Zu früh gefreut

von Andreas Hobi am 3. November 2008 · 11 Kommentare

Tja, so kann es gehen… Am Freitag begleitete ich den Extrazug (ICN) um 17:09 Uhr von Basel SBB nach Zürich HB. Planmässige Ankunft in Zürich: 18:10 Uhr

Doch dann passten wir auf der Reise von Basel nach Zürich besser in den dicht gedrängten Fahrplan als erwartet und bereits um 17:58 Uhr befanden wir uns in der Einfahrt zum Zürcher Hauptbahnhof.

Ich freute mich, dass wir so viel zu früh unser Ziel erreichten und machte natürlich auch gleich die Enddurchsage:

Geschätzte Fahrgäste, wir treffen zehn Minuten früher als erwartet in Zürich Hauptbahnhof ein. Endstation dieses Zuges. Das Zugteam der SBB bittet Sie auszusteigen und verabschiedet sich von Ihnen.

Zwanzig Sekunden später stand der Zug still. Rund einen Kilometer vor dem HB.

Ich befürchtete schon, dass unser Einfahrtgleis eventuell noch gar nicht frei ist. Schliesslich befanden wir uns um 18 Uhr mitten in der Hauptverkehrszeit. Zwei Minuten später hatte ich die Gewissheit: Alle verfügbaren Gleise belegt. Wir müssen warten bis ca. 18:08-09.

Geschätzte Fahrgäste. Leider ist unser Einfahrtgleis 15 zur Zeit noch belegt. Sobald es frei ist, werden wir in den Hauptbahnhof einfahren können. Besten Dank für Ihre Geduld.

So standen wir also mitten im Gleisfeld, wie “bestellt und nicht abgeholt”, während alle diese S-Bahnen und Fernverkehrszüge im Eiltempo an uns vorbeidüsten. Nach etwa 8 Minuten bewegte sich der Zug wieder und pünktlich per 18:10 Uhr konnten die Reisenden im HB aussteigen. (Es wäre ja auch zu schön gewesen, einmal mit einer Verfrühung in der Endstation einzutreffen… *seufz*)

Viele Passagiere konnten sich dann ein Schmunzeln auch nicht verkneifen, als sie auf dem Perron an mir vorbei gingen. ;-)

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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{ 11 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

jeremy November 3, 2008 um 14:44

Warst du heute im IC um 12.36 von ZH nach Basel? :D

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Andreas Hobi November 3, 2008 um 15:06

Nein, hatte um 13:09 Uhr bereits Feierabend: http://twitter.com/andreashobi/status/987523360

Wieso meinst du? Hatte der Zugbegleiter Ähnlichkeiten mit mir? :)

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Peter November 3, 2008 um 15:27

Du solltest die Fähigkeiten deiner Fahrplanfabrik nicht unterschätzen. Sie gehört zu einere der zuverlässigsten der Welt.

In deinem Fall wussten die wahrscheinlich schon vorher, dass du eine Pause im Vorfeld des HB machen wirst. Besser wäre es gewesen, wenn sie dir das zum voraus gesagt hätten.

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Christian Hauser November 3, 2008 um 16:27

Upps… Naja, besser pünktlich als zu spät. Wenn jetzt der Zug noch länger als erwartet dort gestanden hätte wäre es “schlimm” gewesen…

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Dave November 3, 2008 um 17:13

Nach dem beginn dachte ich schon, dass ihr dann sogar noch zu spät eingefahren seit, aber zum Glück ist dem nicht so ;)

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Sandra-Lia November 3, 2008 um 21:44

ha, so kanns gehn. Warum gabs so ein Extrazug überhaupt?

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Andreas Hobi November 3, 2008 um 21:48

@ Sandra-Lia:
Basler Herbstmesse und andere Events.

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honigbaerli November 3, 2008 um 22:29

Freude sollte nie vor dem informationenbeschaffen sein..ich habe mal gelernt zuerst sich informieren und dann verkünden!
wird aber heute nirgens mehr gemacht man kann sich ja entschuldigen und dann ist alles wieder gut!

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John November 3, 2008 um 22:53

Dies erinnert mich ganz an die Praxis der “Die Post”, welche B-Briefe auch zurückbehält damit sie wirklich 2-3 Tage unterwegs sind, auch wenn sie im selben Dorf verteilt werden!

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Gumbo November 4, 2008 um 12:23

In und um Zürich ist der Verkehr so dicht, dass jeder Zug genau berechnet ist, wann er seinen “Slot” hat. Steht er früher vor der Scheibe, ist sein Einfahrtsgleis noch besetzt. Wie im Flüüger: Wir flogen pünktlich ab jenseits des Teiches, Ankunft Zürich morgens 06:00. Er kommt dank gutem Wind etwa 10 Minuten zu früh in die Schweiz. Wegen dem Nachtflugverbot verpufft er nun die gesparte Flugzeit und Kerosin mit 10 Minuten Kreisen nördlich von Brugg, denn der Flughafen Zürich nimmt ihn nicht vor 6:00 h. Warum aber fliegt man dann in Amerika nicht ein wenig später ab? Weil die es auch wegen der Verkehrsdichte nicht erlauben.

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BahnFahrer November 12, 2008 um 15:14

Die Verzögerung kann ich ja noch verstehen. Aber wieso machen die meisten Züge dennoch einen “Ehrenhalt” auf dem Vorfeld? Meistens sind es genau diese paar Minuten, welche den Zug eben nicht mehr pünktlich eintreffen lassen.

Auch spannend ist die eine S-Bahn in Zürich, die zwar jeweils pünktlich ab Gl 54 losfährt, aber nach wenigen 100 Metern _immer_ nochmals zwei Minuten stillsteht. Kommt wohl in etwa der Warteschlaufe des Fliegers gleich…

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