Hast du etwas im Zug liegen gelassen, vergessen oder verloren? Einen kleinen Papagei oder ein Pacific Mountain-Bike? Kein Problem! Die SBB betreibt in ihren Fundbüros einen riesigen Aufwand, so dass jedes Stück seinen Besitzer wieder finden sollte. (Oder umgekehrt. *g*)
Von Vorteil ist es dabei natürlich, wenn du deinen Gegenstand genau kennst. Blaue Regenschirme werden tagtäglich viele verloren in den Zügen und Bahnhöfen der SBB. Mit einer solchen Beschreibung dürftest du vermutlich nicht sehr weit kommen. Wenn du jedoch sagen kannst, dass dein blauer Regenschirm von der Schweizer Firma Strotz AG hergestellt und mit lichtreflektierendem Paspelband ausgestattet ist und einen hellen Holzgriff hat, ja dann machst du der SBB die Arbeit schon deutlich leichter! ;)
Von Vorteil ist es natürlich auch, wenn du weisst, wo du deinen Schirm verloren hast. In welchem Zug? In welchem Bahnhof? Falls im Zug: In welchem Wagen? Je genauer deine Angaben sind, desto besser.
Sobald dein Schirm gefunden wurde, kannst du ihn am Bahnhof abholen.
Verlustmeldung aufgeben
Den Verlust kannst du via Telefon 0900 300 300 (CHF 1.19/Min) oder am Bahnschalter melden. Am günstigsten jedoch ist es via Internet (http://www.sbb.ch/fundservice).
Machen wir doch gleich mal ein Beispiel. Wir nehmen mal an, ich bin ein Rekrut und habe mein Sturmgewehr im Zug liegen gelassen. (Hey, da gibt es nichts zu lachen, das gab es tatsächlich schon! Mir ist dies jedoch glücklicherweise nie passiert.)
Wir klicken bei der SBB also auf “neu erstellen” und gelangen zur folgenden Maske. Hier geben wir die entsprechenden Daten ein.
Danach werden noch die genauen Verlust- und Personendaten abgefragt. Auch diese füllen wir aus. Nun noch ein Klick auf “Weiter” und das hübsche Stück Metall befindet sich schon bald im Irak bei mir zu Hause.
Wobei, bei einer Armeewaffe würde ich dann schon fast eher einen sogenannten “Suchauftrag” empfehlen. Dieser kostet 50 Franken und funktioniert folgendermassen:
Der Suchauftrag
- Der Besitzer meldet sich am Bahnschalter oder per Telefon: Waffe verloren!
- Der Anruf wird vom RailService entgegengenommen, die Beschreibung notiert, die 50 Franken von der Kreditkarte abgebucht.
- Der RailService meldet sich beim entsprechenden Zugpersonal
- Das Zugpersonal bricht die Kontrolle ab und sucht im Zug nach dem Gegenstand
- Nach erfolgreichem Fund orientiert das Zugpersonal den RailService darüber, in welchem Bahnhof der Gegenstand ins Fundbüro gebracht wird
- Der Besitzer wird über den Fund informiert
Doch es gibt auch Situationen, in welchen ein Suchauftrag nur wenig Sinn macht und wo man sich die 50 Franken sparen kann. Kürzlich zum Beispiel in einem voll besetzten Pendlerzug:
Der RailService ruft mich an: “Du, wir haben einen Suchauftrag, Laptop, Marke Dell, blau.”
Ich: “Ok, in welchem Wagen?”
RS: “Zweite Klasse, ungefähr in der Mitte.”
Ich: “Ungefähr in der Mitte kann vieles heissen… Liegt der Laptop auf einem Tisch oder in einer Tasche?”
RS: “Der Kunde meint, entweder auf einem Tisch oder sonst auf einer Ablage in einer schwarzen Tasche.”
Ich: “Dell, blau, entweder auf Tisch oder in schwarzer Tasche? Weisst du, auf wie viele Geräte diese Beschreibung in diesem Pendlerzug zutrifft??”
RS: “Ich weiss. Genaueres konnte der Besitzer auch nicht sagen.”
Ich nehme es vorweg: Den Laptop habe ich erst gefunden, als die Leute bei der Endstation alle ausgestiegen sind. Er lag in einer schwarzen Tasche unter dem Sitz…
Ein anderes Beispiel, ebenfalls in einem gut besetzten Zug: Der RailService ruft mich an, eine Dame habe ihr Portemonnaie verloren. Vermutlich sei es “in einen Spalt zwischen die Sitze” gerutscht. Herrje, soll ich nun eine Durchsage machen: “Geschätzte Fahrgäste, stehen Sie bitte alle auf, so dass ich in den Sitzen nach einem Portemonnaie suchen kann?” Die Reisenden würden vermutlich lachen und anfangen nach der versteckten Kamera zu suchen, in welcher sie sich wähnen.
Geht natürlich gar nicht. :) So leid es mir für die Besitzer tut, eine Suche ist in solchen Situationen beinahe unmöglich. Ich gehe dann natürlich durch den Zug und suche nach dem Gegenstand, jedoch bitte ich niemanden, mal rasch aufzustehen, damit ich mir den Sitz genauer anschauen kann. Das gleiche mit dem Laptop: Ich lief durch den Zug, fragte dann und wann eine Person, ob dieser Laptop ihr gehöre und erhielt immer nur ein “natürlich, wieso?”.




{ 12 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Da lobt man sich einen freundlichen Abteilungsnachbar der einen beim verlassen des Zuges auf eine ev. vergessen gegangene Tasche aufmerksam macht. ^_~
ich würd auch so antworten ^^ Mal abgesehen, das man heut eh kein Finderlohn mehr erhält, also die Ehrlichkeit in keinster Weise belohnt wird, finde ich halt, das wenn man was so wertvolles findet, es auch grad behalten kann. Klar, ich würde sicher nicht so handeln, bin viel zu ehrlich. Aber immer die Bestrafte. War oft genug, das ich ganze Gelbörsen mit hunderten oder gar Tausenden Franken fand. Finderlohn? Fehlanzeige!
C’est la vie. Ich sage da immer: Ehrlich währt am längsten. Wenn ich mal etwas verliere oder vergesse, bin ich auch froh, der Sitznachbar weisst mich darauf hin oder der ehrliche Finder meldet sich. Wie schon öfters erwähnt: Ich bin ein Optimist. ;-)
Ich musste zum Glück noch nie ins Fundbüro um was abzuholen… Finde es aber trotzdem eine praktische Sache!
@ Christian:
Mit dem Fundbüro wirst du dann vielleicht auch mal zu tun haben in deiner Ausbildung. ;-)
Naja, hatte leider auch schon Erfahrungen mit Fundservice machen müssen, bin leider manchmal ziemlich dusselig und vergesse immer wieder etwas. So gross und ganz finde ich den Service genial organisiert, leider gab es auch Details, über die ich mich genervt habe:
Beim ersten Fundstück, dass ich Bahnhof abholte, war ich noch 15 Jahre alt. Hatte damals noch kein Halbtax (macht ja kein Sinn…) bzw. mein U-Abo (war noch nicht auf den ÖV für die Schule angewiesen), allerdings besassen meine Eltern eine Juniorkarte, ein übertragbares U-Abo (das ich auch öfters verwendete) sowie beide ein Halbtax. Ich musste trotzdem 10 Fr. Gebühr zahlen statt den ermässigten Satz von 5 Fr. für Halbtaxbesitzer oder Tarifverbundabonomennten. Bei meiner Schwester gab, als sie etwas liegen lass, deshalb den Namen meiner Mutter an und holte darauf das Fundstück in Namen der Mutter mit ihrem Halbtax ab….
Beim zweiten Mal liess ich mein Portmonnaie liegen, indem ich auch immer Euros dabei habe, weil ich gerade an der deutschen Grenze lebe. Als ich es zurückbekam (worüber ich übrigens sehr dankbar war und diesmal mit eigenem U-Abo und Halbtax^^), hat man mir die Euros in Franken umgetauscht, zum Kurs von 1,5 anstatt mit dem damaligen Wert von ca. 1,7.
Naja, ich hatte leider auch schon Erfahrungen mit Fundservice machen müssen, bin leider manchmal ziemlich dusselig und vergesse immer wieder etwas. So gross und ganz finde ich den Service gut organisiert, leider gab es auch Kleinigkeiten, über die ich mich genervt habe:
Beim ersten Fundstück, dass ich Bahnhof abholte, war ich noch 15 Jahre alt. Hatte damals noch kein Halbtax (macht ja kein Sinn…) bzw. ein U-Abo (war noch nicht auf den ÖV für die Schule angewiesen), allerdings besassen meine Eltern eine Juniorkarte, ein übertragbares U-Abo (das ich auch öfters verwendete) sowie beide ein Halbtax. Ich musste trotzdem 10 Fr. Gebühr zahlen statt den ermässigten Satz von 5 Fr. für Halbtaxbesitzer oder Tarifverbundabonomennten. Als meine Schwester etwas liegen liess, gab sie deshalb den Namen meiner Mutter an und holte darauf das Fundstück in Namen der Mutter mit ihrem Halbtax ab (und bezahlte dementsprechend 5 Fr.)….
Beim zweiten Mal liess ich mein Portmonnaie liegen, indem ich auch immer Euros dabei habe, weil ich gerade an der deutschen Grenze lebe. Als ich es zurückbekam (worüber ich übrigens sehr dankbar war und diesmal mit eigenem U-Abo und Halbtax^^), hat man mir die Euros in Franken umgetauscht, zum Kurs von 1,5 anstatt mit dem damaligen Wert von ca. 1,7.
Aber ansonsten bin ich zufrieden mit dem Fundbüro, es ging relativ schnell, bis sie sich bei mir gemeldet haben.
@Jonas: Der Euro-Kurs bei Geschäften von EUR in CHF ist eher selten CHF 1,70 ;-) .
Hat di SBB nich irgendwann/irgendwo eine Gant für nicht abgeholte Fundsachen. Würde gerne wissen wann und wo. Danke für eine Antwort.
Rita
@Rita:
Alle Infos dazu gibt es unter fundsachenverkauf.ch
Ich habe meinen schwarzen Filzhut im Zug 181 im 1.Klasswagen liegen glassen, am Donnerstag 29. Dezember 2011. Ich bin dankbar wenn ich diesen wieder erhalte.
Schaffhausen ab 10.09
Zürich an 10.48
Verlust 25.2.2012, Zug Basel-Biel(Speisenwagen), Abfart Basel 19:04-Biel 20:13
Plastic mappe mit info untelagen, auf eine Seite muss meine adresse sein:
Joe(Josef) Vorlik Seevorstadt 42, postfach 1818, 2501 Biel