05
Mar

Das sind doch mal gute Neuigkeiten für die Kundinnen und Kunden des ÖV: Der Verband öffentlicher Verkehr und die SBB haben beschlossen, die Preise am kommenden Fahrplanwechsel 2009 / 2010 nicht zu erhöhen. So wird das Portemonnaie der Bevölkerung in der sonst schon schwierigen wirtschaftlichen Lage geschont.

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Bild © (cc) minhtu (flickr.com)

Während andere Unternehmen weiterhin schamlos abkassieren (ich will keine Namen nennen, ihr dürft gerne selber grübeln…) und Milliarden-Boni einkassieren (notabene bezahlt durch die Bankgebühren von uns Kunden) nimmt die SBB ihre Verantwortung war und entlastet den Geldbeutel der Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer.

Nichtsdestotrotz betont SBB-Chef Andreas Meyer, dass die SBB grundsätzlich auf mehr Einnahmen angewiesen sei. Man habe jedoch die Kundschaft nicht noch mehr belasten wollen. Hier einige Auszüge aus der aktuellen Medienmitteilung:

Das Angebot im öffentlichen Verkehr der Schweiz wird laufend ausgebaut. Zahlreiche Transportunternehmen sehen sich mit massiv höheren Kosten und grossem Investitionsbedarf konfrontiert. Trotzdem haben die Verantwortlichen des VöV und der SBB beschlossen, auf eine Preiserhöhung per Dezember 2009 zu verzichten. (…)

Auf die ursprünglich geplanten Preiserhöhungen im öffentlichen Verkehr per Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wird verzichtet. Dies obwohl die Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs ihre Angebote und den Service laufend ausbauen sowie die Engpässe beispielsweise beim Rollmaterial grosse Investitionen erfordern. Dazu kommen aufgelaufene Mehrkosten wie etwa höhere Energie-, Lohn- und Sachkosten. Alleine die SBB wird bis ins Jahr 2030 insgesamt 20 Milliarden Franken in neues Rollmaterial investieren.

(…)

«Die Herausforderungen verstärken sich durch das überproportionale Wachstum in den Hauptverkehrszeiten. Die SBB investiert massiv in neues Rollmaterial, um mehr Sitzplätze zu schaffen. Das alles kostet Geld, das die Unternehmen auch wieder einnehmen müssen. Da sind sich alle öV-Unternehmen einig.»

Darüber hinaus hält die SBB an ihrem Ziel fest, Bahnreisen ausserhalb der Spitzenzeiten am Morgen mit günstigen Angeboten attraktiver zu machen. Sie wird deshalb dem VöV noch in diesem Jahr die Einführung eines 9-Uhr-General-Abos vorschlagen. «Damit lösen wir unser Versprechen ein. Wir wollen diejenigen Kunden mit attraktiven Preisvorteilen belohnen, die später losfahren und Platz machen können für unsere Pendler», sagte Andreas Meyer. (…)

Fassen wir also kurz zusammen:

Die Preise steigen vorerst nicht. Dies, obwohl die Kosten für die ÖV-Unternehmen weiterhin ansteigen. Doch nicht nur, dass die Preise nicht steigen; die SBB will auch weiterhin günstigere Angebote schaffen für jene Fahrgäste, welche ausserhalb der Spitzenzeiten reisen. Was will man mehr? ;-)







24 Kommentare zu “SBB: Keine Preiserhöhungen!”

  1. Piero schreibt:

    Der Preis für ein 9 Uhr GA würde mich schon interessieren.

    Und der sollte nicht nur ein paar Franken unter dem normalen liegen, sondern massiv reduziert. 1900 Fr. ab 9 Uhr.

    Weiter frage ich mich, ob es nicht auch kombinierte GA’s mit den vorhandenen Tarifverbünden geben könnte.

    Ach ja, was ich nicht ganz begreife, warum das Gleis 7 nicht auch – preislich etwas höher – für ältere Semester zu haben ist. 200 Fr. + Halbtax und man kann ab 19 Uhr fahren, wäre doch ein guter Preis.

  2. Dominik schreibt:

    finde das gut – aber jeder, der Milliardenboni mit Bankgebühren mitfinanziert, ist selber schuld! Stören tut mich jedoch dass ich diese mit meinen Steuern mitfinanziere…

  3. Andreas Hobi schreibt:

    @ Dominik:
    Privat bin ich eigentlich nicht bei der UBS, jedoch hat mein Vermieter mein Mietkautionskonto dort… :-/

    BTW: Wäre noch interessant zu wissen, wer für die über 3′150 Stutz haftet, falls die UBS plötzlich hopps gehen würde…

  4. Michael schreibt:

    Ein Gleis 7 auch für über 25-jährige wäre sicher eine gute Sache. Fragt sich aber nur, wer es denn auch wirklich kaufen würde. Meine Reisebedürfnisse sind grundsätzlich eher tagsüber als nachts…

    Schön ist es aber schon, dass die Preise erstmal gleich bleiben. An und für sich sind sie ja schon teuer genug ;-) .

  5. Christian schreibt:

    Kann sich die Bahn da nicht ne Scheibe von abschneiden? Also ich meine die, die in Deutschland ihre Runden dreht. Denn da warte ich eigentlich täglich darauf, dass die Meldung kommt und die Kosten wieder steigen, denn durch die ganzen Streiks bekommen ja die Leute mehr und ich glaube, dass der Verbraucher das wieder ausbaden muss. Schlecht wäre es nicht, wenn sich die mal ne Scheibe abschneiden würden *G* Wie teuer sind eigentlich eure Reisen? Das würde mich jetzt schon interessieren.

  6. Dominik schreibt:

    @Andreas: wenn die UBS hopps geht, dann zählen die 3150 doch zu den (momentan noch) 30000.- die “garantiert” sind?
    Mein Vermieter ist übrigens besser – ist bei der GKB :-P

  7. Andreas Hobi schreibt:

    @ Dominik:
    Ah, die 30′000 gelten für sämtliche Konten; na dann bin ich ja beruhigt. :) Dachte, dies sei nur bei privaten Sparkonti so.

  8. Andreas Hobi schreibt:

    @ Michael:
    Kommt immer drauf an, mit was man vergleicht. :) Siehe auch hier:
    http://schweizweit.net/2008/03/06/litra-studie-schweiz-sbb-ist-guenstig/

  9. Fabi schreibt:

    Wenn man unser Preisniveau mit dem ausländischer Bahnen vergleicht, muss man (neben dem Kaufkraftunterschied) vor allem bedenken, dass die einzelnen Bahnunternehmungen völlig unterschiedliche Ansätze in Sachen Tarif verfolgen:

    Bei uns setzt man im ÖV auf ein einfaches und allgemein verständliches System. Ein Billett von A nach B über die Strecke C-D kostet XY Stutz. Punkt. Die Preise sind grundsätzlich eher im oberen Bereich angesiedelt (aber, wie die von Andreas verlinkte Studie zeigt, beispielsweise immer noch günstiger als im deutschen Fernverkehr!). Überdies ist zu bedenken, dass praktisch jeder, wo die Bahn einigermassen regelmässig benützt, ein Halbtax besitzt. Vielfahrer haben gewöhnlich ein GA. Beide Abos sind im internationalen Vergleich ebenfalls äusserst preiswert, die absolute Flexibilität eines GA gibt es zudem so in keinem anderen Land!

    Die deutsche Bahn (wie auch die SNCF und zunehmend die Trenitalia) imitiert das Preissystem von Flugzeugen. Wenn ich mich – fiktives Beispiel – drei Monate vorher entscheide, z.B. am 04. Juni um 5 Uhr mit ICE 123 von Basel Bad Bf nach Berlin zu fahren, und diese Reise nachts um 1 Uhr (kurz nach Freischaltung des Reservationssystems) im Internet buche, kann es sein, dass ich nur 29 Euro dafür bezahlen muss.
    Natürlich ein fantastischer Preis, zugegeben. Nur leider werde ich zu so langfristigen Planungen frühestens in der Lage sein, wenn ich das AHV-Alter erreicht habe.

    Ein Halbtax für die DB (heisst dort “Bahncard 50″) kostet 225 Euro im Jahr. Das lohnt sich rechnerisch meist nur für Reisende, die bei uns oft schon ein GA nutzen. Besonders verrückt: mit diesem Abo darf man nur zweiter Klasse reisen! Wer gelegentlich auch erster Klasse reisen möchte (oder in diese wechseln, bei vollem Zug o.ä.), muss eine “Bahncard 50 First” für 450 Euro (!!!) kaufen. Bisher konnte mir übrigens niemand erklären, was der tiefere Sinn davon sein soll.

    Generell ist das deutsche System so kompliziert, das ich jedesmal wieder nur den Kopf schütteln kann. Ausnahmslos bei jeder Bahnreise in Deutschland erlebe ich im Zug Diskussionen zwischen Reisenden und Kondukteur, weil ein bestimmtes Billett angeblich ungültig sei. Wollt ihr das wirklich auch in der Schweiz? Also ich nicht. Und ganz ehrlich: dafür zahle ich gerne den ein oder anderen Franken mehr.

  10. shef schreibt:

    Wobei ich mich frage, wie diese Litra-Studio zustande gekommen ist. Laut dieser Studie kostet 200km Fahrt 53 Franken.

    Laut Google Routenplaner ist die Strecke Basel-Chur 201km lang. Aber das SBB Ticket kostet in der 2. Klasse 61 Franken. Ich glaube nicht, dass dieser eine Kilometer grad 8 Franken kostet…

    Ich weiss, es gibt da Tarifkilometer, aber dies interessiert mich als Kunde eigentlich wenig.

    Deshalb glaube ich nie einer Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe…

  11. Piero schreibt:

    Ich komm nochmal auf den Vorschlag der Kombination mit vorhandenen Tarifverbünden zurück:

    Preis für den lokalen Tarifverbund und für einen zusätzlichen Preis fährt man ab 9 Uhr auch in der ganzen Schweiz.

    Damit könnten jene, die gerne früher starten dies sogar tun, in dem sie von der Kombination profitieren.

    Problem ist dabei eher der ZVV, wo ein Jahresabo derart viel kostet, dass man da eher grad ein ganzes GA kauft.

    Weiter könnte der Ticketkauf auf dem Handy in den Randzeiten mit verbilligten Tickets möglich sein – und so in diesen Randstunden spontane Reisen ermöglichen.

    Möglichkeiten gibt es viele – wichtig ist nur, dass sie überschaubar, leicht verständlich und dem Kunde fair erscheinen.

  12. Gumbo schreibt:

    Andreas
    “Schamlos abkassieren” – ich will hier trotzdem einen Namen nennen (von vielen), und zwar die Post, die ihre Preise für kleine Pakete massiv erhöht. Immer mehr scheint es billiger, auf kurze Distanzen das Päckli persönlich zu überbringen…
    Gumbo

  13. Gumbo schreibt:

    SHEF:
    Seit wann kann man Google-Strassenkilometer für die Preisberechnung der Bahn, die schon längst nicht mehr mit echten Kilometern rechnet, heranziehen?

  14. Andreas Hobi schreibt:

    @ Piero:
    Vor allem der letzte Punkt scheint mir extrem wichtig: “überschaubar, leicht verständlich und fair”.

  15. shef schreibt:

    @gumbo: ich weiss, dieser Vergleich ist etwas heikel. Jedoch noch heikler ist es, der Kilometertarif mit anderen Ländern zu vergleichen. Denn die rechnen (vermutlich) mehr mit den effektiven Km-Zahlen. Autofahrer berechnen schliesslich die Kosten auch nach den gefahrenen Kilometer.

    Und dann gibt es in D noch das Länderticket, und so ist Zugfahren richtig billig. Es kommt immer darauf an, was man vergleicht…

    Für mich persönlich passt die SBB zur Schweiz: teuer, aber zuverlässig.

  16. Andreas Hobi schreibt:

    @ Shef:
    Ich denke, bei diesen Litra-Vergleichen wurde schon mit gleichen Ellen gemessen und die effektiven Kilometerzahlen miteinander verglichen. :)

  17. Gumbo schreibt:

    Shef
    Mit Halbtaxabo (welches man sehr rasch rausgeschlagen hat mit mässiger Reisehäufigkeit, vor allem in 1. Kl.), ist das Bahnfahren nicht mehr teuer.
    Schau mal Kanada und USA! Das ist teuer!!

  18. Gumbo schreibt:

    Andi
    Aber bei der SBB und einigen Privatbahnen wird nach Angebot und Nachfrage berechnet, nicht nach Kilometern.

  19. Shef schreibt:

    ich wollte nur etwas provozieren, aber ich halte die SBB schon seit längerem als eher teuer.

    @ gumgo
    In den USA fuhr ich bis jetzt zwei mal Zug:
    Von New York nach Charlotte, NC für 80$ (immerhin 13h Fahrt)
    und von DC nach Newark Airport für glaub 110$. Obwohl die 2. Strecke nur ca. ein Drittel der Ersten beträgt, kostet sie mehr. Dies ist vermutlich, weil der Zug nach Charlotte stark subventioniert ist, während zwischen Washington und New York Amtrak Gewinn erwirtschaften will. Du hast recht, auf dieser Strecke ist der Zug relativ teuer. Aber das Restaurant war dafür bei beiden Fahrten sehr günstig…

  20. Piero schreibt:

    Das mit dem Preis ist so eine Sache:

    Nur eine Fahrt ist schon teuer – aber genauso ist auch eine einzelne Fahrt mit einem Auto teuer. Mit einem Verbund-Abo oder dem GA bei Vielfahrer ist Bahnfahren – oder nennen wirs Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel – einfach konstengünstiger.

    Die meisten rechnen aber meistens immer nur den Spritverbrauch – und nicht sämtliche Kosten inkl. Abschreibung des Fahrzeuges, Versicherung, Steuern, MFK und und und..

  21. Andreas Hobi schreibt:

    @ Piero:
    Genau! Wer übrigens mit dem vollen Preis für einen “Autokilometer” rechnen möchte, findet hier Hilfe:
    http://www.tcs.ch/main/de/home/auto_moto/kosten/kilometer/musterauto.html

    Ich zitiere:
    “Mit den TCS-Berechnungsansätzen ergeben sich bei diesem Musterpersonenwagen feste Kosten von jährlich ca. CHF 7’033.- sowie bewegliche Kosten von ca. CHF 4’567.-. Insgesamt kostet unser Musterauto CHF 11’600.- oder ca. 77 Rp./km.”

  22. Piero schreibt:

    Ja das kommt für ein sehr durchscnittliches Auto hin..

    Also anders gesagt:

    Für die “Freiheit”, zu jederzeit überall hinfahren zu können, arbeitet ein Autofahrer bei einem durchschnittlichen Nettolohn von 4500 Fr. gute 2.5 Monate im Jahr…

    Um von A nach B zu kommen arbeitet der Bahnfahrer ca bis zum 20. Tag eines einzigen Monats….

    und ob er im laufenden Jahr mehr Kilometer zurücklegt oder nicht, es ändert sich nichts. Beim Autofahrer hingegen kann es leicht von guten 2,5 Monaten auf 3 Monaten oder mehr steigen.

    Der Kluge reist im Zuge ;)

  23. Andreas Hobi schreibt:

    Wir von autolos.com sagen ja schon immer: Am klügsten ist ein GA und eine Mobility-Mitgliedschaft (sofern Führerausweis vorhanden). In den meisten Fällen kann man den ÖV benutzen und für die paar Ausnahmen gibt es das rote Auto in der Grösse in der man es braucht; vom Cabrio bis zum Kleinbus. ;-)

  24. Brunner Hansruedi schreibt:

    Mich würde der Preis für ein 9 Uhr Ga auch intressieren!Und ab wann es in Kraft treten könnte?
    Mit freundlichen Grüssen
    H.Brunner

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