Hinweis: Den grössten Teil dieses Artikels habe ich am vergangenen Montag, 22. Dezember, geschrieben und zur Publikation am nächsten Montag (29.12.2008) programmiert. Als ich diesen Artikel schrieb, ahnte ich noch nichts vom tragischen Ereignis am Morgen des 25. Dezember in Gossau SG. Nach diesem Vorfall habe ich meinen Artikel auf den neusten Stand gebracht und ein paar Zeilen hinzugefügt. Ausserdem erscheint der Artikel, wie ihr seht, aus aktuellem Anlass bereits heute und nicht erst nächste Woche.
Am Weihnachtsmorgen des 25. Dezember 2008 wurde ein Zugbegleiter der SBB in einem Zug in Gossau auf brutalste Art und Weise zusammengeschlagen. Wie ich hörte, wurde der Zugbegleiter umgehend notfallmässig in ärztliche Behandlung gebracht, wo er sich nach wie vor befindet. Er begleitet zurzeit keine Züge mehr. Verprügelt wurde er, weil er einen 20jährigen Jugendlichen darauf hinwies, dass es nicht erlaubt sei, ohne Billett Zug zu fahren.
Die SBB hat die Problematik erkannt, unternimmt jedoch aus Sicht der Zugbegleiter und des SEV zu wenig dagegen. Aus diesem Grund trägt das SBB-Zugpersonal heute schweizweit eine rote Armbinde mit der Aufschrift “Stop Agression” und protestiert damit gegen die sich häufenden Übergriffe und Belästigungen. In der Westschweiz gab es solche Aktionen bereits am 28. November, sowie vom 3. bis 5. Dezember.
Dazu werden heute in vielen Zügen Durchsagen gemacht, welche sinngemäss lauteten: “Meine Damen und Herren, in der Schweiz sind in den letzten Wochen verschiedentlich Zugbegleiter und Zugbegleiterinnen angegriffen und verletzt worden. Das Zugpersonal trägt deshalb heute im ganzen Land eine rote Armbinde, um sich mit den Angegriffenen solidarisch zu zeigen und zum Ende der Gewalt aufzurufen. Wir danken für Ihr Verständnis und ihre Unterstützung.”
Ein Hilferuf seitens des Zugpersonals, welcher hoffentlich auch in Bern gehört wird.
Die SBB-Zeitung meldete am 26. November, dass alleine bis zum damaligen Zeitpunkt in diesem Jahr 1’093 Tätlichkeiten und verbale Aggressionen gemeldet wurden. Die Dunkelziffer ist natürlich bedeutend höher.
Die SBB betont zwar immer wieder, dass sie das Problem erkannt habe und dagegen etwas unternehme. Wenn man die Zahlen betrachtet, scheint es jedoch nichts zu nützen. Doppelbegleitung in der Romandie und andere Pilotversuche (die Betonung liegt auf “Versuch”. Definitiv entschieden ist noch nichts. Ausserdem konnte der Westschweiz-Versuch nur beschränkt durchgeführt werden, weil Personal für eine Doppelbegleitung sehr oft einfach nicht vorhanden war.) scheinen zu wenig zu sein. Es muss mehr passieren. Dieser Meinung ist auch die Eisenbahnergewerkschaft SEV. Ein Auszug aus der aktuellen Gewerkschaftszeitung vom 8. Dezember:
Am 14. Dezember tritt der neue Fahrplan in Kraft. Vincent Ducrot, Leiter Fernverkehr bei der SBB, kündigte im Westschweizer Fernsehen an, dass mehr Züge und mehr Zugpersonal zum Einsatz kämen. «Letzteres stimmt nicht», sagt ein Zugchef. «Es gibt bei uns einen chronischen Personalmangel. Es werden zu wenig neue Mitarbeitende eingestellt, um die Pensionierungen und die Abgänge von Kolleginnen und Kollegen, die vom Klima der Gewalt in unserem Beruf genug haben, wett zu machen. Verschlimmert wird die Lage noch durch die vielen Absenzen, die durch die Übergriffe verursacht werden.»
In einer Medienmitteilung rief der SEV die SBB auf, «die Doppelbegleitung konsequent umzusetzen» und dafür mehr Personal einzustellen. «Heikle Züge müssen systematisch von der Bahnpolizei begleitet werden», lautet eine weitere SEV-Forderung.
Fakt ist: Wie mir Arbeitskollegen mitteilten, welche einige Jahrzehnte länger bei der Bahn sind als ich, war früher ein Zugbegleiter für rund 40 Fahrgäste zuständig. Heute sagt die SBB: Wenn in einem Zug 400 oder weniger Fahrgäste sitzen, reicht ein Zugbegleiter vollkommen aus. Ausnahmen gibt es nach 22:00 Uhr, im erwähnten Pilotversuch in der Romandie und in einigen anderen Zügen.
Anscheinend reichen diese Massnahmen jedoch noch nicht aus; hier nur ein ganz kleiner Überblick über die aktuellen Ereignisse:
- Am 4. November gehen in Gland drei Reisende ohne Fahrausweis auf einen Zugchef los, weil dieser sie nicht weiter mitfahren lassen will, da sie kein Billett bezahlen wollen. Er kann sie zurückdrängen und kommt mit einer zerrissenen Jacke davon. Die Angreifer drohen, mit ihm und seiner Familie später mal abzurechnen.
- Am 14. November bedrohen zwei Reisende ohne Fahrausweis zwischen Montreux und Lausanne einen Zugbegleiter. Sie fragen ihn, ob er schon mal ausgenommen worden sei, und nehmen ihm sein Portemonnaie mit rund 500 Franken weg.
- Am 20. November ist zwischen Montreux und Lausanne ein Kunde mit einem 2. Klass-Billett in der 1. Klasse unterwegs. Als ihn die Zugchefin höflich bittet, in die 2. Klasse zu wechseln, bricht er ihr einen Finger. Sie muss sich operieren und für sechs Wochen krank schreiben lassen.
- Am 30. November schlagen in Montreux fünf Jugendliche ohne Fahrausweis einen Zugchef zusammen, nachdem er sie aufgefordert hat, ein Formular auszufüllen, und mit ihnen ausgestiegen ist. Ein Kunde, der dem Zugchef helfen will, erhält einen Schlag ins Gesicht. Der Zugchef muss ins Spital eingeliefert werden. Zwei Rippen sind gebrochen. Inzwischen ist er wieder zu Hause, kann aber bis auf Weiteres nicht arbeiten.
- Am Weihnachtsmorgen des 25. Dezember schlug ein Jugendlicher einen SBB-Kondukteur spitalreif. Er kann bis auf Weiteres nicht mehr arbeiten.
Wie gesagt, das ist nur ein kleiner Teil dessen, was da draussen momentan abgeht.
Sind nur die SBB-Mitarbeiter und die Gewerkschaft der Meinung, dass die Zustände in manchen Zügen nicht akzeptierbar sind? Nein! Auch die Kunden merken es, wie aktuelle Medienberichte zeigen. (Immer mehr Rüpel im ÖV unterwegs / Koksen, Morddrohungen, Schläge: Bahnfahren wird zum Risiko)
Ein Auszug aus den Kommentaren:
Gerry Imbach:
Klar ist es nicht Aufgabe der SBB Leute zu erziehen. Die SBB hat sich aber selber ihre Präsenz aus Kostengründen aus dem OeV zurückgezogen (keine Kondukteure mehr) und einen rechtsfreien Raum hinterlassen. Somit muss die SBB jetzt auch nicht jammern – sie hat die heutige Situation selber verursacht. Ich selber benutze immer weniger den OeV, weil mir die Disziplinlosigkeit auf die Nerven geht.
Walter Meier:
Ich verstehe nicht, warum die SBB es nicht schaffen, diese Exzesse zu eliminieren.
Hans Graf:
Da passt dazu, dass mein Cousin, der seit Jahrzehnten als Zugsbegleiter (Kondukteur) bei den SBB arbeitet, Angst um seine Stelle hat. Die SBB wolle da noch mehr abbauen.
Alfredo Garcia:
Jahrelang wurde seitens der Zugsbetreiber das Begleitpersonal mit dem Hinweis auf den “Kostendruck” systematisch abgebaut. Parallel dazu wurde notwendig, Videoüberwachung und Securitypersonal im grossen Massstab aufzustocken. Seldwyla lässt grüssen.
Rene Müller:
Warum sieht man an den genannten Orten nie eine Bahnpolizei oder eine Polizeipatroullie? Beim Bahnhof Oerlikon gebe es vorab am Wochenende genügend zu tun. Aber wie gesagt, da verkriecht sich die Polizei lieber….
Ernst Bucher:
Ich fahre oft in Vorortszügen in USA, aber derartige Misstände gibt es dort nicht. Da wird die Disziplin durch Präsenz von “conductors” und Bahnpolizei eisern durchgesetzt! Wer sich unflätig benimmt, fliegt beim nächsten Halt aus dem Zug und wird gegebenenfalls von der Polizei in Empfang genommen,die durch Funk informiert wird. Das wirkt, und würde wohl auch hier wirksam sein.
Seit dem 14. Dezember wurde das SBB-Angebot nochmals um 5.5% erhöht. Finde ich natürlich toll! Wurde dabei auch das Zugpersonal um 5.5 Prozent aufgestockt? Nicht dass ich wüsste. Zwar sucht die SBB laufend per Inserat und anderen Methoden nach Zugbegleitern, doch momentan höre ich öfters von Kollegen, die das Unternehmen verlassen als von Leuten, die neu zum Zugpersonal kommen. Zahlen über den Bestand an Zugbegleitern über die letzten Jahre habe ich bei der SBB mal nachgefragt, aber bis heute nie erhalten.
In letzter Zeit hörte ich auch immer wieder die Ausrede, man suche ja nach Zugbegleitern, finde aber nicht genügend Leute. Well, dann müsst ihr halt die Leistungen erhöhen! Mehr Lohn, oder mehr Ferien, mehr Zulagen, lasst euch doch was einfallen! Dafür werdet ihr Personalfachleute unter anderem ja auch bezahlt. Ich bin überzeugt, dass genügend Leute sich melden würden, sobald die Leistungen stimmen. Vorallem jetzt, wo es der Wirtschaft schlechter geht als auch schon und einige Stellen in anderen Unternehmen gestrichen werden.
BTW: Seit dem 14. Dezember begleite ich noch spürbar öfters Züge alleine, als dies vorher der Fall war:
- 14. Dezember: 2 Züge, davon 1 alleine (über die Hälfte oder mehr der Strecke)
- 15. Dezember: frei
- 16. Dezember: 4 Züge, 2 alleine
- 17. Dezember: 5 Züge, 2 alleine
- 18. Dezember: 2 Züge, 1 alleine
- 19. Dezember: 4 Züge, 2 alleine
- 20. Dezember: frei
- 21. Dezember: frei
- 22. Dezember: 4 Züge, 2 alleine
- 23. Dezember: 4 Züge, 1 alleine
- 24. Dezember: 2 Züge, 2 alleine
- 25. Dezember: 4 Züge, 2 alleine
Fast die Hälfte der Züge (15 von 31) wurden also durch nur einen Zugbegleiter kontrolliert. Und das bei steigenden Fahrgastzahlen und sinkender Hemmschwelle, was Tätlichkeiten anbelangt. Bis etwas gröberes passiert. Manchmal muss es immer zuerst “chlöpfe”, bevor die Verantwortlichen den Ernst der Lage erkennen. Kürzlich sagte ein Zugbegleiter zu mir: “Andreas, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis einer unserer Kollegen in einem Sarg aus dem Zug getragen werden muss.”
Auch wenn ich diese Aussage etwas gar heftig finde: So ganz unrecht hat er nicht. Wir können nicht ausschliessen, dass es irgendwann zu einem Unglück kommen wird.
Artikel zum Thema (bis auf die beiden letzten Links sind alle von dieser Woche!):
- SEV: «Stop agression» – es reicht!
- SEV: Zugpersonal signalisiert schweizweit «Stopp Aggression»
- Tagesanzeiger: Immer mehr Rüpel im ÖV unterwegs
- Tagesanzeiger: Koksen, Morddrohungen, Schläge: Bahnfahren wird zum Risiko
- Tagesanzeiger: «Die Polizei soll durchgreifen, sonst ist das lebensgefährlich»
- Schweizer Fernsehen: Jugendliche im Zug nach Bern verprügelt
- Berner Zeitung: Im Zug mit Messer angegriffen
- Polizeinews: Raubversuch und Tätlichkeit im Zug
- Berner Zeitung: Passagier verletzt SBB-Kondukteur
- swissinfo.ch: SBB verstärkt ihre Sicherheitsmassnahmen in den Zügen
- AffolternOnline: Eisenbahner fordern mehr Sicherheit in den Zügen
- Brutaler Angriff auf SBB-Zugbegleiter
- “Wir haben genug Zugbegleiter”
Update!
Wie soeben den Medien zu entnehmen ist, werden in rund einem Jahr sämtliche SBB-Züge durch mindestens zwei Kondukteure begleitet. In den Problemzügen werden bereits schon in wenigen Wochen zusätzliche Zugbegleiter eingesetzt. Wie oben schon erwähnt, versprach uns das die SBB auch für die Westschweiz. Halten konnte sie es (mangels Personal) nicht in allen Fällen. Ich hoffe also, dass wenigstens diese neuen Versprechungen gehalten werden. Wir wollen keinen weiteren Fall Gossau.
Natürlich seien diese Massnahmen nicht eine Folge von Gossau, teilt die SBB mit. Man habe dies schon seit längerem geplant.
Als Abschluss noch ein Zitat aus einer Medienmitteilung des SEV, passend zu den SBB-Aussagen betreffend “wir planen…”, “wir haben vor, nächstes Jahr…”, “in Zukunft wird…”:
Die SBB wird aufgefordert, den Worten endlich und schnell Taten folgen zu lassen. Es ist SEV und ZPV (Zugpersonalverband) in diesem Jahr zwar gelungen, die SBB von der Tragweite der Probleme zu überzeugen, aber trotz mehrmaligem Nachstossen der Gewerkschaft hat die SBB es verpasst, kurzfristig wirkende Massnahmen umzusetzen. ZPV und SEV machen klar: Die Zeit der Konzepte ist vorbei, jetzt geht es um Taten.


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Das sind ja schöne Aussichten (auf meine Lehre bezogen)…
Die SBB reagiert mit der Aufstockung, aber erst in “rund einem Jahr”. Heute sollte es doch möglich sein, eine solche Massnahme bereits im Januar/Februar zu starten und dann in einem Jahr abschliessen zu können!
Wir werden sehen, jedenfalls geht jetzt was und das ist gut so. Besser spät als nie.
Das Problem ist – auch wenn wir das schon öfters gehört haben – die Antiautoritäre Erziehung. Die meisten Eltern verwechseln gewaltfreie mit antiautoritärer Erziehung.
Aber junge Menschen brauchen eine Führung und auch eine Bestrafung, wenn sie sich nicht gesellschaftsmässig benehmen. Aber was passiert mit jenen, die sowas tun? Nichts, denn sie werden von Anwälten herausgeboxt. Es wird Zeit, dass wieder vermehrt Zucht und Ordnung einkehrt.
Es wird auch Zeit, diese gewalttätigen Leute ein für alle mal NICHT MEHR ZU DULDEN! Aber unsere Gesetze sind viel zu lasch, sie sind dazu da, um denen zu helfen. Natürlich brauchen wir keinen Polizeistaat, es reicht, die wo sich nicht benehmen wirklich mal auszufiltern.
Oder lassen wir uns von wenigen das Leben vermiesen? Sind wir blöd oder was?
Ich hoffe für dich Andreas (und deine Kollegen/innen), dass diesen Worten auch Taten folgen. Aber irgendwie glaube ich nicht so recht daran. Mir ist selbst schon aufgefallen, wie die Züge zu später Stunde begleitet werden. Eigentlich müsste die S-Bahn Zürich am Abend immer begleitet sein… Weit gefehlt, entweder die Kontrollen sind nicht vorhanden oder verkriechen sich irgendwo (was ich teilweise absolut begreiflich finde).
Es sollte doch aus qualitätsgründen eingesehen werden, dass evtl. zu einem Doppelpack Zugbegleiter zu später Stunde auch die Bahnpolizei begleitet. Eine Bahnpolizei, welche endlich auch mehr Rechte erhalten müsste.
Fraglich finde ich zudem, ob die SBB jemals genügend Mitarbeiter finden wird, welche sich auf diesen Job einlassen werden. Sofern wäre es angebracht, wieder etwas verstärkt auf diesen Beruf und dessen Image zu achten.
Zu deinem Bericht, Montreux – Lausanne scheint ja eine regelrechte Gewaltstrecke zu sein. Fragt sich weshalb…
Was würde passieren, wenn man mal ein paar SBB-Zugbegleiter einer gründlichen Nahkampf-Ausbildung unterziehen und denen dann noch einen Teleskopschlagstock zur Verfügugng stellt, und ihnen damit die Möglichkeit gibt, sich mit effektiven Mitteln zu wehren?
Doppelbegleitung nützt wenig, wenn sich nicht beide wehren können, oder nur zwei Personen da sind, die nicht im Nahkampf gründlich geschult wurden. Die Polizei, wenn sie nicht fast danebensteht, kann auch nichts ausrichten.
Wenn sich plötzlich herumspricht, dass eine nicht unbeträchtliche Anzahl Zugbleiter entweder hartgesottene Securitrans-Mitarbeiter (in SBB-Uniformen) oder sich wehrende SBB-Zugbegleiter sind, dann wird die Frequenz der gewalttätigen Übergriffe rasch sinken, da den meisten Leuten, die nie eine Erziehung genossen haben, nicht das Risiko eingehen wollen, mit tatkräftiger Hilfe eines Securitrans-Mitarbeiters in 30 Sekunden 20 Jahre Erziehung nachholen müssen.
Bis die strafrechtlichen Bedingungen so geändert sind, dass es für das erste Delikt dieser Art Gefängnis unbedingt gibt, und die SBB und Securitrans dafür juristisch Rückendeckung erhalten.
Wer auf SBB-Strecken unbedingt ‘Action’ braucht, dem kann ich Montreux-Lausanne, Yverdon-Lausanne oder am Weekend Lausanne-Fribourg empfehlen, wo bei der IC hier explizit ausgenommen ist. Ansonsten sind auch gewisse Züge in der Region Genf ziemlich übel, was ‘Action’ anbelangt.
@ Chrigu:
Naja, während der Lehre hast du kaum mit solchen Problemen zu kämpfen. Die SBB kann die integrale Doppelbegleitung nicht jetzt schon starten, weil es nicht genügend Zugbegleiter gibt; die müssen zuerst ausgebildet werden, was (inkl. Rekrutierung) mindestens ein Jahr dauert.
@ Michael:
Ich weiss von S-Bahn-Zugbegleitern, die einen Zug nicht kontrollieren, wenn eine bestimmte Klientel zusteigt. Für dieses Verhalten habe ich – wie du – absolut Verständnis!
Natürlich wird die SBB genügend Leute finden, die diesen Job machen wollen. Voraussetzung ist einfach, dass die Entschädigungen stimmen. (Lohn, Ferien, Nebenleistungen, Zulagen, etc.) Und wenn sich nicht genügend Leute melden, müssen die Entschädigungen natürlich weiter erhöht werden. (Selbstverständlich nicht nur für das neue Personal, sondern auch für die Bisherigen.)
Was Montreux – Lausanne anbelangt: In der Westschweiz gibt es so viele Probleme wie nirgends sonst in der Schweiz. Ich kenne keinen Zugbegleiter, der gerne dorthin fährt. Ein Sechser im Lotto ist (überspitzt gesagt) fast noch wahrscheinlicher als eine Fahrt in die Romandie ohne jegliche Probleme.
@ Mousseman:
Nahkampfausbildung nützt nur bedingt etwas. Meistens fehlt ja der Platz für die entsprechenden Techniken. Eine Kollegin von mir hat jedoch einen Kurs in “einer etwas anderen Verteidigungstechnik” besucht (keine Ahnung, wie die Technik genau heisst), seither weiss ich, wie man jemanden innert Sekunden “flachlegt”, so dass er mit absoluter Sicherheit nie mehr jemandem ein Haar krümmen kann. (Leider ist das Risiko sehr hoch, dass er dabei schwer behindert wird oder sogar sein Leben verlieren kann.) Diese Techniken lassen sich ganz leicht auch in einem Zug mit engen Gängen ausüben.
Ist einfach extrem schade, wenn nicht sogar alarmierend, dass es so weit kommen musste, und sich das Zugpersonal nach solchen Techniken erkundigen muss… :-/ Pfeffersprays sind nicht erlaubt, also bleiben fast nur noch solche “Kampf”-Techniken oder eine Doppelbegleitung.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Im Fernverkehr nützt Doppelbegleitung SEHR VIEL!!! In einer Doppelbegleitung hatte ich nie ernsthafte Probleme; bei Alleinbegleitungen sah es schon öfters anders aus. Doppelbegleitung in fast allen Zügen würde imho 90 Prozent der Probleme auf den Zügen lösen. Mindestens!
Wie wäre es, wenn zwei so türkische (oder andere) Türsteher von den Disco’s mit einem Zugsbegleiter mit durch den Zug gehen würden?
OK, das würde wohl die andere Kundschaft verängstigen…
Umlegen muss man solche ‘Kameraden’ nicht unbedingt…und was ich eben im ‘Paradies’ Genf gesehen habe, ist für eine Doppelbegleitung auch zu viel.
Wenn’s aber knapp wird, muss die Sache für den Angreifer ins Auge gehen. Die Technik ist sehr wirksam, allerdings muss man sich vorher eine Rechtsschutzversicherung zulegen, die auch Strafrechtsfälle deckt. Ansonsten, ein brauner Gurt in Jiu Jitsu bringt einem genügend Techniken bei, die auch unter PCP stehende ‘Kameraden’ zumindest temporär lahmlegen, unter dem Risiko, dass ihr bereits geschwächter Kreislauf dann vollends den Löffel abgibt. Nanu, ein Drogentoter mehr.
Aber eigentlich ist es eine leide Sache, dass inzwischen SBB-Angestellte, die dafür nie geschult wurden, Polizei spielen müssen. Spielt mal den Trick mit dem als SBB-Zugbegleitern getarnten Securitrans. Oder ‘echten’ Polizeibeamten.
Wenn das erste Dutzend Troublemakers mal herausgefunden hat, dass das Risiko, eine Tracht Prügel zu kassieren, hoch ist, hört das zumindest in Region Zürich wieder auf.
Und in Genf und Lausanne kann man das Problem leider nur noch mit der Gendarmerie, oder der Police cantonale lösen. Securitrans wirkt auf die dort übliche Clientèle offenbar leider nicht abschreckend genug, ausser sie habe ihren Modus Operandi radikal auf “d’abord une raclée, puis le plastique” geändert.
Mit Erschrecken lese ich die Berichterstattung in “Schweizweit” über Gewalt gegen Zugbegleiter. Mir sind solche Erscheinungen unverständlich, den ich sehe die Fahrt in einem Fahrzeug des öffentlichen Nah- oder Fernverkehrs als eine Dienstleistung, für die man wie für jede andere Dienstleistung seinen Obolus zu entrichten hat. Außerdem ist ja der Zugbegleiter nicht nur für die Kontrolle der Fahrscheine zuständig. Man kann ja auch bei Hilfe in Notfällen auf den Zugbegleiter rechnen, wofür man doch dankbar sein sollte.
So las ich kürzlich – um ein spektakuläres Beispiel zu nennen – von Fällen, bei denen sich die Damen und Herren des Bahnpersonals um von vezweifelten Müttern in Zugabteilen abgelegte Babies kümmerten.
Zugbegleiter und Zugbegleiterinnen habe meine volle Solidarität und ich hoffe, dass sie Unterstützung von “höherer Stelle” erhalten werden.
Helmut Escher
ich arbeite selber bei der Bahn am Schalter und bin “gottenfroh” über die Glasscheibe an meinem Schalter! Meine Tochter arbeitet auf dem Zug und erzählt mir genug von den Kunden, die unfreundlich, gehässig und handgreiflich werden! Ich weiss nicht, ob ich mir das alles gefallen lassen würde. Ich lasse mir am Schalter schon vieles von Dummschwätzern, Besserwissern, Rumnörglern und anderen Psychopathen bieten! Als junge, kleingebaute, zierliche Frau wie meine Tochter ist, trägt man entweder den schwarzen Gürtel oder hält den Kampfhund an der Leine. Dies ist meine ganz persönliche Meinung! Leider haben zu viele Leute; männlich wie weiblich, Teenie oder AHV-Gruftie, In-oder Ausländer keine Manieren mehr, keinen Respekt mehr vor dem Zugbegleiter! Viele reisen mit dem falschen Fahrausweis (aus welchen Gründen auch immer), lassen sich nichts sagen, sind schnippisch, werden ausfällig, hören nicht zu. Jede(r) hat das Gefühl er/sie sei Profi in Sachen Bahnfahren.
Und sind sofort bereit beim Kundendienst zu reklamieren – und der/die Zugbegleiter/in muss dann auch dazu Stellung nehmen. Notabene in seiner knappbemessenen Freizeit!
Ich möchte niemals Zugbegleiter/in sein.
Ach ja, und diese gewalttätigen Jugendlichen, die immer wieder in den Berichten vorkommen, haben doch alle Eltern?! Was haben die bei der Erziehung vergessen? Wissen die überhaupt was Erziehung ist? Nicht nur Kinder auf die Welt stellen und den Rest dann der Gesellschaft überlassen! Für alles und jedes braucht es heute eine Prüfung, Zeugnis, Eignungstest, nur um “Goofe” auf die Welt zu stellen nicht. Da verabschieden sich viele Eltern von ihrer Verantwortung.
Wie wär’s übrigens die Zutrittskontrolle schon vor dem Gang aufs Perron zu machen? Analog Spanien bei den Schnellzügen oder Paris bei den Métros oder den Eurostars durch den Kanaltunnel? Ohne Ticket kein Zugang auf den Bahnsteig. Dann hätte der Zugbegleiter auch Zeit für Auskünfte und Zusatzservices.
Gestern wurde ich spätabends in der S3 kontrolliert. Da die Zugsbegleiterin keine Armbinde trug, fragte ich nach, ob sie kein solches teil habe, wie es in den zeitungen stand. Sie meinte darauf, dass sie von dieser aktion auch nur via zeitung wusste. Wie gross war denn diese aktion überhaupt angelegt?
tja, die verwarloste Konsumjugendgeneration, die das Wort Erziehung und Disziplin nicht mal aus dem Duden kennt, den sie nicht lesen können. Noch so ein gescheitertes Projekt der Optimisten der 68! Wie lange laufen die Leute noch rum, um weiter so Optimistisch zu sein? Wie wärs mit Realismus? Die Gesellschaft ist mit ihrem Egoismus und der Gier gescheitert! Machen wir so weiter, endet das ganze in einer Revolution! Wollen wir das? Ich, im moment, wenn ich ehrlich bin, ja, denn so kanns nicht weiter gehn!
Fakt ist: Damit die gierigen Manager bei der SBB mehr Geld kriegen, die Schweiz weniger ausgeben muss, wird die Sicherheit aller aufs Spiel gesetzt! Aber für die “arme” Ubs, die ihr Scheiss eigenverantwortlich verursacht hat, gibts ja Geld, nur für alles andere nicht! Merkt hier eigentlich niemand, dass was FAUL ist?
Was brauchts noch, dass es bei uns endlich mal ein Erwachen gibt, und das Volk sich wieder endlich gegen die Obrigkeit wendet?
Oder wann merkt die Obrikeit, dass ihre Arroganz und Dekadenz dem Volk zum Hals raushängt? Tja, jedenfalls nicht, so lang das Volk grössten Teils noch so Optimisitsch ist!
Mehr Realismus würde schon viel helfen, und weniger Egoismus, mehr Zivilcourage und, die Verpflichtung der Eltern, endlich ihren Job wieder wahr zu nehmen, statt sich einen unnötigen Luxuswagen zu kaufen, und den Kindern durch das Geld “alles ” zu ermöglichen!
@ Thomas:
Die Mitarbeiter am Freitagabend per SMS und Aushang von Info-Blättern in den Zugpersonal-Depots informiert. Grundsätzlich war die Aktion in der ganzen Schweiz geplant und die meisten Zugbegleiter trugen die Armbinde.
@ Sandra-Lia:
Du triffst es ziemlich genau auf den Punkt!
(Immer die 68er..! Sandra-Lia, nimm bitte die Weltgeschichte – sie ist übervoll an Beispielen von “Gesellschaften”, welche trotz – oder eben gerade wegen – “autoritärer” Sozialisation in der Barbarei gelandet sind. Aber, lassen wir das…)
Statt Herumphilosophieren und/oder Machismo (“Nahkampfkurse”): Es liegt an den SBB dafür zu sorgen, dass die Kontrolle für die Zugbegleiter keine Risiken birgt. Jemandem solches “Spiessrutenlaufen” am Arbeitsplatz zuzumuten – das ist menschenverachtend.
Diese Protestaktion finde ich sehr gut. Mich wundert eigentlich, dass das SBB-Personal nicht schon früher – und mit deutlicheren Protestaktionen – gegen diesen Missstand protestiert hat.
Und als SBB-Kunde sage ich noch: Jedesmal, wenn drei, vier Sitzreihen von einem entfernt diese Aggression auftritt – oder nur auch schon spürbar wird -, empfindet man das auch selbst als “Übergriff”. Schliesslich will man doch nur sicher und in Ruhe reisen…
Auch darum (aber nicht nur): Solidarität mit euch! Da muss sich schleunigst etwas ändern. Kosten und/oder Personalmangel sind fadenscheinige Ausreden.
@Sandra-Lia: Sorry, aber vielleicht solltest du zurück auf den Boden kommen. In deiner Wut über die Gesellschaft liegst du doch etwas daneben. Es ist falsch, aufgrund von gewalttätigen Einzelfällen auf die “gesamte Gesellschaft” oder die “Jungend von heute” zu schliessen…. Wir sind allesamt Teil dieser Gesellschaft. Und die 68er und “Projekte” wie antiautoritäre Erziehung lassen wir am besten mal raus.
Bei der Anzahl der Fahrgäste, die von der SBB transportiert werden, handelt es sich bei den aggressiven Täter immer noch um eine sehr kleine Anzahl, auch wenn sie zunimmt. Sorry, die Liste der Vorfälle mag für euch lang erscheinen, und schockierend sein, aber es sind Einzelfälle. Man darf davon ausgehen, dass diese Täter wahrscheinlich gar nichts genossen haben, was sich “Erziehung” nennen darf, sei sie nun autoritär oder antiautoritär.
Gewalttätige Exzesse gab es schon immer, nur hatte man früher im Bereich des öffentlichen Verkehrs wohl weniger Probleme damit, weil das Reisen früher verhältnismässig teurer war, länger dauerte, noch mehr als “Luxus” galt, und besser beaufsichtigt war. Die SBB erweitert laufend ihr Angebot – transportiert immer mehr Fahrgäste, fährt länger und öfter – und wird damit immer mehr zum Transportmittel für jeden. Und damit meine ich wirklich jeden – von der Jugendgang bis zum Geschäftsmann. Und all dies, ohne im Personal aufzustocken.
Nun, die SBB hat nicht die Aufgabe, die Leute zu erziehen, sondern, für Sicherheit in den Zügen zu sorgen – egal, wie die gesellschaftlichen Umstände sind. Dafür gibt es genug Möglichkeiten. Da muss man pragmatisch sein – was bringt es, zu trauern, dass es “überhaupt soweit kommen musste”?
Meiner Ansicht nach muss sich das Stellenprofil der ZugsbegleiterInnen ändern. Die Funktion des Kundenberaters muss durch eine stärkere Gewichtung auf Sicherheitsfunktionen ergänzt werden… Ich als Passagier sehe die Zukunft der Zugsbegleiter eher in Richtung der Bahnpolizei. Eine Ausbildung würde demnach auch Nahkampftechniken beinhalten und ich (als Passagier) würde es für die Sicherheit im Zug begrüssen, wenn die ZugsbegleiterInnen mit Schlagstöcken oder Pfeffersprays ausgerüstet wären.
Eine andere Möglichkeit, die ich extrem begrüssen würde, wurde bereits vorgeschlagen: Begleitung der Züge durch Security-Männer (“Türsteher”). Diese würden den Zugsbegleiter in kritischen Zügen auf Schritt und Tritt begleiten und bei den Haltestellen an den Türen Präsenz markieren.
Drittens fände ich es gut, wenn es eine allgemeingültige Notfall-Telefonnummer der SBB/Bahnpolizei gäbe, wo jeder Passagier anrufen kann, sobald im Zug etwas passiert…
@Martin: “[...]allgemeingültige Notfall-Telefonnummer[...]”
Die gibt es schon! Mit der Nummer 0800 117 117 erreicht man die Zentrale der Bahnpolizei (Securitrans) [mehr Informationen]
Ich glaube, ein gutes Rezept gegen die Gewalt wäre die Doppelbegleitung der Züge im Fernverkehr, sowie eine Begleitung der Kondukteure durch Security-Personal im Nahverkehr, je nach Gefahrenpotenzial und Ort in unterschiedlicher “Schlagstärke”, evtl. ergänzt durch weitere Präventionsmassnahmen. Plus bessere Vernetzung der Züge mit der Polizei – ein Vorteil am Zug ist ja, dass die Täter nicht fliehen können. Sie könnten an den Haltestellen prompt empfangen werden… Dafür muss aber eine rasche und effiziente Alarmierung möglich sein.
@ Gris-Gris:
Die Zugbegleiter haben sich schon früher beschwert, damals nur intern. Und ich denke, das ist auch richtig so: Zuerst meldet man seine Beschwerden intern, ohne dass die Kunden davon etwas mitbekommen, und erst wenn nichts oder in diesem Fall zu wenig geschieht, geht man an die Öffentlichkeit und schaltet (wie es der SEV getan hat) die Presse ein.
@ Martin (Kommentar 17)
Ein rasches Einschreiten der Kantons- oder Bahnpolizei ist eine Illusion. Von unserem Anruf bis zum nächsten Bahnhof müssen mindestens 10 Minuten, besser noch mehr vergehen, damit die Einsatzkräfte rechtzeitig erscheinen können.
Bei den S-Bahnen, welche alle paar Minuten halten und bei einigen Fernverkehrs-Strecken ein Ding der Unmöglichkeit. Dort entwischen die Täter oft, bevor sich die Polizei blicken lässt.
In Folge dessen wäre es aus unserer Sicht natürlich von Vorteil, wenn die Sicherheitskräfte (egal ob Polizei oder Securitas) bereits im Zug sind.
Ich finde, dass ist ein ziemlich schwieriges Thema, weil man hier bestimmen muss, was der ZugbegleiterIn für Rechte bekommt für die Aggresion und die Gewalt zu bekämpfen! Das Gesetz ist aber halt so bestimmt, das eigentlich nur die Polizei dort durchgreifen kann (und das auch nicht mit allen Mitteln). Die Idee mit dem Pfefferspray würde ich gut finden, weil mein Stiefvater auch mal bei einem Transportunternehmen Stichkontrollen gemacht hat und das für ihn viel sicherer war und die “Schläger” mehr Respekt hatten! Den Pfefferspray musste er aber eigentlich trotzdem nie brauchen! Was der Nachteil am Pfefferspray ist, dass vielfach auch Unbeteiligte etwas davon abbekommen. Es gibt mittlerweile aber auch schon Pfefferschaum oder so ähnlich. Was meint ihr dazu?
Schlagstöcke finde ich dagegen nicht so eine sinnvolle Lösung.
Ein Zweiterteam ist durchaus sinnvoll, nur halte ich es für sinnlos rote Binden zu tragen denen farblich gesehen nur noch ein Hakenkreuz fehlt um auszusehen wie Hitler-Binden. Deeskalationskurse sind dabei wesentlich besser und wenn das nicht klappt ist sowieso die Polizei der richtige Ansprechpartner und nicht die SBB Kontrolleure. Wenn eine rote “Design”-Binde helfen würde, dann hätte man in den USA nur noch rote Binden und alles wäre gut. Ein Werbegag – das ist alles. Mich würde interessieren wer sich soetwas ausdenkt – ob das ein Marketingfachmann oder ein Psychologe war.
Eigentlich müsste man vorgehen können wie die Israelis, die ja auch die Unterstützung der USA haben dabei – voll zurückschlagen. Vielleicht würde man diejenigen Leute, die eigentlich auf der Bahn Hausverbot haben müssten, mit Gewaltandrohung ruhigstellen können. Nach dem Motto:
“Komm nur, wenn du dich getraust! Willst du Streit, kannst du ihn haben.” So a-la Wildwest.
Nur würde meine Idee in der friedlichen Schweiz keine Unterstützung finden. Und die SBB kein Zugpersonal, das sich dergestalt wehren kann.
I have a dream.
@ Alain:
Ich habe das Thema Pfeffersprays ja auch mal ins Spiel gebracht. Bei der SBB sind diese jedoch verboten. Als Grund wurde unter anderem angeben, dass ein Pfefferspray sich (je nach Produkt) auch im Raum verteilt oder in die Belüftung gelangen könnte. Dies verstehe ich ein Stück weit auch.
Vom Schaumspray jedoch habe ich noch nie gehört; ich könnte mir vorstellen, dass dieser sich gezielter einsetzen lässt und sich nicht im Raum verteilt. Ist dem so? Falls ja: Dann würde er sich hervorragend für uns Zugbegleiter eignen, weil er die beim Pfefferspray genannten Nachteile nicht hat! Da kann dann sogar die SBB nichts mehr dagegen sagen. ;-)
Und: Nein, Schlagstöcke wären gar nicht gut, die würden nur provozieren und die Touristen irritieren.
@ Gumbo:
Die Gefahr ist ja, dass viele Zugbegleiter so anfangen zu denken, falls die SBB nun zu wenig gegen Gewalt im Zug unternimmt. Falls nicht bald etwas geschieht, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Zugbegleiter auf massivste Art und Weise zurückschlägt. Dass es dabei vermutlich nicht nur bei ein paar Schürfwunden bleiben wird, ist wohl jedem klar…
Ich selber sah den Schaum auch noch nie, aber mir wurde gesagt, dass er viel gezielter eingesetzt werden kann. Aber die genaue Gefahr oder Auswirkung weiss ich auch nicht!
Ich ging auch noch ein bisschen Infos suchen:
Im Gegensatz zum Pfefferspray ist beim Pfefferschaum der Chili-Pfeffer entfärbt. Der Schaum verteilt sich auf das gesamte Gesicht, wobei der Pfefferschaum stark haftet und die Trefferfläche dabei deutlich sichtbar ist. Die Wirkung hält besonders lange an und verstärkt sich beim Abreiben.
Eine weitere Besonderheit ist die Zielgenauigkeit, die sogar bei Wind nicht gestört wird. Der Schaum tritt nämlich breitflächig aus und erreicht eine Weite von bis zu 3 Metern.
Die Dose ist 12,3 cm hoch und hat einen Inhalt von 63 ml. Die Dauersprühzeit beträgt dabei ganze 10 Sekunden.
Alle Vorteile im Überblick:
-Treffsicherheit auch bei Wind
-langanhaltende Wirkung
-3 m Reichweite
-10 Sekunden Dauersprühzeit
(Quelle: http://www.onkel24.de/product_info.php/info/p49_Pfefferschaum-TW1000-63ml.html )
@ Alain:
Tönt interessant! Muss ich mir mal genauer anschauen, denn schliesslich hat die SBB den Schaumspray nicht verboten und irgendwie muss man sich ja wehren können, wenn man angegriffen wird. Natürlich hoffe ich, dass ich ihn – falls ich ihn erstehe – nie einsetzen muss.
Merci für die Info!
@Andreas
Ich würde dann aber trotzdem bei der SBB nachfragen, ob das erlaubt ist.
Und vorallem für den Pfefferschaum braucht man auch eine Bewilligung (eine Art Waffenschein) wie auch beim Pfefferspray
@ Alain:
Werde ich selbstverständlich tun, wenn es soweit ist. ;-)
Hier in der Schweiz braucht man für Pfeffersprays und Derivate keine Waffentragscheine oder dergleichen. Für Pistolen, Tac Batons und dergl ja – aber nicht für Pfeffersprays.
In Deutschland darf man Pfeffersprays allerdings nur gegen Tiere einsetzen, nicht gegen Menschen, dafür sind dann dort Tränengassprays legal.
@ Mousseman @ Alain:
Ich bestellte meinen Pfefferspray – den ich inzwischen nur noch privat auf mir trage – über eine private Sicherheitsfirma. (Traue den manchmal unseriösen Internet-Pfefferspray-Anbietern nicht so über den Weg.)
Diese stellten als Bedingung, dass ich mich auf dem Pfefferspray instruieren lasse, was ich auch völlig in Ordnung finde. Eine solche Instruktion dürfte meiner Meinung nach durchaus auch gesetzlich vorgeschrieben sein!
Einen “Waffenschein” brauchte ich jedoch nicht.
@Andreas
Das ist gut zu wissen. Danke
Ich hatte am Jurasüdfuss mal so einen “Fall” im Zug. Er sagte, er würde sein 1/2-Tax nur der Polizei zeigen. Da fackelte der Zugbegleiter nicht lange, nahm sein Billett und verschwand. Später kam er dann mit dem Kollegen zurück und versuchte es nochmals. Da sagte ihm der Kollege, dass ER die Polizei sei und er nun gefälligst sein 1/2-Tax zeigen solle. Das tat er dann auch. Der Kunde war recht laut und nicht mehr der Jüngste. Wenn er sich weiter so verhalten hätte und ich kein Wertvolles Gepäck dabei gehabt hätte, hätte ich diesen wohl aus dem Zug spediert.
Einen Alkoholiker, welcher meinte er müsse im Bus die Türe mit Redbull-Wodka bespucken hätte vermutlich auch einen Rauswurf erlebt, wenn er nicht an der selben Haltestelle wie ich ausgestiegen wäre. Er war nämlich schon recht deftig besoffen und schreite im Bus (Alk-Konsum kann beim entsprechenden Unternehmen ein Grund sein für den Rauswurf aus dem Fahrzeug). Da er dementsprechend auch nicht mehr sehr stabil stand wäre es wohl ein leichtes gewesen ihn die 50 cm aus dem Bus in den Schnee zu bewegen. Ob er das allerdings stehend erlebt hätte, wage ich zu bezweifeln.
tja,man sollte es vielleicht so machen wie in Irland? Dort werden die Fahrkarten noch vor Antritt der Reise am Bahnsteig kontrolliert!!! (das ist vielleicht ein bisschen altmodisch wie in alten Zeiten,aber wenn’s der Sicherheit dient: warum nicht).
Ich finde man sollte die Bahnpolizei abschaffen und durch die KaPo oder ähnliches ersetzen! Denn böse gesagt sind die meisten Weicheier und hauen lieber ab als dazwischen zu gehen. Aber wenn du als unscheinbarer junger Mann in Bern am BH um 4 Uhr morgens auf den ersten Zug sitzend auf der Treppe wartest, wirst du sofort verwiesen. Folgende Story: Es war Sonntagabend um ca. 20 Uhr und ich kam gerade vom Bus. Da sah ich so eine Gruppe junger Osteuropäer und ein ca. 15 Jähriges Mädchen. Sie hatte wohl Probleme mit ihrem Freund der ihr dermassen ins Gesicht schlug, das sie aus der Nase blutete. Vermutlich ihr Bruder oder so der das sah, ging sofort auf ihren Freund los. Dann kamen noch andere Kollegen und es gab eine mittelgrosse Schlägerei. Da ich mich nun nicht mehr getraute, dazwischen zu gehen, rief ich die BaPo an, da der Bahnhof Olten zur Zeit wegen der Bauarbeiten 24/7 bewacht wird und die immer auf Gleis 7 stehen. Jedenfalls von meinem Anruf bis zum Eintreffen der BaPo ging es über 15 Minuten. Da war schon das Gröbste wieder vorbei und das Mädchen auch verschwunden. Nur noch 2 oder 3 von denen waren noch da. Also ich persönlich brauche von Gleis 7 bis Gleis 1, wenn ich ganz langsam laufe 2 Minuten. Nehmen wir noch ein paar Minuten für die Alarmierung dazu, so hätte ich der BaPo 5 Minuten gegeben um zu kommen. Das hätte gereicht um dem Mädchen zu helfen. Nur zur Präsentsmarkierung sind die nicht da, sie sollen auch eingreifen. Also ich habe ein Problem mit der BaPo. Denke die jeweilige KaPo würde das besser lösen. Oder die BaPo in die Polizeischule schicken oder kA