
Bild © (cc) JustinBess (flickr.com)
Momentan geht es der Wirtschaft schlechter als auch schon. Dies erleichtert es einem nicht wirklich, eine (neue) Stelle zu finden. Deshalb möchte ich heute und morgen ein paar Tipps rund um Bewerbungen geben, so dass ihr es auf dem schwierigen Arbeitsmarkt ein wenig einfacher habt.
Heute im ersten Teil schreibe ich mehrheitlich über die Bewerbung an und für sich; also die Arbeit, die man zu Hause macht. Morgen werde ich dann auf das eigentliche Bewerbungs- oder Vorstellungsgespräch zu sprechen kommen und ein paar typische Bewerbungsfragen vorstellen, die von Personalfachleuten jeweils gestellt werden. Zu jeder Frage gibt es dann auch eine Erklärung und einen Hinweis auf die optimale Antwort.
Aufbau des Bewerbungsschreibens
Zuoberst steht immer der Briefkopf. Die eigene Adresse (mit Telefonnummer und evtl. Email-Adresse) und danach die Angaben (Name und Adresse) des Empfängers. Als letztes kommt noch das Datum in den Briefkopf. Hier ist es wichtig, dass das Datum des Versandtages drauf steht.
Briefkörper
Im Betreff des Bewerbungsschreibens muss unbedingt stehen, dass ihr euch um die Stelle XY bewerbt! Nur dann wird eure Bewerbung auch wirklich beachtet.
Der danach folgende Bewerbungstext muss aus den vier Teilen Einleitung, Motivation, Erfahrungen und Kontaktaufnahme bestehen.
Einleitung:
Nehmt Bezug auf die Stelle, den Betrieb, erwähnt, wo und wann die Stelle ausgeschrieben wurde. Hier schreibt ihr auch, was euch an der Stelle und am Unternehmen interessiert und lasst eure Kenntnisse über das Unternehmen oder die Branche einfliessen.
Motivation / Erfahrungen:
Welche Erfahrungen konntet ihr in diesem Arbeitsbereich schon sammeln? Weshalb seit genau ihr die richtigen Leute für diese Stelle? Was motiviert euch? Beschreibt eure Persönlichkeit, eure Qualitäten!
Kontaktaufnahme:
Am Schluss darf nicht vergessen werden, zu erwähnen, dass ihr euch über eine Kontaktaufnahme und ein persönliches Gespräch freut.
Das ganze Bewerbungsschreiben sollte eine A4-Seite nicht überschreiten und so kurz und prägnant wie möglich gehalten werden. Es versteht sich von selbst, dass es fehlerfrei und sauber geschrieben ist. Wenn verlangt wird, das Schreiben von Hand zu verfassen, haltet euch unbedingt daran!
Der Lebenslauf
Hier führt ihr tabellarisch oder in Stichworten alle sachlichen Informationen über euch auf: Personalien, Schulen, Sprachen, PC-Kenntnisse, Referenzen, etc. Je nach Arbeitsstelle dürfen auch nebenberufliche Tätigkeiten und Hobbys nicht fehlen. Mit Hobbys meine ich jedoch nicht etwa “Discobesuche, chillen, Ferien” sondern Vereine, sportliche Aktivitäten oder Gruppierungen wie Pfadis etc.
Aufbau der Bewerbungsmappe
Grundsätzlich liegt es an euch, zu entscheiden, wie ihr die Mappe aufbauen wollt. Üblich ist vielerorts jedoch folgende Reihenfolge:
- Deckblatt
- Bewerbungsschreiben (evtl. auch separat, nicht in der eigentlichen Mappe)
- Lebenslauf mit aktuellem (!) Foto
- Kopien von Schulzeugnissen
- Referenzen
- Kopien von Diplomen, Sprachaufenthalten, PC-Kursen, Weiterbildungen, etc.
Es ist wichtig, dass ihr von Zeugnissen und Diplomen immer nur Kopien schickt, diese Kopien jedoch von guter Qualität sind.
Das Bewerbungsgespräch
Es ist wichtig, dass ihr bereits zu Beginn alles richtig macht. Manche Bewerbungsgespräche werden schon beim Händedruck entschieden; zumindest fällt der Personalfachmann oder die Personalfachfrau bereits dort eine erste Entscheidung und könnte euch schon dort in eine Schublade stecken. (Nicht wörtlich gemeint…)
Der Händedruck muss also fest und selbstsicher sein, sonst ist vielleicht schon Hopfen und Malz verloren.
Konzentriert euch danach auf eure Wortwahl und das Verhalten, denn die Personalfachleute sind sehr geschult, solche verbalen und nonverbalen Zeichen zu deuten und interpretieren.
Falls verlangt wird, euch kurz vorzustellen: Geht auf die Stärken ein, nicht die Schwächen! Nach den Schwächen wird man euch zu einem späteren Zeitpunkt befragen; solange ihr nicht ganz konkret nach Schwächen gefragt werdet, lasst sie beiseite.
Tipps für das Bewerbungsgespräch
- Wenn ihr euch verspätet habt, versucht, die Kontaktperson telefonisch zu erreichen. Beim Gespräch selber entschuldigt ihr euch und erläutert kurz den Grund.
- Sucht vor dem Gespräch die Toilette auf
- Wenn der Hals trocken ist, verlangt ein Glas Wasser
- Eingeschaltene Mobiltelefone sind ein absolutes No-Go!
- Bleibt selbst dann noch optimistisch, wenn euer Gegenüber kritisch wird oder negative Aussagen macht
- Stellt Fragen
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch
Einige Fragen treten in Bewerbungsgesprächen immer wieder auf:
- Was sind Ihre grössten Stärken?
- Wo liegen Ihre Schwächen?
- Wieso sollte ich genau Sie einstellen?
- Wieso wollen Sie in unserem Unternehmen arbeiten?
- Was kann Sie verärgern?
- Können Sie unter Druck arbeiten?
- Was sind Ihre Ziele?
Ich habe ein paar dieser Fragen zusammengestellt und werde morgen in einem Artikel versuchen, euch die Hintergründe und “optimalen” Antworten zu präsentieren.
Es lohnt sich also, auch morgen wieder auf schweizweit.net vorbei zu schauen! ;-)

{ 9 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Andreas, ich finde es super, dass du uns Tipps für Bewerbungen gibst. Das wird sicherlich viele Leute (auch Suchmaschinen) interessieren. Aber kannst du vielleicht auch noch ein paar Quellen nennen? Ich denke nicht, dass du oft neue Personen anstellst und somit deine Kriterien beschreibst.
@ Markus:
Quellen in Bezug auf was? Auf offene Stellen oder auf weitere Tipps?
Er meint wohl eher Quellen im Bezug auf Chefs, die du fragst, was die alles so fragen. Du bist ja nur Angestellter.
Ach so. Ja, ich habe schon ein paar solche Gespräche hinter mir und mit der Zeit kennt man die Fragen. ;-) Dann noch ein wenig umhören bei den Kollegen und schon steht eine kleine Liste mit typischen “Bewerbungsgespräch-Fragen”.
Aber natürlich habe auch ich nicht die Weisheit mit Löffeln gegessen und ich lasse mich gerne korrigieren und ergänzen, was diese Fragen anbelangt. :)
Ich habe gedacht, dass du vielleicht ein tolles Buch gelesen hast oder kürzlich einen Workshop gemacht hast. Es ist doch ein ziemlich heikles Thema und da würde ich mich gerne auf Quellen abstützen.
Nun, alles in allem gute Tipps..
..aber wenn man wirklich eine Stelle bekommen will, dann muss man jemanden in einer guten Position in der Firma/Abteilungen kennen. “Vetterchenwirtschaft” ist immer noch der erfolgreichste Stellenverschaffer. Du kannst noch so gut sein – wenn der Chef jemand kennt, der zwar nicht so gut ist wie du, wird er den Bekannten nehmen.
@Andreas
Eigentlich gut gemeint.
Doch die Antworten kannst Du dir sparen. Auf Fragen mit auswendig gelernten “guten Antworten” zu antworten kommt bei einem Vorgesetzten schlecht an. Das merkt man sofort. Ich rede da aus eigener Erfahrung
Ausserdem sind die Tipp für Bewerbungen auf dieversen Websites selbst zu finden. Und die du hier im Blog verwendest gleichen deren der aus dem Intranet der SBB.
Hallo!!!
Hilfe, hilfe, hilfe. Ich soll jetzt bei den Bewerbungen ein Deckblatt erstellen. Nur bin ich mir unsicher : OBEn “Bewerbungsunterlagen” MITTE “Foto” doch meine Adress und Anlagen, wo bringe ich die am besten hin???
Die Betreffzeile ist auch ganz wichtig. Nicht vergessen, sie ist eine der wichtigsten Stellen im Anschreiben. Sie kommt zwischen Anschrift und “Sehr geehrte Damen und Herren”.
Beste Grüße