Besser als dieser 10vor10-Bericht hätte man das Problem nicht auf den Punkt bringen können: Die Schweiz braucht neue Schienen, bis 2030 werden nochmals massiv mehr Leute den Zug benutzen, als heute. Ohne zusätzliche Infrastruktur kann dieser Mehrverkehr nicht bewerkstelligt werden.
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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.
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Ich hab den Bericht gesehen, alles in allem gut, nur diese Anwohner da, wo gleich neben dem Gleis wohnen und sich über runterstürzende Dinge aufregen kann ich nicht verstehen.
Fakt ist, wir brauchen Milliarden von Geldern – nicht erst in 20 Jahren, sondern JETZT. Doch woher nehmen?
Mein Vorschlag wäre, die Schwerverkehrsabgabe weiterhin für die ÖV zu nehmen, dann 0.1% der Mehrwertsteuer, Ticketerhöhung (des ÖV’s) um 3%, jeder Kanton legt in ein Fonds 100 Fr. pro Einwohner ein. Weiter sollen Güterzüge, die ausserhalb der Pendlerzeiten Trassen buchen Prozente bekommen.
Weiter sollten Gelder zwecksgebunden für den ÖV verwendet werden, wie dies bereits im Strassenverkehr geschieht. Und beim Strassenverkehr wäre auch mal gut, wenn da diese masslos übertriebenen Ausbauten aufhören würden.
@ Piero:
Bin absolut einverstanden mit deinen Vorschlägen! ;-) Ich denke, die Schweiz muss sich schon Gedanken machen, wie sie die Mobilität finanzieren soll; Fakt ist: Ausbauten im ÖV sind dringend notwendig!
Naja masslos übertriebene Ausbauten beim Strassennetz??? Ist ja nicht wirklich der Fall. Schlussendlich braucht es klar beides und somit muss auch der ÖV und den Individualverkehr gefördert werden. Das beide Systeme gegeneinander ausgespielt werden ist falsch und schadet schlussendlich nur.
Beim ÖV braucht es aber sicher rasch Lösungen und damit auch Geld. Zuwarten ist falsch den irgendwann ist der Zug abgefahren…
Es geht nicht darum, die Strasse gegen den ÖV – oder umgekehrt auszuspielen, sondern das beide Seiten gleich behandelt werden.
Auffallend ist, dass bei Strassenbauten die Kosten (zumindest in der Nordwestschweiz) teils massiv überschritten werden (50%, 100% Mehrkosten usw), aber wenn ein Mamutprojekt wie die NEAT, eine Jahrhundertleistung, paar Prozent teuerer wird, dann aber.. dann wird aufgeheult.
Interessant wäre mal, was der Aufbau des Schienennetzes gekostet hat – und wie viel für das Nationalstrassennetz (also nur Autobahnen und Schnellstrassen) aufgewendet wurde. Anschliessend vergleicht man eingesetzter Franken Strasse/Bahn.
Ich müsste mich Irren, aber für ein Franken in die Bahn investiert ergibt – trotz den ca 2 Milliarden kosten Pro Jahr, mehr nutzen als ein Franken in das Nationalstrassennetz. Ich lasse mich da aber gerne eines besseren belehren, wenn jemand entsprechende Fakten zur Hand hat.
Ja, geheult wird leider immer… Ich bin mir aber sicher, all diejenigen die jetzt über die NEAT schimpfen, werden nach der Fertigstellung begeistert davon sein.
Ich hoffe die dringenden Erweiterungen im Eisenbahnnetz kommen möglichst bald. Ich träume immer noch von einem schnellen Baubeginn beim Zimmerbergtunnel (dessen Bau wurde ja einfach “verschoben”) :-(
Die Situation momentan würde doch für Bahnausbauten sprechen, würde ich meinen. Sollte die Wirtschaftskrise voll zuschlagen, wären viele ohne Job. Denen könnte man durch die Beschäftigung in solchen Bauprojekten wieder Arbeit ermöglichen, auch wenn es keine Fachkräfte sind.
Überhaupt, hätte und würde man die Projekte so früh wie möglich starten, würden sie einiges billiger ausfallen, Beispiel Zimmerberg Basistunnel. Aber man lässt eine Bohrmaschine lieber demontieren und Jahre später nochmals aufbauen, was alleine für diese “kleine” Arbeit Millionen verschlingt.
Woher man das ganze Geld nehmen sollte, nun… Wenn man 60 Milliarden für die Bank hat… Wäre zumindest auch eine Teillösung zur wirtschaftsstärkung.
Aber zur Zeit wird eh zu viel und oft gespart, wos nur geht.
Ganz einfach:
Politisch ist die Schweiz, sei es auf Bundes- oder Kantons-/Gemeindeebene, mehrheitlich bürgerlich.
Bürgerlich heisst, gegen den ÖV, sparen beim Umweltschutz, für Strassenbau und billige fossile Brennstoffe ohne Restriktionen beim Verbrauch.
so ist nun mal die Schweiz…..
tja.. 21 Milliarden.. vielleicht.. aber was für ein Zeithorizont, das ist ja sowas von realistisch.. 30% mehr Fahrgäste innert 4 jahren und die rechnen mit weiterer Verdoppelung bis 2030??? Warum hab ich das Gefühl, dass diese “Experten” keine Ahnung haben?
@ Piero:
Leider weiss ich nicht, auf welchen Grundlagen und Daten diese Schätzungen / Berechnungen beruhen. Wir werden dann im 2030 sehen, wie nahe an der Realität die vermutete Zunahme liegt. :)
Bei dieser Gelegenheit wäre es auch interessant zu wissen, wie die Schätzungen in der Vergangenheit jeweils lauteten, vor 10, 20 Jahren und so. Leider konnte ich dazu nichts finden…
Nun, es ist doch bereits für nächstes Jahr schwer vorauszusagen, ob es weiterhin so stark aufwärts geht oder nicht.
Fall a)
Durch die Finanzkrise verursachte Arbeitslosigkeit werden auch weniger Pendler vorhanden sein – sprich die Fahrgastzahlen werden wohl gehalten werden können, aber nicht wachsen.
Fall b)
Da viele den Gürtel enger schnallen werden, wernde einige bemerken, dass man mit den ÖV viel Geld gegenüber einem Auto sparen kann – das aber würde wiederum ein stärkeres Wachstum der Fahrgäste bringen.
Wenn die Fahrgastzahlen jedes Jahr um weitere 5% steigt, dann wird sich die Fahrgastzahl innert 15 Jahren verdoppelt haben. Bei 6% bereits innert 12 Jahren – und bei 7% innert guten 10 Jahren. Und je mehr das Angebot ausgebaut wird, desto stärker wird der Anstieg sein, das hat ja Bahn 2000 und die Eröffnung des Lötschbergtunnels gezeigt. Man wagt gar nicht zu denken, was für ein Zuwachs kommen wird, wenn alle ZEB I und ZEB II Projekte realisiert sind.
Nun, ich denke zuerst darf die SBB nachweisen, wofür die Steuergelder der letzten Jahre genau gebraucht wurden. Ich unterstelle hier nichts, bin auch nicht in der Position dies zu können, aber ist schon interessant wenn sogar der Staat mal nachfragt, für was sein Geld eigentlich genau gebraucht wird. Wenn man beachtet dass die SBB im letzten Jahr wieder durchschnittlich unpünktlicher war muss man schauen wo das Problem liegt – wenn in den letzten Jahren das Schienennetz so gut wie möglich unterhalten wurde, dann denke ich das man in Zukunft auch investieren soll. Wenn in den letzten Jahren von den Steuergeldern nicht genügend investiert wurde, muss man sich überlegen wie man dieses Problem löst…
Nicht ganz einfache Situation.
Achja, ist die SBB nicht die, welche immer damit protzt das Weltweit dichteste Schienennetz zu haben? Haben wir denn auch durchschnittlich die meisten ÖV Reisenden?
Zu deiner Frage, ja die Schweizer sind Weltmeister im Bahnfahren. Über 2100km legt ein Schweizer pro Jahr im Schnitt zurück. Ausser den Japanern macht uns diesen Titel keiner streitig. In Europa fahren wir Schweizer fast doppelt so viel wie der Rest.
Schweizer steigen 47mal pro Jahr in den Zug, ebenfalls der beste Wert in Europa.
Damit ist klar, die Schweiz hat ein Schienennetz, welches langsam an Kapazitätsgrenzen stösst. Baulich wie technisch sind Anpassungen in Arbeit, dies reicht jedoch nur mittelfristig. Gelder sind für einen nachhaltigen Ausbau somit dringend notwendig. Dass dabei von Seiten des Bundes ein Auge darauf gehalten wird ist in Ordnung und berechtigt, doch sollte dies nicht in unnötiger Bürokratie ausarten wie vieles.
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Ich hab den Bericht gesehen, alles in allem gut, nur diese Anwohner da, wo gleich neben dem Gleis wohnen und sich über runterstürzende Dinge aufregen kann ich nicht verstehen.
Fakt ist, wir brauchen Milliarden von Geldern – nicht erst in 20 Jahren, sondern JETZT. Doch woher nehmen?
Mein Vorschlag wäre, die Schwerverkehrsabgabe weiterhin für die ÖV zu nehmen, dann 0.1% der Mehrwertsteuer, Ticketerhöhung (des ÖV’s) um 3%, jeder Kanton legt in ein Fonds 100 Fr. pro Einwohner ein. Weiter sollen Güterzüge, die ausserhalb der Pendlerzeiten Trassen buchen Prozente bekommen.
Weiter sollten Gelder zwecksgebunden für den ÖV verwendet werden, wie dies bereits im Strassenverkehr geschieht. Und beim Strassenverkehr wäre auch mal gut, wenn da diese masslos übertriebenen Ausbauten aufhören würden.
@ Piero:
Bin absolut einverstanden mit deinen Vorschlägen! ;-) Ich denke, die Schweiz muss sich schon Gedanken machen, wie sie die Mobilität finanzieren soll; Fakt ist: Ausbauten im ÖV sind dringend notwendig!
Naja masslos übertriebene Ausbauten beim Strassennetz??? Ist ja nicht wirklich der Fall. Schlussendlich braucht es klar beides und somit muss auch der ÖV und den Individualverkehr gefördert werden. Das beide Systeme gegeneinander ausgespielt werden ist falsch und schadet schlussendlich nur.
Beim ÖV braucht es aber sicher rasch Lösungen und damit auch Geld. Zuwarten ist falsch den irgendwann ist der Zug abgefahren…
@Pendler
Es geht nicht darum, die Strasse gegen den ÖV – oder umgekehrt auszuspielen, sondern das beide Seiten gleich behandelt werden.
Auffallend ist, dass bei Strassenbauten die Kosten (zumindest in der Nordwestschweiz) teils massiv überschritten werden (50%, 100% Mehrkosten usw), aber wenn ein Mamutprojekt wie die NEAT, eine Jahrhundertleistung, paar Prozent teuerer wird, dann aber.. dann wird aufgeheult.
Interessant wäre mal, was der Aufbau des Schienennetzes gekostet hat – und wie viel für das Nationalstrassennetz (also nur Autobahnen und Schnellstrassen) aufgewendet wurde. Anschliessend vergleicht man eingesetzter Franken Strasse/Bahn.
Ich müsste mich Irren, aber für ein Franken in die Bahn investiert ergibt – trotz den ca 2 Milliarden kosten Pro Jahr, mehr nutzen als ein Franken in das Nationalstrassennetz. Ich lasse mich da aber gerne eines besseren belehren, wenn jemand entsprechende Fakten zur Hand hat.
Ja, geheult wird leider immer… Ich bin mir aber sicher, all diejenigen die jetzt über die NEAT schimpfen, werden nach der Fertigstellung begeistert davon sein.
Ich hoffe die dringenden Erweiterungen im Eisenbahnnetz kommen möglichst bald. Ich träume immer noch von einem schnellen Baubeginn beim Zimmerbergtunnel (dessen Bau wurde ja einfach “verschoben”) :-(
Die Situation momentan würde doch für Bahnausbauten sprechen, würde ich meinen. Sollte die Wirtschaftskrise voll zuschlagen, wären viele ohne Job. Denen könnte man durch die Beschäftigung in solchen Bauprojekten wieder Arbeit ermöglichen, auch wenn es keine Fachkräfte sind.
Überhaupt, hätte und würde man die Projekte so früh wie möglich starten, würden sie einiges billiger ausfallen, Beispiel Zimmerberg Basistunnel. Aber man lässt eine Bohrmaschine lieber demontieren und Jahre später nochmals aufbauen, was alleine für diese “kleine” Arbeit Millionen verschlingt.
Woher man das ganze Geld nehmen sollte, nun… Wenn man 60 Milliarden für die Bank hat… Wäre zumindest auch eine Teillösung zur wirtschaftsstärkung.
Aber zur Zeit wird eh zu viel und oft gespart, wos nur geht.
Ganz einfach:
Politisch ist die Schweiz, sei es auf Bundes- oder Kantons-/Gemeindeebene, mehrheitlich bürgerlich.
Bürgerlich heisst, gegen den ÖV, sparen beim Umweltschutz, für Strassenbau und billige fossile Brennstoffe ohne Restriktionen beim Verbrauch.
so ist nun mal die Schweiz…..
tja, gewählt wird an den Urnen. Wer nicht Wählt, ermöglicht auch, dass gegen seine Interessen gehandelt werden wird.
tja.. 21 Milliarden.. vielleicht.. aber was für ein Zeithorizont, das ist ja sowas von realistisch.. 30% mehr Fahrgäste innert 4 jahren und die rechnen mit weiterer Verdoppelung bis 2030??? Warum hab ich das Gefühl, dass diese “Experten” keine Ahnung haben?
@ Piero:
Leider weiss ich nicht, auf welchen Grundlagen und Daten diese Schätzungen / Berechnungen beruhen. Wir werden dann im 2030 sehen, wie nahe an der Realität die vermutete Zunahme liegt. :)
Bei dieser Gelegenheit wäre es auch interessant zu wissen, wie die Schätzungen in der Vergangenheit jeweils lauteten, vor 10, 20 Jahren und so. Leider konnte ich dazu nichts finden…
Nun, es ist doch bereits für nächstes Jahr schwer vorauszusagen, ob es weiterhin so stark aufwärts geht oder nicht.
Fall a)
Durch die Finanzkrise verursachte Arbeitslosigkeit werden auch weniger Pendler vorhanden sein – sprich die Fahrgastzahlen werden wohl gehalten werden können, aber nicht wachsen.
Fall b)
Da viele den Gürtel enger schnallen werden, wernde einige bemerken, dass man mit den ÖV viel Geld gegenüber einem Auto sparen kann – das aber würde wiederum ein stärkeres Wachstum der Fahrgäste bringen.
Wenn die Fahrgastzahlen jedes Jahr um weitere 5% steigt, dann wird sich die Fahrgastzahl innert 15 Jahren verdoppelt haben. Bei 6% bereits innert 12 Jahren – und bei 7% innert guten 10 Jahren. Und je mehr das Angebot ausgebaut wird, desto stärker wird der Anstieg sein, das hat ja Bahn 2000 und die Eröffnung des Lötschbergtunnels gezeigt. Man wagt gar nicht zu denken, was für ein Zuwachs kommen wird, wenn alle ZEB I und ZEB II Projekte realisiert sind.
Nun, ich denke zuerst darf die SBB nachweisen, wofür die Steuergelder der letzten Jahre genau gebraucht wurden. Ich unterstelle hier nichts, bin auch nicht in der Position dies zu können, aber ist schon interessant wenn sogar der Staat mal nachfragt, für was sein Geld eigentlich genau gebraucht wird. Wenn man beachtet dass die SBB im letzten Jahr wieder durchschnittlich unpünktlicher war muss man schauen wo das Problem liegt – wenn in den letzten Jahren das Schienennetz so gut wie möglich unterhalten wurde, dann denke ich das man in Zukunft auch investieren soll. Wenn in den letzten Jahren von den Steuergeldern nicht genügend investiert wurde, muss man sich überlegen wie man dieses Problem löst…
Nicht ganz einfache Situation.
Achja, ist die SBB nicht die, welche immer damit protzt das Weltweit dichteste Schienennetz zu haben? Haben wir denn auch durchschnittlich die meisten ÖV Reisenden?
Gruss :)
Zu deiner Frage, ja die Schweizer sind Weltmeister im Bahnfahren. Über 2100km legt ein Schweizer pro Jahr im Schnitt zurück. Ausser den Japanern macht uns diesen Titel keiner streitig. In Europa fahren wir Schweizer fast doppelt so viel wie der Rest.
Schweizer steigen 47mal pro Jahr in den Zug, ebenfalls der beste Wert in Europa.
Damit ist klar, die Schweiz hat ein Schienennetz, welches langsam an Kapazitätsgrenzen stösst. Baulich wie technisch sind Anpassungen in Arbeit, dies reicht jedoch nur mittelfristig. Gelder sind für einen nachhaltigen Ausbau somit dringend notwendig. Dass dabei von Seiten des Bundes ein Auge darauf gehalten wird ist in Ordnung und berechtigt, doch sollte dies nicht in unnötiger Bürokratie ausarten wie vieles.