
Am vergangenen Montagmorgen stattete der russische Verkehrsminister dem SBB-Bahnhof in Frauenfeld einen Besuch ab. Begleitet von einem russischen Fernsehteam wollte der Minister, welcher in seiner traditionellen blauen Uniform mit verschiedensten Orden und schnittiger Mütze unterwegs war, von den Passanten mehr über das Zonensystem im Tarifverbund Ostwind erfahren.
Ohne Berührungsängste ging der russische Verkehrsminister auf das “niedere Volk” zu. Die Menschen reagierten mit einer Mischung aus Irritation, Belustigung und Interesse.
Der Minister hielt den Leuten einen Ostwind-Prospekt entgegen und fragte jeweils: “Kennen Sie Ostwind? Wissen Sie, wir in Russland haben Zonen schon lange, sie haben gehört von Ostzone. Nun wir wollen uns informieren, was in der Schweiz mit Ostwind ist.”
Die Gespräche schienen dem Verkehrsminister zu gefallen. Immer wieder holte er eine Flasche besten russischen Wodka hervor und bot den Gesprächspartnern ein Glas davon an.
Doch was genau wollte der Minister in der Schweiz? Nun, die russische Regierung plant von 2010 bis 2015 einen Ausbau des Eisenbahnnetzes. Es sollen rund 4’7000 Kilometer neue Gleise entstehen. Anscheinend wollte man zuvor noch in der Schweiz vorbei schauen, um sich ein paar Tipps und Tricks zu holen.
Bei seinem Besuch gab es jedoch auch immer wieder Passanten, die ihm nicht abnahmen, der russische Verkehrsminister Igor Lewitin zu sein. Oft erntete er kritische Blicke und laute Lacher.
Und… So war es dann auch! :)
Es war nicht Igor Lewitin, der da vor ihnen stand, sondern ein Schauspieler. Die Verantwortlichen des Ostwind Tarifverbunds drehten diese Szenen für einen Werbe-Film, der vor dem Fahrplanwechsel ausgestrahlt werden soll. Grund dafür ist eine Änderung beim Tarifverbund:
Neu gibt es keine normalen Billette mehr. Diese werden durch Einzelbillette mit einer zeitlich auf gewisse Zonen beschränkten Gültigkeit ersetzt. So, wie es beim ZVV bereits seit Jahren gang und gäbe ist. Dort kann man ja bekanntlich keine Billette von A nach B lösen (zum Beispiel Thalwil-Wädenswil), sondern man erhält Zonenbillette.
Ich bin gespannt auf den Film und werde ihn wenn möglich nach dem Erscheinen hier auf schweizweit.net veröffentlichen.
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{ 7 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }
Na, wenn ich von Zonen höre hoffe ich immer das an den jeweiligen Stationen dann auch nachvollziehbare Pläne der Zone zu finden sind.
Vor einiger Zeit stand ich in Deutschland an einer S-Bahn Station und wusste nicht recht was für ein Ticket ich brauche. Ein 1-Zonen Billett, oder doch das grössere für 2 Zonen?
Da kann das Bahn fahren doch mühsam werden.
Das ist natürlich klar. Nur wer genügend informiert ist, weiss auch, welche Fahrkarte er braucht.
Grundsätzlich kann man an den Billettautomaten vermutlich sowieso die gewünschte Ortschaft auswählen, ohne die Zone zu kennen.
ich bin gegen eine Zeitliche Beschränkung, die nur 2 Stunden oder weniger Fahrzeit erlaubt. Ich will nämlich vllt. auch die Orte dazwischen angucken, so wie ich das mit den guten alten SBB Billets kann!
Da bleibt Dir vermutlich nur noch die Tageskarte… :-/
Den russischen Verkehrsminister habe ich nicht gekannt, aber den russischen Eisenbahnminister. Ich habe mit ihm getrunken – selbstverständlich Wodka. Die Russen sind sehr beeindruckt vom Schweizerischen Eisenbahnsystem und den Leuten, die es am Leben erhalten.
Die Zonentarife sind in der Regel überschaubar und klar. Nicht aber im Verbund mit den SBB-Tarifen im Ticket-Shop. Da ist entweder der Wille nicht vorhanden die Zonen in die Preiserfassung der SBB-Software einzubinden oder die Manager der Programmierer sind überfordert!
Jedenfalls ist es eine Zumutung bei einer Reise aus der Libero-Zone (Bern & Umgebung) an den Bodensee (Ostwind) noch zusätzliche Billete vor Ort lösen zu müssen. Dann kann ich auch gleich auf den Ticket-Shop verzichten!
Bei solchen Figuren muss man immer mit versteckter Kamera und einem verkleideten Hape Kerkeling rechnen….
Was unüberschaubar ist, sind die uneinheitlichen Ansätze der verschiedenen Verbunde. Der TNW ist dabei z.B. extrem eigenwillig, und es gibt laufend Klagen über die Komplexität und die schlechten Automaten.