Feierabend-Bier bei Elvetino

Vor nun doch schon über einem Jahr brachte das Bahn-Catering-Unternehmen Elvetino zusammen mit Cecchetto / Lavazza eine weltweit völlig neue mobile Kaffeemaschine auf den Markt. Aus den Kundenreaktionen schliesse ich, dass der Kaffee seither deutlich besser geworden ist.
Nun folgt der nächste Streich der Elvetino: In Zusammenarbeit mit der niederländischen Brauerei Heineken soll ab Ende Oktober nun Offenbier ausgeschenkt werden. Ebenfalls eine Weltneuheit! Nach meinen Informationen bietet das noch keine Eisenbahn an.
Genau so, wie es andere Bahnen inzwischen auch schon machen.
Dosenbier - das gab es schon bis anhin. Doch das Schäumchen, das gibt es nun mal nur beim Offenausschank.
Erste Versuche unternahm die Elvetino bereits während der Euro08 (Stichwort: Bierfassrucksack) und in den Oktoberfest-Zügen zwischen Zürich und München. Wie es scheint, mit Erfolg! Gemäss punkt.ch wurde dabei zwischen der Schweizer Wirtschaftshauptstadt und der bayrischen Metropole zehn mal mehr Bier verkauft als in vergangenen Jahren. Ob das nur daran liegt, dass die Reisenden die neue Bieridee mal ausprobieren wollten oder ob sie durch die Bierbar wirklich mehr Lust auf Bier hatten, entzieht sich meiner Kenntnis.
Separates, zweites Wägeli
Aus Platzgründen kann der Bier-Ausschank nicht in die bisherigen “Wägelis” integriert werden. Stattdessen gibt es eine separate zweite “Bier-und-Hotdog-Railbar”. Ja richtig gelesen, Hotdogs kann man da auch gleich kaufen. Den Hotdog erhält man für einen Fünfliber, die Stange Bier kostet CHF 5.30.
Noch wird das Bier-Wägeli nicht flächendeckend eingesetzt. In der Versuchsphase beschränkt man sich auf die Pendlerzüge, welche zwischen 17:00 und 19:00 Uhr die Städte Zürich und Bern verbinden.
Kunden zurück gewinnen
Auch wenn ich selber kein Biertrinker bin: Mir gefällt die Idee. Immer mehr Pendler holen sich ihr Dosenbier in Bahnhofsgeschäften, da das Bier dort deutlich günstiger ist als bei der Railbar. Mit dem Offenausschank jedoch kann die Elvetino ein paar dieser Leute zurück holen, denn Offenbier bieten nur wenige Verpflegungsstände in den Bahnhöfen an.
Bei den Preisen, welche die Elvetino verlangt, muss das Unternehmen innovativ bleiben und immer wieder mit neuen Angeboten überraschen. Ansonsten läuft es Gefahr, dass ihm die Kunden davon laufen.
(BTW: Das beste was einem Unternehmen passieren kann, sind natürlich Mitarbeiter wie Kwasi Nyankson!) :-)
Wie denkt ihr über das Offenbier von der Railbar? Und welche Angebote würdet ihr euch sonst noch von der Elvetino wünschen?

Sandra-Lia am 08.10.2008 um 16:26
hmm.. so ein Hotdog würd ich gern mal probieren. Der Preis scheint einigermassen Angemessen
Andreas Hobi am 08.10.2008 um 17:02
Den Hotdog würde ich auch gerne mal nehmen, einfach um zu schauen, wie die Qualität so ist. Nur leider bin ich eher selten privat auf der Linie zwischen Zürich und Bern unterwegs; erst recht nicht während der Pendlerzeit.
Daniel am 08.10.2008 um 17:06
Eine gute und interessante Idee, aber warum schenken die ausgerechnet Heineken aus?! Es gibt in der Schweiz genügend bessere Biere.
Andreas Hobi am 08.10.2008 um 17:13
Das beste Angebot kam wohl von Heineken. Ich gehe stark davon aus, dass die Elvetino auch mit anderen Brauereien in Kontakt stand.
Sandra-Lia am 08.10.2008 um 18:16
hmm.. naja, hät ich ein GA.. ^^
fredy am 08.10.2008 um 19:10
Also lieber Andreas:Das Heinecken ist in der Tat ein Bier, das in Chur von Schweizern hergestellt wird zusammen mit Calanda. Hingegen ist die Brauerei im holländischem Besitz.
Deine Loyalität zur SBB ehrt Dich, doch gibt es Deutschland in den ICE’S und IC`S seit vielen Jahren Bier ab dem Fass.Bei den OeB und sogar bei den ungarischen EC Zügen auch.
Das erste Mal hast bin ich von Dir überrascht, dass Du einmal etwas nicht weisst. (smile)
Noch etwas lieber Andreas: Das Kapital einer guten Firma sind nicht nur die zufriedenen Gäste die leider immer weniger werden sondern die Mitarbeiter. Die machen einen sehr unzufriedenen Eindruck. Oft spreche ich mit diesen Leuten und ich habe fast durchwegs nur Klagen gehört.
Vor vielen Jahren bediente mich an einem Wäggeli
ins Tessin Suad Zadok der GD der altehrwürdigen SSG. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er mir, er müsse jeden Job in seinem Unternehmen kennen und den Job richtig bewerben zu können.Natürlich liebten ihn seine Mitarbeiter. Auf meinen Vorschlag hin wurde Zadok mit roten Rose der Schweizer Illustrierte (SI) zurecht ausgezeichnet.
Gute Ideen gibt es genug: Die DB hat sie: Von Kassel bis Göttingen zum Beispiel steigen im Winter junge Leute in den ICE und verkaufen warme Bretzel und im Sommer Mövenpick Eis.Das selbe Prinzip wird auf anderen Strecken verwendet.
Ich könnte nich unzählige andere Beispiele nennen,die belegen, dass das Elvetino Managment under der Führung von Yvo Locher schlicht unfähig ist.
Ich benütze die Elvetino nur noch als Notlösung, denn Preis Leistung stimmen schon lange nicht mehr.
ubuntubru am 08.10.2008 um 22:24
ach, die wägeli gibt es noch… schon lange keines gesehen.
Andreas Hobi am 08.10.2008 um 22:41
Ja, die gibt es noch. Aber auch nicht mehr auf allen Zügen.
Christoph am 08.10.2008 um 22:45
Elvetino? Betreiben die nicht die gewöhnlich unbedienten, sprich geschlossenen, Speisewagen? ;)
Snubnose am 08.10.2008 um 23:18
Tönt unglaublich gut, 10 x mehr Bier-Umsatz dank der neuen Installation. Ich muss diese Aussage aber leider sehr stark anzweifeln und in Frage stellen. Oder: hat elvetino in den letzten Jahren einfach sooo miserabel gewirtschaftet, dass ein solcher Quantensprung möglich ist … (?) Angesichts der vielen Management-Fehlern eine durchaus plausible Erklärung für den krassen Anstieg.
Ich habe knapp 10 Jahre in der Bahngastronomie gearbeitet, unter anderem auch mit der Minibar an der „Front“. Mit dem komplizierteren/längeren Ausschenkvorgang kann man schlicht nicht mehr Bier verkaufen, als man es noch vor einigen Jahren tat. Die wenig anspruchsvollen Gäste in den Zügen während des Oktoberfests legen nicht viel Wert auf gepflegten Service, sondern bevorzugen es, wenn sie das Bier möglichst schnell und in gekühltem Zustand in ihrer Hand halten können. Einen Plastikbecher dazu? Bei den meisten eine Fehlanzeige. So kam es nicht selten vor, dass man 4-6 Biere (für eine Gruppe) auf einen Schlag verkaufen konnte, das Geschäft somit in 1-2 Minuten über die Bühne ging und man sich den nächsten durstigen Seelen annehmen konnte. Einmal ist es sogar vorgekommen, dass ein Mann zur „Auffüllstation“, dem Depot der Minibar kam und für seine Truppe gleich einen Karton von den grossen Bieren kaufte: sprich 24 x Fr. 5.90 = Fr. 141.60. Da können die bemitleidenswerten elvetino-Mitarbeiter eine Weile am Zapfhahn stehen, bis sie einen solchen Umsatz erreichen …
Solche fantastischen Wachstumszahlen präsentierte Hr. Locher (CEO) übrigens schon bei der Lancierung der mobilen Kaffeemaschinen. Das gleiche Bild dort: Mit den Thermoskannen (Okeee, der Kaffee war nicht weltklasse aber halt einfach das Optimum) konnten zw. Zürich und Bern (damals 75 Min.) ohne weiteres 90 Becher verkauft werden. Bei den Lavazza-Geräten dauert ein Kaffee zwischen 1,5 und 2 Minuten. Auf Strecken wie Chur - Zürich, wo es nur 1 „Wägeli“ hat, sind die Reisenden in der 1. Klasse erfreut über den guten Kaffee, doch die „Zweitklässler“ haben oft das Nachsehen …
Zudem kann ich die Aussagen betr. elvetino von Fredy (Kommentar 6) nur unterstreichen. Die Geschichte, dass Hr. Sadok vor seinem Stellenantritt als Direktor bei der Schweiz. Speisewagen Gesellschaft (SSG) in allen Arbeitsbereichen Erfahrungen sammelte und die verschiedenen Schichten von A bis Z durchzog - ohne das Wissen der anderen Mitarbeitenden nota bene -, ist legendär. Ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass die Wertschätzung den Angestellten gegenüber und somit die Zufriedenheit der Leute an der Front damals bestimmt zehnmal höher war!
Andreas Hobi am 08.10.2008 um 23:31
@ Snubnose:
Überprüfen kann ich die Zahlen natürlich nicht. Aber so ein Zapfhahn weckt halt schon die Aufmerksamkeit; und so wäre es doch vorstellbar, dass der eine oder andere Gast statt seinem “Stammgetränk” eine Stange Bier zapfen liess.
Oder aber es wurden dieses Jahr auf der Oktoberfest-Strecke mehr Minibars eingesetzt. Auch so kann man den Umsatz steigern.
Snubnose am 08.10.2008 um 23:50
Tja, da hast du natürlich Recht. Und: schön, dass du noch an das Gute in dieser Firma glaubst …
Doch so wie ich die Gegebenheiten kenne (bin noch im Kontakt mit elvetino-Angestellten), kann ich mir schlicht und einfach nicht vorstellen, dass diese Zahlen etwas mit der Realität zu tun haben.
So, jetzt doch noch ‘was positives: Das ganze ist ja doch einigermassen innovativ und sollte von dem her begrüsst werden. Dass es sich durchsetzen wird, glaube ich jedoch nach wie vor nicht. Natürlich werde aber auch ich bei Gelegenheit Fr. 5.30 für Bier und “Gwunder” bezahlen, zuzüglich einem anständigen Trinkgeld für den Steward.
Andreas Hobi am 08.10.2008 um 23:53
Ja, das Trinkgeld gehört natürlich immer dazu! Lange Zeit galt bei mir: Differenz zwischen Mitarbeiterrabatt und offiziellem Preis = Trinkgeld. Aber diese Differenz wird ja auch von Jahr zu Jahr kleiner… Und wenn ich privat unterwegs bin, gibt’s ja inzwischen sowieso keinen Rabatt mehr.
Michael Schmocker am 09.10.2008 um 03:23
Ich sehe es auch so wie schon geschrieben. Es ist schön, dass die Elvetino innovativ ist. Andere sind das aber definitiv schon länger. Ich bewundere in dieser Hinsicht das Angebot der DB. Die Preise sind kaum höher als in einem normalen Restaurant und die Portionen sind anständig gross (bezogen auf den Speisewagen). Und frischer als bei Elvetino schmecken sie auch. Serviert werden sie von in der Regel sehr freundlichem Personal welches der Landessprache mächtig genug ist um einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Die Aktionen mit Brezeln, Baguettes und Eis sind auch sehr toll. Das gibts zwar nicht auf jedem Zug und auch zu einem grossen Teil nur in Schul- und Semesterferien.
In den Speisewagen gibts übrigens seit einiger Zeit sogar Pizza (keine Top-Qualität aber durchaus geniessbar).
Sitzt man dann in der 1. Klasse, so wird man auch am Platz bedient und bekommt hier und da ein kleines Extra.
In meinen Augen kann da die Elvetino keineswegs mithalten - auch nicht mit einem Hot Dog.
Sandra-Lia am 09.10.2008 um 09:39
mach mal auf der Rechten Seite bitte die letzen Kommentare hin. Sonst ist das hier arg unübersichtlich…
Andreas Hobi am 09.10.2008 um 10:42
Das Plugin für die letzten Kommentare sieht im Moment noch extrem hässlich aus in diesem Theme. Wie wäre es als Alternative mit dem Kommentar-Feed?: http://feeds.feedburner.com/schweizweit-kommentare
Christian Hauser am 09.10.2008 um 11:37
Ich finde auch, die letzten Kommentare in der Seitenleiste wären praktisch!
Mit den Feeds hab ichs persönlich nicht so….
Andreas Hobi am 09.10.2008 um 12:25
Du musst den Feed ja nicht zwingend abonnieren, kannst auch einfach auf den Link in der Sidebar klicken, wenn du Interesse an den letzten Kommentaren hast. :)
Christian Hauser am 09.10.2008 um 17:24
Eh, jetzt wo du es sagst! =)
Sandra-Lia am 13.10.2008 um 10:54
hm, naja, ich weiss nicht. Gibt so schöne Plugins dafür… wirklich