Laufen der SBB die Bahnkunden davon?

von Andreas Hobi am 18. März 2009 · 20 Kommentare

(Hinweis: Teile dieses Artikels wurden auf Wunsch von Romina Lenzlinger | SonntagsBlick gelöscht.)

stadelhofen

Bild © (cc) Bunshee (flickr.com)

Mmh… Gar nicht gut, was die Romina Lenzlinger da schreibt. Und dabei habe ich es ihr doch ziemlich genau erklärt… Doch alles der Reihe nach.

Letzte Woche am Donnerstag rief mich die Journalistin Lenzlinger vom SonntagsBlick an. Sie plane einen Artikel über Störungen der SBB und hätte gerne ein paar Infos dazu. Nun gut, eigentlich wäre die Medienstelle ja dafür zuständig, aber fragen könne sie mal. Vielleicht hätte ich auch eine Antwort.

Zuerst wollte sie nur allgemeine Sachen wissen. Vor allem ging es darum, wie Passagiere reagieren, wenn sie nur ungenügend informiert werden.

“Nun, es ist immer ärgerlich, wenn man als Fahrgast in einem Zug sitzt und zu wenig Infos bekommt.”, sagte ich. “Deshalb geben wir uns wirklich sehr Mühe, die Kundinnen und Kunden umfassend zu informieren und ihnen weiter zu helfen. Dann haben sie meistens auch Verständnis und bleiben grundsätzlich ruhig.”

Am Schluss bat ich sie, mir die Textstellen mit meinen Aussagen vorgängig zukommen zu lassen, so dass ich diese autorisieren kann.

Das Zitat hätte folgendermassen gelautet:

«Werden die Passagiere über eine Störung nicht informiert, werden sie hektisch und ungeduldig», sagt Lüchinger. Genau das beobachtet auch Kondukteur Andreas Hobi (24). “Wenn wir den Passagieren sagen können, warum der Zug still steht, bleiben die meisten ruhig. Erst wenn sie keine Infos kriegen, reagieren sie genervt.”, sagt Hobi.

Der Artikel

Naja, umso erstaunter war ich dann, als ich den Artikel im SoBli las. Hier ein paar Auszüge:

Den SBB laufen die Passagiere davon – jetzt auch noch mitten im Tunnel.
(…)
«Stellwerkstörung», meldet eine Stimme über den Lautsprecher. Da wird es einem Fahrgast zu bunt: Er will aussteigen, und zwar sofort. Er drückt auf den roten Not-Türöffnungsknopf. Schiebt die Wagentüren auseinander. Und schon ist er im Dunkel des Tunnels verschwunden.

Dieses unglaubliche Szenario spielt sich auf dem Schweizer Schienennetz immer öfter ab.

Ähm, hallo?!? Wie gesagt, es ist imho möglich, dass es in absoluten Einzelfällen mal dazu gekommen ist. Doch mir persönlich ist kein solcher Fall bekannt und ich bezweifle stark, dass dies oft vorkommt. Klar: Jeder einzelne dieser Vorfälle ist brandgefährlich und einfach nur dumm, aber darauf gleich eine Story zu machen… Mmh… Haben wir schon Sommerloch??

Wenn man den Artikel so liest, erhält man leicht das Gefühl, diese davonlaufenden Fahrgäste seien für die SBB ein riesiges Problem. Schade, dass zwei Lokführer / Mitglieder des Verbands Schweizer Lokomotivführer diesen Eindruck mit ihren Aussagen im Artikel bestätigten, beziehungsweise mit ihren Aussagen diesen Artikel erst ermöglichten…

Deshalb hier die Frage an meine Leserinnen und Leser (welche ja teilweise SBB-Vielfahrer sind): Habt ihr schon beobachtet, wie aus eurem Zug jemand davon gelaufen ist, oder seit ihr selbst schon einmal aus einem auf offener Strecke stehenden Zug gestiegen? Ich freue mich auf eure Antworten in den Kommentaren.


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{ 20 Kommentare }

Hui März 18, 2009 um 11:32

In Pratteln hat mal jemand per Notöffnung die Türe eines Regionalzugs aufgemacht, nachdem der dort schon ein paar Minuten stand und die Türen nicht freigegeben wurden.
Danach sind dann aber fast alle ausgestiegen und kurz darauf wurde der Zug für defekt erklärt.

Was bitte will denn jemand auf offener Strecke oder gar in einem Tunnel?

Andreas Hobi März 18, 2009 um 11:36

@ Hui:
Anscheinend gehen die Leute davon aus, dass sie zu Fuss schneller sind. Aber dieser Eindruck kann täuschen, da die Distanzen vermutlich eher unterschätzt werden. Für eine Strecke, für die der Zug zwei Minuten braucht, benötigt man zu Fuss rund eine Stunde.

Michael März 18, 2009 um 12:08

Der Artikel ist online hier zu finden–> http://www.blick.ch/news/schweiz/bei-pannen-verreisen-passagiere-zu-fuss-114447

Typisch Blick! Der verdreht alles gerade so, wie es ihm passt/was nicht passt, wird passed gemacht – oder man lässt es gleich weg.

Mir ist aufgefallen, dass Deine Aussage/Textstelle gar nicht im Artikel zu finden ist. Wahrscheinlich aus dem Grund, weil er allen anderen Aussagen wiederspricht und somit die künstliche Dramatik des Artikels nicht unterstützt.

Ein Bekannter von mir hat dem Blick vor einiger Zeit ebenfalls mal ein kurzes Interview gegeben. (War dabei, weiss also genau, was er gesagt hat.) Das einzige was wirklich mit seinen Aussagen übereinstimmte, war sein Alter und sein Name. Der Rest wurde alles so verändert, das alles sehr dramatisch klang – aber nicht so, wie es wirklich war.

Aber Neutralität, Objektivität, und Sachlichkeit gibts beim Blick höchstens bei den Lottozahlen…

Ralf März 18, 2009 um 12:41

Mir scheint die Qualität des schweizerischen Journalismus nähert sch den deutschen an.

Andreas Hobi März 18, 2009 um 13:49

@ Michael:
Aus diesem Grund hat mir die SBB auch den Tipp gegeben, bei allen Medien immer die Zitate gegenzulesen. Nicht nur der Blick, sondern auch andere Medien verdrehen manchmal Dinge. (Bewusst oder unbewusst.)

Was ich aus meinem Artikel gelöscht habe, waren einfach die Passagen mit dem Gespräch zwischen dem SoBli und mir; sinngemäss, so wie ich das Telefonat in Erinnerung hatte. Lenzlinger war mit dieser Darstellung dann jedoch nicht einverstanden und drohte mit dem Anwalt.

Alex März 18, 2009 um 15:07

Dieser böse Blick. Nein, ist schon richtig so. Ich habe da auch so meine Erfahrungen. Schlussendlich interessiert sich der Blick nicht für die Wahrheit, sondern nur für seine Meinung. Ich würde diesem Klatschblatt kein Interview geben und da kann es noch so die Stimme des kleinen Mannes sein….

Andreas Hobi März 18, 2009 um 15:13

@ Alex:
“Interview” wäre übertrieben. Es waren nur ein paar kleine Fragen. Jänu, in Zukunft verweise ich den SoBli ausschliesslich nur noch auf die Medienstelle.

Dani März 18, 2009 um 15:27

Lieber Andreas, immer wieder lese ich (auch SBB-Mitarbeiter) mit Spannung und Freude deine Artikel.
Doch diesmal muss ich sagen, dass ich finde du bist zuweit gegangen. Ich meine dies darum, dass du gegenüber der Presse selbst Auskunft gibst. Nun hast du, repektive die SOBLI-Leser das Geschenk.
Meines Wissens nach, ist es gemäss Vorschriften ja uach verboten, dass Du Auskunft geben darfst. Wie du ja selbst erwähnst hast, gibt es bei der SBB eine Medienstelle.
Wäre ich Dein Boss, wäre ich überhaupt nicht zufrieden mit Dir.
Warum, diese Meinung fragst Du dich jetzt vielleicht.
Ich arbeite bei der Infrstruktur. Und wie du weisst gibst es Störungen, bei den Loks, Wagenmaterial, andere Einflüsse durch Drittpersonen (wie z.Bsp. Suizid) aber auch von der Seite Infrastruktur her.
Und ich bezweifle sehr, dass du alle Zusammenhänge kennst, warum es zu Störungen von dieser Seite her kommen kann. Sogar nicht mal die Medienstelle, muss man meinen. Doch diese Stelle versucht der Bevölkerung es so herbei zu bringen, dass es die meisten Leuten es verstehen. Es bringt ja auch nichts, genau in die Details zu gehen.
Du solltest ja selbst wissen, dass es viel ineinander funktionierende “Zahnräder” braucht, bis ein Zug von A nach B fährt.

Andreas Hobi März 18, 2009 um 15:43

@ Dani:
Zuerst einmal: Natürlich gebe ich nicht über Dinge Auskunft, von denen ich nichts oder nur wenig verstehe.

Weiter: Ich war innerhalb des letzten Jahres zwei mal bei der Personenverkehr Kommunikation und einmal in der Medienstelle und wir haben diese Sache dort genau besprochen. Ich weiss also, was ich tue und wann ich die Auskunft verweigern werde. Es gab schon einige Fälle (ebenfalls Ringier) in welchen ich keine Auskunft gab, weil offensichtlich war, worauf sie hinauswollten. Im Zweifel sage ich also lieber gar nichts.

Grundsätzlich aber ist es SBB-Mitarbeitern nicht gestattet, selbst gegenüber den Medien Auskunft zu geben. Da hast du natürlich vollkommen Recht.

Ich hoffe, dass du auch in Zukunft mit Spannung und Freude bei mir vorbei schauen wirst.

John März 18, 2009 um 16:41

@Dani von der Infrastruktur:
Nun ist mir klar weshalb wir Kunden im Zug sitzen und keine Info erhalten warum es nicht weitergeht: weil die Medienstelle noch nicht kontaktiert werden konnte für die Freigabe der “Stellwerkstörung”!

Michi März 18, 2009 um 16:59

Ich habe es noch nie erlebt dass jemand bei einer Störung aus dem Zug ausgestiegen ist. Die meisten Leute sind auch vernünftig genug, denke ich.
Was die Infos im Zug betrifft. Wir haben genug andere Dinge zu tun bei einer Stellwerkstörung als die Medienstelle zu informieren, schliesslich soll die Technik ja so schnell wie möglich wieder funktionieren. der FDL wird auch genug zu tun haben. Am besten würde man wohl TLS und Zugpersonal besser vernetzen, denn der TLS weiss sehr schnell was los ist, da er von den Stellwerkstechnikern informiert wird. Dies trifft auch auf andere Störungen zu.

Dani März 18, 2009 um 17:15

@ John, Ich glaub du verwechselst da was

markus März 18, 2009 um 19:22

Mir ist nicht bekannt, dass jemand einen Zug verlassen hätte. Ich fahre täglich zwei mal durch drei Tunnel und habe das Gefühl, dass die Züge eher vor dem Tunnel aufgehalten werden. Es ist aber schon etwas bedrückend, wenn der Zug Mitten im Tunnel stehen bleibt …

Adrian Senn März 18, 2009 um 22:04

Ich mag mich auch an keine Fall erinnern. Ich fahre zwar nicht immer mit dem Zug von Zürich via Stadelhofen durch den Zürichbergtunnel, aber dieser Streckenast ist ja eigentlich berüchtigt für mögliche Ausfälle. Wobei es im Moment auch wieder besser ist.
Ein Fall hatte ich miterlebt, als der Zug im Tunnel Rückwärts fahren musste (Lokführer wechselte den Führerstand), da die S5 vorne bockte. Es ging dann wieder nach vorne via Gleis 2. Der Lokführer und auch die Leistelle informierte uns im Zug und es kam niemandem in den Sinn den Zug verlassen zu wollen.

Bezüglich Kommunikation seitens SBB bezüglich Betriebsstörungen: Die darf noch besser werden!
Aktuell erlebte ich den Fall als es in Dübendorf einen Stellwerksausfall gab.
Unsere S9 wurde in Stettbach angehalten, mit der Mitteilung, dass diese nicht mehr weiterfährt und wendet. Zwar wurde im Bahnhof mitgeteilt, dass die S5 ausnahmsweise hält und weiterfährt, aber es mir nicht so klar, ob diese nun auch wirklich in Dübendorf hält. Vielleicht habe ich auch nicht richtig hingehört.
Auf jeden Fall nahm ich dann den Weg via Bus in Richtung Bahnhof Dübendorf. Ich beobachtete dann da den Betrieb. Das Stellwerk konnte noch im Handbetrieb (Steuerung über Pult) noch betrieben werden. Die Störung betraf soweit ich sehen konnte Gleis 1 und 2, da in diesem Abschnitt die Zwergsignale dunkel waren.
Die Durchsagen am Perron via Leitstelle waren sehr spärlich. Da das FIS nicht lief, sah man auch keine Verspätungsanzeige der Züge. Es liefen zwar die S5 mit Halt an allen Stationen und die S14. Ich fragte dann bei der Stationsleitung nach, ob nicht eine Info gegeben werden kann, dass es auch noch die Möglichkeit der VBZ Busse nach Stettbach gäbe. Sie meinten zwar die S5 komme ja bald, aber es wurde dann immerhin eine Meldung gemacht. Besser wäre aber gewesen, wenn von Zürich aus, über eine solche Alternativmöglichkeit informiert worden wäre.
Die Stellwerksstörung war zum Glück nicht so massiv, dass gar keine Züge mehr fahren konnten, aber am Stellpult waren zwei Leute vollständig beschäftigt, so dass leider für weitere Informationen keine Zeit mehr blieb.
Auch war auf dem Perron niemand anwesend, der für weitere Informationen zur Verfügung gestanden hätte.

Dani März 18, 2009 um 22:52

Kleine Randbemerkung am Rande @Adrian Senn.
Zwischen Zürich HB und Stadelhofen ist nicht der Züribergtunnel

Adrian Senn März 18, 2009 um 22:58

@DANI: Sorry falls es so falsch formuliert war. Aber wenn ich nach Dübendorf oder Stettbach fahre, stimmt obige Aussage eben schon, auch wenn es der Tunnel nach Stadelhofen ist. :-)

Ein Leser März 19, 2009 um 05:13

Es begab sich irgendwann in den letzten Jahren – ich hab einen Regionalexpress mit historischem Fahrzeug begleitet. An einem Einfahrsignal, das in einer Steigung liegt, mussten wir dann anhalten. Schon zog auch jemand die Notentriegelung und wollte aussteigen – der Zugführer und ich konnten ihn jedoch daran hindern (Zum Bahnsteig wären es noch etwa 2 km gewesen…). Ja – er dachte, zu Fuß schneller zu sein…

Wir sind dann doch noch hochgekommen – etwa 5 Minuten später standen wir dann mit 7 Minuten Verspätung am Bahnsteig. Die Verspätung sind wir dann aber trotz halber Leistung noch losgeworden :)

Piero März 19, 2009 um 07:49

Zur Störungsinformationen:

Die ist zwar noch nicht perfekt, hat sich aber in den letzten Monaten spührbar verbessert. Selbst bei einer Stören einer Privatbahn wurde man von den Anzeigen der SBB und Lautsprecherdurchsagen auf das Problem hingewiesen – an solche Möglichkeiten hätte man vor 6 Monaten nicht mal zu träumen gewagt.

Zum Blick/Sonntagsblick:

Sonntagsblick verklagt dich Andreas, wenn du die Sicht der Dinge so sagst, wie du sie für richtig hälst? Wo sind wir denn?
Dazu gibts nur eine Antwort:

Kauft keinen Blick oder Sonntagsblick – haltet alle davon ab, diese Zeitungen zu kaufen. Verschickt Mails und Aufrufe, diese Zeitungen nicht mehr zu kaufen. Sagts euren Freunden, Familien, Verwandten, Bekannten – die sollens auch weitersagen.

Martin März 19, 2009 um 09:36

Das Passagiere die Notentriegelung der Türen missbrauchen ist genau so alltäglich wie Personen die Gleise unerlaubt Überqueren. Auch der Missbrauch der Notbremse ist nicht selten. Wen irgendwo im Zug eine Tür geöffnet wird bemerkt das weder der Zugbegleiter noch die Fahrgäste. Nur der Lokführer hat im Führerstand eine Anzeige die im das öffnen einer Tür meldet. Man sollte den Aussagen derjenigen glauben schenken die Tag für Tag an der Front arbeiten.

Wir haben ein (Menschen)-recht auf freie Meinungsäusserung das steht sogar in der Verfassung, dass die SBB versucht dieses Recht auserkraft zu setzen ist als Firma im Staatsbesitz äusserst bedenklich.

Die Absicht dahinter ist klar: Man will ein Informationsmonopol aufrecht erhalten um so die Öffentlichkeit zu manipulieren. Angestellte der Medien- und Komunikationsabteilung haben den Auftrag die Firma im besten Licht erscheinen zu lassen oder zumindest die Intressen des Eigentümer und Management durch zu setzen. Dafür wurden die Mitarbeiter dieser Abteilungen ausgebildet und eingestellt. Mit welchem Recht wird dem Mitarbeiter den Mund verboten? Und wieso?

Folgende Artikel zeigen worauf ich hinaus will

Tagi 4 Januar 09
BAV-Direktor Max Friedli über den Ärger mit dem Cisalpino:

Herr Friedli, die Pannen mit dem Cisalpino nehmen kein Ende. Hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) keine Möglichkeit zu intervenieren?
Die Pannen sind ärgerlich. Aber man muss präzisieren: Die Züge, die eine Panne haben, bleiben stehen, sonst passiert nichts. Die Sicherheit ist nicht gefährdet, und allein dafür sind wir zuständig. Die Pannen sind lästig….

Hier sieht man wie ein Manager der für die Eisenbahnsicherheit zuständig sein sollte wunderschön beschwichtigt, relativiert und schönredet.
Friedli tut so als ob ein defekter Zug mit mehrern 100 Passagieren, der au der Strecke liegengeblieben ist gleich gefährlich ist wie ein Taxi das am Limatplatz abliegt.

Meine Antwort auf solchen Käse wurde leider nicht im Tagi publiziert. Wurde aber in einem Forum am 8 Januar veröffentlicht. Weit vor dem Blickbeitrag:

“Hat Friedli nicht erfahren das bei defekten Zügen ev. die Fargastraumbeleuchtung löscht und sich die Türen öffnen können und dann die in Panik geratenen Passagiere im Zürichbergtunel aussteigen, weil die Durchsagen vom Lokführer auch nicht funktionieren. Hat Friedli nicht mitbekommen das ein defekter Cisalpino im Zimmerbergbasistunel nur nicht in Vollbrand geriet weil der Lokführer richtig reagierte. Steckengebliebene Züge sind für Laien vielleicht keine Gefahr, für Fachleute aber eine potenziele Gefahr”.

Mein Beitrag bezieht sich generell auf defekte Züge, nicht nur auf den CIS. Den man kann einen defekten Zug ev. nicht sofort gefahrlos verlassen aber gerade Rauch, Dunkelheit, oder nur schon langes Stehenbleiben kann zu einer Panik führen, bist Du schon mal mit einem Zug “steckengeblieben”? Aus eigener Erfahrung weiss ich das Fahrgäste nach 10-15 Min die Türen anfangen zu öffnen.

Andreas Hobi März 19, 2009 um 16:34

Ich habe heute mit einem Lokführer gesprochen, und der bestätigte mir, dass dies (Notentriegelung, Zug auf offener Strecke verlassen, etc.) wirklich nur Einzelfälle sind. Auch aus meiner Praxis kenne ich keine Fälle, in welchen Fahrgäste den Zug ausserhalb des Bahnhofes verlassen hätten. Ich denke, man sollte da nicht zu sehr dramatisieren.

@ Martin:
Stimmt, jeder darf seine Meinung frei äussern. Bei der SBB jedoch gibt es einige Leute, die sehr gut in Sachen Kommunikation ausgebildet sind und besser mit den Medien reden können, als wir. Sie haben tagtäglich mit Medien zu tun, und wissen, wie man eine Aussage formulieren muss, so dass sie nicht falsch verwendet oder falsch interpretiert werden kann.

Es macht also durchaus Sinn, dass diese Leute die Kommunikation übernehmen und dass Leute, welche ein wenig im Fokus stehen (sei es durch Blog, Präsidentschaft in einem Eisenbahnverein, Herausgeber einer Eisenbahnzeitschrift) sich zuerst mit der Medienstelle absprechen, bevor sie selbst gegenüber Medien eine Aussage machen.

Dass dies vor allem bei der Kommunikation mit Sonntags-Medien von Vorteil ist, durfte ich nun am eigenen Leib erfahren…

An dieser Stelle auch kurz ein Ausschnitt aus einem Email, welches ich von Hubert Giger (Präsident des Verbands Schweizer Lokomotivführer VSLF) erhalten habe; dieser soll laut SoBli gesagt haben: “Heute passiert es alle paar Wochen, dass Pendler mitten in Tunnels aussteigen.”

Hier ein Teil der Antwort von Giger an mich: “Nun, Frau Lenzlinger hat mich nicht korrekt zitiert: ca. alle 3 Monate haben wir Störungen im Kernbereich S-Bahn mit langen Wartezeiten in den Zügen (über 20 min.). Ein beachtlicher Teil dieser Störungen ist auf Suizide zurückzuführen. Anlässliche dieser Störungen ist es wiederholt vorgekommen, dass Reisende sich gemäss Artikel verhalten haben.”

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