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Ich weiss, dass sehr viele meiner Leser gerne einen Blick hinter die Kulissen der SBB werfen. Diese Möglichkeit bieten diverse Medien immer wieder, so auch letzte Woche der Tages-Anzeiger.

Andreas Valda besuchte für den Tagi das Operation Center Personenverkehr (OCP) in Bern und durfte live miterleben, wie hektisch es dort zu und her geht.

Wir Zugbegleiter kennen das OCP nur “von der anderen Seite”; es ist unsere Ansprechstelle für Auskünfte oder Meldungen von Schäden am Rollmaterial. Ausserdem schickt uns das OCP jeweils ein SMS, wenn irgendwo in der Schweiz eine Betriebsstörung ist, wenn schweizweit das Computersystem für die Billettautomaten zusammengebrochen ist und wir die Billette im Zug ohne 5-Franken-Zuschlag verkaufen sollen oder wenn sonst etwas wichtiges geschieht.

Deshalb war es auch für mich interessant zu sehen, wie es im “Hirn der SBB” zu und her geht.

Und der Tagi-Artikel beginnt auch gleich schon spannend: Es ist 17:00 Uhr und eine Streikwarnung der Pariser Fluglotsen trifft ein. Es besteht die Gefahr, dass 1,200 französische Fans nicht in ihre Heimat fliegen können und in Zürich stranden. Schnell wird geprüft, ob man den Nacht-TGV doppelt führen kann, um so die Franzosen doch noch ins Hexagon zu schicken. Nun muss geklärt werden, ob die Komposition vorhanden ist und ob man überhaupt einen Lokführer und Zugbegleiter findet.

Um 18:15 schliesslich wird die Betriebslage angeschaut. Wie läuft es in den Host Cities? Sind viele Fans unterwegs? In Liestal hat ein Lokführer vergessen zu halten? Man stellt fest, dass alles rund läuft und die Züge kaum an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Die Rush Hour neigt sich nun dem Ende zu.

Danach zeigt Andreas Valda in seinem Artikel auf, wie rasch die SBB einen Cisalpino wieder zu fahren bringt, bei welchem in Lausanne ein Puffer gerissen ist. Blitzschnell wurde eine Rangierlok organisiert, mit der man den defekten Wagen aus dem Zug nahm. Mit nur 15 Minuten Verspätung konnte der Cisalpino die Fahrt fortführen.

Kurz vor 20 Uhr wird dann noch ein Ersatzzug für den Eurocity Brüssel - Chur organisiert. Der Zug ist rund eine halbe Stunde verspätet, weshalb eine Extrakomposition für das Churer Zugpersonal und die Fahrgäste bereit gestellt wird. So, wie es schon öfters geschehen ist beim “Brüsseler”. Auch ich war schon ein paar Mal davon betroffen. Bisher hat die Sache mit dem Ersatzzug immer ganz gut geklappt.

21:15 Uhr, das Spiel zwischen Rumänien und Italien endete unentschieden. Weder die Rumänen noch die Italiener werden gross feiern und so treten sie die Rückreise rasch und vorallem gleichzeitig an. Deshalb kommt auch gleich die Meldung aus Zürich: “S-Bahn zu 80 Prozent ausgelastet.”

Rund zwei Stunden später gewinnt Holland gegen Frankreich mit 4-1. Die holländische Speakerin macht sich im OCP bereit für die Ansagen in den Extrazügen.

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