
Aufgrund der grossen Nachfrage (zeitweise fand alle 10 Minuten ein Besucher von Google durch einen auf die Traviata bezogenen Suchbegriff meinen Artikel über die Traviata im Zürcher HB) folgt heute ein weiterer Traviata-Artikel.
Vorbereitungen fortgeschritten
Wer den Zürcher Bahnhof in den letzten vier Tagen passiert hat, sah, dass die Vorbereitungen schon äusserst weit gediegen sind; die Kameras stehen an ihren Plätzen, die meisten Kabel sind verlegt, es wurde schon eifrig mehrfach geprobt und auch das Gleis 9 ist für die bekannte Abschiedsszene verkabelt.
Über die Traviata gefreut hat sich wohl auch das Personalrestaurant im HB, war es doch dank den Leuten vom Fernsehen zeitweise gut gefüllt.
Beeindruckend waren die Sattelschlepper des zum Schweizer Fernsehen gehörenden TV Productioncenter (TPC). Ebenso beeindruckend die Zahlen, welche via Medien kommuniziert wurden:
- 200 Künstler spielen mit
- 15 Kilometer Kabel werden verlegt
- 105 Scheinwerfer wurden montiert
- 17 Starkstrom-Anschlüsse werden gelegt
- 16 HD-Kameras positioniert (darunter eine Spidercam, die an beweglichen Seilen aufgehängt ist)
- 151 Mikrofone sind im Einsatz
- 67 Handfunkgeräte werden gebraucht
- 80 Mitarbeiter sind direkt an der Produktion beteiligt (davon 10 Live-Kameraleute)
- 20 Sicherheitsleute stehen während der Sendung im Einsatz (unter anderem sorgen diese dafür, dass die Sänger rechtzeitig zu ihren Auftrittslokalitäten kommen)
- Diverse SBB-Mitarbeiter (unter anderem für den Zug ab Gleis 9)
Bis morgen Abend sollen laut Schweizer Fernsehen die Vorbereitungen beendet und die ganze Technik sendebereit sein.
Sendung wird bereits am Montag aufgezeichnet
Was viele nicht wissen: Die ganze Sendung wird am Montag bereits einmal aufgezeichnet! Denn die Oper wird zwar am Dienstag-Abend live gesungen, gespielt und in alle Welt gesendet, doch vor Pannen ist man nie zu 100 Prozent geschützt. Um eine Panne überbrücken zu können, wird das ganze Stück bereits am Montag aufgezeichnet, so dass man notfalls die Aufzeichnung senden kann und der Zuschauer nicht vor einer Mattscheibe sitzt.

Zu Hause ist es am schönsten
Ganz wichtig und von mir bereits in einem Kommentar auf schweizweit.net erwähnt: Die Logenplätze sind zu Hause vor dem Bildschirm. Die Oper vor Ort zu verfolgen ist genau das gleiche, wie wenn man ein Buch liest, in welchem drei von vier Seiten herausgerissen sind: Man hat Mühe, den Zusammenhang herzustellen. Deshalb ist es ratsam, die Live-Übertragung vor dem hauseigenen Bildschirm zu verfolgen. Ausserdem wird die Musik und der Gesang im HB nicht über Lautsprecher verstärkt (wegen Rückkoppelungen). Man hört vor Ort also so gut wie nichts.
Somit erübrigt sich auch das (vermutlich nicht ganz ernst gemeinte) Email, welches ich vor einigen Tagen via Kontaktformular erhalten habe:
Nachricht: Ich würde gerne wissen, ob es noch Tickets zum kaufen hat
am 30.9.08 für La Taviata im Zürich Hauptbahnhof.
Ich würde mich sehr freuen bald etwas von Ihnen zu hören. Kann ich
auch telefonisch bestellen?
Herzlichen Dank für Ihre Info. Maja O. (Handy 079-XXX XX XX)
Zu diesem Thema schreibt das Schweizer Fernsehen auf seiner Homepage:
Da die Oper an verschiedenen Schauplätzen des Hauptbahnhofs inszeniert wird – und nicht auf einer Bühne – gibt es auch keinen Zuschauerbereich mit Sitzplätzen. Erst am Bildschirm wird sich die Inszenierung zu einem Ganzen zusammenfügen. Zu Hause sitzen Sie also in der ersten Reihe und können «La Traviata» geniessen.
Wer sich für die Technik interessiert, kann ja morgen, Montag oder Dienstag mal rasch in den HB fahren und sich den Aufbau ansehen. Ausserhalb der Hauptverkehrszeit hat man dann auch die besten Möglichkeiten, um allenfalls Fotos zu schiessen oder mit Angestellten des TPC über die Technik zu fachsimpeln. ;-)
Ausserdem können sich Interessierte am 5. Oktober 2008 um 23:15 Uhr auf SF1 die Sendung “Klanghotel” anschauen. Dort wird das Making of der Traviata gezeigt, wo dann auch Leute ihren grossen Auftritt haben, welche sonst nur hinter der Kulisse von “La Traviata im Hauptbahnhof” arbeiten: Kameraleute, Kabelträger, Aufnahmeleiter, Toningenieure, Maskenbildner, Garderobieren, Security- Mitarbeiter, Gepäckwagenfahrer, SBB-Mitarbeiter.

