
Auf so eine Umfrage habe ich gewartet! Endlich hat man ein Argument in der Hand gegen alle jene, welche Überwachungskameras und ähnliches bis heute verteufeln.
Eine repräsentative Umfrage im Juni dieses Jahres (durchgeführt durch das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag der DVB AG) hat ergeben: 90 Prozent der Fahrgäste in Strassenbahnen befürworten den Einsatz von Videokameras!
Wow, das sind ja mal gute News! :-)
Zwar bezieht sich die Umfrage nur auf die deutsche Stadt Dresden, trotzdem würden die Ergebnisse in Schweizer Städten vermutlich kaum anders ausfallen.
- 59 Prozent der Befragten bewerten die Videotechnik als sehr positiv
- 31 Prozent der Befragten bewerten die Videotechnik als eher positiv
- Nur 3 Prozent der Befragten bewerten die Videotechnik als sehr negativ
- 7 Prozent der Befragten liegen irgendwo dazwischen
Die Umfrage zeigte ausserdem: Je älter die Befragten, desto grösser die Zustimmung. Frauen äusserten sich eher Pro-Kameras als Männer. (Mmh… da kommt mir doch gleich in den Sinn: Werden nicht die meisten Straftaten von jugendlichen Männern verübt…?)
Um Datenschutz-Bedenken aus dem Weg zu räumen: So wie die DVG vorgeht, finde ich es optimal:
- Die Videoaufnahmen werden für 24 Stunden im Fahrzeug gespeichert und dann automatisch überschrieben
- Zugriff auf die Aufzeichnungen haben nur Polizei und Staatsanwaltschaft, die Verkehrsbetriebe jedoch nicht
- Das Auslesen funktioniert nur mit einer speziellen Dekodierungs-Software.
Selbst wenn die Aufzeichnungen also gestohlen werden, ist der Datenschutz nicht gefährdet. Ein solches Vorgehen würde ich auch bei uns in der Schweiz begrüssen. Nicht nur bei Bahnen, sondern bei sämtlichen Überwachungskameras. Damit sich die Bürger noch sicherer fühlen können.
(Quelle: newstix)
Bild © (cc) e-chan (flickr.com)

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Ob sich so Verbrechen wirklich verhindern lassen bezweifle ich. Selbst in London, in der Stadt in welcher sämtliche (!) Strassen von Videos überwacht werden stechen Jugendliche aufeinander ein, überfallen Passanten und erschiessen sich gegenseitig.
Mich beruhigt es nur wenig das aufgezeichnet wird, wie mir einer das Messer in Bauch rammt. Persönlich hab ich dann wenig von der modernen Technik…
Sich sicher fühlen heisst noch lange nicht sicher sein.
(Diese Diskussion ist wahrscheinlich so alt wie Videokameras selber und wird in Zukunft hoffentlich weiter heftig geführt.)
Nein, einen hundertprozentigen Schutz bieten auch Kameras nicht. Aber immerhin helfen sie bei der Aufklärung und steigern das subjektive Sicherheitsempfinden.
BTW: Die Kameras in Regionalzügen im Raum Luzern führten soweit ich gehört habe zu weniger Vandalismus und Übergriffen.
Link zu Quelle folgt heute Abend, da ich im Moment unterwegs bin. (Dienstfahrt Romanshorn – St. Gallen)
Wenn du Überwachungskameras doch so gerne hast, melde dich bei der nächsten Staffel von BigBrother an! Da kannst du die Überwachung geniessen und möglicherweise noch was dazuverdienen.
Also bitte, als ob ich jetzt 24/7 überwacht werden will. Verbrechen lassen sich damit bestimmt nicht verhindern, egal was für Ergebnisse solche “Umfragen” mit sich bringen.
Naja ist eine schwierige Diskussion. Am Schluss heisst es dann noch dass man ja gar kein Sicherheitspersonal mehr einsetzen muss, es hat ja Kameras…
Wie in vielen Fällen ist halt die Überwachung eine Symptombekämpfung, die Ursachen müssen bekämpft werden!
Ich finde Kameras gut. Wer nichts zu verbergen hat, muss sie nicht fürchten.
@ ricdes:
Ich denke, wir können die öffentlichen Kameras nicht mit BB vergleichen. Wie Gumbo schon sagte: Wer nichts zu verbergen hat, muss sich auch nicht fürchten. Die Aufnahmen werden ja nicht ins Internet gestellt oder beim Schweizer Fernsehen in der Primetime ausgestrahlt.
Ganz klar stimme ich mit Dir überein, was die Symptombekämpfung anbelangt. Man muss halt einfach bei diversen Punkten ansetzen. Kameras sind ein Teil dieser “Gesamtlösung”.
Jungs und Mädels, das geht mal wieder alles in Richtung “Überwachungsstaat”… jedem das seine, habe nichts zu verbergen, doch mit all den Kameras fühl ich mich überwacht und bevormundet…mmh, jetzt kommt mir wieder meine Verschwörungstheorien-Paranoia hoch *ggg*
LG Roeluuu
PS @ Andreas: wie ist das jetzt mit dem Deutschkurs für meine Infinity??? lol
Es geht hier ums Prinzip. Ich habe genausowenig was zu verbergen, dennoch will ich nicht sinnlos jeden Tag im Zug als Tatverdächtiger erscheinen.
PS: Du warst doch heute Abend Richtung Chur unterwegs..?
Frag mich nur, wenn man diese Umfrage so gestaltet hätte:
Fühlen Sie sich sicherer, wenn eine Kamera da ist?
Fühlen Sie sich sicherer, wenn es Zugbegleiter gibt?
Wann fühlen Sie sich sicherer? Bei Video oder Zugbegleiter?
Und dann wäre wohl klar gewesen, dass die Leute mehr Personal wollen.
Diese Studie hät ich auch fälschen können. Ich finde die extrem unaussagekräftig. Klar, ohne Personal und ohne Kameras = GROSSES UNSICHERHEITSGEFUEHL. Aber, noch keine Kamera der Welt hat je ein Leben geretttet. Sie wirken nur am anfang Präventiv, bis man sich dran gewöhnt hat.
Fehlende Zivilcourage der Mitreisenden ist eher ein Problem.
Wenn einer andere belästigt oder Sachen beschädigt, müsste man sich zusammentun, aufstehen, den Kerl packen und die Polizei rufen.
@Gumbo: Aaargh!
Die Umfrage klingt nach selbsterfüllender Prophezeiung. Da bin ich mit Sandra-Lia einig.
Das Problem sind weniger die Kameras, als die fehlenden, bzw. nicht griffigen gesetzlichen Grundlagen. Datenschutz ist bloss ein Papiertiger, wie der rege Datenhandel in D beweist.
Kameras sind kein Allheilmittel. Einen sinnvollen Einsatz sehe ich nur in Sicherheitszonen, in denen Reisende per Knopfdruck Videoüberwachung als Service anfordern können.
Generelle flächendeckende Videoüberwachung ist undemokratisch, menschenfeindlich und verhindert zudem Verbrechen nicht zwingend. Immer wieder geschehen diese vor laufender Kamera. Oder die Gangster bereiten sich auf die Kamera vor.
Gibts eigentlich eine technische Methode um Videokameras ausser Gefecht zu setzen? Oder muss ich künftig eine Wasserflasche mit Sprühkopf mit mir rumtragen? Oder mich verdächtig machen, indem ich eine Roger-Staub über den Grind ziehe?
es gibt ein gegenmittel. Heisst EMP! Aber dumm dran ist, dass du damit so ziemlich alles im umkreis von 100 m ausser Betrieb setzen würdest, und dass das kleinste EMP wohl so ne halbe Tonne wiegt
Was bringen diese Kameras, wenn ich einen über die Birne bekomme? Mir selbst nicht, da ich trotzdem Kopfschmerzen habe!
Und zu “Eine repräsentative Umfrage” kann ich nur immer wieder sagen, eine Umfrage ist immer durch die Frage manipuliert! Selbe Befragte mit anderes formulierter Fragestellung ergibt anderes Bild!
Gruss aus Thailand, von einem ehemaligen SBBler
Videoüberwachung birgt essentielle Gefahren für die Demokratie und eine freiheitliche Gesellschaftsordung:
* Überwachungs- und damit auch Konformitätsdruck. Alles was von der Norm abweicht, erscheint als Gefahr. Selbstzensur und „nicht auffallen zu wollen“ sind die Folge.
* Verdrängung von Verbrechen in nicht videoüberwachte Gegenden. Kriminalstatistiken, die den Erfolg von Videoüberwachung anscheinend belegen, enthalten nie Zahlen über den Verdrängungseffekt.
* Verbrechen die im Affekt begangen werden, werden trotz Videoüberwachung begangen.
* Es kann nicht immer hinter jeder Kamera ein Polizist sitzen und beobachten ⇒ viele Kameras sind offline oder nehmen nur zur Beweissicherung auf Band auf. Demzufolge hat man mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechte Karten, wenn man z.B. unter einer Videokamera niedergestochen wird. Der Täter kann, sofern die Kamera aufgenommen hat, zwar mit sehr viel Glück gefasst werden, aber man selbst ist dann trotzdem verletzt/tot.
Wer genug hat von Sicherheits-Kameras kann ja mal das versuchen: http://failblog.org/2008/09/01/suspicious-balloon-fail/ ;o)