Fussball-Krawallen: Unterstützt von Novartis und Tui?

von Andreas Hobi am 20. Mai 2009 · 6 Kommentare

Die Unternehmen

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Bild © (cc) -Andrew- (flickr.com)

Novartis ist ein bekannter Pharmamulti aus Basel. Das Biotechnologie und Pharmaunternehmen ist das viertgrösste seiner Branche, unterstützt den FC Basel und möglicherweise passiv auch die Hooligans des Vereins.

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Bild © (cc) wicho (flickr.com)

Tui ist ein deutsches Touristikunternehmen mit über 68’000 Mitarbeitern. Tui unterstützt den FC Zürich und möglicherweise passiv auch die Hooligans des Vereins.

Das Problem

Am vergangenen Sonntag kam es in Zürich nach einem Fussballspiel zwischen FCZ und FCB zu massiven Ausschreitungen. Dabei wurden Teile des Bahnhofes beschädigt, Extrazüge demoliert und Scheiben vorbeifahrender Züge mit Steinen beschossen und zumindest in einem Fall auch eingeschlagen. Ich spreche hier von mit Passagieren besetzten Zügen!

Am Montag schrieb ich einen Artikel über diese Fussball-Krawallen von Zürich. Da in den Nachrichtenbeiträgen in diversen Medien auch immer wieder die Logos der Sponsoren zu sehen waren, könnte man erwarten, dass die sich so rasch als möglich öffentlich von den Hooligans distanzieren. Taten sie aber nicht! Im Gegenteil. Man hört nur Schweigen.

Wo bleibt die Stimme der Sponsoren?

So kam der Verdacht auf, dass der Pharmariese Novartis und das Touristikunternehmen Tui die Hooligans dulden, ja durch ihr Schweigen sogar passiv unterstützen. Ob es wirklich so ist?

Baloise
Bild © (cc) stephenjohnbryde (flickr.com)

Nicht viel anders schaut es bei der Bâloise aus: “Wir wollen uns dazu nicht äussern.”, sagte ein Sprecher gegenüber der Zeitung Blick. Auch hier: Passive Unterstützung der Hooligans, welche in Zürich einen extrem hohen Sachschaden anrichteten, einen Laden plünderten und Züge demolierten. Kein Wunder, als Versicherungsunternehmen lebt die Bâloise ja davon, dass auch mal Dinge kaputt gehen. Im Einzelfall Zürich müssen die Versicherungen jetzt zwar den Schaden bezahlen, schweizweit können sie jedoch kommunizieren: “Schaut her, was alles passieren kann! Versichert eure Sachen! Am besten gleich heute. Denn das nächste Fussballspiel kommt bestimmt.”

Und: Hat nicht vielleicht auch Novartis ein Interesse daran, dass nach Fussballspielen möglichst viele Leute verletzt werden? Ja, das mag jetzt ein wenig überspitzt formuliert sein, aber hey, überlegt euch mal: Die verkaufen Produkte, welche der Verarztung und Heilung von Verletzungen dienen!

Sponsoring ok, Schweigen nok

Dass ein Unternehmen einen Fussballclub sponsert, daran ist rein gar nichts verkehrt. Als Sponsor muss man sich dann aber auch ganz klar von Randalen, Sachbeschädigungen und dergleichen Dingen distanzieren. Und dies öffentlich! Und im wiederholten Fall muss mit dem Fussballclub über eine vorzeitige Beendigung des Vertrages gesprochen werden. Nur so kann man ein Ende der kriegsähnlichen Zustände nach den Spielen erreichen. Erst wenn es den Clubs ans Portemonnaie geht, unternehmen sie endlich ernsthaft etwas gegen diese eine Minderheit ihrer Fans, die immer wieder für Probleme sorgen.

Denn Lösungen gäbe es, wie mein Artikel und vorallem auch die Kommentare dazu gezeigt haben. Man muss sie nur umsetzen.

PS: Ja, ich weiss. Es gibt noch mehr Unternehmen, welche die Vereine aktiv und die Hooligans passiv unterstützen. Dazu vielleicht in einem späteren Beitrag (nach Sonntag oder so) mehr. Das gleiche gilt auch für Privatpersonen, welche die Vereine finanzieren.

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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{ 6 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

köbi bünzli Mai 20, 2009 um 17:02

Hinweis des Administrators: Der Kommentar wurde wegen Verstosses gegen die Kommentar-Richtlinien entfernt.

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zlak Mai 21, 2009 um 07:51

Lächerlich, der Beitrag.

Wenn man so argumentiert, kann man auch fragen, wieso die SBB sich nicht von den Randalierern distanziert – nachdem sie ihnen regelmässig Extrazüge zur Verfügung stellt unterstützt sie sie ja nicht nur indirekt.

Etwas mehr Differenzierung wäre angebracht.

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Andreas Hobi Mai 21, 2009 um 08:55

Im Gegensatz zu Novartis und Tui standen die Mediensprecher der SBB mehrmals zum Thema vor der Kamera, berichteten über die Sachschäden und erstatten diverse Anzeigen.

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fäbu Mai 21, 2009 um 17:44

Meiner Meinung nach sollten grosse Unternehmen wie Novartis oder TUI die gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und den gesponserten Vereinen zumindest mit Konsequenzen drohen und diese umsetzen, wenn keine Verbesserung zu sehen ist.
Es ist jedoch lächerlich zu glauben, dass Novartis an ein paar Dutzend verletzten Fussballfans interessiert ist…das hat ziemlich genau keinen Einfluss auf ihren Umsatz.

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RAFF Mai 28, 2009 um 11:32

Die Hoologans werden von Tui und Novartis gesponsort?
Oder haben die Spieler randaliert?

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Emo H. Dezember 3, 2009 um 02:46

Kan ich mir nicht vorstellen, dass Novartis sowas macht, die haben bessere Ideen an Geld zu kommen.

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