Bye bye Suuuuuuuurprise!

von Andreas Hobi am 11. Oktober 2008 · 26 Kommentare

Surprise – Ein Strassenmagazin, welches Menschen in sozialen Schwierigkeiten Hilfe zur Selbsthilfe bietet und ihnen die Möglichkeit gibt, ein paar zusätzliche Franken einzunehmen. Eine tolle Sache, finde ich! Damit verlieren die Verkäufer den Kontakt zur Arbeitswelt nicht ganz und erhalten eine sinnvolle Beschäftigung.

Mit einer Auflage von zweimal monatlich 27’000 Exemplaren (gem. Website) ist Surprise die grösste Strassenzeitung der Schweiz. Ein Viertel der Hefte wird in Bahnhöfen verkauft; und genau hier liegt das Problem.

Bahnkunden der SBB haben sich beim Kundendienst beschwert. Vermutlich jedoch nicht über das Strassenmagazin an und für sich und bestimmt auch nicht über die Verkäufer. Viel eher liegt die Problematik an den Verkaufsmethoden.

Das Strassenmagazin Surprise wird nicht still und leise verkauft, wie die Magazine in den Kiosken oder die durch Kolporteure verteilten Gratiszeitungen, sondern mit einem enorm lauten Geschrei. Immer wieder muss ich das in Bahnhöfen wie Zürich, Bern oder Basel miterleben. Das nervt gewaltig!

Wenn man – um einfach mal ein Beispiel zu nennen – in Zürich von der Bahnhofsstrasse her in die Unterführung geht und dann die Rolltreppen in Richtung grosse Halle nimmt, hört man es schon von weit her:

“Suuuuuuuuuuuuuuurpriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiise!!!!!!!!!!!!!!!! Suuuuuuuuuuuuuuurpriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiise!!!!!!!!!!!!!!!! Suuuuuuuuuuuuuuurpriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiise!!!!!!!!!!!!!!!!”

Kein Wunder, ärgern sich viele Kunden über dieses Geschrei. Das Strassenmagazin Surprise wäre mir viel sympathischer, wenn sie sich diskreter und zurückhaltender verhalten würden. Ein guter Verkäufer muss nämlich gar nicht schreien, um seine Produkte an den Mann und an die Frau zu bringen. Ein gutes Produkt würde vollkommen reichen.

Dass man ohne Geschrei, dafür aber mit einem sympathischen Lächeln, einer positiven Ausstrahlung und einer gepflegten Erscheinung durchaus auch viele Magazine verkauft, zeigt dieses Video sehr gut:

Auch wenn das Video teilweise gestellt ist, zeigt es doch gut, dass man mit einem freundlichen Auftreten viel erreichen kann.

Die Macher von Surprise erklärten die Verhandlungen mit der SBB in einer Pressemitteilung gestern für gescheitert. Die SBB hingegen kommunzierte, dass die Gespräche durchaus noch weitergeführt werden.

Ich kann den Surprise-Leuten nur den Rat geben, von jetzt an konstruktiv mit der SBB zusammen zu arbeiten. Denn mit der voreiligen Medienmitteilung haben sich die Macher des Heftes gar keinen Gefallen getan. Sympathie-Punkte holten sie sich damit mit Sicherheit nicht. Doch genau dies wäre wichtig, wenn sie ihr Blatt weiterhin in Bahnhöfen verkaufen möchten.

Es wäre sicherlich ratsam, den Verantwortlichen bei der SBB zu versprechen, inskünftig nicht mehr so in der Gegend herum zu schreien und sich zivilisierter zu verhalten. Auf diese Weise würde sich bestimmt eine Lösung finden.

Ausserdem zeigt sich bei der aktuellen Situation, dass die Führung von Surprise einen kapitalen Fehler gemacht hat; genau den Fehler, welchen auch diverse Anleger immer und immer wieder begehen: Sie haben alles auf eine Karte (in diesem Fall ist damit der Bahnhof-Verkauf gemeint) gesetzt. Fällt dieser Kunde / Verkaufsort weg, ist die Existenz des Unternehmens bedroht. Es wäre also ratsam, parallel zu den Verhandlungen mit der SBB nach alternativen Verkaufslokalitäten Ausschau zu halten. Fragt bei grossen Einkaufscenter nach, bei Firmen mit grosser Kundenfrequenz, bei Städten, etc. Und falls ihr dort nur Absagen erhält, überlegt mal, woran das eventuell liegen könnte.

Persönlich hoffe ich, dass Projekte, welche sich ernsthaft für benachteiligte Personen engagieren, weiterhin bestehen bleiben. Falls Surprise auch zu jenen Projekten gehört (manche sagen, dies sei so, andere sagen, die Surprise-Macher seien nur auf den eigenen Profit aus und würden die Verkäufer ausbeuten), wünsche ich dem Heft eine erfolgreiche Zukunft und positive Verhandlungs-Ergebnisse.

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Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

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John Oktober 11, 2008 um 16:16

Bitte etwas sachlicher zu SURPRISE kommentieren.
Kürzlich hast Du in einem andern Artikel geschrieben Du seiest nur selten in Bern und in diesem Artikel schreibst Du “…sondern mit einem enorm lauten Geschrei. Immer wieder muss ich das in Bahnhöfen wie Zürich, Bern oder Basel miterleben. Das nervt gewaltig!”
Ich kann mich nicht an schreiende SUPRISE-Verkäufer in Bern erinnern, obwohl ich dort mehr oder weniger regelmässig an diesen Verkäufern vorbei gehe!
Aber eben, viele Schreiberlinge nehmen es nicht so genau mit der Wahrheit wenn sie ein Ziel haben!
Schäm di!

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Loner (rbde565.ch) Oktober 11, 2008 um 16:25

Ja, die Formulierung mit dem enorm lauten Geschrei ist etwas hoch gegriffen. Ich habe zwar während der vergangenen zwei Jahre in Bern auch öfter einen etwas lauteren Surprise-Verkäufer gesehen und gehört (meist vor dem Migros-Takeaway mit einem Suisse-Schal um den Hals), aber der war nicht ohrenbetäubend laut. Somit kann man das Ganze nicht als Geschrei bezeichnen.

Klar, es gibt gute und schlechte Beispiele und viele Leute werden sich gestört fühlen, doch ich habe letztes Jahr im Winter mal einer wirklich netten und zurückhaltenden Frau auf der Welle eine Ausgabe abgekauft und noch etwas über den Verkaufspreis bezahlt. Dies aus dem simplen Grund, dass sie überhaupt nicht aufdringlich war und ich an diesem sehr kühlen Tag kurz vor Weihnachten Mitgefühl mit ihr hatte.

Man kann über Surprise geteilter Meinung sein, ich fände es aber schade, wenn das Magazin seinen Betrieb aufgeben müsste.

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mds Oktober 11, 2008 um 16:33

Seit der Gründung hätten mehr als 2.700 Menschen bei «Surprise» eine Arbeit gefunden. Sie hätten insgesamt über 2,5 Millionen Magazine abgesetzt und seien dafür fast 625.000 Stunden auf der Strasse gestanden. Heute verkauften jeden Monat gegen 150 Menschen in und um Basel, Zürich, Bern und St. Gallen «Surprise» und setzen dabei rund 27.000 Magazine ab.

… angesichts der tiefen Verkaufszahlen (sechs Verkäufe pro Tag und Verkäufer) verstehe ich, dass einige «Surprise»-Verkäufer versuchen, deutlicher auf sich aufmerksam zu machen. In den SBB-Bahnhöfen ist mir «Surprise» allerdings noch gar nie aufgefallen, schon gar nicht negativ. Dafür frage ich mich bei einigen Läden, wieso sie «Surprise»-Verkäufern erlauben, den Eingangsbereich in Beschlag zu nehmen.

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Andreas Hobi Oktober 11, 2008 um 16:44

@ John:
Die Aussage “immer wieder” bezieht sich nicht nur auf den Bahnhof Bern, sondern auf die Grossbahnhöfe in ihrer Gesamtheit.

Dennoch denke ich, dass mein Artikel durchaus ausgewogen ist. Ich habe geschrieben, dass die Idee an und für sich lobenswert, die Umsetzung jedoch nicht in jedem Fall als gelungen zu bezeichnen ist. So gesehen schätze ich meinen Text als sachlich genug ein; im Gegensatz dazu steht der erste Kommentar zu diesem Artikel…

@ Loner:
Ja, das wäre sehr schade, wie ich im Artikel auch schon erwähnte. Umso wichtiger fände ich es, wenn sich SBB und Surprise auf gewisse Rahmenbedingungen einigen könnten.

Über die Lautstärke kann man sich streiten; nicht jeder empfindet eine bestimmte Zahl an Dezibel als “laut”. Fakt ist einfach: Es gab Kundenreaktionen, und anscheinend in einer solch hohen Zahl, dass sich die SBB zum Handeln gezwungen sah.

@ mds:
Liegt Bereich vor dem Eingang eventuell auf öffentlichem Boden? (Trottoir etc.) Wenn ja, wie stark dürfen die Geschäfte sich dann einmischen, wenn es um Verbote geht? (Egal, ob es dabei um Surprise oder Musikanten geht.)

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Christian Hauser Oktober 11, 2008 um 17:00

In Bern ist mir das Geschreie auch schon mehrere Male auf den Wecker gegangen. Wenn man telefoniert und lauter schreien muss als der Verkäufer, damit der andere einem versteht, ist doch recht nervig. (Und hat als Nachwirkung so ein unangenehmes Kratzen im Hals… :)

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Peter Oktober 11, 2008 um 21:37

Ich kenne etliche Standorte von Surprise-Verkäufern in Zürich und habe dort noch nie jemanden schreien gehört.

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Andreas Hobi Oktober 11, 2008 um 22:46

@ Peter:
Wie man der SBB-Medienmitteilung entnehmen kann, fühlen sich viele Bahnkunden (im Gegensatz zu Dir) von den Verkäufern belästigt. Und für die SBB gilt hier wie für andere Unternehmen auch: Feedback der Kunden sollte man – sofern es geht – ernst nehmen.

Es mag also sein, dass Du die Verkäufer nie gesehen oder gehört hast. Andere sind jedoch durchaus mit ihnen in Kontakt gekommen. (Zumindest akustisch.)

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Martin Oktober 12, 2008 um 11:31

Ich bin seit Jahren Bahnpendler zwischen Basel, Bern und Zürich und komme täglich an den Verkäufern vorbei. Sie haben alle ihre eigenen Verkaufsmethoden; die Zahl, die lautstark auf sich aufmerksam macht, ist allerdings nur ein kleiner Teil. Und der Verkäufer aus Bern (Vor dem Migros-Takeaway) schreit wirklich beim besten Willen nicht.

Als sonst zufriedener SBB-Kunde bin ich über den Entscheid, die Surprise-Verkäufer aus dem Bahnhof entfernen zu wollen, schon ziemlich enttäuscht. Nicht weil ich die Zeitung nicht andernorts kaufen könnte, sondern weil die Bahnhöfe öffentliche Orte und urbane Zentren sind, die neben ihrer Funktion als Dienstleistungsumschlagplätze der SBB noch ganz viele andere Funktionen ausüben. Nicht umsonst gibt es ja auch die Trennung zwischen dem Gleisbereich und dem städtischen Bereich des Bahnhofs.

Dass die SBB hier die “Beschwerden” der Kunden berücksichtigen und die Bahnhöfe zunehmend von irgendwelchen unerwünschten Elementen säubern will, ist schon etwas peinlich. Du als Kondukteur müsstest doch eigentlich am Besten wissen, über welchen Firlefanz sich Kunden alles beschweren. Dabei ist Suprise ein äusserst kontinuierliches Angebot im Bahnhof – die VerkäuferInnen sind oft an den selben Stellen, sie drängen sich nie auf, sind stets anständig und oft haben sie auch Humor (Bern!). Sie tun dies seit Jahren – und das wichtigste: sie verrichten eine Arbeit, sie betteln nicht.

Ich hätte von der SBB erwartet, mit Surprise Gespräche aufzunehmen, um gemeinsam über die Verkaufsmethoden und deren Grenzen eine Vereinbarung zu treffen, die dann für die auch VerkäuferInnen verbindlich sind. Was den “kapitalen Fehler” bezüglich des Verkaufsstandortes Bahnhof betrifft, bist du wohl falsch informiert. Surprise wird an zahllosen Stellen in den Städten verkauft; die VerkäuferInnen am Bahnhof gehören zu den “Besten” und besetzen äusserst privilegierte Verkaufsplätze. Nicht jeder Surprise-Verkäufer darf im Bahnhof verkaufen – ganz im Gegenteil. Gerade deshalb wäre ich überzeugt, dass diese VerkäuferInnen auch bereit sind, mit den SBB eine konstruktive Vereinbarung zu treffen, um ihre Plätze behalten zu dürfen.

Die VerkäuferInnen aus dem Bahnhof entfernen zu wollen, um besser telefonieren zu können, kann ja wohl nur ein Witz sein. Dann sollte ich mich vielleicht auch mal beschweren, wenn sich nach dem nächsten Eishockeymatch eine gröhlende Meute durch den Bahnhof brüllt. Da kannst du das Telefonieren vergessen, und dann ist’s nicht nur einer, sondern hunderte. Aber das sind ja anständige Bahnkunden, die nur ein wenig besoffen sind und Spass haben; im Gegensatz zu den Surprise-Verkäufern, die freiwillig, tagein tagaus, dort stehen, um ihr Magazin zu verkaufen…

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Michael Schmocker Oktober 12, 2008 um 12:19

Ich schliesse mich der Meinung von Martin an. Mir ist in der Schweiz nie ein Surprise-Verkäufer negativ aufgefallen – eher im Gegenteil.

Übrigens auch hier in Köln – es gibt hier ein ähnliches Projekt – geschieht der Verkauf eher leise und unspektakulär. Man wird in der Regel persönlich angesprochen ob man nicht eine Zeitung kaufen wolle. Das geschieht allerdings ausserhalb der Bahnhöfe in der Fussgängerzone oder in der Stadtbahn. Im Bahnhof habe ich bei uns noch nie solche Verkäufer gesehen.

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Peter Oktober 12, 2008 um 18:20

Wenn ich hier die Kommentare lese, habe ich den Eindruck es gäbe gerade ein oder zwei Schreihälse unter den Surprise-Verkäufern. Sie sollen nun als Vorwand dienen, um die Verkäufer aus den Bahnhöfen zu drängen.

Ob die SBB das optische “Geschrei” im HB-Zürich entfernen wird, wenn ich mich darüber beschwere? Ich meine damit vorallem den grossen LED-Bildschirm und die penetranten Rollplakate.

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Andreas Hobi Oktober 12, 2008 um 19:25

@ Peter:
Ich gehe davon aus, dass die SBB sicher darüber nachdenken wird, wenn sich viele Bahnkunden über diese Art von Werbung beim Kundendienst beschweren.

@ Martin:
Betreffend deiner Aussage:

“Dass die SBB hier die “Beschwerden” der Kunden berücksichtigen und die Bahnhöfe zunehmend von irgendwelchen unerwünschten Elementen säubern will, ist schon etwas peinlich.”

Sonst wird auch immer von der SBB verlangt, dass sie auf die Kundenwünsche, und Kundenreklamationen eingeht. Kaum tut sie das, ist es auch wieder nicht recht. Sowas nennt man schizophren, oder nicht?

Die SBB als Unternehmen muss, wie alle anderen Firmen auch, die Kundenreaktionen berücksichtigen und allfällige Konsequenzen ziehen. Wenn die Kunden die Surprise-Verkäufer loben, wird die SBB sie nicht verbieten, wenn sich die Kunden darüber beschweren, sucht die SBB das Gespräch. So läuft es in fast allen Unternehmen.

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pattex Oktober 12, 2008 um 20:36

….da wird wieder einmal mit Kanonen auf Spatzen geschossen.ein bis zwei Tage pro Monat sind die Verkäufer am Bahnhof,aber bestimmt jeden zweiten
Tag ist irgend eine Promotions Equipe an einer Unterführung. Sei es eine Umfrage oder ein Abo für igend einen Sch….Bin froh wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre…..

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Sandra-Lia Oktober 12, 2008 um 22:35

hm, die wollten von mir schreiben, daraus wird wohl nu nichts mehr

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Andreas Hobi Oktober 12, 2008 um 22:49

@ Sandra-Lia:
Naja, das Surprise geht ja nicht unter. Einzig über den Verkauf in den Bahnhöfen wird diskutiert. Insofern würde ich mir da keine Sorgen machen. ;)

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Martin Oktober 13, 2008 um 00:03

Zur “Schizophrenie”: Die SBB sollte über klare Firmenwerte verfügen, die im Betrieb umgesetzt werden (Die sich natürlich im Grossen und Ganzen an den Kundenbedürfnissen orientieren). Aber die SBB soll sich an Kundenbedürfnissen, nicht an Kundenbeschwerden orientieren…

Habe soeben noch die offizielle SBB-Medienmitteilung gelesen. Da steht, dass derzeit “sämtliche Promotionsaktivitäten” an Bahnhöfen überdacht werden. Das klingt schon sachlicher, denn – wie Pattex sagt – wenn schon mehr Ordnung herrschen soll, dann müssten eigentlich auch mal die nervigen NeuerKaugummiPromoterinnen, Cablecomkunden-”berater”-Innen, KamblyGüetziVerteilerInnen Platz machen…

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Sandra-Lia Oktober 13, 2008 um 10:48

haja, mal sehn, mal sehn.

:)

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RAFF Oktober 13, 2008 um 15:46

Was für Kunden haben sich den beschwert? Die gleichen Kunden der 1. Klasse die sich darüber beschweren, dass Leute der 2. Klass durch die Wagen der 1. Klasse laufen um in die 2. Klasse zu gelangen? (Ich bin eh der Meinung, dass man die 1. Klasse abschaffen sollte. Das würde die Kapazität der SBB erhöhen).
Die Leute von Surprise gehören zu unserer Gesellschaft und es tut uns allen gut, sie nicht zu verleugnen. Auch die SBB muss Platz für solche Leuten haben.

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mds Oktober 13, 2008 um 17:39
fredy32 Oktober 13, 2008 um 18:30

Das agressive Verkaufverhalten der verschiedensten Unternehmen in den Bahnhöfen gehen mir schon lange auf die Nerven.Sie grenzen oft an Nötigung. Die SBB möchte überall Kasse machen und das müssen wir als treue Bahnkunden offenbar erdulden.
Beschämend finde ich für die SBB, dass das Strassenmagazin Surprise in den Bahnhöfen nicht mehr zugelassen werden sollen.
Surpise das Strassenmagazin einer Randgruppe ist vielleicht unbequem, weil es uns daran erinnert, dass es in unserer Gesellschaft Benachteiligte gibt. Diese fordern von uns Solidarität und das ist gut so.

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Sascha Oktober 13, 2008 um 19:55

Der Verkäufer in Bern (Migros Take Away) scheint ja richtig Kult zu sein. Aber was am Verkauf störend sein soll kann ich beim besten Willen nicht verstehen. In einem Bahnhof gerade auch Bern ist die Hektik ziemlich normal, wer Ruhe braucht ist in einem Bahnhof definitiv am falschen Ort.

Ist wohl nicht wirklich schwer herauszufinden wer sich beschwert hat:

Die Kunden der 1. Klasse die sich über die Leute aus der 2. Klasse ärgern welche keinen Platz haben und mit den Vorräumen vorlieb nehmen müssen…

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Florian Oktober 14, 2008 um 14:28

Zürich, Bern und Basel frequentiere ich nicht häufig. Hier in Luzern bin ich täglich und die wenigen Strassenzeitungsverkäufer fallen nicht auf.
Was mich hier regelmässig zur Weissglut treibt sind eher die “guten Verkäufer” von Cablecom, NSB, Tele2, und wie sie alle heissen.
Man kann den Kopfhörer tief in die Ohren gebohrt haben, einen desinteressierten Gesichtsausdruck drauf haben, aber die labern einen trotzdem an. Und das regelmässig. Aber an denen verdienen die Railcities ja.
Wie siehst in Zürich eigentlich mit den frühmorgendlichen Tagi- und NZZ-Verkäufern aus? Die hab ich eher als laut in Erinnerung.

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Andreas Hobi Oktober 14, 2008 um 14:38

@ Florian:
In der Medienmitteilung der SBB (sowie in einigen Medienberichten) ist die von dir indirekt gestellte Frage, was mit den anderen Verkäufern sei, bereits beantwortet: Die SBB denkt über alle Promotions- und Verkaufsaktionen nach, nicht nur über einzelne Magazine. Und ich denke, das Resultat wird schon sein, dass wir schlussendlich in den Bahnhöfen weniger von Verkäufern und Promotern belästigt werden.

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Christian Hauser Oktober 14, 2008 um 18:07

Laut den Nachrichten von DRS3 (18Uhr) hat der Verlag ein Abkommen aushandeln können, welches besagt, das Surprise auch weiterhin verkauft werden darf. Allerdings unter gewissen Rahmenbedingungen, welche mir aber nicht bekannt sind…

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Andreas Hobi Oktober 14, 2008 um 19:22

Voila, geht doch! Freut mich zu hören! Also konnten sich beide Seiten nochmals einigen. Die SBB war ja von Anfang an gesprächsbereit; Surprise hat ein wenig überreagiert. Finde es schön, dass sie sich beruhigt haben und zur Vernunft gekommen sind.

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fredy Oktober 14, 2008 um 19:53

Nein, lieber Andreas Surprise hat nicht übereagiert,sondern geschickt die PR Karte ausgespielt.Die ganze Aktion ist kein Ruhmesblatt für die SBB.Ich bin einverstanden, dass man die kommerzielle Nutzung der SBB Flächen in den Bahnhöfen neu regelt, aber bitte nicht mit den Schwächsten beginnen.

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