Polizeieinsatz: Randalierende Jugendliche im ICN Genf – Aarau – Zürich HB

von Andreas Hobi am 5. Mai 2008 · 6 Kommentare

Vorgestern Abend musste ein von Genf nach St. Gallen fahrender ICN in Aarau gestoppt werden, weil randalierende Jugendliche die Mitreisenden und das Personal belästigten. Die jungen, teilweise alkoholisierten Punker wurden danach durch vierzehn Kantonspolizisten kontrolliert, bevor der Zug die Fahrt fortsetzen konnte.

Bei der Überprüfung stellte es sich heraus, dass eine der Personen aus der der Autonomen Szene zur Verhaftung ausgeschrieben war. Diese Person wurde mitgenommen, während die restliche Gruppe die Fahrt nach Zürich fortsetzen konnte. Im Zug befand sich auch der bekannte St. Galler SP-Stadtparlamentarier und ehemalige Nationalratskanditat Etrit Hasler. Ob er mit der Gruppe reiste oder nur zufällig im gleichen Wagen fuhr, ist mir nicht bekannt.

Anscheinend wussten die Jugendlichen auch nach der Abfahrt in Aarau nicht, wie man sich in einem Zug zu benehmen hat, weshalb sie in Zürich wiederum von der Polizei in Empfang genommen wurden. Anscheinend hat sich die Lage verschärft, denn in Zürich erschien die Polizei in Vollmontur.

Alles in allem verspätete sich der Zug um rund eine Stunde, was dazu führte, dass andere Fahrgäste ihre letzten Anschlusszüge verpassten. Die SBB organisierte für diese Fahrgäste Taxitransporte. Noch ist nicht klar, ob die SBB die entstandenen Kosten bei den Punkern zurückfordern wird oder kann. Es dürfte sich vermutlich um einen Betrag im tieferen vierstelligen Bereich belaufen.

Ebenfalls unklar ist zu diesem Zeitpunkt, ob die SBB Anzeige erstatten wird wegen “Störung des Eisenbahnbetriebes”.

(Quelle & Zürich-Bild: 20 Minuten)
(Screenshot Teletext: Marcel Manhart)

Hat dir dieser Artikel gefallen? Falls ja, gebe deine Stimme ab und klicke auf den +1-Button! Ausserdem kannst du einen Kommentar hinterlassen, um uns deine Meinung zu diesem Artikel mitzuteilen.

Das ist ein Artikel von

Andreas Hobi arbeitet seit 2001 bei der SBB und dort seit 2004 beim Zugpersonal. In seiner Freizeit schreibt er auf schweizweit.net von seinen Erlebnissen und über andere spannende Stories aus der Welt des öffentlichen Verkehrs.

Andreas hat bereits 1466 Artikel hier auf schweizweit.net geschrieben.

Alle Artikel von → | Twitter: @andreashobi | Facebook

Du möchtest auch gerne einen Artikel schreiben? Kein Problem! Melde dich hier...

{ 6 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

joerg Mai 5, 2008 um 15:06

Da ist die Rede von randalieren aber gleichzeitig die Aussage “Im Zug fanden keine strafbaren Handlungen statt”; was jetzt bitte?
Anyway, ich kann mir Lärmpegel vorstellen und das sich Leute gestört fühlten und auch, dass der Lärmpegel nach der Kontrolle angestiegen ist, aber was ich schon in Zügen mit Fussballfans erlebt habe, Rauchen war da noch das harmloseste und da ruft niemand die Polizei.
Wahrscheinlich wieder einmal zweierlei Mass, womit gemessen wird. Aber vielleicht erfährt man auch noch näheres.

Antworten

Andreas Hobi | schweizweit.net Mai 5, 2008 um 17:28

Mich würden die Details auch interessieren. Die Frage ist natürlich auch, was die Pendlerzeitung “20 Minuten” unter Randalieren versteht: Heisst das einfach, dass die Fahrgäste belästigt wurden? Wenn ja, inwiefern? Und / oder wurde geraucht?

Letzteres würde eher keinen solch grossen Polizeieinsatz rechtfertigen, also tippe ich eher auf (massive) Belästigungen oder ähnliches.

Man muss sich auch fragen, weshalb die Polizei in Zürich nochmal, und erst noch stärker ausgerüstet erschien…

Vielleicht erfahre ich in den nächsten Tage, welche Zugbegleiter auf dem Zug waren und kann so die Infos “aus erster Hand” holen. :)

Antworten

Rudolf Mai 5, 2008 um 19:19

Idiotisch, das immer wieder wegen Chaoten die Polizei einrücken muss. Am 1. Mai gab es haben ja in Hamburg Rechtsradikale sogar einen Regionalzug gekapert und fremdenfeindliche Parolen durchgegeben, zum Beispiel, “…die deutsche Bahn AG transportiert ab jetzt Ausländer und Deutsche getrennt, für Ausländer stehen die Güterwagen absofort zur Verfügung.” Schlimm so etwas.

Antworten

Andreas Hobi | schweizweit.net Mai 5, 2008 um 20:07

Ich finde, diese Extremen (egal ob links, rechts, oben, unten oder was auch immer) sollten für die Kosten der Polizeieinsätze, die sie verursachen, voll und ganz aufkommen müssen.

Es darf nicht sein, dass der Steuerzahler dies finanziert.

Antworten

Honigbaerli Mai 5, 2008 um 22:04

Ich würde sagen da passiert sicher wieder gar nichts..solange nicht sachen kaputtgehen oder svp parolen gesungen werden…störung des bahnbetriebes ist zu wenig da muss es schon tote geben das sich ein polizeieinsatz lohnt..so ists halt in der schweiz..es gibt leute die können alles und es passiert ihnen nichts..darum passiert es ja dann auch wieder!!

Antworten

Andreas Hobi | schweizweit.net Mai 6, 2008 um 15:38

UPDATE:

Danke an Marcel Manhart für den Teletext-Screenshot mit höherer Auflösung! :) Wurde natürlich gleich eingefügt.

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Previous post:

Next post: