Freunde hatten mich noch gewarnt: “Wenn du nach Deutschland fährst, nimm auf keinen Fall die Deutsche Bahn!” Naja, mit kleineren Verspätungen muss ich bei der DB schon rechnen, sagte ich ihnen. Aber ich bin überzeugt, dass sie bei grösseren Betriebsstörungen schon dafür sorgt, dass die Fahrgäste informiert werden, fügte ich hinzu.
In Zusammenhang mit meinem Job und auch schon in Kommentaren hier im Blog hörte ich zwar bereits des öfteren von katastrophalem DB-Kundendienst, aber ich ging (wie so viele andere vermutlich auch) davon aus, dass es mich schon nicht treffen wird und dass bei mir alles mehr oder weniger klappt.
Naja, nun bin ich wieder zurück in der Schweiz und ich muss sagen: Sooo schlimm war es gar nicht. Eine ganz normale Reise mit der Deutschen Bahn, wie in diversen Internet-Lokalitäten, Foren etc. bereits mehrmals geschildert.
Um 19:13 Uhr gestern Abend kam ich mit dem Bus im Bahnhof Ringsheim (Baden-Württemberg) an. Mein Regionalzug nach Freiburg im Breisgau hätte um 19:26 Uhr fahren sollen. Um ca. 19:28 wurde eine Durchsage gemacht. Der Regio würde sich um vermutlich fünf Minuten verspäten. (Die Dame hat tatsächlich das Wort “vermutlich” benutzt!) Irgendwie wirkte die Durchsage auf mich, als ob da jemand nicht sicher ist, um wie viele Minuten sich der Zug verspäten wird. Nun, fünf Minuten gelten für Deutsche als “pünktlich”. Sofern also kein Grund zur Sorge.
Um 19:49 Uhr kam dann auch tatsächlich ein Regio, der mit “Freiburg” angeschrieben war. Eine Verspätung, die (für DB-Verhältnisse) akzeptabel ist. Um 19:55 Uhr hätte ich in Freiburg ankommen sollen und um 20:10 Uhr wäre mein ICE-Anschluss nach Zürich gewesen. Das ich den nicht mehr erwischen würde, war klar. Aber nun gut, eine Stunde später fährt bestimmt auch noch einer.
Ich sass also im Zug der DB Regio, als er unvermittelt kurz vor Herbolzheim hielt. Der Lokführer teilte uns mit, dass wir für einige Minuten stehen würden, um uns von einem ICE überholen zu lassen. Danach würde die Fahrt weitergehen und wir in den Bahnhof Herbolzheim einfahren. “Gut, umso länger wir hier stehen, umso weniger lange muss ich in Freiburg in der Kälte stehen.”, sagte ich mir. Nach etwa fünf Minuten – der ICE hatte uns inzwischen überholt – ging die Fahrt weiter.
Kurz vor Riegel nochmals das gleiche Spiel. Acht Minuten Stillstand, damit uns ein ICE kreuzen konnte. Nun, ich hatte einen bequemen Sitzplatz, der Zug war gut geheizt, kein Grund, sich wegen irgendwas Sorgen zu machen. Irgendwann werden wir mit Sicherheit in Freiburg ankommen. Da habe ich vollstes Vertrauen in die Deutsche Bahn.
Nach dem Halt in Riegel meldete sich der Lokführer wieder und teilte uns mit, dass wir um ca. 20:25 Uhr in Freiburg ankommen würden. Über die Anschlussmöglichkeiten habe ihm die Zentrale noch keine genauen Angaben machen können, aber eine gute Nachricht habe er für den Regionalzug nach Basel Badischer Bahnhof (der vor rund 12 Minuten hätte fahren sollen): Dieser Regionalzug werde unseren Anschluss auf jeden Fall abwarten! Den fahre er nämlich selber…
Wenig später kam dann auch der Schaffner der “Schwarzwaldbahn”. Ruhig und kompetent gab er den Reisenden die gewünschten Informationen und fragte zwischendurch immer wieder per Telefon bei der Zentrale nach Anschlüssen.
Allgemein musste für diesen Zug gesagt werden, dass sowohl der Lokführer als auch der Schaffner hervorragende Arbeit geleistet und die Reisenden regelmässig gut über die momentane Lage und die ungeplanten Stopps informiert hatten. Deren Engagement hatte durchaus schon SBB-Niveau! ;-)
Ein paar hundert Meter vor Freiburg dann die Durchsage des Lokführers: “Es tut mir wirklich sehr leid, aber die Zentrale lässt uns noch nicht in den Bahnhof einfahren wegen der momentanen Gleisbelegung. Ich denke, irgendwann in wenigen Minuten sollte ein Gleis frei sein.” Ja, das Prinzip Hoffnung ist immer eine gute Sache…
Um kurz nach halb neun Uhr Abends kamen wir dann in Freiburg an. Ich begab mich dann in die Empfangshalle (oder wie man bei der DB dafür sagt) und schaute auf die elektronische Fahrplantafel: Alles leer. Keine Anzeige! Ok, nächster Versuch bei den Monitoren. Nach langem Suchen fand ich einen: “Bitte beachten Sie den Fahrplan” (oder so ähnlich). Das elektronische Abfahrtsanzeige-System war also bei der DB ausgefallen. Nun gut, halb so wild, bestimmt hat die DB auch noch Fahrpläne in Papierformat. Nach langem Suchen fand ich eines der gelben Plakate und siehe da: um 21:01 Uhr fährt ein ICE nach Basel SBB. Ab Gleis 3.
Nun stellte ich mir die Frage, ob der ICE bei diesem momentanen Durcheinander wirklich auf Gleis 3 fährt, oder ob es vielleicht eine Gleisänderung gibt. Ich setzte mich auf einen freien Sitzplatz und hoffte, dass die DB bestimmt per Lautsprecher über die jeweils nächsten Zugsabfahrten informiert.
Dem war leider nicht so. Zwar verliessen zwischen 20:30 und 20:50 Uhr diverse Züge den Bahnhof, doch nie hörte ich eine Durchsage.
Also auf zum Bahnschalter, dort kann man mir bestimmt weiterhelfen. Doch die Schlange war viel zu lange, als dass ich vor 21:01 Uhr noch bedient würde. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mich auf das Gleis 3 zu begeben und zu hoffen, dass der ICE hier einfahren würde, oder aber dass er auf einem anderen Gleis lange genug hält, so dass ich das Gleis noch wechseln könnte.
Glücklicherweise kam er dann tatsächlich auf besagtem Gleis 3, und zwar pünktlich.
Alles in allem kam ich schlussendlich mit einer Verspätung von gerade nur einmal einer Stunde in Chur an. Ich war positiv überrascht und teilte meinen Freunden sofort mit überschwenglicher Freude mit, dass man sehr wohl mit der Deutschen Bahn fahren könne, da ja so viel überraschend gut geklappt hat. ;-)
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{ 36 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Danke für den Erlebnisbericht. In Deutschland beschränke ich mich, wenn möglich, auf ICEs – Superbequem und in der Regel pünktlicher als TGVs.
Apropos “in Deutschland gelten 5 Minuten noch als pünktlich” – Bei den SBB ja auch, von der Statistik her, nicht? ;)
PS: Heute gab’s bei den SBB auch mal wieder 10 Minuten Warten im IC wegen “Gleisbelegung” – Leider mit Kombination von “Die Anschlüsse konnten leider nicht abgewartet werden”. Grmbl.
Reisen mit DB und kleine Verarsche der SBB
Nun, wie es der Zufall so will war ich übers Wochenende in Bregenz. Dabei benütze ich den Zug wo nach München fährt – also via Zürich aus der Nordwestschweiz. Im Grunde habe ich dafür katastrophale Verbindungen, aber die 45 bis 50 Minuten in Zürich verwende ich bei der Hinfahrt zum Frühstücken, bei der Rückfahrt … ja bei der Rückfahrt…
Ich kam in Bregenz auf den Bahnhof, stand da was von 5 Min. zu spät. Ok, wie Andreas dachte ich, dass das ja gar nix ist. Aber alleine beim aufs Perron gehen erhöhte sich diese Zahl mal auf 10 Minuten. Dann kam die ersten Durchsage: was von wegen 15 (häää? 15??? :D ) Minuten Verspätung. Daraus wurden dann 20.. 25.. Schlussendlich 27. also alles halb so schlimm, weil ich in Zürich ja eh 45 bis 50 Minuten Zeit gehabt hätte.
Nun, in Zürich, Gleis 15, stand ein ICN. An der Türe konnte man lesen: Bitte nicht einsteigen. Ok, wir Schweizer sind ja vorbildlich und trotz eisigem Wind stieg auch niemand in den vor uns stehenden, beheizten, beleuchtenden schönen ICN ein. Nach einer Weile meldete sich der Typ von der Durchsage und verkündete die baldige Einfahrt des IR nach Basel. Also nochmals ein Blick nach vorne, die Augen mal kurz gerieben, könnte ja eine Fata Morgana vor einem stehen. Ne da war ein Zug..
Und was war? Die liebe SBB hat einfach zwei ICN gekoppelt, wir hätten locker 10 Minuten früehr einsteigen können :D
DB, vor drei Wochen:
Mainz: 30min Verspätung
Mannheim: Angekommen, juhu, der Zug nach Zürich hat 40min Verspätung passt also.
Denkste.
Aus 40 wurden dann irgendwann über 90… statt um 19:37 gings dann um 21:20 mit einem anderen verspäteten ICE mal Richtung Basel.
Um 23:30 Ankuft in Basel Bad. Weiter mit dem Taxi nach Dietikon… hat ja nur für uns zwei dann 350.- CHF gekostet.
So ein Durcheinander gabs bei der SBB nicht mal beim Blackout 2003…
@Andreas: Der Europa Park ist toll, ne (oder was wolltest du sonst in dieser gottverlassenen Gegend?).
@all: Mit der Schweiz lassen sich die Verhältnisse hier in Deutschland nicht vergleichen, das stimmt. Man muss aber bedenken, dass das ganze System hier anders aufgebaut ist. Hier sind die verschiedenen Zuggattungen unterschiedliche Produkte. Ich kann also beispielsweise von Köln nach Wuppertal den ICE nehmen und viel bezahlen, oder ich nutze den RegioExpress oder die Regionalbahn und brauche dafür etwas länger, reise aber sehr günstig (für Schweizer Verhältnisse).
Aktuell ist es hier so, dass im Fernverkehr zwei grosse Probleme aufeinandertreffen: Es ist Herbst mit vielen Baustellen. Ihr glaubt nicht wie viele Baustellen man da so an ein paar Gleisen unterbringen kann… Dazu kommen die aktuellen Probleme mit den ICE3.
Persönlich nutzte ich fast ausschliesslich die S-Bahn. Und die kann in ihrer Pünktlichkeit durchaus mit der SBB mithalten.
Auch bei meinen Fernreisen mit ICE und IC musste ich bisher kaum klagen. Dass ein Fernverkehrszug auf der Strecke Kiel – Basel dann halt mal 10 Minuten zu spät ist, sehe ich jetzt nicht als allzugrosses Problem an.
Ich war auch schon des öfteren in Deutschland unterwegs. Die grösste Verspätung die ich bisher hatte waren 20 Minuten. Das war von München her. Natürlich waren die Anschlüsse in der Schweiz alle schon weg. Aber wir haben hier zum Glück ja Halbstundentakt.
Sehr erstaunt war ich als ich von Westerland (Sylt) nach Zürich gefahren bin. Es hat alles geklapt wie am Schnürchen und wir fuhren auf die Minute pünktlich in Zürich HB ein. Das nenne ich eine super Leistung vorallem für diese riesige Distanz.
Also als Regelmässiger DB nutzer muss auch ich mich nicht beklagen. Wenn überhaupt mal eine Verspätung aufkam, hielt diese sich in Grenzen. Und Ausfälle hatte ich bislang auch keine. Ich kenne nur ein paar Leute die Störungen magisch anziehen, sobald die einen Zug besteigen geht der Kaputt, man muss als nur wissen mit wem man reist xD
@ Piero
Die Nachricht: Bitte nicht einsteigen steht soweit ich weiss beim ICN automatisch da, wenn er sich 15 Minuten lang nicht bewegt.
@ Artikel
Deutschland kann man einfach nicht mit der Schweiz vergleichen. Da gibts ziemlich viele Gründe :P Einzig über die Informations-Politik der DB lässt sich ja streiten :D
Aber ein Lob an die SBB, auch beim ganzen Schnee “fast” immer pünktlich !
@Andreas:
Der Ausfall der Fahrplantafel war meines Wissens nach nicht auf eine technisches Problem zurückzuführen,sondern auf die Tatsachen,dass aktuell gerade die alten Fallblattanzeiger gegen neue LCD-Anzeiger ausgetauscht werden.
@Sascha
ok, das nächste mal schieb ich ihn etwas hin und her :D
Und stimmt, hab nix gehört von wegen Störungen im Bahnverkehr.
Interessant im Zusammenhang mit DB und SBB ist auch folgendes Phänomen: Der ICE aus Frankfurt fährt mit einigen Minuten Verspätung (<10min) in Basel SBB ein. Aus den 5 Minuten werden dann bis Zürich allermeistens 15-30 Minuten. In der SBB-Verspätungsstatistik tauchten diese Züge dann mit dem Grund “Verspätung ab Vorbahn DB” auf, obwohl die Verspätung in der Schweiz durch das Schweizer Personal entstanden ist!
Dies habe ich diesen Frühling mehrmals persönlich erlebt.
Wir Schweizer schauen schon wann immer möglich, dass die SBB sehr gut und die anderen Bahnen weniger gut dastehen…
@Andreas: Bei 60min Verspätung hast du dir hoffentlich die Entschädigungskarte geholt und kriegst so einen Teil des Fahrpreises wieder zurück.
Haja, die DB könnte doch wie in Italien einfach auf dem Fahrplan schon standartmässig vermerken, dass die Züge mit Verspätung fahren. Übrigens deine Story ist ein guter Beweis dafür, was passiert, wenn man im Regionalverkehr zu viel spart, und dann kein Platz mehr für ICEs hat.
@ Martin aus Thalwil:
Das Problem ist halt, dass die Züge auch mit nur geringer Verspätung rasch nicht mehr in den sehr dichten Schweizer Fahrplan passen und dadurch im Binnenverkehr noch ein paar Minuten Verspätung mehr erhalten. Der ICE wäre sehr wahrscheinlich pünktlich in Zürich angekommen, falls er Basel auch pünktlich erreicht hätte.
Das Problem war ja, dass der Regio nur leicht mehr als eine halbe Stunde Verspätung hatte und die Verspätung von einer Stunde durch die Anschlusssituation in Freiburg entstand. Meiner Meinung nach hätte man auch dann Anspruch auf Entschädigung, aber die Zeit ist mir zu kostbar, als dass ich deswegen wochenlang mit der DB streiten möchte.
@ Sandra-Lia:
Interessant war in diesem Zusammenhang ja auch, dass der Regionalzug völlig “aufgegeben” wurde. Sobald ein ICE oder anderer Zug in der Nähe war, liess man unseren Zug halten, so dass der andere Zug die Stelle ungehindert passieren kann. In der Schweiz jedoch haben verspätete Züge Priorität, was dazu führt, dass man seinen Anschluss oft doch noch erwischt, weil er ein paar Minuten wartet.
Mit der deutschen Bahn hatte ich auch schon so einige Erlebnisse. Hier eines davon:
Ich war mit einer Bekannten aus der Region Kiel unterwegs mit Interrail. Nachdem Sie zuerst bei mir in der Schweizer vorbeigeschaut hatte, führte uns unsere Reise via Paris, London, Glasgow, Inverness und Edinburgh, schliesslich nach Brüssel.
Wir hatten mit den Zügen kaum Probleme, ausser bei der Rückfahrt nach Deutschland.
An diesem Nachmittag nahmen wir einen IC von Brüssel nach Aachen. Dort hätten wir genug Umsteigezeit in den ICE Richtung Hamburg und dann weiter nach Kiel bzw. Rendsburg.
Dummerweise hatte der Zug vor uns eine Panne. Das führte dazu, dass wir schon sehr rasch über 20 Minuten Verspätung hatten – unser Zug in Aachen würden wir so nicht mehr erreichen.
Wir stiegen dann in einer kleinen Ortschaft auf die alternative Verbindung nach Aachen um. Wennn dieser Zug pünktlich fahren sollte (son Bimmelbähnchen), würden wir den ICE erreichen. Aber nein, 15 Minuten Verspätung wars dann doch.
Der Zug in Aachen war weg… Da meine Kollegin Zugbindung hatte für diese Fahrt, liess sie sich dank Bestätigung des Beamten der BB auf einen anderne Zug umschreiben.
Dort stiegen wir ein und ich scherzte so: Der fährt bestimmt nicht. Kollegin winkte ab…
Naja, er fuhr wirklich nicht… Scheinbar war da grad ein Sturm über die Region gefegt und alles war gesperrt.
Liessen wir erneut umbuchen, bzw. die Zugsbindung wurde weggenommen und wir fuhren mit der S-Bahn nach Köln. Es war allerdings schon klar, dass wir Rendsburg nicht mehr erreichen würden. Kiel hatte beim ersten Umbuchen dringelegen… nun lag noch Hamburg drin.
Nun gut, in Köln kamen wir pünktlich an. Hier sollten wir 40 Minuten warten. Da fuhr aber in 5 Minuten ein ICE zumindest in die richtige Richtung. Aber ob wir da Anschluss haben? Die Schlange am DB-Schalter war zu lang um nachzufragen.
Der Schweizer in der Not greift zum Handy, gibt Abfahrtsort und Ankunftsort ein an die Kurznummer der SBB geschickt. Prompt kam der Fahrplan Sekunden später zurück mit der Verbindung… und tatsächlich: wir hatten Anschluss.
Ein Spurt zum ICE, und wir schafften es Nachts um 1 in Hamburg zu sein. Zum Glück wurden wir abgeholt ;-)
Ganz allgemein muss ich sagen, wenn ich nach Deutschland reise am Liebsten mit dem CityNightLine (ich weigere mich City Night Line zu schreiben *g*). Zwar ist der Service und alles nicht mehr so wie vor 2 Jahren noch, aber am Morgen war ich immer pünktlich an Ort und Stelle :)
@ Chris:
Die Sache ist ja die, dass solche Pannen, Lokdefekte etc. auch bei der SBB regelmässig vorkommen. Aber irgendwie scheint es mir, als könne die SBB besser damit umgehen und die Probleme rascher und effizienter beheben, so dass die meisten Reisenden doch noch pünktlich an ihr Ziel kommen.
Für ausfallende Züge stehen dann auch oft gleich Ersatzkompositionen bereit, die zwar weniger komfortabel, dafür genau gleich pünktlich sind.
Und falls doch mal alle Stricke reissen und gar nichts mehr geht, wird zumindest versucht, die Reisenden bestmöglichst zu informieren. (So wie es in meinem Fall das Zugpersonal der DB Regio auch getan hat. Leider hat die Information in Freiburg dann nicht mehr geklappt.)
Naja, Service-Entwicklungsland Deutschland ist halt der Meinung, das die Menschen mit dem Auto fahren sollen ^^
@Andreas: wie war das? Züge mit Verspätung haben bei der SBB Priorität? Wohl nur, wenn es ein SBB-Zug ist :-) Aber es stimmt schon, der grosse Unterschied bei DB ist, dass ICE/ICs immer Vortritt haben (und deshalb auch ziemlich pünktlich sind).
Wenn ich das richtig im Kopf habe, zählt für die Entschädigung nicht die Verspätung eines einzelnen Zuges, sondern wann du am Zielbahnhof ankommst.
Ich hatte einmal einen sehr ähnlichen Fall und damals hat mir der Zugbegleiter unaufgefordert ein solches Formular mitgegeben und ich habe das Geld ohne Probleme am SBB-Billettschalter zurückerhalten.
Ich finde, die DB ist bezüglich Fahrgastinformation eigentlich vorbildlich! Vor grösseren Bahnhöfen wird man immer schon im Zug über die Anschlüsse informiert (nicht nur bei Problemen) und die meisten Zugchefs sind allgemein “gesprächiger” als die elektronische Stimme der SBB. Und bei technischen Problemen kommt es auch bei der SBB regelmässig vor, dass die Reisenden erst mal 10-15 Minuten lang überhaupt nichts wissen.
Ich hatte auch kaum Probleme mit DB-Zügen, obwohl ich schon einige Male in Deutschland unterwegs war. Das ist aber ein paar Jahre her. Das Grundproblem ist halt, dass die DB ein anderes Konzept haben: Verspätete Züge werden immer “aufgegeben” und das Abwarten von Anschlüssen ist nicht üblich, sondern man versucht stets den Schaden für das restliche Netz zu minimieren. Zudem hat die DB keine EW II und Re 4/4, die sie im ganzen Land verteilen und im Notfall “ausgraben” kann.
Passend zum Thema ein Artikel aus dem grossen Kanton: Warten auf Pünktlichkeit
@ Martin:
Die elektronische Stimme der SBB kommt ja nur bei normalen Durchsagen zum Zug. Und obwohl sie kürzer ist als die manuellen Durchsagen der DB, beschweren sich trotzdem manchmal Reisende (auch hier in den Kommentaren) darüber, das “Sprüchli” sei viel zu lange.
Bei Störungen konnte ich meine Fahrgäste bisher grundsätzlich immer innert 3-5 Minuten informieren. Das tönt jetzt vielleicht nach einer langen Zeit. Aber wenn man zuerst alles per Telefon abklären und das weitere Vorgehen festlegen muss, sind die Minuten sehr rasch vorbei. :)
Anspruch auf Entschädigung hast du leider keinen – das gilt nämlich nur wenn Fernverkehrszüge oder Bayrische oder Schleswig-Holsteinische Regionalzuge Verspätung haben – werden aber immer für sich gezählt. Bei Anschlussverlust (also FV-Zug hat nur +5, Regionalexpress ist aber weg) gilt die Regelung aber.
Ansonsten wird das Thema meiner Meinung nach zu sehr aufgebauscht – meine größte Verspätung dieses Jahr waren +40 – und das wegen Streckensperrung wegen Personen im Gleis, wo die DB nix für kann. Der Kollege hat übrigens vorbildlich reagiert und gleich die Gutscheinkarten verteilt :-)
haja, und nun hat der Herr Gierdorn noch mal 5% auf die Ticketpreise geschlagen, das er natürlich auch gleich zum Rückbau der DB braucht.
Die ewig gleiche Diskussion… Man beklagt sich ab der Verspätungen der ICE-Züge… Das alte Klischee.. Da muss ich nur mal sagen, dass wir Schweizer auch mal das positive an der DB sehen sollten, denn die ICE’s gehören zu den schönsten, bequemsten und schnellsten Zügen überhaupt. Dass der Zug von Basel nach Zürich und zurück, der nicht mal 100km pro Strecke zurücklegt, weniger verspätungsanfällig ist als einer, der täglich über 1000km zurücklegt, ist wohl klar. Und verglichen mit einem ICE 3 fährt die SBB mit Traktoren…
@ Martin:
Es ist nachvollziehbar, dass ein Land mit solch weiten Strecken auch schnellere Züge braucht. In der Schweiz würde ein Zug mit einer Vmax von 300 oder mehr Stundenkilometern nur bedingt Sinn machen. Dafür ist unser Land zu klein und vorallem würden solche Geschwindigkeiten sich nicht mit dem integralen Taktfahrplan vertragen.
Was die Anzahl zurückgelegter Kilometer anbelangt: Natürlich sind die Kilometer pro Strecke in Deutschland mehr als in der Schweiz. :) Im Gegenzug fahren die SBB-Züge mehr Strecken, was schlussendlich zu fast der gleichen Kilometerleistung führt wie bei der DB. (“Fast”, wegen dem Unterschied in der Höchstgeschwindigkeit.)
Und betreffend dem Vergleich mit den Traktoren: Natürlich haben wir nicht so schnelle und teure Züge wie die Deutschen. Aber jeder soll jenen Zugtyp nehmen, der seine Anforderungen am besten erfüllt. Genau so wie ein Bauer mehr mit einem Traktor als mit einem Ferrari anfangen kann, kann die Schweiz mehr mit den SBB-Zügen anfangen als mit den DB-Kompositionen. ;-)
Viele Probleme in Deutschland sind auf das neuerdings auch in der Schweiz laufende Vorgehen, möglichst alle Bahnanlagen “rückzubauen” und bestehende Kreuzungsmöglichkeiten bei Einspurstrecken zu eliminieren.
In Deutschland habe ich schon viele technische Pannen erlebt. Oft waren es die Fahrzeuge, mir scheint öfter als bei unseren “Traktoren”.
Jetzt warte ich gespannt auf den Einsatz der ICN der SBB am Gotthard….Ich erwarte Störungen.
@ Gumbo:
Apropos ICN und Gotthard: Lustig wird es im Frühling und Sommer 2009, wenn die Leute ihre Velos mit auf die Bahnreise ins Tessin nehmen wollen…
Die SBB hat den Velo-Boom lange verschlafen. Erst die neuesten Züge haben halbherzige Veloabteile. Das wird ein Theater geben! Ich habe sehr schlechte Erfahrung mit dem Velo-Mitnehmen gemacht, durchwegs. Früher lud man es in den Gepäckwagen, alles paletti, aber die sind ja inzwischen abgeschafft worden…Die Thurbo-GTW haben zwar ein wenig Platz beim Einstieg, aber der ist zu kurz für ein Velo, da passen nur Kinderwagen hin. Die lapidare Auskunft ist ja immer: Sie können ja eines mieten…
Jap, das war vom Schwabenland nach Basel, stell dir aber vor, du musst aus irgendeinem ostdeutschen Kaff nach Basel.
Meine Faustregel gilt:
1. Nimm immer ICE
2. Nimm die Verbindungen bei welchen du am wenigsten umsteigen musst (auch wenn sie mehr als eine Sunde Länger dauern, dass hat man dann schnell raus).
MfG Lukas
Ps. Gestern war ich auch gerade wieder in Deutschland unterwegs, und da dachte ich an einen kleinen Ratgeber denn ich vielleicht bei dir veröffentlichen könnte: “Tipps für Reisende mit der deutschen Bahn”
@ Lukas:
Jederzeit gerne! ;-)
@Lukas: Das kann man so auch nicht stehen lassen – erinnert sehr an die (völlig realitätsfernen) Schilderungen aus dem Buch “sänk juh vor träwelling – wie sie mit der Bahn reisen und trotzdem ankommen”.
Fakt ist, dass Anschlüsse Regionalverkehr Fernverkehr nur recht selten abgewartet werden (klar – ist ja ne andre Firma).
Untereinander – und vorallem beim letzten Zug – gibts aber recht großzügige Wartezeitregelungen…
Fakt ist aber auch, dass die DB nicht so schlecht ist, wie ihr Ruf. Sicher – die Ausmahmen (sprich Verspätungen) fallen eher auf – aber – im ganzen letzten Jahr hatte ich genau eine von der DB verursachte Verspätung von über 10 Minuten – Das waren +20 wegen Signalstörung…
Übrigens darf man in Deutschland – auch, wenn das Zugpersonal das nicht immer weiß – bei Anschlussverlust den nächsten – auch höherwertigen – Zug nehmen (im extremfall also mit dem Wochenendticket einen ICE)…
Viele Grüße aus dem “großen Kanton”,
Johannes
@Johannes
Ich spreche aus eigener Erfahrung. Ich fahre oft und kurze und vor allem weite Strecken in Deutschland, und muss sagen, dass wenn ich auf 600km nur 20min Verspätung habe, dann binn ich glücklich.
Die Bahn (DB) und die vielleicht auch die im Autoland lebenden Deutschen haben andere Vorstellungen vom Reisen im Zuge als ich als Schweizer. Da ich auf die Bahn angewiesen bin und schlussendlich auch froh bin dass es sie überhaupt gibt, arangiere ich mich wohl besser als mancher Deutsche mit ihr.
Lukas
Ps: Noch ein kleines Geheimnis hinterher: Wisst ihr, warum so viele Deutsche so viel Zeit und Nerven bei einer Zugfrahrt verlieren? Weil sie zuerst 20min anstehen um ein Fahrschein zu kaufen, danach fahren und sich nachher wegen einer kleinigkeit und ein paar Euro wieder 40min anstellen um sich zu beklagen.
@Lukas: Ich komme aus Stuttgart und bin im letzten Jahr bis Mitte September (mehr hab ich noch nicht ausgewertet ;)) etwas mehr als 10000 km auf deutschen Schienen unterwegs gewesen – trau mir von daher zu, das etwas beurteilen zu können.
Auf die Bahn angewiesen bin ich auch – mir reichts eigentlich, wenn ich einigermaßen pünktlich mit nem saubren Zug ans Ziel komme.
Die Schlangen an den Fahrkartenausgaben sind auch eigentlich nur an den großen Bahnhöfen lang – und sicher auch dem recht komplexen Tarifsystem geschuldet – da habt ihr Schweizer das natürlich etwas einfacher ;)
Allgemein bin ich aber mit der Leistung der Deutschen Bahn Bahn (DB BAHN) durchaus zufrieden.
Johannes
naja, du hast dann ja eh bc 100, nehm ich an, johannes.
ich zwar nur 50, mache aber auch nur lächerliche 7000 km pro jahr, und dies alles mit “langdistanzmaximaltarifticket” (was dann ungefähr so aussieht: Langendorf-Solothurn-Basel-Bad-Freiburg-Stuttgart-Nürnberg-Köln-Saarbrücken-Berlin-Bernau-Hamburg” Gültig 2 monate. Kosten: 74 Euro nach neuem Tarif.
Johannes
Schlangen sind schon kleiner am Provinzbahnhof, aber die dort bedienenden Bediensteten sind auch meist zuwenig kompetent für komplexe Fälle.
Am besten ist der Service in privaten Zügen.
@Sandra-Lia: Nein, ich habe eine Bahncard 25.
@Gumbo: Nein. Tarifkundiger sind in der Regel die an Vorstadtbahnhöfen – Mein “Stammschalter” an einer S-Bahn-Station kennt den Tarif und seine Tricks sehr gut.
dann zahlst du doch zu viel, johannes?
Man muss halt das DB-Tarifsystem ausnutzen ;)
Vorallem die Kombinationsmöglichkeit BC25+Sparpreis 50 is toll ;)