Bahnhofläden: Mobilität steigert Konsumfreude

Glücklich schätzen kann sich der, welcher in einem der RailCity-Bahnhöfe eine Ladenfläche ergattern konnte. Denn die Verkaufsflächen in den Bahnhöfen zählen zu den lukrativsten der Schweiz.
Nach wie vor steigen die Wachstumsraten enorm und die Nachfrage nach den besten Plätzen ist riesig. Jährlich werden in den sieben RailCity-Bahnhöfen über 981 Millionen Franken umgesetzt, fast 2.7 Mio täglich. Der Umsatz ist seit dem RailCity-Start (2003) um über 36 Prozent gestiegen. Und die Nachfrage wird auch weiterhin zunehmen, denn immer mehr Züge und immer mehr transportierte Personen bringen auch je länger je mehr Franken in die Bahnhofsgeschäfte.
Ein Beispiel des Erfolges erhält man zum Beispiel von Priska Thomas, Migros-Genossenschaft Basel. In einem Interview mit der Handelszeitung Online sagte sie: “Die Filiale am SBB-Bahnhof ist eine der am besten laufenden in der ganzen Stadt.” Bis vor kurzem profitierte die Migros noch von einer strategischen Partnerschaft mit der SBB, dank der sie bei der Vergabe von Räumlichkeiten ein Vorzugsrecht genoss. Diese Kooperation wurde inzwischen von der SBB beendet. Von nun an gilt laut RailCity-Chef Markus Streckeisen: “Den Zuschlag erhält der Meistbietende.”
Ein lukratives Geschäft für die SBB. Und eine gute Möglichkeit, die Pensionskasse zu sanieren.

Fredy Rom am 11.07.2008 um 16:10
Das Ziel der SBB auch mit den Rail-Citys sollte eigentlich die Bedürfnisse der SBB Kunden abzudecken und nicht die SBB Pensionskasse zu sanieren.
Im Zürcher Hauptbahnof zum Beispiel wird die SBB Tochter Elvetino anderen Mitbewerber eideutig bevorzugt. Vor den Perrons hat Elvetino Exclusivrechte Kioske aufzustellen,während andere qualifizierte Mitbewerber (Moevenpick) abgewiesen wurde.
Die SBB sollten in Zukunft die Interessen ihrer Passagiere im Auge behalten. Die Sandwiche von Elvetino sind eine Zumutung für CHF6.90 (!) Migros Bern und Basel können es besser und Mövenpick im Shopville sowieso.
Andreas Hobi am 12.07.2008 um 04:16
Naja, ich denke, jede Firma versucht, ihre eigenen Tochterunternehmen (und somit sich selbst) gegenüber Fremdfirmen zu bevorzugen. (Wenn Du bei der Migros nach Alkohol fragst, wirst Du ja auch zu Denner geschickt und nicht zu Coop.)
Da macht die SBB keine Ausnahme. Und würde die SBB nicht dafür sorgen, dass genügend Geld in die Kasse kommt, hiesse es rasch mal, sie arbeite nicht wirtschaftlich genug und verschwende Subventionsgelder.
Ralf am 14.07.2008 um 22:07
Natürlich soll die SBB ihre Pensionskasse sanieren, und zwar selber. Und wer mit offenen Augen durch den Bahnhof geht, der sieht auch, das sie das tut. Die SBB ist eine AG im Mehrheitsbesitz des Bundes. Sie hat auch ein paar Privliegien, wie z. Bsp. die Bahnhofsgrundstücke gehören nicht zur Stadt, sondern zum Bund und brauchen sich deshalb nicht um lokale Ladenöffnungszeiten zu scheren. Aus meiner Sicht gehört aber auch dazu, dass man Mitverantwortung trägt, für das, was vor dem Bahnhof abgeht. Wenn man also im Bahnhof Alkohol verkauft, ist man auch in der Pflicht, wenn vor dem Bahnhof gesoffen und gelittert wird. Erste Schritte hiezu sind ja im Gange, indem man “freiwillig” (?!?) den Alkoholverkauf zeitlich einschränkt. Insgesamt wünschte ich mir für die SBB ein bisschen mehr Konkurrenz, das hat noch niemanden geschadet. Vielleicht sollten auch die Städte Ausnahmeregelungen für die Bahnhofszonen machen, damit auch Geschäfte um den Bahnhof herum vom “Bahnhof Feeling” profitieren können. Oder was hält z.Bsp. die ZVV davon ab, auf Ihrem Boden “Catering-Betriebe” zu betreiben. Man muss ja nicht alles der SBB überlassen.