Jugendliche besetzen Swisscom-Shop!

von Andreas Hobi am 14. Oktober 2008 · 4 Kommentare

Seit gestern wurde die Führung des Swisscom Shops in Köniz (fast) ganz in die Hände von Lernenden übergeben. Nun liegt es in der Verantwortung der Auszubildenden, den Shop erfolgreich zu führen; Shop-Leiter, Stellvertreter und Mitarbeitende, alles liegt in den Händen der Lernenden.

Was die SBB mit ihren Junior Business Teams und Junior Stations schon kennt, gibt es nun also auch bei der Swisscom. Wobei ich hier natürlich ganz und gar nicht behaupten möchte, die Swisscom habe bei der SBB (bzw. bei Login) abgeschaut. Vorallem nicht, nachdem Login dieses Jahr für die Idee der “Juniorfirmen” den ENTERPRIZE 2008 gewonnen hat. :-)

In diesem Artikel will ich euch die verschiedenen Modelle der SBB und der Swisscom mal kurz vorstellen.

Swisscom Junior Shop

Das Team besteht aus fünf Detailhandels-Lernenden, die bereits über Shop-Erfahrung verfügen; nach drei bis sechs Monaten wird das Team gewechselt.

Im Swisscom Junior Shop liegt alles in den Händen der Auszubildenden, vom Einteilungsplan über die Finanzen bis hin zur Gestaltung und Dekoration des Shops. Ganz alleine gelassen werden sie dabei jedoch nicht. Bei Fragen können sie sich an einen erfahrenen Shop-Leiter wenden, der auch die Fachverantwortung innehat.

Junior Business Team (Login / SBB)

In einem JBT arbeiten die Lernenden selbständig an verschiedensten Aufgaben und Projekten. Der Aufbau ist ähnlich wie bei Kleinunternehmen. Es werden Ziele festgelegt, die Arbeit geplant und alles miteinander abgesprochen. Ziel ist es, die Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Jugendlichen zu fördern.

So gibt es unter anderem Junior Business Teams, in welchen KV-Stifte mit Lernenden aus technischen Berufen oder dem Gleisbau zusammen arbeiten und somit aufgestellt sind, wie jede andere kleine Firma auch; von der Offerte über die Herstellung der Produkte bis hin zu Rechnungsstellung und Kundendienst liegt alles in der Verantwortung der Lernenden. Sinn und Zweck der Übung: Die Lernenden erkennen damit die Zusammenhänge und die Ganzheitlichkeit eines Geschäftsablaufs. Sie lernen, prozessbezogen zu denken und gleichzeitig unternehmerisch (sprich: wirtschaftlich) zu handeln. Fähigkeiten, die in der heutigen Arbeitswelt von unschätzbarem Wert sind.

Natürlich steht ihnen jederzeit ein erfahrener Coach zur Verfügung, der ihnen bei Problemen hilft.

Junior Station (Login / SBB)

In diesen Bahnhöfen organisieren Lernende ihren Arbeitsalltag weitgehend selbständig. Vom Führen der Einteilung über den Verkauf des gesamten Bahnangebots bis hin zu den administrativen Aufgaben liegt alles in der Verantwortung der Kaufleute. Dabei erstellen sie (wie im “richtigen” Leben auch) Businesspläne, die sie dann versuchen, einzuhalten.

Junior Stations befinden sich in Bülach, Gossau, Schlieren, Rheinfelden, Langenthal, Wetzikon, Morges, Vevey-Blonay und Mendrisio.

Ziel von Login ist es, aus den Auszubildenen “Lebensunternehmer” zu machen. Anfangs als ich zu Login kam, haben wir über den Begriff noch geschmunzelt; doch rasch verstanden wir, wie es gemeint ist. Nun bin ich der Login Berufsbildung und der SBB sehr dankbar für die umfassende Ausbildung, die ich geniessen durfte. ;)

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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{ 4 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

Christian Hauser Oktober 14, 2008 um 16:30

Ich freue mich – auch dank deinen positiven Berichten über login – immer mehr auf meine Lehre und kann schon fast nicht mehr warten! ;)

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Andreas Hobi Oktober 14, 2008 um 19:19

Freut mich zu hören! ;-)

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Martin Oktober 14, 2008 um 23:49

Ein innovatives Ausbildungsmodell für eine Berufsausbildung!

Nur: Wie treffen die Lehrlinge denn da “unternehmerische” Entscheidungen? Wer übernimmt dabei wieviel Verantwortung? Gibt’s da eine Hierarchie?

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Andreas Hobi Oktober 15, 2008 um 01:17

Ziel ist es natürlich, dass die Teamfähigkeit gesteigert wird und die Entscheidungen im Team getroffen werden. Aber wie “im richtigen Leben” auch, sind die Lernenden auch für zugeordnete und untereinander aufgeteilte Bereiche verantwortlich.

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