Stadler Rail will auch die Fernverkehrs-Doppelstöcker bauen


Am 29. Juni 2008 wurde bekannt, dass SVP-Nationalrat und Stadler Rail-Chef Peter Spuhler den Auftrag für 50 S-Bahn-Doppelstock-Züge im Raum Zürich erhalten hat. Der Auftragswert beläuft sich auf über eine Milliarde Franken. (Siehe dazu auch “SBB investiert eine Milliarde Franken in Doppelstockzüge von Stadler Rail” sowie “Alle Details über den Stadler-Deal der SBB”)

Heute nun wurde bekannt, dass Peter Spuhler und Stadler Rail auch an den Fernverkehr-Doppelstock-Zügen Interesse zeigen, welche im Herbst 08 ausgeschrieben werden. (Siehe “Neue SBB-Doppelstockzüge für den SBB-Fernverkehr”)

Tim Büchele, Sprecher von Stadler Rail: “Es ist klar, dass wir eine allfällige Ausschreibung prüfen und uns beteiligen, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.” Die Kapazitäten bei Stadler Rail seien vorhanden, teilt er mit.

Es würde mich nicht erstaunen, wenn Stadler Rail nun versucht, auch im Fernverkehr mitzuspielen. Peter Spuhler ist sehr ehrgeizig und wird jede Möglichkeit nutzen, seine Firma zu vergrössern. So, wie es jeder gute Unternehmer tun würde.

Der ZVV-Auftrag hat bereits dafür gesorgt, dass bei Stadler Rail 300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden; der Auftrag für die Fernverkehrs-Flotte dürfte dabei jedoch noch um einiges grösser sein und zu deutlich mehr neu entstehenden Arbeitsplätzen führen. Es ist wohl davon auszugehen, dass diese Arbeitsplätze in der Schweiz entstehen werden, falls der Auftrag an Spuhler geht.

Wird sich Stadler Rail um den Auftrag bewerben? Und wird die SBB den Mut haben, einen weiteren Doppelstock-Auftrag an eine Firma zu vergeben, welche noch nie zweistöckige Züge gebaut hat? Wenn ja, in welchem Stadler-Werk werden die Züge gebaut? Wird es in der Schweiz sein oder im Ausland?

Ich bin auf alle Fälle gespannt auf den kommenden Herbst. :)

14 Kommentare zu “Stadler Rail will auch die Fernverkehrs-Doppelstöcker bauen”

  1. Shef am 12.08.2008 um 20:54

    Interessant… Vor einiger Zeit (ca. 1 Jahr) meinte Spuhler noch, für Fernverkehrszüge sei Stadler zu klein. Aber er meinte damals Hochgeschwindigkeitszüge, und dieser sollte ja “nur” 230km/h fahren können.

    Ich freue mich aber, dass man einen weiteren, von der Re460 unabhängigen Zug haben will. Den ich habe mich schon ein paar mal gefragt, was eigentlich ist, wenn man sämtliche 460ers aus technischen Gründen stil legen müsste. Bahn2000 grounding? Nur noch der ICN und die Re420 ständen zur verfügung….

    Nur noch etwas: Du hast eigentlich alles schön verlinkt, nur die Aussage von Tim Büchele nicht. Hast du mit ihm selber gesprochen, oder von wo hast du die Meldung? Nimmt mich einfach wunder…

  2. Andreas Hobi am 12.08.2008 um 21:11

    Der Link ging im Getümmel wohl unter… :) Habe es im Artikel jetzt korrigiert. Die Aussage stammt aus der Thurgauer Zeitung.

  3. pädu am 12.08.2008 um 21:23

    Weist du zufällig ob es in den neuen Triebzügen auch Restaurants geben wird?

  4. Andreas Hobi am 12.08.2008 um 21:39

    Nööö, ist aber eine gute Frage… Vermutlich wird man das erst erfahren, wenn die Ausschreibung draussen ist.

    Ich gehe mal davon aus, dass zumindest ein Teil der Züge über Bistros oder Restaurants verfügt. Ansonsten wäre es der Anfang vom Ende der Elvetino…

  5. Pendler am 13.08.2008 um 07:12

    Ich bin mir nicht sicher ob das strategisch geschickt wäre von Stadler Rail. Bis jetzt hat sich Stadler Rail als Nischenanbieter sehr erfolgreich entwickelt. Nun plötzlich zu einen auch Fernverkehrszüge anzubieten finde ich persönlich nicht sinnvoll. Aber wir werden sehen. Stadler war immer für eine Überraschung gut…

  6. Andreas Hobi am 13.08.2008 um 08:43

    Mein erster Gedanke, als ich diese Nachricht hörte, war auch: “Schuster, bleib bei deinen Leisten.” :)

    Aber ich denke, Spuhler weiss schon, was er sich zutrauen kann. Und falls er sich bewirbt, dann nur, weil er sich absolut sicher ist, damit seiner Firma zu nützen.

  7. Gumbo am 13.08.2008 um 10:31

    Wenn die Züge dann den lausigen Sitzkomfort von Stadler erhalten, dann gute Nacht. Die 1.-Kl. Sitze im GTW und FLIRT sind das unbequemste, was es in 1. Kl. in der Schweiz je gegeben hat.

  8. Andreas Hobi am 13.08.2008 um 10:34

    Da stimme ich Dir zu! Habe mich auch schon darüber geärgert.

    Vorallem sind sie viel zu rutschig. Im Regio-Verkehr kann man vielleicht noch einigermassen damit leben, da man dort selten sehr lange sitzt. Aber im Fernverkehr erwarte ich etwas besseres.

  9. Zürich am 13.08.2008 um 20:35

    Welche Sitze eingebaut werden, ist doch vom Besteller abhängig. Die SOB beispielsweise haben absolut bequeme Sitze. Diejenigen der zweiten Klasse der SOB entsprechen den Erstklasssitzen der SBB.

  10. Daniel am 14.08.2008 um 09:44

    Der unterschiedliche Sitzkomfort ist echt auffällig. Die SOB-Fahrzeuge sind super, jene der Thurbo (die ich leider ständig benutzen muss, ohne Thurgauer zu sein) eine Katastrophe, da hat man schon nach einer Fahrt von St. Gallen nach Heerbrugg Rücken- und Arschschmerzen.

  11. Gumbo am 14.08.2008 um 12:04

    Der absolute Sitzkomfort war in den sog. Eurofima-Wagen der 1. Klasse mit Seitengang zu finden. Verschiedene Bahnen beschafften sie, unter anderem die DB, FS, ÖBB, NMBS, SBB.
    Heute sind sie noch z.B. im Cisalpino zu finden. Diejenigen von SBB befinden sich in einem schlechten Zustand. Ursprünglich basierten sie auf den Rheingold-Wagen der DB, einem 1.-Kl.-Paradezug, der als TEE noch echten Komfort anbot. Leider ist der Trend seither zu immer unbequemeren Sitzen.
    Wobei mitteleuropäische Sitzkomfort-Vorstellungen der Bahnen vergleichsweise bescheiden sind.
    In den USA fuhr ich noch mit Wagen für den Langstreckenverkehr, die pro Wagen 44 Liegesitze mit Bein- und Fuss-Stützen hatten. Wenn man die Beine ausstreckte, konnte man gerade den Vordersitz noch berühren. Die Toiletten-Vorräume waren “Raucher”-Lounges mit Waschtischen uns Spiegeln, für Männlein und Weiblein getrennt und über den Drehgestellen angelegt, damit im ruhigen Mittelteil des Wagens die Sitze waren. Die Amtrak hat dann mit der Beschaffung von eigenem Wagenmaterial den Trend zur “Spartanisierung” der Sitze auch dort eingeleitet.

  12. Sandra-Lia am 14.08.2008 um 13:44

    ich finds einfach interessannt, das ein Herr S. der in der SVP immer gegen den ÖV gewettert hat, und gegen jegliche Bahnvorlage war, nun diesen Auftrag kriegt. Politisch jedenfalls nicht ganz ohne!

  13. Andreas Hobi am 14.08.2008 um 14:23

    Wo hat Peter Spuhler gegen den öffentlichen Verkehr gewettert? Soweit ich weiss, plädierte er schon seit jeher für eine sinnvolle Zusammenarbeit von ÖV und Individualverkehr.

    Zitat aus seiner Homepage:

    In und zwischen den städtischen Zentren sowie in den Agglomerationen ist der öffentliche Verkehr von besonderer Bedeutung. Er bringt die Pendelströme von der Strasse auf die Schiene und entlastet damit nachhaltig die Strassen. Bedingung zum Erfolg ist indes ein attraktiver, dichter und zuverlässiger Fahrplan. Verspätungen und Wartezeiten führen zu Frustrationen. Gleichzeitig müssen moderne und bequeme Fahrzeuge zum Einsatz kommen, welche sauber und sicher sind. Ganz nach dem Motto: Qualität zu einem angemessenen Preis.

    .

  14. Sandra-Lia am 15.08.2008 um 11:19

    Naja, in den Sachgeschäften is er all zu oft aus unenpfindlichen Gründen dagegen

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