig weich, wenn die mit dem Auto zur Arbeit fahren müssten…. Ich verstehe nicht, was an dieser Meldung brisant sein soll?”

Thomas Hafner:
“Da haben wirs. SBB-MA nehmen die Plätze weg, Swisscom-MA das schnelle Internet, UBS das Geld, die Post die Briefe… Krass wer hätte das gedacht.”

Peter Müller:
“wie wenn nicht dem öv sollen die öv-mitarbeiter denn zur arbeit fahren? da hat mal wieder ein journalist eine story gerochen ohne eine sekunde darüber nachzudenken…”

Beni Schwarzenbach:
“Was soll dieser überflüssige Bericht, lieber Tagi? Gibt es momentan keine interessanten Themen, über die berichtet werden kann? Wie sollen denn die Angestellten der ÖV sonst zur Arbeit fahren? Im Auto? Dann gäbe es einen reisserischen Artikel mit der Überschrift: “Bähnler verursachen Stau auf der Autobahn”.”

Roland Eichenberger:
“Was genau ist jetzt hier das schlagzeilenträchtige Element auf der Frontseite? Wo bleiben die Klagen der Handynutzer, deren Gespräch auch auf der Zugstrecke Bern-Zürich wegen der durch die Horden von ihrem Arbeitgeber auch mit GA-ausgestatteten fast nonstop telefonierenden Swisscom-Mitarbeiter verursachten Kapazitätsengpässe unterbrochen werden – Come on, dieses Bähnler-Bashing ist schlicht doof!”

Susanne Reumüller:
“Schön, dass sich Mitarbeitende eines öV-Unternehmens mit ihrem Arbeitgeber identifizieren und den öffentlichen Verkehr nutzen. Dass sie zudem zu den Frühaufstehern gehören, um voller Elan für ihre Kunden (alle SBB-Fahrgäste) zu schaffen, ist sehr lobenswert! Danke liebe Bähnler, dass ihr nicht mit einem (Dienst-)PW unsere Umwelt/die Autobahnen belastet!!”

Thomas Hollenstein:
“Wo genau ist nun das Problem? Dass SBB-Mitarbeiter auch mit dem Zug fahren? Dass SBB-Mitarbeiter als Lohnbestandteil ein 2.Kl.-GA bekommen (ein 1.Kl.-GA gibt es für die wenigsten gratis)? Was wäre die Lösung? Den SBB-Mitarbeitern eine Limousine mit Chauffeur zur Verfügung stellen?”

Karin Stähli:
“Ihr stellt SBB-Mitarbeitende an den Pranger, die tagtäglich für einen reibungslosen Ablauf im Bahnverkehr und für Eure Sicherheit sorgen? Nachts wenn viele schlafen, wird in den Gleisen körperliche Schwerstarbeit geleistet.”

Ivo Heeb:
“Ein Gratis-GA für Mitarbeiter gibts auch anderswo und ist gerade bei der SBB sicher ein vernünftiger Fringe Benefit. Zudem erwarte ich auch bei der SBB, schon vor 9 Uhr (am Schalter oder Tel) bedient zu werden.”

Dominic Rüttimann:
“Die Polizeimitarbeiter sollen dann auch bitte nur noch vor 6 Uhr die Strassen benützen, sonst haben die anderen Autofahrer zuviel Stau. Auch die Flight Attendants müssen doch bitte mit Privatjets an ihre Destination fliegen, sonst nehmen sie uns 3.1415% der Plätze weg. Sonst noch irgendwelche akut lebensbedrohliche Probleme die wir diskutieren sollten?”

Markus Rupper:
“Als regelmässiger Pendler verstehe ich diese Entrüstung überhaupt nicht. Mir hat noch nie ein Bähnler den Platz weggenommen. Das Problem liegt weniger an Reisenden mit FVP-GA, sondern bei denen, die mehr als einen Platz beanspruchen und diesen zum grossen Teil nur widerwillig freigeben.”

Adrian Frey:
“Der Architekt baut sein Häuschen billiger, der Swiss-Angestellte fliegt günstiger, der Fust-Mitarbeiter erhält die neue Waschmaschine billiger und der Schoggi-Frey-Mitarbeiter darf während der Arbeitszeit gratis soviel Schoggi futtern bis er platzt… Spricht hier wieder einmal der Neid (ist übrigens eine Totsünde)?”

Stefan Meier:
“Ich schlage vor, alle Angestellten des öffentlichen Verkehrs sollten mit dem Auto arbeiten gehen. Dann könnte der Tagi dann titeln: “Brisant – 30% der Parkplätze werden von Bähnlern beansprucht”. Oder sie könnten den Heli nehmen. Dann heisst es: “Brisant – von 6 bis 8 sind alle Helikopter von Bähnlern ausgebucht”. Schade kann ein Kondukteur seinen Job halt nicht von zu Hause aus erledigen.”

Hans Meier:
“Der Richtigkeit halber müssten dann die Halbtax-Besitzer auch aufstehen, damit die Voll-Zahlenden zuerst sitzen dürften :-)”

Ralph Keller:
“In anderen Firmen erhalten die Angestellten riesen Boni, erhalten Produkte der Firma vergünstigt oder haben ein Geschäftsauto. Ihr journalistisches Niveau sinkt immer tiefer. Bitte grüssen Sie Herrn Valda von mir.”

So, das wäre nun geklärt. Gehen wir wieder zur Tagesordnung über. ;-)


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christian Mai 29, 2009 um 10:46

Zum Vergleich: In der Informatik gibt es den Ausdruck Eating your own dogfood. D.h. mit den selber programmierten Produkten selber arbeiten heisst dadurch auch schneller Probleme erkennen, Verbesserungsvorschläge finden etc.

Deshalb: Wenn Bähnler aufhören mit der Bahn zu fahren, dann würde ich mir anfangen Sorgen zu machen.

Antworten

Andreas Kyriacou Mai 29, 2009 um 11:10

Das ist natürlich schon ein ungeheurer Skandal. Dass die Bähnler für ihr Abo (via Lohnreduktion und Steuern) zahlen, geht ja noch an, aber dass sie es auch noch zu gebrauchen wagen, geht natürlich gar nicht.

Kommentare zum News-Wert der Artikel – inzwischen sind’s ja schon drei – fand man bei der Tagi-Online-Redaktion übrigens mehrfach nicht veröffentlichungswürdig.

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Retro Mai 29, 2009 um 12:48

Andreas, wie sieht es denn in eurer Regelung zum Mitarbeiter-GA aus? Bei der DB heißt (bzw. hieß, aktuelle Freifahrausweise habe ich schon länger nicht mehr gesehen) es auf dem Ausweis, dass kein Anspruch auf einen Sitzplatz besteht, und ein eventuell genutzter Sitzplatz dem zahlenden Fahrgast -wenn ich mich noch recht erinnere, sogar unaufgefordert- anzubieten ist.

Dass sich da natürlich keiner daran hält und auch das Zugpersonal keinen Kollegen bittet, aufzustehen, wenn ein regulär zahlender Fahrgast keinen Sitzplatz mehr hat, ist ein anderes Thema – aber welche Krähe hackt schon der anderen ein Auge aus…

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Andreas Hobi Mai 29, 2009 um 13:05

@ Retro:
Anspruch auf einen Sitzplatz besteht in der Schweiz grundsätzlich bei keinem Fahrausweis, ausser man hat reserviert.

Aber auch hier müssen die eigenen Mitarbeiter den Platz frei geben, wenn es eng wird.

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Dani Mai 29, 2009 um 13:09

Der erste Satz dieses Beitrag sagt eigentlich schon Alles. Es muss langweilig sein in der Redaktion von Tamedia. Übrigens nicht das erste Mal, des öfteren schon werden aus dem Hause Tagi Kritiken (meistens ungerechtfertig und sehr schlecht recherchiert) gegen die SBB in ihren verschiedenen Medien wie die Gratiszeitungen 20 Minuten, News und der Tages Anzeiger mit grossen Lettern publiziert.

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gumbo Mai 29, 2009 um 16:41

Solcher unwichtiger Seich kommt sonst während der Hundstage im Blick. Anglos sagen hier: “Who cares?”
Und – ausgerechnet der von den SBB-Bern-Pendlern am meisten frequentierte 6-uhr-Zug ab Zürich ist insgesamt nur zur Hälfte ausgelastet. Wozu also das Theater?
Ich habe das Gefühl, im Moment geht es uns in der Schweiz so gut, und es in der Zeitung so wenig zu drucken gibt, dass man jetzt einfach mal die Bahn ausgewählt hat, um als Sündenbock präsentiert zu werden. Das steigert anscheinend die Auflage. Die Milliarden-Abzocker der Banken und unsere unfähigen Bank-Bundesräte sind ja soo viel weniger erwähnenswert…
Ich bin auch schon mal ohne Sitzplatz geblieben im Zug. Einmal beobachtete ich eine arrogante Familie mit zwei kleineren Kindern, von denen jedes (gratis, da Familienkarte) einen Erstklass-Sitz beanspruchte, und ältere Reisende von Chur bis Zürich daneben im Gang stehen durften. Was nervte, war der Kondukteur, der kein Wort sagte. Man hatte den Eindruck, er wolle jeglichen Diskussionen aus dem Weg gehen.

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Weltverbesserer Mai 29, 2009 um 18:40

Die Diskusionen wurden ausgelöst durch den CEO der SBB AG der die Arbeitszeiten und das Privatleben der Leute dem Fahrplan anpassen möchte.Ich finde eine solche Jdee ist diskutierbar,aber wenn man mit solchen Vorschlägen kommt muss der eigene Betrieb die Hausaufgaben gemacht haben.Zur Preispolitik der Bähnler-GA.Ich finde es in Ordnung wenn der Arbeitsweg bezahlt wird ,aber der Freizeitmobilitätswahnsinn kann ruhig etwas kosten .Ausserdem scheint mir das 1.Klasse GA zu billig zu sein oder wird zuviel abgegeben .

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Martin aus Thalwil Mai 29, 2009 um 21:35

Der Tagi-Artikel war schon sehr übertrieben. Dieser Artikel hier ist aber auch etwas übertrieben…
Beim Tagi-Artikel ging es hauptächlich um die Linie Zürich-Bern. Ich bin selber häufig auf dieser Stecke unterwegs. In disen überfüllten Zügen zwischen 07:00 und 08:00 sind in der 1. Klasse schon wirklich sehr viele FVP-Inhaber und Personen der öffentlichen Betriebe mit bezahltem GA drin. Da frage ich mich auch, ob das wirklich sein muss und ich mit meinem selber bezahlten GA stehen muss…
Klar, ich könnte auch den 6-Uhr Zug nehmen :-)

Grundsätzlich sollen SBB-Mitarbeiter weiterhin Bahn fahren. Bei den überfüllten Pendlerzügen muss aber auch nach Lösungen gesucht werden.

@Andreas: Es stimmt, dass niemand Anspruch auf einen Sitzplatz hat. Beim FVP gibt es aber schon lange die Regelung, dass wenn alle Plätze besetzt sind, FVP-Inhaber den Sitzplatz freigeben müssen.

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Sandra-Lia Mai 30, 2009 um 01:24

haja, denen is es doch langweilig. Siescht, wie es is, wenn man Sündenbock der Nation is. Sozialempfänger, Iv Renter, jetzt die SBB angestellten. NUUUR die UBS und Couchepin können machen, was sie wollen…

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Dani Mai 30, 2009 um 11:57

@Sandra-Lia
Genau, so sehe ich das auch

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Hermi Mai 31, 2009 um 08:50

@Weltverbesserer
Nunja. Ganz gratis ist das 1.kl GA-FVP ja nichtwie bereits erwähnt muss dieses versteuert werde hinzu kommt dass, wer ein 1.kl GA will diese auch mit dem entsprechendem zuschlag bezahlen muss. Ca. 800.- wären dass. sonst gibts nur 2.kl. Allerdings bekommen Mitarbeiter welche eine gewisse Lohnstufe innehaben das 1kl. GA geschenkt. wie gesagt gratis ist auch dieses nicht.

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Andi Mai 31, 2009 um 21:37

Wenn Tagi & Co. so weiterfahren – http://blog.jacomet.ch/?p=1225 – nimmt sie mit der Zeit eh niemand mehr ernst. Schade eigentlich, wie man ein einst stolzes Medium mit dieser Fehlerkultur und so birnenweichen Texten zugrunde richten kann.

Aus Insiderkreisen weiss ich, dass der Schurni bei der Recherche nur genau das hören wollte, was seiner (irren) Idee half.

Was die (überflüssige) Kommentarfunktion im Newsnetz angeht: Da herrscht die absolute Willkür, wie mir schon viele Leute bestätigt haben.

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gumbo Juni 2, 2009 um 11:46

neuer Pfusch im Tagi:
Der Airbus verschwand kurz darauf vom Radar.
Weiter unten:
Ueber dem Atlantik gibt es keine Radarüberwachung.

Die reiserische Art ist sonst eher Blick-Stil…

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