Schneller ans Ziel mit der SBB
von Andreas Hobi am 27. Februar 2009 · 14 Kommentare

Eine interessante Art, jemandem vor Augen zu führen, dass man mit der Bahn schneller zu diversen Zielen im umliegenden Ausland kommt als mit dem Flugzeug:


In einem Direkt-Mailing an Business-Kunden der SBB wird eine Reiseroute mit zwei Schnüren dargestellt. Eine Schnur steht dabei für das Flugzeug, die andere für den Zug.
Der Empfänger zieht nun an beiden Schnüren und stellt auf diese Art rasch fest, dass man für Destinationen, welche innerhalb eines 5-Stunden-Gürtels um die Schweiz liegen, mit dem Zug schneller ans Ziel kommt.
Weitere Vorteile (nicht nur) für Business-Kunden der SBB:
- 24-Stunden-Buchungsmöglichkeit
- Billettausdruck direkt am Arbeitsplatz
- Effizientere Fortbewegungsart mit wenigeren Unterbrüchen
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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.
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Ach? Der Zug fährt auch 500 bis 800 Kilometer pro Stunde? Aber mal ehrlich, ich fahre gerne mit dem Zug, aber nicht im Ausland! Würde die SBB direkt nach Deutschland und Amsterdam fahren, dann gerne. Ansonsten sitze ich lieber in einen Flieger.
Naja, kann diese SBB Werbung überhaupt nicht zustimmen. Für Geschäftsreisen (auch für solch kurze Strecken) ist der Zug für die meisten Strecken keine Option…
Und
- 24-Stunden-Buchungsmöglichkeit ->gibts bei den Fluggesellschaften schon wesentlich länger als bei der Bahn
- Billettausdruck direkt am Arbeitsplatz -> dito
- Effizientere Fortbewegungsart mit wenigeren Unterbrüchen -> gilt vielleicht teilweise für Zürich-Paris aber sonst eher nicht
Für mich
Inland: die Bahn
Ausland: Flugzeug
Ist ja eine witzige Kampagne mit dem Problem, dass der versprochene Inhalt fehlt. Der Inhalt fehlt, da er wie meine Vorposter schon erwähnen nicht wahr ist.
Wenn man mal im Flugzeug sitzt ist dies der wesentlich unterbruchsfreiere Arbeitsplatz, läuft nicht ständig jemand rum, keine Stopps…
Dito. Mit Handgepäck und Online Checkin entfallen auch die Wartezeiten, resp. man kann in der Lounge ungestört arbeiten. Auch hat man an den meisten Bestimmungsorten bei Flügen einen ganzen Arbeitstag zur Verfügung. Über Paris kann man sich noch streiten, wobei ich bei der letzten Reise ebenfalls den Flieger gewählt habe – Das lag aber eher an den Streiks. München, Frankfurt hat der Flieger die Nase vorn.
Würde die Werbung eher an Private richten… lieber mit der Bahn unterwegs als Easy Jet und dergleichen ;)
Es gibt einige Städte, da ist der Zug eine sehr interessante Option.
Ich habe letztes Jahr Frankfurt mit Flugzeug und Bahn einige mal ausprobiert – von Tür zu Tür war es für mich zeitlich exakt genau gleich!
Wenn man am Laptop arbeiten muss, ist der Zug zudem bequemer (Strom, Beinfreiheit). Mit dem Flieger sind es zu viele Sitzwechsel und Kontrollen. Da kann man nie länger als 15min am Stuck am Laptop arbeiten.
Die Zugverbindung nach München ist leider sehr, sehr schlecht. Damit sollte man lieber keine Werbung machen, v.a. nicht bei Geschäftsreisenden (4 Züge am Tag, 4h, kein Strom im Zug).
Nun, als ich noch regelmässig auf die Verbindung Schweiz – Köln angewiesen war, habe ich durchwegs aufs Flugzeug gesetzt. Das machte auf die Strecke Interlaken – Köln immer noch ungefähr eine Stunde (direkt Zürich – Köln ists nur wenig mehr…/ironieoff). Günstiger ist das grundsätzlich auch wenn man früh genug bucht.
Aktuell reise ich meistens aus organisatorischen Gründen nachts und setze dabei auf die Bahn. Einerseits sind nachts meistens massenhaft günstige Sparpreise verfügbar und andererseits ists halt dann eben doch günstiger als Flug + Hotelübernachtung und spart gleichzeitig Zeit.
Wenn ich tagsüber reise, so bevorzuge ich aber weiterhin das Flugzeug. Als Reisender ohne aufzugebendes Gepäck und mit Online-CheckIn brauche ich auch keine grossen Pufferzeiten am Flughafen einrechnen.
In der Tat lässt sich im Flugzeug nicht so gut arbeiten. Dafür ist man schneller am Ziel und kann auch die Zeit am Flughafen nutzen. Am Bahnhof geht das nur bedingt. Auf jeden Fall bin zumindest ich nicht der Typ, der sich mit dem Notebook gerne auf den Bahnsteig setzt :-) .
Diese Werbung habe ich nun gerade gar nicht verstanden. Kann da sein das da Zürich und Stuttgart drauf steht? Diese Verbindung funktioniert seit dem die Deutschen ICE unter Achswellenproblemen leiden gerade gar nicht mehr.
24-Stunden-Buchungsmöglichkeit ist ja selbstverständlich, aber gerade für Auslandreisen gibt es von der SBB keinen vernünftigen Service. Will ich z.B. in Oerlikon am Schalter ein Billett nach Kassel buchen und habe alle meine Wünsche inkl. Zugnummern bereit, werde ich trotzdem ans Reisebüro verwiesen. Da kann ich dann eine geschlagene halbe Stunde warten bis mein Vormann sein Ferienarangement fertig gebucht hat => Nullnummer. Telefonservice ist bei der SBB kostenpflichtig, so etwas gibt es bei den Fluggesellschaften nicht => zweite Nullnummer.
Am einfachsten lassen sich internationale Billette buchen indem man das gleich bei den Partnerbahnen macht, z.B. den Nachtzug nach Oersterreich bei der ÖBB, Citynightline Verbindungen bei Citynightline etc.
Es scheint mir das die Eisenbahn für die Langdistanzen mehr und mehr zu einem Luxusartikel verkommt, der nur von Leuten mit Flugangst, Touristen und ein paar Eisenbahnfreaks genutzt wird.
Nun, ich denke es geht hier darum, was wirklich schneller ist: Das Flugzeug mitFahrt zum Flughafen, Einchecken, Zollkontrolle, Flugzeugverspätung, Flug, auschecken, Fahrt in die Stadt – oder eben die Bahn – einsteigen vor Ort, aussteigen vor Ort. Klar ist bei etlichen Verbindungen der Flug schneller, darum fliegt man ja auch, wenns pressiert. Aber es gibt auch Verbindungen, die, obwohl die Bahn auf den ersten Blick langsamer erscheint, im Endeffekt doch schneller ist.
@ Piero:
Das ist es, was die SBB mit dieser Aktion auch sagen wollte. Klar bewegt sich ein Flugzeug mit einer höheren Geschwindigkeit; aber mit der ganzen Prozedur vor und nach dem Flug, der Fahrt zum Flughafen und vom Flughafen in die Stadt etc. ist man dann doch im näheren Ausland schneller mit dem Zug als mit dem Flugzeug.
Die Fahrzeit ist ja das eine, der Preis das andere. Ich wollte für 4 Personen Zürich – Paris im Mai buchen. Gerne hätte ich den TGV genommen! Aber die Preisdifferenz ist einfach zu gross! Hin ab Zürich um 07.02 zurück 4 Tage später ab Paris um 17.54. Angebot TGV (alle mit 1/2 Abo) 1156.-. Das gleiche mit der Air France kostete mich 688.-, also 468.- weniger! Da fällte es wirklich schwer den Zug zu nehmen! Echt schade!
@andreas
Ich mache das Check-In immer Online und muss dann nur noch durch die Sicherheitskontrollen bzw. kurz das Gepäck abgeben sofern ich das überhaupt habe. Dann kurz in die Lounge und einsteigen. Das geht zackig.
@Pendler
Es gibt immer mehrere Möglichkeiten, daher ist das auch nur ein Richtwert, dass die Bahn in dem angegebenen Umfang schneller ist. Muss eben jeder für sich genau berechnen.
Wiso kann man in Europa eigentlich Langdistanzreisen nicht so einfach buchen wie eine Flugreise, wo man den Tarif gleich sieht und nur noch den passenden auswählen muss?
Auch wäre es toll, wenn man internationale Tickets am Automaten kaufen könnte. Für mich ist es unverständlich, wiso man für eine Fahrt nach Strassburg oder Freiburg zum Schalter gehen muss, wärend man innerhalb der Schweiz alles am Automat kaufen kann.
Auch preislich konkurenziert die Bahn schlecht. So kostet Paris retour ab Basel über Fr. 200 Da fliegt sogar die Swiss günstiger zu weiter entfernten Zielen (z. B. Manchester für Fr. 150).
Persönlich fliege ich erst gerne, wenn die Flugdauer ungefähr 2-3 Stunden beträgt. Dann ist wenigstens die Flugzeit gleich lang wie der Rest der Reise…
@ Shef:
Das Problem liegt am ehesten darin, dass nicht alle Länder ein solch einfaches Tarifsystem haben, wie die Schweiz. Deshalb können internationale Tickets kaum am Billettautomaten verkauft werden. (Bis auf ein paar wenige Ausnahmen ins nahe Ausland.)
Soweit ich aber weiss, macht die SBB Druck, um einige Dinge international zu vereinheitlichen, so dass es in Zukunft ohne Probleme möglich sein sollte, per Internet, Automat oder über andere Kanäle die gewünschten Tickets zu kaufen.
Aber wie gesagt: Momentan geht dies nur für ein paar Ausnahmen; zum Beispiel am Automat nach Konstanz, Basel Bad etc., per Internet nach Köln, Milano, Paris etc.