Folgendes Mail habe ich von “Trigger” erhalten. (betr. Trigger siehe auch: Kommentar 1 und Kommentar 2)
Heute wurden im Zug wieder mal Informationen “zur Art und Nutzung der Fahrausweise” (oder wie ihr das nennt) erhoben. Leider sagen die netten Damen/Herren nie, wie genau sie das denn wissen wollen, und zu fragen traue ich mich nicht ;) Soll ich denn nun nur Start und Ziel von diesem Zug angeben (was ich auch immer mache), wenn ich umsteige auch den nächsten Endbahnof, oder sogar noch wenn ich im Anschluss Bus/Tram brauche? Jedes Mal denke ich auch, ich sollte erwähnen dass ich lieber in Frick als in Brugg aussteigen würde, wenn nur die Bus-Anschlüsse besser wären. Jetz entsteht ja der Eindruck in Frick will eh keiner raus ;)
Für was braucht die SBB diese Daten?
Unter anderem durch die von unseren “Frequenzerhebern” gesammelten Daten werden die Verteilschlüssel für die verschiedenen Billette festgelegt. Als Beispiel nehme ich mal die Tageskarte: Diese ist ja nicht nur bei der SBB, sondern auch bei vielen anderen Transportunternehmen gültig. Folglich fliesst auch nicht der ganze Betrag, der für die Tageskarte bezahlt wurde, an die SBB. Um herauszufinden, welches Unternehmen wie viele Franken erhält, versuchen wir herauszufinden, wie oft die Leute bei welcher Firma mitfahren.
Weiters können die erhobenen Daten auch dazu benutzt werden, das Bahnangebot zu verbessern. Sollten wir also mal feststellen, das täglich tausende Zugreisende von Lausanne nach Chur fahren, gibt es vielleicht in Zukunft mal eine Direktverbindung dieser beiden Städte. :)
Welchen Teil der Reise muss / soll ich angeben?
Wir wären den Reisenden SEHR dankbar wenn sie immer die GANZE Reise angeben. Dabei müssen wir bei den städtischen Verkehrsbetrieben meistens aber nur den Verkehrsträger wissen. Beispiel:
Ich fuhr mit dem Tram nach Basel SBB, fahre nun nach Bellinzona und steige dort auf den Bus um.
Die Frequenzerheber geben dann ein: Von Tram, Basel-Bellinzona, via XY, nach Bus.
Im Zweifelsfall also immer lieber zu viel als zu wenig angeben. Die unnötigen Angaben lassen die Frequenzerheber dann automatisch weg. :)
Und wenn ich einfach nichts angebe?
Naja, zwingen können wir niemanden dazu. Aber schlussendlich schneidet man sich damit ins eigene Fleisch. Wenn dein Bahnhof nur noch selten in der Statistik auftaucht, verliert er entsprechend auch an Wichtigkeit. Wer das möchte; nur zu.
Werden persönliche Daten erhoben?
Auch wenn dieses Märchen anscheinend bei vielen Leuten kursiert: Nein, die Eingaben der Frequenzerheber lassen keine Rückschlüsse auf die Personalien zu. Denn erhoben werden nur die Reiseroute, Art des Fahrausweises (normales Billett, Tageskarte, normales GA, Partner-GA, Senioren-GA, Jugend-GA, etc.) und falls vorhanden noch Ermässigungskarten wie Halbtax, BahnCard (D) oder Vorteilscard (A).
{ 18 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Du hast die Frage von Trigger noch nicht komplett beantwortet… oder zumindest lässt sich keine Antwort ableiten.
Er steht immer noch vor dem Dilemma ob er nun wahrheitsgemäss sagen soll, dass er in Brugg umsteigt. Oder ob er quasi lügen soll, dass er in Frick umsteigt, weil er das eigentlich lieber täte wenn da die schlechten Verbindungen nicht wären.
Nehmen wir an, Trigger ist ein ehrlicher Mensch, dann sagt er, dass er in Brugg umsteigt. Dann macht er Brugg wichtiger.
Aber eigentlich möchte er ja Frick wichtiger machen. In der Hoffnung, dass Frick dann wenigstens 1x mehr in der Statistik erwähnt wird und somit auch ein kleines bisschen wichtiger wird und die SBB daraufhin mal die Busverbindungen verbessert.
Wie ist es aber, wenn man z.B. eine Rundreise macht. (z.B. Chur-Bus San Bernhardino-Bellinzona-Gotthard-Zürich-Chur)? Muss man dann auch sagen, dass ich von Chur nach Chur via San Bernhardino-Bellinzona-Zürich fahre?
Ich persönlich mache noch viele solche Ausflüge. z.B. auch Chur-Disentis-Andermatt-Brig-LBT-Bern-Zürich-Chur. Wenn dann z.B. im LBT diese Frage kommt, was aber bisher noch nie vorkam, sage ich, von Visp nach Bern, weil ich sowohl in Visp als auch in Bern einen längeren Aufenthalt mache.
Und noch eine letzte Frage: Gilt das auch für Auslandfahrten. (z.B. Chur-Stuttgart oder für Reisende im Transitverkehr Hamburg-Basel-Brig-Firenze. Müssen die dann auch sagen, von Hamburg nach Florenz)???
Noch eine Frage zu den persönlichen Daten, die gemäss deiner Aussage nicht erhoben werden. Aus welchem Grund will der “Frequenzerheber” beim FVP-Ausweis zusätzlich eine darauf aufgedruckte Nummer wissen?
@ Martinm:
Ich denke, am besten ist es, wenn man wahrheitsgemäss seine Route nennt, von A nach B über die entsprechenden Via-Stationen, die man befährt. So kann die SBB zusammen mit den Busunternehmen die gesamte Verbindung (= von A nach B) optimieren. Wenn er nur Frick / Brugg nennt, kann es zwar sein, dass die Verbindung zwischen A und Frick / Brugg besser wird, nicht jedoch jene zwischen A und B…
Betreffend Fahrplänen gibt es sonst auch bei jedem Kanton verantwortliche Stellen, welche die Wünsche der Bevölkerung in die Bestellungen bei den Transportunternehmungen einbringen. (siehe auch auf fahrplanentwurf.ch die Rubrik “Stellungnahme”)
@ Stefan:
Ja, die Fahrgäste geben auch bei Rundreisen die Strecke an und die Frequenzerheber geben es entsprechend in ihr Gerät ein.
Bei internationalen Fahrten sollten die Reisenden auch die Strecke angeben. Dabei spielt es jedoch keine sooo grosse Rolle, ob ihr nach Milano oder Venedig fährt, es ist einfach wichtig, anzugeben, dass ihr nach Italien weiterreist.
@ Andreas:
Auch bei den FVP gibt es verschiedene Ausweise. Bei den alten Fahrausweisen war der Code meistens (1)(0)(+), bei den neuen sollte es eine Zahl sein. (Beispiel: 805)
Aber keine Angst; es wird weder Deine Abonummer, noch dein Name erfasst.
Ich hab mir mal überlegt, dass die Erhebung eigentlich einen kleinen Fehler hat. Die SBB geht davon aus, dass ihr Streckennetz perfekt ist. Wenn ich von A nach C gehe, und nur das Teilstück B nach C mit dem Zug fahre (weil z.B. die Verbindung von A nach B sehr schlecht ist und ich diese daher mit dem Auto fahre), dann wird das die SBB gar nie rausfinden und würde demzufolge auch nicht die Verbindung A nach B ausbessern…
;-)
Was sagt denn die Nummer auf meinen GA (2421, GNW946) genau aus? Art oder Kanton oder Alter oder ???
Bei den Erhebungen kann es aber durchaus vorkommen, dass die Erheberinnen nicht die ganze Reise aufnehmen wollen. Ich habe schon gehört, dass die Weiterreise mit dem Bus nicht erfasst werde…
@ Markus:
GNW946 ist deine Kundennummer (wird nicht erfasst), 2421 die Art des GAs. (Junior-GA, Senior-GA, etc.)
Ich wurde schon mehrmals bei solchen Rundreisen (z.B. Basel-Genf-Brig-Andermatt-Chur-Basel… ich weiss, ziemlich extrem, aber einfach unglaublich entspannend) zur Angabe von “Art und Benützung der Fahrausweise” angehalten.
Habe mich immer ein wenig geschämt für meinen exzessiven GA-Gebrauch (So eine Rundreise würde ja ohne GA allein schon mehrere hundert Franken kosten) und sowas wie “Genf-Brig” angegeben…
Aus o.g. Gründen gebe ich wenn immer möglich “meinen” Bahnhof an, der leider nicht so gut erschlossen ist und für den ich auf etwas bessere Berücksichtigung in anderen Fahrplänen hoffe… hat aber bisher nichts genützt.
Meines Erachtens geben aber die meisten Leute bei solchen Befragungen sowieso nur die Strecke an, die sie im betreffenden Zug oder zumindest überhaupt mit der Eisenbahn (aber nicht mit anderen Verkehrsmitteln) bereisen. Das könnte man ev. etwas besser kommunizieren. Die übliche Frage (von wo nach wo fahren Sie?) ist diesbezüglich nämlich nicht sehr klar gestellt.
Danke für den Artikel, Andreas. Scheint als stehe ich nicht alleine mit dem Problem da und auch andere verstehen mein Dilemma =) Vielleicht sollten die Zugbegleiter die Fahrgäste wirklich besser informieren (bzw expliziter fragen) vor diesen Befragungen. Wie jetzt schon mehrere erwähnt haben, geben sie infolge Unklarheit eigentlich die falsche Strecke an, was ja auch nicht im Sinn der Befrager ist, weil die gesammelten Daten verzerrt sind.
Bezüglich der Situation mit den Anschlüssen sollte ich mich wohl wirklich an den Kanton wenden, wie ich es mir jedes Mal vornehme wenn die Situation eintrifft. Mein Anschluss ist nicht eifach schlecht (dann hätte ich kein Problem in Brugg umzusteigen), es ist eine regelrechte Ohrfeige wenn ich den Bus gerade noch aus dem Zug abfahren sehe, und umgekehrt genauso. Und es lenkt nur unnötig meine Wut auf das Kaff (sorry, bin selber aus einem ;) für welches der Bus genau den Umweg fahren muss den es zeitlich nicht leiden mag, nur dass dann doch keiner einsteigt…
Puh, danke dass ich das mal los werden durfte :D
PS: wofür war denn die Klammer im ersten Satz? Bin ich etwa schon negativ aufgefallen :D
@ Trigger:
Neee, die Klammer soll den Lesern nur helfen, zu sehen, wer dieser “Trigger” ist. Denn ich denke, die wenigsten werden sich an deine Kommentare erinnern; und so können sie sich ein kleines Bild von dir machen. ;-)
“Wenn dein Bahnhof nur noch selten in der Statistik auftaucht, verliert er entsprechend auch an Wichtigkeit. Wer das möchte; nur zu.”$
Hmm dann sollte ich auch weiterhin Bern angeben, sonst wird Bern noch geschlossen. Nein Spass beiseite.
Meine Frage: Werden Bahnhöfe wie z.B. Grenchen Süd/Nord zusammengezählt oder zählen sie einzeln? Gerade wegen der Wichtigkeit? Wäre noch wichtig, damit ich weiss welchen von beiden ich wirklich angeben soll :P
Heute gerade mit einer Frequenzerheberin gesprochen. –> “Busse müssen wir nicht ins Gerät eingeben, aber alles andere schon. Trotzdem ist es immer gut, wenn die Reisenden auch ihre Busfahrten angeben.”
Na dann… :)
@ Sascha:
Naja, streng genommen sind Grenchen Süd und Nord doch zwei Bahnhöfe. :) So gesehen spielt es schon eine Rolle, welchen du nennst. Schlussendlich liegt es in deiner Entscheidung, ob du denjenigen Bahnhof nennst, den du normalerweise wählst, oder denjenigen, den du am liebsten wählen würdest. ;)
Ich denke, bei den Erhebungen geht es mehr darum, wie sich Abonnementbenutzer auf verschiedene Verkehrsunternehmen und Strecken verteilen, nicht unbedingt, welche Bahnhöfe wie oft benutzt werden, denn dafür wäre eine solche Art der Hochrechnung viel zu ungenau. Eine Erhebung über die Nutzungsfrequenz eines Bahnhofs zu machen, ginge ja vor Ort am Bahnhof X wesentlich einfacher, als in der Schweiz herumzufahren, sich zu erkundingen, welcher Fahrgast möglicherweise an den Bahnhof X fährt und dies statistisch dann auf alle Bahnkunden hochzurechnen. Wenn ich aber vom Helvetiaplatz in Bern an den Helvetiaplatz in Luzern fahre und die Tramstrecken auch angebe, weiss ich, dass ich damit die Nahverkehrsunternehmen wahrscheinlich statistisch gesehen finanziell unterstütze – und das haben sie ja auch verdient.
Gemäss meinen Informationen werden die Erhebungen nur dazu verwendet, die Frequenzen resp. die Fahrgastflüsse zu erfassen. Für den Verteilschlüssel der verschiedenen Fahrausweise würden andere Methoden (Tagebuch führen etc.) verwendet. Diese Information erhielt ich von einer Person, welche mit diesen Schlüsseln direkt zu tun hat. Ob das so stimmt?
Auf mein Nachfragen bezüglich der Unklarheit “nur in diesem Zug oder für die ganze Reise” wurde mir einmal von einem Erheber mitgeteilt, dass ich die Start/Zielorte nur für diesen Zug angeben soll, was ich im Anschluss daran auch immer so gemacht habe.
@ Pilatus:
Neee, da sind deine Informationen wohl falsch. Wenn wirklich nur der aktuelle Zug erfasst würde, dann würde es reichen, die Fahrgäste zu zählen. (Was wir Zugbegleiter auch bei jedem Zug tun müssen.)
Nach Informationen der Frequenzerheber werden ihre Daten auch für den Verteilschlüssel verwendet. So findet man heraus, wer wieviel erhält. (SBB, Busunternehmen, ZVV, etc.)