Bald ICN zwischen Zürich und Chur?

Fahren bald Intercity-Neigezüge (ICN) von Basel / Zürich nach Chur? Wenn man den aktuellen Gerüchten glauben darf, dann schon. Anscheinend plant die SBB, ab dem kommendem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 täglich drei ICN-Kompositionen auf die Reise nach Chur zu schicken.
Im Fahrplanentwurf für die Periode 2008/2009 deutet zwar noch nichts darauf hin, doch vorstellbar wäre es schon. Beim letzten Fahrplanwechsel wurden einige Doppelstock-Züge zwischen Chur und Basel durch ältere einstöckige Kompositionen ersetzt, was zu diversen Kundenreaktionen führte. Vermutlich gibt die SBB dem Druck nun nach und lässt vereinzelt die moderneren ICN auf dieser Strecke laufen.
Von welcher Linie die drei Kompositionen abgezogen werden, ist mir jedoch nicht klar.
Ich bin gespannt, was an diesen Gerüchten dran ist und welche Züge durch die ICN ersetzt werden.
Eine weitere Fahrplan-Änderung betrifft die Halteorte der Züge zwischen Basel / Zürich und Chur. Bisher fuhren sämtliche IC / IR entweder die Strecke Basel - Zürich HB oder die Strecke Zürich HB - Sargans ohne Halt. Die Züge hielten folgendermassen:
IC:
Basel SBB - Liestal - Sissach - Aarau - Lenzburg - Zürich HB -
Sargans - Landquart - Chur
IR:
Basel SBB - Zürich HB -
Thalwil - Wädenswil - Pfäffikon SZ - Ziegelbrücke - Sargans - Bad Ragaz - Landquart - Chur
Neu gibt es zwischen Chur und Basel nur noch einen “schnellen” und einen “langsamen” Zug:
IC:
Basel SBB - Zürich HB -
Sargans - Landquart - Chur
IR:
Basel SBB - Liestal - Sissach - Aarau - Lenzburg - Zürich HB -
Thalwil - Wädenswil - Pfäffikon SZ - Ziegelbrücke - Sargans - Bad Ragaz - Landquart - Chur
Gleichzeitig gibt es eine zusätzliche Direktverbindung von Zürich HB nach Basel SBB (und umgekehrt). Die direkten Züge fahren ab Zürich jeweils mit .02 und .34 mit Ankunft in Basel mit .57 und .27
Umgekehrt verkehren die direkten Züge ab Basel mit .33 und .07 mit Ankunft in Zürich um .26 und .00 . Diese Neuerung dürfte vorallem die Pendlerherze höher schlagen lassen.

Zürich am 04.08.2008 um 14:42
Auf der Strecke Konstanz - Biel verkehren heute grundsätzlich 6 Kompositionen. Hinzu kommen noch die Verstärkungen auf den Strecken ZH - Biel und Romanshorn - Biel. Diese werden ab Fahrplanwechsel durch EW4 und/oder Ex-EC-Wagen abgelöst.
Ab Dezember verkehren ja bekanntlich ICN zwischen Basel und Lugano. mindestens 4 Kompositionen sind hierfür notwendig. Laut Herr Blumental sollen jedoch bei grossem Ansturm oft eine zweite angehängt werden.
Ausserdem setzen die SBB aktuell vor allem am Wochenende diverse ICN-Züge auf den Strecken Basel - ZH Flugh., Basel - Zofingen, ZH - Bern ein.
Diese Kompositionen können jeweils für die 2. Einheit am Gotthard und an der Strecke nach Chur eingesetzt werden.
Dies ist jedenfalls meine Einschätzung.
Ab
Mark am 04.08.2008 um 17:37
Die ICN sollten besser zur Verstärkung der ICN Genf - St. Gallen eingesetzt werden. Wenn diese nur mit einem ICN verkehren herrschen oft unzumutbare Platzverhältnisse.
Andreas Hobi am 04.08.2008 um 17:58
Naja, jeder würde vermutlich am liebsten seine Linie bevorzugt sehen. :)
Schlussendlich ist es ein Abwägen: Man kann es keiner Region zu 100 Prozent Recht machen, aber die SBB versucht, überall so gut es geht die Kundenbedürfnisse zu befriedigen.
Diesmal gibt es (anscheinend) Verbesserungen unter anderem zwischen Chur und Basel. Ein anderes Mal trifft es eine andere Linie.
Sandra-Lia am 04.08.2008 um 19:10
naja, das Solothurn nicht immer 2 ICN pro Stunde haben würde, war mir schon klar. Das wäre auch zu schön
Shef am 05.08.2008 um 05:15
Also ich habe am liebsten die EW IV oder IC2000, auch wenn diese **** eng sind. Den bei diesen kann man gut auch etwas mitnehmen, z.B. das Velo, was ja beim ICN nur sehr teuer und umständlich geht. Und der Fahrzeitgewinn ist ja meistens auch minim. Sogar Basel-Genf holen die ICN nur 7 raus, weil sie wegen einspuriger Strecke nicht am passenden Ort kreuzen können (glaub Liesberg)
Auch kenne ich Leute, die haben Vorbehalte gegen Neigezüge, da es ihnen schlecht werden kann.
Aber der IC Bsl-Zrh–landquart-chur ohne Zwischenhälte ist genial, nur der erste Zwischenstopp braucht einfach immer so lange, den kann man auslassen :).
Ich denke, die SBB verbessert diese Linie, weil endlich die A3 durchgehend wird. Konkurenz belebt das Geschäft ;)
Gumbo am 05.08.2008 um 12:05
Zürich-Chur sollten eigentlich Doppelstock-Kompositionen verkehren. ICN bringen nur etwas, wenn dafür schnellere Verbindungen geschaffen werden könnne, ohne das Platzangebot zu tangieren. Damit ich aber z.B. Arosa-Winterthur eine halbe Stunde schneller bin (totale Reisezeit), müsste ja der ICN eine halbe Stunde schneller sein als der IC. Das ist ja eh unmöglich. Fahrzeitgewinn ist in diesem Fall kein Bonus, Komfort ist auch nicht besser als in den jetzt verkehrenden Zügen.
Shef am 05.08.2008 um 15:07
@Gumbo: Zustimm, die ICN sollten dort eingesetzt werden, wo es etwas bringt. Und Basel-Chur hat relativ wenig Kurven, wo es auch wirklich etwas bringt.
Kleine Frage zum Thema: Mit entsprechenden Streckenausbau lässt sich auch ohne Neigetechnik hohe Kurvengeschwindigkeit erzielen, so z.B die Kurve zwischen Pratteln und Frenkendorf, die zwar ziemlich eng ist, aber durch Überhöhung mit 110km/h befahren werden darf. Wiso baut man nicht alle Strecken so aus? Ich nerve mich z.B. immer wieder zwischen Mumpf und Brugg, dort schleicht der Zug ja wirklich, während die Autos schön mit 120km/h durchziehen können. Auch ein Kanditat für einen besseren Ausbau ist für mich Luzern - Arth Goldau. Dort schleich man wirklich. Lange Rede, kurzer Sinn: für mich sind Kurvenradien und Kurvengeschwindigkeit nicht immer in einer nachvollziehbaren Relation
Stefan am 05.08.2008 um 17:46
ICN ist für die Strecke Basel-Zürich-Chur auch darum nicht zu empfehlen, weil sie einfach zu wenig Platz haben. (Seit dem Fahrplanwechsel 2006 fahren nur noch zur HVZ ICN in Doppeltraktion zwischen St.Gallen und Lausanne bzw. Genf). Der Grund ist, glaub ich, Kilometer sparen.
ICN würden sich aber am Sonntagmorgen Chur-Zürich lohnen, weil da die Züge schwach besetzt sind. (z.B. IC 560 6:06 Uhr oder auch IC 562 7:09).
Betreffend den Kurven, am Walensee könnten die ICN vielleicht schneller fahren. (z.B. Tiefenwinkel).
(Vor etwa einem halbem Jahr kam mal ein ICN als Ersatzzug an einem Sonntagmittag nach Chur. Dies war sogar eine Doppeltraktion!)
Mark am 06.08.2008 um 00:13
Wenn aber die Strecke nicht für Neigezüge ausgerüstet ist (ist Zürich - Chur das?), dann wirds leider nichts mit schneller fahren.
Andreas Hobi am 06.08.2008 um 02:52
Ja, das ist ganz klar: Falls die ICN wirklich kommen, dann nicht, damit schneller gefahren werden kann. Die Fahrzeiten bleiben gemäss Fahrplanentwurf.ch grundsätzlich gleich wie bis anhin. Wenn, dann geht es eher darum, dass dem Wunsch nach modernerem (klimatisiertem) Rollmaterial entsprochen wird.
Gumbo am 06.08.2008 um 09:14
Stefan
Nun gut, wenn die ICN schneller fahren können, komme ich dann halt 5 Min. oder so früher in Chur an. Der Anschluss auf die RhB wird deswegen aber nicht früher sein. Höchstens habe ich dann noch Zeit, an den Kiosk zu gehen.
Oder Verspätungen können eingeholt werden. Das Ganze lohnt sich nur, wenn die ICN anderswo nicht gebraucht werden, und wenn die Bar bedient ist, sonst fahre ich lieber EW-IV.
Andreas Hobi am 06.08.2008 um 14:04
Apropos Bar: Heute morgen hat mir ein Railbar-Steward erzählt, dass die Elvetino eine Vorschrift erlassen hätte, dass alkoholische Getränke erst ab 10:00 Uhr verkauft werden dürfen.
Ein Kunde in der ersten Klasse habe Wein verlangt und er durfte ihm dies nicht verkaufen.
Irgendwie habe ich das Gefühl, da schaufelt eine Firma in ihrem eigenen Grab… :-/
Christoph am 10.08.2008 um 07:28
Wenn ich mich nicht täusche, verkehren ja bereits heute Züge, welche sonst am Gotthard verkehren, in Randstunden nach Chur, vielleicht werden diese Züge neu durch die ICN abgedeckt.
Ursprünglich wurden ja 24 ICN für die Züge nach Zürich beschafft und dann noch je 10 für nach Basel und Biel-Konstanz.
Dass am Jurasüdfuss manchmal mehr Einheiten wünschenswert wären, lässt sich nicht abstreiten. Man bedenke, dass anfänglich die ICN Richtung Zürich vollumfänglich mit Doppeltraktionen gefahren wurde und nach Basel nach Bedarf eine 2. Einheit eingesetzt wurde.
Dass die Züge nach Basel nur 7 Minuten gewinnen, mag stimmen, denn die Züge wurden in Erster Linie für den Abschnitt Biel-Lausanne beschafft, da man es damals vorgezogen hat in Technik als in Beton (sprich Neubaustrecke) zu investieren.