Albula- und Berninastrecke der Rhätischen Bahn als Weltkulturerbe anerkannt

von Andreas Hobi am 9. Juli 2008

Am 7. Juli 2008 hat das Welterbekomitee der UNESCO die Albula- und Berninastrecke der Rhätischen Bahn in ihre Welterbeliste aufgenommen. Damit ist die Rhätische Bahn weltweit erst die dritte Eisenbahn, welche von der UNESCO als «universal outstanding» beurteilt wurde.

Die «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina» ist ein Meisterwerk, das durch ein vielfältiges Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft, Technik, Kultur und Natur entstanden ist. Die beiden einzigartigen Bahnlinien fügen sich mit spektakulären Kunstbauten wie Viadukten und Kehrtunnels harmonisch in die bezaubernde Landschaft ein.

So lautet die Meldung auf graubuenden.ch. Weiter heisst es:

Die Albulalinie von Thusis nach St. Moritz sowie die Berninalinie von St. Moritz nach Tirano bilden mit ihren insgesamt 122 Kilometern Streckenlänge den «roten Faden» und damit die Kernzone durch das Welterbe. Dieser rote Faden führt auf der Albulalinie etwa durch Kehrtunnels und auf der Berninalinie über den berühmten Kreisviadukt bei Brusio. Insgesamt fährt die Rhätische Bahn auf der Berninalinie über 52 Brücken sowie durch 13 Tunnels und Galerien, auf der Albulalinie gar über 144 Brücken sowie durch 42 Tunnels und Galerien.

Gleichzeitig wurde die Website www.rhb-unesco.ch aufgeschaltet.

Doch welchen Nutzen hat dieser UNESCO-Entscheid für die RhB und möglicherweise auch für die SBB?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass nun zusätzliche Reiseveranstalter die RhB-Unesco-Strecke für sich entdecken, in ihr Angebot aufnehmen und ihre Kunden auf diesen Ausflugstipp aufmerksam machen. Bereits heute sehe ich immer wieder (teilweise von eigenen Reiseleitern geführte) Gruppen in Chur, welche auf Züge der Rhätischen Bahn warten. Diese Gruppen haben oftmals Pauschalangebote / Rundreisen gebucht, so im Stile von “Switzerland in 3 days”. So lautet das Programm grob gesagt zum Beispiel: Ein Tag Luzern, ein Tag Jungfrau, ein Tag RhB.

Durch den UNESCO-Entscheid dürfte sich das Interesse an der Rhätischen Bahn spürbar erhöhen und die Veranstalter könnten vermehrt RhB buchen.

Davon profitiert schlussendlich auch die SBB, welche als Schweizer Zubringer für die RhB fungiert. Egal ob die Touristen aus dem Raum München / Österreich anreisen (via St. Galler Rheintal) oder aus anderen Teilen Europas bzw. von den Flughäfen (via Linth-Route): Die SBB profitiert. Und dann trifft es auch gleich noch meine beiden “Stammstrecken” Chur – St. Gallen und Chur – Zürich. Da ist die Freude doch gleich doppelt so gross! :)

Für die Gäste, welche wegen der Weltkulturerbe-Strecke ins Bündnerland reisen, hat die RhB ein spezielles Angebot erstellt: Der “RhB UNESCO Pass” ist wahlweise gültig in der ersten Klasse (CHF 64.00 mit Halbtax, CHF 76.00 Normalpreis) und in der zweiten Klasse (CHF 51.00 mit Halbtax, CHF 64.00 Normalpreis). Inbegriffen sind zwei Tage freie Fahrt in allen Zügen zwischen Thusis und Tirano (jedoch ohne Bernina- und Glacier Express) sowie ein Reiseführer “UNESCO Welterbe – Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina” im Wert von CHF 15.00.

Weitere Artikel zum Thema UNESCO Weltkulturerbe und Rhätische Bahn folgen in den nächsten Tagen hier auf schweizweit.net.

Offizielle Meldung der UNESCO (deutsch)…

{ 3 Kommentare… lies sie gleich hier unten oder schreibe einen }

Sandra-Lia 9. Juli 2008 um 13:00

Das find ich toll. Ach, was ein Traum, für RhB Lokführerin zu sein. Aber leider wird der wohl nie in Erfüllung gehen.

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Andreas Hobi 9. Juli 2008 um 14:11

Wenn du so denkst, wird dieser Traum bestimmt nie in Erfüllung gehen. :)

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Sandra-Lia 10. Juli 2008 um 02:22

Naja, ich bin halt auch schon fast 30, und ich habe eine Bildung, die in etwas andere Richtung geht. Zudem ist meine Bewerbungsmappe auch nicht grad die beste ^^. Aber, mags von ganzem Herzen jedem gönnen, der dort Züge fahren darf

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