Die SBB und die Finanzkrise

von Andreas Hobi am 9. Oktober 2008 · 15 Kommentare

“Das Leben geht trotz Krise weiter. Konsumenten buchen Ferien, kaufen Fernseher und Autos, tanken Benzin. Wie immer.”

Zu diesem Schluss jedenfalls kommt Andreas Valda in seinem Newsnetz-Artikel “Konsumenten stecken Finanzkrise locker weg”.

Doch welche Auswirkungen hat die Finanzkrise auf die SBB? Diese Frage stellte ich mir schon vor einigen Wochen. Zu Beginn der weltweiten Finanzkrise ging ich davon aus, dass die SBB durchaus auch profitieren könnte. Denn bei solchen Ereignissen steigen die Rohstoff-Preise im Normalfall. Damit auch das Benzin, was zu einem sehr starken Umsteigen vom Auto auf den öffentlichen Verkehr führen könnte.

Nun liegt die Bedeutung hier auf dem Begriff “im Normalfall”. Denn normal ist bei der jetzigen Situation rein gar nichts mehr. Die Börse verhält sich momentan so was von irrational, das ist unglaublich: Es ist zwar richtig, dass viele Rohstoffe im Wert stiegen, allen voran das Gold. Doch die Rohölpreise machten etwas (zumindest für mich) völlig unerwartetes: Sie sanken. Und sie befinden sich nach wie vor im Sinkflug, wie man auf diesem Bild erkennen kann:

Bald schon sind wir wieder auf dem Stand vom Oktober 2007. Scheint also nicht so, dass die SBB von grossen Benzinpreiserhöhungen profitieren könnte.

Nächster Gedanke: Vielleicht habe ich mich getäuscht, und die SBB profitiert nicht von der Finanzkrise, sondern hat selber mit den negativen Auswirkungen deren zu kämpfen: Unter Umständen geben die Leute weniger Geld aus, sparen, und fahren deshalb in ihrer Freizeit weniger oft Zug.

Doch auch dies ist ein Irrtum, wie mir der oben erwähnte Artikel zeigte. Von Valda auf die Krise angesprochen, gab SBB-Sprecher Roland Binz bekannt: Die Zahl der Stammkunden (Abo-Besitzer) nimmt weiter zu. Und auch bei internationalen Reisen sei der Trend eher steigend.

Kann es also sein, dass die Finanzkrise den Otto Normalverbraucher gar nicht so arg trifft, dass nur Firmen und Schuldner / Kreditnehmer darunter zu leiden haben? Man könnte es meinen.

Gemäss Andreas Valda konsumieren die Schweizer weiterhin fleissig: Sie verreisen in die Ferien, kaufen Produkte der Luxuslinien von Migros & Coop ein und leisten sich Elektronik-Produkte. “Stimmt!”, schiesst es mir durch den Kopf. Ich selber habe ja am Samstag selber auch ein neues TV-Gerät für 1’399 Franken angeschafft. Trotz Finanzkrise. Und mein (restliches) Geld liegt nach wie vor bei der Raiffeisenbank und nicht bei mir unter dem Kopfkissen. Ausserdem habe ich keine Sekunde lang gedacht, dass mein Geld unsicher sein könnte.

Klar: Firmen, KMU, private Unternehmer und andere Personen und Organisationen, welche auf Kredite angewiesen sind, haben es jetzt schwerer. Ebenso die Banker, welche jahrelang dicke Boni einkassiert haben. Die müssen sich jetzt mit einem Mercedes zufrieden geben, weil es für den Ferrari nicht mehr reicht. Aber wir “normalen Leute” sollten uns keine allzu grossen Sorgen machen. Die paar Aktien in unserem Depot werden irgendwann bestimmt wieder steigen und auch unseren Pensionskassen (die zur Zeit zu kämpfen haben, besonders bei der SBB) dürfen sich mit Sicherheit auch auf bessere Zeiten freuen. Denn diese besseren Zeiten werden kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. ;-)

Mein Rat: Denkt positiv, lest so wenige Zeitungsartikel über die Finanzkrise wie möglich, gebt euer Geld weiterhin fleissig aus, konsumiert viel und fahrt täglich Zug! Die Welt ist viel besser als sie laut den Medien zu sein scheint und um euer Geld braucht ihr euch mit Sicherheit keine Sorgen zu machen (solange ihr nicht bei der UBS seid).

Nehmt euer Leben so, wie dieses Baby hier (always with a big smile!): ;-)


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Christian Hauser Oktober 9, 2008 um 17:19

Auch wenn überall von der Finanzkrise die Rede ist, genau wie du habe ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, ob mein Geld nun sicher ist.

Ich werde weiterhin per e-Finance mein Geld vom sog. “Sackgeldkonto” auf mein “Sparkonto” überweisen, sollte ich mal ein paar Fränkli zuviel auf dem Sackgeldkonto haben…

Ach übrigens: Einen schönen Fernseher hast du dir da aber geleistet! Bist du zufrieden damit?
(Bis ich soviel Geld habe, um mir ein solches Teil zu kaufen, muss ich noch eine Weile warten…)

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Andreas Hobi Oktober 9, 2008 um 17:51

SEHR zufrieden! Ist schon ein riesiger Unterschied vom vorherigen TV (20 Zoll) zum jetzigen; der Durchmesser ist zwar nur doppelt so gross, doch die Fläche vergrössert sich damit auf das vierfache.

Vorallem bei den Breitbild-Sendungen fühlt man sich jetzt wie “mittendrin”. Noch besser wäre das Erlebnis natürlich, wenn ich HD-Inhalte empfangen würde. :)

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Christian Hauser Oktober 9, 2008 um 19:41

Empfängst du denn kein HD suisse? ^^

Gut, ich muss zugeben, wir auch nicht… Wir gehören noch zu denen mit den Röhrenbildschirmen. =)

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Andreas Hobi Oktober 9, 2008 um 19:45

HD Suisse und Co kann man doch nur via Settop-Box von Cablecom oder Bluewin TV empfangen, oder sehe ich das falsch?

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Christian Hauser Oktober 9, 2008 um 20:10

Oder per HD-Settop-Box der das Digi-TV / Satellitensignal entschlüsseln kann

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mds Oktober 9, 2008 um 22:05

Wieso sollte der Ölpreis bei sinkender Nachfrage steigen?

Wer halbwegs schlau ist, gibt sein Geld aus, denn Sparen lohnt sich schon lange nicht mehr, weil man keinen Realzins erhält. Nun kommt noch das Risiko hinzu, dass die eigene Bank zugrunde geht … und keine Sorge, die Krise schlägt früher oder später überall durch, zuerst durch noch höhere Inflation, allenfalls bis hin zur Hyperinflation, danach durch Rezession der gar Depression.

Und was die SBB betrifft, so verlässt man sich bekanntlich auf Subventionen und andere staatliche Leistungen, Beispiel Pensionskasse …

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Andreas Hobi Oktober 9, 2008 um 22:07

@ Christian Hauser:
Naja, so oft schau ich mir nun auch keine HD-Sendungen an, als dass sich eine Anschaffung lohnen würde. Wenn dann aber mal eine Mehrheit der TV-Sendungen in HD-Qualität gesendet wird, könnte sich die Anschaffung lohnen.

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Christian Hauser Oktober 10, 2008 um 08:35

Das soll ja – laut dem Schweizer Fernsehen – schon ab 2012 der Fall sein…

Obwohl… Dann brauchen die ja viel mehr Schminke z.B. in der Tagesschau, damit man jaaa keine Fältchen sieht :)

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Andreas Hobi Oktober 10, 2008 um 09:18

Ich habe mir den HD-Podcast von SF abonniert (http://www.sf.tv/podcasts/feed.php?docid=hd). Dort erhält man schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das HD-Erlebnis. :)

(Vorausgesetzt, man hat einen grossen Computer-Bildschirm.)

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Sandra-Lia Oktober 10, 2008 um 15:51

haja, dass kommt noch. Das Boese Erwachen. Da bin ich mir sicher. Denn eins ist klar, sollte es so weiter gehen, werden die Kunden ihr geld abziehen. Byebye UBS. Post ist ja eh Bund, und wenn der Konkurs geht, haben wir bestimmt ganz andere Probleme.

Und Raifaisen ist halt Genossenschaft.

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Andreas Hobi Oktober 10, 2008 um 16:40

Wie kannst du immer nur so negativ denken. :) *Chunt scho guät!”

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Sandra-Lia Oktober 13, 2008 um 10:51

Lebenserfahrung, die entsprechend ist. Und das Wissen, dass dieses Optimistische Denken auch dazu geführt hat, dass die Welt so ausschaut, wie sies tut. Wäre man Realistisch, so wie ich, dann ist man stets gewarnt, und Vorsichtig. Als Optimist nicht.

Das hat nichts mit Negativ Denken zu tun, sondern mit Purem Realismus

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Martin Oktober 13, 2008 um 13:42

Die Konsumenten stecken die Finanzkrise locker weg, solange sie glauben, ihr Geld sei sicher. Dabei versteht eigentlich kaum jemand die komplexen wirtschaftlichen Zusammenhänge zwischen den grossen Banken und damit, wie ihr angelegtes Geld kapitalisiert ist…

Wenn eine Bank aufgrund der Talfahrt der Börsenkurse oder dem Bankrott anderer Banken aber plötzlich viel Geld verliert (Siehe UBS), und selbst ins Trudeln gerät, und damit Negativschlagzeilen macht, und die Konsumenten dann alle ihr Geld von den vermeintlich unsicheren Konti abheben wollen, gibt’s erst richtige Probleme. Dann kommt es, dass Bankkonti gesperrt werden; einer Bank aufgrund eines plötzlichen Liquiditätsanspruchs das Geld ausgeht und dann (Seht euch die Reaktionen von Bankenkunden der isländischen Kaupthing an) sind alle schockiert und niemand hätte damit gerechnet und niemand wurde “vorab informiert”.

Will heissen, dass naiver Optimismus vielleicht nicht gerade das richtige ist, Panik aber sicher auch nicht. Für ein geringes Risiko sollte man sein Geld wohl einfach möglichst diversifiziert anlegen.

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Martin Oktober 13, 2008 um 13:48

Ausserdem, bis die Finanzkrise die reale Schweizer Wirtschaft, bzw. den hiesigen Arbeitsmarkt (V.a. Export) und damit den schweizer Konsumenten betrifft (Falls überhaupt) wird dies ja wahrscheinlich noch etwas dauern…

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Sandra-Lia Oktober 24, 2008 um 11:16

ja, stimmt, die Grossen Firmen haben Kurzarbeit verkündet, und stehen auch nicht mehr so gut da, wie auch schon.

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