Lohn von SBB-CEO Andreas Meyer berechtigt?

von Andreas Hobi am 16. Oktober 2008 · 24 Kommentare

Gestern wurde der Kaderlohnbericht 2007 veröffentlicht. Dieser Bericht befasst sich mit den Kaderlöhnen der bundesnahen Unternehmen.

Laut diesem Bericht verdient SBB-CEO Andreas Meyer mehr als die Chefs von Post, Swisscom, Ruag, Suva und SRG:

  • Andreas Meyer (SBB): 1’260’000.-
  • Ulrich Gygi (Post): 817’000.-
  • Toni Wicki (Ruag): 768’000.-
  • Armin Walpen (SRG): 540’000.-
  • Ulrich Fricker (Suva): 513’000.-

Gerechtfertigt oder nicht?

Wie viel Andreas Meyer im 2007 verdiente, wurde bereits anfangs dieses Jahres bekannt. Damals hatte man jedoch noch nicht den Vergleich zu den anderen vier Unternehmen.

Ich gehe deshalb davon aus, dass in den nächsten Tagen in Blogs und Leserbriefen noch einmal eifrig über diese Löhne (und vor allem über jenen von Andreas Meyer) diskutiert wird, so wie es im März bereits der Fall war. Manche finden diese Saläre gerechtfertigt, andere nicht.

In diesem Artikel möchte ich nun mal aufzeigen, wie ich als SBB-Mitarbeiter von der Front über den Meyerschen Lohn denke: Ich gehöre inzwischen zur ersten Gruppe; zumindest, was den Lohn des SBB-Chefs anbelangt. Über die anderen bundesnahen Unternehmen kann und will ich mich nicht äussern, da ich dort die Hintergründe zu wenig kenne.

Als Meyer zur SBB stiess, gab es wohl kaum jemanden, der sich nicht über die vielen Sonderwünsche wunderte, wenn nicht sogar aufregte. Privathaus in Frankfurt (D) von der SBB gekauft, Einzahlung in die Pensionskasse, mehrere Hunderttausend Franken Boni, und so weiter.

Auch ich regte mich damals auf, wie man in einem Artikel nachlesen kann.

Inzwischen habe ich meine Meinung ein wenig geändert.

Die SBB ist gut unterwegs. Sehr gut sogar! Laufend müssen die Kapazitäten ausgebaut werden, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Die Anzahl Personenkilometer steigen von Jahr zu Jahr. Dies zeigt, dass nicht nur die Leute an der Front saubere Arbeit leisten, sondern auch an der Spitze des Unternehmens richtige Entscheide getroffen werden.

Im erwähnten Artikel im März schrieb ich: “Ich bin absolut dafür, dass Andreas Meyer einen Lohn von 1.3 Mio Franken erhält, wenn er seinen Job gut macht.” Dies gilt nach wie vor. Und es scheint so, als hätte er seinen Job tatsächlich gut gemacht.

Hauptgrund für meinen Sinneswandel sind jedoch nicht “die nackten Zahlen”, die via Medien kommuniziert wurden, und auch nicht die steigenden Personenkilometer, sondern vorallem einige Dinge, die ich andernorts gehört habe und die den Führungsstil von Andreas Meyer betreffen.

Meyer scheint ein Chef zu sein, der die Dinge beim Namen nennt, der die Hintergründe kennen und die Zusammenhänge verstehen möchte. Er fragt viel und hakt bei den Leuten an der Front nach.

Der Fall Miku

Ein Zugbegleiter erzählte mir von einer Begebenheit, die sich irgendwann in diesem Frühling zugetragen haben soll. Meyer sei damals mit anderen SBB-Führungskräften im Zug unterwegs gewesen. Anscheinend war der Zug leicht verspätet und Meyer wollte vom Zugbegleiter wissen, ob der Anschluss im Umsteigebahnhof klappen würde.

Der Zugbegleiter startete daraufhin ein Programm auf seinem Zugpersonalgerät, welches Auskunft geben sollte über die Anschlüsse im Verspätungsfall. Dieses Programm war damals relativ neu, und anscheinend kannte es Meyer nur von der theoretischen Ebene her. Wie gesagt, das Programm wurde gestartet und dann hiess es warten. Und warten… Und warten… Dieses Programm benötigt im Extremfall ohne weiteres bis zu 3-4 Minuten, bis man es benutzen kann.

Meyer soll sich dann sehr erstaunt gezeigt haben darüber, dass es so lange geht. Zufälligerweise war ein für dieses Programm verantwortlicher SBB-Mitarbeiter (keine Ahnung, ob es sich dabei um den Projektleiter, Entwickler oder sonst wer handelte) auch in dieser Reisegruppe. Meyer hat ihn daraufhin mit ziemlich deutlichen Worten zur Rede gestellt und verlangte eine Erklärung. Und er versprach dem Zugbegleiter, sich persönlich um das Problem zu kümmern.

Der Fall Uniform

In einem anderem Fall ging es um die neue Uniform, die wir im Frühling erhielten. Paul Blumenthal, Leiter SBB Personenverkehr, war damals mit Meyer unterwegs. Um welches Problem es genau ging, weiss ich nicht mehr so genau. Auf alle Fälle muss Meyer sich daraufhin gewundert haben: “Wer hat denn diesen Blödsinn bestimmt?”, woraufhin der Zugbegleiter kurz wortlos in Richtung Blumenthal blickte. Auch da sollen noch ein paar deutliche Worte gefallen sein.

Moderne Märchen oder Wahrheit?

Die erste Geschichte habe ich schon öfters gehört, die zweite nur von einer einzigen Person. Ich selber weiss nicht, ob sie sich wirklich so zugetragen haben, doch kann ich mir gut vorstellen, dass Meyer einen sehr fortschrittlichen Führungsstil pflegt und den Dingen auf den Grund geht.

Und genau einen solchen Chef braucht die SBB. Es braucht jemanden, der die Dinge hinterfragt, der den Sachen auf den Grund geht und der sich auch mal persönlich um Probleme kümmert, egal wie klein sie auch sein mögen. Für einen Chef der SBB ist es auch wichtig, dass er regelmässig “nach draussen” geht und sich an der Front umschaut. Nur so kann er die äusserst komplexen Zusammenhänge in der Eisenbahnwelt bis ins kleinste Detail begreifen und dann im Büro die richtigen Entscheidungen treffen. Und genau dies tut Andreas Meyer.

Ausserdem denke ich, in der Privatwirtschaft dürften Personen mit den Fähigkeiten eines Meyers mehr verdienen als CHF 1’260’000.-. Zahlt man diese Beträge nicht, muss man vermutlich nehmen, was auf dem Arbeitsmarkt noch übrig bleibt. Diese Leute kosten dann vielleicht weniger, verbrennen aber mit schlechter Arbeit mehr Geld als man eingespart hat, indem man auf einen besseren Kandidaten verzichtete.

Und vergessen wir nicht: Ein Teil des letztjährigen Salärs ist auf ausserordentliche Bonuszahlungen und die Kosten für sein Frankfurter Haus zurück zu führen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte sein Zahltag in diesem Jahr niedriger ausfallen.

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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Dan Oktober 16, 2008 um 16:21

Teile deine Meinung überhaupt nicht.
Nun gut, als SBB-Angst. darfst du in diesem Blog wahrscheinlich auch nicht anders argumentieren, sonst hast du dann wieder ein Theater wie schon einmal.

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Andreas Hobi Oktober 16, 2008 um 16:27

Man darf ruhig unterschiedlicher Meinung sein. :)

Welchen Artikel meinst du mit “schon einmal”?

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Dan Oktober 16, 2008 um 16:58
Andreas Hobi Oktober 16, 2008 um 17:03

Ach so. :) Mmh… Eigentlich geht es diesen “Neidern” mehr darum, dass ich (ihrer Meinung nach) manchmal zu sehr auf der Seite der Kunden stehe. So gesehen habe ich mit diesem aktuellen Artikel ihnen ja einen regelrechten Gefallen getan. ;-)

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Pascal Oktober 16, 2008 um 17:18

Was bedeutet denn “Miku”?

Meinst du denn nicht, mit 2-3 hunderttausend Franken würde Andreas Meyer ebenso gut zurecht kommen?

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Pascal Oktober 16, 2008 um 17:18

(Beachte bitte die Kommentar-Richtlinien.)

Dieser Satz ist ja extrem klein geschrieben. So ein lumpaz! ;)

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Andreas Hobi Oktober 16, 2008 um 17:35

Miku, so heisst eben dieses Programm. :) Klar kann man von ein paar Hunderttausend Franken auch gut leben. Aber dann wäre die Gefahr grösser, dass ein anderes Unternehmen mehr bietet und ihn abwirbt.

Ich kann von meinem Lohn auch gut leben, aber wenn jetzt plötzlich jemand kommt und mir monatlich 5’000 Franken mehr bietet… ;-)

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Sandra-Lia Oktober 16, 2008 um 18:38

In Zeiten, in denen es der Wirtschaft schlecht geht, ist der Diebstahl von Meyer nicht nur nicht gerechtfertigt, sondern genau so fehl am Platz, wie die Betrugsgehälter von Manager der UBS und CS!

Kein Mensch ist alleine in der Lage, ein Unternehmen zu steuern ,dafür brauchts auch eine gute Crew! Und der Chef soll niemals mehr als 20x mehr als der kleinste Angestellte eines Unternehmens verdienen! Ich frage mich: Verdient die Putzfrau der SBB denn 6300 Fr pro Monat? Wohl kaum! Also ist sein “Lohn” zu hoch! Es ist einfach nur widerlich, wie hier einige sich schamlos bereichern dürfen, und es auch noch welche gibt, die das Gerechtfertigt finden!

Manchmal frag ich mich ja schon, mit wie viel Naivität die Menschen unterwegs sind! DER OPTIMISMUS der Menschen hat dazu geführt, das überhaupt eine solche Krise entstanden ist!

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Andreas Hobi Oktober 16, 2008 um 18:48

Ich denke, nur alleine wegen der Wirtschaftskrise darf man nicht alle Unternehmen in einen Topf werfen. Die SBB ist keine UBS oder Hypothekenbank, sondern ein Unternehmen, das nach wie vor wächst. Wenn die SBB von der Wirtschaftskrise betroffen ist, dann nur indirekt. Das Geschäft läuft deswegen nicht schlechter, im Gegenteil. Nach wie vor verzeichnen wir steigende Passagierzahlen.

Das einzige was ich (um bei der Wirtschaftskrise zu bleiben) verwerflich finde: Dass ein UBS-Kurer viel mehr verdient als ein Meyer, obwohl er deutlich weniger leistet (auf das Betriebsergebnis bezogen) als der SBB-Chef.

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Ralf Oktober 16, 2008 um 19:06

Schweizer SBB CEO sind ja günstig.

Mehdorn: 4,91 Mio CHF
Bahnvorstand: 22,68 Mio CHF

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Sandra-Lia Oktober 16, 2008 um 19:10

ja, schon, Andreas, nur, es ist dennoch ungerechtfertigt. Der letze Chef der SBB hat viel weniger bekommen, und war wirklich gut.

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Andreas Hobi Oktober 16, 2008 um 19:36

Beim letzten Chef war vermutlich noch ein Stückchen mehr Idealismus dahinter…

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pattex Oktober 16, 2008 um 19:48

….möchte auf sein Buch “Der rote Boss” hinweisen,
da droht Herr Weibel mit der Kündigung wenn Sie Ihm
einen unverhältnismäßigen Lohn aufzwingen.
Stellt Euch einmal vor was für fürstliche Löhne,
wohlverstanden bei gleichen Lohnkosten a l l e
Mitarbeiter vorfinden würden,wenn ein wenig
Augenmass genommen würde….

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John Oktober 16, 2008 um 22:49

Also verdienen kann einen so hohen Lohn niemand, höchstens beziehen! Und wer kann behaupten ein anderer ebenfalls fähiger Mann (oder eine Frau) würde nicht mit weniger Gehalt gleich gute oder eventuell bessere Arbeit leisten?
Wer gleich zu Beginn – als Vorschuss-Lorbeeren – einen so hohen Lohn fordert, ist selber nicht überzeugt ob der die verlangte Leistung bringt, darum will er gleich zu Beginn so viel!
Und wenn er’s nimmt, zeigt dies sein Charakter! Ebenso den der Geber (Verwaltungsrat).

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Dan Oktober 16, 2008 um 22:58

Die SBB ist nicht nur indirekt betroffen. Hast Du vergessen, wie schlecht es um unsere Pensionkasse steht. Und jetzt mit dem ganzen Finanztrubel dürfte es noch miserabler kommen.
Ob der Bundesrat bereit ist, zu helfen, dass weiss noch niemand. Nach der Fianzspritze an die UBS müsste er eigentlich, aber da habe ich so meine Zweifel.

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Mark Oktober 16, 2008 um 23:03

Egal ob Meier jetzt gut ist oder nicht. Ein Angestellter eines Unternehmens das in einem Ausmass wie die SBB von staatlichen Geldern abhängig ist, darf in meinen Augen niemals mehr verdienen als ein Bundesrat.

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Dan Oktober 16, 2008 um 23:05

John, da hast du Recht. Der Verwaltungsrat hat Andreas Meyer das Einkommen schon versprochen, bevor er Leistungen für die SBB erbracht hat.

Übrigens Andreas, aus guter Quelle weiss ich, dass es auf dem Schienennetz immer mehr Langsamfahrstellen mit 50Km/h, weil kein Geld mehr für den Unterhalt der Gleisanlagen vorhanden ist und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist.
Eine Langsamfahrstelle ist einen Abschnitt, ev. über mehrere Kilometer, bei der der Zug nicht die üblicherweise signalisierte und gemäss Fahrpaln erforderte Geschwindigkeit fahren darf.

Es hat immer mehr Passagiere, immer mehr Züge und dadurch auch Belastung. Doch die zur Verfügung gestellte finanzielle Mittel werden immer geringer. Geht es so weiter, haben wir bald Verhältnisse wie bei der DB. Vor kurzem gab es allein im Raum München etwa 30!!! Langsamfahrstellen wegen schlechter Gleislage.

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Christian Oktober 16, 2008 um 23:32

1,2 Millionen Franken finde ich für einen Top-Manager eigentlich okay. Sportler zum Beispiel verdienen in gewissen Sportarten deutlich mehr. Sie machen aber nur Sport£! Ich mache auch Sport und muss dafür sogar noch bezahlen. Und verhältnismässig sind 1,2 Mio für einen Boss eher tief. Den Lohn finde ich aber nur gerechtfertigt, wenn Meier auch die entsprechende Leistung bringt.
Ich bin kein SBB-Insider. Fahre ca. 1x im Monat mit der Bahn. Trotzdem: ist es nicht so, dass eigentlich Beni Weibel die Weichen für die Zukunft gestellt hat. Zum Beispiel in meiner Region: im Raum Zug-Luzern wurde der Regional-Verkehr massiv ausgebaut. Entsprechend stiegen auch die Passagierzahlen. Deshalb die kritische Frage: ist Meier einfach ein Profiteur von Benedikt Weibel’s Arbeit?
Und: habt ihr inzwischen ein neues Programm oder arbeitet ihr immer noch mit dem “Miku”?

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Andreas Hobi Oktober 16, 2008 um 23:43

Ja, die Eisenbahnwelt ist eine sehr langfristige Sache. Viele Dinge wurden dabei schon zu Weibel-Zeiten entschieden. Trotzdem heisst das nicht, dass wir nicht heute auch einen guten Chef brauchen.

Das Miku wird jetzt tatsächlich überdenkt und es sind auch schon erste Entscheide gefallen. Ein paar Zugbegleiter (darunter auch ich) wurden für eine neue Sache angefragt, aber ich bezweifle, dass ich da mehr darüber sagen darf.

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Andreas Hobi Oktober 17, 2008 um 08:08

@ Dan:
Von diesen Langsamfahrstellen weiss ich nichts. Und auch von Seiten der Lokführer habe ich nichts davon gehört.

Es ist durchaus üblich, dass man die Höhe des Lohns schon von im Voraus regelt. Funktioniert bei uns “normalen” Angestellten ja auch nicht anders. Und ich denke, der VR hat sich den Kandidaten Meyer schon ganz genau angeschaut und wusste auch, ob er für den Job geeignet ist.

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Shef Oktober 17, 2008 um 13:17

Ich finde es einfach etwas problematisch, wenn ein SBB-Chef mehr verdient wie ein Bundesrat. Diese verdienen ca. CHF 500’000, und das ist ziemlich wenig fuer diese grosse Verantwortung.

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Gumbo Oktober 21, 2008 um 11:13

Wenn man vergleicht, wie bescheiden sein Vorgänger war, der soviel ich gehört habe etwa die Hälfte von Meyer verdiente, ist Meyer zu teuer. Dass es der Bahn gut geht, ist nicht seine Leistung.
Ich habe gestern wieder einmal ein WC (Saustall wäre ein besseres Wort) einer S-Bahn in Zürich angeschaut. Sieht der teure Herr Meyer auch mal so etwas? Vollständig von Schmierereinen überkritzelt, Schmutz überall, als hätte man seit Tagen nicht mehr gereinigt, Gestank, kein Wasser.
Erstaunlich: Papier war vorhanden!! Das WC im Bahnhof war geschlossen. Am besten macht man es da wie in Indien: Irgendwo in eine Ecke.

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Andreas Hobi Oktober 21, 2008 um 16:07

@ Gumbo:
Und ich kann dir auch gleich sagen, wo du die Säue findest… äh, nein, ich darf ja nichts negatives über unsere Fahrgäste sagen… :-/

Das Problem liegt nur bedingt bei der SBB und den Reinigungsequipen. Zu oft habe ich miterlebt, wie die Toiletten in einem Ausgangsbahnhof blitzblank gereinigt wurden und bereits nach wenigen Stationen sah es dort wieder aus, als hätten sie seit Monaten keine Putztruppe mehr gesehen!

Um die von den Fahrgästen geforderte Hygiene in den Zugstoiletten zu bekommen, müsste man die Leute von McClean holen, die dann nach jedem Benutzer die ganze Kabine putzen. Anders geht es gar nicht. Nur hätte dies natürlich seinen Preis.

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Egli, Othmar Februar 5, 2009 um 11:44

Es ist richtig, dass Meyer einen solchen Lohn bekommt. Es hängt so viel von ihm ab, ob es der SBB gut gehe, gut gehen heisst nicht in erster Linie viel Unternehmensgewinn erzielen. Er beeinflusst durch seine Arbeit, sein Organisationstalent, sein Charakter und durch seine Visionen ob der Kunde zufrieden ist, ob der der Wirtschaft gedient ist, ob er die richtigen Mitararbeiter beschäftigt, ob die Bahn technisch auf der Höhe ist und technisch besser wird. Viel mehr kann von dieser einzelnen Person abhängen als sich der Laie vorstellen kenn. Auch in andern Branchen (Industrie, Versicherungen, Banken) gelten diese Grundsätze. Die Frage ist nicht, wieviel braucht er zum leben, sondern was bringt er dem Unternehmen und damit auch seinen Kunden. Oder ist da jemand einfach neidisch ? Nur solange wir solche Unternehmensleiter haben,geht es dem Lande und damit allen Bürgern gut. Lassen wir sie arbeiten,denn sie arbeiten hart.

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