
Diejenigen unter meinen Lesern, welche mindestens einmal auf schweizweit.net kommentierten oder mir nach dem 03. Januar 2005 ein Mail schickten, haben dieses Wochenende eine Facebook-Einladung erhalten. Dies war so nicht beabsichtigt und ich bitte in aller Form um Entschuldigung für die “Spam-Mails”.
Gerne erkläre ich kurz, wie es dazu kam…
Da ich das Social Network Facebook in nächster Zeit wieder ein bisschen intensiver zu brauchen gedenke, nutzte ich die (bequeme) Funktion, bei Facebook die Email-Account-Daten einzugeben und in den Kontakten nach Personen suchen zu lassen, welche bereits bei Facebook sind.
Nachdem ich die Daten angab, führte mir die Applikation eine Liste der Personen auf, welche sich bereits bei Facebook registriert hatten. Nun musste ich nur noch anklicken, wenn ich auf meine “Freundesliste” setzen möchte und auf OK klicken.
Ich wählte also rund 20 Personen aus und klickte als Bestätigung. Auf dem nächsten Bildschirm erschien dann wieder eine Auflistung mit Email-Adressen. Diese schaute ich nur kurz an (zu kurz, wie sich später herausstellte), dachte, Facebook wolle sicherheitshalber nochmals bestätigt haben, dass ich mich mit den vorhin angegebenen Personen verknüpfen möchte und klickte wieder auf “Bestätigen” (oder wie auch immer dieser Button hiess). Ich war müde, wollte endlich schlafen gehen (weil ich am nächsten Tag Frühdienst hatte und um 03:00 wieder aufstehen musste) und nahm mir deshalb nicht die Zeit, die Seite genauer durchzulesen.
Erst als ich die Bestätigung bereits angeklickt hatte, realisierte ich gerade noch, dass nun eine Facebook-Einladung an alle Personen gesendet wurde, welche in meinen Gmail-Kontakten sind…
Der Schock sass tief, denn ich wusste, dass Gmail eine sonderbare Angewohnheit hat: Jede Person, der ich eine Email schicke oder welche mir eine Email schickt, wird automatisch in den Kontakten abgespeichert; dies unter der Kontakt-Kategorie “Vorgeschlagene Kontakte”.
Meine “richtigen” Kontakte jedoch befinden sich nur in den (von Gmail vordefinierten) Ordnern “Freunde”, “Familie” oder “Kollegen”. Facebook jedoch unterscheidet nicht zwischen den verschiedenen Kategorien und betrachtet jede Email-Adresse als richtigen Kontakt.
Wie dem auch sei: Bei den “vorgeschlagenen Kontakten” befinden sich wie gesagt alle Personen, welche mir seit dem Bestehen meines Mail-Accounts vor vier Jahren (3. Januar 2005) eine Email geschickt haben oder denen ich gemailt habe. Insgesamt genau 835 Adressen…
Deshalb gingen am Wochenende 835 Facebook-Anfragen raus; und dies an alle möglichen (und unmöglichen) Leute: Militärstellen (weil ich in der RS während einer Berner Radrundfahrt meinen privaten Mailaccount nutzen musste), SBB-Stellen (Mediensprecher, andere Leute in Bern, Vorgesetzte), Medien (Journalisten, welche in der Vergangenheit mit mir in Kontakt traten), Geschäfte (denen ich Anfragen schrieb oder von welchen ich Offerten erhielt) und ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen, an wen die Einladungen sonst noch gingen! :-/
Auf jeden Fall ist mir die Sache doch eher peinlich. Deshalb:
Wenn Sie ein solches Mail von mir (bzw. von Facebook) erhalten haben, beachten Sie es bitte nicht weiter, löschen Sie es und vergessen Sie die Sache. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, Sie oder Ihr Unternehmen damit zu belästigen. Für die Umtriebe bitte ich um Entschuldigung.

{ 16 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
no worries
Gib es doch zu: Du wolltest dir nur möglichst viele Freunde machen! Ts, ts, ts, hätte ich von dir nicht erwartet. :D
Kein Problem. Grundsätzlich bin ich nicht bei Facebook dabei und melde mich auch nicht an, also hast du bei mir keinen zusätzlichen Aufwand verursacht – abgesehen vom Löschen der Mails. ;-)
Mann, WordPress hat meine schönen Sarkasmus-Tags um den ersten Satz weggenommen… :-o
Interessante Facebook-Kontakte sind immer willkommen, also nur keine Angst ;-) Und bei vielen wird das Mail wohl eh im Spam gelandet sein. Denn sonst hättest Du ja jetzt doch ein paar “Facebook-Freunde” mehr… ;-))
@ Andy:
Sind ja auch ein paar zusätzliche draus geworden…
@ Flöschen:
Deine automatisch generierte Mail-Antwort auf Facebook-Anfragen finde ich noch eine super Idee!
…publizier doch mal wieviel dieser 835 Leute sich dann wirklich angemolden haben :)
Würd mich interessieren!
p.s. Toller Blog, weiter so. Ach ja, bin überzeugter Autofahrer aber ist trotzdem immer wieder interessant hier!
Ach sowas dachte ich schon, als ich die Mail bekommen habe :D
Aber die Machenschaften der SBB sollen ja in nächster Zeit genauer unter die Lupe genommen werden :P *g*
@ Patrick:
Werde ich demnächst mal machen. ;-)
Aus einem Mail, welches ich nach der Panne von einem bekannten Online-”Verleger” erhalten habe:
“Easy. Passiert uns allen. Die Apps sind ja alle darauf ausgerichtet, dass einem dieses Versehen möglichst einfach passiert. (…) Man könnte sogar sagen, die meisten auch seriösen Web 2.0-Apps wollen mit diesem “Prinzip User-Verarsche” möglichst viele User gewinnen. Sogar Twitter fragt bei der Registration nach dem Google-Account, glaube ich, und bietet nur einen sehr kleinen “skip”-Link an. Ist eigentlich schade und dem Grundgedanken von Web 2.0 zuwider, finde ich. Darüber könnte man sogar mal was schreiben (nur eine Idee).”
Wo er Recht hat, hat er Recht!
solches wäre mir auch schon fast passiert – habs bis jetzt immer geschafft, das zu vermeiden. Zum Glück :-) Der Kritik des Verlegers kann ich mich nur anschliessen. Finde das grausam. Mein Verständnis (obwohl ich gar nicht “betroffen” war) hast du also ;-)
Wieso gibt du bei facebook auch deine emailadrässe samt emailpasswort ein??! ich hoffe du hast inzwischen dein passwort geändert oder stört es dich nicht dass die jetzt sogar dein mailaccount scannen? aus sicht der privatsphäre ist dies eine totale katastrophe, und jeder der das macht… geht sehr naiv mit seinen daten um.
ja natürlich du hast dein passwort ja nur den guten leuten bei facebook gegeben… aber die kennst du ja auch nicht persönlich, da kannst du gleich dein emeailadresse und passwort dem nächsten schwarzfahrer geben ;)
@ Tom:
Zuerst die Antwort auf die Wieso-Frage: Einige Internetdienste, vorallem im Web 2.0-Bereich, bieten die Möglichkeit, Bekannte und Freunde auf die Kontaktliste zu setzen. Natürlich kann man jeden Freund “von Hand” suchen, indem man den entsprechenden Namen in die Suchmaske eintippt. Oder aber man lässt sein Email-Kontaktbuch durchsuchen, in welchem normalerweise die Freunde drin stehen.
Selbstverständlich gibt niemand direkt seine Email-Adresse inklusive Passwort ein, das wäre zu fahrlässig. (Zumindest hoffe ich, dass dies niemand tut…) Stattdessen ändert man temporär sein Email-Passwort und setzt es nach dem Kontakt-Import wieder auf den ursprünglichen Zustand zurück.
BTW: Sensible Passwörter würde ich sowieso regelmässig ändern. Ich zumindest tue dies bei den wichtigsten Diensten. :)
@Andreas
bezüglich “Selbstverständlich gibt niemand direkt seine Email-Adresse inklusive Passwort ein” wäre ich mir nicht so sicher, die Eingabemaske bei Facebook ist ja vorhanden und wer das schon macht wird wohl auch nicht daran denken sein Passwort zu ändern. Ich hab auch schon von mehreren Leuten solche Einladungsmails bekommen… immer mit einem “oh das wollte ich nicht”-mail hinter her ;)
p.s.: als Neuling bei Facebook unbedingt die Privatsphäre-Einstellungen anschauen und anpassen.
@ Tom:
Ja, bei den Privatsphären-Einstellung bin ich am Anfang auch böse reingefallen. Erst nach mehreren Tagen kam ich auf die Idee, dass ich dort ein paar Einstellung abändern sollte… :-/ Auch bei anderen Web 2.0-Angeboten gibt es ähnliche Fallen.
Inzwischen bin ich in der Hinsicht wachsamer. :)
Hallo,
ich habe alles genauso gemacht, wie du es beschreibst. Und ich ärgere mich genau so sehr! Nun eine Frage, weißt Du oder ein anderer User, was ich bei den Einstellungen ändern muss und wo, damit “ich” nicht ständig die leute erinnere, dass ich sie eingeladen habe?
Liebe Grüße
Martin