Vor ein paar Wochen erinnerte mich ein kleiner Junge an frühere Zeiten.
Ich war gerade in einer Migros-Filiale in Chur und verliess den Laden mit vollen Einkaufstaschen. Auf der Strasse wurde ich dann von einem Jungen angesprochen, der viele Simpson-Hefte in den Händen hielt.
Ob ich ihm nicht eines oder gleich ein paar Hefte abkaufen wolle, fragte er mich. Es koste auch nur 1 Franken pro Heft. Nun, sein Pech war leider, dass mich die Simpsons und solche Comic-Figuren absolut nicht interessieren. Doch nur schon für die Idee und sein unternehmerisches Handeln hätte er den einen oder anderen Franken verdient.
Als ich dann so von dannen ging, kam mir dann auch gleich eine Geschäftsidee aus meiner Vergangenheit in den Sinn: Vor vielen Jahren nämlich fuhr ich regelmässig mit dem Zug von meinem damaligen Wohnort quer durch die Schweiz nach Basel, stieg dort auf das Tram um und fuhr weiter in ein Industriequartier. Dort, in einer heruntergekommenen Lagerhalle gab es einen Restposten- und Schnäppchen-Laden, der in erster Linie PC-Spiele, Software und die dazu gehörenden Hefte verkaufte. Oftmals waren es Artikel mit Produktionsfehlern, die so nicht mehr in den ordentlichen Verkauf bei den Elektronik-Händlern gelangen konnten. Teilweise waren es auch Artikel, die beim Transport beschädigt wurden oder aus anderen Gründen nicht mehr verkauft werden konnten.
Wie dem auch sei: Ich stiess per Internet (Insider-Tipp) auf diesen Restposten-Laden und merkte nach einem ersten Besuch sehr schnell, dass die Artikel dort viel günstiger angeboten werden als bei den Internet-Auktionshäusern Ricardo und Ebay. Mein unternehmerischer Sinn wurde also geweckt und so verliess ich diesen heruntergekommenen Laden im hintersten Ecken Basels regelmässig vollbepackt mit Games und Software, trug alles eigenhändig nach Sargans, wo ich sie dann fein säuberlich als “gebraucht” bei den einschlägigen Internet-Auktionshäusern einstellte.
Die Gewinnmargen waren gigantisch! Oft kosteten mich diese Artikel im Laden einen oder zwei Franken, und im Internet konnte ich sie für 10 Franken versteigern. Mein absoluter Rekord hingegen war eine Spielesammlung-CD-Rom, für die ich in Basel CHF 1.- bezahlte und die mir dann im Internet für sage und schreibe CHF 40.- abgekauft wurde!
Jaja, das waren noch Zeiten damals… ;-) Inzwischen bin ich schon längst nicht mehr auf den Auktions-Seiten aktiv, gehe einer (mehr oder weniger) geregelten Arbeit nach und der Basler Laden hat mich auch schon jahrelang nicht mehr gesehen. Vielleicht gibt es ihn noch, vielleicht aber auch nicht mehr; keine Ahnung.
Auf jeden Fall freut es mich zu sehen, dass die nächste Generation (bzw. eine halbe Generation hinter mir) auch solche “Klein-Andis” hervorbringt, welche versuchen, selber mit unternehmerischem Handeln an eigenes Geld zu kommen und weniger auf Mamis und Papis Geldbeutel zu liegen. Aus dem Jungen, den ich vor der Migros traf, wird noch einmal was, da bin ich überzeugt! Und ich drücke ihm ganz fest die Daumen für seine berufliche Zukunft! ;-)
Es gab Zeiten, da überlegte ich mir, ob ich vielleicht nicht gleich als Profi (Powerseller) bei Ebay einsteigen sollte, so wie in diesem Artikel beschrieben: Die Millionen-Macher
Andererseits verbirgt die Selbständigkeit immer auch gewisse Risiken, die man als Angestellter nicht hat. Naja, schau’n wir mal. Falls ich mal auf ein Produkt oder eine Nische stosse, mit dem/der sich gutes Geld verdienen lässt, kann ich es ja nochmals versuchen und mein Pensum bei der SBB nach und nach reduzieren. Step by step.


{ 9 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Tja, bei uns im Dorf lässt sich nicht einmal die Schülerzeitung verkaufen… Die Leute sind einfach zu bünzlig dafür.
Dafür habe ich meinen (geregelten) Wochenjob in einer Informatikfirma, wo ich wischen gehe… Das Taschengeld wird meist erheblich aufgebessert, vorallem wenn man soviel Laub zum wischen hat! =)
Ich habe als Kind oft was auf Flohmärkten verkauft oder Poster an Schulkameraden verscherbelt. Hach ja, damals. Vielleicht siehst du ja den Jungen mal wieder und gibst ihm dann was.
ich wohne zwar neben Basel, aber dieser Schnäppchenladen ist mir nicht bekannt. Du meinst aber nicht pearl? so von der lokalität passt der den beschreibungen…
PS: Ricardo und ebay sind dann erst ab 18…
Bööö, keine Ahnung, wie der hiess. Die meisten Internet-Angebote sind (zumindest theoretisch) erst ab 18… ;) Wenn du siehst, wie viele Schüler sich dann aber im weltweiten Netz tummeln, kannst du dir denken, wie ernst diese Grenze genommen wird.
jaja, kenn ich… ich hatte mal einen gesperrten Ricardo Account, weil ich meine gescannte ID schicken musste…
Ich arbeite jetzt regelmässig im Coop und verdiene pro Stunde 15 fr.
Ich habe früher sehr viel gezeichnet. Mit den Bildern habe ich mich dann in unserer Siedlung in den Hof gesetzt (da liefen sehr viele Leute durch da es eine Abkürzung zum Tram war) und verhökerte meine Zeichnungen für ein paar Rappen oder ein Eis :D
Was ich wohl nie mehr vergesse, war, wo mir eine Nachbarin 10.- und ein Eis meiner Wahl für ein Bild gegeben hat (und sich das Kindergarten-Bild auch noch aufhängte) xD
Wow, nicht schlecht! Der Nachbarin scheint das Bild ja richtig gefallen zu haben! ;-)
Malst du heute auch noch? So für dich? Oder hast du dafür keine Zeit mehr?
Naja, ich glaube die war einfach sehr kinderfreundlich ;)
Ich zeichne schon noch, vor allem Menschen, aber ehrlichgesagt nicht wirklich gut sondern einfach weils mir Spass macht :)