Geld verdienen leicht gemacht: Mit Tageskarten, schwarzen Löchern und Affiliate-Links

von Andreas Hobi am 18. September 2008 · 14 Kommentare

Money

Ebay und Ricardo.ch zählen in der Schweiz wohl zu den beliebtesten und bekanntesten Auktionsplattformen. In den letzten Tagen führten mir dort gleich mehrere Auktionen vor Augen, wie leicht man über solche Websites Geld verdienen kann.

Geld verdienen mit der Tageskarte

Wie ich schon geschrieben habe, verkauft die Migros zurzeit Duo-Tageskarten zu sehr günstigen Preisen. (Mehr dazu: “Gratis SBB-Tageskarte! Nur in limitierter Auflage”)

Ein besonders findiger Verkäufer auf ricardo.ch kam nun auf die Idee, ein paar dieser Tageskarten zum günstigen Preis zu kaufen und dann auf der Auktionsplattform zu einem deutlich höheren Preis zu versteigern.

“Das klappt nie!!!”, war mein erster Gedanke.

Doch darin täuschte ich mich. Tatsächlich fand sich ein Käufer, der für die Tageskarte (ursprünglicher Preis: CHF 54.-) ganze CHF 75.- bezahlte. Für den Verkäufer springt dabei eine Marge von sage und schreibe über 38 Prozent heraus! Nicht schlecht. Der “businessman80″ scheint seinem Namen alle Ehren zu machen. :-)

Dieser Erfolg rief natürlich auch gleich Trittbrettfahrer auf den Plan. So findet man im Moment alleine bei ricardo.ch ganze 27 Auktionen rund um SBB-Tageskarten. Bei vielen davon handelt es sich um die speziellen Duo-Tageskarten der Migros:

Fast noch häufiger findet man bei Ricardo die Sanitas-Tageskarten. Die Schweizer Krankenkasse Sanitas verloste vor einiger Zeit 50’000 SBB-Tageskarten an ihre Kunden. Anscheinend haben dort viele Leute teilgenommen, die ihre Tageskarte (gültig bis Ende 2009) nun doch nicht gebrauchen können. Deshalb veräussern sie diese via Auktionsplattform:

Doch auch ganz normale Tageskarten werden zum Kauf angeboten. So zum Beispiel eine Tageskarte für die erste Klasse (aktueller Preis: CHF 79.50) und diverse Angebote für Gemeinde-Tageskarten.

Besonders bei letzteren scheint auch ein Business entstanden zu sein. So ist ein Verkäufer namens “Quochung” zum Beispiel im Besitz diverser Gemeinde-Tageskarten für verschiedenste Daten, diese verkauft er nun mit einem Aufschlag via Ricardo. Tageskarten der Gemeinden auf Vorrat bunkern und dann im Internet verkaufen, sobald die Nachfrage gross genug ist. Mit Sicherheit ein lukrativer Nebenverdienst. Ob dieses Vorgehen jedoch von den Gemeinden und der SBB so gerne gesehen wird, ist die andere Sache.

Geld verdienen mit Schwarzen Löchern

Doch auch mit Dingen, die gar nicht existieren, kann man gutes Geld verdienen. So gab es bei Ebay zum Beispiel einen Verkäufer, der sein “recht junges Schwarzes Loch” (Artikelzustand: gebraucht) verkaufte. “Ich glaube, es ist aus Cern.”, schrieb er dazu.

Und weiter heisst es im Text:

“Das Schwarze Loch isst momentan noch sehr wenig – es haben ihm ein paar Krümel pro Tag gereicht. Füttere es seit gestern nicht mehr, da ich Angst habe, dass es mir bald die Haare vom Kopf frisst.”

Das “Schwarze Loch” wurde schlussendlich für über CHF 16.- verkauft.

Geld verdienen mit TGV-Tickets

Eine Möglichkeit, völlig legal Geld zu verdienen, bietet sich mit Affiliate-Links, so wie ich sie auf schweizweit.net eingebaut habe. Auf der Startseite oberhalb der Artikel sowie auf der Einzelartikel-Seite oberhalb und unterhalb des Textes findet man Banner von verschiedenen Firmen. (Momentan Apple und TGV.) Sobald nun ein Leser auf ein Banner klickt und beim Werbepartner dann etwas kauft, sich für den Newsletter anmeldet oder sonst eine Aktion ausführt (von Partner zu Partner verschieden) gibt es Geld.

Zu vergleichen ist dies mit einer Vermittlungsprovision. Ohne jetzt gross auf die Umsätze im gesamten Jahr 2008 eingehen zu wollen: Anfangs dieser Woche hat ein einzelner Kunde via schweizweit.net bei TGV.com für über 1’600 Franken eingekauft. (Ich vermute mal, es war für eine Gruppe oder einen Verein.) Über das nette Sümmchen, welches dabei für mich als Provision herausspringt, freue ich mich natürlich riesig! :-)

Reich wird man davon jedoch nicht. Meistens jedoch betragen die Verkäufe nur so um die 40 bis 50 Franken pro Kunde.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Falls ja, gebe deine Stimme ab und klicke auf den +1-Button! Ausserdem kannst du einen Kommentar hinterlassen, um uns deine Meinung zu diesem Artikel mitzuteilen.

Das ist ein Artikel von

Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

Andreas hat bereits 1466 Artikel hier auf schweizweit.net geschrieben.

Alle Artikel von → | Twitter: @andreashobi | Facebook

Du möchtest auch gerne einen Artikel schreiben? Kein Problem! Melde dich hier...

{ 14 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

Sandra-Lia September 18, 2008 um 22:43

bei mir klappt das nie mit verkaufsbanner…

Antworten

Andreas Hobi September 18, 2008 um 22:51

Wenn man deine Kommentare jeweils so liest, könnte man meinen, in deinem Leben klappe rein gar nichts! Ich denke, du solltest dir mal Gedanken rund um das Thema Self-fulfilling prophecy machen. :)

Denn: Man kann sich ja auch was einreden… :-/

Antworten

Honigbaerli September 19, 2008 um 04:00

es scheint da ein bedürfnis zu bestehen sonst würde ja diese preise nicht bezahlt und solche auktionen würde es nicht geben!
solange solche angebote gekauft werden finde ich das legitim..ich gehöre aber nicht zu denen die solche auktionen startet oder solche artikel kauft respektive ersteigern würde!

@sandra-lia: wer sich immer einredet das es nicht klappt bei dem klapt es auch nicht..mit negativen gedanken kann man sich ganz schön ins aus kicken…
der erste schritt zum gelingen von was ist ein positiver gedanke z.B.”ich schaffe das!”
ich musste das auch lernen!!seit dem klappt vieles was früher undenkbar gewesen wäre!

Antworten

Gumbo September 19, 2008 um 10:14

Leute, die ihre Gemeinde-Tageskarten verhökern, sollte man der betr. Gemeinde melden, vielleicht würden die dann den Herrn/die Dame mal ansprechen.
WEr eine normale TK teurer kauft als sie im Bahnhof kostet, ist natürlich ein Volldepp, gleich wie der, der ein schwarzes Loch kauft. Geld scheinen ja die Leute zum wegwerfen zu haben.

Antworten

Sandra-Lia September 19, 2008 um 10:58

Naja, ich sag nicht, dass andere Banner nicht angeklickt werden. Aber aufgrund meiner Erfahrung habe ich gemerkt, dass tatsächlich solche Banner, die Geld geben, wenn jemand was bestellt, bei mir keinerlei Anklang finden. Der Blog finanziert sich aber immerhin von selbst.

Antworten

Christian Hauser September 19, 2008 um 20:07

@Gumbo:
Die Idee mit dem schwarzen Loch fand ich jedenfalls noch recht witzig… Aber es ist schon so wie du sagst: Die Leute scheinen zu viel Geld zu haben für solche Dummheiten!

Antworten

Grisu September 22, 2008 um 10:50

Hast Du gesehen, in der letzten Sonntagszeitung ist ein Artikel drin über dieses Thema. Da hast Du wieder einmal einen Journi auf eine Idee gebracht :-)

Antworten

Andreas Hobi September 22, 2008 um 10:56

Ja, habe gesehen dass er bei mir abgeschrieben hat er sich von mir inspirieren liess. (siehe auch meinen Twitter-Artikel)

Anfangs dachte ich noch an einen Zufall, aber als dann ricardo.ch und der Verkäufer Quochung erwähnt wurden, war der Fall klar. ;o)

Mal schauen, vielleicht schreibe ich morgen noch rasch darüber.

Antworten

Grisu September 22, 2008 um 11:41

…er hätte Dich wenigstens erwähnen können, der Dieb :-)

Antworten

Andreas Hobi September 22, 2008 um 20:38

Naja, immerhin hat er noch ein wenig Selbst-Recherche betrieben, bei Gemeinden, SBB und ricardo.ch nachgefragt. Der Journalist scheint sowieso ein eifriger schweizweit.net-Leser zu sein; bereits damals in Zusammenhang mit dem Orange-Artikel hat er über mich geschrieben.

Wie dem auch sei: Wenn die Tamedia bei mir abschreibt, dann darf ich das in Zukunft wohl auch umgekehrt. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? ;-)

Antworten

Sandra-Lia September 22, 2008 um 22:24

das darfst du doch eh, solang die Quelle und der Autor genannt wird.

Antworten

Andreas Hobi September 22, 2008 um 22:51

Solange die Quelle und der Autor genannt wird, schon, ja. Aber genau dies wurde beim letzten SonntagsZeitung-Artikel ja “vergessen”. Der Hufschmid wollte den Anschein erwecken, er sei selber auf die Tageskarten-Auktionen gestossen.

Hier übrigens noch der SonntagsZeitung-Artikel: http://img.photobucket.com/albums/v232/eastunited/IDeal.jpg

Antworten

Sandra-Lia September 23, 2008 um 11:53

da würde ich ihm einfach mal ne freundliche Rechnung über ein paar Hundert Franken schicken. Die werden zahlen, weil, wenn du sie auf dein geistiges Eigentum verklagst, wirds noch viel teurer für sie.

Antworten

Andreas Hobi September 23, 2008 um 12:17

Nene, habe letzte Nacht ein Mail an Hufschmid geschickt und heute Morgen hat er mir geantwortet. Die Sache ist für mich erledigt. :) Vielleicht schreibe ich bei Gelegenheit noch rasch darüber und dann ist es abgeschlossen.

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Previous post:

Next post: