Kiosk-Konzern Valora will der SBB Konkurrenz machen

von Andreas Hobi am 9. Februar 2009 · 12 Kommentare

Nebst dem Kernangebot mit Bahnangeboten und Freizeitideen (Railaway) bietet die SBB in vielen ihrer Bahnhöfe auch andere Dinge an. Von Geschenkideen über Telefonkarten bis hin zu Paketversand ist vieles mit von der Partie. Ebenfalls im Angebot: Geldtransaktionen mit Western Union und Event-Tickets. Und genau an diesen zwei Punkten will der Valora-Konzern (Kiosk, Selecta, etc.) die SBB nun attackieren.

© Foto kkiosk.ch

In einem Interview mit der Handelszeitung sagte Valora-Chef Thomas Vollmoeller:

Das ganze Thema Dienstleistung wie Lotto wollen wir ausbauen. Unser Mitbewerber Naville testet zum Beispiel Geldtransaktionen ins Ausland. Der Ticketverkauf ist eine weitere Möglichkeit. Zurzeit befinden wir uns aber noch in den Vorbereitungen.

Geldtransaktionen? Ticketverkauf? In den Vorbereitungen? In den Bahnhofs-Kiosken?

Interessant wird es nun sein, zu beobachten, wie die SBB darauf reagiert. Natürlich ist es jedem Unternehmen freigestellt, ob es die SBB in dem einen oder anderen Punkt konkurrieren will, wir leben ja schliesslich in einem freien Land. Aber wenn dies von innerhalb der Bahnhöfe geschieht, dann wird es schon eher frech.

Mal schauen, ob die SBB dies nun einfach so hinnimmt oder ob sie den Tarif durchgibt. Ich tippe mal auf letzteres. Denn die Lokalitäten in den Bahnhöfen sind bei Geschäften sehr beliebt und versprechen hohe Umsätze. Innert kürzester Zeit würde die SBB ein Unternehmen finden, welches die Reisenden – anstelle der Valora-Läden – mit Zeitschriften und dem gewohnten Kiosk-Angebot bedienen wird. :)

Die Bahnhöfe und ihr Umfeld entwickeln sich immer deutlicher zu umfassenden Handelszentren und eigentlichen Hot Spots. So erhöhten sich die Umsätze in den sieben RailCity-Bahnhöfen seit 2002 um 37,5 % (Vergleich Detailhandelsmarkt Schweiz: 8,2 %).
Quelle: Geschäftsbericht SBB

Durch das Anbieten von Geldtransaktionen, Eventtickets und anderen Angeboten verdient die SBB jährlich zwischen 80 und 90 Millionen Franken (Kommissionen 2006: 84.0; 2007: 87.6; 2008: noch nicht bekannt). Auch wenn dies nur ein kleiner Teil der gesamten Nebenerträge ausmacht (ca. 6.7%), so ist doch davon auszugehen, dass die SBB in diesem Bereich keine Konkurrenten in ihren Bahnhöfen duldet.


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Ralph Februar 9, 2009 um 15:45

Die armen Angestellten im Kiosk wissen vor lauter Dienstleistungen bald nicht mehr wo ihnen der Kopf steht.

Letzthin am Flughafenkiosk eine Viertelstunde angestanden, weil eine Dame 800 verschiedene Lösli gekauft hat und nachher mit VISA bezahlen wollte und dann aber doch noch ein Heftli wollte und eine Prepaid Handykarte, die aber bar bezahlen wollte….

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Christian Hauser Februar 9, 2009 um 16:43

Schwupps wird es machen und Valora wird weg sein. Oder aber Valora gibt (die Pläne) auf. Was ich schon für wahrscheinlicher halte…

Wir werden es sehen!

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Alain Februar 9, 2009 um 18:12

Ich denke, dass der Geldversand am Kiosk keinen Erfolg haben wird, weil viele Leute, die das machen, z.B. auch Banker, dies nicht in der Öffentlichkeit abwickeln wollen, weil es zu wenig “privat” ist. Das merkte ich auch im P-VS-BR Change, als “höhere” Leute dort waren, musste man sogar als Mitarbeiter den Change verlassen und nur den Arbeiter vom Change, welcher eigentlich immer der selbe ist, arbeiten lassen! Das wird dann aber das Problem beim neuen Bahnhof in Brig sein, wenn der neue Schalter eröffnet wird, weil dann der IPV, Soforverkauf, WU, Change und auch das Gepäck, alles an einem und dem selben Schalter abgewickelt wird!

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honigbaerli Februar 9, 2009 um 22:27

ich hoffe das es nicht soweit kommt..denn die laufkundschaft wartet nicht gerne lange…und wenns um geld und reisetickets ist die frau kiosk sicher nicht der richtige partner..schuster bleib bei deinen leisten…für zeitschriften die frau kiosk und für tickets die bahn…denn für tickets zu verkaufen braucht es auch etwas beratung und bahnwissen..und dafür hat die firma kiosk gar kein personal, das dieses leisten könnte…denn dann müsste sie unteranderem auch etwas besser zahlen und nicht wie so oft ihre mitarbeiter mit stasimeethoden ausspionieren!

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BahnFahrer Februar 9, 2009 um 23:42

wieder so ein “consultant” frisch ab uni ohne berufserfahrung, welcher sowas vorschlägt. dito post… man kommt sich wie in einem (schlechten) kiosk vor. wie war das doch gleich mit “auf das kerngeschäft konzentrieren und den rest outsourcen”? :-)

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Sandra-Lia Februar 10, 2009 um 07:14

Auf die Wersternunion-Geldwäscherei sollte die SBB mal lieber verzichten. Ich will nicht wissen, wie viel Geld da aus Drogen etc. stammt!

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Alain Februar 10, 2009 um 07:15

@Sandra-Lia

Wie meinst du das?

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Christian Leu Februar 10, 2009 um 18:01

Ich denke an kleineren Bahnhöfen könnte der Ticketverkauf am Kiosk sicher eine alternative sein.

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Sandra-Lia Februar 12, 2009 um 10:49

Naja, die Schweizerische Post bietet ja nur noch Inhabern eines Postkontos Geldtransfair an. Und bei SBB kannst mehr oder wengier ohne Ausweis Geld an jeden auf der ganzen Welt versenden. Ich weiss aus zuverlässiger Quelle, dass da in einigen Grossstädten das ganze Drogengeld darüber in die entsprechenden Länder gesendet wird. Das nennt man Geldwäsche!

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Chris Februar 12, 2009 um 11:57

Konkurrenz belebt das Geschäft. So heißt es doch oder nicht? Also ich würde das jetzt nicht so eng sehen, denn es gibt so viele Menschen, die mit der Bahn unterwegs sind und die dort Artikel kaufen, dass für beide Geschäfte genügend übrig bleiben sollte. Und wenn nicht, dann muss man sich halt auch mal dem Kampf stellen und sehen, dass man sein Geschäft nach vorne bringt. Schlimm finde ich das nicht. Ich finde es sogar sehr gut, denn es schadet echt nicht.

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Andreas Hobi Februar 13, 2009 um 07:58

@ Sandra-Lia:
Ab einem gewissen Betrag musst du auch bei der SBB nachweisen können, woher das Geld stammt. Und den Betrag auf mehrere kleine Portionen aufteilen geht nicht, weil das System dies merken würde.

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Andreas Hobi Februar 13, 2009 um 08:09

@ Chris:
Wie schon gesagt: Gegen Konkurrenz und freie Marktwirtschaft habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden. Nicht ganz in Ordnung ist die Sache nur dann, wenn diese Konkurrenz “trojaner-artig” aus dem eigenen Hause kommt.

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