19
Jun

In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger hat SBB-Chef Andreas Meyer eine interessante Idee ins Spiel gebracht: Preissenkungen ausserhalb der Stosszeiten und trotzdem mehr Geld in der Kasse der SBB.

Wie das geht? Ganz einfach: Der Transport einer Person von A nach B kostet laut Meyer in der Stosszeit ein Vielfaches mehr als in den nachfrageschwachen Zeiten.

Die Bereitstellung von Kapazität zu Spitzenzeiten verschlingt ungeheure Summen – für nur zwei Stunden am Tag. Jeder Passagier, der zu Spitzenzeiten fährt, verursacht uns ein Vielfaches an Kosten im Vergleich zu ausserhalb der Stosszeiten.

Wenn man die Leute nun dazu bringt, auf die “Nachfrage-Täler” auszuweichen und damit günstiger zu fahren, hat die SBB zwar leicht tiefere Einnahmen, aber gleichzeitig auch deutlich tiefere Ausgaben. Dadurch bleibt unter dem Strich mehr Geld in der Kasse der SBB, gleichzeitig spart jedoch auch der Fahrgast. Eine perfekte Win-Win-Situation. So sagt es zumindest der SBB-Chef.

Profitieren würden vorerst jedoch nur die Gelegenheitsfahrer, welche Einzelbillette kaufen. Für GA-Inhaber und andere Abonnenten gibt es momentan kaum günstigere Fahrausweise. (Eine der Ausnahmen: Der ZVV-9Uhr-Pass)

Vielleicht aber wird es in Zukunft auch für Pendler und Abonnenten spezielle Abos geben, welche nur zu gewissen Tageszeiten gültig, dafür jedoch auch deutlich günstiger als die bisherigen Abos sind.

Bild © (cc) hugo* (flickr.com)







6 Kommentare zu “Günstigere Billette ausserhalb der Stosszeiten”

  1. Renato schreibt:

    Was Du eine interessante Idee nennst das ist für eine volle Verarschung der Pendler! Da will man etwas für die Umwelt tun und die Strassen entlasten und wird dafür ausgenommen! Ich hoffe nicht, dass der Herr Meyer noch weitere so tolle Ideen hat. Der soll sich zuerst einmal um das Pensionskassen-Problem kümmern!

  2. Andreas Hobi | schweizweit.net schreibt:

    Ich gehe davon aus, dass es auch für die Pendler früher oder später interessante Angebote geben wird. Um das Pensionskassen-Problem in den Griff zu bekommen, müssen zuerst die Einnahmen stimmen; und genau daran arbeitet Meyer ja, wenn er versucht, mit interessanten Angeboten noch mehr Leute auf die Züge zu bringen.

  3. Gumbo schreibt:

    Renato
    Ich finde die Idee auch als Umwelt-Interessierter gut.
    Wenn du etwas für die Umwelt tust, musst du überzeugt von dieser Einstellung sein. Ich sage ja auch nicht, die höheren Preise für Bio-Lebensmittel seien Abriss. Dass die Bahn die Kunden ein wenig lenken muss, ist logisch und in allen Branchen üblich, denke nur an die Telecom. Da ist das telefonieren nachts auch billiger.
    Was kann die Bahn denn dafür, dass alle immer zur gleichen Zeit fahren wollen (gilt ja auch beim Tram und im Strassenverkehr)? Und was macht es kaufmännisch für einen Sinn, wenn die teuren Züge in den Zwischenzeiten leer herumfahren? Die Alternative wäre, wie in den USA:
    Züge fahren nur zur Rush-hour, am morgen in die Stadt hinein und am Abend wieder in die Vororte hinaus.
    Abgesehen davon ist das Problem der Pensionskasse nicht Meiers Problem, sonder das des Bundesrates, der nicht zu seiner Verpflichtung steht.

  4. Adrian schreibt:

    Ich denke es ist ja auch nicht so, dass die Pendler ein Problem darstellen. Deren Aufkommen in den Zügen ist relativ gut abschätzbar. Problematisch dürften eher die Ausflügler oder Gelegenheitsfahrer sein, da diese je nach dem wetterbedingt den Zug benützen oder eben nicht. Und da die nötige Kapazität zu planen dürfte eher die Herausforderung sein.

    Klar kann es sein, dass man als Pendler einen Zug früher oder später benutzt. In der Regel hat man aber seinen Rhytmus und kann je nach dem auch nicht gross wählen, wann man zur Arbeit will, bzw im Büro sein muss.

  5. Andreas Hobi | schweizweit.net schreibt:

    @ Adrian:
    Das Problem ist ja nicht die Planbarkeit der Reisenden, sondern die Menge. Die SBB kann, wie du richtig sagst, sehr gut abschätzen, wie viele Pendler den Zug benutzen werden. Das Problem liegt jedoch darin, dass die SBB je länger je weniger die benötigte Infrastruktur bereit stellen kann.

    Das Eisenbahnnetz ist zur Rush Hour bis an die Kapazitätsgrenzen belastet und ein grosser Teil des Rollmaterials ist im Einsatz. Zurzeit ist es kaum möglich, die Züge noch mehr zu verlängern oder noch mehr Züge auf die Schienen zu stellen.

    Deshalb möchte die SBB, dass die Reisenden auch die weniger stark frequentierten Zeiten für ihre Fahrten nutzen.

  6. Links aus der Nachbarschaft am 05. Juli « Zennews’s Weblog schreibt:

    [...] Günstigere Billette ausserhalb der Stosszeiten bei schweizweit.net [...]

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