SBB verschärft Klassendisziplin

von Andreas Hobi am 19. August 2008 · 56 Kommentare

Bereits am 21. Dezember habe ich einen Artikel zum Thema “Klassendisziplin” geschrieben. (“Benachteiligte 1. Klasse-Fahrgäste: Wird die Klassendisziplin wieder eingeführt?”)

Dort ging es um Reisende, welche sich mit Zweitklass-Billetten in der ersten Klasse aufhalten und der Meinung sind, sie dürfen dies, da sie sich ja nicht hinsetzen. Dass sie damit jedoch die 1. Klasse-Fahrgäste am Ein- und Aussteigen behindern, ist ihnen oftmals nicht klar.

Im Artikel vom Dezember schrieb ich daher:

Ich finde es toll, dass nun zumindest in unserem Nachbarland etwas gegen dieses immer grösser werdende Problem unternommen wird. Auch bei uns gibt es regelmässig viele Fahrgäste der 1. Klasse, welche sich über das Verhalten der “Zweitklässler” beschweren. Leider muss ich denen immer die Antwort geben, dass die SBB in dieser Sache momentan nichts unternehmen will.

Dies hat sich nun geändert. Die SBB will anscheinend etwas unternehmen und noch in diesem Herbst startet ein Pilotversuch: Ein grosses „1“ auf dem Boden der Plattform der ersten Klasse (also beim Eingang des Wagens) soll die Klassendisziplin verbessern. Endlich! Zu oft beschwerten sich die Fahrgäste darüber, dass ihnen von Reisenden mit Zweitklass-Billetten der Weg versperrt werde. Nun handelt die SBB, nachdem das Zugpersonal seit rund einem Jahr vermutete, dass „bald etwas geschehen werde“. Wie ich im Artikel vom Dezember geschrieben habe:

Wie gesagt, momentan erlaubt es die SBB, sich mit einem Zweitklass-Billett im Eingangsbereich der 1. Klasse aufzuhalten. Doch diese “Erlaubnis” wäre eigentlich für Ausnahmefälle gedacht. Nun wird der Druck seitens der Fahrgäste (1. Klasse) und des Zugpersonals immer grösser; beim Zugpersonal wird schon seit ein paar Wochen gemunkelt, dass es wohl nur noch eine Frage der Zeit sei, bis die Klassendisziplin wieder eingeführt werde. Dann wird es vorbei sein mit der Grosszügigkeit: Ausnahmefälle wird es dann nicht mehr geben.

Bald ist sie da, die neu auferstandene Klassendisplin. Ich freue mich! :-)

Im Herbst werden die Versuche beginnen, bei denen die SBB eruiert, welche Art von Markierung am geeignetsten ist: Klebefolie oder bedruckter Teppich.

Gleichzeitig wird in den Zügen eine Hausordnung (Texte und Piktogramme) aufgehängt, welche über die „Regeln“ informiert, die in Zügen gelten. So kann dann auch niemand mehr sagen, er habe nicht gewusst, dass man die Schuhe nicht auf das Polster abstützen dürfe, dass das Rauchen auf dem WC verboten sei oder dass man sich mit einem 2. Klasse-Billett nur in der zweiten Klasse aufhalten darf.

Soweit ich gesehen habe, hängt diese Hausordnung bereits in einigen Wagen.

Diese Massnahmen werden unseren Job merklich einfacher machen und und uns einige Diskussionen ersparen. Denn bisher hiess es immer: „Sie sind der Erste, der deswegen meckert! Das höre ich zum ersten Mal! Wo steht denn dies geschrieben? Das müssen Sie mir schriftlich geben!“


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Sebastian Januar 20, 2009 um 22:56

DIE SBB CREW IST UNFREUNDLICH, INKOMPETENT – EINFACH PEINLICH!!!!!!!!!!!

DIE ERST-KLASS-WAGEN SOLLTE MAN ABSCHAFFEN!! DIE LUXUS WAGEN SIND OFT LEER UND WER IN DER ZWEITEN KLASSE FÄHRT MUSS STEHEN UND WIRD VOM DEN KONTROLLEUREN UNFREUNDLICH BEHANDELT!!!

SBB = SCHEISS KUNDENSERVICE

HABE MEIN G.A. GEKÜNDIGT – WAS ICH AUCH ALLEN RATEN KANN.

LIEBE REISENDE:
LASST EUCH NICHT WIE DRECK BEHANDELN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Andreas Hobi Januar 21, 2009 um 11:15

@ Sebastian:
Besten Dank für dein konstruktives Feedback. Die Mitarbeiter der SBB geben sich redlich Mühe, ihren Fahrgästen die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten; sollte es trotzdem mal zu einer unangenehmen Erfahrung in Zusammenhang mit einer Bahnreise gekommen sein, tut mir das natürlich sehr leid.

Ich bedauere deine GA-Kündigung und hoffe, dass wir dich doch hin- und wieder mal in unseren Zügen antreffen werden.

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phil Juni 20, 2009 um 00:52

So wie ihr hier schreibt könnte man meinen wir sind wieder in die Vergagnenheit gereist, ein Wunder dass noch niemand die Rassetrennung angeordnet hat! Wirklich, macht ihr euch doch beinahe in die Hosen wegen irgendwelchen Leuten die durch EUER Abteil gehen bzw. müssen. Und Jeremy wird zum peinlichen “Privatpolizisten” weil ihm ein Zacken aus der Snob-Krone bricht nur weil ein “Untermensch” 2ter Klasse in seine Nähe kommt. Da kann ich echt nur lachen. Ich fahre auch oft in der ersten Klasse aber bei solchen Kommentaren wird mir einfach nur schlecht, Da verzichte ich lieber auf die bequemen Sessel bin dafür nicht von Spiesern umgeben. Traurig

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Jeremy Juni 22, 2009 um 10:14

” Ich fahre auch oft in der ersten Klasse” Ok, ich geh sofort in die zweite Klasse.

” bei solchen Kommentaren wird mir einfach nur schlecht” Viel Spass beim Übergeben.

“Da verzichte ich lieber auf die bequemen Sessel bin dafür nicht von Spiesern umgeben” Super, ich kann doch in der ersten Klasse bleiben und bin nicht von voreingenommenen Leuten die Personen wegen einigen Kommentaren als Snob bezeichnen umgeben. Dafür muss ich nicht kotzen, kann ebenfalls lachen – dann einfach ab wichtigeren Dingen und muss nicht traurig sein.

Alle haben Mitleid mit dir und ich wünsche dir dennoch einen schönen Sonntag.

So, jetzt bringe ich meinen Snob Krone zum Palastmechaniker und lasse mir den fehlenden Zacken mit einem noch viel schöneren Zacken erneuern ;P

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Othmar Juli 17, 2009 um 16:24

Eine verschärfte Kontrolle der Klassen-Disziplin ist auch in den S-Bahnen notwendig und eine konsequente Durchsetzung zwingend. Um zu verhindern, dass die 1.Klass-Wagen unnötig durchquert werden (z.B. im Bhf.Zürich) sollten die Übergänge 10 Min. vor Ankunft geschlossen werden.

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Andreas Hobi Juli 17, 2009 um 19:23

@ Othmar:
Auch heute, rund ein Jahr nach diesem Artikel, ist es immer noch schwierig, die Klassendisziplin konsequent durchzusetzen. Hängt unter anderem auch damit zusammen, dass es zu wenige Zugbegleiter gibt, welche eine konsequente Klassentrennung durchführen.

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